Dienstag, 15. Mai 2012

Stefanie Hertel – Tausendmal Stärker




Stefanie Hertel – Tausendmal Stärker


Besetzung:

Stefanie Hertel – Gesang


Gastmusiker:

Jean Frankfurter – alle Keyboards und Programming
Johan Daansen – Gitarren
Karena Schönberger – Chor
Herbert Ihle – Chor
Wolly Emperhoff – Chor


Label: Koch Music


Erscheinungsdatum: 2002


Stil: Schlager


Trackliste:

1. Wolkenlos (3:30)
2. Irgendwann braucht jeder ein Gebet (3:24)
3. Straßenmusikant (spiel weiter, spiel lauter) (3:08)
4. Ich glaube daran (3:48)
5. Gute Nachbarn brauchen keinen Zaun (3:24)
6. Tausendmal stärker (3:17)
7. Ich brauche keine Insel (3:14)
8. Wieder da (3:17)
9. Wir hab'n a Madl (3:03)
10. Happy Birthday Teddybär (3:23)
11. Im siebten Himmel ist manchmal der Teufel los (3:05)
12. Mit den Augen des Herzens (3:20)

Gesamtspieldauer: 39:58



Im Jahr 2002 erschien das neunte Studioalbum der Stefanie Hertel mit dem Titel „Tausendmal Stärker“. Auch diese Platte ist angefüllt mit deutschem Schlager, die volkstümliche Ausrichtung dieser Musik hatte bei Stefanie Hertel inzwischen ausgedient – auch wenn sie im beiliegenden Heftchen noch auf ein paar Bildern im Dirndl zu sehen ist. Als Komponistenteam waren nun sogar Jean Frankfurter und Irma Holder wieder vereint, das war auf der Vorgängerplatte noch anders gewesen. Von daher könnte ich hier bereits aufhören zu schreiben, denn es ist wieder sehr schlimm geworden. Musikalisch, wie textlich. Eine Änderung soll hier allerdings auch nicht unerwähnt bleiben. Das Plattenlabel, auf welchem diese Scheibe nun erschien, heißt Kock Music, eine Tochter der Universal Music.

Nun, die grausamen Klänge des Jean Frankfurter kennt man nun schon länger, sie wurden auch auf „Tausendmal Stärker“ keinen Deut besser. Jetzt hatte Irma Holder allerdings den religiösen Ansatz in der Musik entdeckt und Stefanie Hertel sang brav solche Lieder wie „Irgendwann braucht jeder ein Gebet“ oder „Ich glaube daran“. Wahnsinn, mit was alles versucht wird Geld zu machen. Stefanie Hertel war inzwischen selbst 23 Jahre alt und es ist durchaus bemerkenswert, dass sie sich als erwachsene Frau und selbst Mutter für solche Texte wie „Happy Birthday Teddybär“ hergab. Zeit zum Fremdschämen ist angesagt.

Fazit: Man kann über deutschen Schlager denken, was man will, doch er ist nicht immer so schlecht wie auf dem Album „Tausendmal Stärker“ von Stefanie Hertel. Die Lieder klingen absolut gleich, nur wenige Variationen gibt es da zu hören, die Texte sind ultrapeinlich. Krass, mit was man alles Geld verdienen kann. Ein Punkt.

Anspieltipps: Straßenmusikant (spiel weiter, spiel lauter), Ich glaube daran



Samstag, 12. Mai 2012

Änglogård – Hybris





Änglagård – Hybris


Besetzung:

Tord Lindman – vocals and guitars
Johan Högberg – bass and mellotron effects
Anna Holmgren – flute
Tomas Jonson – hammond, mellotron and keyboards
Jonas Engdegård – guitars
Mattias Olsson – drums and percussion


Label: Änglagård Records / Exergy


Erscheinungsdatum: 1992


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

1. Jordrök (11:11)
2. Vandringar I Vilsenhet (11:57)
3. Ifrån Klarhet Till Klarhet (8:09)
4. Kung Bore (12:57)


Bonus Track:

5. Gånglåt Från Knapptibble (7:19)




Da denkt man nichts Besonderes, legt die CD in den Player und schon mit den ersten Tönen scheint es einen wegzuhauen. Änglagård! Bitte wer? Änglagård heißt die Band, kommt aus Schweden und bedeutet übersetzt „Haus der Engel“. Und genau so wirkt diese Musik auch für Freunde progressiver Rockmusik – einfach himmlisch.

All die Zutaten, die man an den frühen Werken von Genesis, Yes oder King Crimson liebt, die wurden hier 1992 von der schwedischen Band Änglagård erneut umgesetzt, ohne auch nur den Hauch eines „Abkupferns“ entstehen zu lassen. Hier wird irgendwie alles auf die „schwedische Art“ interpretiert. Die Musik ist einfach toll. Hier hört man sie, die abgefahrenen Rhythmuswechsel, diese unglaublich eingängigen und packenden Melodien, das Zusammenspiel von Querflöte und Mellotron, welches schöner gar nicht klingen kann. Und all das wird gleich im ersten Stück „Jordrök“ (auf Deutsch: Erdrauch) umgesetzt. Ein perfektes Lied.

Auch der zweite Titel „Vandringar I Vilsenhet“ („Die Orientierungslosigkeit geht“) kann überzeugen. Zumindest musikalisch. Wenn das Stück auch nicht mehr ganz so harmonisch ist wie sein Vorgänger, so gefallen doch die Keyboardläufe, das Querflötenspiel von Anna Holmgren sowie die Atmosphäre, die hier erzeugt wird. Was bei diesem Lied allerdings nicht ganz so gelungen ist, dass ist der Gesang. Das liegt in keinster Weise an der Sprache, in der der Text gesungen wird. Das ist eben Schwedisch. Nein, es ist die Art und Weise des Gesangs. Sorry Tord Lindman. Aber bei dieser Art der Musik kommen zwangsläufig Vergleiche mit Peter Gabriel oder Jon Anderson auf – und da kann der gute Tord Lindman, dessen Gitarrenspiel allerdings klasse ist, einfach nur verlieren.

Und gleiches gilt für „Ifrån Klarhet Till Klarhet“. Der Gesang ist so gerade noch okay, die Musik ist wirklich toll und eben progressiv, wie sie es Anfang der 70er Jahre des letzten Jahrhunderts war. In diese Melodien kann man eingehen, in ihnen schwelgen, in ihnen aufgehen. Klasse hier auch immer wieder die Keyboardläufe. „Kung Bore“, der schwedische „Jack Frost“ beginnt mit einer wunderschönen Gitarreneinleitung Tord Lindmans. Dann entwickelt sich auch hier ein abwechslungsreicher Titel, der mal schwelgt, mal treibt, mal an das Mittelalter, mal an zukünftige Zeiten erinnert, auch wenn Letzteres, wenn man es sich genau überlegt, eigentlich gar nicht möglich ist.

Auf der remasterten Version von 2000 ist sogar noch ein Bonus-Track vorhanden. „Gånglåt Från Knapptibble“ ist eine frühe Version des Songs „Skogsranden“, der dann in seiner letzten Version – und dieses Mal ohne Gesang – auf dem Nachfolger „Epilog“ erscheinen sollte. „Gånglåt Från Knapptibble“ klingt am ehesten nach den etwas experimentierfreudigeren Werken King Crimsons. Sicher kaum ein Lied, mit dem man einen Außenstehenden für „progressive“ Rockmusik begeistern kann. Zumindest nicht mit der ersten Hälfte des Stücks, welches nun so gar nicht eingängig ist. Für “Insider“ allerdings eine Bereicherung.

Fazit: „Hybris“ von Änglagård ist ein klasse Album für alle die, die auf die frühen Genesis, King Crimson und Yes stehen. Hier hört man sie wieder, die progressive Rockmusik der frühen 70er Jahre. Hier macht es einfach nur Spaß zu lauschen. Abzüge bezüglich der Punkte gibt es wegen dem Gesang. Das wiederum war anscheinend auch Änglagård klar, denn das nächste Album, „Epilog“, sollte ein reines Instrumentalalbum werden. Dreizehn Punkte.

Anspieltipps: Jordrök, Ifrån Klarhet Till Klarhet, Kung Bore



Freitag, 11. Mai 2012

Electric Light Orchestra – Balance Of Power





Electric Light Orchestra – Balance Of Power


Besetzung:

Jeff Lynne – lead vocals, background vocals, guitars, bass guitars, keyboards, piano
Bev Bevan – drums, percussion
Richard Tandy – keyboards, piano, sequence programming


Label: Sony BMG


Erscheinungsdatum: 1986


Stil: Pop, Disco Musik


Trackliste:

1. Heaven Only Knows (2:58)
2. So Serious (2:41)
3. Getting To The Point (4:32)
4. Secret Lives (3:32)
5. Is It Alright (3:26)
6. Sorrow About To Fall (4:06)
7. Without Someone (3:51)
8. Calling America (3:30)
9. Endless Lies (3:00)
10. Send It (3:07)


Bonus Tracks:

11. Opening (0:26)
12. Heaven Only Knows (Alternate Version) (2:32)
13. In For The Kill (3:16)
14. Secret Lives (Alternate Version) (3:26)
15. Sorrow About To Fall (Alternate Mix) (3:50)
16. Caught In A Trap (3:47)
17. Destination Unknown (4:13)

Gesamtspieldauer: 56:17




Eigentlich ist es unglaublich, wenn man sich das Album „Balance Of Power“ von ELO, dem Electric Light Orchestra, anhört. Die Band startete Anfang der 70er Jahre des letzten Jahrhunderts mit einem Musikstil, den man durchaus als progressiv bezeichnen konnte. 16 Jahre später und auf ihrem 12. und bisher vorletzten Album, ist davon nichts, aber auch gar nichts mehr übrig geblieben. Da mag mancher entsetzt gewesen sein, wie sehr sich die Musiker von Genesis in den späteren Jahren von ihren Wurzeln entfernt hatten und wie mainstreammäßig und radiotauglich deren Musik wurde. ELO schafft das ganz mühelos zu toppen. Die Musik auf „Balance Of Power“ ist so was von belanglos, so was von poppig, dass es wahrlich schwer fällt, dafür Worte zu finden.

Die Songs sind gänzlich Schlager-Stücke. Nur der englische Text weist darauf hin, dass diese Lieder in der „Deutschen Hitparade“ mit Dieter Thomas Heck keine Chance bekommen hätten. Von der Art der Musik her, wären allerdings fast sämtliche Stücke prädestiniert für eine Darbietung in dieser Sendung gewesen. Hier gibt es die seichten Melodien, die nichtssagenden Texte und den Sound des Drum-Computers bis zum Abwinken. Und dann schreibt Jeff Lynne im Booklet zur CD die zwei folgenden Sätze: „This was to be the last ELO album of that century. Even so I think it turned out to be one of the better ones (the album, not the century)”. Kann man sich so sehr täuschen?

Mit ganz viel Mühe, mit gaaanz viel Mühe kann man immerhin noch drei Stücke entdecken, die sich wenigstens ein klitzekleines bisschen aus dieser Tristesse hervorheben. Da ist zum einen „So Serious“ und zum anderen „Endless Lies“. Beide Titel sind in ihrem Aufbau zumindest etwas anspruchsvoller - und besitzen eine Melodie, die wenigstens ein wenig ins Ohr geht. Und auch unter den Bonus Tracks findet sich noch ein ganz netter Titel mit „In For The Kill“. Und auch bei dieser Nummer ist es die Melodie, die gelungen ist, auch wenn einen die Rhythmusmaschine fast in den Wahnsinn treibt. Der Rest der Platte ist unsäglich. Da gibt es solche peinlichen Rock’n’Roll-Stücke wie „Send It“, solche, an Belanglosigkeit kaum zu überbietenden Nummern, wie zum Beispiel „Calling America“. Da hört man solch synthetische Lieder wie „Secret Lives“ oder „Is It Alright“. Allein die Rhythmusfraktion - einfach nur schlecht und plastikmäßig. Schade für die Zeit, die man mit dem Hören verschenkt.

Loben muss man Jeff Lynne bei der wiederaufgelegten CD zumindest für die Anzahl der Bonus Lieder, die er den Hörern mit zur Verfügung stellt. Kennt man diese Stücke allerdings schließlich, so kann man sich auch fragen: „Warum nur will er uns so lange quälen?“ Übrigens auch beim Coverdesign hat das Electric Light Orchestra schon mal mehr Kreativität an den Tag gelegt. Aber das sollte hier vielleicht alles auch nicht sein.

Fazit: Fettigsten und poppigtsen Pop bekommt man auf „Balance Of Power“ zu hören. Das ist Musik ohne jeglichen Anspruch, mit der noch eben schnell ein bisschen Geld verdient werden sollte. So wirkt es zumindest. Doch auch das klappte nicht - „Balance Of Power“ ist und war ein Ladenhüter. Und wenn man sich die Musik anhört, ist man in keinster Weise darüber überrascht. Drei Punkte.

Anspieltipps: So Serious, Endless Lies, In For The Kill







Donnerstag, 10. Mai 2012

The Alan Parsons Project – I Robot





The Alan Parsons Project – I Robot


Besetzung:

Alan Parsons – keyboards, guitar, programming, projectron, backing vocals
Eric Woolfson – keyboards, clavinet, piano, wurlitzer, backing vocals
David Paton – bass, guitars
Ian Bairnson – guitars, backing vocals
Stuart Tosh – drums, percussion, water gongs
Lenny Zakatek – vocals
Allan Clarke – vocals
Steve Harley – vocals
Jack Harris – vocals, backing vocals
Dave Townsend – vocals
Peter Straker – vocals
Jaki Withren – vocals
Hilary Western – soprano vocal
Duncan Mackay – synthesizer, keyboards
John Leach – cimbalom, kantele
Andrew Powell – choir arrangement and conduction, hammond organ
Bob Howes & The English Chorale – choir
Tony Rivers – backing vocals
John Perry – backing vocals
Stuart Salver – backing vocals
The New Philharmonia Chorus – choir
John Wallace – piccolo trumpet
B.J. Cole – pedal steel guitar
David Paton – backing vocals, guitar


Label: Sony Music


Erscheinungsdatum: 1977


Stil: ArtPop, ArtRock


Trackliste:

1. I Robot (6:02)
2. I Wouldn't Be Like You (3:23)
3. Some Other Time (4:06)
4. Breakdown (3:53)
5. Don't Let It Show (4:26)
6. The Voice (5:23)
7. Nucleus (3:22)
8. Day After Day (3:57)
9. Total Eclipse (3:12)
10. Genesis Ch. 1 V. 32 (3:31)


Bonus Tracks:

11. I Robot (Boules Experiment) (2:00)
12. Breakdown (Early Demo Of Backing Riff) (2:11)
13. I Wouldn't Want To Be Like You (Backing Track Rough Mix) (3:30)
14. Day After Day (The Show Must Go On) (Early Stage Rough Mix) (3:42)
15. The Naked Robot (Early Stage Instrumental Mixes) (10:19)




Bei ihrem zweiten Album ließen sich Eric Woolfson und Alan Parsons von Issac Asimov und dessen Erzählungssammlung „I, Robot“ inspirieren. Um jedoch nicht in irgendwelche Rechtestreitigkeiten zu geraten, wurde das Komma im Titel von Isaac Asimovs Veröffentlichung weggelassen und das Album unter dem Titel „I Robot“ veröffentlicht. Inhaltlich beschäftigt sich das Album mit dem Zusammenleben von Mensch und Maschine.

Die ursprüngliche Platte wurde von zwei Instrumentalstücken eingerahmt, denn sowohl der Opener „ I Robot“, sowie das letzte Stück auf der ehemaligen Plattenseite 2, „Genesis Ch. 1 V. 32“, kommen ohne Text aus. Und beide Stücke stellen auch Höhepunkte der gesamten Scheibe dar. Wird bei „I Robot“ sehr schön das Thema „Roboter“ instrumental umgesetzt, das Stück pulsiert irgendwie, so lebt „Genesis Ch. 1 V. 32“ von einer wunderschönen sphärischen Stimmung, die an einen Flug durch das Weltall erinnert, obwohl dies bisher nur die wenigsten Menschen auch so erlebt haben. Wahrlich zwei richtig gute Lieder im Songkatalog des Alan Parsons Projects.

Dass es allerdings auch sehr viel schlechter geht, beweisen die Musiker mit „I Wouldn’t Want To Be Like You“. Da beschleichen einen fast zwangsläufig solch Assoziationen wie die eines mitwippenden Afrolooks, der den Musikern von Earth, Wind & Fire gut zu Gesicht stand. Aber dem Alan Parsons Project? Nein, das passt nicht, ist aber wohl dem damaligen Zeitgeist und der dazu passenden Musik geschuldet: Die Disco-Welle hatte die Welt ergriffen und Herr Parsons und Herr Woolfson ließen sich auch dadurch inspirieren.

„Some Other Time“ ist anschließend eine ruhige und getragene Ballade. Von der Machart her hätte dieses Stück auch sehr gut auf das erste Album „Tales Of Mystery And Imagination“ gepasst. „Breakdown“ ist schließlich wieder starker Tobak - im negativen Sinne. Eingängiger und seichter Pop ist hier zu hören. Ein Lied zum Vergessen, wenn, ja wenn da nicht das Ende des Stückes wäre. Die Musik gipfelt dort in einen Chor-Part und der ist klasse. Und wenn dann noch die Bläser einsetzen …

Schwülstig und schmalzig geht es mit „Don’t Let It Show“ weiter. Freunde sehr ruhiger und getragener Musik werden allerdings auch hieran ihren Spaß haben. „The Voice“ groovt anschließend. Hier gibt es allerdings keine Disco-Musik zu hören, sondern das Ganze geht schon sehr in die Richtung Rock. Das Lied hat was und kann nicht nur durch einen ungewöhnlichen Mittelteil gefallen. Weiter geht es mit „Nucleus“, einer atmosphärischen und schwebenden Nummer, die an Tangerine Dream oder Klaus Schulze erinnert.

„Day After Day“ ist anschließend wieder so ein ruhiger, getragener Titel, der durchaus glitschig wirkt, da er, von der ersten bis zur letzten Sekunde seiner Dauer, überaus schmalzig vor sich hin wabert. Gruselig. Es folgt schließlich „Total Eclipse“, welches sich so anhört, als ob es noch von „The Fall Of The House Of Usher“ übrig geblieben wäre, dem längsten Stück auf dem Vorgängeralbum. Orchestral instrumentiert ist hier nichts melodisch oder harmonisch, es geht ganz eindeutig in die Richtung: Lasst uns mal ein wenig Atmosphäre erzeugen.

Kurz noch zu den Bonustracks, die sind mit über 20 Minuten Spielzeit wieder üppig vertreten. Dabei handelt es sich bei den ersten vier Stücken um alternative Versionen, die mitunter, wie „I Robot (Boules Experiment)“, auch etwas abgefahrener sein können. Das letzte Stück, „The Naked Robot (Early Stage Instrumental Mixes)“ stellt ein Medley aus den drei Instrumentalstücken des Albums dar. Eine nette Variation.

Fazit: Nein, an die Klasse des Vorgängers kommt „I Robot“ nicht heran. Bei weitem sogar nicht. Zwar gibt es hier ein paar ganz nette Stücke zu hören, allerdings auch Disco-Gedudel und Schmalz in Vollendung. Für Alan Parsons Fans natürlich trotzdem ein Muss-Kauf. Für alle anderen gilt: Das erste und das dritte Album des Alan Parsons Projects setzen die Maßstäbe. Aus nostalgischen Gründen gibt es hier noch acht Punkte.

Anspieltipps: I Robot, The Voice, Genesis Ch. 1 V. 32



Mittwoch, 9. Mai 2012

Uriah Heep – Salisbury





Uriah Heep
– Salisbury



Besetzung:

David Byron – lead vocals
Ken Hensley – organ, piano, slide and acoustic guitars, harpsichord, vibes and vocals
Mick Box – lead guitar, acoustic guitar, vocals
Paul Newton – bass guitar, vocals
Keith Baker – drums


Gastmusiker:

John Fiddy – brass and woodwind arrangements on “Salisbury”


Label: Sanctuary Records


Erscheinungsdatum: 1971 / 2006


Stil: Hard Rock, Progressive Rock


Trackliste:

1. Bird Of Prey (4:13)
2. The Park (5:43)
3. Time To Live (4:02)
4. Lady In Black (4:42)
5. High Priestess (3:41)
6. Salisbury (16:14)


Bonustracks:

7. Simon The Bullet Freak (US Album Version) (3:25)
8. Here Am I (Previously Unreleased Version) (7:50)
9. Lady In Black (Previously Unreleased Version) (3:31)
10. High Priestess (Single Edit) (3:34)
11. Salisbury (Previously Unreleased Single Edit) (4:20)
12. The Park (Previously Unreleased Version) (5:16)
13. Time To Live (Previously Unreleased Version) (4:14)




Das zweite Album der Briten von Uriah Heep, “Salisbury”, aus dem Jahr 1971, rockt, säuselt und ist immer wieder auch progressiv. Vor allem im ursprünglich letzten Stück der ehemaligen Platte, dem Titellied „Salisbury“. Doch dazu später mehr. Denn das Album startet zunächst überaus rockig. „Bird Of Prey” kracht gleich richtig los und man ist stets beeindruckt von den Gesangskünsten eines David Byron, der in der stimmlichen Höhe keine Grenzen zu kennen scheint. Zudem ist das Stück auch eingängig und melodiös. Eine richtig gute Rocknummer.

„The Park“, im Anschluss daran, ist dagegen eine sanfte und ruhige Ballade. Ebenfalls sehr eingängig, allerdings singt David Byron hier nun so, dass es irgendwie ein wenig gekünstelt und nicht mehr ganz so „cool“ klingt. Trotzdem ist „The Park“ eine schöne sentimentale Nummer, die auch dann immer bezüglich des Gesangs überzeugen kann, wenn dieser mehrstimmig wird. Schließlich folgt in dem Lied noch ein ziemlich progressiver und unrhythmischer Orgeleinschub, bis der Titel wieder im Falsett-Gesang ausklingt. Für Abwechslung ist also gesorgt.

Bei „Time To Live“ wird wieder gerockt, ohne, dass das Lied dabei an Melodiösität einbüßt. Überzeugen kann hier auch der fette und breite Orgelsound, der dem Stück immer wieder die nötige Dichte verleiht. Tja und dann sitzt man schließlich am Lagerfeuer! „Lady In Black“ ist wohl der bekannteste Song Uriah Heeps und dieses „Aaaah haaa haaa haaah haaa aaah aaah“ kann wohl schon seit zwei Generationen jeder mitsingen, egal wie hoch der Bierlevel am Lagerfeuer oder beim Grillen auch immer ist. Unglaublich eingängig. Sogar so eingängig, dass es für den damaligen Sänger David Byron zu banal klang und er sich weigerte, das Stück zu singen. Und so musste der Keyboarder der Band, Ken Hensley, der das Stück komponiert und getextet hatte, es sogar selbst einsingen. Ob David Byron das wohl jemals bereut hatte?

Als nächstes erklingt auf „Salisbury“ mit „High Priestess“ der kürzeste Song auf dem ursprünglichen Album. Fängt das Lied auch langsam an, so entwickelt sich dann daraus doch noch eine flotte und treibende Rocknummer, bei der der Refrain wieder im Chor geschmettert wird.

Und schließlich folgt er, der mit über sechzehn Minuten längste Track und gleichzeitig das Titellied des Albums: „Salisbury“. Und dieses Stück ist wahrlich großes Kino. Ganz großes Kino sogar. Bombastisch eingeleitet mit Bläsern, einem ganz fetten Orgelsound und Chor entwickelt sich hier ein Lied, welches rockt und treibt, dann wieder mit leiseren und ruhigeren Tönen aufwartet, um schließlich wieder Fahrt aufzunehmen. Perfekt ist hier auch die orchestrale Instrumentierung in das Lied integriert. Und anders, als bei Deep Purples „April“, stehen sich bei „Salisbury“ nicht orchestral instrumentierte Passagen und dann wieder klassische Rockelemente gegenüber. Nein, hier sind beide Parts ineinander verwoben. Hier hört man Fagott und Querflöte gleichberechtigt neben E-Bass und Gitarre. Hier gibt es mitreißende Gitarrensoli auf die Ohren, in die sich die Bläser-Fraktion einfach mit einklinkt. Und dieses Gemisch wirkt in keinster Weise „erzwungen“ oder „aufgesetzt“, sondern überaus stimmig. Und auch der Gesang David Byrons ist hier einfach nur als perfekt zu bezeichnen. Alles in allem ein ganz tolles Lied, welches man als Rockmusikfreund unbedingt mal gehört haben sollte. Progressiv, einnehmend, packend!

Und auf der remasterten CD-Version wird auch mit den Bonus-Tracks nicht gegeizt. „Simon The Bullet Freak” war ursprünglich nur auf der US Album Version von “Salisbury” zu hören und ersetzte dort den ersten Track der europäischen Albumausgabe: „Bird Of Prey“. „Simon The Bullet Freak” ist dabei ebenfalls ein Rocklied, welches allerdings ganz klar vom Piano dominiert wird und bluesige Anleihen aufweist. Danach gibt es mit „Here Am I” noch mal einen fast achtminütigen Song, der allerdings nur in seinen schnelleren Parts überzeugen kann, ansonsten eher etwas langweilig wirkt. Und schließlich gibt es noch alternative Versionen der Stücke zwei bis sechs des Albums zu hören. Nicht mehr essentiell, aber eine nette Zugabe.

Fazit: Allein schon wegen „Salisbury“ lohnt es sich diese Platte oder CD zu besitzen. Da ist er mal wieder, so ein Meilenstein einer Band. Klar, „Lady In Black“ ist auch auf dem Album, der Klassiker der Band schlechthin. Nach mehrmaligem Hören könnte dieses Lied allerdings anfangen zu nerven. Bei „Salisbury“ ist das jedoch kaum vorstellbar. Und auch der Rest der Platte ist gut, Ausfälle sucht man auf „Salisbury“ vergebens. Wer Rockmusik mag und diese Platte noch nicht sein Eigen nennt, der sollte hier zugreifen. Das sind zwölf Punkte für das Album „Salisbury“, wobei das Lied „Salisbury“ sogar vierzehn Punkte verdient hätte.

Anspieltipps: Bird Of Prey, Time To Live, Lady In Black, Salisbury, Simon The Bullet Freak



Dienstag, 8. Mai 2012

Hass – Leise rieselt der Schnee





Hass
– Leise rieselt der Schnee



Besetzung:

Peter „Hecktor“ Blümer – Gitarre
Chris Römer – Bass
Alex Schwers – Schlagzeug
Thomas “Tommi” Sohns – Gesang


Label: Hass Production


Erscheinungsdatum: 1995


Stil: Punk


Trackliste:

1. Wer ist denn da (0:30)
2. Guten Tag ich bin der Nikolaus (0:23)
3. Der Nikolaus ist Stasi, Knecht Ruprecht, die SS (2:14)
4. Mama hat gesagt (0:20)
5. Christkind (2:53)
6. Weihnachtszeit (2:11)
7. Leise rieselt der Schnee (3:00)




Bei der vorliegenden EP der Jungs von Hass aus Marl, tue ich mich echt schwer. Es ist nicht so, dass ich mit Punk nichts anfangen kann, in diesem Fall wird es aber schwierig. Das wirkt so, als wurde es veröffentlicht „Um-Des-Veröffentlichen-Willens“. „Musik für jeden Gabentisch“ steht noch auf dem Cover. Und das muss man den Vieren ja sogar hoch anrechnen, dass sie bei dieser Produktion aus dem Mai 1995 gleich noch ein wenig weitergedacht haben ;-).

Die Musik auf der CD ist mir eindeutig zu langweilig, obwohl es ja nur ein kurzes Werk in Form einer EP ist. Und dabei kann Punk auch abwechslungsreich sein. Ich interessiere mich auch immer für die Texte, die sind glücklicherweise manchmal, wenn das Geschrei groß wird, bei englischen Bands nicht immer gleich zu verstehen. Bei deutschen Bands ist das allerdings einfacher. Und die Texte auf „Leise rieselt der Schnee“ sind schon gewöhnungsbedürftig. Sie sind weder lustig noch sozialkritisch, noch sonst was. Wahrscheinlich sollten sie das aber auch gar nicht.

Und dann grübele ich noch darüber nach, wann ich diese CD einlegen könnte… Mir fällt nichts ein. Aber das ist ganz bestimmt mein Problem!

Fazit: Bei „Leise rieselt der Schnee“ handelt es sich um eine EP, die keiner vermissen wird, der sie nicht kennt. Falsch! So ganz stimmt das ehrlich gesagt nicht. Diese EP könnte etwas sein für eingefleischte Punk-Freunde, die darauf richtig abfahren können. Für mich ist das allerdings leider nichts. Mir fehlt da irgendwie was, deshalb auch nur drei Punkte.



Sonntag, 6. Mai 2012

Deus – The Ideal Crash





Deus – The Ideal Crash


Besetzung:

Stéphane Misseghers – drums
Klaas Janzoons – violin, keyboards, mandoline
Alan Gevaert – bass
Mauro Pawlowski – guitar
Tom Barman – vocals, electric and acoustic guitar


Label: Island Records Ltd.


Erscheinungsdatum: 1999


Stil: Alternative


Trackliste:


1. Put The Freaks Up Front
2. Sister Dew
3. One Advice, Space
4. The Magic Hour
5. The Ideal Crash
6. Instant Street
7. Magdalena
8. Everybody’s Weird
9. Let’s See Who Goes Down First
10. Dream Sequence #1




Mit „The Ideal Crash“ haben die Belgier ein überzeugendes Album vorgelegt, denn es gibt jede Menge Highlights auf dieser Platte zu entdecken. Und das beginnt gleich mit „Put The Freaks Up Front“, dem ersten Track des Albums. Dieses Lied ist ein tolles Stück Musik, welches durch seine manchmal etwas „schrägeren“ Töne und seine Instrumentierung voll überzeugen kann. Eine nicht alltägliche Rockmusiknummer, bei der der Einsatz einer Trompete, etwa ab der Mitte des Liedes, einfach nur perfekt gesetzt ist. Diese bleibt zwar im Hintergrund, dominiert dennoch das ganze Lied. Das Stück ist überaus eingängig und bleibt auch länger hängen.

„Sister Dew“, Track Nummer zwei der CD, ist wohl eines der bekanntesten Lieder von Deus. Und das nicht umsonst, tritt doch auch hier das Gespür Tom Barmans für gute Melodien und deren Steigerungen sehr deutlich zu Tage. „Sister Dew“ ist ein schöner Song, bei dem alles irgendwie perfekt, in sich stimmig zu sein scheint. Etwa ab der Mitte des Stücks kommt es zu einer Steigerung der Melodie, indem das Keyboard ganz dezent im Hintergrund zur Fülle des Klangs beiträgt. Dabei klingt das sogar ein wenig schräg, ist auf seine Weise allerdings unglaublich eingängig. Wahrlich nicht alltäglich und sehr gut gemacht.

Richtig relaxt, melodiös und ein wenig sentimental geht es dann mit „One Advice, Space“ weiter. Ein schönes, verträumtes Lied, welches sogar ein bisschen sphärisch daherkommt. So stellt man sich Musik vor, die man hören will, wenn man mal einfach nur ein wenig ausspannen möchte.

Und so geht es weiter. Auf der Platte befindet sich kein Ausfall. Alle Titel haben etwas Besonderes, das sich lohnt entdeck zu werden. „Instand Street“ wird zum Beispiel mit einem Banjo eingeleitet, ist ebenfalls wieder sehr eingängig und klingt einfach relaxt. Und wer noch nicht entspannt ist, der kann es beim Hören werden. Erst mit „Everybody’s Weird“ wird es dann ein wenig schneller und ja, auch ein wenig „weird“. Eine schöne Abwechslung. Ebenfalls nicht zum Mainstream gehörend, geht es anschließend mit „Let’s See Who Goes Down First“ weiter. Ein Stück, welches fast schon als experimentell bezeichnet werden kann und im Songkatalog dieser Platte etwas aus der Reihe fällt. Längst nicht mehr so eingängig geht es schon ein wenig in die progressive Richtung der Musik.

Beendet wird die CD schließlich von „Dream Sequence #1“, die ihrem Namen ebenfalls alle Ehre macht. Allerdings handelt es sich bei dieser „Traumsequenz“ nicht unbedingt um einen ruhigen und seichten Traum… Klingt das Stück zunächst wie eine Synthi-Pop-Nummer so steigert es sich im weiteren Verlauf immer mehr und bedient dabei zusehends auch die etwas „schrägeren“ Töne.

Fazit: Ein schönes „Alternative Rockalbum“ haben uns die Belgier da geschenkt, welches weit entfernt vom Mainstream anzusiedeln ist. Hier hört man ein Banjo, Hörner, Streicher und immer wieder einen abgefahrenen Keyboardsound. Hier gibt es viel zu entdecken und Tom Barman hat einfach das Gehör für klasse Melodien, was nicht nur ich ihm bei der EP „My Sister In My Clock“ noch vollständig abgesprochen hatte. Das Album ist abwechslungsreich, dicht, meist sogar ziemlich ruhig, weiß aber immer wieder mit neuen Klanggebilden zu überraschen. Wer also auf „alternative Rockmusik“ steht, der kann mit diesem Album einfach nichts falsch machen. Für dieses Album gibt es 11 Punkte.

Anspieltipps: Put The Freaks Up Front, Sister Dew, One Advice, Space, Instant Street



Samstag, 5. Mai 2012

Anathema - Judgement







Anathema – Judgement


Besetzung:

Vincent Cavanagh – vocals, guitar
Danny Cavanagh – electric & acoustic guitars, keyboards
John Douglas – drums
Dave Pybus – bass guitar


Label: Sony BMG Music Entertainment


Erscheinungsdatum: 1999


Stil: Psychedelic Rock, Progressive Rock


Trackliste:

1. Deep (4:53)
2. Pitiless (3:10)
3. Forgotten Hopes (3:50)
4. Destiny Is Dead (1:46)
5. Make It Right (F.F.S.) (4:19)
6. One Last Goodbye (5:23)
7. Parisienne Moonlight (2:09)
8. Judgement (4:20)
9. Don’t Look Too Far (4:56)
10. Emotional Winter (5:54)
11. Wings Of God (6:29)
12. Anyone, Anywhere (4:50)
13. 2000 & Gone (4:50)

Gesamtspieldauer: 56:56




Mit ihrer fünften Veröffentlichung, „Judgement“, sind Anathema im Jahr 1999 wieder mal neue Wege gegangen. Gut gemachte Rockmusik findet sich auf der CD in Form von 13 Titeln. Wahrscheinlich ist „Judgement“ das Album von Anathema, welches der Musik von Porcupine Tree am nächsten kommt. Die ersten vier Stücke gehen alle ineinander über und erst ab dem fünften Lied erfolgt eine Zäsur, ab hier ist jeder Track durch ein „Quentchen Stille“ vom nächsten getrennt.

„Deep“ ist ein klasse Lied zum Mitwippen, wunderschön in der Melodieführung. „Pitiless“ wird dann eingeleitet durch einen Basslauf und immer wieder klingt es ein wenig schräg, aber gerade das macht das Stück aus. Bei 2:25 findet sich dann auch noch ein klasse Gitarrensolo. „Forgotten Hopes“ entsteigt anschließend dem Finale von „Pitiless“ in Form einer Akustikgitarre. Und auch dieses Lied wirkt perfekt durchkomponiert. Interessant auch die ersten beiden Textzeilen: „Hey you, rotting in your alcoholic shelf. Banging on the walls of your intoxicated mind.” Passt gar nicht zu der zunächst fast friedlichen Musik, die aber auch bombastische Abschnitte aufweist. „Destiny Is Dead“ ist ein kurzes, fast schwebendes und instrumental gehaltenes Lied. Alles fügt sich hier klasse zusammen.

„Parisienne Moonlight“ weiß mit völlig anderen Klängen zu überraschen und wird im Duett gesungen. Dieses Stück würde nicht auf jede Platte passen, auf diese hier schon. Die Abwechslung macht es, was Anathema hervorragend verstehen. „Emotional Winter“ zum Beispiel beginnt sphärisch und ganz zart und man glaubt David Gilmour an der Gitarre, bis es sich dann immer weiter steigert.

Es ist gar nicht von Nöten jedes Lied einzeln durchzugehen, alle transportieren sie eine eigene Stimmung. Highlights gibt es einige auf dieser Silberscheibe, sodass es auch schwerfällt einzelne Lieder herauszuheben. Besonders gelungen und unbedingt erwähnenswert ist aber noch Track 12, „Anyone, Anywhere“. Dieses Mal sind Anathema sehr leise in ihren Tönen, ein perfektes Lied zum Augenschließen und den Moment genießen, wenn auch der Text etwas anderes verrät. Denn der ist tieftraurig und auch mit relativ wenig Englischkenntnissen gut zu verstehen.

Das letzte Lied, „2000 & Gone“ ist ein Instrumentalstück, welches die CD langsam ausklingen lässt. Vielleicht ist dieses Ausklingen etwas zu langsam und zu langatmig, aber da sind die Geschmäcker ja bekanntlich sehr verschieden.

Anathema haben mit ihrem fünften Album die Musik nicht neu erfunden, wie sollten die auch. Aber sie haben ein Album vorgelegt, welches nur wenige Längen und Schwächen aufweist. Und manchmal ist das Ganze durchaus vergleichbar mit Porcupine Tree. Dafür gibt es dann schon mal zehn Punkte.

Anspieltipps: Anyone Anywhere, Pitiless, Forgotten Hopes



Freitag, 4. Mai 2012

Hawkwind – Doremi Fasol Latido





Hawkwind – Doremi Fasol Latido


Besetzung:

Dave Brock – vocals, lead guitar, 12 string guitar
Nik Turner – vocals, sax, flute
Lemmy Kilmister – vocals, bass, 6 string guitar
Dik Mik – generators and hot electronics
Del Dettmar – synthesizer
Simon King – drums


Label: EMI


Erscheinungsdatum: 1972


Stil: Space Rock


Trackliste:

1. Brainstorm (11:33)
2. Space Is Deep (6:23)
3. One Change (0:51)
4. Lord Of Light (6:59)
5. Down Through The Night (3:05)
6. Time We Left This World Today (8:44)
7. The Watcher (4:17)


Bonus Tracks:

8. Urban Guerilla (Bonus Track) (3:42)
9. Brainbox Pollution (Bonus Track) (5:43)
10. Lord Of Light (Single Version Edit) (Bonus Track) (4:02)
11. Ejection (Bonus Track) (3:48)




Bei der dritten Veröffentlichung der britischen Spacerocker von Hawkwind hat es zwei Umbesetzungen gegeben. Und diese betrafen die Rhythmusfraktion der Band. Am Bass konnte sich nun Lemmy Kilmister austoben, bis er das ein paar Jahre später bei Motörhead noch ein wenig intensivier ausleben durfte. Und am Schlagzeug wirbelte jetzt Simon King, der den Job von Terry Ollis übernommen hatte.

Von der Musik her hat sich auf „Doremi Fasol Latido“, im Vergleich zum Vorgänger, allerdings nicht zu viel geändert. Die dritte Scheibe Hawkwinds kommt ganz im Gewand der zweiten Platte daher. Wieder hört man kraftvollen Rock, harte Riffs, eine treibende Rhythmusabteilung und das Ganze aufgelockert mit Geräuschen, die die Musiker dem Synthesizer entlockten. Und fertig war sie erneut, die perfekte Zutatenliste für ein Spacerock Album.

Der erste Tracke, „Brainstorm” ist wieder der Longtrack des Albums. Und dieses Mal ist der Zugang ein klein wenig schwieriger, als beim Pendant „You Shouldn't Do That” auf dem Vorgängeralbum “In Search Of Space”. Bei „Brainstrom“ wird etwas weniger Wert auf die spacige Atmosphäre gelegt, hier kommt es vielmehr sofort zum „Brainstorming“ in Form von verkrampften Nackenmuskeln und durchgeschüttelten Gehirnwindungen. Das ist das Headbanging-Lied pur. Kraftvoller, völlig humorloser Rock, der keine Kompromisse kennt. Und dabei fallen diese spacigen Einspielungen des Synthesizers deutlich weniger ins Gewicht. Nachteil hier allerdings der Gesang von Nik Turner. Der kommt irgendwie sehr uninspiriert aus den Boxen und die Sänger von Hawkwind erweisen sich erst dann als akzeptable Vokalakrobaten, wenn sie im Chor auftreten. Da wirkt das Ganze schließlich etwas überzeugender.

„Space Is Deep“ heißt die zweite Nummer des Albums. Ein schöner Beginn mit der Akustik-Gitarre, flankiert vom „Space-Sound“ der Audiogeneratoren, ein Gesang, der dieses Mal deutlich besser passt und fertig ist das eingängige und deutlich ruhigere Stück. So bleibt es allerdings nur bis etwa zur Mitte des Titels. Dann kommen auch die E-Gitarren ins Spiel und es entwickelt sich eine richtig gute Nummer, die jetzt deutlich schneller voranschreitet und dabei ein wenig hypnotisierend und psychedelisch wirkt. Das Ende des Liedes hätte man so oder so ähnlich auch von Pink Floyd auf den Platten um 1970 hören können.

„One Change“ ist ganz kurz, noch nicht mal eine Minute lang. Ein Keyboardlied, bei dem mehr eine Stimmung als eine Melodie wiedergegeben wird und welches sich richtig gut anhört. Eine schöne kleine Abwechslung. Anschließend, bei “Lord Of Light”, ist es dann aber wieder vorbei mit der ruhigen und relaxten Stimmung. Hier wird jetzt wieder gerockt was das Zeug hält. Und das durchgängig. Auch die „weltraummäßigen Synthesizersounds“ treten ein wenig in den Hintergrund, wenn hier etwas spacig klingt, dann kommt es meistens von den Gitarren. Allerdings leidet das Lied etwas an seiner Monotonie. Interessanter und auch eingängiger wird es anschließend mit „Down Through The Night“. Hier stehen wieder mehr die Akustikgitarren im Vordergrund, der Synthesizer erzeugt wieder die berühmten Töne und dann gibt es noch eine Flöte im Hintergrund zu hören, die meist ziemlich abgefahrene Laute von sich gibt. Und dieses Stilmittel, beziehungsweise Instrument, macht den Song wirklich spannend und interessant. Dazu noch der Gesang, der hier passt und schon kann die Nummer vollends überzeugen.

Als sechstes Stück der regulären, ursprünglichen Veröffentlichung folgt „Time We Left This World Today”. Das zweitlängste Stück des Albums beginnt mit einem Frage-Antwort-Gesang. Dieses Vokalarrangement beherrscht die ersten zwei Minuten der Nummer und wird dann in leicht veränderter Form weiter fortgesetzt. Dazu werden der Gitarre einzelne Riffs entlockt und erst etwa ab der Mitte des Stücks bekommt die Musik hier einen etwas kraftvolleren Touch. Allerdings auch wieder nur für kurze Zeit, denn schließlich wird es wieder sphärischer und abgefahrener. So hört man hier ein sehr experimentelles Lied, bei dem auf eine Melodie weitestgehend verzichtet wurde. Hier stehen der Sound und die Atmosphäre im Mittelpunkt und sonst gar nichts.

Beschlossen wurde das Album ursprünglich von „The Watcher” aus der Feder Lemmy Kilmisters. Jetzt bewegen wir uns wieder im Bereich des sanften Rockliedes, welches von der Akustik-Gitarre begleitet, sonst allerdings nur spärlich instrumentiert wird. Nicht unbedingt ein Ohrwurm, aber eine schöne Abwechslung nach der vorherigen Nummer, um wieder ein wenig „herunterzukommen“.

Vier Bonus Tracks befinden sich auf der remasterten Version von 1996. „Urban Guerilla“ ist ein Rock’n’Roll, genau wie „Brainbox Pollution“. Beide Titel erinnern nur entfernt an das Genre „Space Rock“. Geradliniger Rock ist da zu hören, beim zweiten Track noch unterstützt von einem Saxophon. „Lord Of Light” wurde auch als Single veröffentlicht und diese Version gibt es als Bonus Track Nummer 3 zu hören. Hier erscheint das Lied deutlich kompakter, diese Version ist auch drei Minuten kürzer als die ursprüngliche Albumveröffentlichung und klingt in dieser Form gar nicht schlecht. Allerdings fällt hier sofort die schlechte Abmischung des Stücks auf. Es klingt alles irgendwie sehr breiig. Zum Schluss gibt es noch „Ejection“ zu hören. Wieder eine reine Rocknummer, bei der alle spacigen Sounds vergeblich gesucht werden. Für Fans der „schweren“ Gitarren sind diese vier Zugaben wahrlich nicht schlecht gewählt.

Fazit: Auch auf ihrer dritten Platte “Doremi Fasol Latido”, aus dem Jahr 1972, wissen Hawkwind zu gefallen. Wem bereits das Vorgängeralbum gefiel, der wird auch an “Doremi Fasol Latido” Gefallen finden. Allerdings sind hier die Sounds nicht mehr ganz so hypnotisierend und eingängig wie beim Vorgänger „In Search Of Space“. Trotzdem kein schlechtes Album und neun Punkte wert.

Anspieltipps: Brainstorm, Space Is Deep, One Change, Down Through The Night



Donnerstag, 3. Mai 2012

Stefanie Hertel – Liebe geht im Herzen los




Stefanie Hertel – Liebe geht im Herzen los


Besetzung:

Stefanie Hertel – Gesang


Gastmusiker:

Jean Frankfurter – Keyboards, Computerprogramme
Johan Daansen – Gitarren
Marcus Privat – Trompete
Karena Schönberger – Chor
Herbert Ihle – Chor
Wolly Emperhoff – Chor


Label: East West Records


Erscheinungsdatum: 2000


Stil: Schlager


Trackliste:

1. Heut' steppt der Bär (3:21)
2. Tanz doch einmal wieder Tango (3:08)
3. Das Leben ist zu kurz zum Traurigsein (3:35)
4. Liebe geht im Herzen los (3:10)
5. Wer sich traut hat mehr vom Leben (3:28)
6. Arrivederci Manuel (3:22)
7. Wach auf und fang mal an zu träumen (4:07)
8. Lust auf Sommer (4:13)
9. Die kleine Ewigkeit bis morgen (3:27)
10. Du tust was ich liebe und liebst was ich tu (2:53)
11. Soweit die Träume tragen (3:04)
12. Bitte lächeln (3:21)

Gesamtspieldauer: 41:14



Das achte Studioalbum der Stefanie Hertel wurde im Jahr 2000 veröffentlicht und heißt „Liebe geht im Herzen los“. Stefanie Hertel hat mit dieser Scheibe endgültig den Wechsel weg vom volkstümlichen Schlager hin zum reinen deutschen Schlager vollzogen. Auch hatte sich etwas bezüglich der Entstehung der Musik getan. Komponist der Titel war immer noch Jean Frankfurter, doch bei den Texten gab es nun mehrere Autorinnen und Autoren, Irma Holder war lediglich noch für „Arrivederci Manuel“ verantwortlich. In den Texten dreht sich praktisch alles um das Thema Liebe, diesbezüglich werden auf „Liebe geht im Herzen los“ kaum Kompromisse eingegangen. Erschienen ist dieses Album einmal mehr auf dem Plattenlabel East West Records.

Die Alibi-Bläsereinsätze waren verschwunden in der Musik der Stefanie Hertel, das Dirndl hatte als Arbeitskleidung ebenfalls ausgedient. Die Ausnahme bildet auf der Platte das Titellied „Liebe geht im Herzen los“, welches ein klein wenig an Oberkrainer Musik erinnert. Nun war also hauptsächlich deutscher Schlager angesagt, die Fans schien es nicht weiter zu belasten, der Aufschrei hielt sich in Grenzen. Sieht man sich oben die Liste der Gastmusiker an wird einem schnell klar, dass es auf „Liebe geht im Herzen los“ wieder sehr synthetische Musik zu hören gibt. Bass und Schlagzeug stammen aus dem Synthesizer. Das ist beim deutschen Schlager allerdings häufig so, seitdem die Möglichkeit dazu besteht. Die Musik klingt insgesamt fröhlich aber absolut belanglos und sehr langweilig, da man am Ende der Platte nicht mehr weiß, welche verschiedenen Lieder man gehört hat. Es klingt alles sehr gleich auf „Liebe geht im Herzen los“. Die Texte sind ebenfalls sehr eindimensional aufgebaut und tragen auch nicht zum, besseren Gefallen bei.

Fazit: Hauptsächlich deutschen Schlager hört man auf „Liebe geht im Herzen los“. Dieser klingt unspektakulär und eher langweilig und belanglos, als interessant und unterhaltsam. Für Schlager-Fans gibt es hier vielleicht aber doch die ein oder andere Nummer, die gefällt. Schwer für jemanden zu beurteilen, der beim Hören dieser Lieder dauernd dagegen ankämpft einzuschlafen. Zwei Punkte.

Anspieltipps: Das Leben ist zu kurz zum Traurigsein, Wach auf und fang mal an zu träumen



Mittwoch, 2. Mai 2012

Pink Floyd – The Division Bell





Pink Floyd – The Division Bell


Besetzung:

David Gilmour –guitars, vocals, bass, keyboards, programming
Nick Mason – drums and percussion
Ricard Wright – keyboards and vocals


Gastmusiker:

Jon Carin – programming and additional keyboards
Guy Pratt – bass
Gary Wallis – played and programmed percussion
Tim Renwick – guitars
Dick Parry – tenor saxophone
Bob Ezrin – keyboards and percussion
Sam Brown – backing vocals
Durga McBroom – backing vocals
Carol Kenyoe – backing vocals
Jackie Sheridan – backing vocals
Rebecca Leigh-White – backing vocals
Michael Kamen – orchestral arrangement


Label: EMI


Erscheinungsdatum: 1994 / 2011


Stil: Melodic Rock


Trackliste:

1. Cluster One (5:59)
2. What Do You Want From Me (4:22)
3. Poles Apart (7:05)
4. Marooned (5:28)
5. A Great Day For Freedom (4:18)
6. Wearing The Inside Out (6:49)
7. Take It Back (6:12)
8. Coming Back To Life (6:19)
9. Keep Talking (6:11)
10. Lost For Words (5:15)
11. High Hopes (8:32)




1994, sieben Jahre nach “A Momentary Lapse Of Reason” erschien mit “The Division Bell” das 15. (wenn man „Relics“ mitrechnet) und letzte Studioalbum der britischen Band Pink Floyd. Und im Gegensatz zum Vorgänger war auf diesem Album auch wieder Richard Wright am kompositorischen Prozess beteiligt. Vier Stücke komponierte er zusammen mit David Gilmour, „Wearing The Inside Out“ stammt sogar, auf die Musik bezogen, komplett von ihm. Dies war seit „The Dark Side Of The Moon“ das erste Mal, dass er selbst als Sänger auftrat und das erste Mal seit „Wish You Were Here, dass er als Komponist in den Credits Erwähnung gefunden hat. David Gilmour ist dagegen, bis auf das erwähnte „Wearing The Inside Out“, an allen weiteren Kompositionen beteiligt, überlässt lediglich das Texten öfters Co-Autoren. Somit trifft das Etikett „David Gilmour Solo Album“ noch auf den Vorgänger, nicht jedoch mehr auf „The Division Bell“ zu.

Die Musik auf dieser letzten Pink Floyd Platte klingt eigenständiger, als noch auf dem Vorgängeralbum. Eindeutig handelt es sich hier um Pink Floyd Musik und die Reminiszenzen zu vorherigen Alben der Band, die sind auch wieder nicht zu überhören. Doch klingt es auf „The Division Bell“ doch noch ein wenig losgelöster von den Veröffentlichungen der 70er Jahre. Die Beteiligung Richard Wrights an den Kompositionen scheint der Band gut getan zu haben.

Nichtsdestotrotz ist „The Division Bell“ ein reines Pop-Rock-Album geworden. Psychedelische Ansätze oder gar progressive Momente findet man nur an sehr wenigen Stellen. Sphärisch beginnt die Platte mit „Cluster One“. Die Parallelen zum Album „Wish You Were Here“ sind hier kaum zu überhören. „What Do You Want From Me“ klingt dagegen sehr viel eher wie Pink Floyd Musik, die in den 90ern angekommen ist. Bei „Poles Apart“ wird es dann schon sehr poppig, auch wenn hier immer wieder versucht wird, das Ganze mit eingestreuten Geräuschen, wie etwa einem Drehorgel- und Jahrmarkt-Sound, aufzupeppen. Es bleibt trotzdem ein Pop-Lied, sogar ein relativ flaches. „Marooned“ ist im Anschluss eine Instrumentalnummer, die ganz von der Atmosphäre lebt. Und diese weiß das Lied auch zu untermalen. Schön relaxt und sphärisch klingt es hier.

Langweilig bis schwülstig wird es anschließend mit „A Great Day For Freedom“. Klingt irgendwie nach 08/15-Ware, die nur durch das Gitarrenspiel David Gilmours etwas an Substanz gewinnt. Deutlich besser wird es schließlich mit dem Stück „Wearing The Inside Out“. Nicht nur der Gesang Richard Wrights lässt hier Erinnerungen an die frühen Tagen der Band aufkommen. Mag mancher dieser Song als langweilig empfinden, so transportiert er doch eine Stimmung, eine unglaublich relaxte Atmosphäre, in die man wunderschön eintauchen und sich darin wälzen kann. Das Stück hat einfach etwas, was sich wohl am besten mit dem „gewissen Etwas“ umschreiben lässt. Poppiger und gleichzeitig wieder etwas uninteressanter wird es anschließend mit „Take It Back“. Das ist so ein Lied, welches man schnell wieder vergisst und es auch nicht vermisst. Nichts Besonderes eben, balladenartig, eingängig, massentauglich – langweilig.

Sphärisch schwebend wird es schließlich erneut bei „Coming Bck To Life“. Leider trifft das zu „Take It Back“ Geschriebene allerdings auch auf dieses Stück zu, entbehrlich. Sehr viel interessanter wird es wieder mit „Keep Talking“. Die Computerstimme, die in diesem Stück immer wieder eingestreut wird, stammt dabei vom Physiker Stephen Hawking, der hier mittels seines Sprachcomputers verewigt wurde. Das Stück selbst groovt und strotzt nur so vor Kraft. Klasse auch wieder der Choreinsatz, das Keyboardsolo Rick Wrights und ebenso das komplette Ende des Stücks, welches ein wenig an den Instrumentalteil von „Pigs“ auf „Animals“ erinnert. Ein richtig gutes Lied.

Einen qualitativen Schritt zurück geht die Band erneut mit „Lost For Words“. Hierbei handelt es sich wieder um schlichte, unaufgeregte Pop-Musik. Das Stück verfügt allerdings über eine sehr schöne Melodieführung, ist zwar nicht irrsinnig interessant, kann aber trotzdem auf seine Art überzeugen. Nun und dann folgt es, das mit achteinhalb Minuten längste Stück des Albums, „High Hopes“. Okay, wieder Pop- oder Rock-Musik, diese wird hier allerdings auf allerhöchstem Niveau dargeboten. Das Lied ist einfach klasse. Das Zusammenspiel der Glocken mit den restlichen Rhythmusinstrumenten, diese wunderschöne, sofort ins Ohr gehende Melodie, dieser fast schon hymnische Refrain, diese tolle Akustik-Gitarren-Passage, dieser nicht enden wollende Abspann des Stücks - all das macht dieses Lied zu einem begeisternden Stück Musik. Richtig gut!

Fazit: Auch wenn “The Division Bell” nicht mehr an die Veröffentlichungen Pink Floyds in den 70er Jahren heranreicht, so ist das Album doch eine Steigerung zum Vorgänger. Alles wirkt hier ein wenig schöner, eingängiger, durchdachter und auch spannender als auf „A Momentary Lapse Of Reason“. Trotzdem ist auch dieses Album bei Pink Floyd Fans umstritten. Das liegt wohl an der Geschichte und den bisherigen Veröffentlichungen der Band selbst. Wäre „The Division Bell“ von einer anderen Band als von Pink Floyd veröffentlicht worden, hätte es wohl sehr viel bessere Kritiken bekommen, denn auf „The Division Bell“ hört man keineswegs schlecht gemachte Pop- bis Rockmusik, sondern Musik, die mit einzelnen Stücken sogar wirklich gefallen kann. Zehn Punkte.

Anspieltipps: What Do You Want From Me, Marooned, Wearing The Inside Out, Keep Talking, High Hopes