Big Big Train – The Underfall Yard Besetzung: David Longdon – lead vocals, flute, mandolin, dulcimer, organ, glockenspiel, tambourine, keyboards Andy Poole – bass, keyboards, vocals Greg Spawton – guitars, keyboards, bass, vocals Gastmusiker: Nick D'Virgilio – drums, vocals Dave Gregory – guitars, sitar, ebow, mellotron John Foyle – cello Rich Evans – cornet John Truscott – tuba Nick Stones – french horn Dave Desmond – trombone Jem Godfrey – synthesizer solo "The Underfall Yard" Francis Dunnery – guitars "The Underfall Yard" Label: English Electric Recordings Erscheinungsdatum: 2009 Stil: RetroProg, Progressive Rock Trackliste: 1. Evening Star (4:52) 2. Master James Of St. George (6:18) 3. Victorian Brickwork (12:32) 4. Last Train (6:27) 5. Winchester Diver (7:30) 6. The Underfall Yard (22:53) Gesamtspieldauer: 1:00:37
„The Underfall Yard“ heißt das sechste Studioalbum der englischen Progressive Rock Band Big Big Train. Es ist die erste Scheibe, auf der David Longdon als Sänger mitwirkt. Der bisherige Sänger Sean Filkins hatte Big Big Train nach dem letzten Album „The Difference Machine“ verlassen. „The Underfall Yard“ erschien am 15. Dezember des Jahres 2009 und wurde auf dem Plattenlabel English Electric Recordings veröffentlicht.
Das Album besteht aus insgesamt sechs Liedern. Das Eröffnungsstück, „Evening Star“, ist eine Instrumentalnummer, die restlichen Lieder beinhalten auch Test und damit Gesang. Das Album hört sich sehr melancholisch, sentimental und an manchen Stellen fast schon majestätisch an. Alles auf „The Underfall Yard“ klingt voll und rund. Inhaltlich nehmen die Lieder „Master James Of St. George“ sowie „Victorian Brickwork“ Bezug auf Greg Spawtons Vater, der während der Entstehung der Platte verstorben ist. „Last Train“ ist ein Lied über den letzten Stationsvorstand des Bahnhofs Hurn, Mr. Delian. Das Lied beschreibt Mr. Delias letzten Tag, als der letzte Zug den Bahnhof im Jahr 1935 verlassen hat. „Winchester Diver“ handelt vom Taucher William Walker, der Anfang der 1900er Jahre unterhalb des gefluteten Fundaments der Winchester Cathedral arbeitete und unter Einsatz seines Lebens diese vor dem Einsturz rettete, während über Tage das Leben seinen ganz normalen Gang weiterging. Das 23-minütige Titellied, „The Underfall Yard“, beschäftigt sich schließlich mit dem Ingenieur Isambard Kingdom Brunel und den großen Ingenieuren allgemein im viktorianischen Zeitalter.
Die Musik wirkt perfekt auf diese textlichen Inhalte abgestimmt. Es werden Streicher und Bläser ganz dezent und immer sehr passend eingesetzt. Alles klingt durchgängig melodiös und man kann förmlich in die Geschichten eintauchen, sie inhaltlich und musikalisch nachvollziehen. Das macht richtig Spaß. Nicht alles auf „The Underfall Yard“ ist dabei gleich beim ersten Mal des Hörens eingängig, die Musik wächst jedoch sehr stark, mit jedem weiteren Durchlauf. Natürlich haben Big Big Train die progressive Musik hier nicht neu erfunden, an vielen Stellen fühlt man sich an die frühen Genesis oder frühen Yes erinnert. Allerdings immer nur hauchzart, sodass das Album zwar wie eine kleine Reminiszenz, jedoch keinesfalls wie eine Kopie dieser beiden Bands klingt. Dazu gesellt sich noch der Umstand, dass die Stimme des neuen Sängers David Longdon durchaus Ähnlichkeiten mit der von Peter Gabriel hat. Und ist es Zufall, dass er ebenfalls unter anderem auch die Querflöte ab und an sehr dezent auf „The Underfall Yard“ einsetzt?
Eine kurze Anmerkung noch zu den Bläserarrangements auf diesem Album. Diese klingen wirklich genial. Sie machen die Musik von Big Big Train hier zu etwas Besonderem und wecken Erinnerungen an Weihnachten, obwohl das Album keineswegs nach Weihnachten klingt. Die Musik klingt an diesen Stellen äußerst warm und wärmend. Sehr gelungen. Das „sehr gelungen“ ist übrigens auch auf die mehrstimmigen Gesangspassagen, die David Langdon arrangierte, übertragbar. Diese passen perfekt zu dem Gesamteindruck des Albums.
Fazit: Big Big Train zeigen auf „The Underfall Yard“ wie genial Progressive Rock auch im 21. Jahrhundert noch klingen kann. Die Musiker erzählen ihre Geschichten und untermalen sie entsprechend mit ihrer Musik. Alles auf diesem Album klingt eingängig, melodiös und auch spannend. Viele Kleinigkeiten in Form von Streicher-, Bläser- oder Gesangs-Arrangements lassen „The Underfall Yard“ noch ein weiteres Stück wachsen. Eine gewisse Ähnlichkeit, vor allen Dingen zu Genesis in deren Anfangsjahren ist gegeben, stört allerdings überhaupt nicht, da hier nichts abgekupfert wird. Von daher dürfte „The Underfall Yard“ gerade bei Genesis-Fans großen Anklang finden. Zwölf Punkte.
Various Artists – Black & White Blues – The Little Red Rooster Besetzung: Keine weiteren Angaben Gastmusiker: Keine weiteren Angaben Label: Teldec Erscheinungsdatum: 1981 Stil: Blues Trackliste: Seite 1: 1. Little Red Rooster – Howlin’ Wolf (1971) (1:58) 2. Mean Old World – Cuck Berry (1972) (5:58) 3. Pretty Girls Everywhere – Otis Spann (1964) (2:49) 4. Dust My Broom – Elmore James (1953) (3:00) 5. Cops & Robbers – Bo Diddley (1956) (3:26) 6. I Don’t Know – Willie Mabon (1960) (3:06) 7. Third Degree – Eddie Boyd (1958) (3:08) Seite 2: 1. Got My Mojo Working - Part 1 (live) – Muddy Waters (1969) (3:39) 2. Hey Boogie – John Lee Hooker (1959) (2:59) 3. Hi-Heel Sneakers – Tommy Tucker (1962) (2:47) 4. Don’t Start Me To Talking – Sonny Boy Williamson (1955) (2:33) 5. I Can’t Stop – Otis Rush (1958) (2:13) 6. My Babe – Little Walter (1955) (2:36) 7. By Myself – Big Bill Broonzy, Washboard Sam (1958) (3:00) 8. The Red Rooster – Howlin‘ Wolf (1971) (3:47) Seite 3: 1. Hoochie Coochie Man – Alexis Korner’s Blues Incorporated (1962) (3:02) 2. All Your Love – John Mayall’s Bluesbreakers (1966) (3:32) 3. See See Rider – Eric Burdon & The Animals (1966) (3:55) 4. (I’m Gonna Move To The) Outskirts Of Town – Rod Stewart (1964) (2:55) 5. She’s Lookin‘ Good – Canned Heat (1978) (3:13) 6. Born Under A Bad Sign – Peter Green (19801) (2:53) 7. Standing At The Crossroads – Ten Years After (1972) (4:00) Seite 4: 1. Sure ‘Nuff ‘N Yes, I Do – Captain Beefheart & His Magic Band (1966) (2:10) 2. Ramblin‘ On My Mind – Eric Clapton (1966) (3:06) 3. Don’t Turn Me From Your Door – Savoy Brown (1969) (5:04) 4. Leavin‘ Blues – Johnny Winter (1969) (2:48) 5. Yo-Yo-Woman – Das Dritte Ohr (1981) (4:42) 6. Baby Please Don’t Go – Them (1966) (2:39) 7. Litte Red Rooster – The Rolling Stones (1965) (3:01) Gesamtspieldauer: 1:33:59
Eine ziemlich umfangreiche Übersicht über den Blues in der Zeit von 1953 bis 1981 erhält man mit dem Kompilationsalbum „Black & White Blues – The Little Red Rooster“. Dieses wurde im Jahr 1981 auf dem Plattenlabel Teldec veröffentlicht. Das Doppelalbum ist dabei so aufgeteilt, dass die erste LP die Blues Musik der Schwarzen wiedergibt, während auf der zweiten LP die weißen Musiker zu hören sind.
Man kann mit diesem Album definitiv nur etwas anfangen, wenn man ein Blues Fan ist, denn außer Blues gibt es hier absolut nichts zu hören, genau das ist allerdings auch das Anliegen dieser Scheibe. Eine Gegenüberstellung der unterschiedlichen Herangehensweisen an dieses musikalische Genre. An vielen Stellen scheinen da die schwarzen Musiker verspielter zu sein, während sich der Blues der weißen Musiker – nicht immer, aber häufig – stringenter anhört. Überraschenderweise ist das inhaltliche Thema dieser Musik, egal wann die Lieder entstanden sind und wer sie komponiert hat, meist die Liebe und der Liebesschmerz. Gerade mit dem Thema der unerfüllten Liebe klingt der Blues dabei natürlich so wundervoll leidend. Ansonsten gibt es in diesem musikalischen Genre einfach kaum sozialkritische Texte und schon gar keine, die einfach Geschichten erzählen.
Höhepunkte aus „Black & White Blues – The Little Red Rooster“ herauszuheben scheint einigermaßen schwierig, da sich Blues einfach unfassbar gleich anhört. Kaum ein musikalisches Genre hat in dieser ursprünglichen Ausprägung so wenige Variationsmöglichkeiten zu bieten. Vielleicht sind es allerdings auch nur meine Blues-unerfahrenen Ohren, die mir diesen Umstand suggerieren und in Wirklichkeit ist das alles unfassbar abwechslungsreich. Das würde auch ein wenig erklären, warum mich diese Musik so überhaupt nicht packt, ich sie sogar über alle Maßen langweilig finde. Aber da bin ich wohl die große Ausnahme unter den Rockhörern. Dieses Album wird im Moment für sehr teures Geld im Internet gehandelt, Blues Fans scheinen hier definitiv auf ihre Kosten zu kommen.
Fazit: Man kann im Blues schwelgen, hört man „Black & White Blues – The Little Red Rooster“. Kleine Unterschiede gibt es dabei, ob die Lieder von schwarzen oder weißen Musikern eingespielt wurden – allerdings keine großen. Kompositorisch sind die Unterschiede einfach nicht allzu groß geraten. Man erhält eine sehr schöne Übersicht über die Entwicklung des Blues in den Jahren von 1953 bis 1981, wobei es da kaum eine Entwicklung zu geben scheint. Aber es kann durchaus ich sein, der nur diese Musik nicht adäquat und objektiv beurteilen kann und sie einfach nicht versteht. Mich langweilt das Ganze leider unfassbar. Aber bewerten? Nein, bewerten mag ich diese Platte auch nicht. Dazu fehlt mir einfach der Zugang dazu. Ohne Bewertung
The Who – Join Together Besetzung: Roger Daltrey – lead vocals, tambourine, harmonica, acoustic guitar, rhythm guitar Pete Townshend – lead guitar, acoustic guitar, rhythm guitar, lead and backing vocals John Entwistle – bass, backing and lead vocals Gastmusiker: Simon Phillips – drums Steve "Boltz" Bolton – rhythm and lead guitar John Bundrick – keyboards Billy Nicholls – backing vocals, musical director Cleveland Watkiss – backing vocals Chyna Gordon – backing vocals Jody Linscott – percussion Simon Clarke – brass Simon Gardner – brass Roddy Lorimer – brass Tim Saunders – brass Neil Sidwell – brass Label: Virgin Records Erscheinungsdatum: 1990 Stil: Rock Trackliste: Seite 1: 1. Overture / It's A Boy (5:26) 2. 1921 (2:52) 3. Amazing Journey (3:07) 4. Sparks (4:36) 5. The Hawker (Eyesight To The Blind) (2:18) 6. Christmas (4:25) Seite 2: 1. Cousin Kevin (3:56) 2. The Acid Queen (3:44) 3. Pinball Wizard (4:21) 4. Do You Think It's Alright? (0:23) 5. Fiddle About (1:39) 6. There's A Doctor (0:21) 7. Go To The Mirror! (3:22) 8. Smash The Mirror (1:09) Seite 3: 1. Tommy, Can You Hear Me? (0:58) 2. I'm Free (2:09) 3. Miracle Cure (0:25) 4. Sally Simpson (4:18) 5. Sensation (2:22) 6. Tommy's Holiday Camp (0:58) 7. We're Not Gonna Take It (8:44) Seite 4: 1. Eminence Front (5:53) 2. Face The Face (6:15) 3. Dig (3:46) 4. I Can See For Miles (3:43) 5. A Little Is Enough (5:06) Seite 5: 1. 5:15 (5:48) 2. Love Reign O'er Me (6:49) 3. Trick Of The Light (4:49) 4. Rough Boys (4:44) Seite 6: 1. Join Together (5:15) 2. You Better You Bet (5:40) 3. Behind Blue Eyes (3:38) 4. Won't Get Fooled Again (9:30) Gesamtspieldauer: 130:44
„Join Together“ ist eine Zusammenstellung von Live-Aufnahmen, die während The Who’s 25th Anniversary Nordamerika-Tour im Jahr 1989 entstanden. Damit ist dieses Album nach „Live At Leeds“ und „Who’s Last“ die dritte Live-Veröffentlichung der Band, die es jedoch eigentlich gar nicht mehr geben dürfte, denn nach „Who’s Last“ sollte endgültig Schluss sein mit The Who. Im Jahr 1990 erschien das Album, welches ursprünglich aus drei LPs bestand, in Europa auf dem Musiklabel Virgin Records, wohingegen die LP-Box in den USA auf MCA veröffentlicht worden war. Später wurde „Join Together“ auch als Doppel-CD wiederveröffentlicht. Die meisten Aufnahmen entstammen den Konzerten in der Radio City Music Hall, New York und dem Universal Amphitheater, Los Angeles. Das Album ist Keith Moon gewidmet und man kann nur dankbar sein, dass es sich Pete Townshend, John Entwistle und Roger Daltrey noch mal überlegten und doch wieder zusammenfanden und veröffentlichten, denn „Join Together“ lohnt sich.
Auf den ersten drei LP-Seiten bekommt man fast vollständig das Album „Tommy“ zu hören. Lediglich die Nummern „Underture“ und „Welcome“ fehlen hier und einige wenige Titel wurden für die Live-Einspielung umgestellt. Die Plattenseiten vier bis sechs beinhalten dann sowohl The Who Titel verschiedener Karriere-Abschnitte der Band sowie vier Solo-Nummern von Pete Townshend („Face The Face“, „Dig“, „A Little Is Enough“ und „Rough Boys“). Auch die Zusammenstellung der The Who Nummern, die dieses Mal die 60er Jahre ausspart und die 70er und 80er Jahre Lieder aufleben lässt, ist sehr gelungen. The Who spielen „Eminence Front“ vom Album „It’s Hard“ und natürlich auch solch „Hits“ wie „Love Reign O'er Me“, „Behind Blue Eyes“ oder „Won't Get Fooled Again“ und noch jede Menge hörenswerte Titel mehr.
Der Sound des Albums ist wahrlich gelungen, klingt klar und unverwaschen. Die Band hat Spaß an dem, was sie gerade spielt, das hört und spürt man in jedem Takt, mit jedem Akkord. Auch die Arrangements mit einer Brass-Abteilung weiß zu überzeugen. Und so klingt die Musik von The Who auf „Join Together“ wahrlich mitreißend und ist ein sehr gelungenes Dokument über das Schaffen der Band, nachdem sie sich vom Pop der 60er Jahre gelöst hatte. Die Musik klingt kraftvoll, rockig, geht dabei ins Ohr und weiß an jeder Stelle zu überzeugen.
Fazit: Möchte man sich einen Überblick über die Musik von The Who im zweiten und dritten Drittel ihrer Karriere erschaffen, so stellt die Live-Zusammenstellung der Band auf „Join Together“ eine sehr gelungene Möglichkeit dar, in den musikalischen Komos von The Who und auch Pete Townshend einzusteigen. Auch die Live-Atmosphäre kommt bei diesem Album sehr gut zur Geltung. Das umfangreiche Album ist angefüllt mit Musik, die ins Ohr geht und mitreißt. Selbst das Abmischen ist hier überaus gelungen, sodass dem Hörgenuss nichts mehr im Wege steht. Dreizehn Punkte.
Pink Floyd – Pulse (DVD) Besetzung: David Gilmour – guitar, vocals Richard Wright – keyboards, vocals Nick Mason – drums Gastmusiker: Sam Brown – backing vocals Jon Carin – keyboards Claudia Fontaine – backing vocals Durga McBroom – backing vocals Dick Parry – saxophones Guy Pratt – bass guitars Tim Renwick – guitars Gary Wallis – percussion Label: EMI Erscheinungsdatum: 1995 (2006 auf DVD erschienen) Stil: Psychedelic Rock, Progressive Rock, Rock Trackliste: DVD1: 1. Shine On You Crazy Diamond (Concert Version) 2. Learning To Fly 3. High Hopes 4. Take It Back 5. Coming Back To Life 6. Sorrow 7. Keep Talking 8. Another Brick In The Wall (Part 2) 9. One Of These Days Laufzeit: 1:12:46 Features:
Bootlegging The Bootleggers [“What Do You Want From Me?”, “On The Turning Away”, “Poles Apart”, Marooned” (25:10)]
Screen Films
Videos [“Learning To Fly” (4:43); “Take It Back” (5:01)]
Tour Stuff (Maps, Itinerary, Stage Plans)
Pulse TV AD
DVD2: 1. Speak To Me 2. Breathe 3. On The Run 4. Time 5. The Great Gig In The Sky 6. Money 7. Us And Them 8. Any Colour You Like 9. Brain Damage 10. Eclipse 11. Wish You Were Here 12. Comfortably Numb 13. Run Like Hell Laufzeit: 1:11:27 Features:
Screen Films & alternate Screen Films
Film: Say Goodbye To Life As We Know It (15:38)
Photo Gallery
“Wish You Were Here” with Billy Corgan (10:31)
Cover Art
Mit der Live-DVD „Pulse“ ergänzt sich die entsprechende Live-CD „Pulse“ von Pink Floyd. Die DVD-Ausgabe von „Pulse“ unterscheidet sich leicht von der CD-Ausgabe. Das zentrale Element der Veröffentlichung, die Live-Einspielung des Albums „The Dark Side Of The Moon“, ist allerdings identisch. Jedoch stammen die Aufnahmen zum Konzert nicht von mehreren Shows wie bei der CD, sondern alle vom Konzert während der The Division Bell Tour am 20. Oktober 1994 im Earls Court, London, England.
Als Zugaben gibt es auf der DVD eine Laudatio von Billy Corgan von den Smashing Pumpkins zur Aufnahme von Pink Floyd in die Rock And Roll Hall Of Fame im Jahr 1996. Dazu gehört auch das anschließende gemeinsame Einspielen der Titels „Wish You Were Here“ mit David Gilmour und Rick Wright. Vier Bootlegs zu den Liedern „What Do You Want From Me?”, „On The Turning Away”, „Poles Apart” und „Marooned” sind auf der DVD enthalten genau wie die Videos zu den Liedern „Learning To Fly” und „Take It Back”. Einen TV-Spot zum Album „Pulse“, Karten, die Route der Tour, Bühnenmaterial, einen kurzen Tour-Film mit verschiedenen Eindrücken, die Filme, die im Hintergrund des Konzertes liefen, eine Photogallerie sowie Photos zu den Pink Floyd Platten-Covern kann man sich ebenfalls ansehen.
Über die Musik muss ich hier nicht mehr großartig etwas schreiben. Klangtechnisch ist alles perfekt. Die Musik ist ebenfalls großartig, wie man auch bereits zu der Rezension der CD-Ausgabe dieses Live-Albums nachlesen kann. Natürlich werden hier die massentauglicheren Stücke im Schaffen von Pink Floyd gespielt und jeder Fan hätte sich wahrscheinlich den ein oder anderen Titel auch noch gewünscht. Ob das allerdings überhaupt möglich war, aufgrund des Fehlens von Bassist Roger Waters, steht auf einem ganz anderen Zettel.
Fazit: Für Pink Floyd Fans sicherlich eine schöne Sache. Allerdings kann „Pulse“ auch nur eine Ergänzung sein, denn Bassist Roger Waters fehlt leider. Dafür sieht man hier Rick Wright in Aktion, das wohl am meisten unterschätzte Pink Floyd Mitglied, der leider bereits am 15. September 2008 verstarb. Dass die „Post Waters Ära“ auf dieser Veröffentlichung sehr stark vertreten ist, liegt in den Gegebenheiten der Bandgeschichte begründet und ist nicht zu ändern. Man wird allerdings mit einigen alten Stücken auch beglückt. Elf Punkte.
Al Stewart – Exitos De Al Stewart Besetzung: Keine weiteren Angaben Gastmusiker: Keine weiteren Angaben Label: RCA Records Erscheinungsdatum: 1979 Stil: Folk Rock Trackliste: 1. Year Of The Cat (6:37) 2. Sand In Your Shoes (3:02) 3. Clifton In The Rain (2:41) 4. Small Fruit Song (1:58) 5. Almost Lucy (3:44) 6. Love Chronicles (18:06) Gesamtspieldauer: 36:08
Alastair Ian „Al“ Stewart ist ein in Glasgow geborener englischer Folk Rock Musiker, der in den Jahren von 1967 bis 2005 insgesamt 16 Studioalben veröffentlichte. „Exitos De Al Stewart“ ist eines der zahlreichen Kompilationsalben des Schotten und wurde im Jahr 1979 in Spanien auf dem Plattenlabel RCA Records veröffentlicht. Die sechs hier enthaltenen Lieder stammen dabei von den Alben „Bed-Sitter Images“ (1967; jedoch war das Lied „Clifton In The Rain“ erst auf der 1970er Wiederveröffentlichung enthalten), „Love Chronicles“ (1969; „Love Chronicles“), „Zero She Flies“ (1970; A Small Fruit Song), „Year Of The Cat“ (1976; „Year Of The Cat“ & „Sand In Your Shoes“, letzteres Lied fälschlicherweise mit „Sands In Your Shoes“ betitelt) sowie „Time Passages“ (1978; „Almost Lucy“).
Al Stewarts Musik ist der zumeist sehr sanfte Folk Rock, in dem er seine Geschichten erzählt und historische Ereignisse aufbereitet. Alles klingt hier eingängig und bis in den letzten Akkord überaus melodiös. Sehr weich hört sich nicht nur die Musik des Al Stewart an, sondern auch seine Stimme, die somit zwar bestens zur Musik passt, allerdings auch wenig Variationen aufweist. Gerade einem Lied wie „Love Chronicles“, welches eine Laufzeit von über achtzehn Minuten aufweist und in dem der Schotte fast durchgängig singt, hätte ein wenig Stimmmodulation durchaus gut getan. Bei kürzeren Nummern ergänzen sich Musik und Stimme da deutlich besser.
Vieles auf diesem Kompilationsalbum geht ins Ohr. Vor allem natürlich das wohl bekannteste Lied des Al Stewart, „Year Of The Cat“. Ein sanfter Ohrwurm, den man, hat man ihn einmal gehört, so schnell nicht mehr aus dem Kopf bekommt. Allerdings wirken auch die anderen Titel. Besonders erwähnenswert ist hier noch das kurze Stück „Small Fruit Song“. Fast schon eine kleine Gitarren-Instrumentalnummer, bis zum Schluss doch noch der Gesang einsetzt. Wunderschön melodiös und ein kleiner, kurzer Höhepunkt dieser Zusammenstellung.
Fazit: Sehr melodiösen und sanften Folk Rock zelebriert Al Stewart auf seinen Alben. Nicht anders ist das auch auf diesem Kompilationsalbum mit dem Titel „Exitos De Al Stewart“, welches in Spanien veröffentlicht wurde. Alles auf dieser Scheibe klingt weich, egal ob es die Musik ist oder die Stimme des Al Stewart. Zumeist wird hier eine melancholische Atmosphäre über die Musik wie über den Text transportiert, bestens geeignet für die ruhigen Stunden des Lebens. Zehn Punkte.
Mike Oldfield – The Killing Fields Besetzung: Mike Oldfield – guitars, synthesizer and fairlight computer Gastmusiker: Morris Pert – percussion on “Étude” Preston Heyman – oriental percussion on “Blood Sucking” Orchestra of the Bavarian State Opera Tölzer Boys Choir Label: Virgin Records Erscheinungsdatum: 1984 Stil: Soundtrack Trackliste: 1. Pran's Theme (0:49) 2. Requiem For A City (2:10) 3. Evacuation (5:13) 4. Pran's Theme 2 (1:40) 5. Capture (2:24) 6. Execution (4:47) 7. Bad News (1:12) 8. Pran's Departure (2:05) 9. Worksite (1:16) 10. The Year Zero (0:28) 11. Blood Sucking (1:17) 12. The Year Zero 2 (0:38) 13. Pran's Escape / The Killing Fields (3:16) 14. The Trek (2:01) 15. The Boy's Burial / Pran Sees The Red Cross (2:44) 16. Good News (1:45) 17. Étude (4:42) Bonus Tracks der remasterten Albumversion: 18. Evacuation (Single Edit) (4:10) 19. Étude (Single Edit) (3:06) Gesamtspieldauer: 45:54
Das zehnte Studioalbum des Mike Oldfield ist der Soundtrack zum gleichnamigen Film „The Killing Fields“. Dieses erschein ein knappes halbes Jahr nach dem Album „Discovery“ im Dezember des Jahres 1984 und wurde ebenso wie der Vorgänger auf dem Plattenlabel Virgin Records veröffentlicht. Und noch eine Gemeinsamkeit weist diese Scheibe zum neunten Studioalbum auf des Mike Oldfield auf: Auch diese Musik komponierte Mike Oldfield in seinem, aufgrund von steuerrechtlichen Gründen selbst gewählten Exil in den Schweizer Bergen im Ort Villars-sur-Ollon.
Das waren sie dann allerdings, die Gemeinsamkeiten. Ansonsten hat „The Killing Fields“ absolut nichts mit der sonstigen Musik des Mike Oldfield zu tun – weder mit jener des Progressive Rock, noch mit der späteren Pop-Musik. „The Killing Fields“ ist ein reines Soundtrack-Album mit viel Orchestermusik und eher sphärischen Klängen, welches nur in Zusammenhang mit dem sehenswerten Film funktionieren kann. Ohne die entsprechenden Bilder wirkt diese Scheibe überhaupt nicht, klingt nicht nach Mike Oldfield und ist unfassbar langweilig. Hier werden Szenen untermalt, Stimmungen transportiert, die einer Erklärung durch die Filmszenen bedürfen. Mehr ist zu dieser Scheibe nicht zu sagen. Daran ändert übrigens auch nichts die remasterte Version des Albums, dem zwei Single-Editionen des Albums in Form von Bonus-Tracks hinzugefügt wurden.
Fazit: Dieses Album kann man sich nur zulegen, wenn man Komplettist ist und wirklich alles von „seinem“ Lieblingsmusiker besitzen möchte. Selbst der Filmfan kann mit diesen Geräuschen und kurzen Orchesterstücken, die größtenteils noch nicht einmal sehr melodisch sind und nicht ins Ohr gehen, wohl nur wenig anfangen. Von daher absolut überflüssig. Zwei Punkte.
Procol Harum – Home Besetzung: Chris Copping – organ, bass guitar B.J. Wilson – drums Robin Trower – guitar Gary Brooker – piano and vocals Keith Reid – lyrics Label: Cube Records Erscheinungsdatum: 1970 Stil: Art Pop, Art Rock, Blues Trackliste: 1. Whisky Train (4:28) 2. Your Own Choice (4:07) 3. Still There'll Be More (4:30) 4. Nothing That I Didn't Know (3:39) 5. About To Die (3:40) 6. Barnyard Story (2:45) 7. Piggy Pig Pig (5:27) 8. Whaling Stories (7:08) 9. The Dead Man's Dream (4:45) Gesamtspieldauer: 35:29
„Home“ nannte die englische Band Procol Harum ihr viertes Studioalbum, welches am 5. Juni 1970 bei Cube Records veröffentlicht wurde. Organist Matthew Fisher und Bassist David Knights hatten die Band nach dem letzten Album verlassen und Chris Copping übernahm nun sowohl das Orgel- wie auch das Bassspiel. Diesen kannten die verbleibenden Musiker Gary Brooker, B.J. Wilson und Robin Trower bereits von der Band The Paramounts, in der sie mit Chris Copping bereits vor der Entstehung von Procol Harum zusammenspielten. The Paramounts waren eher im Blues beheimatet, sodass es nicht weiter überrascht, dass auch „Home“ bluesiger klingt, als die Procol Harum Vorgängeralben.
Aber auch der typische, etwas bombastische Procol Harum Sound ist hier durchaus noch zu hören. Insgesamt klingt das Album sehr düster bis dunkel, worauf bereits solch Titel wie „About To Die“ oder „The Dead Man's Dream“ hinweisen. Richtiggehend fröhlich hört keiner der Titel auf „Home“ an, was man bei diesem fast schon grellen Albumcover kaum vermuten würde. Doch sind die einzelnen Titel in ein tiefes und dunkles Grau getaucht, welches vor allen Dingen Traurigkeit und Melancholie verströmt.
Mit solch einem Blues Stück wie „Whisky Train“ kann ich nicht allzu viel anfangen. Das bekommen andere Bands besser hin als Procol Harum. Sehr viel gelungener klingt die Musik der Band bei dem sehr düsteren „Nothing That I Didn't Know“. Ein sanfter, ruhiger Titel der schnell ins Ohr geht und Traurigkeit verbreitet. Keine Musik für die labilen Momente des Lebens. Das bereits erwähnte „About To Die“, stammt wie die Blues-Nummer „Whisky Train“, aus der Feder von Gitarrist Robin Trower und kann, da eher ein Rock Lied, sehr viel mehr überzeugen als noch das Blues Stück. Der Procol Harum Klassiker „Whaling Stories“ ist ebenfalls auf „Home“ enthalten und sicherlich mit ein, wenn nicht sogar der Höhepunkt der Platte. Das längste Lied des Albums setzt sich aus mehreren Teilen zusammen, die mal sanfter, mal rockiger gehalten sind und dabei perfekt miteinander verwoben wurden. Klingt immer wieder spannend und ist sehr abwechslungsreich.
Fazit: „Home“, das vierte Album von Procol Harum, hat ganz gewiss seine Höhepunkte. Diese kommen immer dann zum Vorschein, wenn Procol Harum wie Procol Harum klingen. Klingt es jedoch zu sehr nach Blues – was zugegebenermaßen nicht zu oft passiert – dann ist „Home“ eine eher gewöhnungsbedürftige Scheibe. Ein klein wenig vermisst man auch das satte Orgelspiel des Matthew Fisher, der vor der Entstehung des Albums ausgestiegen war. Trotzdem hält „Home“ schöne Momente parat, die sich lohnen gehört zu werden. Acht Punkte.
Anspieltipps: Nothing That I Didn't Know, About To Die, Whaling Stories
Gossip – Music For Men Besetzung: Beth Ditto – vocals Brace Paine – guitar, bass, keyboards, sampler percussion Hannah Blilie – drums, percussion Lenny Castro – percussion Greg Fidelman – additional percussion Dana Nielsen – saxophone Label: Columbia Records Erscheinungsdatum: 2009 Stil: Independent Rock Trackliste: 1. Dimestore Diamond (3:15) 2. Heavy Cross (4:02) 3. 8th Wonder (3:16) 4. Love Long Distance (4:264) 5. Pop Goes The World (3:25) 6. Vertical Rhythm (3:48) 7. Men iIn Love (3:40) 8. For Keeps (4:06) 9. 2012 (3:49) 10. Love And Let Love (3:31) 11. Four Letter Word (3:48) 12. Spare Me From The Mold (2:27) Gesamtspieldauer: 43:38
Im Februar des Jahres 2016 gab Beth Ditto bekannt, dass Gossip sich aufgelöst hatten. Im Jahr 1999 war die Band in Olympia, Washington, USA gegründet worden und Gossip veröffentlichten bis zu ihrer Auflösung insgesamt fünf Studioalben. „Music For Men” ist die vierte Scheibe in dieser Reihe und erschien am 19. Juni 2009 auf dem Plattenlabel Columbia Records. Das Plattencover zeigt übrigens Schlagzeugerin Hannah Blilie und auf dem Album wird laufend mit den Geschlechtern oder deren Zugehörigkeit „gespielt“.
Auf „Music For Men” ist der größte Hit von Gossip enthalten, das Lied „Heavy Cross“. Überraschenderweise war diese Nummer vor allem im deutschsprachigen Raum erfolgreich. In Deutschland konnte sich das Lied sagenhafte 97 Wochen in den Charts halten. In der Schweiz und in Österreich immerhin noch 78 beziehungsweise 64 Wochen. Das Lied ist eine eingängige Gute-Laune-Nummer, die sich bereits mit dem ersten Mal des Hörens festgesetzt hat. Dabei groovt das Lied und geht perfekt in die Beine, wie geschaffen für die diversen Clubs und Discotheken dieser Welt.
Allerdings ist dieser Umstand nicht nur auf „Heavy Cross“ zu reduzieren. Manchmal wird die Musik von Gossip auch mit „Dance Rock“ umschrieben und es gibt wahrlich schlechtere Umschreibungen für die Lieder dieser Band. Praktisch jeder Titel des Albums ist tanzbar. Die Stimmung ist dabei immer fröhlich und positiv, die Texte der Beth Ditto sorgen zusätzlich immer wieder für ein Lächeln. Eine Gute-Laune-Scheibe, auf der es auch keine Ausreißer nach unten gibt. Nichts Kompliziertes oder Konstruiertes, melodiös und einfach eingängig ist „Music For Men“ geworden.
Fazit: Rock der unaufgeregten und eingängigen Art gibt es auf „Music For Men“ von Gossip zu hören. Unterhaltsam, wenn auch nicht zu anspruchsvoll. Doch die Musik klingt und geht ins Ohr. Beth Ditto hat eine überzeugende Stimme, die auch mitzureißen versteht. Dazu diese eingängigen Melodien und fertig ist die gute Unterhaltung. Neun Punkte.
The Nice – Keith Emerson With The Nice Besetzung: Keith Emerson – keyboards Lee Jackson – bass & vocals Brian Davison – drums & percussion Label: Mercury Records Erscheinungsdatum: 1972 Stil: Progressive Rock, Rock-Klassik Trackliste: Seite 1: 1. Fantasia - 1st Bridge (6:08) 2. 2nd Bridge (3:59) 3. Chorale - 3rd Bridge (3:30) 4. High Level Fugue - 4th Bridge (1:02) 5. Finale - 5th Bridge (3:34) Seite 2: 1. Intermezzo “Karelia Suite” (9:00) 2. “Pathetique” Symphony No. 6 3rd Movement (9:27) 3. Country Pie / Brandenberg Concerto No. 6 (5:40) 4. One Of Those People (3:08) Seite 3: 1. Hang On To A Dream (12:43) 2. My Back Pages (9:12) Seite 4: 1. 3rd Movement, Pathetique Symphony (7:05) 2. America (10:27) Gesamtspieldauer: 84:55
Das Kompilationsalbum „Keith Emerson With The Nice” ist ein Doppelalbum und setzt sich aus den beiden The Nice-Platten „Five Bridges“ und „Elegy“ zusammen. Das Album erschien in dieser Zusammenstellung im Jahr 1972 auf dem Label Mercury Records in Nordamerika beziehungsweise Polygram in Europa.
Noch vor seiner Zeit bei Emerson, Lake & Palmer versuchte Keith Emerson eine Symbiose zwischen Klassik und Rock herzustellen. Das Ergebnis hört man auf der Scheibe „Five Bridges“, im Falle von „Keith Emerson With The Nice” entspricht das der ersten und zweiten Plattenseite. Komponiert wurde die „Five Bridges Suite“ von Keith Emerson, eingespielt wurde das Stück live vor Publikum im Oktober des Jahres 1969. In dem Stück hört man mal das Orchester alleine spielen und dann wieder die Band in Verbindung mit dem Orchester. Auf der zweiten Seite gibt es dann Klassikstücke, die von Keith Emerson neu arrangiert und für den Rock geöffnet wurden. Ausschnitte aus Sibelius‘ „Karelia Suite“ und Tschaikowskys „6. Sinfonie“ sind da zu hören. Schließlich wird auch noch Bob Dylans „Country Pie“ mit dem dritten Satz aus Johan Sebastian Bachs sechstem Brandenburger Konzert verwoben. Klassikfreunden dürften sich dabei die Haare zu Bergen stellen und sie werden sich höchstwahrscheinlich angewidert abwenden. Gelungen ist allerdings der Versuch des Keith Emerson trotzdem. Und zwar in Form der „Five Bridges Suite“, die aus der Feder des Engländers stammt. Sein kraftvolles Orgelspiel in Verbindung zu klassisch angehauchter Orchestermusik hat einfach etwas. Allerdings wirklich klassische Musik derart zu bearbeiten, damit habe selbst ich einige Probleme. Für was hier Bach und Tschaikowsky herhalten müssen klingt nicht immer überzeugend. Umgekehrt hört es sich genauso schlecht an, wenn ein ursprüngliches Rockstück dann unbedingt mit großem Orchester aufgeführt werden muss. Jedoch im Falle von Neukompositionen können diese Stücke durchaus einen gewissen Charme besitzen.
Die zweite Platte des Doppelalbums besteht aus dem Album „Elegy“. Dieses erschien im Jahr 1971, also bereits ein Jahr nachdem sich The Nice aufgelöst hatten. Darauf zu hören sind vier Stücke, die im Dezember 1969 im Fillmore East in New York aufgenommen worden waren. Es sind allesamt keine Eigenkompositionen. „Hang On To A Dream“ stammt ursprünglich von Tim Hardin, „My Back Pages” von Bob Dylan. „3rd Movement, Pathetique Symphony“ wurde einer Tschaikowsky Sinfonie entnommen und das Lied „America“ wurde von Leonard Bernstein für das Musical „West Side Story“ komponiert. Höhepunkt hier ist die Nummer „Hang On To A Dream“, die exzessiv von den drei Musimkern bearbeitet, in die Einzelteile zerlegt wird, um dann wieder neu erschaffen zu werden. Das macht durchaus Laune und weiß zu begeistern, wenn man denn mit leichten Jazz-Anleihen etwas anzufangen versteht. Auch „My Back Pages” kann hier mit dieser Interpretation punkten. Das sieht bei der zweiten beziehungsweise vierten Plattenseite allerdings schon ein wenig anders aus. Wieder diese Fusion eines Klassikstücks mit der Rock-Musik. Das muss man wahrlich mögen. Dann auch noch Musical Musik – auch wenn „America“ sicher ein „besseres“ Musical-Stück ist. Trotzdem ist auch diese Version sehr stark gewöhnungsbedürftig.
Fazit: Der eigene Auftrag des Keith Emerson schien gewesen zu sein, Klassik und Rock zu fusionieren. Meiner Meinung schaffte er das immer besser, wenn er die „klassische“ Musik dabei gleich mitkomponierte, anstatt auf bereits lange bestehende Stücke zurückzugreifen. Aber auch sonst hat dieses Kompilationsalbum, in dem einfach zwei The Nice Platten zusammengeführt wurden, einiges interessantes für Hörerinnen und Hörer zu bieten, wenn man den Progressive Rock in seiner ursprünglichen Art und Weise mag. Zwölf Punkte.
IQ – Tales From The Lush Attic (2013 Remix) Besetzung: Peter Nicholls – vocals Mike Holmes – acoustic, electric & twelve-string guitars Martin Orford – keyboards, synthesizers, mellotron Tim Esau – bass guitar Paul Cook – drums, percussion Label: Giant Electric Pea Erscheinungsdatum: 1983 Stil: Progressive Rock, Neo Prog Trackliste: CD: 1. The Last Human Gateway (20:20) 2. Through The Corridors (Oh! Shit Me) (2:38) 3. Awake And Nervous (7:47) 4. My Baby Treats Me Right 'Cos I'm A Hard Lovin' Man All Night Long (1:51) 5. The Enemy Smacks (14:06) Bonus Tracks: 6. Wintertell (2012 Recording) (3:06) 7. The Last Human Gateway (End Section, Alternative Vocals) (2:48) 8. Just Changing Hands (Unfinished Demo) (5:38) 9. Dans Le Parc Du Chateau Noir (Unfinished Demo) (6:45) Gesamtspieldauer CD: 1:05:14 DVD: MP3s: Tales From The Lush Attic (Original Mix 1983): 1. The Last Human Gateway (19:58) 2. Through The Corridors (Oh! Shit Me) (2:37) 3. Awake And Nervous (7:45) 4. My Baby Treats Me Right 'Cos I'm A Hard Lovin' Man All Night Long (1:46) 5. The Enemy Smacks (14:51) Gesamtspieldauer: 45:59 Seven Stories Into Eight (Original Cassette Album): 1. Capital Letters (In Surgical Spirit Land) (3:45) 2. About Lake Five (5:01) 3. Intelligence Quotient (6:54) 4. For Christ`s Sake (5:04) 5. Barbell Is In (5:30) 6. Fascination (5:55) 7. For The Taking (4:16) 8. It All Stops Here (6:56) Gesamtspieldauer: 43:25 Weiteres Audiomaterial: 1. The Enemy Smacks (First Attempts November 1982) (14:58) 2. The Last Human Gateway (Writing Session February 1983) (2:39) 3. Just Changing Hands (Instrumental Demo) (6:25) 4. Just Changing Hands (Rehearsal 11 February 1983) (5:47) 5. Wintertell (Demo 25 July 1983) (3:01) 6. The Last Human Gateway (1st Complete July 1983) (19:55) 7. Unused Idea From The Album 1 (Rehearsal 1983) (1:32) 8. Unused Idea From The Album 2 (Rehearsal 1983) (0:46) 9. Just Changing Hands (Cava Demo 1984) (5:14) 10. The Last Human Gateway (Middle Section 1992) (4:01) 11. Tales Audio Commentary (47:14) Gesamtspieldauer: 1:51:37 Video: Tales From The Lush Attic Live (De Boerderij, Zoertermeer, 23 October 2011): 1. The Last Human Gateway (21:26) 2. Through The Corridors (Oh! Shit Me) (2:53) 3. Awake And Nervous (12:11) 4. The Enemy Smacks (15:56) Gesamtspieldauer: 52:26 Bidergallerie vom Beginn der Band
Wer die Musik von Genesis in deren Anfangszeit, bis zum Ausscheiden von Peter Gabriel liebt, die oder der wird auch das Debut-Album „Tales From The Lush Attic“ der englischen Band IQ lieben. Ursprünglich erschien die Platte im Jahr 1983 auf dem Plattenlabel Samurai. Nur leider hatte das Ganze einen Haken. Klang die Musik wahrlich gut und ganz im Stile der „alten“ Genesis, so war es die Aufnahmequalität, die doch sehr zu wünschen übrigließ. IQ hatten damals einfach zu wenig Geld, um für eine optimale Produktion ihrer Musik zu sorgen, was man der ursprünglichen Einspielung auch sehr stark anhört.
Im Jahr 2013, zum 30. Geburtstag seiner Ersterscheinung, wurde das Album am 15. September erneut, in Form einer „30th Anniversary Collector’s Edition“ vom Plattenlabel Giant Electric Pea auf den Markt gebracht. Ausgestattet wurde diese Wiederveröffentlichung mit Bonus Tracks, einer DVD und einem schön aufbereiteten Booklet mit zahlreichen Photos und der Geschichte zur Entstehung von „Tales Of The Lush Attic“. Alles schöne Zugaben, die jedoch nicht den Grund darstellen, weswegen sich auch ein erneuter Erwerb der Scheibe lohnt.
Der Grund für einen erneuten kauf liegt in dem Umstand, dass Gitarrist Mike Holmes die Musik auf der CD zu „Tales Of The Lush Attic“ neu abgemischt und klanglich deutlich verbessert hat. Auf der zusätzlichen DVD befindet sich unter anderem der Audio Kommentar zum Album. Gitarrist Mike Holmes und Sänger Peter Nicholls unterhalten sich hier über die Platte und den neuen Remix, während im Hintergrund das Album läuft. Und so erfährt man, dass Mike Holmes durchaus mit dem Gedanken spielte, die ganze Platte neu einzuspielen. Er kam jedoch davon ab, um möglichst nah beim Original zu bleiben. Er wollte es nun so abmischen, wie die Band es sich damals, vor dreißig Jahren, vorgestellt hatte, jedoch nicht verwirklichen konnte. Man kann Mike Holmes nur gratulieren, denn was er hier aus den Bändern herausholte, ist wahrlich aller Ehren wert. „Tales From The Lush Attic“ klingt nun soundtechnisch perfekt, an der Aufnahmequalität gibt es absolut nichts mehr auszusetzen.
Kommen wir zur Musik. Dass IQ als Vorbild Genesis mit Peter Gabriel hatten, ist an keiner Stelle des Albums zu verheimlichen. Die Musik von Genesis, welche 8 bis 14 Jahre vor dieser Veröffentlichung entstand, brachte die Inspiration zu „Tales From The Lush Attic“, dem Debutalbum von IQ. Und diese erste Platte von IQ ist gelungen, sehr gelungen sogar. IQ schaffen es hier den Progressive Rock wieder aufleben zu lassen, der nur wenige Jahre zuvor absolut nicht mehr aktuell schien. Bands wie Genesis waren spätestens nach dem Ausscheiden von Steve Hackett dem Pop verfallen und schwammen erfolgreich durch die Hitparaden dieser Welt. IQ wählten dagegen einen völlig anderen Weg, sie widmeten sich den deutlich komplexeren und anspruchsvolleren Melodien, Rhythmen und Arrangements – waren damit allerdings auch deutlich weniger erfolgreich, als die Vorbilder.
Die Musik von IQ geht ins Ohr. Sie ist sehr melodiös, manchmal etwas vertrackt, dann sanft und schließlich wieder rockig. Jede Menge Abwechslung bekommt man hier geboten und man wird in die Zeit der 70er Jahre zurückkatapultiert. Und auch wenn die Musiker von der damaligen Musik in Form des New Wave beeinflusst wurden, so kann ich diese Einflüsse auf der Scheibe kaum bis gar nicht ausmachen. Peter Nichols erinnert mit seiner Stimme sogar entfernt an Peter Gabriel und der häufige Einsatz des Mellotrons sorgt zusätzlich für die 70er Jahre Stimmung. Höhepunkt der Scheibe ist das Lied „The Last Human Gateway“. Eine unfassbar gute Nummer, die in meinen Ohren das beste Progressive Rock Lied ist, welches nach diesen 70er Jahren entstand. Absolut abwechslungsreich, melodiös, rockig, sphärisch, fordernd, sanft und immer überraschend. Mit jedem weiteren Durchlauf wächst dieses Lied dazu noch weiter.
Wunderschön klingt ebenfalls das kurze Piano-Stück mit dem langen Namen „My Baby Treats Me Right 'Cos I'm A Hard Lovin' Man All Night Long“. Und schließlich soll hier auch nicht das letzte Lied auf „Tales From The Lush Attic“ unerwähnt bleiben, „The Enemy Smacks“. Zwar erreicht dieses nicht ganz die Qualität von „The Last Human Gateway“, viel fehlt dazu allerdings nicht. Es ist der Abwechslungsreichtum, die hier enthaltenen Ideen und die Melodiösität, die auch diesen Titel zu einem sehr überzeugenden werden lassen.
Auf der CD sind noch vier Bonus-Lieder enthalten. „Wintertell” ist eine schöne, verträumte und ein wenig melancholische Nummer, die sanft ins Ohr geht. Der Ausschnitt aus „The Last Human Gateway” klingt wie das Original, lediglich der Text wurde hier etwas abgeändert. Und schließlich hört man noch zwei nicht fertiggestellte Demos, die allerdings auch nicht großartig gegenüber den „offiziellen“ Liedern abfallen und eine schöne Zugabe darstellen. Vor allen Dingen „Dans Le Parc Du Chateau Noir“ klingt schon sehr ausgereift und wurde sogar mit einem Text versehen, wohingegen „Just Changing Hands“ noch ein Instrumentalstück ist.
IQ haben es bei dieser Wiederveröffentlichung gut mit ihren Fans gemeint. Denn zum Umfang der Neuerscheinung gehört auch eine DVD, randvoll gefüllt mit verschiedenstem Material. Zum einen kann man sich hier einen Konzertmitschnitt zur Platte aus dem Jahr 2011 ansehen. Lediglich das Stück „My Baby Treats Me Right 'Cos I'm A Hard Lovin' Man All Night Long“ fehlt dabei. Des Weiteren gibt es jede Menge Musik in Form von MP3-Files zu hören. Da wäre zum einen der bereits erwähnte Audio-Kommentar von Mike Holmes und Peter Nicholls, der sich wirklich lohnt, da man viele Informationen erhält, wenn man denn des Englischen zumindest so einigermaßen mächtig ist. Zusätzlich gibt es das Album „Tales From The Lush Attic“ in seiner ursprünglichen Version von 1983 zu hören. Weiter wurde das Kassettenalbum „Seven Stories Into Eight“ aus dem Jahr 1982 hinzugefügt, mit dem man die ersten Aufnahmen der Band mitgeliefert bekommt. Die Aufnahmequalität ist beileibe nicht die beste und auch das hier enthaltene Material reicht längst nicht an „Tales From The Lush Attic“ heran. Doch interessant, nun die Ursprünge der Band zu hören, ist das jedoch allemal. Ansonsten gibt es noch insgesamt zehn weitere Demos, Probenmitschnitte und erste Versuche mit bestimmten Liedern zu hören, die das musikalische Gesamtbild dieser Wiederveröffentlichung abrunden. Ergänzt wird das alles schließlich noch durch eine Photogallerie, in der Bilder aus der Anfangszeit von IQ ineinander überführt werden.
Fazit: Die Wiederveröffentlichung von IQs „Tales From The Lush Attic“ ist eine Wiederveröffentlichung, wie man sie sich wünscht. Das originale Album ist enthalten, neben dem neu abgemischten Album, welches den Charakter der ursprünglichen Platte nicht zerstört hat. Dazu wird noch jede Menge an Zusatzmaterial mitgeliefert. Die CD selbst ist optisch sehr schön aufgemacht und mit einem ausführlichen Booklet versehen worden, welches die Geschichte der Platte erzählt und zahlreiche Bilder aus der damaligen Zeit zeigt. Das wäre allerdings alles nicht weiter interessant, wenn die Musik selbst auf „Tales From The Lush Attic“ nicht so gelungen wäre. Retro Prog, Neo Prog oder doch ganz einfach Progressive Rock, ganz egal wie man es nennt, die Musik überzeugt. Hier wird zwar nichts neu erfunden und ohne die britischen Progressive Rock Bands zehn Jahre zuvor würde es auch dieses Album von IQ nicht geben. Trotzdem kopieren die fünf Musiker keineswegs. Sie ergänzen – und das sehr überzeugend. Dreizehn Punkte.
Anspieltipps: The Last Human Gateway, The Enemy Smacks
Spear Of Destiny – The Price You Pay Besetzung: Kirk Brandon – guitar and vocals Pete barnacle – drums Volker Janssen – keyboards Chris Bostock – basses Label: Virgin Records Erscheinungsdatum: 1988 Stil: Rock Trackliste: 1. So In Love With You (4:22) 2. Tinseltown (5:18) 3. The Price (5:11) 4. I Remember (5:50) 5. Dreamtime (4:06) 6. Radio Radio (3:09) 7. If The Guns (4:10) 8. View From A Tree (3:40) 9. Junkman (5:10) Gesamtspieldauer: 40:56
„The Price You Pay” heißt das fünfte Studioalbum der englischen Rockband Spear Of Destiny. Es erschien im Oktober des Jahres 1988 auf dem Plattenlabel Virgin Records und wieder zeichnete sich, wie zu allermeist bei Spear Of Destiny, Sänger und Gitarrist Kirk Brandon für die Texte, wie für die Musik verantwortlich.
Spear Of Destiny sind immer noch aktiv und veröffentlichten ihr erstes Studioalbum im Jahr 1983, ihr bislang letztes in 2014. Besonders bekannt ist die Band allerdings nicht geworden, konnte sich jedoch ab und an mit ihren Platten in den britischen Charts platzieren. Auch „The Price You Pay” schaffte es in die UK Charts und kletterte dort bis Platz 37. Es war das letzte Mal, dass dies einem Album von Spear Of Destiny gelang.
Auf dieser Scheibe hört man Rock-Musik, die im Mainstream dieses musikalischen Genres angesiedelt ist. Das klingt alles zumeist weder besonders spannend noch innovativ, ist allerdings handwerklich gut gemacht. Somit schafft es Spear Of Destiny auf „The Price You Pay” nur sehr selten zu begeistern, zu gewöhnlich klingt alles, was es zu hören gibt. Dazu gesellt sich noch der Umstand, dass Kirk Brandon nicht gerade der begnadetste Sänger ist. Vor allen Dingen in den lauteren Passagen, in denen man einen Rock-Sänger erwartet, klingt die Stimme des Kirk Brandon reichlich dünn.
Viel herauszuheben gibt es nicht auf „The Price You Pay”. Die erste Plattenseite läuft einfach nur durch, ohne ein Aufhorchen zu erzwingen. Mainstream eben, der nicht weiter auffällt. Auf der zweiten LP-Seite können dann doch zwei Titel durch ihre Eingängigkeit etwas mehr überzeugen. Dies sind die Nummern „If The Guns” sowie „View From A Tree”. Vor allen Dingen das erstgenannte Lied ist eine ruhige Nummer, zu der auch die Stimme Kirk Brandons gut passt. Beide Lieder verfügen dabei über eine schöne und einprägsame Melodie, die die Musik von Spear Of Destiny deutlich interessanter werden lässt.
Fazit: „The Price You Pay” von Spear Of Destiny ist wahrlich kein schlechtes Album geworden – allerdings auch keines, welches die Hörerin beziehungsweise den Hörer mitreißt. Zu angepasst und durchschnittlich klingen die allermeisten Titel des Albums. Richtige Ausfälle gibt es zwar keine zu beklagen, jedoch auch nur wenige Höhepunkte. Einfach eine sehr durchschnittliche Rock-Platte eben. Acht Punkte.
Anspieltipps: If The Guns, View From A Tree, Junkman