Montag, 23. Januar 2012

Dirk Geiger - Autumn Fields





Dirk Geiger - Autumn Fields


"Raumklang Musik" umschreibt in zwei Worten die Musik von Dirk Geiger. Eigentlich könnte man es dabei belassen, diesen Plattentipp hier beenden, denn auch nach längerem Nachdenken fällt mir nichts Passenderes ein.

Aber ich versuche es dennoch einmal. "Autumn Fields" heißt das Album, auf dem Geiger die Räume um uns herum zum Klingen bringt. "Field Recordings", also Aufnahmen aus dem Alltag und der täglichen Umwelt, nutzt er als Basis für seine Songs. Darauf baut er auf, lässt sich inspirieren und animieren für Beats und Klänge, die er wie bei einem Klangkuchen übereinander legt. Manchmal ganz weich, dann wieder breiter, richtig fett. Angereicherte elektronische Musik ist das Ergebnis, ein Klangbad, das einen umspielt. Dirk Geiger ist auf diesem Album weniger Musiker als Klangkünstler. Es ist wie ein Bild, das im Morgenlicht ganz anders erscheint als am Abend unter dem Scheinwerfer in der Galerie. Ich höre selten ein Album mit geschlossenen Augen, doch "Autumn Fields" lädt richtiggehend dazu ein, einen bequemen Platz zu finden, die Musik aufzudrehen, die Augen zu schließen und sich den Weg leiten zu lassen. Man hört die Stimmen, den Verkehr, die Klänge, die vertraut erscheinen und das eben nicht roh, sondern in eine Form gepasst, wie sie Dirk Geiger seinem Hörer präsentieren will. Musik zum Verweilen in Raum und Klang. Ein fantastisches Album für jeden, der noch zuhören kann.

Sonntag, 22. Januar 2012

Motortrack - Motortrack





Motortrack - Motortrack


Progressive Rock ist für manche ein Gottessegen, für andere ein Schimpfwort. Einige träumen von den musikalischen Ausflügen in opulente klangliche Sphären, andere sehen genau das als überflüssige Masturbation selbstverliebter Musiker auf ihren Instrumenten. Ich kann beide Seiten sehen, ich liebe viele Progressive Rock Alben, aber es gibt auch einiges an Geschrammel, was mich irre macht, was in meinen Augen so überflüssig ist, wie das dämliche Rumgehoppel bei "Deutschland sucht den Superstar".

Aber nun zu der Platte, die ich hier eigentlich vorstellen möchte. Motortrack heißt die Band, kommt aus Hannover und Kai Hornung, Sänger von "Sonic Front" und "Soon is Now", hat sie mir wärmstens ans Herz gelegt. Er selbst singt auch auf einigen der Songs. Motortrack ist ein Beispiel dafür, wie tief, weit und phänomenal Progressive Rock sein kann. Ein tolles Album, das mal verträumt daher kommt, um dann mit einem gewaltigen und brachialen Gitarrenbrett den Hörer wachzurütteln. Motortrack erfinden das Rad nicht neu, und dennoch sind sie ein erfrischender Wind im etwas verstaubten Progressive Rock Genre. Sie verweisen in ihrer Musik auf die langen Wurzeln dieser Musikrichtung und geben dem Ganzen eine eigene, sehr persönliche Handschrift.

Ein Album zum Hinhören und Eintauchen. Eine sehr empfehlenswerte Platte für Musikfans, die nicht nur mal fix verköstigt werden wollen, sondern schön langsam den wahren Genuss einer musikalischen Klangreise genießen möchten.

Samstag, 21. Januar 2012

And You Will Know Us By The Trail Of Dead – Worlds Apart





And You Will Know Us By The Trail Of Dead – Worlds Apart


Besetzung:

Kevin Allen – guitar
Conrad Keeley – vocals, guitars, keyboards, percussion
Jason Reece – vocals, guitars, percussion


Gastmusiker:

Don Schroeder – drums and percussion
Neil Bush – bass
Jeff Lipstein – additional percussion
James Olsen – backup vocals, tracks 3, 4
Orchester und Chor


Label: Interscope Records


Erscheinungsdatum: Januar 2005


Stil: Alternative, Independant, ProgRock


Trackliste:

1. Ode To Isis (1:17)
2. Will You Smile Again? (6:51)
3. Worlds Apart (2:56)
4. The Summer Of '91( 3:12)
5. The Rest Will Follow (3:20)
6. Caterwaul (4:53)
7. A Classic Arts Showcase (5:47)
8. Let It Dive (4:46)
9. To Russia My Homeland (1:26)
10. All White (1:50)
11. The Best (4:48)
12. The Lost City of Refuge (4:01)
13. Mach Schau (Bonus Track) (3:49)
14. All Saints Day (Bonus Track) (3:53)




Selten, ganz selten, nein eigentlich noch gar nicht, habe ich ein kompakteres, ausgereifteres, fesselnderes und vor allen Dingen schöneres Album aus diesem Jahrtausend gehört als „Worlds Apart“. Die drei Texaner sind auf ihrer vierten Veröffentlichung „Worlds Apart“, aus dem Jahr 2005, einfach nur gut - sie sind sogar sehr gut. Die Musiker, alle „Baujahr 1975“, der Band mit dem abgefahrenen Namen “…and you will know us by the trail of dead”, den sie übrigens einer Maja Schrift entnommen haben und der ursprünglich nur als Scherz gedacht war, haben es mit „Worlds Apart“ geschafft ein musikalisches Meisterwerk zu erschaffen.

Auf der CD hört man erstklassige Rockmusik, die manchmal sogar progressiv ist, kombiniert mit russischen Weisen, Kinderlachen, dem verzweifelten Weinen einer Frau, die gerade verlassen wird, tollen Hintergrundchören, genial gesetzten Breaks, treibenden Parts, wunderschönen leisen Melodien und dem kraftvollen Gesang des Conrad Keeley. Und all das strömt so selbstverständlich, so druckvoll und begeisternd aus den Boxen, dass es unglaublich viel Spaß macht, sich dieser Musik zu widmen, sich darin einwickeln zu lassen und sie zu genießen.

Die Lieder begeistern alle - und zwar jeder einzelne Titel. Die Nummern sind abwechslungsreich und packend und besitzen durch die Bank weg klasse packende und ergreifende Melodien, die ins Ohr gehen und sich anschließend in den Gehirnwindungen festsetzen. Fesselnd ist sie, diese Rock-Musik, die nie langweilig wird und immer wieder für Überraschungen gut ist. „Worlds Apart“ ist ein Hörerlebnis der Extraklasse, von denen es leider nicht allzu viele aus dem Bereich des Rock dieses Jahrtausends gibt. Und das gibt es auch nur äußerst selten, dass sich auf einem Album, mit ursprünglich zwölf Titeln, so gar keine schlechte Nummer eingeschlichen hat. Lediglich die beiden Bonus-Tracks fallen da ein wenig ab. Aber was soll’s, es sind ja Bonus Tracks, darüber sollte man sich mit Sicherheit nicht beschweren.

Fazit: Dieses Album ist für mich das Album des Jahres 2005. Ein Album, welches Atmosphäre schafft, die bisher nur selten bei Veröffentlichungen dieses Genres erreicht wurde. Klasse übrigens auch das Cover und das Booklet, welches Conrad Keeley wieder selbst gestaltet hat. Von martialischen Szenen bis hin zu Johann Sebastian Bach ist dort alles vertreten. Überraschend, dass Letzterer auf dem Bild (wie im Original von 1746) keinen Notenzettel in Händen hält, sondern einen Zettel mit dem Schriftzug „And You Will Know Us By The Trail Of Dead“. Überheblich? Keine Ahnung, was uns der Künstler damit sagen will, aber wer auf gut bis klasse gemachte Rockmusik steht, die immer wieder Neues zu bieten hat, kann mit diesem Album nichts, aber auch gar nichts falsch machen. Dafür gibt es von mir eine Eins. Hochverdiente 14 Punkte.

Anspieltipps: Alle Lieder





Freitag, 20. Januar 2012

Styx – Cornerstone





Styx – Cornerstone


Besetzung:

John Panozzo – percussion, vocals
Chuck Panozzo – bass guitar, string bass, vocals
Tommy Shaw – electric and acoustic guitars, mandolin, autoharp, vocals
Dennis De Young – keyboards, vocals
James Young – guitar, guitar synthesizer, autoharp, vocals


Label: A&M Records


Erscheinungsdatum: 1979


Stil: Melodic Rock, Adult Orientated Rock (AOR), Pop Rock


Trackliste:

1. Lights (4:42)
2. Why Me (3:57)
3. Babe (4:29)
4. Never Say Never (3:11)
5. Boat On The River (3:11)
6. Borrowed Time (5:02)
7. First Time (4:26)
8. Eddie (4:17)
9. Love In The Midnight (5:23)




Nun, mit Alben aus den siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts ist das so eine Sache. Manche sind zeitlos, man kann sie immer wieder hören, auch heute noch, ohne ihnen überdrüssig zu werden. Bei anderen Scheiben ist das dann wieder ganz anders, da wundert man sich und stellt fest: „Komisch, dass das manchen Menschen damals gefallen hat!“ Nun, in welche Richtung orientiert sich dann der Ausschlag beim Album „Cornerstone“ von der amerikanischen Formation „Styx“? Veröffentlicht wurde diese Platte 1979 und das Urteil fällt hier, wie so oft, nicht ganz eindeutig, sondern eher zweigeteilt aus.

Auf „Cornerstone“ befinden sich zweifellos Titel, die es lohnen gehört zu werden. Da ist zum einen das liebliche und fast schon süßliche „Boat On The River“. Eine unglaublich eingängige Melodie besitzt dieses Lied, bei der man bereits nach dem ersten Hören schon sicher ist, dieses Stück bereits öfters genossen zu haben. Dazu die Instrumentierung unter anderem mit Mundharmonika und Akkordeon. Ungewöhnlich, aber absolut zu diesem Titel passend. Das Stück kann man garantiert nicht jeden Tag hören, aber ab und zu klingt es einfach gut. Lagerfeuerfeeling inklusive. Allerdings darf dabei nicht unerwähnt bleiben, dass dieses Stück in keinster Weise typisch für die Musik von „Styx“ ist. Außerdem stellt das Album „Cornerstone“ eine Wendung in der Karriere der Band dar. Weg vom manchmal sogar experimentellen Bombast-Rock und hin zum radiotauglichen Mainstream-Rock.

Ganz klar wird das beim Titel „Babe“. Diese Nummer wurde in den USA Nummer 1 der Charts und trieft vor Schmalz. Sowohl musikalisch als auch textlich schwer zu verdauende Kost für den normalen, musikinteressierten Mitteleuropäer. Ausnahmen bestätigen dabei die Regel. Aber es gibt auch noch weitere, durchaus bessere Songs auf „Cornerstone“. „Borrowed Time“ zum Beispiel ist eine schöne, treibende Nummer, die auch die B-Seite der „Boat On The River“-Single zierte. „Lights“, der Opener, ist ein abwechslungsreiches und sehr melodiöses Lied, welches auch vom Hintergrundgesang lebt, der während der Strophe wirklich klasse arrangiert ist. Auch „Love In The Midnight“ ist eine tolle Nummer, lässt man mal den Text außen vor. Musikalisch gibt es hier ruhigere und härtere Passagen, die alle überzeugen können – genau wie die Instrumentalparts, die spannende Steigerungen aufweisen.

Und was gibt es sonst noch zu hören? „Why Me” ist so ein typisches Mainstream “AOR”-Stück. So etwas muss man mögen oder man verabscheut es. Highlight dieses Stücks ist ein Saxophonsolo. „Never Say Never“ schlägt in die gleiche Kerbe: Radiotaugliche Musik, die nicht weiter aufregt. “First Time” beginnt schmalzig bis schnulzig, kann dann zwar mit einem schönen Gitarrensolo aufwarten, bis es letztendlich wieder in diesen triefenden Part übergeht. Der Text: Unsäglich. „Eddie“ ist schließlich das härteste Stück auf der Platte, ohne dabei überzeugen zu können. Auch dieses Stück wurde für den Mainstream glattgeschliffen.

Fazit: Auf „Cornerstone“ gibt es ein paar Songs, die sollte man mal gehört haben. Das ist nichts für den dauernden Gebrauch, aber hin und wieder kann man da schon mal ein Ohr riskieren. Es passiert ja auch nichts Schlimmes. Und wer auf solche Bands wie „Asia“, „Journey“ oder „REO Speedwagon“ steht, der fährt mit dieser Scheibe von Styx genau richtig. Sieben Punkte gibt es - auch ein wenig mit aus Nostalgiegründen.

Anspieltipps: Boat On The River, Borrowed Time, Lights, Love In The Midnight





Donnerstag, 19. Januar 2012

Aereogramme - Sleep And Release





Aereogramme - Sleep And Release


Besetzung:

Craig B – vocals, guitar
Ian Cook – guitar, programming
Campbell McNeil – bass
Martin Scott – drums


Gastmusiker:

Rona Mackay – cello
Patsy Reid – violin
Colin Broom – percussion, anvil sample


Erscheinungsjahr: 2003


Stil: Alternative, NeoProg


Label: Chemikal Unterground Records


Trackliste:

1. Indiscretion #243 (3:44)
2. Black Path (3:54)
3. Simple Process of Elimination (5:49)
4. Older (5:18)
5. No Really, Everything's Fine (5:55)
6. Wood (5:21)
7. Yes (2:00)
8. In Gratitude (4:53)
9. Winter's Discord (6:33)
10. – (6:32)

Gesamtspieldauer: 49:59




Bei dem Album „Sleep And Release“ handelt es sich um das zweite Album der Band Aereogramme. Und wie sagte Craig B, Sänger und Gitarrist der Band 2003, bei der Veröffentlichung von „Sweet And Release“: „Wir wollten intensive Musik machen. Und es war uns egal, ob intensiv wild oder intensiv ruhig…“ Und genau das haben die vier von Aereogramme auch geschaffen. Ein sehr intensives Album, welches sowohl die sanften und ruhigen, wie die harten und treibenden Passagen in sich vereint.

Legt man die CD in den Spieler, betrachtet man das Cover und hört das erste Lied, so wird man sofort an eine Nu-Metal-Band erinnert. Auf dem Booklet sieht man eine unbekleidete Dame, die in ihren Händen ein Sägeblatt hält, mit dem sie ihre Brust verdeckt. Auf der Rückseite liegt der Fokus dann auf dem Sägeblatt, auf dem sich, anscheinend in Blut geschrieben, die Trackliste befindet.

Und in diesem Eindruck beginnt auch gleich das erste Lied, „Indiscretion #243“. Ein treibender Basslauf, gefolgt von Gitarren der härteren Art. Nur die gedoppelte, hohe und zerbrechlich wirkende Stimme des Craig B überrascht an dieser Stelle. Später geht diese in einen Chor über und klingt jetzt so gar nicht mehr nach Metal, eher wie eines der ruhigeren Stücke von Porcupine Tree.

Was sich bereits beim ersten Lied andeutete, wird beim weiteren Durchhören des Albums immer deutlicher. Man kann nie sicher sein, was als nächstes kommt ohne, dass dies dabei störend wäre. Es passt irgendwie alles zusammen. Da gibt es so ruhige Lieder wie „Black Path“, welches orchestral und bombastisch eingeleitet wird und dann in einen schwebenden und ruhigen Teil mündet. Letzterer ist nur noch spärlich mittels Violine, Piano und Gesang instrumentiert und geht schließlich wieder in den Eingangsteil über. Der nächste Track, „Simple Process of Elimination”, wartet himmlisch schwebend mit Harfenklängen und Gesang auf. Die Besonderheit liegt bei diesem Lied jedoch in der Rhythmussektion, da der Takt hier durch die Bearbeitung eines Ambosses vorgegeben wird, laut Booklet als „Anvil Sample“ bezeichnet. Und dann so ein Stück wie „No Really, Everything's Fine”, welches das Prog-Herz so richtig höherschlagen lässt: Treibende Parts, melodiöse und manchmal auch schräge Abschnitte. Mal mit einfachem, mal mit mehrstimmigem Gesang.

Genial auch das letzte, nur mit einem „-„ betitelte Lied. Es beginnt ganz ruhig mit zweistimmigem Gesang und abermals einer wunderschönen Melodie, die sich immer weiter steigert, schließlich im Rhythmus durch die Sticks von Martin Scott auf die Einfassung der Snare-Drum unterstützt und von einer Violine zum Ende geführt wird.

Abzüge gibt es bei mir wegen der Schreierei auf „Older“ und „Wood“. Dies trägt mit Sicherheit ebenfalls zum Abwechslungsreichtum dieses Albums bei, will aber irgendwie nicht ganz zum Rest dieser tollen CD passen. Wobei „Wood“ ansonsten mit seinen Melodiebögen und seiner aggressiv klingenden Gitarre sogar sehr gelungen ist und einen schönen Gegensatz zum Bespiel zu „Winter’s Discord“ darstellt. Bei diesem Titel wurde der Hall so eingestellt, als ob Ian Cook und Craig B. sich zu Beginn in einem kleinen Metallfass gegenübersitzen würden, bis schließlich immer mehr die Streicher die Instrumentierung übernehmen.

Fazit: Ein schönes und vielseitiges Album haben die vier Schotten da geschaffen. Sicherlich nicht dem Mainstream zugehörig, was letztendlich auch der Grund dafür war, dass die Band nie den finanziellen Durchbruch schaffte und sich schließlich 2007 auflöste. Von mir gibt es für „Sleep And Release“ zehn Punkte.

Anspieltipps: Black Path, Simple Process Of Elimination, No Really Everything's Fine, -





Mittwoch, 18. Januar 2012

Rainbow – Rainbow





Rainbow
– Rainbow



Besetzung:

Ritchie Blackmore – guitar
Ronnie James Dio – vocals
Craig Gruber – bass
Gary Driscoll – drums
Mickey Lee Soule – keyboards


Erscheinungsjahr: 1975


Stil: Rock, Hard Rock


Label: Polydor


Trackliste

1. Man On The Silver Mountain (4:42)
2. Self Portrait (3:17)
3. Black Sheep Of The Family (3:22)
4. Catch The Rainbow (6:39)
5. Snake Charmer (4:33)
6. The Temple Of The King (4:45)
7. If You Don’t Like Rock’n’Roll (2:38)
8. Sixteenth Century Greensleeves (3:31)
9. Still I’m Sad (3:53)




Ganz sicher war sich Ritchie Blackmore wohl nicht, ob das auch mit seiner Solokarriere so funktionieren würde. Deshalb hieß „Rainbow“ zunächst auch „Ritchie Blackmore’s Rainbow“. Sein Name, der Name des Gitarristen von „Deep Purple“, sollte mit dazu beitragen „Rainbow“ in der Rocklandschaft zu etablieren und zum Erfolg zu verhelfen. Und unterstützen sollten ihn dabei vier Musiker der gerade aufgelösten, amerikanischen Band „Elf“, die bereits auf mehreren Tourneen von „Deep Purple“ als Vorband aufgetreten waren. Somit bestand „Ritchie Blackmore’s Rainbow“ zu Beginn aus dem Ex-Deep-Purple-Gitarristen sowie vier Ex-Elf-Musikern, unter denen sich auch der Sänger Ronnie James Dio befand.

Die Musik auf „Ritchie Blackmore’s Rainbow“ ist allerdings noch nicht sehr spektakulär. Das sollte erst mit dem nächsten Album gelingen. Auf der ersten Rainbow Scheibe findet sich hauptsächlich durchschnittlicher Rock bis Hard Rock, der zwar immer wieder seine interessanten Seiten zeigt, allerdings einen auch nicht aus dem Sessel haut.

„Man On The Silver Mountain” ist eine ganz nette Rocknummer mit treibender Rhythmusfraktion und immer wieder eingeschobenen, melodischen Parts. „Self Portrait” funktioniert dann sogar noch einen Tick besser. Das Stück geht sofort ins Ohr und ist bereits ein Fingerzeig auf all das, was in näherer Zukunft von “Rainbow” noch so alles zu hören sein würde. Mit „Black Sheep Of The Family” folgt anschließend sogar noch eine etwas härtere Nummer. Doch auch dieses Lied schafft es noch nicht vollständig zu überzeugen. Irgendetwas fehlt diesen Titeln noch, die sie aus dem großen Pool des „Naja-Ganz-Nett-Rock“ herausragen lassen würden. Es folgt mit „Catch The Rainbow” die obligatorische Ballade so vieler Hard Rock Scheiben. Und „Catch The Rainbow” ist getragen. Sehr getragen sogar. Fast einen Tick zu sehr getragen. Klar, die Nummer hat eine schöne Melodie und Freunde der langsameren Musik werden diesen fast schon symphonischen Track lieben. Es wird allerdings auch nicht wenige Musikfreunde geben, für die sich das Stück am Rande des Schmalzes bewegt. Geschmackssache eben. Was die Nummer allerdings macht, ist, dass sie Abwechslung in das Album bringt, bei dem die ersten drei Lieder doch von der Machart alle sehr ähnlich waren.

Es folgt „Snake Charmer“. Wieder ein härterer Track, der es allerdings nicht vermag Jubelstürme auszulösen. Dies ist eher Rock-Durchschnittskost. Das ändert sich allerdings schlagartig mit dem sechsten Titel der Platte: „The Temple Of The King”. Eine akustische Nummer mit einer tollen Melodie, einer wunderschönen Gitarrenspur, einem eindringlich singenden Ronnie James Dio und einem schönen Text. Der Höhepunkt des Albums und ein Lied, das zum Mitsingen animiert, auch wenn man gegen Ende des Stücks die höheren Stellen nicht mehr erreichen sollte.

Auf den Höhepunkt folgt der Tiefpunkt des Albums: „If You Don’t Like Rock’n’Roll”. Wahrlich ein ganz klassischer Rock’n’Roll. Und man sieht sie fast schon durch die Lüfte fliegen, die Rock’n’Roll Tänzer mit ihrer ganzen Akrobatik. Und dann kommt es in der Mitte des Songs auch noch zu wahren Klatschattacken, wohl um das Stück noch ein wenig rhythmischer werden zu lassen. Und zur Krönung wird das Lied anschließend auch noch mit Geklatsche verabschiedet. Soll dies den Zuhörer etwa von der Klasse des Liedes überzeugen? Nein, da gibt es wahrlich nichts zu applaudieren. Das Stück nervt und langweilt. So etwas möchte man von „Rainbow“ nicht hören. Abwechslung hin oder her.

Mit „Sixteenth Century Greensleeves“ bewegen wir uns dann wieder im Rock bis Hard Rock. Nicht schlecht, allerdings auch wieder keine Offenbarung. Wieder wird Durchschnitt geboten. Und der setzt sich auch im letzten Stück „Still I‘m Sad“ fort. Diese letzte Nummer hat allerdings etwas Außergewöhnliches an sich, denn sie ist ein Instrumentalstück. Allerdings auch hier, wie schon mehrmals bei diesem Album, bleibt zu vermerken: Ganz okay, aber wenn man es nicht gehört hätte, hätte man auch nichts verpasst.

Fazit: Auf dem ersten Album fällt es Ritchie Blackmore mit seiner Band noch schwer, den Stil zu finden, der vor allem die nächsten beiden Alben auszeichnen wird. Hier ist noch vieles Stückwerk. In den Live-Fassungen klingen die Stücke allerdings deutlich frischer und kraftvoller. Diese wurden allerdings mit, bis auf Blackmore und Dio, anderen Musikern eingespielt. Klar, mit „The Temple Of The King” gibt es auch schon eine ganz starke Nummer auf dieser Platte. Ein absolutes Highlight ist allerdings bei neun Titeln deutlich zu wenig. Acht Punkte.

Anspieltipps: Self Portrait, Catch The Rainbow, The Temple Of The King





Dienstag, 17. Januar 2012

Wovenhand – Blush Music





Wovenhand – Blush Music


Besetzung:

David Eugene Edwards – all instruments


Gastmusiker:

Daniel McMahon – piano, track 2
Ordy Garrison – drums, tracks 3, 9


Erscheinungsjahr: 2002


Stil: Alternative, Independent


Label: Glitterhouse Records


Trackliste

1. Cripplegate (Standing On Glass) (4:31)
2. Animalitos (Ain't No Sunshine) (14:21)
3. White Bird (4:59)
4. Snake Bite (7:33)
5. My Russia (Standing On Hands) (6:47)
6. The Way (1:36)
7. Aeolian Harp (Under The World) (5:47)
8. Your Russia (Without Hands) (7:02)
9. Another White Bird (7:49)
10. Story And Pictures (6:43)




„Blush Music“ heißt dieses Solowerk von David Eugene Edwards, dem Sänger und Songwriter von „16 Horsepower“, welches er unter dem Namen (hier noch Arbeitsnamen) „Wovenhand“ veröffentlichte. Die Musik schrieb er laut Booklet für die „Ultima Vez Dance Company“, einem von Wim Vandekeybus, in Brüssel ins Leben gerufenem Tanzprojekt. Aber Musik zum Schämen oder Erröten, wie der Titel einem vielleicht suggeriert, befindet sich absolut nicht auf dieser CD.

„Blush Music“ ist eine CD, die vollgestopft ist mit trauriger Musik. Tieftrauriger Musik aber genau richtig, wenn man seiner Melancholie mal freien Lauf lassen möchte. Und „Blush Music“ ist eines jener Alben, für welches Kopfhörer erfunden wurden, um wirklich jeden Ton der Platte auf sich wirken lassen zu können. Es ist auch keine leichte Musik und auch keine zum „Nebenbeihören“, nein, hier wird vom Zuhörer die volle Aufmerksamkeit verlangt.

„Snake Bite“ und „The Way“ stellen schwebende, sphärische Klangwelten dar, wie man sie auch bei Klaus Schulze oder Tangerine Dream zu hören bekommt. „White Bird“ und „Another White Bird“ zeichnen sich dagegen durch treibende Beats aus - und hier lässt sich am ehesten die Verbindung zu „16 Horsepower“ heraushören, auch wenn man bei diesen Liedern die „Country-Anleihen“ vergeblich sucht.

„Your Russia“, einer der Höhepunkte des Albums, wirkt in seinen Steigerungen und Wiederholungen richtiggehend hypnotisierend. Immer wieder wird ein Thema aufgegriffen und mantraartig wiederholt. Dazu trägt nicht zuletzt auch der fast schon beschwörend wirkende Gesang des David Eugene Edwards bei. Hier benötigt man keine halluzinogenen Substanzen, um in andere Sphären vorzudringen. Hier genügen – richtig: Kopfhörer. Und beim ersten Hören von „Animalitos“ war Bill Withers sicherlich auch überrascht, als er diese Version seines Welthits „Ain’t No Sunshine“ zum ersten Mal hörte. Was mit Rabengekrächze beginnt und im weiteren Verlauf vom Banjo-Spiel David Eugene Edwards getragen wird, endet nach über vierzehn Minuten in einer folkloristischen Geigenadaption mit Hintergrundgelächter.

All das wird jeweils durch Edwards Stimme untermalt, die immer mal wieder leicht überschlägt und seinen Gesang so zu einem unverkennbaren Markenzeichen dieser Musik werden lässt.

Fazit: Wie oben bereits erwähnt, handelt es sich bei diesem Wovenhand-Werk aus dem Jahr 2002 mitnichten um leichte Musik, die so nebenbei mitgehört werden kann. Wer allerdings auch auf die etwas schrägeren Töne steht und sich die Zeit nimmt, das Ganze auch wirken zu lassen, kann mit diesem Album ein ganz tolles Stück Musik für sich entdecken und wird an dieser CD sehr viel Freude haben. Und das nicht nur, wenn man gerade mal wieder den „Blues“ hat. 13 Punkte.

Anspieltipps: Animalitos, Your Russia, White Bird





Montag, 16. Januar 2012

Monster Magnet – Powertrip





Monster Magnet – Powertrip


Besetzung:

Dave Wyndorf – vocals, guitar
Ed Mundel – lead guitar
Joe Calandra – bass
John Kleiman – drums
Phil Caivano – guitar


Gastmusiker:

Scott Garrett – additional drums
John Flannery – additional guitars
Matt Hyde – additional guitars


Label: A&M Records


Erscheinungsdatum: 1998


Stil: Rock, Space Rock, Hardrock


Trackliste:

1. Crop Circle (5:32)
2. Powertrip (3:31)
3. Space Lord (5:56)
4. Temple Of Your Dreams (4:36)
5. Bummer (7:35)
6. Baby Götterdämerung (3:09)
7. 19 Witches (4:03)
8. 3rd Eye Landslide (5:10)
9. See You In Hell (4:05)
10. Tractor (3:27)
11. Atomic Clock (5:07)
12. Goliath And The Vampires (4:13)
13. Your Lies Become You (4:18)

Gesamtspieldauer: 1:00:43




Mit ihrer vierten Album, „Powertrip” (die beiden zuvor erschienenen EP’s lasse ich jetzt mal außen vor), haben die Mannen um Frontmann und Songschreiber Dave Wyndorf ein kraftvolles, packendes und hartes Stück Musik vorgelegt. Mit Space Rock à la Hawkwind hat dieses Werk allerdings nur noch etwas am Rande zu tun. Vielmehr überwiegen hier die straighten, harten Riffs. Psychedelisch ist die Platte nur noch immer wieder mal ein wenig. Das wird die Head-Banging-Fraktion freuen, denn die kommt mit diesem Album vollstens auf ihre Kosten. Auf „Powertrip“ rockt es nämlich richtig.

Das Album beginnt sogar mit „Crop Circle“ noch ein wenig sphärisch. Nach etwa einer Minute setzten dann allerdings die Gitarren ein und zeigen auf, was der geneigte Hörer auf diesem Album zu erwarten hat: Hard Rock in all seinen Facetten. Und der Titeltrack, „Powertrip“, die Nummer 2 auf dem Album, unterstreicht diese Aussage noch einmal. Es folgt „Space Lord“, wohl eines der bekanntesten Stücke von „Monstermagnet“ und auch eines ihrer besten. Das Stück beginnt langsam, mit einem unwiderstehlichen Rhythmus, zunächst nur von der Gitarre und dem Gesang vorgegeben. Dann steigert sich die Nummer immer weiter und weiter und rockt so richtig los. Hierbei weiß vor allem das Zusammenspiel von „laut“ und „leise“ zu gefallen. Ein wirklich ganz, ganz starker Rocksong, der einfach mitreißt. Und ein wenig spacig ist der Song auch noch. Klasse gemacht.

„Temple Of Your Dreams”, im Anschluss daran, rockt dann wieder durchgängig. Dem Stück liegt ein ganz einfacher Riff zugrunde, der allerdings schön kracht. Es folgt „Bummer“, die mit siebeneinhalb Minuten längste Nummer des Albums. Auch dieses Lied haut wieder voll rein, wobei hier vor allem die etwas ungewöhnlichen Gesangseinlagen „Ooooaaah“ ein Lächeln auf die Lippen zaubern. Anschließend folgt mit „Baby Götterdämerung” erneut ein Höhepunkt des Albums. In dieser Nummer wird es jetzt wieder ein wenig psychedelisch. Das Lied ist ruhig, spärlich instrumentiert, sehr melodiös, aber alles andere als eine Ballade. Sehr schön gemacht. Warum die Band bei dem, teilweise Deutschen Titel, niemand auf den Rechtschreibfehler aufmerksam gemacht hat, bleibt allerdings wohl für immer ein Geheimnis. Jetzt ist es gedruckt…

„19 Witches” klingt teilweise ein wenig nach Western, wobei das Geklatsche beim Refrain ein bisschen nervt. Sonst eigentlich eine ganz nette Idee. „3rd Eye Landslide” geht anschließend in die Richtung Mainstream Rock und „See You In Hell“ gefällt durch einen schönen Basslauf und vor allem durch die „Doors-Gedächtnis-Orgel“.

“Tractor” kommt im Anschluss wieder knallhart aus den Boxen und lässt die Membranen vibrieren. Zum Teil verzerrte Stimmen sowie Sirenengeheul unterstützen die erzeugte Stimmung, die das Stück wohl zum härtesten auf dem Album werden lassen, ohne jedoch, dass das Stück vollends überzeugen kann. „Atomic Clock” kracht ebenfalls, weist allerdings auch wieder ruhigere Abschnitte auf. Anschließend folgt „Goliath And The Vampires”, eine Nummer, die auf “Powertrip” ziemlich aus dem Rahmen fällt. Das Stück ist sphärisch und vor allen Dingen sehr experimentell. Reinen Hard Rock Fans wird dieser Track mit Sicherheit am wenigsten Zusagen, der allerdings zumindest für eines sorgt, nämlich für Abwechslung.

Und es wartet mit „Your Lies Become You“ noch ein Höhepunkt der Platte auf den Hörer. Einen ruhigen Ausklang haben „Monster Magnet“ für ihr Album gewählt. Und dieser Ausklang kann wahrlich überzeugen. Eine schöne, melodiöse Nummer lässt alle „aufregenden Stellen“ des Albums sanft verklingen und wenn dann dazu auch noch die Bongos einsetzen, glaubt man kaum noch „Monster Magnet“ zu hören.

Fazit: Ein sehr abwechslungsreiches Album haben die fünf Amerikaner mit „Powertrip“ vorgelegt. Hier gibt es alles zu hören, vom harten Rock, bis zu den sphärischen Abschnitten. Nicht alles auf dem Album kann zu 100 Prozent überzeugen, aber es gibt auch diese Nummern, die einfach hängenbleiben und für die man „Monster Magnet“ fast schon dankbar ist. Dafür und für die Vielseitigkeit bekommt die Platte zehn Punkte.

Anspieltipps: Space Lord, Temple Of Your Dreams, Baby Götterdämerung, See You In Hell, Your Lies Become You



Sonntag, 15. Januar 2012

AC/DC – Let There Be Rock




AC/DC – Let There Be Rock


Besetzung:

Malcolm Young – guitar
Angus Young – guitar
Bon Scott – vocals
Phil Rudd – drums
Mark Evans – bass


Label: EPIC Records


Erscheinungsdatum: 1977


Stil: Hardrock


Trackliste

1. Go Down (5:31)
2. Dog Eat Dog (3:35)
3. Let There Be Rock (6:06)
4. Bad Boy Boogie (4:28)
5. Problem Child (5:25)
6. Overdose (6:09)
7. Hell Ain’t A Bad Place To Be (4:14)
8. Whole Lotta Rosie (5:34)




Okay, ich gebe es gleich zu, „Let There Be Rock“ ist mein Lieblingsalbum von AC/DC. Was die fünf Australier mit dieser Scheibe allerdings vorlegten, kann man auch nur als Highlight des Hardrock bezeichnen. Acht Titel befinden sich auf dieser CD und fast alle acht sind absolute Perlen, wenn man seinen Ohren einmal so richtig die Dröhnung verpassen möchte.

Es fängt gleich mit „Go Down“ so richtig an zu krachen. Treibender Rhythmus, die sagenhafte Stimme Bon Scotts, da muss man einfach mitwippen. Nicht viel anders ist es dann bei „Dog Eat Dog“, was auch durch seinen ungewöhnlichen Drumpart und durch das klasse Solo von Angus Young begeistern kann.

Dann ist da als nächstes der Titeltrack „Let There Be Rock“. Das Stück knallt gleich los, wird aber kurze Zeit später schon wieder deutlich ruhiger, um die Geschichte des Rock’n‘Roll aus AC/DC-Sicht zu erzählen. Danach ging es 1955 los, bis dahin und ich zitiere jetzt wörtlich aus dem Text heraus: „The white man had the schmaltz, the black man had the blues“. Dann werden noch „sound“, „lights“, „drums“ und „guitar“ eingeführt und plötzlich war er da, der „Rock“ der jetzt auch musikalisch knallhart aus den Boxen dröhnt.

Auch Bad Boy Boogie“ ist ein Highlight des Albums. Hier haut einen das Solo um, mit anschließender Rückführung zur Strophe, die an Spannung kaum zu überbieten ist. Auf der ehemaligen zweiten Seite des Albums geht es dann weiter mit „Problem Child“. Ebenfalls ein guter Kracher, genau wie der Nachfolger „Overdose“. „Hell Ain’t A Bad Place To Be“ ist ebenfalls kein schlechter Track, bei ihm fehlt mir allerdings das „gewisse Etwas“, was ihn ebenfalls zu einem hervorragenden Lied machen würde.

Als Highlight wartet dann noch der letzte Track „Whole Lotta Rosie“. Headbanging muss bei diesem Song erfunden worden sein, anders kann ich mir das nicht vorstellen. Eine absolut gelungene Nummer, die nur AC/DC-Hasser, die es ja auch geben soll, nicht von den Stühlen reißt. „Whole Lotta Rosie“ gehört mit Sicherheit auch in die Top Five der besten Lieder von AC/DC.

Fazit: Ein absolutes Klassealbum, welches AC/DC da im Jahre 1977 vorgelegt haben. Ein Meilenstein des Hardrock. Wer nur die neueren AC/DC kennt, der hat was verpasst - und das liegt nicht nur am Gesang. Auf „Let There Be Rock“ schafften es AC/DC acht Knaller ohne große Qualitätsunterschiede auf eine Platte zu pressen. Unbedingte Kaufempfehlung. Das gibt von mir 14 Punkte.

Anspieltipps: Go Down, Dog Eat Dog, Let There Be Rock, Bad Boy Boogie, Whole Lotta Rosie





Samstag, 14. Januar 2012

Peter Hammill – Fool’s Mate





Peter Hammill – Fool’s Mate


Besetzung:

Peter Hammill – all lead vocals, acoustic guitar, piano


Gastmusiker:

Guy Evans – drums, percussion
Hugh Banton – piano, organ
Nic Potter – bass
Dave Jackson – alto sax, tenor sax, flute
Robert Fripp – electric guitar
Martin Pottinger – drums
Rod Clements – bass, violin
Paul Whitehead – tam-tam
Ray Jackson – harp, mandolin


Label: Charisma Records


Erscheinungsdatum: 1971


Stil: Art Pop, Progressive Rock


Trackliste:

1. Imperial Zeppelin (3:39)
2. Candle (4:18)
3. Happy (2:36)
4. Solitude (4:58)
5. Vision (3:16)
6. Re-Awakening (3:57)
7. Sunshine (4:01)
8. Child (4:25)
9. Summer Song (In The Autumn) (2:14)
10. Viking (4:43)
11. The Birds (3:36)
12. I Once Wrote Some Poems (2:46)




Im Booklet der remasterten Fassung kann man es nachlesen. Dieses erste und für Peter Hammill nicht ganz typische Album, „musste“ er nun endlich aufnehmen. Die Songs dafür waren schon Ende der sechziger Jahre entstanden. Und nun wollte er damit abschließen und sie endlich veröffentlichen, um wohl auch den Kopf wieder für neue Ideen freizubekommen.

Das auf dem Cover abgebildete Schachbrett bezieht sich auf den Titel des Albums. „Fool’s Mate“, zu Deutsch „Narrenmatt“. Es ist die kürzeste Art und Weise, wie beim Schachspiel eine Matt-Stellung erzielt werden kann. Dazu bedarf es lediglich vier Züge, wobei anschließend Schwarz die Mattstellung erzielt. „Narrenmatt“ auch deshalb, da „Weiß“ zwei ungünstige Züge getätigt haben muss. Das auf dem Cover abgebildete Schachspiel deutet allerdings mehr auf den „Schäferzug“ hin, bei dem „Weiß“ „Schwarz“ mit dem siebten Zug matt setzt.

Die Musik auf dem Album „Fool’s Mate“ ist auch etwas untypisch für Peter Hammills sonstige Soloplatten und erst recht für die Alben von „Van der Graaf Generator“. Zwar hat er alle seine „Van der Graaf“-Bandkollegen auf diesem Soloprojekt um sich geschart und dazu gesellten sich auch noch, unter anderem, Robert Fripp von King Crimson sowie Rod Clements und Ray Jackson von Lindisfarne. Progressive Rockmusik bekommt man auf „Fool’s Mate“ allerdings immer nur in Ansätzen zu hören.

Die Titel überschreiten nur selten die Länge von vier Minuten und auch die Musik unterscheidet sich sehr von der seiner Band zur damaligen Zeit. Diese ist auf „Fool’s Mate“ manchmal sogar fast poppig wie bei der Nummer „Sunshine“, manchmal doch noch ein wenig progressiv, wie im Stück „Imperial Zeppelin“. Oder aber sie ist wunderschön melodiös und irgendwie fröhlich, wie auf dem Track (nomen est omen) „Happy“. Und Peter Hammill zeigt auf „Fool’s Mate“ auch, dass er die Gabe besitzt wunderschöne Melodien zu kreieren wie auf „Vision“ und dem tollen „Birds“. Ganz ruhig und sanft strömt hierbei die Musik aus den Lautsprechern. Wahrlich Musik zum Träumen.

Dann gibt es da auch so verspielte und doch traurige Titel wie „Solitude“ und „Child“, die allerdings doch wieder irgendwie an „Van der Graaf Generator“ erinnern. Und auf „Summer Song“ und „Viking“ produziert auch die Art des Gesangs Peter Hammills Assoziationen zu seinem Bandprojekt, bei dem man für mich den „progressiven Gesang“ schlechthin zu hören bekommt.

Fazit: Ein ganz feines Album hat Peter Hammill da zu Beginn seiner Solokarriere vorgelegt. Dies dürfte auch vielen gefallen, die mit progressiver Rockmusik im Allgemeinen und mit „Van der Graaf Generator“ im Speziellen so gar nichts anfangen können. „Fool’s Mate“ ist ein Album der leisen Töne, mit vielen tollen Melodien. Die perfekte Platte für dunkle Novembertage. Oder aber zum Hören im Winter, wenn das Holz im Kamin knackt und an es sich gerade auf dem Bärenfell bequem gemacht hat. Oder nein, noch besser zum Herunterkommen, nach einem anstrengenden und heißen Tag im Sommer. Stimmt, irgendwie passt diese Musik immer. Leise und unaufgeregt und elf Punkte wert.

Anspieltipps: Happy, Vision, Summer Song, The Birds





Freitag, 13. Januar 2012

Mono Inc. - Viva Hades





Mono Inc. - Viva Hades



Ich bin mir nicht so sicher, ob man eine Plattenrezension nach ein paar Gläsern Wein schreiben sollte. Doch dann knallt gerade diese Platte so unglaublich gut….also, here we go: Mono Inc. sind eine Band, die ich schon länger auf dem Radarschirm, aber nie so ganz intensiv verfolgt habe. Was ich heute Abend ziemlich bereue. Denn ihr neues Album “Viva Hades” ist grandios, genial, hammerartig gut. Toll gemacht, stimmig, ein riesiger Schritt nach vorne, für die Hamburger. Ein bisschen Gothic, immer rockig und einfach mitreißend. Man sollte gleich laut einsteigen, denn so ein nebenbei Gedudel ist Mono Inc. wahrlich nicht, waren sie noch nie. Hier zeigt sich der deutsche Independent Sound von seiner besten Seite. Also, einfach zugreifen, es lohnt sich.

Donnerstag, 12. Januar 2012

Jethro Tull – J-Tull Dot Com





Jethro Tull – J-Tull Dot Com


Besetzung:

Ian Anderson – vocals, flute, bouzouki, guitar
Martin Barre – guitar
Andrew Giddings – keyboards
Doane Perry – drums
Jonathan Noyce – bass


Label: Roadrunner


Erscheinungsdatum: 1999


Stil: Rock


Trackliste:

1. Spiral (3:53)
2. Dot Com (4:26)
3. Awol (5:21)
4. Nothing @ All (0:56)
5. Wicked Windows (4:42)
6. Hunt By Numbers (4:02)
7. Hot Mango Flush (3:51)
8. El Nino (4:43)
9. Black Mamba (4:59)
10. Mango Surprise (1:16)
11. Bends Like A Willow (4:54)
12. Far Alaska (4:08)
13. The Dog-Ear Years (3:34)
14. A Gift Of Roses (9:35)




Im Jahr 1999 veröffentlichten Jethro Tull ihr bisher vorletztes und zwanzigstes Studioalbum mit dem Titel „J-Tull Dot Com“. Und diese Aussage trifft auch heute noch, Anfang 2012, zu. Die vorletzte Jethro Tull Platte wurde also noch im letzten Jahrtausend, versehen mit einem nicht gerade sehr geistreichen Titel, veröffentlicht. Letzteres hat aber natürlich nicht unbedingt etwas zu sagen und war wohl dem damaligen Zeitgeist geschuldet, da die Bedeutung des Internets in den 90er Jahren rasant zunahm.

Nun, aber was ist zu der Musik auf „J-Tull Dot Com“ zu sagen? Egal, welchen Titel man anspielt, das, was man hört ist immer unüberhörbar Jethro Tull Musik. Da ist zum einen die unverwechselbare Stimme Ian Andersons, die hier wieder besser klingt als auf anderen Veröffentlichungen der 90er Jahre. Und dann natürlich das über allem stehende Flötenspiel des Frontmanns. Und der Bedeutung und dem Einsatz der Flöte wird auf diesem Album ein wesentlich größerer Raum eingeräumt, als dies noch zu Beginn der Karriere der Band, Ende der 60er und Anfang der 70er, der Fall war.

Alles was man zu hören bekommt ist unverwechselbar die Musik von „Jethro Tull“. Immer wieder schleichen sich zwar indische oder andere asiatische Anleihen in die Musik mit ein, man hört Parts, angelehnt an Klassische Musik genau wie Metal-Adaptionen, der Klang der Musik lässt allerdings keine Interpretation zu: Hierbei handelt es sich eindeutig um „Jethro Tull“ - und zwar bei jedem einzelnen Lied.

Auch auf ihrem 21. Studioalbum hat es die Band um Ian Anderson geschafft, sich und ihrer Musik treu zu bleiben. Und das, ohne dabei in irgendeiner Art und Weise langweilig geworden zu sein. Wobei wir gleich beim nächsten Punkt wären: Auf dem Album „J-Tull Dot Com“ befindet sich kein einziger schlechter Titel. Das wiederum wirft jedoch die Frage nach dem Umkehrschluss auf: Wie viele überragende Titel befinden sich denn auf diesem Album? Und die Antwort lautet hier genauso: Kein einziger Titel. Nochmal, das Album ist wahrlich nicht schlecht, allerdings eben auch nichts Besonderes. Diese „Übersongs“, die es immer wieder auf Jethro Tull Platten zu entdecken und bestaunen gibt, diese Lieder fehlen hier leider völlig. Alles auf diesem Album ist irgendwie im Fluss, ohne sich jedoch in den Gehirnwindungen des Hörers festsetzen zu können.

Der „Hidden Track“, nach dem letzten Stück des Albums, entpuppt sich dieses Mal übrigens als „Bonus Track“. Soweit jedenfalls die Ankündigung Ian Andersons zu Beginn des Songs. Dabei handelt es sich um den Titeltrack „Secret Language Of The Birds“, eine Nummer, aus seinem gleichnamigen nächsten Soloalbum.

Fazit: „J-Tull Dot Com“ ist wahrlich kein Mainstream-Album. Auf dieser Platte befindet sich 100% Jethro Tull. Von daher ist Mainstream oder Ähnliches schon mal ausgeschlossen. Die einzelnen Songs sind nicht schlecht, allerdings auch nicht die Höhepunkte im Schaffen der Band. Aber wahrscheinlich kann man solche Titel auch nicht mehr auf dem 21. Album einer Band verlangen. Nun, wer Jethro Tull mag, der sollte sich diese Platte unbedingt zulegen. Dann lohnt sie sich auf jeden Fall. Wer alles von der Band haben möchte, der kauft die CD sowieso, wird allerdings ebenfalls nicht enttäuscht werden. Nur für die, die in den Kosmos „Jethro Tull“ einsteigen wollen, denen seien die Platten Anfang der 70er zur Initialzündung empfohlen. „J-Tull Dot Com“ ist musikalischer Durchschnitt, acht Punkte.

Anspieltipps: Dot Com, Nothing @ All, Wicked Windows, Black Mamba, Bends Like A Willow, The Dog-Ear Years





Mittwoch, 11. Januar 2012

Fischer-Z – Fish’s Head




Fischer-Z – Fish’s Head


Besetzung:

John Watts – vocals, guitars
Ian Porter – bass, keyboards
Steve Kellner – drums
Jennie Cruse – vocals


Gastmusiker:

Mike Benn, Graham “Wildman” Peacock, Nick Mode


Label: BMG Ariola


Erscheinungsdatum: 1989


Stil: Pop


Trackliste:

1. Say No (4:06)
2. Masquerade (4:50)
3. It Could Be You (4:59)
4. Sticky Business (4:05)
5. Huba (4:03)
6. Oh Mother (4:50)
7. Just Words (4:30)
8. It's Only A Hurricane (4:30)
9. She Said (4:11)
10. Ho Ho Ho (4:51)

Gesamtspieldauer: 44:48





Was sich auf „Reveal“ bereits angedeutet hat, das hat John Watts mit seiner Band Fischer-Z auf „Fish’s Head“ weiter fortgesetzt. Dieses 1989 erschienene Album, hat nun so gar nichts mehr mit „Red Skies Over Paradise“ zu tun. Muss es ja auch nicht, wenn die Musik trotzdem gut ist. Aber daran hapert’s bei „Fish’s Head“ allerdings ein wenig. Gute Texte schreiben kann John Watts immer noch, aber es passt irgendwie nicht mehr mit der dazugehörigen Musik. Denn die ist auf dem Album häufig langweilig und öde. Und da gibt es leider nur wenige Ausnahmen.

Los geht es mit „Say No“. Das Lied wird ein wenig besser, wenn man es öfters hört und geht dann sogar ins Ohr. Kein Übersong, aber ein nettes Poplied. „Masquerade“ ist im Anschluss daran eine Reggae-Nummer. Aber auch dieses Lied gehört zu den besseren auf dem Album. Es groovt und man wippt gerne mit. Bei „It Could Be You“ zeigt John Watts dann, dass er auch Humor besitzt. Die Instrumentierung ist schon außergewöhnlich und es klingelt und schellt und Watts kündigt einzelne Instrumente sowie das Gitarrensolo an. Nett gemacht.

Das kann man von “ Sticky Business“ nicht behaupten. Ein nerviges und irgendwie atonales Lied, bei dem man dem Erfinder der Infrarot-Fernbedienung unglaublich dankbar ist, um zum nächsten Track zu kommen. Der heißt „Huba“ und ist der Höhepunkt des Albums. Auch wenn es irgendwie an ein Kinderlied erinnert, das Stück geht mit seiner schönen Melodie sofort ins Ohr und bleibt dort hängen. Schön hier auch der Wechsel zwischen Gesang und Trompete. Ein richtig gutes Lied auf „Fish’s Head“.

„Oh Mother“ ist dann richtig rockig. Nicht richtig schlecht, allerdings auch nichts Besonderes. Kein Lied, an welches man sich länger erinnert. „Just Words“ ist anschließend ein weiterer Tiefpunkt der Platte. Belangloser Pop. Das trifft auch auf die nächste Nummer „It's Only A Hurricane“ zu. Hier gibt es zwar auch rockigere Abschnitte und einen tiefen Bass-Chor – aber überzeugend ist das alles nicht. Und leider gilt das auch für die letzten beiden Stücke „She Said“ und „Ho Ho Ho“. Die Stücke langweilen einfach, da fehlen die Ideen und Melodien, die die Musik John Watts sonst immer ausgezeichnet haben.

Eine kleine Sache muss hier allerdings noch positiv erwähnt werden. Im Booklet sind alle Texte in mehreren Sprachen ausgedruckt. So unter anderem auch in Deutsch. Ein netter Service für die nicht englischsprachigen Fans. Und noch etwas: Alle Lieder auf dieser CD sind zwischen 4:03 und 4:59 Minuten lang. Die „4“ steht also immer vorne. So etwas ist mir bisher auch noch nicht untergekommen. Zufall?

Fazit: Wenn jemand gerne alles von Fischer-Z haben möchte, dann sollte er sich diese CD natürlich zulegen. Wenn jemand allerdings auf Fischer-Z von „Red Skies Over Paradise“ steht, dann sollte er sich die Platte vor dem Kauf unbedingt erst mal anhören. Denn auf „Fish’s Head“ gibt es andere Musik zu hören. Meistens Pop und der wird nicht jedem gefallen. Von mir gibt es für die paar Ausreißer nach oben sechs Punkte.

 
Anspieltipps: Say No, Masquerade, It Could Be You, Huba





Dienstag, 10. Januar 2012

Alphaville – Forever Young





Alphaville – Forever Young


Besetzung:

Marian Gold – Gesang
Bernhard Lloyd – Keyboard
Frank Mertens – Keyboard


Gastmusiker:

Curt Cress – Schlagzeug
Ken Taylor – Bass
Deutsche Oper Berlin – Streicher
The Claudias – Hintergrundgesang
Gulfstream – Hintergrundgesang
The Rosie Singers – Hintergrundgesang
Wednesday – Hintergrundgesang
Ralph Vornberger – Gesang


Label: WEA Music GmbH


Erscheinungsdatum: 1984


Stil: Pop


Trackliste:

1. A Victory Of Love (4:17)
2. Summer In Berlin (4:46)
3. Big In Japan (Original) (4:45)
4. To Germany With Love (4:15)
5. Fallen Angel (3:58)
6. Forever Young (3:48)
7. In The Mood (4:33)
8. Sounds Like A Melody (4:45)
9. Lies (3:33)
10. The Jet Set (4:56)

Gesamtspieldauer: 43:36




Mit “Forever Young” haben “Alphaville” 1984 ein wirklich beeindruckendes Erstlingswerk auf den Markt gebracht. Synthie-Pop mit sehr eingängigen Melodien, die sich sofort in den Gehirnwindungen festsetzen und auch heute noch, fast dreißig Jahre später, mitreißen können.

Da sind zunächst die vier Singleauskopplungen „Big In Japan”, “Forever Young”, ”Sounds Like A Melody” und “The Jet Set”. „Big In Japan” ist eine tolle, poppige Nummer, mit einem klasse Beat, die einfach mitreißt. Schön dabei auch die Andeutungen fernöstlicher Musik, ohne dieses Thema überzustrapazieren. „Big In Japan” war damals der Hit des Jahres 1984 und verweilte auch mehrere Wochen auf Platz 1 der Deutschen Charts. Auch ,”Sounds Like A Melody”, die zweite Singleauskopplung des Albums weiß zu gefallen. Wieder schafften es die drei Münsteraner Musiker, eine schöne Melodie mit einem treibenden Rhythmus zu kombinieren. Auch dieses Lied geht sofort ins Ohr, genau wie der Titeltrack “Forever Young”. Und bei diesen beiden Titeln erkennt, beziehungsweise erhört man noch eine Stärke von „Alphaville“. Es sind die Instrumentalpassagen die ebenfalls überzeugen können und begeistern. Sind diese bei ”Sounds Like A Melody” noch treibend, so wirken sie bei “Forever Young” herrlich schwebend, voll und hymnisch. Richtig gut gemacht.

Die vierte Singleauskopplung des Albums hieß dann „The Jet Set“. Diese erfolgte erst über ein Jahr nach „Big In Japan“, am 1. März 1985. Und diesem Stück war auch nicht mehr der ganz große Erfolg vergönnt. Hört man sich die Nummer an, ist das auch nicht weiter verwunderlich. Zwar gibt es hier wieder rhythmischen Synthie-Pop auf die Ohren, allerdings fehlt diesmal die eingängige Melodie, sodass dieses Stück sogar ziemlich langweilig und ein wenig einfallslos wirkt.

Aber es gibt noch einen Höhepunkt auf “Forever Young”. Und den bekommt man gleich mit dem ersten Stück, „A Victory Of Love“, zu hören. Alle Zutaten für einen guten Popsong sind hier wieder vertreten: Schöne Melodie, gute Steigerung und der nötige, einen mitziehenden Rhythmus. Und auch bei dieser Nummer gibt es erneut diesen eingängigen und mitreißenden Instrumentalpart, sodass auch dieser Track ein Höhepunkt des Albums darstellt.

Die restlichen fünf Stücke fallen von der Qualität ein wenig gegenüber den vier Highlights ab. Am besten davon können noch „Summer In Berlin“ und „Fallen Angel“ gefallen. Ganz gute Popsongs, denen man allerdings anhört, dass sie schon vor einigen Jahren geschrieben wurden.

„To Germany With Love“, „In The Mood“ und vor allem „Lies“ haben dann bereits deutlich weniger Qualität, ohne richtig schlecht zu sein. Aber diese Songs gehen dann schon sehr in die Richtung Allerwelts-Pop. Muss man nicht unbedingt gehört haben, bleiben sowieso nicht hängen.

Fazit: “Forever Young” ist ein gutes Pop-Album geworden und ein richtig gutes Erstlingswerk der Band „Alphaville“. Wer etwas mit Synthie-Pop anfangen kann, der kann hier gar nichts falsch machen. Auch nach vielen Jahren klingt die Platte noch gut. Für die, die damals groß wurden, ist die Scheibe sowieso ein Pflichtkauf, um die „alten Zeiten“ wieder aufleben zu lassen. Und wegen der richtig guten Höhepunkte gibt es zehn Punkte für das Album.

Anspieltipps: A Victory Of Love, Big In Japan, Forever Young, Sounds Like A Melody