Samstag, 3. November 2012

Queen – Queen




Queen – Queen


Besetzung:

Freddie Mercury – vocals, piano
Brian May – guitars, piano, vocals
John Deacon – bass guitar
Roger Meddows-Taylor – percussion, vocals


Label: Universal International Music


Erscheinungsdatum: 1973


Stil: Rock


Trackliste:

1. Keep Yourself Alive (3:48)
2. Doing All Right (4:09)
3. Great King Rat (5:43)
4. My Fairy King (4:13)
5. Liar (6:25)
6. The Night Comes Down (4:23)
7. Modern Times Rock 'N' Roll (1:48)
8. Son And Daughter (3:23)
9. Jesus (3:44)
10. Seven Seas Of Rhye (1:17)

Gesamtspieldauer: 38:53




„Queen“ von Queen ist eines der außergewöhnlichsten Debuts der Musikgeschichte. Auf dem Erstlingswerk der Briten wird gerockt, jedoch gibt es völlig neue Gitarrensounds zu hören, einen bisher nie dagewesenen Hintergrundgesang und ein wahrlich reiches Spektrum an Einfällen und Ideen. Dazu ist jedes Lied auf dieser Platte überaus eingängig und melodiös und das gilt auch für die manchmal durchaus auch härteren Rockstücke.

Und diese Rockstücke gibt es reichlich auf dem Album. Mit Sicherheit ist „Queen“ von Queen das härteste Album der vier Engländer. Keines der folgenden vierzehn Studio-Platten, jetzt nehme ich mal den Soundtrack zu „Flash Gordon“ dazu, sollte wieder so rocken und sich mitunter in den Gefilden des Hard Rock bewegen. Aber dabei sind die ganzen Zutaten, die die späteren Alben, zumindest die der 70er Jahre, ausmachen sollten, hier bereits vorhanden, werden manches Mal nur angedeutet, an anderer Stelle aber auch schon ausgebaut und veredelt.

Man hört den unvergleichlichen Gitarrensound des Brian May, das kraftvolle Bassspiel des John Deacon und auch bereits die ersten Gesangseinlagen des Roger Taylor. Dazu gesellt sich natürlich die unverwechselbare Stimme Freddie Mercurys, der bis zu diesem Album noch Freddie Bulsara hieß und sich inspiriert durch seinen Text zu „My Fairy King“ in Freddie Mercury umbenannte. Überhaupt ist dieses Lied am deutlichsten kennzeichnend für das, was Queen in den nächsten Jahren noch alles an Sounds und Einfällen erschaffen werden würde.

Es versteckt sich kein schlechtes Lied auf dem Album. Alles ist bis zur letzten Sekunde hin hörenswert. Vielleicht ist vieles nicht ganz so eingängig wie auf späteren Veröffentlichungen, mit jedem weiteren Hören setzen sich die Läufe der einzelnen Stücke jedoch fester und unauslöschlicher im Musikzentrum des Gehirns fest. Somit lohnt es wahrlich, das Album reifen zu lassen und immer wieder zu genießen.

Fazit: Wer Queen mal richtig rocken hören möchte, der sollte unbedingt in dieses Album hineinhören. Die Musik, die hier geboten wird, hat nichts mit jener zu tun, die auf den meisten Veröffentlichungen der 80er Jahre zu hören ist. Vielmehr liegen auf dem Debutalbum der vier Briten die Wurzeln für die nächsten Alben der 70er, die ihren Durchbruch darstellen sollten. Auf diesem ersten Album kracht es auch mal richtig, wird „hart“ gerockt, allerdings gibt es auch immer wieder diese schönen verträumten Stellen, diese tollen Vokal-Arrangements, für die sich Queen stilprägend zeichnete. Und das ist auch genau der Punkt: So etwas gab es bisher noch nicht. Diese Art der Musik, war im Jahr 1973 noch nicht „erfunden“ worden. Queen waren die Pioniere und diese Pioniere zeigten den Hörern ganz neue Audioerlebnisse auf. Ein tolles Album. Zwölf Punkte.

Anspieltipps: Keep Yourself Alive, Doing All Right, Great King Rat, My Fairy King, Liar, The Night Comes Down, Jesus




Freitag, 2. November 2012

Foreigner – Agent Provocateur




Foreigner – Agent Provocateur


Besetzung:

Lou Gramm – lead vocals, percussion
Mick Jones – guitar, keyboards, piano, background vocal
Rick Wills – bass, background vocals
Dennis Elliott – drums, vocals, background vocals


Gastmusiker:

Wally Badarou – analog synthesizer, digital synthesizer
Tom Bailey – vocals
Brian Eddolls – synthesizer
Larry Fast – synthesizer
Don Harper – vocals
Jennifer Holliday – vocals
Dave Lebolt – synthesizer
Ian Lloyd – vocals, background vocals
Bob Mayo – synthesizer, piano, background vocals
New Jersey Mass Choir of the GMWA
Mark Rivera – saxophone, background vocals
Jack Waldman – synthesizer


Label: Warner Brothers Records


Erscheinungsdatum: 1984


Stil: Adult Oriented Rock


Trackliste:

1. Tooth and Nail (3:56)
2. That Was Yesterday (3:49)
3. I Want To Know What Love Is (5:06)
4. Growing Up the Hard Way (4:14)
5. Reaction To Action (4:02)
6. Stranger In My Own House (5:05)
7. A Love In Vain (4:31)
8. Down On Love (4:12)
9. Two Different Worlds (4:32)
10. She's Too Tough (3:11)

Gesamtspieldauer: 42:37




Das fünfte Album der Mainstream Rocker von Foreigner erschien 1984 und wurde mit dem Titel „Agent Provocateur“ versehen. Auf dem Konzeptalbum geht es angeblich um einen Spion, der sowohl das äußere Leben von Personen, als auch deren Inneres sehen kann. Wenn man sich die einzelnen Titel durchsieht, merkt man allerdings schnell, dass sich hier Liebeslied an Liebeslied reiht.

Und damit wären wir gleich bei der Musik. Diese ist sowas von schmalzig bis schnulzig, dass einem immer wieder die Luft wegbleibt. Stellvertretend hierfür steht der größte Hit des Albums und einer der größten Charterfolge der Band überhaupt: „I Want To Know What Love Is“. Hier mal kurz der Refrain-Text: „I Want To Know What Love Is. I Want You To Show Me. I Want To Feel What Love Is. I Know You Can Show Me.” Und diese vier Sätze werden immer und immer wiederholt. Schmachtend, mit einem fetten Hintergrundchor und vielem „Oh Yeah“. Unglaublich.

Leider ist dies nicht der einzige Ausrutscher nach unten. Auch „That Was Yesterday“ ist so ein Pop-Rock-Lied, bei dem es trieft. Noch ein Beispiel gefällig? „Down On Love“ oder „A Love In Vain“, obwohl bei letzterem Titel wenigstens noch ein wenig der Rock-Ansatz zum Tragen kommt.

Allerdings, auch wenn es mal rockt, da ist trotzdem alles irgendwie glattgebügelt worden. Die Musik sollte wohl ganz schnell wirken und hauptsächlich eingängig sein. Und das sind sowohl die Schmalzstücke wie auch die rockigeren Tracks. Aber da ist eben die Langeweile, die sich nach dem Hören des Albums breit macht. War da was? Gab’s da was? Nein, leider nicht!

Fazit: Der Erfolg, den Foreigner mit diesem Album hatte, der sei ihnen gegönnt. Ich kann mit solcher Musik allerdings gar nichts mehr anfangen. Das ist deutlich zu sehr Mainstream, zu sehr auf den schnellen Erfolg getrimmt. Und genau dieser Umstand bewirkt, dass hier nichts mehr hängenbleiben kann – nur der Gedanke, dass sich auf dem Album jede Menge schmachtende Liebeslieder befinden. Eingängig waren die meisten Lieder auf „4“ auch, aber sie hatten auch was, was man bei den Titeln auf „Agent Provocateur“ vergeblich sucht: Eigenständigkeit und keinen 08/15-Brei. 05 Punkte.

Anspieltipps: Stranger In My Own House, She’s Too Tough





Donnerstag, 1. November 2012

Madonna – Like A Prayer




Madonna – Like A Prayer


Besetzung:

Madonna – vocals, background vocals, synthesizer


Gastmusiker:

Rev. Dave Boruff – brass
Stephen Bray – synthesizer
Luis Conte – percussion
Larry Corbett – cello
Andraé Crouch – choir
Andraé Crouch – choir
Sandra Crouch – tambourine
Paulinho Da Costa – percussion
Chuck Findley – brass
Bruce Gairsch – guitar
Dann Huff – guitar
Dick Hyde – brass
Randy Jackson – bass
Chester Kamen – guitar
Geary Lanier – clavinet
Patrick Leonard – clavinet, hammond organ, piano, synthesizer
Marcos Loya – guitar, background vocals
Steve Madaio – brass
Joseph Mayer – french horn
Jonathan Muffett – drums
Jeff Porcaro – drums, marimba
Guy Pratt – bass
Prince – vocals
John Roninson – drums
Richard Todd – french horn
David Williams – guitar
Jai Winding – synthesizer
Nadirah Ali – background vocals
Rose Banks – background vocals
Donna De Lory – background vocals
Lynne Fiddmont – background vocals
Nikki Harris – background vocals
Marilyn Martin – background vocals


Label: Warner Brothers Records Inc.


Erscheinungsdatum: 1989


Stil: Pop, Funk


Trackliste:

1. Like A Prayer (5:42)
2. Express Yourself (4:39)
3. Love Song (4:53)
4. Till Death Do Us Part (5:18)
5. Promise To Try (3:38)
6. Cherish (5:04)
7. Dear Jessie (4:21)
8. Oh Father (4:59)
9. Keep It Together (5:03)
10. Pray For Spanish Eyes (5:18)
11. Act Of Contrition (2:20)

Gesamtspieldauer: 51:14




Das vierte Album von Madonna erschien 1989 und wurde nach dem gleichnamigen Titel „Like A Prayer“ benannt. Deutlich ist auf der Platte ein Stilwechsel auszumachen. Diese Synthie-Pop-Klänge gehören zum größten Teil der Vergangenheit an. Madonna experimentiert mehr mit reinem Pop, Soul und Funk. Rockig klingt es überhaupt nicht – obwohl, ganz am Ende mal ganz, ganz kurz.
In diesen ersten Genres sollte man sich als Hörer auch wohlfühlen, wenn man mit dem Album etwas anfangen können will. Ich kann es nicht. Nach Disco klingt noch der Titelsong und „Express Yourself“, bei dem jetzt auch die Bläser ihren Auftritt haben. Da gibt es aber auch solche Stücke wie „Love Song“, soulig und funkig, ein Duett mit Prince, unbeschreiblich schlecht. Funkig bis poppig sind ebenfalls „Cherish“ und „Keep It Together“ – und leider auch unglaublich belanglos.

Dann haben wir da die ruhigeren Popnummern wie „Promise To Try“ und „Dear Jessie“, wobei letzteres Stück richtig gut gelungen ist. Schön melodiös und einige Spuren hinterlassend. Man hört jede Menge Streicher und eingängige Harmonien. Überaus orchestral beginnt dann „Oh Father“. Allerdings gleitet das Lied im weiteren Verlauf, der dann richtig poppig klingt, immer wieder ins allzu Seichte ab. Gut gelungen sind immer die Teile, in denen gerade nicht gesungen wird.

„Pray For Spanish Eyes“ ist eine ruhige Popnummer, in die wiederholt spanische Klänge einbettet werden. So hört man Kastagnetten und spanische Gitarren. Schließlich gibt es zum Abschluss noch das kurze „Act Of Contrition“. Was mit harten Gitarren beginnt, entwickelt sich zu einer Art Klangkollage, die dann aber wirklich auch kurz mal rockt.

Fazit: Einen Stilmix der besonderen Art gibt es auf „Like A Prayer“ zu hören. Wahrscheinlich wird jeder Hörer, egal von welcher musikalischen Seite er sich diesem Album auch nähert, Lieder haben, die ihm gut gefallen - genau wie andere, mit denen er nur ganz wenig anfangen kann. Die Platte ist sehr durchwachsen und kann nur an einigen wenigen Stellen wirklich überzeugen. In einem durchhören kann man sie auch nicht richtig, da der Stilmix einem dauernd aus irgendwelchen Stimmungen reißt – und sei das nur der Gedanke, wie grausam Musik manchmal sein kann. Fünf Punkte.

Anspieltipps: Like A Prayer, Promise To Try, Dear Jessie, Oh Father




Mittwoch, 31. Oktober 2012

The Byrds – Byrdmaniax




The Byrds – Byrdmaniax


Besetzung:

Roger McGuinn – guitar, vocals
Clarence White – guitar, vocals
Skip Battin – bass, vocals
Gene Parsons – drums, vocals


Gastmusiker:

Sneaky Pete Kleinow – pedal steel guitar
Larry Knechtel – organ, piano, keyboard
Terry Melcher – piano
Jim Seiter – percussion, tambourine
Byron Berline – violin
Paula Polena – horn and string arrangements


Label: Columbia Records


Erscheinungsdatum: 1971


Stil: Pop, Folk, Country, Gospel


Trackliste:

1. Glory, Glory (4:05)
2. Pale Blue (2:25)
3. I Trust (3:22)
4. Tunnel Of Love (5:02)
5. Citizen Kane (2:38)
6. I Wanna Grow Up To Be A Politician (2:06)
7. Absolute Happiness (2:41)
8. Green Apple Quick Step (1:52)
9. My Destiny (3:40)
10. Kathleen's Song (2:44)
11. Jamaica Say You Will (3:37)


Bonus Tracks:

12. Just Like A Woman (3:59)
13. Pale Blue (Alternate Version) (2:36)
14. Think I'm Gonna Feel Better (6:04)

Gesamtspieldauer: 46:51




„Byrdmaniax“ haben die Byrds ihr zehntes Album betitelt, welches 1971 veröffentlicht wurde. Und wieder einmal gibt es Neues von der Band zu berichten. Dieses Mal gab es zwar keine Umbesetzung innerhalb der Band, aber erneut haben sich die Mannen um Roger McGuinn verschiedenster Stile bedient, um das Album mit Leben zu erfüllen.

Und genau das ist es auch, was auf dem Album auffällt, ist der Stilmix aus ganz unterschiedlichen Genres der Musik. Hier ist so ziemlich alles vertreten. Pop, Soft-Rock, Rock, Folk, Country, Gospel und auch 20er Jahre Musik. Dazu gibt es immer wieder Hintergrundgesang und untermalende Orchestrierung.

Vielleicht krankt das Album allerdings aber auch genau an diesem Umstand. Man kommt irgendwie nicht rein. Das wirkt alles so zusammengestöpselt. Die einzelnen Titel sind okay, können bei Weitem aber nicht begeistern. Alles tröpfelt so dahin. Alles ist im Fluss und fließt und fließt und fließt einfach so vorbei.

Drei „Zugaben“ gibt es auf der remasterten Fassung der ursprünglichen Platte. Nun, diese Titel reihen sich ansatzlos in die oben besprochenen Lieder ein, egal, ob es sich dabei um eine andere Version oder ein neues Lied handelt. Ein Kaufgrund sind auch diese Nummern leider nicht.

Fazit: Es befinden sich keine Höhepunkte auf dem Album. Richtig schlecht ist auch nichts. Ein wenig scheint hier alles belanglos zu sein. Ich kann mir kaum vorstellen, dass es einen Menschen auf der Welt gibt der behauptet: „Byrdmaniax von den Byrds ist mein Lieblingsalbum von allen Platten dieser Welt". Nein, so einen Menschen wird es nicht geben. Bei mir bleibt auch nur diese unglaubliche Belanglosigkeit hängen. Fünf Punkte für „Byrdmaniax“.

Anspieltipps: Citizen Kane, Kathleen's Song




Sonntag, 28. Oktober 2012

Mike Oldfield – Ommadawn




Mike Oldfield – Ommadawn


Besetzung:

Mike Oldfield – harp, electric-, acoustic-, classical- and twelve-string guitars, acoustic and electric basses, mandolin, bodhran, buzouki, banjo, spinet, grand piano, electric organs, synthesizers, glockenspiel, assorted percussion, vocals


Gastmusiker:

Paddy Moloney – uillean pipes
Herbie – northumbrian bagpipes
Leslie Penning – recorders
Terry Oldfield – pan pipes
Pierre Moerlen – timpani
David Strange – cello
Don Blakeson – trumpet
Willliam Murray – percussion
Julian Hahula – african drums
Ernest Mothle – african drums
Lucky Ranku – african drums
Eddie Tatane – african drums
Clodagh Simmonds – vocals
Bridget St. John – vocals
Sally Oldfield – vocals
The Penrhos Kids – vocals
The Hereford City Band – brass
Leslie Penning – conduction


Label: Virgin Records


Erscheinungsdatum: 1975


Stil: Progressive Rock, Instrumentalmusik


Trackliste:

1. Ommadawn Part One (20:08)
2. Ommadawn Part Two (17:23)

Gesamtspieldauer: 37:30




Manchmal mag man einfach nur eintauchen. Eintauchen in Musik, sich berieseln und verzaubern lassen, sich entspannen und in andere Welten denken. Abschalten und genießen und träumen, ohne dabei zu schlafen. Und wenn einem danach ist, dann gibt es nichts besseres, als „Ommadawn“, das dritte Studioalbum Mike Oldfields einzulegen. „Ommadawn“ ist gälisch und bedeutet wohl so viel wie Narr beziehungsweise Dummkopf. Was dieser Titel allerdings mit der Musik des Albums gemein hat, das erschließt sich mir nicht ganz. Allerdings waren die Narren des Mittelalters oft auch sehr weise Männer und vielleicht ist es genau dieser Widerspruch, der Mike Oldfield dazu bewog, diesen Titel zu wählen.

Wie die beiden Vorgänger besteht „Ommadawn“ aus zwei Titeln, die ursprünglich je eine Plattenseite belegten. Die Musik ist erneut hauptsächlich instrumental gehalten, unterscheidet sich allerdings trotzdem deutlich von der der beiden Vorgänger. Die Weltmusik hat Einzug gehalten in die Kompositionen des Mike Oldfield. Neben den altbekannten und typischen Mike Oldfield Gitarren gibt es jetzt auch den Dudelsack, die Trompete, das Cello oder aber afrikanische Trommeln zu hören. Dazu greift Oldfield hier auch zum Stilmittel des lautmalerischen Gesangs, welches er auf späteren Alben noch häufiger einsetzen wird. Viele „Aaahs“ und „Ooohs“ schweben dem Hörer um die Ohren. Doch der differenziertere Gesang, der auf „Ommadawn Part One“ von einem Frauenchor anscheinend so rein lautmalerisch gesungen wird und klingt und in dem das Wort „Ommadawn“ immer wieder auftaucht, ist jedoch nicht sinnfrei, sondern ebenfalls gälisch und bedeutet in etwa: „Die Katze ist in der Küche und trinkt Milch und ich bin ein Narr und lache“. Man muss aber auch nicht immer alles verstehen.

Alle musikalischen Zutaten, die bereits auf den Vorgängeralben zu hören waren, die gibt es auch auf „Ommadawn“ zu genießen. So werden Lagen über Lagen an gleichen oder aber verschiedenen Instrumenten gelegt, sodass die Fülle des Klangs immer weiter und weiter anwächst. Alles entwickelt sich, es entstehen wunderschöne harmonische und melodiöse Klanggebilde, die langsam reifen und schließlich ineinander übergehen. Alles scheint sich im Fluss zu befinden und in dem Gedanken komponiert worden zu sein, schön klingen zu müssen. Und das tut es wahrlich. Die Musik auf „Ommadawn“ klingt wunderschön entspannt, unaufgeregt, ergreifend und tiefsinnig, wenn dies bei instrumentaler Musik auch nur schwer erhörbar ist – aber es ist erspürbar.

Abgeschlossen wird das Album mit einem eigenen Part in „Ommadawn Part Two“ der „On Horseback“ heißt. Jetzt wird es richtig folkloristisch. Und auch dieses Stück, was so gar nichts mit dem Rest der Platte zu tun haben scheint, ist eine eingängige Nummer, die einen würdigen Abschluss für dieses klasse Album darstellt.

Fazit: „Ommadawn“ ist so ein Album, für welches Kopfhörer erfunden wurden. Diese Musik muss man in aller Ruhe genießen. Auf „Ommadawn“ gibt es kaum schnellere oder lautere Stellen, alles scheint gemacht worden zu sein, um dem Hörer etwas Angenehmes zu bereiten. Und da gelingt Mike Oldfield mit diesem Werk auch. Sehr viel besser kann man das gar nicht machen. Vierzehn Punkte.

Anspieltipps: Alles




Samstag, 27. Oktober 2012

Golden Kanine – Scissors & Happiness




Golden Kanine – Scissors & Happiness


Besetzung:

Linus Lindvall – guitars, vocals, keyboards, drums & percussion, mandolin, programming, metallofon
Andreas Olrog – guitar, vocals, keyboards, drums & percussion, melodium, programming, metallofon
Dante Ekfeldt – bass, vocals, drums & percussion, beat boxing
Marcus Lundquist – trombone, screaming, drums & percussion, keyboards
Micke Sahlin – head of drums & percussion, programming


Gastmusiker:

Christine Owman – cello, vocals
Unni Zimmerdahl – trumpets
Matti Engdahl – head of programming


Label: Glitterhouse Records


Erscheinungsdatum: 2009


Stil: Independent Folk Rock


Trackliste:

1. A World To Save (2:28)
2. Came Down (3:38)
3. December (2:43)
4. God Almighty (6:07)
5. Scissors (2:38)
6. Cough (1:47)
7. Happiness (4:14)
8. Cut (3:56)
9. A Call To Arms (4:07)
10. Bones (4:47)
11. Lover Don't Start (2:07)

Gesamtspieldauer: 38:37




„Scissors & Happiness“ nannte die schwedische Band aus Helsingborg beziehungsweise Malmö 2009 ihr Debutalbum nach zwei auf der CD enthaltenen Titeln. Und die Musik von Golden Kanine, die auf dieser Platte zu hören ist, kann wahrlich begeistern. Folk Musik gemixt mit dem Independent Genre und das alles mit vielen Blasinstrumenten eingespielt, ist für das Ohr des Musikkonsumenten weder gewöhnlich noch alltäglich.

Der Musik von Golden Kanine auf „Scissors & Happiness“ haftet so eine gewisse Melancholie an, eine Art Traurigkeit, die ein wenig an dunkle Wintertage in Skandinavien erinnert. Jetzt kommen die fünf Jungs allerdings aus Südschweden und so viel dunkler ist es da im Winter auch nicht als zum Beispiel in Schleswig-Holstein. Trotzdem ist da diese düstere Stimmung, die so perfekt transportiert wird. Auf „Scissors & Happiness“ hört man Folk-Musik, die allerdings nichts mit der eines Bob Dylan zu tun hat. Independent Folk Musik angereichert mit Blechblasinstrumenten und immer wieder mal einem Streicherpart. Klasse und mitreißend gemacht.

Letzteres gilt vor allem für den Beginn der Platte. Die ersten vier Titel sind richtig tolle Musikstücke, die jedem Musikliebhaber, der auf Harmonien, etwas Ungewöhnlichkeit, viel Melodiösität und Gefühl steht, ein Strahlen in die Augen oder besser in die Ohren zaubern werden. Alles ist hier perfekt arrangiert und geht schon beim ersten Mal ins Ohr und verbleibt dort auch. Und dies alles verbunden mit einem sehr hohen Wiedererkennungswert, der zusätzlich durch die nicht alltägliche Instrumentierung hervorgerufen wird. Da gibt es die „normalen“ Rock-Instrumente wie Gitarre, Bass und Schlagzeug, welche in der Musik von Golden Kanine allerdings gleichberechtigt neben Mandoline, Banjo, Cello, Trompete oder Posaune stehen.

Die Stärken des Albums liegen ganz klar zu Beginn des Albums. Gegen Ende lässt die Qualität der Songs etwas nach, ohne, dass sie dabei schlecht wären. Nur eben dieses hohe Niveau kann nicht durchgängig gehalten werden.

Fazit: Ein klasse Debut der fünf Schweden. Wer amerikanischen Folk mal anders und durchaus interessanter und abwechslungsreicher hören möchte, der sollte hier ein Ohr riskieren. Die Musik ist sehr eingängig und auch wenn sie durchweg melancholisch und sentimental bis hin zu ein wenig traurig klingt, so bringt sie mich beim Hören doch zum Lächeln. Die ersten Stücke sind zwar besser gelungen als der Rest, trotzdem hat das Album elf Punkte verdient. Aber sowas von.

Anspieltipps: A World To Save, Came Down, December, God Almighty, A Call To Arms




Freitag, 26. Oktober 2012

Haindling – 7




Haindling – 7


Besetzung:

Hans-Jürgen Buchner – Gesang, Mandoline, Synthesizer, Tenor-, Alt- und Sopransaxophon, Glöckchen, Perkussion, Tenor-Horn, Flügelhorn, Orgelpfeife, Tabla, Afro-Trommel, Indianer-Trommel, Tamburin, Akkordeon, Konzertflügel, Sitar, Gong, Pferdeschellen, Antilopen-Horn, Kuh-Horn, Okarina, Bass-Klarinette, Ceylon-Trommel, Besen-Trommel, Flirr- und Klanghölzer, gestimmte Flaschen, Tuba, Pfiffe, Fingerbecken, Klangschale, Kreisel, Kinderrassel, Quietsch- Elefant, Teddy-Bär, Strings


Gastmusiker:

Ulrike Böglmüller – Stimme
Irene Buchner – Mädchenchor
Sylvia Biendl – Mädchenchor
Angela Holzapfel – Mädchenchor
Michael Braun – Antilopen-Horn
Roald Raschner – zusätzliche Arrangements und Keyboards
Matthias Ruckdäschel – zusätzliche Arrangements und Keyboards


Label: Polydor


Erscheinungsdatum: 1991


Stil: Popmusik mit Volksmusik- und Schlageranleihen


Trackliste:

1. Liebe (3:18)
2. Nix Dabei (2:47)
3. Ganz Weit Weg (3:21)
4. Sie Und Er (3:34)
5. Die Jungen Herrn (3:26)
6. Das Geheimnis (4:06)
7. Der König Kommt (7:24)
8. Pfeif Drauf (1:59)
9. Zwiefacher (2:20)
10. Wo Is Er Denn? (3:42)
11. Warum (1:55)
12. Hymne Privat (1:54)
13. 3 Klänge (1:43)
14. Bombengeschäft (0:43)




Kurz mit „7“ betitelte Hans Jürgen Buchner das sechste Album seiner „Band“ Haindling aus dem Jahr 1991. „7“ deshalb, weil hier auch die Live-Veröffentlichung „Meuterei“ von 1986 in die Gesamtzahl mit einfloss. Leider konnte auf diesem neuen Album jedoch nicht ganz die Qualität der Musik gehalten werden, die auf sämtlichen Vorläuferplatten zu hören war. Und das liegt nur zum einen daran, dass es Hans Jürgen Buchner dieses Mal nicht gelungen ist, diese tollen Melodien zu kreieren, die es sonst immer wieder auf den Alben von Haindling zu entdecken gibt.

Die Musik hat sich ein wenig mehr dem Deutschen Schlager angenähert. Das gilt zwar in keinster Weise für die Instrumentierung, Hans Jürgen Buchner spielt die Titel alle selber ein, aber die Texte, diese Texte gehen schon sehr stark in die Richtung leichte Unterhaltung – oder sollte man besser sagen „seichte“ Unterhaltung? Das beginnt gleich mit dem ersten Stück „Liebe“. „Liebe, Liebe, Liebe is des Schönste auf der Welt“ heißt es neben nanderen Banalitäten im Refrain. Diesen Spruch habe ich damals des Öfteren in der Deutschen Hitparade mit Dieter Thomas Heck gehört. Oder der Text zu „Sie und er“. Nein, da war Haindling schon kreativer. Dafür hat hier zumindest diese sanfte, leise Melodie etwas, eine Melodie, die bei „Liebe“ auch irgendwie überaus alltäglich klingt.

Nun, die meisten Titel können einen irgendwie nicht so richtig einfangen. Die Lieder laufen so dahin, ohne groß Spuren zu hinterlassen. Zwar gibt es auf „7“ ein fast schon experimentell zu bezeichnendes Stück wie „Der König Kommt“, mit sehr viel Rhythmus, auch mal schrägen Klängen und Wortakrobatik. Die Nummer hört man sich interessiert an, allerdings packt es einen nicht. Skurril wird es auch wieder – zumindest für alle Nicht-Bayern. „Nix Dabei“ steht hier stellvertretend für diese Seite des Hans Jürgen Buchners. Aber wieder gilt: Okay, aber muss man nicht immer wieder und wieder hören.

Jedoch es gibt auch die guten Stücke auf dem Album. „Pfeif Drauf“ ist eine schöne und nette Instrumentalnummer, ganz im Haindling-Stil, die auch als Titelmusik zu den „Rosenheim-Cops“ Verwendung findet. Oder das geniale Lied: „Wo Is Er Denn?“ Hier passt alles, der super witzige Text, die schöne Melodie und auch die ungewöhnliche Instrumentierung. Ein absoluter Höhepunkt – und dies ist nicht nur für das Album „7“ gemeint. Zu diesen Highlights auf der vorliegenden Platte zählt für mich auch das kurze „Warum“. Da hört man sie wieder diese schönen Harmonien, die Hans Jürgen Buchner immer wieder auf Platte presst. Der Text ist zwar hier auch eine Mischung aus erhobenem Zeigefinger und Liebeslied – aber sei’s drum.

Beendet wird das Album mit dem Titel „Bombengeschäft“. Keinem eigentlichen Lied mehr, sondern einer kurzen Ansprache Hans Jürgen Buchners über Waffengeschäfte. Dieses Mal aber nett gemacht, sodass man hier diesen erhobenen Zeigefinger vergeblich sucht. Und mit diesem kurzen Einschub, wird der Hörer dann entlassen.

Fazit: So richtig überzeugen kann mich „7“ nicht. Kein schlechtes Album, wahrlich nicht. Wenn dies allerdings meine erste Begegnung mit Haindling gewesen wäre, ich wäre mir nicht sicher, ob es noch weitere in Form von Plattenkäufen gegeben hätte. Die Musik fängt einen deutlich weniger ein, als noch auf den vorherigen Veröffentlichungen. Die Schlager-Stücke nerven und die schönen Melodien fehlen oft. Somit bleiben hier für mich, nein nicht sieben, sondern nur sechs Punkte – aber ist ja auch das sechste Studioalbum…

Anspieltipps: Pfeif Drauf, Wo Is Er Denn?, Warum



Donnerstag, 25. Oktober 2012

Alanis Morissette - Under Rug Swept




Alanis Morissette – Under Rug Swept


Besetzung:

Alanis Morissette – vocals, guitars, keyboards


Gastmusiker:

Nick Lashley – guitars
Joel Shearer – guitars guitars
Tim Thorney– guitars
Dean DeLeo – guitars (tracks 1 and 6)
Jamie Muhoberac – keyboards
Mark Stephens – keyboards
Richard Davis – keyboards
Carmen Rizzo – keyboards
Chris Chaney – bass
Tim Thorney– bass
Flea – bass (track 2)
Meshell Ndegeocello – bass (tracks 5 and 9)
Eric Avery – bass (track 6)
Chris Bruce – bass (track 3)
Gary Novak – drums and percussion
Mark Stephens – piano
Richard Causon – piano (track 7)
Carmen Rizzo – programming


Label: Warner Brother Records


Erscheinungsdatum: 2002


Stil: Pop, Rock


Trackliste:

1. 21 Things I Want In A Lover (3:28)
2. Narcissus (3:38)
3. Hands Clean (4:31)
4. Flinch (6:03)
5. So Unsexy (5:09)
6. Precious Illusions (4:11)
7. That Particular Time (4:22)
8. A Man (4:34)
9. You Owe Me Nothing in Return (4:58)
10. Surrendering (4:36)
11. Utopia (4:58)

Gesamtspieldauer: 50:29




 Im Jahr 2002 erschien unter dem Titel „Under Rug Swept" Alanis Morissettes fünftes Album. „Unter den Teppich gefegt“ wird hier allerdings nichts, wie einem der Titel der Platte zu verstehen geben will. Vielmehr gibt es auf dem Album jede Menge Rock zu hören. Und dieser Rock ist in jeder Hinsicht eingängig. Da gibt es nichts wegzudrücken oder zu überspringen. Alle Titel wirken.

Somit hört man auf „Under Rug Swept“ Musik, die man immer und überall anhören kann. Sei dies beim Autofahren, Joggen, auf dem Sofa oder aber auch einfach nur so nebenbei. Neben den rockigeren Titeln wie „21 Things I Want In A Lover“ oder „Narcissus“ gibt es aber auch die deutlich ruhigeren Nummern wie „Flinch“ und „That Particular Time“ - der Rest liegt irgendwo mittendrin im Niemandsland zwischen diesen beiden Polen.

Die Höhepunkte liegen in den drei unter „Anspieltipps“ angegebenen Titeln, die durchaus auch ein wenig länger hängenbleiben. Aber das sind leider die Ausnahmen. Ansonsten liegt der Wiedererkennungswert der Lieder letztlich in der Stimme Alanis Morissettes. Die Nummern sind alle ganz „nett“, beschäftigen einen aber kaum über ihre Dauer hinaus. Die Texte sind gut geschrieben und entbehren manches Mal auch nicht eines gewissen Witzes. Da sie aber fast ausnahmslos das Thema „Liebe“ behandeln, wirkt das auf die Dauer auch ein wenig ermüdend und langweilig.

Fazit: Kein schlechtes Album hat die Kanadierin Alanis Morissette da vorgelegt. Aber all das, was bereits auf den Vorgänger zutraf, das trifft auch auf diese Veröffentlichung zu. Es fehlen hier die Ecken und Kanten, das Besondere, diese tollen Songs, die auch deutlich länger hängenbleiben. Und wenn man diese doch entdeckt, dann sind sie leider deutlich in der Unterzahl verglichen mit der viel häufiger vorhandenen „Hausmannskost“. Acht Punkte.

Anspieltipps: Hands Clean, A Man, Utopia




Mittwoch, 24. Oktober 2012

Foreigner - 4




Foreigner – 4


Besetzung:

Lou Gramm – lead vocals, percussion
Mick Jones – guitar, keyboards, piano, background vocal
Rick Wills – bass, background vocals
Dennis Elliott – drums, vocals, background vocals


Gastmusiker:

Hugh McCracken – slide guitar track 9
Thomas Dolby – main synthesizers
Larry Fast – sequential synthesizer tracks 2, 3 & 10
Michael Fonfara – keyboard tracks 6 & 9
Bob Mayo – keyboard track 4
Mark Rivera – saxophone tracks 3 & 6 (except solo), background vocals
Junior Walker – saxophone solo track 6
Ian Lloyd – background vocals
Robert John "Mutt" Lange – background vocals


Label: Warner Brothers Records


Erscheinungsdatum: 1981


Stil: Adult Oriented Rock


Trackliste:

1. Night Life (3:52)
2. Juke Box Hero (4:20)
3. Break It Up (4:13)
4. Waiting For A Girl Like You (4:53)
5. Luanne (3:28)
6. Urgent (4:32)
7. I'm Gonna Win (4:53)
8. Woman In Black (4:46)
9. Girl On The Moon (3:53)
10. Don't Let Go (3:51)

Gesamtspieldauer: 42:41




Ganz kurz mit „4“ wurde das vierte Album der amerikanischen AOR-Band Foreigner benannt, welches ursprünglich „Silent Partners“ heißen sollte und auch mit einem anderen Cover vorgesehen war. Zuerst war dort nämlich ein junger Mann im Bett zu sehen, was der Band allerdings „zu homosexuell“ erschien und man entschied sich für einen anderen Entwurf. Ian McDonald und Al Greenwood hatten die Band nach dem letzten Album „Head Games“ verlassen und somit zeichneten sich nun auf „4“ lediglich Mick Jones und Lou Gramm für das Songwriting aus. Interessant dabei auch, dass der junge Thomas Dolby, der kurze Zeit später mit völlig anderer Musik eine Solokarriere startete, hier die meisten Keyboardparts einspielte.

Musikalisch gesehen gibt es auf „4“ Adult Oriented Rock zu hören. Und dieser ist hier überaus eingängig und Foreigner waren mit dieser Art der Musik auch charttechnisch äußerst erfolgreich. Das Album beinhaltet einige Single Hits, die damals, Anfang der 80er Jahre, im Radio rauf- und runterliefen und auch heute noch in vielen Rockradios fester Bestandteil der Playlisten sind. „Juke Box Hero“, „Waiting For A Girl Like You“, „Urgent“, “Break It Up” oder auch „Luanne“ waren alle mehr oder etwas weniger erfolgreiche Single-Auskopplungen in den Hitparaden der westlichen Länder. Und so ganz entziehen kann man sich dieser Musik auch nicht, denn sie ist wirklich eingängig komponiert. Auf den amerikanischen Markt abzielend wurde hier Musik geschrieben, die überaus einprägsam und rockig ist und zum Mitwippen animiert.

Klar sind die Titel weder besonders komplex noch überaus innovativ, aber dieser gewisse Wiedererkennungswert ist ihnen nicht abzusprechen. Die Texte handeln überwiegend von der Liebe und durchstoßen die durchschnittliche Qualität des gesungenen Wortes deutlich in südlicher Richtung, aber hier besonders geistreich zu sein, dies war auch sicherlich nicht der Ansatz der Band. Rockende und eingängige Titel sollten auf dem Album zu hören sein und dieses Ziel wurde erfolgreich erreicht.

Die Schmalzstücke, die auf späteren Platten noch deutlich an Anzahl zunehmen sollten, halten sich auf „4“ noch deutlich in Grenzen („Waiting For A Girl Like You“), sodass hier wirklich noch der Rock überwiegt, der im Vordergrund steht, ohne dabei die Schwelle zum Hard Rock so richtig zu überschreiten.

Fazit: Wer auf eingängige und unkomplizierte Rock-Musik steht, der kann mit diesem Album von Foreigner nicht viel falsch machen. Es beinhaltet einige Titel, die sofort ins Ohr gehen und dort auch länger hängenbleiben. Musik, die man im Auto hören kann, beim Kochen, beim Joggen, die aber durchaus auch im Hintergrund laufen kann. Und wenn die 80er Party läuft, dann darf „Urgent“ natürlich auch nicht fehlen. Soweit so gut. Man könnte allerdings auch sagen, dies sei Musik, die so etwas von oberflächlich ist, dass man das zwar mal hören kann, es einen allerdings nicht weiter großartig beschäftigt. Nun, die Wahrheit liegt wohl irgendwo in der Mitte. Foreigner haben hier Mainstream oder eben Adult Oriented Rock geschaffen, der richtiggehend beispielhaft für ein ganzes Genre ist. Und mitunter kann das sogar auch mal ganz nett sein. Neun Punkte.

Anspieltipps: Juke Box Hero, Urgent, Girl On The Moon




Dienstag, 23. Oktober 2012

Triumvirat - Mediterranean Tales




Triumvirat –Mediterranean Tales


Besetzung:

Hans Pape – bass, vocals
Hans Bathelt – drums, percussion
Jürgen Fritz – organ, electric piano, piano, synthesizer, percussion, vocals


Label: EMI / Harvest


Erscheinungsdatum: 1972


Stil: Progessive Rock


Trackliste:

1. Across The Waters (16:37)
2. Eleven Kids (6:09)
3. E Minor 5/9 Minor /5 (8:04)
4. Broken Mirror (7:21)


Bonus Tracks:

5. Be Home For Tea (3:39)
6. Broken Mirror (3:24)
7. Ride In The Night (4:28)
8. Sing Me A Song (4:38)

Gesamtspieldauer: 54:19




„Mediterranean Tales“, das erste Album der Kölner Progressive Rockband aus dem Jahr 1972, ist zweifelsohne eines jener Alben, denen man reichlich Zeit einräumen sollte, um es wachsen und sich entwickeln zu lassen. Nur den wenigsten Hörern wird sich diese Platte bereits beim ersten Hören erschließen.

Was allerdings sofort deutlich zu Tage tritt, ist die Nähe der deutschen Band zu den Briten von Emerson, Lake und Palmer. Das wiederum liegt einzig und allein am Orgel- und Keyboardspiel des Jürgen Fritz. In unglaublicher Geschwindigkeit und mit allerlei Tempowechseln entlockt er seinen Instrumenten Töne und Melodien, die sehr an sein offensichtliches musikalisches Vorbild erinnern. Dabei wirken die Parts mitunter auch sehr verfahren und gehetzt, sodass man dem Ganzen nicht immer uneingeschränkt genießerisch folgen kann. Wer allerdings sehr auf die eher abgefahrenen Stellen in der Musik steht, die sich manches Mal sogar dem Free Jazz ein wenig annähern, der findet hier ab und an auch seine Erfüllung.

So wechseln sich beim über sechszehn Minuten langem „Across The Waters“ genau diese Parts, mit dann wieder sehr harmonischen und melodiösen Abschnitten ab. Dabei sind es vor allem die Gesangsparts, die hier für die eher „entspannten“ Klänge sorgen. Erwähnenswert dabei ist auch der Background-Gesang in einem dieser Parts. Dieser hört sich nämlich wie eine Mischung aus Ian Gillan und den Bee Gees an. Sehr gewöhnungsbedürftig. Hat man sich allerdings damit mal arrangiert, zaubert dieser Abschnitt einem beim Hören immer ein leichtes Lächeln um die Lippen. Das klingt schon recht komisch, was sich die drei Musiker damals wohl dabei gedacht haben?

Gar nicht mehr lustig wird bezüglich des Gesangs wird es dann allerdings beim nächsten Stück „Eleven Kids“. Der klingt hier nur noch nervig, gestelzt und schlecht. Ein ganz netter, aber kurzer Orgellauf ist bei dieser Nummer das Einzige, was wenigstens ein wenig angenehm in Erinnerung bleibt. Nur unwesentlich besser wird es bei E Minor 5/9 Minor /5“. Auch hier steht hauptsächlich das Orgel- beziehungsweise Keyboardspiel des Jürgen Fritz im Vordergrund. Packen kann einen die Nummer aber immer nur abschnittsweise. Mitunter wirkt das Ganze einfach zu konstruiert und auf irgendeine Art kalt.

„Broken Mirror“ startet mit einem schönen Piano Solo und klingt dann im weiteren Verlauf wieder sehr nach Emerson, Lake and Palmer. Zumindest, bis der Gesang einsetzt. Dann wird es richtig schlimm, bis, ja bis sich die Stimmung des Gesangs drastisch verändert. Plötzlich meint man die Beatles zu hören – und das liegt jetzt an der Musik und der Stimme. Nicht schlecht dieser Wechsel.

Vier, im Vergleich zu den ursprünglichen Stücken, kurze Zugaben gibt es auf der remasterten CD zu hören. Bei den ersten Beiden handelt es sich dabei um kurze Auszüge der Stücke eins und vier. „Ride In The Night“ ist ein Rocker und „Sing Me A Song“ ein fast ebenso langes Pop-Lied, welches ganz nett anzuhören ist und in seiner Machart auch von Barclay James Harvest sein könnte.

Fazit: So richtig überzeugen kann dieses Debut der Kölner Band noch nicht. Alles wirkt hier noch ein wenig unausgegoren und viel zu oft an Emerson, Lake and Palmer angelegt. Triumvirat sind immer dann gut, wenn sie eigenständig klingen. Das klappt hier leider nur phasenweise. Und dann ist da noch die Sache mit der Eingängigkeit. Nein, eingängig ist das Album nicht, die Platte muss man sich erhören, dann, erst dann zeigt sie auch ihre schönen Seiten. Mir ist das Ganze sieben Punkte wert.

Anspieltipps: Across The Waters, Broken Mirror, Sing Me A Song




Montag, 22. Oktober 2012

Kraftwerk – Ralf & Florian




Kaftwerk – Ralf & Florian


Besetzung:

Ralf Hütter – Keyboards, Schlagzeug, Streich- und Windinstrumente, Elektronisches, Gesang
Florian Schneider – Keyboards, Schlagzeug, Streich- und Windinstrumente, Elektronisches, Gesang


Label: Philips


Erscheinungsdatum: September 1973


Stil: Elektronische Musik


Trackliste:

1. Elektrisches Roulette (4:23)
2. Tongebirge (2:52)
3. Kristallo (6:18)
4. Heimatklänge (3:44)
5. Tanzmusik (6:37)
6. Ananas Symphonie (13:54)

Gesamtspieldauer: 37:48




Das dritte Werk von Kraftwerk aus dem Jahr 1973 wurde von den beiden Musikern nach ihnen selbst benannt: Ralf & Florian. Und es hat sich stilistisch eine ganze Menge getan, zu den beiden Vorgängern. Die Zeit der Experimente schien für die beiden Musiker der Vergangenheit anzugehören, jetzt hatten die Stücke bereits eine richtige Liedstruktur und waren auch durchweg als Musik zu erkennen. Experimental hört sich alles nur noch am Rande an, Kraftwerk bewegt sich hier schon sehr auf dem Terrain der elektronischen Musik.

Für elektronische Musik steht auch sogleich der Opener, der sogar mit einem Schlagzeug eingespielt wurde, für dessen Umsetzung sich sowohl Ralf Hütter wie auch Florian Schneider verantwortlich zeigten. Das Stück hat eine Melodie mit Wiedererkennungswert und verdeutlicht sogleich den Unterschied zu den beiden vorausgegangenen Platten.

„Tongebirge“ ist dann eine ganz „sphärische“ Angelegenheit. Die Querflöte steht im Vordergrund des Stücks und alles klingt und hallt und wirkt irgendwie. Dieses Lied steht dem Label „Experimentalmusik“ wohl noch am nähesten auf der Platte, ist es aber nicht mehr wirklich. Ähnlich schwebend, allerdings deutlich ruhiger und zurückhaltender gebiert sich Titel Nummer 4, „Heimatklänge“. Hier erzeugt Kraftwerk mit dem Piano und der Querflöte ein Klangkonstrukt, welches zwar keine richtige Melodie aufweist, jedoch von seiner Atmosphäre lebt und damit durchaus zu überzeugen weiß.

„Kristallo“ ist elektronische Musik par excellence. Hier wabert und blubbert es zu spinettartigen Keyboardsounds. Zunächst wirkt das Ganze auch ein wenig unstrukturiert, entfaltet im weiteren Verlauf jedoch eine Art „musikalische Logik“, die schließlich in der letzten Minute des Stücks in einer Art fröhlichen Rausch mündet.

„Fröhlich“ ist auch eine gute Umschreibung für den Titel „Tanzmusik“. Man hört hier wieder die Rhythmusmaschine, die erstmals auf Kraftwerk 2 ihren Einsatz fand und dazu werden helle und klare elektronische Klänge kredenzt. „Tanzmusik“ hört sich sogar melodiös an, ob man darauf tanzen kann, weiß ich allerdings nicht. Die Musik ist jedoch so repetitiv, dass sie durchaus dazu geeignet wäre, sich damit in Trance zu hören. Und vielleicht gelingt einem das sogar noch einen Tick schneller, wenn man sich dazu im Kreis bewegt. Möglich wäre es.

„Ananas Symphonie“ heißt das längste und letzte Stück der Platte. Und tatsächlich, hier hört man zum ersten Mal diese, für spätere Alben der Band typische Computerstimme. Dreimal wird, ziemlich am Anfang der Nummer, dessen Titel wiedergegeben. Ansonsten hört man hier Klänge, die durchaus mal an ein „Aloha“ erinnern. Auch ein elektronisches Rauschen ist immer wieder mal zu vernehmen, welches die Meeresbrandung imitiert. Ansonsten ist das Stück zunächst hauptsächlich sphärischer Natur. Etwas geerdeter wird es im zweiten Teil, hausiert hier allerdings auch eher minimalistisch mit einer Melodie, sodass das ganze Lied am Ende ein wenig zu lang geraten wirkt.

Fazit: Kraftwerk haben sich auf „Ralf & Florian“ noch ein Stückchen weiter in die Richtung entwickelt, für die sie ab dem nächsten Album weltweit stellvertretend stehen sollten. Doch unterscheidet sich der Sound auf „Ralf & Florian“ doch noch sehr von den Nachfolgern – aber auch von den Vorgängern. Für Komplettisten ganz sicher ein „Must Have“. Ist man als Musikhörer allerdings von den ersten beiden Alben überzeugt, kann man mit „Ralf & Florian“ garantiert mehr anfangen, als Freunde der späteren Phase der Band. Neun Punkte.

Anspieltipps: Elektrisches Roulette, Heimatklänge, Tanzmusik