Mittwoch, 13. Juni 2012

Stefanie Hertel – Das fühlt sich gut an




Stefanie Hertel – Das fühlt sich gut an


Besetzung:

Stefanie Hertel – Gesang


Gastmusiker:

Jean Frankfurter – sämtliche Keyboards und Programming
Johan Daansen – Gitarren
Karena Schönberger – Chor
Franco Leon – Chor
Rainer Marz – Chor


Label: Sony Music


Erscheinungsdatum: 2010


Stil: Schlager


Trackliste:

1. Das fühlt sich gut an (3:27)
2. Zwischen den Zeilen (3:56)
3. Das Paradies in Deinen Augen (3:36)
4. Tanzende Engel (3:51)
5. Komm mit auf's Land (3:25)
6. Wie Viele Stunden hat das Glück (3:03)
7. Mut zum Mut (3:02)
8. Liebe ist das größte Abenteuer (3:57)
9. Mit jedem Lied beginnt ein neuer Traum (4:09)
10. Und weil's so schön war... noch einmal (3:19)
11. Mein Kind (3:37)
12. Ich nehm' Dich mit ins nächste Leben (3:58)

Gesamtspieldauer: 43:26



Alles wie gehabt bei Stefanie Hertel. Auch auf ihrem dreizehnten Studioalbum hört man schlecht gemachten und billig klingenden deutschen Schlager, für den sich Jean Frankfurter verantwortlich zeigt. „Das fühlt sich gut an“ heißt dieses Album und es erschien im Jahr 2010 auf dem Plattenlabel Sony Music.

Zu hören gibt es darauf zwölf Lieder, die sich fast ausschließlich um das Thema „Liebe“ drehen. Die Texte stammen dieses Mal von Bernd Meinunger und Tobias Reitz, die jeweils sechs Liedertexte verfassten. Sie unterbieten sich dabei an Niveaulosigkeit – wer diesen Wettbewerb gewinnt ist dabei wahrlich nicht auszumachen. Man hört peinlichen Schmalz, der einem die Schamesröte ins Gesicht treibt, falls jemand mitbekommt, dass man sich so etwas anhört. Das Level der Grausamkeit passt sich allerdings perfekt der Musik an. Diese ist einfach nur schlecht.

Seltsam, auch als Nicht-Schlager-Fan kenne ich auch in diesem musikalischen Genre Lieder, die gelungen sind und ins Ohr gehen, die sogar mir gefallen. Bei den Schlager-Scheiben der Stefanie Hertel klingt jedoch leider alles nach billiger und schneller Produktion und Jean Frankfurter lacht sich tot, dass es Menschen gibt, die diesen Mist auch noch kaufen. Der freut sich sehr und schüttelt überrascht den Kopf, da bin ich mir sicher.

Fazit: Billigster Schlager-Pop, ohne jeglichen Anspruch, ohne Inhalt, ohne schöne Melodie und ohne Unterhaltungswert. Und jetzt darf mir keiner kommen und sagen, dass es keine schlechte Musik gibt und alles Geschmackssache ist. Dass das Album „Das fühlt sich gut an“ manchen Menschen gefällt, will ich dabei gar nicht in Abrede stellen, allerdings ist es trotzdem schlechte und billig produzierte Musik. … und es hört sich dazu wirklich alles auch noch gleich an. Ein Punkt.

Anspieltipps: Und weil's so schön war... noch einmal



Dienstag, 12. Juni 2012

Counting Crows – This Desert Life





Counting Crows – This Desert Life


Besetzung:

Dan Vickrey – electric and acoustic guitars, vocals, sitar
Ben Mize – drums, percussion, vocals
Charles Gillingham – mellotron, piano, wurlitzer electric piano, Hammond b-3 organ, nord, kt acoustic guitar, chamberlain, vocals, string arrangement
Adam Duritz – vocals, piano, loo bells
David Bryson – electric and acoustic guitars, slide guitars, 12-string electric guitar


Gastmusiker:

David Immerglück – bass, pedal steel, electric guitar, kt mandolin
Clay Jones – acoustic and electric guitar, mandolin
David Lowery – kt b/v
Dennis Herring – baby keys, loops
Chris Seefried – chorus backing vocals
Gretchen Rosenblatt, Jennifer McComb, Heather McComb, Cinjun Tate, Cedric LeMoyne, Cindy Butler, Jeffrey Cain, Greg Slay, Adam Hamilton, Chris Seefried, Gary DeRosa, Craig Ruda, Ben Mize, Tony Moore, Teri Polo, Jen Keohane, Eddie Mills, Susan Johnson, Dan Vickrey, David Bryson, Charlie Gillingham – hand claps
Nathan Fillion, Bonnie Sommerville – honorary clapping
David Lowery, Adam Duritz, Ben Mize, Dan Vickrey – drunken backing vocals
Chris Seefried, Gary DeRosa, Cinjun Tate, Adam Duritz, Dan Vickrey, Charles Gillingham – only semi-drunken juice backing vocals
David Campbell – additional arrangement and orchestration, strings conduction
Joel Derouin, Eve Butler – violins
Matt Funes – viola
Larry Corbett – cello


Label: Geffen Records


Erscheinungsdatum: 1999


Stil: Rock


Trackliste:

1. Hanginaround (4:07)
2. Mrs. Potter’s Lullaby (7:46)
3. Amy Hit The Atmosphere (4:37)
4. Four Days (3:28)
5. All My Friends (4:49)
6. High Life (6:21)
7. Colorblind (3:24)
8. I Wish I Was A Girl (5:54)
9. Speedway (3:44)
10. St. Robinson In His Cadillac Dream (15:40)




1999 veröffentlichten die Counting Crows ihr drittes Studioalbum mit dem Titel „This Desert Life“. Und wie immer kann man beim Kauf eines Albums dieser amerikanischen Band aus Seattle eigentlich nichts falsch machen, wenn man auf gut gemachte Rockmusik steht. Und somit besticht auch „This Desert Life“ wieder mit schönen Melodien und tollen Texten. Alles ist rund, passt zusammen, ist mal ein wenig nachdenklicher, ein anderes Mal ein bisschen treibender.

Ein völlig unaufgeregtes Album ist den sechs Musikern aus Seattle hier gelungen. Kein schlechtes Stück versteckt sich unter den zehn Titeln des Albums, wenn auch so ein Übersong wie „Mr. Jones“ aus dem Debut-Album „August and Everything After“ fehlt. Aber mit „Mrs. Potter’s Lullaby“ ist auch hier eine schöne treibende Nummer enthalten, die sofort ins Ohr geht und dort auch länger verbleibt. Das Gegenstück dazu, zumindest bezüglich des Tempos, ist „Colorblind“. Eine unglaublich sentimentale bis melancholische Nummer, nur ganz zart instrumentiert und hier passt der so zerbrechlich wirkende Gesang des Adam Duritz einfach nur perfekt. Eine richtig schönes und verträumtes Lied, der Höhepunkt des Albums.

Auch die restlichen Stücke sind, wie bereits erwähnt, allesamt nett anzuhören. Wer auf ruhige und aufdringliche Musik steht, der wird hier viel Spaß haben. Und da wären wir aber auch gleich bei der Einschränkung dieses Albums. Alles ist irgendwie ruhig, ist unaufgeregt, gerade so, als ob den Liedern wenig Beachtung zuteil werden sollte. Denn so plätschert das Album vor sich hin, bis der letzte Song ertönt, der dieses Mal sogar zwei Hidden Tracks beinhaltet, von dem der erste nicht weiter erwähnenswert ist, der zweite nur noch aus Stimmengewirr und ein wenig Trommeln besteht - man kann ein wenig Studioatmosphäre schnuppern.

Fazit: Solche Platten braucht es. Mit solchen Alben kann man perfekt Abstand gewinnen. Vom stressigen Alltag, von nervenden Autofahrten oder aber von einer zu lauten Umwelt. Das Album unterhält und begleitet irgendwie, legt meist mehr Wert auf die leiseren Töne und hält dazu noch ein paar Highlights parat. Das ganze Album ist nicht so, dass es einen vom Stuhl haut, dass es wohl das Lieblingsalbum vieler Menschen ist oder werden wird. Aber „This Desert Life“ ist beileibe auch nicht schlecht. Es läuft mit, unterhält und ist neun Punkte wert.

Anspieltipps: Mrs. Potter’s Lullaby, Colorblind, I Wish I Was A Girl



Montag, 11. Juni 2012

Nico – Chelsea Girl





Nico – Chelsea Girl


Besetzung:

Nico – vocals


Gastmusiker:

Jackson Browne – electric guitar (1, 2, 7, 8, 10)
Lou Reed – electric guitar (3, 5, 6, 9)
John Cale – viola, organ, guitar (3, 4, 5)
Sterling Morrison – electric guitar (6, 9)
Tom Wilson – producer
Larry Fallon – string and flute arrangements


Label: PolyGram Records


Erscheinungsdatum: 1967


Stil: Pop


Trackliste:

1. The Fairest Of The Seasons (4:09)
2. These Days (3:33)
3. Little Sister (4:26)
4. Winter Song (3:21)
5. It Was A Pleasure Then (8:05)
6. Chelsea Girls (7:25)
7. I’ll Keep It With Mine (3:20)
8. Somewhere There’s A Feather (2:20)
9. Wrap Your Troubles In Dreams (5:10)
10. Eulogy Of Lenny Bruce (3:46)




Die Deutsche Christa Päffgen, besser bekannt als Nico, war Model in Paris, bis es sie in die USA verschlug, dort Andy Warhol kennenlernte und schließlich ein Teil von Velvet Underground wurde. Musikalisch hatte sie dabei nur wenig hinzuzusteuern, es war ihre Stimme, die sie zeitweise Teil dieser Band werden ließ.

Und ihre Stimme ist auch das beherrschende Element auf dem Album „Chelsea Girl“, wobei die Musik und die Texte von Lou Reed, John Cale, Sterling Morrison, Tim Hardin, Jackson Browne, Bob Dylan und Gregory Copeland stammen. Nur am Entstehungsprozess des über acht minütigen und sehr experimentellen Stücks „It Was A Pleasure Then“, war Nico aktiv beteiligt. Es ist allerdings nicht die Musik selbst, es ist diese Stimme Nicos, dieser so sentimentale, melancholische Alt, der die einzelnen Stücke des Albums zu dem werden lässt, was sie letztendlich sind: Traurige Lieder. Tieftraurige Lieder, welche sie zu singen so liebte, um eins zu werden mit den Noten und mit der davon ausgehenden Stimmung.

Nun die Stimme ist wirklich beeindruckend in ihrer Düsterness und Tiefe. Und dass man ihren deutschen Akzent noch sehr gut heraushört, rundet das Bild dieser Christa Päffgen erst so richtig ab. Irgendwie wirkt die Musik dadurch noch ein wenig trauriger, noch verzweifelter. Womit wir bei der Musik wären. Diese ist natürlich ebenfalls überaus melancholisch und sentimental gehalten und immer wieder mit vielen Streichern unterlegt - beziehungsweise ausschließlich mit diesen instrumentiert. Dazu kommen dann noch ein paar Flöten, um den Gesamteindruck noch ein wenig klassischer abzurunden. Aber hier liegt auch der Haken in der Musik von Nico auf „Chelsea Girl“. Nach einer gewissen Zeit fängt diese Stimmung an zu nerven. Diese Komposition aus orchestralen Instrumenten, gefühlsschweren Melodien und dieser dunklen Stimme geht einen auf den Zeiger und man möchte hinausgehen, die Sonne und den blauen Himmel sehen und all das Glück dieser Welt ins sich aufsaugen, um einen Gegenpol zu bilden.

Die Lieder sind, bis auf das bereits erwähnte „It Was A Pleasure Then“, alle ziemlich ähnlich gehalten und verbreiten diese düstere Atmosphäre. Nur bei diesem einen Lied kommt es zu einer Variation der Stimmung. Hier wird es experimentell und abgefahren und man hört deutlich die Musik von Velvet Underground heraus. Auch ist die Instrumentierung hier eine andere, was das Stück, trotz seiner atonalen Abschnitte, zu einer angenehmen Abwechslung des Albums werden lässt.

Fazit: Man hört dem Album nicht unbedingt sein Alter an. 1967 ist es entstanden, es ist allerdings in keinster Weise „typisch“ für die damalige Zeit. „Chelsea Girl“ von Nico ist ein Erlebnis, etwas ganz anderes als „normale“ Pop- oder Rock-Musik. Die Hörer werden es lieben – oder aber hassen, da sie mit dieser Stimmung und Stimme so gar nichts anfangen können. Ich bin ebenfalls von dieser Zusammenstellung spätestens bei Lied Nummer 10 genervt. Trotzdem gibt es für „Chelsea Girl“ neun Punkte. Denn eins kann man diesem Album wahrlich nicht absprechen, nämlich das, etwas Besonderes und Außergewöhnliches zu sein. Und wenn man es nicht zu oft hört, kann es einen auch packen und in seinen Bann ziehen. Für was wurde sonst der November erschaffen, wenn nicht für diese Platte? Nein, umgekehrt!

Anspieltipps: Winter Song



Sonntag, 10. Juni 2012

The Alan Parsons Project – Eye In The Sky





The Alan Parsons Project – Eye In The Sky


Besetzung:

Alan Parsons – failight, backing vocals, keyboards, linn drum machine
Eric Woolfson – keyboards, vocals, wurlitzer, backing vocals
Haydn Bendall – keyboards
Ian Bairnson – electric and acoustic guitars, pedal steel guitar, backing vocals
Stuart Elliott – drums, percussion
David Paton – bass, vocals
Andrew Powell – orchestral arrangements, piano
Chris Rainbow – vocals, backing vocals
John Wallace – piccolo trumpet
The English Chorale – choir
Bob Howes – choirmaster
Lenny Zakatek – vocals, backing vocals
Elmer Gantry – vocals
Jack Harris – backing vocals
Colin Blunstone – vocals
Mel Collins – saxophone


Label: Sony Music


Erscheinungsdatum: 1982


Stil: Pop


Trackliste:

1. Sirius (1:55)
2. Eye In The Sky (4:36)
3. Children Of The Moon (4:51)
4. Gemini (2:10)
5. Silence And I (7:21)
6. You're Gonna Get Your Fingers Burned (4:22)
7. Psychobabble (4:53)
8. Mammagamma (3:35)
9. Step By Step (3:54)
10. Old And Wise (5:05)


Bonus Tracks:

11. Sirius (Demo) (1:56)
12. Old And Wise (Eric Woolfson Vocal) (4:35)
13. Any Other Day (Studio Demo) (1:42)
14. Silence And I (Eric Woolfson Vocal) (7:34)
15. The Naked Eye (10:49)
16. Eye Pieces (Classical Naked Eye) (7:51)




Irgendwie hat das Alan Parsons Project mit ihrer sechsten Veröffentlichung noch mal einen Schritt in die falsche Richtung getan. Nein, keinen allzu großen, aber immerhin. Hier gibt es sie wieder, so unsägliche Songs wie „Step By Step“, eine komisch geartete Disco-Funk-Nummer, bei der man sich nur noch fragt: „Was soll das?“ Oder aber das Pop-Lied „Children Of The Moon“. Unglaublich langweilig und absolut belanglos. Und ebenfalls beim „Rocker“ „You're Gonna Get Your Fingers Burned“ braucht man Nerven wie Drahtseile, um beim Hören nicht die Aus-Taste der Stereoanlage zu drücken. Auch bei diesem Stück passt das Siegel: Total langweilig bis nervig. „Old And Wise“ ist orchestral instrumentiert und so ein typischer Alan Parsons Project Schmachtfetzen. Solche Musik muss man mögen, oder ... Mir ist das eindeutig zu glitschig.

Aber, es gibt auch die besseren Lieder auf „Eye In The Sky“, dem Album, welches sich thematisch mit dem Thema „Überwachung“ auseinandersetzt. „Sirius“, der Opener ist gleich ein schönes Beispiel dafür. Diese elektronische Instrumentalnummer pulsiert und weiß zu begeistern. Eingängig aber in keinster Weise platt. Das Stück geht ohne Pause in den Titeltrack „Eye In The Sky“ über. Auch wieder eine sehr melodiöse Nummer, die allerdings durchaus das Potential hat, nach mehrmaligem Hören zu nerven. Bei manchem Hörer passiert dies allerdings gewiss auch schön beim ersten Kontakt, da es sich hier um doch relativ seichten Pop handelt. „Gemini“ ist dagegen so ein Beißer. Zwar klingt dieser Song ebenfalls überaus lieblich, ist mit seinen mehrstimmigen Gesängen allerdings sehr gut arrangiert. Das Lied lebt von der Atmosphäre, die es vermittelt. Wahrlich kein Höhepunkt im Schaffen des Alan Parsons Projects, allerdings mal was anderes, außergewöhnlicheres.

„Silence And I“ ist mit etwas mehr als sieben Minuten das längste Stück des Albums. Auch hier fängt alles so zuckersüß und fast schon schleimig an, aber das Stück hat dann einen mitreißenden Mittelteil. Einen Instrumentalpart, hauptsächlich orchestral instrumentiert, der überaus gelungen ist. Zu oft kann man den allerdings wohl ebenfalls nicht hören, denn die Assoziationen zu „Rondo Veneziano“ kommen irgendwie zwangsläufig auf. Und so etwas muss man dann eben auch mögen – oder eben nicht. Bei „Psychobabble“ hat sich die Band Mühe gegeben, um auch irgendwie „psycho“ zu klingen. Elmer Gantry hat dies mit seinem Gesang ganz gut hinbekommen. Das Lied ist wieder eine etwas flottere Nummer bei der auch die weiteren Gesangs-Arrangements gefallen können.

„Mammagamma“ ist erneut ein Instrumentalstück in bester Alan Parsons Project Manier. Hier groovt und pulst es wieder. Das Lied könnte eine gute Hintergrundbegleitung zu Filmszenen darstellen, die sich mit dem Reisen oder Fahren befassen. Diese Assoziationen steigen zumindest bei mir beim Hören auf.

Schön ausgestattet ist die remasterte Version mit einigen Bonustracks. Besonders zu empfehlen sind hier „The Naked Eye“ und „Eye Pieces (Classical Naked Eye)“. Das sind instrumentale Medleys mit den Stücken des Albums. Schön gemacht.

Fazit: Von dem Alan Parsons Project, welches noch auf den ersten Platten zu hören war, von dem ist nicht mehr viel übrig geblieben. Viel zu oft hört man hier nur noch seichten Pop, der sich sicherlich gut verkaufen lässt, allerdings überaus anspruchslos ist. Das ist Musik zum „Nebenbei-Hören“, großartige Aufmerksamkeit bedarf es hier beim Hören nicht mehr. Zumindest meistens nicht. Ein paar ganz nette Ansätze sind noch da, aber das war es dann auch schon. Schade. Nur Ansätze reichen für maximal fünf Punkte.

Anspieltipps: Sirius, Gemini, Silence And I, Psychobabble, Mammagamma, The Naked Eye, Eye Pieces (Classical Naked Eye)



Samstag, 9. Juni 2012

The Killers – Sawdust





The Killers – Sawdust


Besetzung:

Brandon Flowers – vocals, keyboards, bass
Dave Keuning – lead-guitar, backing vocals
Mark Stoermer – bass, rhythm-guitar, backing vocals
Ronnie Vannucci – drums, percussion


Gastmusiker:

Lou Reed – guitar, vocals
Mpho Manye – background vocals
Tamara Robinson – background vocals
Journi Gallwey – background vocals
Carlos Ricketts – vocal contractor
Andy Savours – additional guitars


Label: Island Records


Erscheinungsdatum: 2007


Stil: Pop, Rock, Alternative


Trackliste:

1. Tranquilize (3:45)
2. Shadowplay (4:07)
3. All The Pretty Faces (4:46)
4. Leave The Bourbon On The Shelf (3:39)
5. Sweet Talk (4:19)
6. Under The Gun (2:34)
7. Where The White Boys Dance (3:26)
8. Show You How (2:46)
9. Move Away (3:50)
10. Glamorous Indie Rock And Roll (4:17)
11. Who Let You Go? (3:43)
12. The Ballad Of Michael Valentine (3:50)
13. Ruby, Don't Take Your Love To Town (3:05)
14. Daddy's Eyes (4:15)
15. Sam's Town (3:45)
16. Romeo And Juliet (5:28)
17. Mr. Brightside / Questions With The Captain (10:40)




Das dritte Album der Killers, “Sawdust” erschien im November 2007 und ist im Grunde genommen gar kein „richtiges“ drittes Album, denn es ist gefüllt mit B-Seiten, Raritäten und Cover-Versionen. Somit passt der Titel eigentlich perfekt, „Sawdust“, oder auf Deutsch „Sägespäne“. Diese sind angefallen hauptsächlich beim Produzieren der ersten beiden Alben „Hot Fuss“ und „Sam’s Town“. Und wenn man Sägespäne ordentlich presst und verkleistert, dann kann man noch jede Menge daraus bauen.

Aber „Abfall“, wie man vielleicht bei dem Titel des Albums vermuten könnte, ist hier wahrlich nicht zu hören. Das belegt gleich die erste Nummer. Denn das Album startet mit „Tranquilize“, einem Song, bei dem Lou Reed einige Gesangsparts übernommen hat und der gleichzeitig eines der besten, wenn nicht das beste Lied im Songkatalog der Killers darstellt. Allein schon wegen diesem Stück lohnt der Kauf der CD. Ein toller und mitreißender Ohrwurm, klasse arrangiert mit Kinderchor und mehrstimmigen Gesang. Ein richtig gutes Rocklied und zweifelsohne der absolute Höhepunkt dieser Zusammenstellung.

Auch die drei auf „Sawdust“ enthaltenen Cover-Versionen können sich sehen beziehungsweise hören lassen. Das gilt für „Shadow Play“ von Joy Division, genauso wie für den Country Klassiker „Ruby, Don't Take Your Love To Town”, von Mel Tillis geschrieben und durch Kenny Rogers bekannt geworden. Und auch die Version von “Romeo And Juliet” von den Dire Straits ist gelungen. Alle drei Stücke sind toll umgesetzt und auf die Killers und ihren Sound adaptiert worden.

Aber wegen diesen drei Nummern würden wohl nur wenige Musikfreunde oder nur eingefleischte Killers-Fans dieses Album kaufen. Doch als Grund zur Investition gibt es auf „Sawdust“ noch jede Menge anderer Stücke. Zum Teil sind dies Variationen von Liedern, die bereits auf „Hot Fuss“ und „Sam’s Town“ („Glamorous Indie Rock And Roll“, „Sam's Town“, „Mr. Brightside“) enthalten sind. Oder aber es sind Stücke, die es nicht auf die beiden bereits erwähnten Platten geschafft haben. Nun, wenn diese Nummern die „Ausschussware" der Killers darstellen, so bleibt festzustellen, dass sicherlich sehr viele Bands über solches Songmaterial auf regulären Alben dankbar wären.

Man merkt den Titeln zwar an, dass sie nicht stringent, das heißt, während einer Schaffensperiode entstanden sind, jedoch ist das, was hier letztendlich zu hören ist, beileibe keine schlechte Pop- oder Rockmusik. Vielmehr hört man hier unterschiedliche Musikstile vereint unter der Überschrift „The Killers“, die durch den Gesang Brandon Flowers‘ auch unverwechselbar Stücke dieser Band werden. Ein zweites „Tranquilize“ findet sich zwar nicht, jedoch jede Menge Killers-Lieder, die durchaus gefallen können und nicht wirklich gegenüber den regulären Stücken auf „Hot Fuss“ und „Sam’s Town“ abfallen.

Fazit: Wer auf gut gemachte Pop- bis Rockmusik steht, der kann hier getrost zugreifen. Wer die Killers mag, der kann an dieser Zusammenstellung sowieso nicht vorbeigehen. „Abfallmaterial“ hört sich meist anders an, längst nicht so wie hier auf „Sawdust“. Ein sogenannter „Übersong“ befindet sich mit „Tranquilize“ auch auf der Platte. Das restliche Material ist gut gemachter Durchschnitt, ohne großartige Ausfälle. Acht Punkte.

Anspieltipps: Tranquilize



Freitag, 8. Juni 2012

Stefanie Hertel – Stärker als die Freiheit




Stefanie Hertel – Stärker als die Freiheit


Besetzung:

Stefanie Hertel – Gesang


Gastmusiker:

Jean Frankfurter – sämtliche Keyboards und Programming
Johan Daansen – Gitarren
Karena Schönberger – Chor
Franco Leon – Chor
Rainer Marz – Chor


Label: Koch Music


Erscheinungsdatum: 2008


Stil: Schlager


Trackliste:

1. Ganz einfach was Verrücktes tun (3:12)
2. Männer woll'n immer nur dein Bestes (2:53)
3. Stärker Als Die Freiheit (3:49)
4. Wenn nicht du, wer dann (3:20)
5. Wer rettet mich vor deinem Lächeln (3:36)
6. Lieber Gott, mach mal die Augen zu (3:34)
7. Aber Niemals Ohne Dich (3:20)
8. Gefühle sind der Atem dieser Welt (3:19)
9. Und Wunder Gibt Es Doch (3:25)
10. Zärtlichkeit In Kleinen Raten (3:48)
11. Ein kleiner Kuss (sagt mehr als 1000 Worte) (2:56)
12. Leben, Lieben, Träumen (3:10)
13. Hitmedley (5:34)

Gesamtspieldauer: 46:02



Es lohnt sich wahrlich nicht großartig Worte über das zwölfte Studioalbum der Stefanie Hertel zu verlieren. „Stärker als die Freiheit“ heißt es und es erschien im Jahr 2008 auf dem Plattenlabel Koch Music. Darauf zu hören ist nichtssagende Schlagermusik, die synthetisch klingt, hauptsächlich vom Synthesizer generiert wird und sich unglaublich langweilig anhört.

Erneut hat Jean Frankfurter, der eigentlich Erich Ließmann heißt, zugeschlagen und die dreizehn grausamen Titel komponiert. Bei den Texten tritt Irma Holder, die sich normalerweise für keine Peinlichkeit zu schade ist, dieses Mal in den Hintergrund. Lediglich die Texte zum Medley am Ende der Platte hat sie zu verantworten. Leider wird es ohne sie auch nicht besser, praktisch alles dreht sich um das Thema Liebe und Bernd Meinunger steuerte die meisten Zeilen bei. Der Text des Titellieds stammt allerdings von Dagmar Obernosterer und die ersten vier Zeilen möchte ich davon gerne hier wiedergeben. Zitat: „Stärker als die Freiheit – Kann die Liebe sein – Und nach vielen bunten Träumen – Bist Du endlich daheim“. Klar, es wird nicht erwähnt, was hier eingeworfen wurde, um die bunten Träume zu erzeugen, es muss allerdings die Hammerdroge gewesen sein, um diese Worte wirklich verfassen zu können.

Fazit: Man denkt immer, es geht nicht schlimmer. Irrtum. „Stärker als die Freiheit“ gehört definitiv mit zum Schlechtesten des Schlechten, was die deutsche Musikindustrie jemals erzeugt hat. Alles klingt gleich, hört sich durch den Schlagzeug-Computer zum Davonlaufen an und wurde dazu noch mit zum Teil ganz schlimmen Texten versehen. Ja, „Stärker als die Freiheit“ ist schlecht, ganz, ganz schlecht. Null Punkte.

Anspieltipps: Leben, Lieben, Träumen



Donnerstag, 7. Juni 2012

Opeth – Damnation





Opeth – Damnation


Besetzung:

Michael Åkerfeldt – vocals, guitars
Martin Lopez – drums and percussion
Peter Lindgren – guitars
Martin Mendez – bass guitars


Gastmusiker:

Steven Wilson – grand piano, mellotron, fender rhoades, backing vocals


Label: Sony BMG


Erscheinungsdatum: 2003


Stil: Rock, Progressive Rock


Trackliste:

1. Windowpane (7:44)
2. In My Time Of Need (5:50)
3. Death Whispered A Lullaby (5:50)
4. Closure (5:16)
5. Hope Leaves (4:30)
6. To Rid The Disease (6:21)
7. Ending Credits (3:39)
8. Weakness (4:09)




Von Opeth ist man eigentlich harte Töne gewöhnt - meist sogar die ganz harten. Völlig anders präsentiert sich die Band aus Schweden jedoch auf ihrem 2003 veröffentlichten Album „Damnation“. Hier gibt es kein „Growling“ mehr zu hören, hier wird das Thema „Metal“ noch nicht einmal mehr gestreift. Dafür gibt es auf „Damnation“ jede Menge „stillere“ beziehungsweise ruhigere Momente zu kosten ohne, dass das Album allerdings auch nur einen Moment Gefahr läuft seicht oder schnulzig zu klingen. Ganz im Gegenteil, „Damnation“ packt einen vom ersten Ton an, tischt dem Hörer wunderschöne Melodien auf und variiert diese in Harmonie, Rhythmus und Tempo, sodass die Platte immer wieder auch in der progressiven Rockecke anzusiedeln ist. Das alles mag nicht weiter verwundern, da sich Steven Wilson, der Frontmann von Porcupine Tree, neben Opeth als Co-Produzent des Albums ausweist und die Platte auch abmischte. Die Musik stammt aus der Feder von Sänger und Gitarrist Michael Åkerfeldt, genau wie die Texte. Nur bei „Death Whispered A Lullaby“ steuerte Steven Wilson selbst die Lyrics hinzu.

Die Musik auf „Damnation“ ist überaus eingängig, ohne dabei platt zu wirken. Der Hörer wird umspielt mit wunderschönen Melodien, kann sich von Taktwechseln überraschen lassen oder aber in einen breiten Mellotron-Teppich eintauchen. All das wird auf „Damnation“ geboten, nur die Head-Banging-Fraktion kommt auf dieser Scheibe, wie bereits erwähnt, nicht zu ihrem Recht. In keinem einzigen Moment.

Einzelne Lieder aus diesem Werk herauszuheben würde den anderen, dann nicht erwähnten Songs, nicht mehr gerecht werden, denn Ausfälle gibt es auf der Platte nicht wirklich. Lediglich die letzten beiden Stücke, von denen „Ending Credits“ ein Instrumentalstück ist, kommen nicht ganz an die Klasse der ersten sechs Stücke heran – ohne dabei jedoch schlecht zu sein, vielleicht nur etwas langweiliger, irgendwie nicht ganz so einnehmend. Sonst passt alles zusammen, jeder Song hat sein „gewisses Etwas“ und weiß auf seine Art und Weise zu gefallen. Und so erzeugt „Damnation“ beim Hörer eine süße Melancholie, die ihre Kraft nicht nur an kühlen Novembertagen entfalten kann.

Fazit: Ein richtig überzeugendes Album ist der schwedischen Heavy Metal Band mit Hilfe des Briten Steven Wilson hier gelungen – auch wenn hier nichts nach Heavy Metal klingt. „Damnation“ klingt dagegen immer wieder progressiv, ohne dabei retro zu sein. „Damnation“ klingt immer wieder progressiv, ohne dabei zu verspielt oder „frickelig“ zu sein. „Damnation“ klingt immer wieder progressiv und das richtig gut. Ähnlichkeiten im Sound zu Porcupine Tree oder Steven Wilson Solo sind nicht zu überhören. Hier passen die Vergleiche allerdings immer nur zu den ruhigeren Stücken. Und wer mit dieser Musik ohne die „Metal-Anteile“ etwas anfangen kann, der wird mit „Damnation“ von Opeth bestens unterhalten werden. Eines der guten Alben des Jahres 2003. Elf Punkte.

Anspieltipps: Windowpane, To Rid The Disease - sowie die anderen sechs Titel.



Mittwoch, 6. Juni 2012

Blue October – Foiled





Blue October – Foiled


Besetzung:

Justin Furstenfeld – vocals
Jeremy Furstenfeld – drums
Ryan Delahoussaye – violin
CB Hudson – guitar
Matt Noveskey – bass


Gastmusiker:

Zayra Alvarez – backing vocals
Imogen Heap – backing vocals
Kirk Baxley – backing vocals
Sarah Donaldson – cello


Label: Universal Records


Erscheinungsdatum: 2006


Stil: Rock, Alternative


Trackliste:

1. You Make Me Smile (4:21)
2. She’s My Ride Home (4:42)
3. Into The Ocean (4:00)
4. What If We Could (4:03)
5. Hate Me (6:20)
6. Let It Go (4:03)
7. Congratulations [f. Imogen Heap] (4:01)
8. Overweight (4:24)
9. X Amounts Of Words (4:15)
10. Drilled A Wire Through My Cheek (4:32)
11. Sound Of Pulling Heaven Down (4:43)
12. Everlasting Friend (4:06)
13. 18th Floor Balcony (11:15)




Ein richtig gutes Album ist den Musikern der amerikanischen Band aus Texas, Blue October, da im Jahr 2006 gelungen. Überaus eingängigen Rock bekommt der geneigte Zuhörer auf „Foiled“, dem vierten Studioalbum, kredenzt. Rock-Musik, die nie langweilig wird und immer wieder mit schönen Harmonien und Melodien aufwartet.

Geschrieben wurden die Songs alle von Justin Furstenfeld, der sich beim Komponieren nur manchmal die Unterstützung seiner Bandkollegen oder externer Musiker sicherte. Bei neun der vierzehn Stücke ist er der alleinige Autor. In den Texten verarbeitet er dabei immer wieder seine Depressionen, an denen er seit Kindheitstagen leidet und die ihn bereits mehrmals in diverse Kliniken führten.

Die Musik auf „Foiled“ ist richtig gut und kann den Zuhörer packen. Manchmal melancholisch, manchmal treibend, immer jedoch abwechslungsreich und niemals langweilig oder oberflächlich. Und gerade die Abwechslung, die dem Hörer hier präsentiert wird, macht einen großen Pluspunkt des Albums aus. Auf „Foiled“ fließen die Stile Pop, Rock und Hard Rock immer wieder ineinander über. Und das nicht nur von Lied zu Lied, sondern auch in den einzelnen Stücken selbst. Das Ganze wirkt jedoch nicht konstruiert oder aufgesetzt, sondern vielmehr gewachsen und zwar so, als ob es gar nicht anders sein könnte. Richtig „hart“ wird es dabei allerdings nur selten, sodass knallharte Metal-Fans wohl nicht die richtige Zielgruppe des Albums sind.

Aber sonst ist wohl für jeden Rock-Fan etwas dabei. Das fängt gleich mit dem ersten Stück „You Make Me Smile“ an. Sofort ein Höhepunkt des Albums. Das Lied ist eine schöne treibende Rocknummer, die zum Mitwippen animiert und bereits beim ersten Hören so wirkt, als ob man das Stück schon jahrelang kennen würde. „She’s My Ride Home” und “Into The Ocean” sind eingängige Pop-Rock-Nummern, wohingegen “What If We Could” wieder deutlich mehr in der Rock-Sparte beheimatet ist. Hier findet man ihn dann auch wieder, diesen treibenden Beat, der Rock Fans ein Lächeln auf die Lippen zaubert.

“Hate Me“, Lied Nummer fünf des Albums, wurde sogar als Single veröffentlicht und ist ein schöner, gitarrenlastiger Track, der über einen Refrain verfügt, der dieses Mal zum Mitgröhlen einlädt. Ganz anders gibt sich dann „Let It Go”. Fast schon ein wenig psychedelisch wirkt diese sanfte Nummer, die ebenfalls sofort ins Ohr geht. Besonders gut kommt hier auch Ryan Delahoussayes Violinenspiel zur Geltung. Ganz klar ebenfalls ein Höhepunkt des Albums.

Und die Abwechslung wird auch bei den weiteren Nummern des Albums groß geschrieben. Bei “Congratulations [f. Imogen Heap]“ holt sich Justin Furstenfeld beim Gesang weibliche Unterstützung. Ein insgesamt sehr ruhiger Song mit einem überaus eingängigen Refrain, der sofort hängenbleibt. „Overweight“ hingegen startet mit spanischen Gitarren und entwickelt sich zu einer überaus rhythmischen Nummer, die von einer, fast schon als Sprechgesang zu bezeichnenden Gesangsspur, angetrieben wird. Und bei „X Amounts Of Words“ bleibt es zwar rhythmisch, der Stil des Liedes bewegt sich allerdings zwischen Pop und fast schon Synthie Pop.

Sehr viel düsterer wird es dann mit „Drilled A Wire Through My Cheek“, bis das Lied schließlich richtig loskracht. Zu Beginn ist alles so zurückhaltend, vom Gesang wie von der Instrumentierung her, um dann sowohl von der Lautstärke und Geschwindigkeit zu wachsen. „Sound Of Pulling Heaven Down” startet mehrstimmig und entwickelt sich im weiteren Verlauf zu einer überaus melodiösen Rocknummer. Auffällig hier erneut, wie die Band um Justin Furstenfeld es immer wieder schafft, Musik zu präsentieren, die eingängig ist, ohne oberflächlich zu sein, die einfach passt und hängenbleibt. Das wiederum hat bei „Everlasting Friend” nicht ganz so hingehauen. Die Nummer ist zwar ebenfalls ganz nett anzuhören, dieses gewisse Etwas, welches hängenbleibt, das geht dem Stück allerdings ab. Bliebe noch „18th Floor Balcony” inklusive Hidden Track, denn über elf Minuten ist das Lied nicht lang. Das Stück ist eine ganz ruhige Nummer, ein wenig schwebend und abgehoben, ein ganz zarter Ausklang dieses Albums, bei dem die Violine wieder ihren großen Auftritt hat. Bei 4:30 ist dann Schluss und ab 6:33 geht es dann zunächst mit einigen ganz leisen Hintergrundstimmen weiter. Und auch dieser Hidden Track ist ein leises und richtig gutes Stück, instrumentiert lediglich mit Piano und Gesang - ein wahrlich würdiger Abschluss für dieses Album.

Fazit: Eine schöne und abwechslungsreiche Platte haben die fünf Mannen aus Texas da 2006 vorgelegt. „Foiled“ ist ein Album geworden, auf der es jede Menge unaufgeregte, aber gute Musik zu hören gibt. Dazu befinden sich noch ein paar richtig klasse Stücke auf dieser Scheibe und nur ganz wenige Ausreißer nach unten. Klar ist es kein Überalbum, aber Zuhören macht hier jede Menge Spaß. Zehn Punkte mit Tendenz nach oben.

Anspieltipps: You Make Me Smile, What If We Could, Hate Me, Let It Go, 18th Floor Balcony



Dienstag, 5. Juni 2012

The Alan Parsons Project – The Turn Of A Friendly Card





The Alan Parsons Project – The Turn Of A Friendly Card


Besetzung:

Alan Parsons – guitars, keyboards
Eric Woolfson – keyboards, vocals
Ian Bairnson – guitars
David Paton – bass, vocals
Stuart Elliott – drums, percussion
Lenny Zakatek – vocals
Elmer Gantry – vocals
Chris Rainbow – vocals


Label: Sony Music


Erscheinungsdatum: 1980


Stil: Pop


Trackliste:

1. May Be A Price To Pay (5:00)
2. Games People Play (4:23)
3. Time (5:14)
4. I Don't Wanna Go Home (4:52)
5. The Gold Bug (4:34)
6. The Turn Of A Friendly Card (Part 1) (2:44)
7. Snake Eyes (3:15)
8. The Ace Of Swords (2:57)
9. Nothing Left To Lose (4:07)
10. The Turn Of A Friendly Card (Part 2) (3:22)


Bonus Tracks:

11. May Be A Price To Pay (Intro - Demo) (1:30)
12. Nothing Left To Lose (Basic Backing Track) (4:33)
13. Nothing Left To Lose (Chris Rainbow Overdub Vocal Compilation) (2:00)
14. Nothing Left To Lose (Early Studio Version With Eric's Guide Vocal) (3:09)
15. Time (Early Studio Attempt) (4:40)
16. Games People Play (Rough Mix) (4:31)
17. The Gold Bug (Demo) (2:49)




Nach dem schon etwas gewöhnungsbedürftigen Vorgänger-Album „Eve“, auf dem man gut gemachte und etwas anspruchsvollere Musik schon suchen musste, war man sehr gespannt auf den Nachfolger, der 1980 veröffentlicht wurde. „The Turn Of A Friendly Card“ heißt dieses Album und befasst sich thematisch, wie der Name schon ausdrückt, mit dem Glücksspiel. Musikalisch gesehen wurde es hier besser, allerdings leider nicht sehr viel besser, als auf „Eve“. Die Musik bewegt sich im Dreieck von Pop, Disco und seichtem Schlager. Da fällt der Opener „May Be A Price To Pay“ fast schon aus dem Rahmen, denn hier wird sogar ein wenig gerockt. Dazu ist die Nummer auch noch einigermaßen eingängig. Das zweite Stück des Albums, „Games People Play“ ist dann schon ein reines Pop-Lied, welches allerdings ebenfalls sofort ins Ohr geht. Nicht schlecht also, jedoch auch nichts Besonderes.

„Time“, im Anschluss, beginnt kurz wie eine Ballade, wird dann jedoch so was von getragen, dass einem fast die Worte fehlen. Das Lied ist so abgrundtief „süß“, aufgrund eines säuselnden Gesangs und schmachtenden Streichern, dass es schwerfällt, nicht die Skip-Taste der Stereoanlage zu betätigen. „I Don't Wanna Go Home” beginnt spannend, mit einem sehr eingängigen Melodielauf, um sich dann zu einer Disconummer zu entwickeln. Gefallen können hier immer wieder die Gitarreneinlagen, der Gesang klingt nach Stevie Wonder, überzeugen kann das Stück allerdings nicht.

Ebenfalls spannend beginnt „The Gold Bug“. Durch das Gepfeife fühlt man sich unvermittelt in einen Italo-Western hineinversetzt. Daraus entwickelt sich eine pulsierende und groovende Instrumentalnummer, die Spaß macht. Hervorzuheben ist hierbei vor allem das Saxophon-Spiel. Es folgt mit „The Turn Of A Friendly Card” der Titeltrack des Albums. Sehr eingängig, fast schon ein wenig zu eingängig. Da bewegt sich das Alan Parsons Project wieder sehr gefährlich an der Grenze zur Schnulze. „Snake Eye“ lässt dann Erinnerungen an das Album „Pyramid“ aufkommen. Einen gewissen groovigen Pop kann man diesem Stück wahrlich nicht absprechen.

Das folgende Stück, „The Ace Of Swords“, ist eine Instrumentalnummer, die zunächst nach Mittelalter klingt, dann Fahrt aufnimmt und alles in allem ganz nett anzuhören ist. Einer der Höhepunkte des Albums. Ebenfalls wieder sehr eingängig ist „Nothing Left To Lose”. Das konnten Alan Parsons und Eric Woolfson – melodiöse und harmonische Lieder schreiben. Den Abschluss der ursprünglichen Platte bildet schließlich „The Turn Of A Friendly Card (Part 2)”. Der Unterschied zum ersten Teil liegt in der Instrumentierung, die hier sehr orchestral gewählt wurde. Die sieben Zugaben auf der remasterten Version sind Demos oder Variationen der ursprünglich auf der Platte vorhandenen Lieder. Für eingefleischte Alan Parsons Project Fans sicherlich interessant, für alle anderen entbehrlich.

Fazit: “The Turn Of A Friendly Card” ist kein schlechtes Album. Allerdings ist es sicherlich auch keine gute Platte geworden. Hier finden sich zwar wieder sehr eingängige Melodien, allerdings sind diese auch nicht so gut, dass sie länger hängenbleiben würden. Ganz nett ab und zu, aber dann wird das Ganze auch wieder schnell vergessen. “The Turn Of A Friendly Card” ist ein „Rauscht-Durch-Album“. Eben noch gehört und dann stellt sich die Frage: „War da was?“ Sieben Punkte.

Anspieltipps: May Be A Price To Pay, Games People Play, The Gold Bug, The Turn Of A Friendly Card (Part 1), The Ace Of Swords, Nothing Left To Lose



Montag, 4. Juni 2012

Stefanie Hertel – Liebe hat tausend Gesichter




Stefanie Hertel – Liebe hat tausend Gesichter


Besetzung:

Stefanie Hertel – Gesang


Gastmusiker:

Jean Frankfurter – alle Keyboards und Programming
Johan Daansen – Gitarren
Tina Frank – Chor
Wolly Epperhoff – Chor
Bimey Oberreit – Chor
Anita Straube – Chor
Jutta Staudenmayer – Chor
Peter Bischoff – Chor
Hermann Weindorf – Chor
Manuel Lopez – Gitarren
Giovanni De Angeli – Oboe
Philharmonic String Munich – Streicher
Thorsten Käskamp – Gitarren
Thomas Gineberg – Gitarren
Holger Schreiber – Keyboards


Label: Koch Music


Erscheinungsdatum: 2006


Stil: Schlager


Trackliste:

1. Liebe hat tausend Gesichter (3:33)
2. Rosarote Wolken (3:39)
3. Runter vom Sofa (3:07)
4. Gib dem Wind eine Chance (3:35)
5. Wer nicht nach den Sternen greift (3:19)
6. Wo die Musikanten sind (3:20)
7. Wir liebten uns einen Sommer lang (3:25)
8. Liebe ist kein Wort für Ewigkeit (3:36)
9. Bist noch immer mein Typ (3:38)
10. Sternenstaub (4:41)
11. Aiderbichl macht das Herz der Tiere froh (3:28)
12. Ich will nicht nach Malibu (2:57)
13. Träum nicht dein Leben (3:12)
14. Illusionen (3:04)

Gesamtspieldauer: 48:35




„Liebe hat tausend Gesichter“ heißt das elfte Studioalbum der gebürtigen Oelsnitzerin Stefanie Hertel. Dieses ist im Jahr 2006 beim Plattenlabel Koch Music erschienen. Einen kleinen Unterschied gibt es zu den meisten bisherigen Alben der Stefanie Hertel, denn auf „Liebe hat tausend Gesichter“ wurden lediglich sechs Stücke von Jean Frankfurter geschrieben und nur zu diesen steuerte Irma Holder die Texte bei. Bei den restlichen acht Nummern bediente sich die Vogtländerin anderer Komponisten oder sang Cover-Versionen bereits bekannter Titel ein.

Es ist eine Wohltat, dass auf dieser Scheibe nicht alle Titel vom unsäglichen Jean Frankfurter geschrieben wurden, der musikalisch absolut unterstes Niveau verkörpert. Bei seinen Stücken geht es nur um die einfache, oberflächliche Melodie, die immer gleich klingt und dabei um den schnellen kommerziellen Erfolg bei zumeist sehr anspruchslosen Konsumentinnen und Konsumenten. Modern Talking des deutschen Schlagers. Nun, auf „Liebe hat tausend Gesichter“ hört man Stefanie Hertel auch bei Interpretationen von zum Beispiel Cat Stevens‘ „Morning Has Broken“ und Alexandras „Illusionen“. Das klingt zunächst ganz nett, da es sich dabei um sehr eingängige Stücke handelt. Allerdings tritt bei diesen Interpretationen etwas zu Tage, was die Musik der Stefanie Hertel auch nicht gerade in einem gutem Licht erscheinen lässt. Es ist ihre Stimme, die in diesen Situationen zwangsläufig den Vergleich mit dem Original aushalten muss. Und diesen Vergleich verliert Stefanie Hertel um Längen. Natürlich kann nicht jede Sängerin wie Alexandra klingen, doch zwischen diesen beiden Stimmen liegen Welten. Von daher sollte vorher eine gründliche Lied-Auswahl getroffen werden, um nicht mit Kritik überhäuft zu werden, was Stefanie Hertel mit diesem Album auch passierte.

Allerdings ist das immer noch besser anzuhören, als diesen musikalischen Müll aus der Feder des Jean Frankfurter, der mit Irma Holder seine kongeniale Partnerin gefunden hat. Diese fügt zu der schlechten Musik noch unfassbar niveaulose Liedtexte hinzu, um dem Gesamtbild dieser Lieder den absoluten Rest zu geben und ein Gefühl des Schams bei den Konsumenten zu erzeugen.

Fazit: Auch wenn Stefanie Hertel manche Lieder einfach nicht so interpretieren kann, wie sie es sollte und Jean Frankfurter ihr wohl Lieder passend zu ihrer Stimme komponiert, so sind die Cover-Versionen auf dem Album „Liebe hat tausend Gesichter“ um ein Vielfaches hörenswerter, als die Nummern des Duos Frankfurter / Holder. Schön und begeisternd klingt das alles nicht, jedoch freut man sich, wenn der letzte Ton endlich ausgeklungen ist. Das hat doch auch was. Vier Punkte.

Anspieltipps: Sternenstaub, Träum nicht dein Leben, Illusionen



Sonntag, 27. Mai 2012

Stefanie Hertel – Totale Gefühle




Stefanie Hertel – Totale Gefühle


Besetzung:

Stefanie Hertel – Gesang


Gastmusiker:

Jean Frankfurter – alle Keyboards und Programming
Johan Daansen – Gitarren
Bastian Fiebig – Saxophon
Streicherensemble Gräf
Karena Schönberger – Chor
Herbert Ihle – Chor
Franco Leon – Chor


Label: Koch Music


Erscheinungsdatum: 2004


Stil: Schlager


Trackliste:

1. Totale Gefühle (3:57)
2. Ich tu es immer wieder mit dir (3:23)
3. Reparier meine Seele (3:35)
4. Erst Du, dann Du (3:51)
5. Mondscheinsonate (3:48)
6. Und morgen geht's weiter (3:41)
7. Heiße Partys, coole Nächte (3:11)
8. Liebe stirbt nicht einfach so (3:30)
9. Ich wollt nur mal fragen (3:50)
10. Fang meine Sehnsucht auf (3:50)
11. Wachgeküsst (3:30)
12. Leben und leben lassen (3:32)

Gesamtspieldauer: 43:43




„Totale Gefühle“ heißt das bereits zehnte Studioalbum der Stefanie Hertel. Veröffentlicht wurde es im Jahr 2004 auf dem Plattenlabel Koch Music, einer Tochter der Universal Music. Deutschen Schlager bietet Stefanie Hertel auf diesem Album ihren Hörerinnen und Hörern, den man auf insgesamt zwölf Liedern dargeboten bekommt. Wieder einmal hatten Jean Frankfurter und Irma Holder Musik beziehungsweise Text komponiert.

Ganz im deutschen Schlager angekommen geht es textlich gesehen bei den Liedern der Stefanie Hertel hauptsächlich um das Thema „Liebe“ und den daraus resultierenden Konsequenzen oder Komplikationen. Klingt nicht sehr spannend? Ist es auch nicht. Die Musik hört sich dazu meist sogar irgendwie billig an, wurde am Synthesizer erstellt und der Schlagzeug-Computer nervt natürlich in jedem Akkord und an jeder Stelle dieses Albums. Irgendetwas, was auf dieser Scheibe hängenbleibt, so etwas wie einen Ohrwurm, das gibt es leider nicht auf „Totale Gefühle“. Zu allermeist rauscht die Musik einfach so durch, klingt langweilig und belanglos, jedoch mit mehr automatisch so, dass man fluchtartig den Raum verlassen wollen würde. Das bedeutet sogar ein gewisses Qualitätssiegel, wenn man es mit so mancher früheren Scheibe der Stefanie Hertel vergleicht.

Fazit: Langweiligen und zum Teil stumpfsinnigen deutschen Schlager gibt es auf „Totale Gefühle“ zu hören. Diese Musik tut keinem weh, ist allerdings extrem belanglos und überflüssig, rauscht durch und nervt gegen Ende auch etwas, da sich irgendwie alles gleich anhört und man sich irgendwann ganz automatisch nach Musik sehnt. Nach Musk, die auch unterhalten kann. Drei Punkte.

Anspieltipps: Erst Du dann Du, Mondscheinsonate



Samstag, 26. Mai 2012

Pink Floyd – Pulse





Pink Floyd – Pulse


Besetzung:

David Gilmour – guitar, vocals
Richard Wright – keyboards, vocals
Nick Mason – drums


Gastmusiker:

Tim Renwick – guitars, vocals
Gary Wallis – percussion, drums
Jon Carin – keyboards, synthesizers, vocals
Dick Parry – saxophones
Guy Pratt – bass guitars, vocals
Claudia Fontaine – backing vocals
Sam Brown – backing vocals
Durga McBroom – backing vocals


Label: EMI


Erscheinungsdatum: 1995


Stil: Live-Album, Psychedelic Rock, Rock


Trackliste:


CD 1:

1. Shine On You Crazy Diamond (13:35)
2. Astronomy Domine (4:21)
3. What Do You Want From Me (4:09)
4. Learning To Fly (5:16)
5. Keep Talking (6:53)
6. Coming Back To Life (6:56)
7. Hey You (4:39)
8. A Great Day For Freedom (4:30)
9. Sorrow (10:49)
10. High Hopes (7:52)
11. Another Brick In The Wall (Part Two) (7:07)


CD 2:

1. Speak To Me (2:30)
2. Breathe (2:34)
3. On The Run (3:48)
4. Time (6:47)
5. The Great Gig In The Sky (5:52)
6. Money (8:54)
7. Us And Them (6:58)
8. Any Colour You Like (3:21)
9. Brain Damage (3:46)
10. Eclipse (2:38)
11. Wish You Were Here (6:35)
12. Comfortably Numb (9:29)
13. Run Like Hell (8:37)




Mit dem Live-Album „Pulse“ erhält man eine kleine Übersicht über das Gesamtwerk der britischen Band Pink Floyd. Zwar sind hier nicht alle Platten musikalisch vertreten, allerdings spannt sich das Repertoire doch von der ersten Platte mit „Astronomy Domine“ bis hin zu „The Division Bell“, dem letzten Album der Band. Weiter werden Lieder der Platten „The Wall“, „Wish You Were Here“, „A Momentary Lapse Of Reason“, sowie als Höhepunkt, das komplette Album „The Dark Side Of The Moon“ gespielt. Entstanden sind die Aufnahmen auf der Tour 1995, also ein Jahr nach dem Erscheinen dieses letzten Studioalbums. Und aufgenommen wurde die Platte schließlich während der Konzerte in London, Rom, Modena und Hannover. Somit ist es kein Live-Album eines Konzertes, sondern das mehrerer Konzerte. Beim Anhören der CD bemerkt man dies allerdings nicht.

Nun, die Musik ist gut bis sehr gut, das kann man auch auf den Rezensionen zu den jeweiligen Studioplatten nachlesen. Und klar ist auch, dass die Lieder drei bis sechs und acht bis zehn der ersten CD andere sind, als die restlichen der Livemitschnitte. Hier kann man die beiden Ären der Band gut nachvollziehen: Die doch deutlich mehr psychedelischen Ansätze der Ära mit Roger Waters und die dann deutlich poppigere Musik - ohne den ursprünglichen Bassisten.

Klangtechnisch ist alles perfekt. Der Ehrlichkeit halber muss hier allerdings dann auch erwähnt werden, dass das Album im Studio nachbearbeitet wurde, um „kleinere Verspielfehler“ auszumerzen. Aber der Sound kommt wirklich erstklassig aus den Boxen und die Band hält sich größtenteils auch sehr nahe am Original, von kleineren Variationen einmal abgesehen. Einige Stücke werden dabei um ein etwas längeres Solo oder aber Intro ein wenig verlängert. Und man merkt, was Clare Torry auf dem Original geleistet hat. Denn von Ihr klingt der Gesang auf „The Great Gig In The Sky“ einfach doch noch einen Tick besser, verzweifelter, packender. Aber solch ein Gesang ist wahrscheinlich live, wenn man wirklich nur einen einzigen „Versuch“ hat, sehr schwer umzusetzen.

Fazit: Als Pink Floyd Fan muss man dieses Live-Album wohl besitzen. Es ist vollgepackt mit toller Musik, die sicherlich auch jede Menge anderer Musikfreunde begeistern wird. Das „Live-Flair“, dieses Gefühl beim Augenschließen, sich gerade auf dem Konzert zu befinden, das erzeugt „Pulse“ allerdings nur an manchen Stellen. Am ehesten noch bei der Live-Version von „The Dark Side Of The Moon“. Ein Manko ist auch, dass auf CD 1 ein paar nur durchschnittliche Songs der „Post Waters Ära“ vertreten sind. Wer sollte das den restlichen drei Musikern Pink Floyds im Jahr 1995 auch verdenken, nach all diesen gerichtlichen Klagen, die dort zwischen Waters und dem Rest der Band hin- und herflogen. Aber besser werden die Stücke deswegen trotzdem nicht. „Pulse“ ist wahrlich nicht schlecht, ein Geniestreich wie so manch andere Pink Floyd Platte allerdings auch nicht. Neun Punkte.

Anspieltipps: Da sollte man sich die Zeit nehmen und alles durchzuhören.