Sonntag, 24. Februar 2019

Focus – X




Focus – X


Besetzung:

Thijs van Leer – hammond organ, flute, vocoder, spoken vocals (tracks 1, 7, 11)
Pierre van der Linden – drums, percussion
Menno Gootjes – guitar, acoustic guitars (track 8)
Bobby Jacobs – bass guitar


Gastmusiker:

Ivan Lins – vocals (tracks 6, 11)
Berenice van Leer – vocals (track 10)


Label: Eastworld Recordings


Erscheinungsdatum: 2012


Stil: Jazzrock, Fusion, Progressive Rock


Trackliste:

1. Father Bacchus (4:03)
2. Focus 10 (5:48)
3. Victoria (5:27)
4. Amok In Kindergarten (5:00)
5. All Hens On Deck (5:44)
6. Birds Come Fly Over (Le Tango) (5:26)
7. Hoeratio (5:38)
8. Talk Of The Clown (2:58)
9. Message Magique (3:52)
10. Crossroads (5:39)

Gesamtspieldauer: 49:40




„Focus X“ oder einfach „X“ heißt das zehnte Studioalbum der niederländischen Progressive Rock Band Focus, das am 5. November 2012 auf dem Plattenlabel Eastworld Recordings veröffentlicht wurde. „Focus X“ ist das erste Studioalbum der Gruppe seit sechs Jahren. Erneut hatte es einen Wechsel in der Besetzung gegeben. Menno Gootjes ist nun an der Gitarre zu hören, er ersetzt den vorherigen Gitarristen Niels van der Steenhoven. Das Cover des Albums wurde von Roger Dean entworfen und gemalt.

„Focus X“ ist wahrlich eine positive Überraschung geworden. Die Musik auf dem Album ist abwechslungsreich, mal etwas rockiger, dann wieder leicht jazzig angehaucht und schließlich auch verspielt und verträumt. Und sogar einige Klänge die nach Mittelalter klingen gibt es darauf zu hören. Dazu gibt es einige Nummern auf der Platte, die sehr schön ins Ohr gehen und sich alleine dadurch schon von den letzten Veröffentlichungen der Band abheben, wo man diese Stücke suchen musste und kaum fand.

Höhepunkt des Albums ist der Titel „Birds Come Fly Over (Le Tango)“. Eine irgendwie schleppend und relaxt beginnende Nummer, zu der Ivan Lins singt. Da Lied klingt schließlich leicht getragen und erschließt so sehr schön im Ohr. „Hoeratio“ hört sich spannend an. Hier wird in lateinischer Sprache ein Werk von Horatius vorgetragen, die Musik steht dabei zunächst fast im Hintergrund und endet in einem langen, rockigen Gitarren-Solo, nach Abschluss der Worte. Schließlich singt Horatius seine Verse in fast schon komödiantischer Art und Weise ein. Wahrlich ein außergewöhnliches Stück.

Fazit: Man hört auf „Focus X“ Rock, Pop, Jazz, Mittelaltermusik und etwas Ambient. Das alles vereint auf einem Album, welches nicht zusammengestückelt sondern sogar irgendwie passend klingt. Einige der Nummern gehen sehr gut ins Ohr und vieles auf „Focus X“ klingt ungewohnt und spannend. Kein Meilenstein der Musik, jedoch gute Unterhaltung. Neun Punkte.

Anspieltipps: Birds Come Fly Over (Le Tango), Crossroads



Samstag, 23. Februar 2019

Steve Hackett – Wild Orchids




Steve Hackett – Wild Orchids


Besetzung:

Steve Hackett – guitars, electric sitar, harmonica, psaltery, optigan & voices


Gastmusiker:

Roger King – keyboards and programming and rhythm guitar on "Down Street".
John Hackett – principal flute on "To A Close", "She Moves In Memories", "Cedars Of Lebanon" & riff guitar on "Ego & Id"
Rob Townsend – saxes, principal flute on "Linda", alto flute on "She Moves In Memories", tin whistle and bass clarinet.
Gary O'Toole – drums and harmony voices.
Nick Magnus – keyboards on "Ego & Id".
Christine Townsend – principal violin, viola
Richard Stewart – cello
Dick Driver – double bass
Colin Clague – trumpet
Chris Redgate – oboe, cor anglais


Label: Camino Records / InsideOut Music


Erscheinungsjahr: 2006


Stil: Art Rock, Progressive Rock


Trackliste:

1. Transylvanian Express (3:44)
2. Waters Of The Wild (5:34)
3. Set Your Compass (3:37)
4. Down Street (7:33)
5. A Girl Called Linda (4:44)
6. Blue Child (4:24)
7. To A Close (4:48)
8. Ego & Id (4:08)
9. Man In The Long Black Coat (5:07)
10. Cedars Of Lebanon (4:01)
11. Wolfwork (4:49)
12. Why (0:47)
13. She Moves In Memories (5:00)
14. The Fundamentals Of Brainwashing (3:00)
15. Howl (4:30)
16. A Dark Night In Toytown (3:42)
17. Until The Last Butterfly (2:28)

Gesamtspieldauer: 1:12:04




„Wild Orchids“ ist das achtzehnte Studioalbum des englischen Gitarristen und Sängers Steve Hackett. Es wurde am 11. September 2006 auf dem Plattenlabel Camino Records veröffentlicht und erschien später auch auf dem Label InsideOut Music. „Wild Orchids“ ist das letzte Steve Hackett Album mit einem Cover, das von seiner zweiten Frau Kim Poor entworfen wurde. Nach dem Erscheinen der Platte trennte sich das Paar.

Steve Hackett hat inzwischen schon lange seinen musikalischen Stil gefunden. Und dieser bedeutet, dass er jede Menge musikalische Stile bedient. Selbstverständlich gibt es auf „Wild Orchids“ Progressive Rock zu hören. Aber auch Folk, Pop, Rock, moderne Klassik, Weltmusik und viele weitere Genres werden angedeutet oder direkt angespielt. Somit kommt beim Hören niemals Langeweile auf, einheitlich klingt es inzwischen allerdings dann doch dadurch, weil es Steve Hackett Musik ist und diese ist eben nicht mehr auf nur ein musikalisches Genre festzulegen. Vieles auf „Wild Orchids“ geht gut ins Ohr, ist melodiös und eingängig. Mal klingt es dabei rockiger, mal poppiger, mal progressiver und dann wieder orchestraler. Überzeugend hört sich das immer an und macht Spaß. Einlassen können muss man sich allerdings auf diese Musik können und an dieser Stelle wird es für eher „Radiokonsumenten“ sicherlich dann doch deutlich schwieriger.

Höhepunkte gibt es einige auf „Wild Orchids“. Für mich sind es der Opener der Special Edition Ausgabe der Platte, das Instrumentalstück „Transylvanian Express“, welches bereits beim ersten Mal des Hörens mitreißt. Dann das zum Teil fast schon aggressive „Down Street“, welches aus vielen, auch sanfteren Passagen aufgebaut ist. Ich mag das Bob Dylan Cover „Man In The Long Black Coat” sehr und auch eine Nummer, die ebenfalls nur auf der Special Edition vorhanden ist, das Lied „Cedars Of Lebanon“. Bei letzterem handelt es sich um ein Lied mit viel Orchestereinsatz, welches so schön verwunschen klingt. Schließlich möchte ich an dieser Stelle noch das etwas jazzige „Howl“ erwähnen, ein tolles Lied, welches erst mit dem erneuten Hören zündet.

Fazit: Mit „Wild Orchids“ legt Steve Hackett einmal mehr ein sehr abwechslungsreiches Album vor, welches in vielen musikalischen Genres Zuhause ist. Die Musik geht fast durchgängig gut ins Ohr und man weiß niemals, was einen als nächstes auf dieser Scheibe erwartet. Die einzelnen Lieder erfordern die volle Konzentration von der Hörerin und dem Hörer, dann wirken sie richtig und überzeugend. Elf Punkte.

Anspieltipps: Transylvanian Express, Down Street, Man In The Long Black Coat, Cedars Of Lebanon, Howl



Freitag, 22. Februar 2019

In Balance – 18




In Balance – 18


Besetzung:

Rossero Adrien
Alan Ellena
Hervé Guillemard


Label: Self Released


Erscheinungsjahr: 2019


Stil: Heavy Pop


Trackliste:

1. Paralyzed (3:30)
2. Come On (3:35)
3. The First (3:37)
4. Outerspace (3:17)
5. Love (2:57)
6. Lead The Way (4:39)
7. Jynx Maze (3:37)
8. Save Me (4:06)
9. Come With Us (3:49)
10. Load Of Dreams (4:43)

Gesamtspieldauer: 37:53



„18“ heißt das Album des französischen Trios In Balance aus Lyon. Am 22. Februar 2019 wird das Album veröffentlicht und enthält Musik, die wahrlich ins Ohr und in die Beine geht. Heavy Pop mit Ohrwurmpotenzial gibt es auf „18“ zu hören, der jederzeit abwechslungsreich klingt und auch länger nachhallt.

Vergleiche sind in der Musik immer schwierig, doch wenn man sich auf In Balance und ihr Werk „18“ einlässt, dann kommen zwangsläufig Assoziationen zu einer Band wie Muse und ihrer neuesten Platte „Simulation Theory“ auf. Nur mit dem kleinen Unterschied, dass die Musik von In Balance in diesem Fall zumindest deutlich eingängiger und interessanter klingt. Diese Mischung aus elektronischem Pop und Alternative Rock hat was, wobei der Schwerpunkt der Musik durchaus im Pop angesiedelt ist. Dieser klingt kraftvoll und eingängig und ist jederzeit spannend und unterhaltend. Hinzu entwickelt sich diese Scheibe auch noch, wobei die Füße bereits beim ersten Mal des Hörens mitwippen werden.

Das Zuhören lohnt hier und es klingt auf „18“ auch nichts nach „Füllmaterial“. Anspieltipps und Höhepunkte der Platte sind für mich die Nummern „Jynx Maze“ und „Come With Us“. „Jynx Maze“ ist eine perfekte Synthese aus Pop und Rock, die ins Ohr geht und mitreißt. „Come With Us“ beginnt sphärisch, man glaubt schließlich ein Pop-Lied zu hören, bis die Nummer losrockt. Und nun beginnt erneut ein überaus gelungenes Wechselspiel aus poppigen und rockigen Zutaten, welches sich lohnt gehört zu werden.

Fazit: Heavy Pop bedeutet in Falle von In Balance und ihrem Album „18“ die überzeugende Synthese aus Pop und Rock. Die Musik auf „18“ klingt eingängig, poppig, rockig und niemals langweilig. Die Riffs können dabei durchaus mal härter aus den Boxen fliegen, die Melodie des Titels geht deswegen jedoch niemals verloren. Very britisch, liebe Franzosen. Acht Punkte.

Anspieltipps: Jynx Maze, Come With Us



Donnerstag, 21. Februar 2019

Motorpsycho – The Crucible




Motorpsycho – The Crucible


Besetzung:

Tomas Järmyr – drums, percussion, vocals, mellotron
Hans Magnus Ryan – guitars, vocals, piano
Bent Sæther – bass, vocals, guitars, mellotron


Gastmusiker:

Susanna Wallumrød – vocals on "Lux Aeterna"
Lars Hornverth – reeds on "Lux Aeterna"
Deathprod – audio virus


Label: Stickman Records


Erscheinungsjahr: 2019


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

1. Psychotzar (8:43)
2. Lux Aeterna (10:55)
3. The Crucible (20:51)

Gesamtspieldauer: 40:30




Nicht ganz einfach den Kosmos der Musik der norwegischen Band Motorpsycho zu durchdringen, doch das am 15. Februar 2019 erschienene Album „The Crucible“ dürfte tatsächlich bereits die zweiundzwanzigste Studio-Veröffentlichung der fleißigen Norweger sein. „The Crucible“ wurde auf dem Plattenlabel Stickman Records veröffentlicht und ist mit einer Gesamtlaufzeit von etwas über vierzig Minuten deutlich kürzer ausgefallen, als jenes 2017 veröffentlichte Doppelalbum „The Tower“.

Musikalisch schließt „The Crucible“ ganz klar am Vorgänger an. Auch auf diesem neuen Album hört man die ganze musikalische Bandbreite der Skandinavier. Diese reicht von sanften und zurückhaltenden Klängen, die akustisch dargeboten werden bis hin zu sich anscheinend im Prozess der Explosion befindlichen Musikinstrumenten, welche offenbar eine beginnende Kakophonie zum ultimativen Hörerlebnis glorifizieren wollen. All diese Passagen gehen nebst unterschiedlichen Atmosphären wie selbstverständlich ineinander über, ergänzen sich zu einem Ganzen, welches überaus melodisch, dann wieder brachial aus den Boxen strömt. Die Norweger spielen mit Stimmungen, Melodien, Rhythmen und Tempi in einer wunderbaren Art und Weise, die „The Crucible“ zu einem abwechslungsreichen und spannenden Album werden lassen.

Besonders gelungen klingt auch der häufige Mellotron-Einsatz, der der Musik von Motorpsycho auf „The Crucible“ in manchen Passagen einen kleinen Vintage-Anstrich verleiht, welcher an die Ursprünge des Progressive Rock bald fünf Jahrzehnte zuvor erinnert. Alle drei Stücke der Platte sind gelungen, wobei sich das Titelstück noch etwas weiter heraushebt. In diesem Lied sind die Gegensätze zwischen Harmonien und Melodiösität und Verstörung am deutlichsten gezeichnet und lassen über das ganze Lied hinweg eine allgegenwärtige Spannung entstehen, die jederzeit überzeugt und beeindruckt. Und wenn sich dabei schließlich aus vermeintlichem Chaos und Rohheit Wohlklang gebiert, dann schlägt das Herz des Fans lauter und schneller.

Fazit: Motorpsycho beeindrucken auf „The Crucible“ mit Härte und Melodiösität, die sich perfekt ergänzen und die gesamte Platte immer unter Spannung halten. Verstörende Passagen werden zu Harmonien, die Musik rockt oder scheint leicht zu schweben. Immer klingt dies interessant und wer den Vorgänger „The Tower“ mochte, der oder dem wird auch „The Crucible“ gefallen. Dreizehn Punkte.

Anspieltipps: The Crucible



Mittwoch, 20. Februar 2019

The Denver Broncos UK – Songs One Through Sixteen




The Denver Broncos UK – Songs One Through Sixteen


Label: Glitterhouse Records


Erscheinungsjahr: 2019


Stil: Gothic-Americana


Trackliste:

1. Bonnie Clyde, The Big-Bull-Hen Of The Woman’s Prison (6:37)
2. Deerslayer (5:26)
3. From The Estate Of John Denver (6:59)
4. In San Francisco Bay (4:07)
5. Coca-Colonalism (4:37)
6. The Misrepresentation Of The Thompson Gun (4:45)
7. It’s Killing Me (3:23)
8. And God Bless You (3:47)

Gesamtspieldauer: 39:41




Schon mal von der Band „The Denver Broncos UK“ gehört, kurz DBUK? Nein, dann haben Sie etwas verpasst. Hinter diesem Namen stecken Munly Munly, Lord Dwight Pentacost, Rebecca Vera und Slim Cessna von „Slim Cessna’s Auto Club“ aus Denver, Colorado. Während der „Auto Club“ treibend und voller Energie ist, werden bei DBUK ganz andere, viel gemäßigtere Klangpfade verfolgt.

„Songs One Through Sixteen“ heißt die neue Platte und sie verbindet Country, Folk, Americana mit einer gehörigen Prise dunklem Gothic Sound. Ein beeindruckendes Album, das einem „Road Movie“ gleichkommt. Schon vor etlichen Jahren, als ich noch für eine deutsche Airline deren Country/Folk Inflight Radioprogramm zusammenstellte, war ich Fan des Denver Sounds. Von dort kamen und kommen unglaublich gute Bands, wie 16 Horsepower, Wovenhand, Denver Gentlemen, DeVotchKa und die vielen musikalischen Projekte, die im Umfeld und durch das Eingreifen von Slim Cessna entstanden.

Nun also diese neue Platte von DBUK, die in den USA „Songs Nine Through Sixteen“ heißt und in Deutschland bei Glitterhouse gleich noch die bereits 2015 erschienene „Songs One Through Eight“ beinhaltet. Es sind Songs, die so ganz anders sind, musikalisch als Gothic-Americana umschrieben werden können und textlich manchmal einem blutigen Horrortrip gleichen. Und das alles ganz harmlos und weich vorgetragen. Lieder, die sich um Tod, Selbstmord, Erschießen drehen und mittendrin der Hörer, der die zärtlichen Melodien genießt. „Songs One Through Sixteen“ ist eine Platte, die man sich genauer anhören, die wahnhaften Texte mitlesen sollte. Und erneut komme ich an den Punkt, an dem ich merke, genau dieses Album belegt, warum ich Amerika mag. Es ist so skurril schön, so tief abgründig, so seltsam anders als das, was man Tag für Tag im Irrsinn der Newswelt erfährt. Hier zeigen sich die USA von ihrer wunderbarsten und faszinierendsten Seite. Ein Soundtrack des wahren „American Life“.



Dienstag, 19. Februar 2019

IQ – The Wake




IQ – The Wake


Besetzung:

Peter Nicholls – vocals and tambourine
Mike Holmes – guitars
Tim Esau – bass
Martin Orford – synthesizer, organ, mellotron, flute and backing vocals
Paul Cook – drums and percussion


Label: Giant Electric Pea


Erscheinungsjahr: 1985


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

1. Outer Limits (8:13)
2. The Wake (4:11)
3. The Magic Roundabout (8:20)
4. Corners (6:21)
5. Widow’s Peak (9:14)
6. The Thousand Days (5:11)
7. Headlong (7:36)

Bonus Tracks der remasterten Albumversion:

8. Dans Le Parc Du Château Noir (7:40)
9. The Thousand Days (demo) (3:59)
10. The Magic Roundabout (demo) (6:29)
11. Corners (2010 remix) (5:33)

Gesamtspieldauer: 1:12:51




„The Wake“ heißt das zweite Studioalbum der britischen Progressive Rockband IQ, welches im Juni 1985 ursprünglich bei Sahara Records veröffentlicht wurde. Die remasterte Version des Albums erschien dann im Jahr 2010 um vier Titel erweitert auf dem Plattenlabel Giant Electric Pea Records. „The Wake“ ist bisher das einzige Album von IQ, das die britischen Charts erreicht hat. Es kletterte auf Platz 72 der Charts und blieb dort genau eine Woche. Auch diese Band war in Deutschland erfolgreicher als in der Heimat.

Auf „The Wake“ hört man, wie auch schon auf dem Debut-Album der Engländer, wunderschönen und abwechslungsreichen Progressive Rock. IQ besetzen nicht die eher „frickelige“ Sparte dieses musikalischen Genres, sondern stehen sehr viel mehr für eingängige Melodien und ganz viel Abwechslung. Die einzelnen Lieder entwickeln sich während ihres Ablaufs, ändern Strukturen und Stimmungen. Was immer erhalten bleibt sind die wunderschönen Melodien, die das Ohr umschmeicheln und sich schnell festsetzen. Man hört auf „The Wake“ keineswegs Mainstream-Musik. Nichts, was viele Chancen erhält, häufig im Radio gespielt zu werden. Deshalb wundert es auch nicht weiter, dass IQ so wenig kommerzieller Erfolg zuteil wurde. Das wiederum ist schade, denn wer solche Musik zu schreiben im Stande ist, der sollte auch dafür belohnt werden.

Es gibt nichts auf diesem Album, was nicht hörenswert wäre. Es ist IQ Musik, eingängiger Progressive Rock, der alle Lieder durchwirkt. Von daher könnte man als Höhepunkt jedes der ursprünglich vorhandenen sieben Lieder nennen, inklusive der Zugabe „Dans Le Parc Du Château Noir“. Die restlichen drei Bonus Titel sind bereits auf dem Original-Album enthalten, als Bonus jedoch in Form von Demos oder einem neuen Mix angehängt. Meine beiden Höhepunkte der Platte, neben den sechs restlichen Liedern, sind das Mellotron-geschwängerte „Widow’s Peak“ sowie der Titel „Headlong“. Qualitativ besteht bei diesen beiden Nummern kein Unterschied zum Rest der Platte, doch gingen mir diese beiden Lieder noch einen Tick schneller ins Ohr, weswegen ich sie an dieser Stelle gerne erwähnen möchte.

Fazit: Ein wahrlich typisches IQ Album ist „The Wake“ geworden, wenn man jene betrachtet, auf denen Peter Nicholls singt. Nach „The Wake“, welches stilistisch nahtlos an das Debut-Album „Tales From The Lush Attic“ anschließt, verließ Peter Nicholls IQ, um später wieder zur Band zurückzukehren. Wer melodiösen und abwechslungsreichen Progressive Rock mag, die oder der wird auch „The Wake“ mögen. Lohnt sich sehr für Proggies. Elf Punkte.

Anspieltipps: The Magic Roundabout, Widow’s Peak, Headlong



Montag, 18. Februar 2019

U2 – How To Dismantle An Atomic Bomb




U2 – How To Dismantle An Atomic Bomb


Besetzung:

Bono – lead vocals, additional guitar (tracks 2, 9, 11), backing vocal (2), piano (5)
The Edge – guitar, backing vocals/additional vocal (1–4, 6–11), piano (2, 4–5, 10–11), keyboards (3), additional percussion (7), synthesiser (10–11)
Adam Clayton – bass guitar
Larry Mullen Jr. – drums, percussion, backing vocal (2)


Gastmusiker:

Jacknife Lee – synthesisers/additional synthesisers (1–2, 4–5, 7–10), programming (2, 4), keyboards (6), additional guitar atmospherics (8)
Daniel Lanois – additional guitar and pedal steel (9), mandolin (11), shaker (4)
Carl Glanville – additional percussion and synthesisers (2)
Brian Eno – synthesisers (4)
Fabien Waltmann – programming (3, 5)


Label: Island Records


Erscheinungsdatum: 2004


Stil: Rock


Trackliste:

1. Vertigo (3:14)
2. Miracle Drug (3:59)
3. Sometimes You Can’t Make It On Your Own (5:08)
4. Love And Peace Or Else (4:50)
5. City Of Blinding Lights (5:47)
6. All Because Of You (3:39)
7. A Man And A Woman (4:30)
8. Crumbs From Your Table (5:03)
9. One Step Closer (3:51)
10. Original Of The Species (4:41)
11. Yahweh (4:21)

Gesamtspieldauer: 49:08




„How To Dismantle An Atomic Bomb” ist das elfte Studioalbum der irischen Rockband U2. Es wurde am 22. November 2004 auf dem Plattenlabel Island Records veröffentlicht. Ähnlich wie das Vorgängeralbum „All That You Can‘t Leave Behind“ aus dem Jahr 2000, so enthält auch „How To Dismantle An Atomic Bomb” eher Musik, die man dem Mainstream des Rocks zuordnen kann. U2-Sänger Bono bezeichnete das Album später als „unser erstes Rockalbum“. Inhaltlich behandelt die Platte die Themen Leben, Tod, Liebe, Krieg, Glauben und Familie. Das Album wurde bei Kritikern wie Fans sehr positiv aufgenommen und erreichte die Nummer 1 der Charts in 30 Ländern, darunter in den USA, wo der Verkauf von 840.000 Exemplaren in der ersten Woche die bisherige persönliche Bestleistung der Band fast verdoppelte. Das Album und seine Singles gewannen alle neun Grammy Awards, für die sie nominiert wurden. Des Weiteren ist „How To Dismantle An Atomic Bomb” das am vierthäufigsten verkaufte Album des Jahres 2004 mit über 10 Millionen Exemplaren, die über den Ladentisch gingen. Die daraus ausgekoppelten Singles waren die Lieder „Vertigo”, „Sometimes You Can’t Make It On Your Own”, „All Because Of You” sowie „City Of Blinding Lights”.

Die Musik auf „How To Dismantle An Atomic Bomb” ist wahrlich eingängig und rockig. Allzu viele Experimente gehen die Iren auf der Scheibe nicht ein, alles wirkt und klingt melodiös und setzt sich somit schnell im Ohr fest. Dabei wirken oder klingen die Lieder keineswegs aufgesetzt oder anbiedernd. Alles hat seine Qualität und macht Spaß. Überwiegend rockig klingt es auf dem Album, die leiseren Töne werden von U2 zwar ebenfalls zugelassen, stehen jedoch eher ein wenig abseits denn frontal im Rampenlicht. „How To Dismantle An Atomic Bomb” ist insgesamt ein schöner Beweis dafür, dass Mainstream Rock keineswegs immer gleich und / oder langweilig klingen muss. Da es auch keine Ausfälle auf dem Album gibt und die Musik sogar mit den Durchläufen noch zu wachsen scheint, kann man die Platte wunderbar durchhören, ohne den Tonarm weiterzubewegen oder die Fernbedienung zu gebrauchen.

Da die Lieder durchgängig wirken ist das Herausstellen von Höhepunkten gar nicht so einfach. Die allgemein bekannten Höhepunkte, die jeder von U2 kennt, fehlen übrigens auf diesem Album. Höhepunkte auf „How To Dismantle An Atomic Bomb” sind für mich dann auch gar nicht mal so sehr die rockigeren Stücke, sondern die Lieder, die auch mal die nachdenklicheren Momente zulassen. Das wären die Titel „Miracle Drug”, „Sometimes You Can‘t Make It On Your Own” sowie das wunderschöne und leicht sphärische „One Step Closer”. Schöne Musik, die ins Ohr geht.

Fazit: „How To Dismantle An Atomic Bomb” ist ein gelungenes, spannendes, abwechslungsreiches und rockiges Album von U2 geworden. Die Musik bewegt sich hauptsächlich im Mainstream des Rock und klingt dabei an keiner Stelle langweilig. Auch wenn dieses Album eines der rockigsten von U2 wurde, so enthält es doch auch die ruhigeren Stellen, die zum Träumen und Nachdenken einladen. Gelungen. Elf Punkte.

Anspieltipps: Miracle Drug, Sometimes You Can‘t Make It On Your Own, One Step Closer



Sonntag, 17. Februar 2019

Amplifier – Mystoria




Amplifier – Mystoria


Besetzung:

Sel Balamir – guitar and singing
Matt Brobin – drums
Steve Durose – guitar
Alex Redhead – bass


Label: Superball Music


Erscheinungsjahr: 2014


Stil: Alternative Rock, Art Rock


Trackliste:

1. Magic Carpet (3:41)
2. Black Rainbow (3:20)
3. Named After Rocky (5:01)
4. Cat’s Cradle (5:03)
5. Bride (3:56)
6. Open Up (6:16)
7. Meld (Summer Of Love) (5:41)
8. OMG (6:27)
9. The Meaning Of If (2:53)
10. Darth Vader (6:39)
11. Crystal Mountain (4:29)
12. Crystal Anthem (4:15)

Gesamtspieldauer: 57:46




„Mystoria“ heißt das fünfte Studioalbum, welches von der englischen Rockband aus Manchester, Amplifier, im Jahr 2014 veröffentlicht wurde. Das Album erschien auf dem Plattenlabel Superball Music und unterscheidet sich doch sehr stark zu den letzten beiden Veröffentlichungen von Amplifier. Auf „Mystoria“ klingt wenig bis nichts nach Art Rock oder gar Progressive Rock, die Engländer haben sich auf diesem Album ganz dem Alternative Rock verschrieben.

Diesen Alternative Rock wissen die vier Engländer dabei durchaus zu präsentieren und zu inszenieren. Die Musik von Amplifier auf „Mystoria“ klingt kraftvoll und sehr rockig, „mystisch“ oder außergewöhnlich allerdings sicherlich nicht, auch wenn man durch den Album-Titel solche Assoziationen entwickeln könnte. Man hört auf der Platte eingängigen und melodiösen, zumeist härteren Alternative Rock, der durchaus zu überzeugen und begeistern versteht, jedoch in einem Gewässer fischt, in dem sich auch viele andere Bands tummeln. Von daher ist auch „Mystoria“ von Amplifier durchaus hörenswert, erreicht jedoch nicht mehr die Klasse der beiden Vorgängeralben, da das Besondere in der Musik der Engländer ein wenig verlorengegangen ist.

Die Höhepunkte des Albums sind das geniale und „schwere“ „Open Up“ sowie das Lied „Crystal Mountain“. „Open Up“ rockt klasse, geht ins Ohr und in die Beine und steht irgendwie stellvertretend für viele, der auf dem Album enthaltenden Titel. „Crystal Mountain“ klingt anders als der Rest der Platte, setzt einen schönen Kontrast. Das Lied ist ruhiger gehalten, von einer Basslinie dominiert und hört sich leicht psychedelisch an. Eine schöne Auflockerung des Gesamteindrucks der Scheibe.

Fazit: „Mystoria“ von Amplifier ist ein Album geworden, auf dem die Musiker von allen Fesseln und Limitierungen befreit zu rocken scheinen. Man kann die Spielfreude fast heraushören, das Zuhören macht einfach Spaß, wenn man etwas härteren Alternative Rock mag. Die einzelnen Lieder gehen gut ins Ohr und es gibt auf „Mystoria“ auch keinen Ausfall zu beklagen. Für alle Freundinnen und Freunde des Alternative Rocks wärmstens zu empfehlen. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Open Up, Crystal Mountain



Samstag, 16. Februar 2019

Focus – Focus 9 / New Skin




Focus – Focus 9 / New Skin


Besetzung:

Thijs van Leer – hammond organ, piano, flute, vocals (tracks 7, 11)
Niels van der Steenhoven – guitar
Bobby Jacobs – bass guitar
Pierre van der Linden – drums


Gastmusiker:

Jo de Roeck – vocals on "Just Like Eddy"


Label: Red Bullet


Erscheinungsdatum: 2006


Stil: Instrumentale Musik, Pop, Rock, Progressive Rock


Trackliste:

1. Black Beauty (4:14)
2. Focus 7 (5:23)
3. Hurkey Turkey 2 (4:05)
4. Sylvia’s Stepson - Ubatuba (4:50)
5. Niels’ Skin (6:05)
6. Just Like Eddy (5:09)
7. Aya-Yuppie-Hippie-Yee (5:18)
8. Focus 9 (7:57)
9. Curtain Call (4:36)
10. Ode To Venus (4:30)
11. European Rap(sody) (10:23)
12. Pim (3:01)
13. It Takes 2 2 Tango (8:02)
14. Brazil Love (6:14)

Gesamtspieldauer: 1:19:55




„Focus 9“ beziehungsweise „New Skin“ heißt das neunte Studioalbum der niederländischen Rock Band Focus. „Focus 9 / New Skin“ wurde am 25. September des Jahres 2006 veröffentlicht und erschien auf dem Plattenlabel Red Bullet. Einen Rückkehrer gab es im Line-Up der Band. Pierre van der Linden, Schlagzeuger auf dem zweiten und dritten Focus Album 1972 und 1973 war zur Band zurückgekehrt. Eine weitere Umbesetzung betraf die Gitarre. Da hat Niels van der Steenhoven den Gitarristen Jan Dumée ersetzt.

Alles scheint wie immer zu sein auf „Focus 9 / New Skin“. Nur bei einem Lied wird gesungen, ansonsten hört man eher unverständliche menschliche Geräusche, wenn den überhaupt. Doch die meisten Lieder sind rein instrumental gehalten. Die Bandbreite der Musik reicht dabei von Pop über Rock zu jazzigen Ausflügen bis hin zu Progressive Rock. „Focus 9 / New Skin“ ist damit musikalisch gesehen ein sehr abwechslungsreiches Album geworden, auf dem auch die Melodien immer wieder ins Ohr gehen. Doch es gibt auch die Phasen in der Musik auf dem Album, während der die Lieder sogar etwas experimentell und deutlich weniger eingängig klingen. Auch das kann auf dieser Platte durchaus spannend sein.

Die Höhepunkte auf „Focus 9 / New Skin“ heißen „Ode To Venus“ sowie „European Rap(sody)“. Bei erstgenanntem Titel steht zunächst das Piano im Vordergrund, bis die Gitarre mit einsetzt und diese beiden Instrumente abwechselnd die Nummer dominieren. Das klingt mal etwas schräger, mal etwas eingängiger, jedoch immer sehr entspannt. Thematisch geht das Lied dann in die nächste Nummer, „European Rap(sody)“, über. Zunächst getragen klingend, entwickelt sich hier ein sehr abwechslungsreiches Lied, während dem auch zahlreiche musikalische Klischees verschiedener Länder bedient werden. Trotzdem hat das was.

Fazit: Das neunte Studioalbum der niederländischen Rock-Band Focus mit dem Titel „Focus 9 / New Skin“ ist zumindest ein abwechslungsreiches geworden. Viele verschiedene musikalische Genres werden auf der Platte bedient, die von Pop bis hin zu jazzigen Akkorden reichen. Das klingt mal interessanter, mal weniger spannend. Einige der Lieder besitzen eine ganz nette Melodie, die auch ins Ohr geht. Insgesamt wirkt alles jedoch etwas zusammengestückelt und uneinheitlich. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Ode To Venus, European Rap(sody)



Freitag, 15. Februar 2019

Fiji – Bizarre




Fiji – Bizarre


Label: Smartship Productions


Erscheinungsjahr: 2019


Stil: Electroclash, Synthie Pop


Trackliste:

1. Bizarre
2. Strong Velvet
3. Dark Night
4. Jour D’été
5. In The Mood For Love
6. Ain’t Dancing
7. Boy Oh Boy
8. Sexy
9. Petite Putain
10. What Without You
11. Jour D’été
12. Strong Velvet
13. La Bambola
14. Un Malentendu



Ich glaube, es war 2007, als ich mit einem Freund nachts durch Bern fuhr. Er hatte wie immer Radio SRF3 an. „Le Loup“ hieß das Lied, das der Moderator anmoderierte. Es sei eine Schweizer Band, aus Bern, wie er sagte. Also hörte ich genauer hin, denn ich bin für meine Sendung immer auf der Suche nach neuer Musik aus Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Fiji, seltsamer Name für eine Band aus der Schweiz, dachte ich mir noch, doch notierte mir den Namen. Und der Song war „catchy“, ging gleich ins Ohr, gefiel mir gut. Ein paar Tage später suchte ich online nach der Band, fand sie, schrieb sie an und sie schickten mir ihre aktuelle CD zu. Seitdem bin ich „hooked on Fiji“, begeistert von ihrem Electroclash und Synthpop Sound, der mitrei?end, voller Beat und durchaus erotisch ist.

Nun melden sich Fiji mit einer neuen Platte zurück. „Bizarre“ heißt sie und ist phänomenal gut. Für mich das bislang beste Album des Duos. Gestern lag die CD im Briefkasten, ich musste nach Berkeley fahren, schob „Bizarre“ im Auto in den CD-Player und drehte auf. Und wirklich, es ist so eine perfekte Autofahrt CD, die einem Rausch gleich kommt. Laut aufdrehen und den Trip genießen. Die Bilder fliegen vorbei, der Rhythmus der Straße wird von der Musik vorgegeben. Ich freue mich schon auf eine nächtliche Tour.

Fiji haben mit „Bizarre“ ein brillantes Album vorgelegt. Es vereinigt die verschiedensten Einflüsse aus 80er New Wave, Roxy Musics Dream Sound und den harten Beats einer technosierten Musiklandschaft. Es sind scheinbare Widersprüche, die Simone De Lorenzi und Simon Schüttel hier genial zu Liedern zusammenfügen. Da wird man getrieben, um dann wieder im Moment zu verweilen. Der Sound ist fordernd, um dann auf einmal wieder wie ein leises Flehen zu wirken. Und über allem diese laszive Stimme von De Lorenzi, die auf Englisch, Französisch und Italienisch singt. Ein perfektes Album, das gehört werden sollte, das gehört werden muss….und nicht nur in der Schweiz.



Donnerstag, 14. Februar 2019

Steve Hackett – To Watch The Storms




Steve Hackett – To Watch The Storms


Besetzung:

Steve Hackett – vocals, guitar


Gastmusiker:

Roger King – keyboards
Rob Townsend – brass, woodwind
Terry Gregory – basses, vocals
Gary O'Toole – drums, vocals
John Hackett – flute on "Serpentine Song"
Ian McDonald – saxophone on "Brand New"
Jeanne Downs – backing vocals
Sarah Wilson – cello
Howard Gott – violin


Label: Camino Records (Wiederveröffentlichung InsideOut Music)


Erscheinungsjahr: 2003


Stil: Art Pop, Art Rock


Trackliste:

1. Strutton Ground (3:04)
2. Circus Of Becoming (3:48)
3. The Devil Is An Englishman (4:27)
4. Frozen Statues (2:58)
5. Mechanical Bride (6:40)
6. Wind, Sand And Stars (5:07)
7. Brand New (4:40)
8. This World (5:19)
9. Rebecca (4:20)
10. The Silk Road (5:253)

Bonus Tracks Special Edition:

11. Pollution B (0:59)
12. Fire Island (5:24)
13. Marijuana, Assassin Of Youth (5:49)
14. Come Away (3:12)
15. The Moon Under The Water (2:14)
16. Serpentine Song (6:52)
17. If You Only Know (2:25)

Gesamtspieldauer: 1:12:53



„To Watch The Storms” heißt das sechzehnte Studioalbum des englischen Gitarristen und Sängers Steve Hackett. Das Album wurde am 9. Juni 2003 auf dem Plattenlabel Camino Records veröffentlicht und erschien später erneut auf InsideOut Music. Das Artwork stammt einmal mehr von seiner damaligen Frau Kim Poor.

„To Watch The Storms” ist mit Sicherheit eines der abwechslungsreichsten Alben des Ex-Genesis-Gitarristen Steve Hackett. Auf der Platte hört man Folk-Anleihen, Progressive Rock, Blues, Rock, Pop, spanische Klänge, sphärische Klänge, Zirkusmusik, experimentelle Musik, jazzige Passagen und und und. Zudem ist mit dem Titel „The Devil Is An Englishman“ sogar eine Cover-Version vorhanden, die ursprünglich von Thomas Dolby stammt. Langweile wird damit beim Hören der Musik auf „To Watch The Storms” nie aufkommen, ganz einheitlich erweist sich die Scheibe dadurch aber natürlich auch nicht. Von wunderschönen Melodien bis hin zu fast verstörenden Passagen gibt es die ganze Bandbreite auf dem Album zu entdecken. Dementsprechend ist es kaum möglich, für alles gleich den eigenen Zugang zu finden. Einiges auf „To Watch The Storms” möchte erschlossen werden. Teilweise erschließt sich einem die Musik leider aber auch nie vollends – oder man verfügt über einen extrem breit gefächerten Musikgeschmack.

Mich persönlich überzeugen am meisten die eher eingängigen Titel und Blues mag ich von Steve Hackett schon mal gar nicht hören, dazu würde ich mir andere Bands oder Musiker auflegen. Somit heißen meine Favoriten auf dem Album „Strutton Ground“, „Circus Of Becoming”, „Wind, Sand And Stars”, „Brand New“ oder „Rebecca“. Alles Titel, die eine besondere Melodie aufweisen, die eingängig sind und auch einen gewissen Wiedererkennungswert beinhalten. Erwähnenswert sind an dieser Stelle auch die vielen Zitate, denen sich Steve Hackett bedient. Da hört man seine eigene Vergangenheit heraus, mal etwas mehr King Crimson, dann wieder etwas Yes. All dies allerdings in einer Art und Weise, die nicht nach billiger Kopie klingt, sondern nach guter Interpretation.

Fazit: „To Watch The Storms” von Steve Hackett ist ein Album geworden, welches man sich erschließen muss. Hier ist nichts mit dem ersten Mal des Hörens „erledigt“. Die Musik auf der Platte wächst definitiv mit jedem weiteren Durchlauf. Zudem sind die Lieder in vielen unterschiedlichen musikalischen Genres verwurzelt, die eine sehr große Bandbreite moderner und populärer Musik abdecken. Das mag zum einen uneinheitlich klingen, zum anderen jedoch auch spannend. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Circus Of Becoming, Wind, Sand And Stars, Brand New, Rebecca



Mittwoch, 13. Februar 2019

Yann Tiersen – Le Fabuleux Destin d’Amélie Poulain




Yann Tiersen – Le Fabuleux Destin d’Amélie Poulain


Besetzung:

Yann Tiersen – piano, toy piano, carillon, banjo, mandolin, guitar, harpsichord, vibraphone, accordion, bass, melodica


Gastmusiker:

Ensemble Orchestral Synaxis – orchestra on "Les Jours tristes" and "À quai"
Christine Ott – ondes Martenot on "À quai"
Christian Quermalet – drums on "Les Jours tristes"




Erscheinungsjahr: 2001


Stil: Moderne Klassik, Musette, Soundtrack


Trackliste:

1. J‘y suis jamais allé (1:34)
2. Les jours tristes (3:03)
3. La Valse d‘Amélie (2:15)
4. Comptine d‘un autre été: L‘après-midi (2:20)
5. La Noyée (2:03)
6. L‘Autre valse d‘Amélie (1:33)
7. Guilty (3:13)
8. À quai (3:32)
9. Le Moulin(4:27)
10. Pas si simple (1:52)
11. La Valse d‘Amélie (Orchestral Version) (2:00)
12. La Valse des vieux os (2:20)
13. La Dispute (4:15)
14. Si tu n‘étais pas là (3:29)
15. Soir de fête (2:55)
16. La Redécouverte (1:13)
17. Sur le fil (4:23)
18. Le Banquet (1:31)
19. La Valse d‘Amélie (Piano Version) (2:38)
20. La Valse des monstres (3:39)

Gesamtspieldauer: 54:24



„Le Fabuleux Destin d’Amélie Poulain“ heißt der Soundtrack zum gleichnamigen Kino-Film aus dem Jahr 2001 mit Audrey Tautou in der Hauptrolle als Amélie. Den Soundtrack zum Film schrieb der 1970 geborene französische Musiker und Komponist Yann Tiersen. Das Musik-Album wurde genau wie der Film selbst vor allen Dingen in Europa ein großer Erfolg und konnte sich dort in allen Chats platzieren.

Neben Orchestermusik hört man vor allen Dingen vom Akkordeon und dem Piano dominierte Lieder, denen allesamt eines gemein ist, sie gehen schnell ins Ohr. Melodiös und eingängig klingt es über die gesamte Laufzeit des Soundtracks hinweg. Meist ist die Musik dabei weich und warm, verströmt eine wunderbar friedliche Atmosphäre, in die sich mühelos eintauchen lässt. Erklingt das Akkordeon fühlt man sich in eine Gasse in Paris um den Montmartre versetzt. Steht das Piano im Vordergrund, schwelgen Hörerin und Hörer in eindringlichen und trotz aller Sanftheit auch packenden Klängen – Wohlklang pur.

Die Höhepunkte auf „Le Fabuleux Destin d’Amélie Poulain“ sind die Lieder „Les jours tristes“, „Comptine d‘un autre été: L‘après-midi“ sowie „À quai“. Vor allen Dingen das Piano-Solo-Stück „Comptine d‘un autre été: L‘après-midi“ besitzt diesen gewissen Wiedererkennungswert, die so manches Lied zu einem Ohrwurm werden lässt. Wunderschön eingängig stellt diese Nummer den Höhepunkt dieses Soundtracks dar, der darüber hinaus sehr angenehm in einem durchgehört werden kann, man kommt nie in Versuchung einen oder mehrere Titel überspringen zu müssen.

Fazit: Auf dem Soundtrack zum Film „Le Fabuleux Destin d’Amélie Poulain“ hört man hauptsächlich sehr sanfte und weiche Instrumentalmusik, die ins Ohr geht. Jeder Takt auf diesem Album scheint nachdenklich zu klingen. Obwohl der Film selbst ein eher fröhlicher ist, erklingt die Musik dazu oftmals in Moll. Dies lässt die Lieder sehr intensiv klingen. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Les jours tristes, Comptine d‘un autre été: L‘après-midi, À quai



Dienstag, 12. Februar 2019

IQ – Dark Matter




IQ – Dark Matter


Besetzung:

Peter Nicholls – lead and backing vocals
Martin Orford – keyboards, backing vocals
Mike Holmes – guitars
John Jowitt – bass, backing vocals
Paul Cook – drums and percussion


Label: Giant Electric Pea


Erscheinungsjahr: 2004


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

1. Sacred Sound (11:40)
2. Red Dust Shadow (5:53)
3. You Never Will(4:54)
4. Born Brilliant (5:20)
5. Harvest Of Souls (24:29)
     I. First Of The Last
     II. The Wrong Host
     III. Nocturne
     IV. Frame And Form
     V. Mortal Procession
     VI. Frame And Form
     VII. Ghosts Of Days

Gesamtspieldauer: 52:18




„Dark Matter“ heißt das achte Studioalbum der britischen Progressive Rock Band IQ. Es wurde am 29. Juni 2004 auf dem Plattenlabel Giant Electric Pea veröffentlicht. Keyboarder und Gründungsmitglied von IQ, Martin Orford, verließ die Band nach diesem Album und kehrte der Musikindustrie völlig den Rücken. Auch Schlagzeuger Paul Cook stieg bei IQ nach „Dark Matter“ aus, kehrte jedoch später, für die Aufnahmen zu „The Road Of Bones“, wieder zur Band zurück.

IQ sind für mich die Progressive Rock Band, die es nach den Musikern von Genesis der 70er Jahre geschafft haben, die eindrucksvollsten und eingängigsten Melodien im Genre des Progressive Rock zu kreieren. Bei IQ kling es fast immer harmonisch und melodiös, die Musik geht ins Ohr und setzt sich dort auch fest. Genauso verhält es sich auch mit den Liedern auf „Dark Matter“, die allesamt progressiv und abwechslungsreich und eingängig klingen. Melodien wechseln, Atmosphären variieren, Tempi und Rhythmen gehen ineinander über. Da klingt es mal sphärischer, dann wieder deutlich rockiger. Abwechslung wird auf dieser Platte dementsprechend sehr groß geschrieben. Peter Nicholls ist auch nicht der ganz große Sänger, doch wie er diese Musik mit seinen Worten interpretiert, auch das passt bei IQ auf „Dark Matter“ perfekt.

Es befinden sich fünf Titel auf diesem Album, alle fünf Lieder sind Höhepunkte. Erwähnen sollte man an dieser Stelle allerdings das letzte Lied des Albums, „Harvest Of Souls“. Dieser Titel, gleichzeitig das längste Lied, welches IQ jemals geschrieben haben, fasst die ganze Platte atmosphärisch wie musikalisch wunderschön zusammen. Doch die Musik auf „Dark Matter“ lässt sich vom ersten bis zum letzten Takt genießen. Selbstverständlich ist auf diesem Album keine Radio-Musik zu hören und mit vielen Wechseln in der Musik, auch stimmungstechnischer Art, sollte man schon klar kommen, wenn man sich auf diese Platte einlassen möchte. „Dark Matter“ klingt zudem definitiv besser und packender, wenn man sich auf das Gehörte konzentriert, als es nur nebenbei zu hören – und diese Musik ist es auch wert, ihr diese Beachtung zu schenken.

Fazit: IQ erfinden auf „Dark Matter“ die Musik nicht neu. Auch nicht ihre eigene. Die Musiker machen auf der Platte das, was sie am besten können, sehr abwechslungsreichen und melodischen Progressive Rock. Mag man diese Musikrichtung, so wird man auch diese Platte mögen. Spannend ist das Gehörte vom ersten bis zum letzten Tag. Ich mag es manchmal sehr, wenn eine Band sich mal nicht „weiterentwickelt“, sondern das, was sie besonders gut kann, einfach weitermacht. IQ machen das auf „Dark Matter“. Elf Punkte.

Anspieltipps: Sacred Sound, Born Brilliant, Harvest Of Souls



Montag, 11. Februar 2019

A Perfect Circle – Emotive




A Perfect Circle – Emotive


Besetzung:

Maynard James Keenan – lead vocals (1, 2, 4–6, 9–12), backing vocals (7, 8), piano (2)
Billy Howerdel – guitar (1–6, 8, 11), bass (2, 4, 8, 11), piano (1), harmonium (6), keyboards (1, 7), programming (1, 3, 7), backing vocals (2, 5, 10), lead vocals (3, 4, 7, 8)
Danny Lohner – bass (5, 6, 9), guitar (5, 9), arranger, keyboards (1), programming (1), backing vocals (6, 7, 10), instrumentation (10)
Josh Freese – drums (2–9, 11)


Gastmusiker:

Paz Lenchantin – piano (2, 5, 11), strings (2, 3)
James Iha – guitar (7), keyboards (7), programming (7)
Jeordie White – bass (7)
Charles Clouser – programming (3, 4)
Josh Eustis – drums (10), engineering, Rhodes piano (10), mixing
Jason Freese – baritone saxophone (10), tenor saxophone (10)


Label: Virgin Records


Erscheinungsjahr: 2004


Stil: Alternative Rock, Art Rock


Trackliste:

1. Annihilation (Crucifix) (2:13)
2. Imagine (John) (4:48)
3. Peace, Love, And Understanding (Nick Lowe) (5:03)
4. What’s Going On (Marvin Gaye) (4:53)
5. Passive (4:10)
6. Gimmie Gimmie Gimmie (Black Flag) (2:18)
7. People Are People (Depeche Mode) (3:43)
8. Freedom Of Choice (Devo) (2:59)
9. Let's Have A War (Fear) (3:28)
10. Counting Bodies Like Sheep To The Rhythm Of The War Drums (5:36)
11. When The Levee Breaks (Memphis Minnie & Kansas Joe McCoy) (5:55)
12. Fiddle And The Drum (Joni Mitchell) (3:06)

Gesamtspieldauer: 48:16




„Emotive“ heißt das dritte Studioalbum der amerikanischen Rock Band A Perfect Circle. Das Album ist in erster Linie eine Sammlung von Anti-Kriegs-Cover-Songs. Es wurde am 1. November 2004 auf Virgin Records anlässlich der US-Präsidentschaftswahlen veröffentlicht. Zwei Singles sind zur Unterstützung des Albums erschienen: ein Cover von John Lennons „Imagine“ und „Passive“, ein bisher unveröffentlichter Song aus dem gescheiterten Tapeworm-Projekt. Das Album debütierte auf Platz zwei der US Billboard 200 Charts, verkaufte sich nicht mehr ganz so gut wie die beiden Vorgängeralben, war jedoch immer noch erfolgreich.

Zehn Cover-Versionen und zwei Originalsongs enthält „Emotive“. Das Lied „Passive“ geht auf Trent Reznors unveröffentlichtes Tapeworm-Projekt zurückgeht. Ende der 90er Jahre startete Reznor das Projekt für Songs, die nicht zu Nine Inch Nails passten, das schließlich zu einem Gemeinschaftsprojekt mit einer Reihe anderer Musiker wurde. Ein Track, „Vacant“, enthielt größere Beiträge von Maynard Keenan und Danny Lohner. Die Lieder aus dem Projekt wurden aufgrund kreativer und rechtlicher Hürden der beteiligten Musiker nie veröffentlicht, sodass A Perfect Circle dieses Lied bei Live-Shows zu spielen begann. Da das Tapeworm-Projekt bis 2004 komplett eingestellt wurde, beschloss Keenan das Lied unter dem Titel „Passive“ für das Album „Emotive“ zu überarbeiten. Das andere Originallied hat den etwas „ungriffigen“ Namen „Counting Bodies Like Sheep To The Rhythm Of The War Drums“, der ursprünglich für den Remix des Songs „Pet“ vom Album „Thirteenth Step“ gehalten wurde. Keenan erklärte später, dass es sich nicht um den Remix, sondern um einen zweiten Teil von „Pet“ handelt. Das Lied ist ein Erlebnis, klingt alles andere als „schön“, eher verstörend.

Man muss wohl großer Fan von A Perfect Circle sein, um diesem Album beziehungsweise seinem Inhalt viel abgewinnen zu können. Alben mit Cover-Versionen langweilen – zumindest mich. Und wenn die Lieder darauf auch noch so klingen wie „Gimmie Gimmie Gimmie“ oder „People Are People“, dann verstärkt sich dieser Eindruck noch. Atonales Geschrubber für welches man leidensfähig sein muss. Auch der Rest der Platte ist eher gewöhnungsbedürftig. „Emotive“ klingt wie ein Album, welches veröffentlicht werden sollte, obwohl keine Musik da war. Die Interpretationen der Titel hören sich alles andere als überzeugend an. Zwei Lieder lassen sich allerdings doch ganz gut genießen. Das Stück „Annihilation“ klingt zerstörerisch und verstörend – dadurch auch interessant, denn in diesem Fall wirkt und stimmt der Ansatz. Schließlich muss an dieser Stelle auch „Passive“ erwähnt werden. Eine der beiden Eigenkompositionen und so klingend, dass man A Perfect Circle dahinter erkennt.

Fazit: Platten lediglich mit Cover-Versionen hinterlassen oftmals einen faden Beigeschmack. Genauso ist es auch im Fall von A Perfect Circle und ihrem „Emotive“. Seltsame Interpretationen von Liedern, die auch gar nicht zu A Perfect Circle passen. Nur zwei überzeugende Lieder, eins davon eine Cover-Version, ein Lied, welches von zwei Bandmitgliedern geschrieben wurde. Das ist etwas wenig. „Emotive“ von A Perfect Circle ist überflüssig und langweilt größtenteils. Fünf Punkte.

Anspieltipps: Annihilation, Passive