Dienstag, 2. Oktober 2018

Lorain – Through Frames




Lorain – Through Frames


Besetzung: (Keine Instrumentenangaben)

Erik Emanuelson
Bob Reynolds
Joseph Anderson
Mitch Gonzales
Robin Bacior


Erscheinungsdatum: 2018


Stil: Americana, Folk


Trackliste:

1. Easy Light (3:51)
2. Tobacco Valley (4:37)
3. Rose Window (4:32)
4. Through Frames (2:25)
5. Open Line (3:45)
6. All That Much (4:34)
7. Midwest Red (5:07)
8. The Way Down (4:36)

Gesamtspieldauer: 33:30



Lorain sind eine US-amerikanische Band aus Portland, Oregon, die ihre Musik selbst mit Groove-basierten Folk umschreibt. Das Debut-Album mit dem Titel „Through Frames“ erschien am 25. September 2018 und noch im Oktober startet die Tour der US-Amerikaner im deutschsprachigen Raum.

Auf „Through Frames“ hört man sanfte, ruhige und völlig relaxte Musik, die irgendwo im Bereich zwischen Folk und Americana angesiedelt ist. Die Lieder klingen melodiös und eingängig und über allem schwebt eine gewisse Melancholie bis Sentimentalität, die nicht nur durch die Musik selbst, sondern auch durch den etwas zerbrechlich klingenden Gesang erzeugt wird. Die Instrumentierung hält sich zumeist im Hintergrund, Rhythmus und Tempo bewegen sich ebenfalls eher im zurückhaltenden Bereich. Langeweile kommt deswegen trotzdem keine auf, denn die einzelnen Titel wirken gerade genau auf diese Weise.

Fazit: Lieder zum Entspannen, völlig unaufgeregt und mit Tiefgang gibt es auf dem Debut der US-amerikanischen Band Lorain zu hören. Wer auf die sanften Töne in der Musik steht, die oder der sollte hier mal ein Ohr riskieren. Möglich ist dies auch auf der anstehenden Tour quer durch Deutschland, in Österreich und der Schweiz. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Easy Light



16.10. Minna Thiel | München (DE)
18.10. Zauberberg | Passau (DE)
20.10. Anziehbar | Dornbirn w/ GO BY OCEAN (AT)
21.10. Gleis Süd | Horb Am Neckar (DE)
22.10. Live Club | Bamberg (DE)
23.10. Cube | Düsseldorf (DE)
25.10. Shakespear Pub | Herdecke (DE)
26.10. Lichtung | Köln (DE)
27.10. Mobile Blues Club | Hamburg (DE)
29.10. Tonfink | Lübeck (DE)
30.10. Green Island Pub | Zeitz (DE)
31.10. Ä | Berlin (DE)
01.11. Prinz Willy | Kiel (DE)
02.11. KaffeeSatz | Chemnitz (DE)
03.11. Q | Marburg (DE)
04.11. Hafen 2 | Offenbach (DE)
06.11. Sound und Sandwich | Bern (CH)
07.11. Dorett | Mainz (DE)
08.11. Alte Mälzerei | Regensburg (DE)
09.11. Lendhafen Cafe | Klagenfurt (AT)
10.11. Neruda | Wien (AT)
11.11. Böllerbauer | Haag (AT)



Montag, 1. Oktober 2018

Anna von Hausswolff – Dead Magic




Anna von Hausswolff – Dead Magic


Besetzung:

Anna von Hausswolff – mellotron, pipe organ, vocals


Gastmusiker:

Randall Dunn – mellotron, synthesizer
Joel Fabiansson – guitar
Ulfur Hansson – string arrangements
Shahzad Ismaily – percussion
Filip Leyman – synthesizer
Ulrik Ording – drums
David Sabel – guitar (bass)
Gyða Valtýsdóttir – strings
Karl Vento – guitar


Label: City Slang


Erscheinungsdatum: 2018


Stil: Gothic, Art Rock


Trackliste:

1. The Truth, The Glow, The Fall (12:07)
2. The Mysterious Vanishing Of Electra (6:08)
3. Ugly And Vengeful (16:17)
4. The Marble Eye (5:18)
5. Källans Återuppståndelse (7:26)

Gesamtspieldauer: 47:18




Da schluckt man schon ein wenig beim Betrachten des Covers vom Album „Dead Magic“. So nannte die Schwedin Anna von Hausswolff ihr viertes Studio-Album, welches am 2. März 2018 auf dem Label City Slang erschien. Der Anblick dieses Covers lässt unweigerlich Gedanken an den Film „Der Exorzist“ von William Friedkin aufkommen. Dieses Mädchen dort im Bett… doch das ist eine andere Geschichte. Und auf „Dead Magic“ hört man auch kein zweites „Tubular Bells“, aber diese Fortsetzungen hatte sowieso schon Mike Oldfield veröffentlicht. Trotzdem kommt allein beim Anblick des Covers diese Reminiszenz an den Film auf. Hört man schließlich die entsprechende Musik auf „Dead Magic“, scheint dies nur allzu logisch zu sein, denn auf dem Album kann es inhaltlich nur um das Grauen gehen – auch wenn das niemals so endgültig und definitiv ausgesprochen wird.

Die Atmosphäre, die dieses Album verströmt ist dunkel, fast schon tiefschwarz. Die Platte startet mit dem Lied „The Truth, The Glow, The Fall“. Man hört ein unheimliches Knistern, sanft, ganz leise und doch bedrohlich. Eine Kirchenorgel erklingt, Töne werden lange gehalten und schließlich setzt der an dieser Stelle noch etwas sehnsüchtig klingende Gesang der Anna von Hausswolff ein. Die Musik ändert sich, wird rhythmischer, dynamischer und obwohl Anna von Hausswolffs Gesang nun etwas klagender klingt, wirkt dieser Part, „The Glow“, durchaus etwas optimistischer. Doch es kommt, wie es kommen muss, der Titel des Liedes nimmt es vorweg. Am Ende steht „The Fall“. Der Klang der Orgel wird wieder markanter, drängt sich in den Vordergrund und es riecht nach Verfall, nach Verdammnis, nach Untergang. Anna von Hausswolff scheint in dem Moment exakt so auszusehen wie die Dame auf dem Cover – ihre Stimme klingt zumindest so. Und sie singt und fleht und krächzt und ihre Stimme wird nicht müde immer wieder zu wiederholen: „Feel The Fall“. Eines kann man der Schwedin hier wahrlich nicht absprechen: Sie macht sehr intensive Musik, egal ob man darin einzutauchen versteht oder damit so gar nichts anzufangen weiß.

„The Mysterious Vanishing Of Electra“ klingt durchgängig rhythmisch und der Gesang nun sehr exaltiert und zum Teil überdreht. Ob sie dabei auf der Suche nach sich selbst ist, bleibt beim vage gehaltenen Text im Dunklen. Möglich wäre es zumindest, wenn man ihren vollen Namen Anna Michaela Ebba Electra von Hausswolff in die Interpretation des Textes mit einschließt. Es folgt mit „Ugly And Vengeful“ das längste Stück des Albums. Das Lied ist aus mehreren Anschnitten aufgebaut, die allesamt erneut sehr atmosphärisch und intensiv klingen. Mal ist die Musik dabei sphärisch, dann wieder minimalistisch, schließlich absolut kraftvoll, aufregend, am Rande des Bombastes. Und immer schwebt über allem diese Aura des Unheimlichen, Seltsamen, Mystischen. Beschlossen wird „Dead Magic“ durch die beiden zumindest etwas kürzeren Stücke „The Marble Eye“ sowie „Källans Återuppståndelse“. Beim Titel „The Marble Eye“ handelt es sich um ein Orgel-Solo, bei dem der Klang der Orgel der Marmorkirche in Kopenhagen wunderschön zur Geltung kommt. Jetzt hat die Musik der Anna von Hausswolff so gar nichts mehr mit dem konventionellen Pop- und Rock-Geschehen zu tun. Jetzt klingt die Musik der Schwedin erhaben und sakral. Das Lied „Källans Återuppståndelse“ startet mit Synthesizer-Klängen, die im Bereich des Genres Ambient anzusiedeln sind. Die Orgel setzt ein und schließlich auch wieder Anna von Hausswolffs Gesang. Dieses Mal jedoch glockenklar und sehr sehnsüchtig. Streicher sind zu hören, verstärken Sehnsucht, Sentimentalität und Melancholie, die hier alle zu kumulieren scheinen. Hörerin und Hörer werden schließlich mit genau diesem Eindruck aus dem Album entlassen.

Fazit: Dunkel klingt „Dead Magic“ von Anna von Hausswolff definitiv. Man hört auf dem Album auch ganz bestimmt keine leichte musikalische Kost. Eine Mischung aus sakralen, sphärischen und rhythmischen Klängen werden einem auf dieser Platte geboten, die dabei gar nicht mal besonders eingängig klingt. Allerdings ist „Dead Magic“ ein sehr intensives und spannendes Album geworden, welches man schwerlich nebenbei hören kann. Außergewöhnlich klingt das allemal. Zwölf Punkte.

Anspieltipps: The Truth The Glow The Fall, The Marble Eye



Sonntag, 30. September 2018

Lunatic Soul – Fractured




Lunatic Soul – Fractured


Besetzung:

Mariusz Duda – keyboards, bass and acoustic guitars, piccolo bass guitar, percussion, programming, lead and backing vocals


Gastmusiker:

Wawrzyniec Dramowicz – drums
Marcin Odyniec – saxophone (4,6 & 9)
Sinfonietta Consonus Orchestra – orchestration (3 & 6)
Michal Mierzejewski – conductor


Label: KScope


Erscheinungsdatum: 2017


Stil: New Art Rock, Art Pop


Trackliste:

1. Blood On The Tightrope (7:20)
2. Anymore (4:37)
3. Crumbling Teeth And The Owl Eyes (6:41)
4. Red Light Escape (5:44)
5. Fractured (4:36)
6. A Thousand Shards Of Heaven (12:17)
7. Battlefield (9:06)
8. Moving On (5:14)

Gesamtspieldauer: 55:39




Lunatic Soul ist das Soloprojekt des polnischen Musikers und Komponisten Mariusz Duda, der ansonsten bei der Progressive Rock Band Riverside den Bass spielt und singt. Seit Oktober 2008 hat Mariusz Duda mit Lunatic Soul sechs Alben veröffentlicht. „Fractured“ ist die fünfte Platte dieser Reihe und erschien am 6. Oktober Jahr 2017 auf dem Plattenlabel KScope.

„Electric guitars and female vocals are not present on this album.“ heißt es am Ende der Credits im beiliegenden Booklet. Das sagt bereits einiges über die Musik auf „Fractured“ aus. Diese ist zwar rockig gehalten, funktioniert jedoch hier mit eher elektronischen Klängen. Weniger gelungen klingt dieser Ansatz lediglich beim Titellied „Fractured“ selbst, welches in seiner Gesamtheit lediglich ein gehöriges Maß an Hektik verbreitet. Ansonsten hört man auf der Scheibe zumeist sehr melancholische Töne, die jedoch fast ausnahmslos gut ins Ohr gehen. Über allem scheint dabei eine gewisse Traurigkeit zu liegen, der Mariusz Duda in den einzelnen Stücken Ausdruck verleiht.

Die Musik klingt an einigen Stellen sphärisch, reicht manchmal fast bis in den Trance-Bereich hinein. Dann zieht das Tempo an und erfüllt alles mit neuem Leben. Die Beats lassen den Fuß mitwippen und obwohl auf der Platte kaum akustische Instrumente zu hören sind, wirkt die Musik auf „Fractured“ alles andere als steril und kalt. Ganz im Gegenteil sogar, diese stets gegenwärtige Melancholie erzeugt eine gewisse Wärme, die einen einhüllt und sanft bettet. Besonders gelungen sind auf dem Album die Lieder „Crumbling Teeth And The Owl Eyes“, welches sanft und sehr melodiös mit akustischer Gitarre eingeleitet wird, sich langsam etwas steigert und im Ohr verhaftet bleibt. Fast Identisches kann man über die längste Nummer auf „Fractured“ sagen. „A Thousand Shards Of Heaven“ klingt nun auch deshalb fast schon lieblich, weil hier das Orchester für jede Menge sanfte Wohlfühlatmosphäre sorgt. Das etwas sphärische „Battlefield“ sei an dieser Stelle ebenfalls angeführt, welches durch seine fast schon entrückte Stimmung punktet.

Fazit: Ein sehr interessantes und eingängiges Rock Album ist Mariusz Duda mit seinem Soloprojekt Lunatic Soul im Falle von „Fractured“ gelungen. Auch ohne elektrische Gitarren ist die Scheibe eine Rock-Platte geworden, die abwechslungsreich und melodiös aus den Boxen ertönt. Musik mal anders und trotzdem etwas für das Ohr. Macht Spaß zu hören und ist besonders. Elf Punkte.

Anspieltipps: Crumbling Teeth And The Owl Eyes, A Thousand Shards Of Heaven, Battlefield



Samstag, 29. September 2018

Lana Del Rey – Lust For Life




Lana Del Rey – Lust For Life


Besetzung:

Lana Del Rey – vocals


Gastmusiker:

The Weeknd – vocals (track 2)
ASAP Rocky – vocals (tracks 6, 7)
Playboi Carti – vocals (track 6)
Stevie Nicks – vocals, backing vocals (track 12)
Sean Ono Lennon – vocals (track 13), shaker (track 13), timpani (track 13), electric upright bass (track 13), acoustic guitar (track 13), electric guitar (track 13), celesta (track 13), harpsichord (track 13), glass harmonica (track 13), mongolian bells (track 13), mellotron (track 13)
Rick Nowels – bass (tracks 1, 13, 15, 16), mellotron (tracks 1, 2, 5, 8–10, 12–15), vibraphone (tracks 1, 7), keyboards (tracks 1, 8, 16), synth pads (tracks 2, 3, 5, 6, 9, 10, 16), piano (tracks 3, 5, 8, 10, 12, 15), strings (tracks 3, 8), celesta (tracks 9, 15), organ (tracks 9, 12–14, 16), acoustic guitar (tracks 10, 11, 13), flute (tracks 10, 12), 808 bass (track 10), solina (track 12), synth bass (track 12), electric piano (track 14), choir (track 14)
Kieron Menzies – drums (tracks 2, 3, 5, 7, 9–11, 15), tape loops (tracks 2, 9, 10, 16), percussion (tracks 2, 3, 5, 7–12, 15, 16), keyboards (tracks 2, 3, 7–11, 15), synth pads (track 2), strings (tracks 2, 4, 5), bass (track 3), synthesizer (tracks 3, 5, 7, 8, 11, 16), modem (track 3), piano (track 8)
Dean Reid – electric guitar (tracks 1, 14, 16), drums (tracks 2, 4, 5, 7–9, 11, 12), percussion (tracks 2, 8, 10–12, 16), bass guitar (tracks 2, 10), vocoder (tracks 2, 7), effects (tracks 2, 4, 5, 7–9, 14), guitar synthesizer (track 2), synth bass (tracks 3, 11, 14, 16), bass (tracks 4, 5, 7–9), strings (tracks 4, 10, 11), synthesizer (tracks 5, 8–11), flute (track 9), mellotron (track 9), brass (track 10)
Zac Rae – synthesizer (tracks 2, 3, 7, 10, 16), strings (track 4), harpsichord (track 6), drums (tracks 7, 11), percussion (track 7), bass guitar (tracks 7, 11), electric guitar (track 7), piano (track 10), organ (tracks 11, 16), mellotron (track 16), guitar (track 16)
Patrick Warren – harmonium (track 3), synthesizer (tracks 3, 12, 14), waterphone (track 3), tack piano (track 10), strings (tracks 10, 12), piano (tracks 13), organ (track 13), bassoon (track 14), flute (track 14)
Mighty Mike – bongos (track 2), drums (tracks 3, 14, 16), percussion (tracks 3, 14, 16), keyboards (track 3), percussion (track 7)
David Levita – electric guitar (tracks 2, 7, 10, 12, 13, 16)
Trevor Yasuda – keyboards (tracks 5, 7, 9, 12, 13, 16)
Aaron Sterling – live drums (tracks 7, 11, 16), tambourine (track 11), percussion (track 16)
Tim Larcombe – electric guitar (track 4), drums (track 4), mellotron (track 4)
Metro Boomin – drums (track 10), percussion (10), synth bass (track 10)
Benny Blanco – drums (track 1), keyboards (track 1)
Max Martin – juno bass (track 2)
Ali Payami – drum programming (track 2)
Dan Heath – orchestra overture (track 3)
David Palmer – synthesizer (track 10)
Sean Hurley – bass (track 12)
T-Minus – cello (track 6), synth (track 6)
Boi-1da – drums (track 6), bass (track 6)
Jahaan Sweet – piano (track 6)
Andrew Joseph Gradwohl Jr. – synthesizer (track 6)
Berkay Birecikli – percussion (track 7)
Hector Delgado – effects (track 7)
Emile Haynie – drums (track 1), synthesizer (track 1)
Gary Ferguson – live drums (tracks 12, 14)


Label: Polydor


Erscheinungsdatum: 2017


Stil: Pop


Trackliste:

1. Love (4:33)
2. Lust For Life (4:24)
3. 13 Beaches (4:55)
4. Cherry (3:00)
5. White Mustang (2:44)
6. Summer Bummer (4:20)
7. Groupie Love (4:24)
8. In My Feelings (3:58)
9. Coachella – Woodstock In My Mind (4:18)
10. God Bless America – And All The Beautiful Women In It (4:36)
11. When The World Was At War We Kept Dancing (4:35)
12. Beautiful People Beautiful Problems (4:13)
13. Tomorrow Never Came (5:07)
14. Heroin (5:55)
15. Change (5:21)
16. Get Free (5:36)

Gesamtspieldauer: 1:12:07



„Lust For Life“ heißt das fünfte Studioalbum der US-amerikanischen Sängerin Lana Del Rey. Das Album wurde am 21. Juli 2017 auf dem Plattenlabel Polydor veröffentlicht. Die erste Singleauskopplung war der Titel „Love“ und erschien am 18. Februar 2017. Der Titeltrack mit dem kanadischen Sänger The Weeknd wurde am 19. April als zweite Single veröffentlicht. Das Album enthält zudem Gastauftritte von ASAP Rocky, Stevie Nicks, Sean Lennon und Playboi Carti. „Lust For Life“ wurde bei den sechzigsten Annual Grammy Awards für einen Grammy Award in der Kategorie Bestes Pop Vocal Album nominiert. Es ist Del Rey‘s zweite Nominierung in dieser Kategorie.

Auf „Lust For Life“ hört man wunderschönen und melodischen Pop, der sehr einfühlsam von der US-amerikanischen Sängerin vorgetragen wird. Die Stimme der Lana Del Rey klingt sanft, manchmal flüsternd, ein anderes Mal fast schon lasziv und sendet dabei immer eine gewisse Wärme aus. Die einzelnen Lieder wirken und gehen ins Ohr, hallen dort auch nach. Manche der Titel sind sehr zurückhaltend instrumentiert, das Tempo wird allgemein eher selten angezogen. Der kurze Rap auf „Summer Bummer“ sei hier verziehen und stellt eine Ausnahme dar. Ansonsten bekommt man auf dieser Platte sehr melancholischen bis sentimentalen Pop geboten.

Die Höhepunkte der Platte stellen die erste Singleauskopplung „Love“ dar. Das Lied klingt sehr melodiös und die schöne Stimme der Lana Del Rey kommt hier besonders gut zum Tragen. Dies gilt ebenfalls für die Nummer „13 Beaches“, die sanft mit Streichern eingeleitet wird und ein tieftrauriges Liebeslied zum Inhalt hat. Und schließlich ist da noch das Duett mit Stevie Nicks, „Beautiful People Beautiful Problems“. Auch diese ist ein sehr melodiöser Titel, der ebenfalls eine gehörige Menge an Moll-Akkorden für die Hörerinnen und Hörer bereithält.

Fazit: Mit „Lust For Life“ hat Lana Del Rey einmal mehr ein sehr schönes Pop-Album vorgelegt. Wer die sanfteren Töne in der Musik mag, die oder der wird auf diesem Album viel für sich entdecken. In über siebzig Minuten kann man sich in die sanfte und melancholische Welt der Lana Del Rey entführen lassen, in welcher schöne und jederzeit unaufgeregte Melodien das Ohr umspielen. Für Freundinnen und Freunde der sanften Töne bestens geeignet. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Love, 13 Beaches, Beautiful People Beautiful Problems



Freitag, 28. September 2018

Wobbler – Rites At Dawn




Wobbler – Rites At Dawn


Besetzung:

Morten Andreas Eriksen – electric & acoustic guitars
Lars Fredrik Frøislie – keyboards, marxophone, backing vocals
Kristian Karl Hultgren – bass, saxophone, glockenspiel
Martin Nordrum Kneppen – drums
Andreas Strømman Prestmo – vocals


Gastmusiker:

Ketil Vestrum Einarsen – flute
Hanne Rekdal – bassoon


Label: Termo Records


Erscheinungsdatum: 2011


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

1. Lucid (1:41)
2. La Bealtaine (7:53)
3. In Orbit (12:30)
4. This Past Presence (6:09)
5. A Faerie's Play (5:16)
6. The River (10:04)
7. Lucid Dreams (2:21)

Gesamtspieldauer: 45:58




„Rites At Dawn“ heißt das dritte Studioalbum der norwegischen Progressive Rock Band Wobbler. Es erschien im Mai 2011 auf dem Plattenlabel Termo Records und enthält einige musikalische Anleihen berühmter englischer Bands des Progressive Rock aus den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts wie Gentle Giant oder Yes. Nach dieser Scheibe legten Wobbler leider erst einmal eine längere Schaffenspause ein, die erst sechs Jahre später beendet wurde.

Die Musik auf „Rites At Dawn“ klingt durchgängig wunderschön locker und melodiös und geht ins Ohr. Immer wieder wird man an die progressive Musik der 70er Jahre erinnert. An Yes, Gentle Giant, manchmal sogar auch ein wenig an Genesis. Trotzdem kopieren die Norweger diese Bands nicht, die Musik klingt an jeder Stelle auf „Rites At Dawn“ eigenständig und eher wie eine Erweiterung der damaligen Lieder, denn wie eine Kopie. Dazu kommt auch der Umstand, dass Andreas Strømman Prestmo zum Teil relativ hoch singt und seine Stimme in solchen Momenten der von Jon Anderson gleicht. Die einzelnen Titel sind vielschichtig aufgebaut, selten „frickelig“, die Melodie steht bei den Norwegern immer sehr im Vordergrund. Dabei wachsen die einzelnen Nummern mit jedem Durchlauf der Platte und wirken anschließend noch überzeugender.

Höhepunkte der Platte sind die Titel „La Bealtaine“, „This Past Presence“, „The River“ und „Lucid Dreams“. Somit fast alle Lieder des Albums. Und im Grunde genommen hätten an dieser Stelle auch die restlichen drei Lieder angeführt werden können, denn auch diese stehen den anderen qualitativ in Nichts nach, was „Rites At Dawn“ zu einer rundum gelungenen Scheibe werden lässt. Gerade in den sanfteren Abschnitten können Wobbler dabei sehr überzeugen, da hier ihr Gespür für die schöne Melodie noch ein wenig mehr zum Tragen kommt.

Fazit: Eine sehr schöne und überzeugende RetroProg Platte ist „Rites At Dawn“ von Wobbler geworden. Musik, ganz im Stile und Sinne des englischen Progressive Rock der früheren 70er Jahre des letzten Jahrhunderts. Es gibt viele Reminiszenzen zu anderen Bands zu erhören, die jedoch nie wie ein Plagiat sondern sehr viel eher nach einer Erweiterung der damaligen Musik klingen. Alle Hörerinnen und Hörer, die ihre musikalische Heimat im frühen Progressive Rock fühlen, werden mit „Rites At Dawn“ viel Freude haben. Sehr gelungen. Elf Punkte.

Anspieltipps: La Bealtaine, This Past Presence, The River, Lucid Dreams



Donnerstag, 27. September 2018

Crippled Black Phoenix – I, Vigilante




Crippled Black Phoenix – I, Vigilante


Besetzung:

Justin Greaves – drums, guitar, percussion, reverb
Joe Volk – vocals
Karl Demata – guitar, bottleneck, national, mandolin
Christian Heilmann – bass
Daisy Chapman – synthesizer, piano, vocals
Charlotte Nicholls – cello
Merijn Royaards – drums


Gastmusiker:

Danny Ashbury – hammond organ, synthesizer
Marc Ophidian – sample / electronics
Liz Purnell – trombone
Emma Hooper – viola
Sue Lord – violin


Label: KScope


Erscheinungsdatum: 2010


Stil: New Art Rock


Trackliste:

1. Troublemaker (8:29)
2. We Forgotten Who We Are (10:49)
3. Fantastic Justice (7:53)
4. Bastogne Blues (11:59)
5. Of A Lifetime (6:19)
6. Burning Bridges (2:28)

Gesamtspieldauer: 47:59



„I, Vigilante“, zu Deutsch „Ich , der Bürgerwehrler“ oder „Ich, der Selbstjustizler“, ist die vierte Veröffentlichung der britischen Band Crippled Black Phoenix um den Multi-Instrumentalisten Justin Greaves. Im Jahr 2010 erschien das Album auf dem Plattenlabel und wird in manchen Registern zu den EPs gezählt, was bei einer Laufzeit von knapp fünfzig Minuten einigermaßen seltsam erscheint. Ursprünglich war die Platte allerdings auf dem Label Invada Records veröffentlicht worden und dort waren die letzten beiden Stücke lediglich als Bonus Tracks vertreten gewesen – trotzdem hatte die Spielzeit noch fast vierzig Minuten betragen.

„I, Vigilante“ ist ein sehr beeindruckendes und überzeugendes Album geworden, welches Musik im Bereich des New Art Rock mit einigen Ausflügen hin zum Progressive Rock enthält. Die einzelnen Stücke sind dabei tieftraurig gehalten und handeln von Tragödien, die diverse Menschen ereilten. Das klingt packend, einnehmend, dicht und mitreißend. Neben der Gitarre kommt eine besondere Rolle dem Piano zu, welches das beherrschende Instrument bei den Titeln „We Forgotten Who We Are“ und „Fantastic Justice“ ist. Dazu noch der Klang des Cellos der Charlotte Nicholls und fertig sind die tiefbewegenden Stücke, die vielschichtig aufgebaut sind, aus mehreren unterschiedlichen Passagen bestehen und dabei durchaus auch zu rocken verstehen. Großartig gemacht.

Der nächste Höhepunkt auf „I, Vigilante“ heißt „Bastogne Blues“ und ist ebenfalls eine sehr bewegende Nummer. Hier erzählt zunächst ein Kriegsveteran, der an der Ardennenschlacht in Bastogne während des zweiten Weltkriegs beteiligt war, wie er einen jungen deutschen Soldaten erschießen musste, da dieser ihn sonst selbst erschossen hätte. Dies tut ihm unendlich leid und verfolgt ihn seitdem. Dieser deutsche Soldat, halb noch ein Kind, sah mit seinen blonden Haaren und seinen blauen Augen fast wie ein Engel aus. Und dieser Engel besucht ihn seitdem im Schlaf und er muss weinen und wird ihn nicht mehr los. Dies alles erzählt dieser Veteran und man hört dabei die verzerrten Töne eines Funkgerätes auf der Suche nach der richtigen Frequenz. Dann setzt die Musik ein, erneut tieftraurig, berührend und packend. Man kann gar nicht anders, als sich all das vorzustellen und hört ergriffen zu. Auch diese Nummer ist sehr überzeugend gemacht und kommt ohne jegliches Pathos oder Kitsch aus.

Bliebt noch „Of A Lifetime“, ein Journey Cover, welches von Daisy Chapman gesungen wird. Das Lied ist eine Rock-Nummer, die nicht zum Rest der Platte passen will. Ganz nett zwar, aber man versteht sofort, warum dieses Lied zunächst lediglich ein Bonus Track war. „Burning Bridges“ ist schließlich ein Titel aus dem gleichnamigen Film mit Clint Eastwood und Telly Savalas. Dieser fügt sich noch weniger in das Gesamtbild der Platte ein, klingt poppig und fröhlich und stellt einen durchaus etwas seltsamen Abschluss des Albums dar.

Fazit: „I, Vigilante“ ist ein sehr überzeugendes Album geworden. Packende und bewegende Musik bekommt man auf der Scheibe zu hören, die trotz viel Tiefgang rockt. Alles auf „I, Vigilante“ ist abwechslungsreich, auch wenn das wie beim letzten kurzen Ausklang der Platte nicht immer gelungen ist. Dafür ist der Rest umso mitreißender. Wer anspruchsvolle Musik mag, welche man so leider nie im Radio hört, die einen leichten Einschlag hin zum Progressive Rock besitzt und dabei immer ins Ohr geht, der oder dem sei „I, Vigilante“ von Cripppled Black Phoenix sehr ans Herz gelegt. Zwölf Punkte.

Anspieltipps: We Forgotten Who We Are, Fantastic Justice, Bastogne Blues



Mittwoch, 26. September 2018

Lift – Lift




Lift – Lift


Besetzung:

Werther Lohse – drums, vocals
Michael Heubach – synthsizer, organ, electric piano
Till Patzer – flute, vocals
Wolfgang Scheffler – electric piano, synthesizer
Henry Pacholski – vocals
Gerhard Zachar – bass guitar, vocals


Label: AMIGA (Wiederveröffentlicht durch Sony Music Entertainment)


Erscheinungsdatum: 1976


Stil: Art Rock, Deutsch Rock


Trackliste:

1. Wasser und Wein (3:45)
2. Fällt der erste Reif (4:15)
3. Und es schuf der Mensch die Erde (3:28)
4. Jeden Abend (4:11)
5. Früh am Morgen (4:21)
6. Ballade vom Stein (9:52)
7. Du falsche Schöne (2:54)
8. Komm her (3:32)
9. Abendstunde, stille Stunde (4:29)

Gesamtspieldauer: 40:50




Lift ist eine im Jahr 1973 in Dresden gegründete Rock Band, die trotz oder gerade aufgrund zahlreicher Umbesetzungen auch heute noch aktiv ist. Von den Gründungsmitgliedern ist allerdings keiner mehr in der jetzigen Formation vertreten. Im Jahr 1976 wurde die erste LP der Band auf dem DDR-Label Amiga veröffentlicht. Diese nannte die Band kurz nach dem eigenen Namen „Lift“ und die Platte wird heute oftmals auch mit „Lift 1“ betitelt.

Es sind durchaus ein paar nette Ideen auf „Lift“ von Lift enthalten, die sich mitunter dem Genre des Progressive Rock annähern. So klingen einige der Kompositionen durchaus interessant, kommen allerdings über dieses Stadium auch nach oftmaligem Hören in meinem Fall nicht hinaus. So ganz wollen die Melodien dann doch nicht zünden, was vor vierzig Jahren jedoch durchaus noch funktioniert haben kann, muss heute trotzdem nicht mehr unbedingt funktionieren. Etwas schwierig ist dabei auch der Gesang oder besser die Texte. Sehr pathetisch und für heutige Ohren inhaltlich etwas seltsam. Betrachtet man das Ganze jedoch als Zeitdokument, hinterlassen auch diese einen etwas interessanteren Eindruck, der mitunter allerdings unfreiwillig auch ins Komische abdriftet.

Ganz nett und eingängig klingen auf diesem ersten Lift-Album die Lieder „Wasser und Wein“, „Und es schuf der Mensch die Erde“, „Jeden Abend“ sowie „Du falsche Schöne“. Bei diesen Liedern wirken die Melodien etwas eingängiger. Art Rock mit progressivem Touch ist auch das Genre der anderen Stücke. Allerdings klingen diese oftmals so, wie man sich heute „Beat“-Musik der 70er Jahre vorstellt. Mit sowas konnte meine Oma damals überhaupt nichts anfangen und irgendwie kann ich sie da auch voll und ganz verstehen.

Fazit: Diese ostdeutsche Musik von Lift, die auch im Bereich des Progressive Rock fischt, besitzt längst nicht den Tiefgang, die Ideen oder auch nur ansatzweise die Eingängigkeit wie jene der westdeutschen Kollegen von Grobschnitt, Jane, Eloy, Can und und und. Trotzdem gibt es auch bei Lift lichte und helle Stellen, doch diese sind ganz eindeutig zu selten. Zu wenig kann da wirklich überzeugen. Acht Punkte.

Anspieltipps: Wasser und Wein, Und es schuf der Mensch die Erde, Jeden Abend, Du falsche Schöne



Dienstag, 25. September 2018

Gleb Kolyadin – Gleb Kolyadin




Gleb Kolyadin – Gleb Kolyadin


Besetzung:

Gleb Kolyadin – grand piano, keyboards


Gastmusiker:

Gavin Harrison – drums
Nick Beggs – bass
Theo Travis – flute, saxophones
Vlad Avy – guitars
Evan Carson – bodhran and percussion
Steve Hogarth – vocals on 8 & 13
Mick Moss – vocals on 2
Jordan Rudess – keyboards on 12


Label: Kscope


Erscheinungsdatum: 2018


Stil: Art Rock, Progressive Rock


Trackliste:

1. Insight (4:11)
2. Astral Architecture (6:29)
3. White Dawn (2:30)
4. Kaleidoscope (5:50)
5. Eidolon (2:10)
6. Into The Void (1:44)
7. The Room (4:13)
8. Confluence (10:23)
9. Constellation / The Bell (3:16)
10. Echo / Sigh / Strand (2:25)
11. Penrose Stairs (5:01)
12. Storyteller (3:19)
13. The Best Of Days (3:24)

Gesamtspieldauer: 55:01



„iamthemorning“ ist ein Duo, bestehend aus Marjana Semkina und Gleb Kolyadin, welches bisher drei Studioalben im Bereich des Progressive Rock und Chamber Pop veröffentlicht hat. Am 22. Februar 2018 erschien nun das erste selbstbetitelte Soloalbum des russischen Musikers Gleb Kolyadin auf dem Plattenlabel KScope. Zahlreiche Gastmusiker hat Gleb Kolyadin dazu um sich versammelt und eine Mischung aus Art Rock, Progressive Rock und moderner Klassik auf Platte gepresst.

Im Zentrum der Musik des Gleb Kolyadin steht dabei neben den Keyboards das Piano und ganz zwangsläufig kommen beim Hören der Platte Erinnerungen an die Musik des Keith Emerson auf. Als Beispiele seien hier die Titel „Kaleidoscope“, „Penrose Stairs“ oder „The Room“ angeführt. Da klingt die Musik des Gleb Kolyadin nach Progressive Rock in wunderschön lebhafter Ausführung, wie man sie nur selten mit einem Piano im Zentrum des Geschehens hört. Ergänzt wird dies durch das Saxophon oder dem Klang weiblicher Chorstimmen. Die Musik ist dabei insgesamt sehr eingängig, warm, dafür allerdings etwas weniger experimentell als bei Keith Emerson gehalten.

Schließlich gibt es auf der Platte auch solch Stücke, die fast schon ein wenig an moderne Klassik erinnern. „White Dawn“ oder „Constellation / The Bell“ wären Beispiele hierfür. Doch ganz egal, ob es mehr nach Progressive Rock oder etwas mehr nach Klassik klingt, an jeder Stelle des Albums hört sich die Musik des Gleb Kolyadin überzeugend an. Mit Mick Moss von Antimatter und Steve Hogarth von Marillion hat der russische Musiker dabei überzeugende Sänger gefunden, welche bei drei Titeln diese sehr melodiöse und eingängige Musik auch gesanglich sehr abwechslungsreich umsetzen. Ebenfalls sehr gelungen ist das variantenreiche Schlagzeugspiel des Gavin Harrison, früher Porcupine Tree und inzwischen Schlagzeuger bei The Pineapple Thief, der manchem Stück den perfekten Groove verleiht.

Fazit: Ein sehr überzeugendes Solo-Album ist dem russischen Pianisten Gleb Kolyadin mit seinem selbstbetitelten Debut gelungen. Irgendwo im Bereich zwischen Progressive Rock und moderner Klassik angesiedelt, stellt die Platte ein wahres Füllhorn toller Ideen und eingängiger Melodien dar. Mitreißende Musik, die hoffentlich ein breites Publikum finden wird. Lohnt sich. Dreizehn Punkte.

Anspieltipps: Insight, Astral Architecture, The Room, Confluence



Montag, 24. September 2018

Angus & Julia Stone – Angus & Julia Stone




Angus & Julia Stone – Angus & Julia Stone


Besetzung:

Angus Stone – vocals, electric guitar, acoustic guitar, kalimba, tambourine
Julia Stone – vocals, electric guitar, acoustic guitar


Gastmusiker:

Chris Dave – drums
Jason Lader – bass
Lenny Castro – percussion
Ryan Hewitt – percussion, tambourine
Ben Edgar – acoustic guitar, electric guitar, noise, ambience
John Solo – wurlitzer, hammond organ, rhodes, piano, hammond b3, vibes, mellotron
Thomas Bartlett – piano, rhodes, synthesizer, organ, pump organ, damped piano, mellotron
Jo Syme – group vocals
Tom Iansek – group vocals
Gus Rigby – group vocals
Matt Johnson – drums, percussion
Rob Calder – bass
Ed Roth – wurlitzer, piano
Elliot Hammond – drums


Label: Universal Music


Erscheinungsdatum: 2014


Stil: Folk, Pop


Trackliste:

1. A Heartbreak (4:16)
2. My Word For It (4:08)
3. Grizzly Bear (4:08)
4. Heart Beats Slow (4:35)
5. Wherever You Are (3:41)
6. Get Home (4:31)
7. Death Defying Acts (5:13)
8. Little Whiskey (3:36)
9. From The Stalls (5:09)
10. Other Things (2:59)
11. Please You (5:40)
12. Main Street (5:35)
13. Crash And Burn (6:36)

Gesamtspieldauer: 1:00:14



„Angus & Julia Stone“ heißt das selbstbetitelte, dritte Album des australischen Singer-Songwriter-Duos Angus und Julia Stone. Es wurde am 1. August 2014 in Australien durch EMI Music Australia, in den Vereinigten Staaten durch American Recordings und in Europa durch Universal Music veröffentlicht. Zwei Singleauskopplungen entstammen dem Album. „Heart Beats Slow” erschien am 27. Mai 2014 und „A Heartbreak” am 8. Juli 2014. „Angus & Julia Stone“ ist die bisher erfolgreichste Platte des Duos und erreichte in mehreren Ländern, darunter auch Deutschland, Frankreich, die Niederlande und Neuseeland die Top 10.

Sanften und mitunter poppigen Folk bekommt man auf dem dritten Album des Geschwisterpaares aus Australien zu hören. Die Gesangsparts teilen sich die beiden. Abwechselnd oder auch mal im Duett präsentieren sie ihre Lieder völlig unaufgeregt und eingängig. Sehr melodiös sind die einzelnen Titel ausgestattet und gehen dementsprechend auch gut ins Ohr. Ein paar Durchgänge benötigt man allerdings schon für diese Scheibe. Klingt die Musik von Angus und Julia Stone beim ersten Mal des Hörens weich und warm, so werden die einzelnen Titel mit weiteren Durchläufen immer vertrauter und die Melodien eröffnen sich einem noch deutlich mehr und setzen sich schließlich fest.

Ausfälle gibt es auf dieser Platte keine zu beklagen, alles klingt, alles klingt sogar schön. Besonders eingängig und gelungen hören sich die beiden Geschwister bei den Titeln „Death Defying Acts“ sowie „Main Street“ an. Ebenfalls zwei ruhige, folkige Nummern, die ein wenig Schwermut transportieren, dabei sehr schnell ins Ohr gehen. Mag man es etwas sehnsüchtiger, so sei an dieser Stelle der letzte Titel des Albums, „Crash And Burn“, erwähnt. Auch ein Beispiel dafür, dass die Musik von Angus und Julia Stone mit der Zeit in den Ohren reift, wobei dieses Lied sogar noch deutlich rockiger klingt, als der Großteil der restlichen Nummern des Albums.

Fazit: Eingängigen und melodiösen, zumeist sanften Folk bekommt man auf dem dritten Album von Angus und Julia Stone geboten, welches sie überraschenderweise lediglich mit „Angus & Julia Stone“ betitelten. Nur selten wird auf der Platte das Tempo angezogen, zumeist stehen freundliche Harmonien im Vordergrund. Gerockt, wie auf der letzten Nummer, wird eher selten. Für alle, die die Ruhe in der Musik suchen, die sich am besten bei sanften und weichen Tönen entspannen können sehr geeignet. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Death Defying Acts, Main Street, Crash And Burn



Sonntag, 23. September 2018

Florence And The Machine – How Big, How Blue, How Beautiful




Florence And The Machine – How Big, How Blue, How Beautiful


Besetzung:

Florence Welch – lead vocals (all tracks), backing vocals (tracks 1–10, 12, 13), body percussion (track 9), handclaps, stamps (track 14), piano, percussion (track 15)
Rob Ackroyd – electric guitar (tracks 1, 2, 4, 7–9), acoustic guitar (tracks 3, 13), ukulele (track 9)
Rusty Bradshaw – piano (track 4)
Chris Hayden – drums (tracks 1–3, 6–9, 13), percussion (tracks 1, 2, 6, 8, 13)
Tom Monger – harp (track 13)
Mark Saunders – bass (tracks 2–4, 6–9)
Isabella Summers – Rhodes organ (track 3), handclaps, stamps, strings (track 14), bass, drums, keyboards, production, programming, synths (tracks 14, 16), percussion, rhodes (track 16)


Gastmusiker:

Leo Abrahams – acoustic guitar (track 1), electric guitar (tracks 2, 4–6, 9)
Max Baillie – viola (tracks 3, 5)
John Barclay – trumpet (tracks 2–4, 9), piccolo trumpet (track 3)
Nick Barr – viola (track 4)
Robin Baynton – rhodes organ (track 3), piano (tracks 3, 6, 9), organ (track 6)
Alex Beitzke – guitar (track 16)
Ian Belton – violin (tracks 3, 5)
Benson – additional keyboards, brass arrangements, flute arrangements, programming, string arrangements (track 4), backing vocals (track 7)
Iain Berryman – acoustic guitar, harmonium, piano (track 8), body percussion, cornet (track 9)
Nigel Black – french horn (tracks 2–4, 9)
Fiona Bonds – viola (tracks 3, 5)
Natalia Bonner – violin (tracks 3, 5)
Ian Burdge – cello (tracks 3–5)
Gillon Cameron – violin (tracks 3–5)
Elise Campbell – french horn (tracks 2–4, 9)
Philip Cobb – trumpet (tracks 2–4, 9), flugel trumpet (track 3)
Nick Cooper – cello (tracks 3, 5)
Andy Crowley – trumpet (tracks 2–4, 9)
Adman Dayes – trombone (track 14)
Alison Dods – violin (tracks 3, 5)
Markus Dravs – glockenspiel (track 1), percussion, synths (track 2), bass synth (track 5), programming (tracks 7, 10), body percussion, electric guitar (track 9), woodwind arrangements (track 10)
Pip Eastop – french horn (tracks 2–4, 9)
Richard Edwards – tenor trombone (tracks 2–4, 9)
Paul Epworth – bass, drums, guitar, organ, percussion, synths (track 11)
James Ford – woodwind arrangements (track 10), programming (tracks 10, 12), bass, drums, guitar, keyboards, percussion, piano, production, synths (track 12)
Wayne Francis – saxophone (track 14)
James Hallawell – hammond organ (tracks 1, 4), farfisa, organ, piano (track 7)
Sophie Harris – cello (tracks 3, 5)
Ali Helnwein – brass arrangements, string arrangements (track 3), strings (track 16)
Sally Herbert – conducting (tracks 3–5), orchestration (tracks 3–5, 10), brass arrangements, flute arrangements, string arrangements (track 4), brass conducting, brass orchestration (track 9), woodwind arrangements (track 10)
John Hill – brass arrangements, synths (track 2)
Charlie Hugall – percussion (track 13)
Ian Humphries – violin (tracks 3, 5)
Matt Ingram – drums, percussion (track 4)
Sam Jacobs – french horn (tracks 2–4, 9)
Steve Jones – electric guitar (tracks 3, 7)
Kid Harpoon – bass, drums, percussion, production, cp70 synth (track 1), electric guitar (tracks 1, 13), brass arrangements, brass writing (track 2), acoustic guitar, piano (track 13)
Patrick Kiernan – violin (tracks 3, 5)
Rick Koster – violin (track 4)
Oli Langford – violin (track 4)
Orlando Leopard – additional arrangement, bass, harmonium, organ, piano (track 13)
Eliza Marshall – alto flute, flute (tracks 3, 4)
Oren Marshall – tuba (tracks 2–4, 9)
Janelle Martin – backing vocals (tracks 1–4, 9)
Ciaran McCabe – violin (tracks 3, 5)
Nim Miller – backing vocals (tracks 1–4, 9)
Ann Morfee – violin (tracks 3, 5)
Everton Nelson – violin (track 4)
Daniel Newell – flugel, piccolo trumpet, trumpet (track 4)
Baby N'Sola – backing vocals (tracks 1–4, 9)
Will Owen – brass arrangements (track 3), string arrangements (tracks 3, 5)
Pete Prokopiw – cimbalom, harp (track 3), programming (tracks 6, 7, 10)
Richard Pryce – bass (tracks 3, 5)
Ian Rathbone – viola (tracks 3, 5)
Tom Rees-Roberts – trumpet (tracks 2–4, 9)
Rachel Robson – viola (tracks 3, 5)
Brett Shaw – additional percussion (track 15)
Lucy Shaw – bass (tracks 3, 5)
Emlyn Singleton – violin (tracks 3, 5)
Julia Singleton – violin (tracks 3, 5)
Sonia Slany – violin (tracks 3, 5)
John Smart – violin (tracks 3, 5)
Ed Tarrant – Euphonium (tracks 2–4, 9)
Nick Walters – trumpet (track 14)
Bruce White – viola (track 4)
Andy Wood – Euphonium (tracks 2–4, 9), trombone (track 4)
Rebecca Wood – cor anglais, oboe (track 1)
Chris Worsey – cello (tracks 3, 5)


Label: Island Records


Erscheinungsdatum: 2015


Stil: Independent Pop


Trackliste:

1. Ship To Wreck (3:54)
2. What Kind Of Man (3:36)
3. How Big, How Blue, How Beautiful (5:34)
4. Queen Of Peace (5:07)
5. Various Storms & Saints (4:09)
6. Delilah (4:53)
7. Long & Lost (3:15)
8. Caught (4:24)
9. Third Eye (4:20)
10. St. Jude (3:45)
11. Mother (5:49)

Gesamtspieldauer: 48:50



„How Big, How Blue, How Beautiful” heißt das dritte Studioalbum der englischen Band Florence And The Machine. Es wurde am 29. Mai 2015 auf dem Plattenlabel Island Records veröffentlicht. Die Platte kletterte gleich nach der Veröffentlichung bis auf Platz 1 der englischen Charts und tat es damit den beiden Vorgängern gleich, zudem erhielt das Album fünf Grammy Awards Nominierungen. Vier Singles wurden mit den Liedern „What Kind Of Man“, „Ship To Wreck“, „Queen Of Peace“ und „Delilah“ aus „How Big, How Blue, How Beautiful” ausgekoppelt. Das Album entstand nach einer einjährigen schöpferischen Pause der Florence Welch und beschäftigt sich inhaltlich mit persönlichen Konflikten und Kämpfen der britischen Sängerin.

„How Big, How Blue, How Beautiful” ist ein grundsolides Pop-Album geworden. Die einzelnen Titel unterhalten und gehen zum Teil auch direkt ins Ohr. Großartige Experimente geht Florence Walsh bei ihrer Musik des Albums nicht ein. Ihre ausdrucksstarke Stimme steht im Vordergrund, untermalt von eingängigen Melodien und zum überwiegenden Teil nach vorne treibenden Rhythmen. Chorgesänge lockern das Gesamtbild der Platte immer wieder auf und man kann „How Big, How Blue, How Beautiful” auch ohne Weiteres nebenbei hören, nichts zwing einen dabei, sich auf das Gehörte zu konzentrieren. Doch auch das intensivere Hören lohnt, da das dritte Album von Florence And The Machine eines wurde, welches irgendwie zu allem passt ohne großartig Negatives zu finden.

Besonders gelungene Lieder auf „How Big, How Blue, How Beautiful” sind das rockige und zum Teil richtiggehende mitreißende „What Kind Of Man“, der sehr eingängige Titeltrack „How Big, How Blue, How Beautiful“, der in einen wunderschönen orchestralen Teil mündet. Ebenfalls sehr gelungen klingt der nächste Titel, „Queen Of Peace“. Ebenfalls orchestral mit jeder Menge Streicher eingeleitet, nimmt dieses Lied dann Fahrt auf und geht schnell ins Ohr. „Third Eye“ schließlich klingt kraftvoll, ebenfalls sehr eingängig und wird mit zahlreichen Choreinätzen unterfüttert.

Fazit: Ein schönes und eingängiges Pop-Album ist „How Big, How Blue, How Beautiful” von Florence And The Machine geworden. Auf der Platte wird die Musik nicht neu erfunden, ganz im Gegenteil es wird auf Altbewährtes gesetzt. Die Stimme der Florence Welch hebt die Musik dann etwas über den Durchschnitt heraus und somit schafft es diese Platte zu unterhalten – gut zu unterhalten. Alles gut. Neun Punkte.

Anspieltipps: What Kind Of Man, How Big How Blue How Beautiful, Queen Of Peace, Third Eye



Samstag, 22. September 2018

Roxy Music – Country Life




Roxy Music – Country Life


Besetzung:

Bryan Ferry – vocals, keyboards, harmonica
John Gustafson – bass
Eddie Jobson – strings, synthesizer, keyboards
Andy Mackay – oboe, saxophone
Phil Manzanera – guitar
Paul Thompson – drums


Label: Virgin Records


Erscheinungsdatum: 1974


Stil: Art Pop


Trackliste:

1. The Thrill Of It All (6:24)
2. Three And Nine (4:04)
3. All I Want Is You (2:53)
4. Out Of The Blue (4:46)
5. If It Takes All Night (3:13)
6. Bitter-Sweet (4:50)
7. Triptych (3:09)
8. Casanova (3:27)
9. A Really Good Time (3:45)
10. Prairie Rose (5:12)

Gesamtspieldauer: 41:47




„Country Life“ heißt das vierte Album der englischen Rockband Roxy Music. Es erschien am 15. November 1974 auf den Plattenlabels Island Records sowie Polydor in Europa und wurde inzwischen in einer remasterten Version auf Virgin Records wiederveröffentlicht. Die Platte kletterte bis auf Platz 3 der britischen Charts und erreichte auch in den Vereinigten Staaten Platz Nummer 37 und war somit das erste Album der Engländer, welches sich in den USA unter den Top 40 platzieren konnte. Im Jahr 2003 wurde das Album auf Platz 387 der Liste der 500 größten Alben aller Zeiten des Rolling Stone Magazins geführt. Es war eines von vier Roxy Music-Alben, die auf dieser Liste eingereiht wurden. Die anderen sind „For Your Pleasure“, „Siren“ sowie „Avalon“.

Auf dem Cover sind die beiden leicht bekleideten Models Constanze Karoli (Cousine von Can‘s Michael Karoli) und Eveline Grunwald (zu der Zeit die Freundin von Michael Karoli) zu sehen. Bryan Ferry traf sie in Portugal und überredete sie, für das Cover auf diese Weise zu posieren. Zudem unterstützen sie ihn bei der Übersetzung einiger Sätze, die Bryan Ferry beim Lied „Bitter-Sweet“ auf Deutsch einsingt. Das Titelbild wurde in den USA, Spanien und den Niederlanden als zu pornographisch beziehungsweise sexistisch angesehen und dort zensiert. Stattdessen gab es dort dann die Rückseite der Platte auch auf der Vorderseite zu sehen. Man sieht Bäume.

Die Lieder stammen einmal mehr hauptsächlich aus der Feder des Bryan Ferry, Andy Mackay unterstützte ihn bei den Liedern „Three And Nine“ und „Bitter-Sweet“. Gitarrist Phil Manzanera tat selbiges bei den Titeln „Out Of The Blue“ sowie „Prairie Rose”. Auch auf „Country Life“ hört man sehr abwechslungsreichen und „intelligenten“ Pop-Rock, der zu allermeist mit sehr schönen Melodien aufwartet, die auch ins Ohr gehen. Die Stimmung auf der Platte ist ein klein wenig rockiger als noch auf „Stranded“, mit den Atmosphären wird allerdings auch auf „Country Life“ gespielt. Jedoch klingt dies alles deutlich weniger experimentell, sondern sehr viel geradliniger ausgerichtet, ohne dabei anbiedernd zu klingen. Doch der Weg in die Charts und zur sehr erfolgreichen Band ist bereits vorgezeichnet.

Die Höhepunkte der Platte befinden sich für mich in deren Mitte und heißen „Bitter-Sweet“ sowie „Triptych“. „Bitter-Sweet“ ist wie ein abwechslungsreiches Theater-Schauspiel arrangiert, bei dem Bryan Ferry diese paar Sätze auf Deutsch einsingt. Hier sind Roxy Music wieder mal im Progressive Rock verwurzelt. „Triptych“ startet wie ein Lied, welches im Mittelalter entstand. Die Instrumentierung gestaltet sich entsprechend. Die Melodie geht ins Ohr und trägt ebenso zur Mannigfaltigkeit des Albums bei.

Fazit: Alles wie gehabt bei Roxy Music. Und das ist sehr positiv gemeint. Auch „Country Life“ ist ein sehr abwechslungsreiches und spannendes Album geworden. Pop, härterer Rock, Progressive Rock, ein wenig Folk und etwas mittelalterliche Anleihen gibt es darauf zu hören. Die Musik entwickelt sich hier schon zum Teil in die Richtung der radiotauglichen Kompatibilität, ohne diese schon ganz zu erreichen. Neun Punkte.

Anspieltipps: Bitter-Sweet, Triptych



Freitag, 21. September 2018

William Fitzsimmons – Mission Bell




William Fitzsimmons – Mission Bell


Besetzung:

William Fitzsimmons – lead vocals, percussion, mellotron, acoustic guitar, electric guitar, xylophone, kick drum, roland pad, shaker, bells, floor tom, piano, banjo


Gastmusiker:

Adam Landry – drums, bass, polysynth, acoustic, histring, baritone, electric & slide guitar, percussion, piano, tambourine, mellotron, mcp loop, subbass, bells
Abby Gundersen – background vocals, violin
Julian Dorio – drums
Rosie Thomas – background vocals


Label: Grönland


Erscheinungsdatum: 2018


Stil: Folk, Pop


Trackliste:

1. Second Hand Smoke (3:47)
2. Distant Lovers (3:23)
3. 17+ Forever (3:50)
4. Angela (4:40)
5. In The Light (3:40)
6. Lovely (5:53)
7. Never Really Mine (3:52)
8. Leave Her (3:26)
9. Wait For Me (3:47)
10. Afterlife (3:39)

Gesamtspieldauer: 40:01




William Fitzsimmons ist ein US-amerikanischer Sänger und Songwriter, der ursprünglich aus Pittsburgh, Pennsylvania stammt und inzwischen in Springfield, Illinois lebt. „Mission Bell“ heißt sein achtes Studio-Album und es erscheint heute, am 21. September auf dem Plattenlabel Grönland. Das Album entstand nach einer sehr bewegten Zeit im Leben des Musikers. Ursprünglich wurde es im Juli 2017 fertiggestellt, doch wurde William Fitzsimmons wenige Tage später mit der Situation konfrontiert, dass seine Frau ihn mit seinem Freund und Bandkollegen betrogen hatte und ihn verließ. An eine Veröffentlichung der Platte war nun nicht mehr zu denken. Viele Monate später lernte William Fitzsimmons über seinen Manager den Produzenten Adam Landry kennen. Alles wurde auf Anfang gestellt und die Platte in Nashville neu und überarbeitet eingespielt.

Im Begleittext zum Album schreibt der Musiker: „Mission Bell“ ist nicht nur das Resultat der Asche eines gescheiterten Albums und einer gescheiterten Phase meines Lebens, sondern auch die Wiedergeburt des Wunsches und des Ziels, etwas zu schaffen, was zutiefst ehrlich, auf höchst unbequeme Weise persönlich und vollkommen leidenschaftlich sein würde. Es entstand mit absoluter Hingabe, ohne Rücksicht darauf, was ich jemals vorher gemacht hatte oder was noch in Zukunft kommen würde. (…) Ich wollte diese Platte eigentlich nicht machen, aber sie ist das Beste, was mir je gelungen ist.

Auf „Mission Bell“ hört man Folk Musik, die an mancher Stelle bis an das Genre des Pop hineinreicht und sich inhaltlich mit den überraschenden, manches Mal abrupten Änderungen im Leben eines Menschen beschäftigt. Die zehn Lieder des Albums klingen allesamt überaus melodiös und durch ihre sehr zarte Instrumentierung fast schon zerbrechlich. Im Vordergrund steht die sanfte und einfühlsame Stimme des Willam Fitzsimmons, meist begleitet durch zurückhaltende Gitarrenklänge. Abby Gundersen und Rosie Thomas vervollständigen den Gesamteindruck durch ihren überwiegend zarten Hintergrundgesang.

Die Stimmung des Albums ist durchgängig eine eher melancholisch-sentimentale. Nachdenkliche, manchmal traurig klingende Lieder, die perfekt in eine eher herbstliche Stimmung passen. Musik für die stillen Momente des Lebens, für die etwas ruhigeren Passagen des Tages, welche hektische Momente langsam ausklingen lassen. Mit jedem Durchlauf der Scheibe wird „Mission Bell“ noch ein wenig eingängiger, obwohl die einzelnen Stücke bereits beim ersten Mal des Hörens wirken und klingen. Die Slide-Gitarre erinnert an mancher Stelle an das Herkunftsland des Musikers, insgesamt ist die Musik des Albums fest im Folk, weniger im Pop oder Country verwurzelt.

Fazit: „Mission Bell“ von William Fitzsimmons ist für Freundinnen und Freunde der eher ruhigeren Töne bestens geeignet. Wer auf schöne und sanfte Melodien steht, die oder der wird mit diesem Album belohnt. „Mission Bell“ passt perfekt in die eher dunkle Jahreszeit, verströmt Melancholie ohne dabei in Selbstmitleid zu versinken. Ein schönes, folkiges Album, welches zum Genießen einlädt und zehn überzeugende Titel enthält. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Second Hand Smoke, Distant Lovers, Lovely


Tourdaten 2018:

2. Oktober 2018, Dresden – Beatpol
4. Oktober 2018, München – Technikum
8. Oktober 2018, Stuttgart – Im Wizemann
17. Oktober 2018, Hamburg – Grünspan
24. Oktober 2018, Berlin – Heimathafen