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Freitag, 2. März 2012

Blind Guardian - Memories Of A Time To Come





Blind Guardian - Memories Of A Time To Come


Denk ich an Krefeld in der Nacht, bin ich um den Schlaf gebracht. Na ja, so schlimm ist es auch nicht, aber mit Krefeld verbinde ich nur Bayer Uerdingen, die es schon lange nicht mehr gibt. Ansonsten….aehm, war da was außer der Nähe zu Holland?

Ja, da gibt es noch was aus Krefeld: Blind Guardian. Für mich die wohl beste Power Metal Band. Das ist Pompösrock, theatralisch, protzig, schnell, hart und einfach genial. Eigentlich bin ich ja kein Fan von so Fantasy Geschichten, von Unterwelten und Trollen, Elfen und sonstigen Zottelwesen, die da durch die Welten schlappen. Mit “Herr der Ringe” kann man mich jagen und mir gehörig den Tag verderben. Bei Blind Guardian stört mich das gar nicht. Die Krefelder treiben sich nun schon seit 25 Jahren inhaltlich in irgendwelchen Halb- und Schattenwelten umher und das unterlegt mit schnellen Riffs, Chorgesängen und einer stimmungsgewaltigen Atmosphäre. Da muß ich einfach hinhören, aufdrehen, mittrommeln. Nun also die Best-of Doppel-CD “Memories of a time to come”, ein brillanter Rückblick dieser Ausnahmeband. Und Blind Guardian haben mit ihrem Sound das geschafft, was sich viele deutsche Bands wünschen. Sie haben eine weltweite Fangemeinde hinter sich, Spielen auf den größten Festivals zwischen Tokio und Los Angeles und selbst hier in den Plattenläden der San Francisco Bay Area stehen die Alben von Blind Guardian ganz vorne im Regal.

“Memories of a time to come” ist ein tolles Album für Fans und Neulinge zugleich. Zugreifen!!!





Dienstag, 7. Februar 2012

ALP - El Arte Nunca Muerte





ALP - El Arte Nunca Muerte


In 13 Jahren Radio Goethe bin ich schon über viele Platten gestolpert. Wirklich gestolpert, denn hier stapeln sich die CDs. Und erst heute fand ich in einem der Stapel ALPs "El Arte Nunca Muerte" wieder. ALP sind aus Berlin und für mich sind sie eine Band, die für mich den vielseitigen Berliner Sound widergeben, den es gar nicht gibt. Ich sehe sie als die Soundtrack Produzenten eines Berlinfilms, der noch gar nicht gedreht ist, den es nie geben wird. ALPs Musik ist ein Rausch, ein Bilderrausch für den Hörer. Kein Wunder also, dass die Band diese Eigenart ihrer Musik selbst nutzt und live Musik zu Stummfilmen der 20er Jahre offeriert. Ich hatte einmal das Glück ALP in irgendeinem Hinterhofclub in Friedrichshain zu sehen. Eintritt 1 Euro, das Bier 1 Euro. Ein paar Sessel standen herum und dann traten die drei Musiker auf die Bühne und hinter ihnen lief der Stummfilm über den Panzerkreuzer Potemkin. Es war ein Rausch der Bilder vor einem und in einem. ALP Musik ist ein Genuss, ein Hochgenuss. Sehr empfehlenswert. 12 Punkte.

Sonntag, 5. Februar 2012

Blue Manner Haze - Blue Manner Haze





Blue Manner Haze - Blue Manner Haze


Und noch eine Band soll hier vorgestellt werden, die bereits das Zeitliche gesegnet hat. Blue Manner Haze aus Nürnberg haben mit ihrem Major Label-Debut 1995 eine Crossover Scheibe vorgelegt, die als Wirbelwind bezeichnet werden kann. Wer je diese fränkische Gruppe live gesehen hat, weiß was für eine geballte Ladung Power in Blue Manner Haze steckte. Und genau diese Energie wurde auf dem 95er Album freigesetzt. Songs wie “Serial K” und “Body Jam” sind der absolute Hammer. Sony Records war nach dem erfolgreichen Erstlingswerk von Rage Against the Machine auf der Suche nach einer neuen Crossoverband und stieß in der Lebkuchenstadt Nürnberg auf Blue Manner Haze. Das Album ist ein e gekonnte und knallharte Mischung aus Rock und harten Beats. Sänger Joe-Evans Chialo schafft mit seiner Stimme die Balance zwischen Wahnsinn und Alptraum. Dazu zwei treibende Gitarren, die nie zur Ruhe kommen. Hier setzte sich eine Band selbst ein musikalisches Denkmal, das beachtet werden muß. Was letztendlich zur Auflösung dieser Gruppe führte, war wohl der Druck des Plattenriesen aufgrund mangelnder Verkaufszahlen. An dieser Stelle ein Dankeschöen an die formatierte Radiolandschaft in Deutschland. Doch Blue Manner Haze werden, so lange die Platte noch zu haben ist, auch weiter ihre Fans finden. 12 Punkte.

Sonntag, 22. Januar 2012

Motortrack - Motortrack





Motortrack - Motortrack


Progressive Rock ist für manche ein Gottessegen, für andere ein Schimpfwort. Einige träumen von den musikalischen Ausflügen in opulente klangliche Sphären, andere sehen genau das als überflüssige Masturbation selbstverliebter Musiker auf ihren Instrumenten. Ich kann beide Seiten sehen, ich liebe viele Progressive Rock Alben, aber es gibt auch einiges an Geschrammel, was mich irre macht, was in meinen Augen so überflüssig ist, wie das dämliche Rumgehoppel bei "Deutschland sucht den Superstar".

Aber nun zu der Platte, die ich hier eigentlich vorstellen möchte. Motortrack heißt die Band, kommt aus Hannover und Kai Hornung, Sänger von "Sonic Front" und "Soon is Now", hat sie mir wärmstens ans Herz gelegt. Er selbst singt auch auf einigen der Songs. Motortrack ist ein Beispiel dafür, wie tief, weit und phänomenal Progressive Rock sein kann. Ein tolles Album, das mal verträumt daher kommt, um dann mit einem gewaltigen und brachialen Gitarrenbrett den Hörer wachzurütteln. Motortrack erfinden das Rad nicht neu, und dennoch sind sie ein erfrischender Wind im etwas verstaubten Progressive Rock Genre. Sie verweisen in ihrer Musik auf die langen Wurzeln dieser Musikrichtung und geben dem Ganzen eine eigene, sehr persönliche Handschrift.

Ein Album zum Hinhören und Eintauchen. Eine sehr empfehlenswerte Platte für Musikfans, die nicht nur mal fix verköstigt werden wollen, sondern schön langsam den wahren Genuss einer musikalischen Klangreise genießen möchten.