Dienstag, 11. Juni 2013

Renaissance – Azure D’Or




Renaissance – Azure D’Or

 
Besetzung:

Annie Haslam – vocals and backing vocals
John Tout – piano, synthesizers, mellotron
Jon Camp – bass, bass pedals, lead vocals on "Only Angels Have Wings"
Terence Sullivan – drums, timpani, chimes, xylophone, small percussion, backing vocals on "Golden Key"
Michael Dunford – guitars, autoharp


Label: Repertoire Records


Erscheinungsdatum: 1979


Stil: Pop


Trackliste:

1. Jekyll And Hyde (4:43)
2. The Winter Tree (3:07)
3. Only Angels Have Wings (3:43)
4. Golden Key (5:17)
5. Forever Changing (4:51)
6. Secret Mission (5:05)
7. Kalynda (A Magical Isle) (3:43)
8. The Discovery (Instrumental) (4:29)
9. Friends (3:34)
10. The Flood At Lyons (4:58)

Gesamtspieldauer: 43:30




1979 hatte es Renaissance dann auch erwischt, wie so viele andere progressive Rockbands der 70er Jahre: Die Musik hatte sich schwer dem Pop angenähert. Zehn Titel passen plötzlich auf ein Renaissance Album, da keine Nummer mehr länger als fünf Minuten Zeit für sich in Anspruch nimmt. Ein Orchester wurde für die Produktion auch nicht mehr gebucht, diesen Sound übernahmen jetzt die Synthesizer.

Nun, all das wäre noch gar nicht so schade, wenn sich denn zumindest eine gute Mischung aus Pop und Progressive-Rock auf der Platte befinden würde. Dem ist allerdings leider nicht so. Das, was hier auf der bereits neunten Platte der Engländer zu hören ist, das ist leider ein langweiliges Etwas geworden, nichts Halbes und nichts Ganzes. Klar, Annie Haslam singt immer noch sehr schön, hell und klar. Auch ist die Musik, die hier zu hören ist keine einfache, sondern immer noch einigermaßen anspruchsvoll konzipiert und vorgetragen, wenn auch, wie bereits erwähnt, das Orchester fehlt und durchaus eine Lücke hinterlässt.

„Azure D’Or“ ist ebenfalls noch um Klassen progressiver als das, was Kollegen wie Genesis oder Emerson, Lake & Palmer zur selben Zeit ablieferten. Trotzdem erreicht die Platte nicht mehr die Klasse der vorherigen Alben der Band. Dies liegt jedoch nicht an den kürzeren Titeln oder aber an dem Fehlen von Orchestermusikern und einem vermehrten Synthesizer-Einsatz. Die Antwort ist viel einfacher: „Azure D’Or“ ist deshalb schlechter gelungen als viele der Vorgängeralben Renaissances, weil es einfach das schlechtere Songmaterial aufweist. Die Ideen waren Michael Dunford, dem Hauptkomponisten der Band anscheinend ausgegangen.

Fazit: Ein sich der Pop-Musik angenähertes Renaissance-Album stellt „Azure D’Or“ dar. Es war auch das letzte Mal, dass die Band in dieser Zusammensetzung ein Album veröffentlichte, John Tout und Terence Sullivan verließen danach Renaissance. Richtig schlecht ist das Gehörte nicht. Eingängig sind die Lieder immer noch, aber nicht mehr in der Art und Weise, wie auf den vorherigen Veröffentlichungen. So schwingt vielleicht beim Hören der Platte auch ein wenig Enttäuschung mit, dass die Musik nicht mehr so klingt, wie nur wenige Jahre zuvor. Dass es die Musik von Renaissance einfach nicht mehr so recht schafft, den Hörer richtig zu packen und damit auch zu überzeugen. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Golden Key, The Discovery, The Flood At Lyons (im Grunde genommen hätte ich hier auch drei andere Lieder hinschreiben können)





Montag, 10. Juni 2013

Mike Oldfield – Voyager




Mike Oldfield – Voyager


Besetzung:

Mike Oldfield – all instruments


Gastmusiker:

Maire Breatnach – fiddle
London Voices – choir
Noel Eccles – percussion
Liam O'Flynn – uillean pipes
Chris Apps, Roger Huth, Ian Macey, Bob MacIntosh – highland pipes
Sean Keane – fiddle
London Symphony Orchestra – orchestra
Matt Molloy – flutes, tin whistles
John Myers – tin whistle, fiddle
David Spillane – uillean pipes, low whistle


Label: Warner Music UK Ltd.


Erscheinungsdatum: 1996


Stil: Folk, Chill-Out, New Age


Trackliste:

1. The Song Of The Sun (4:33)
2. Celtic Rain (4:41)
3. The Hero (5:04)
4. Women Of Ireland (6:30)
5. The Voyager (4:26)
6. She Moves Through The Fair (4:07)
7. Dark Island (5:44)
8. Wild Goose Flaps Its Wings (5:05)
9. Flowers Of The Forest (6:03)
10. Mont St. Michel (12:19)

Gesamtspieldauer: 58:31




1996 veröffentlichte Mike Oldfield sein siebzehntes Studioalbum unter dem Titel „Voyager“. Dieses Werk klingt kurz gesagt wie eine Mischung seines vorherigen Albums „The Songs Of Distant Earth“ gepaart mit irischer Folklore. Die Platte wäre der perfekte Hintergrund, würde man die musikalische Untermalung für einen Film über Irland suchen. Man hätte den idealen Soundtrack gefunden und müsste ihn gar nicht mehr selbst komponieren lassen.

Alles auf „Voyager“ ist ruhig und sanft und plätschert leider auch ein wenig so vor sich hin. Viele der Titel beruhen auf traditionellen Stücken, die von Mike Oldfield neu bearbeitet wurden. Und genau wie beim Vorgängeralbum, so eignet sich auch diese Platte perfekt als Hintergrundmusik. Im Vordergrund kann man jede Menge andere Dinge treiben. Essen, sich unterhalten, ein Buch lesen, zum Fenster rauskucken, Auto fahren, vor sich hinträumen. Fast hätte ich jetzt sogar „Musik hören“ geschrieben, so unaufdringlich wirkt das Ganze.

Das ist wohl auch das Manko der Scheibe, die sicherlich kleine schlechte Musik enthält. Allerdings enthält sie eben auch keine packende Musik. Irischer Folk klingt gut, kann mitunter auch kraftvoll und treibend und mitreißend sein. Auf diese eher schnelleren Töne hat Mike Oldfield auf „Voyager“ aber wohl ganz bewusst verzichtet. Das Album sollte „fließen“ und das ist etwas, was man der Platte wahrlich auch nicht absprechen kann.

Etwas Abwechslung in sich birgt da auf jeden Fall noch der letzte Titel des Albums „Mont St. Michel“. Das Gitarrenspiel Mike Oldfields ist hier grandios und auch das Orchester wirkt dort sehr kraftvoll. Natürlich ist auch dieses Lied wie der Rest der Platte sehr eingängig, kann aber immerhin auch mit etwas flotteren Abschnitten aufwarten.

Fazit: Mit dieser Unaufgeregtheit und Unaufdringlichkeit streift dieses Werk Mike Oldfields allerdings auch wieder haarscharf an der Langeweile vorbei. Das ist keine Musik, die sich irgendwie festsetzt, immer wieder gehört werden will. Das ist zwar irgendwie schöne Musik, leider aber auch Musik, die nur mal eben so mitläuft. Einfach nichts Halbes und nichts Ganzes. Acht Punkte.

Anspieltipps: Wild Goose Flaps Its Wings, Mont St. Michel




Sonntag, 9. Juni 2013

The Gun Club – Lucky Jim




The Gun Club – Lucky Jim


Besetzung:

Jeffrey Lee Pierce – vocals, guitars, lead guitars
Romi Mori – bass and melody guitar
Nick Sanderson – drums


Gastmusiker:

Bart van Poppel – hammond organ on “Anger Blues” and “Cry To Me”
Simon Fish – drums on “Blue Monsoons”


Label: What’s So Funny About


Erscheinungsdatum: 1993


Stil: Blues Rock


Trackliste:

1. Lucky Jim (3:44)
2. A House Is Not A Home (4:03)
3. Cry To Me (5:55)
4. Kamata Hollywood City (5:08)
5. Ride (3:57)
6. Idiot Waltz (6:43)
7. Up Above The World (4:50)
8. Day Turn The Night (2:52)
9. Blue Monsoons (2:52)
10. Desire (5:08)
11. Anger Blues (7:45)

Gesamtspieldauer: 53:12




Dieses sechste und letzte Studioalbum der amerikanischen Band „The Gun Club“ steht ganz im Zeichen des Blues. Drei Jahre später, 1996, starb der Sänger und Song-Writer der Band Jeffrey Lee Pierce an einer Gehirnblutung. Jahrelanger Drogen- und Alkoholmissbrauch hatten, bei dem zusätzlich noch HIV positiven sowie an Leberzirrhose und Hepatitis leidenden Kopf der Band, ihren Tribut verlangt.

Dieser Blues auf „Lucky Jim“ kann mal rockiger klingen, wie bei den deutlich mehr groovenden Titeln „Ride“ und „Up Above The World“, sich mal verspielt und melodiös anhören wie bei „Idiot Waltz“, „Blue Monsoons“ oder auch beim Titeltrack. Allerdings gibt es auf dem Album ebenfalls die Ausführung der Stilrichtung, die den Blues in langen Instrumental- und Gesangspassagen widergibt, die schon sehr an die Urform dieses Musikgenres erinnern. Besonders ausgeprägt ist dies beim letzten und längsten Titel der Platte: „Anger Blues“.

Die nicht allzu üppig instrumentierten Titel transportieren durchweg eine eher traurige Atmosphäre und Stimmung, die sich mehr für die nachdenklicheren Momente des Tages anbietet. Und wenn die Musik dann doch mal ein wenig an Fahrt gewinnt, schwebt trotz allem über Allem ein deutlich zu erspürendes Gefühl der Tristesse bis hin zur Verzweiflung. Allerdings ist genau das für eine ordentliche Portion Blues auch nicht weiter überraschend.

Fazit: Die Ader sich dieser Musik hingeben zu können besitzt man - oder eben nicht. Ich steige da ein wenig aus. Das hat allerdings weniger mit der eher traurigen Musik zu tun, sondern sehr viel mehr mit der Stilrichtung dieses Blues‘ an sich. Bei Titeln wie „Anger Blues“ bleibt mir einfach nur die Flucht. Hier erschließt sich mir das Ganze nicht – auch nach Jahren noch nicht, bei dem die CD immer wieder eingelegt wurde. Die Musik bleibt nicht hängen - zumindest nicht bei mir. Für Blues-Freunde allerdings wärmstens zu empfehlen. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Lucky Jim, A House Is Not A Home, Idiot Waltz, Blue Monsoons




Samstag, 8. Juni 2013

Golden Earring – Switch




Golden Earring – Switch


Besetzung:

George Kooymans – guitar, vocals
Rinus Gerritsen – bass guitar, keyboards
Barry Hay – flute, vocals
Cesar Zuiderwijk – drums
Eelco Gelling – guitar
Bertus Borgers – saxophone
Robert Jan Stips – keyboards


Label: Polydor


Erscheinungsdatum: 1975


Stil: Rock


Trackliste:

1. Intro: Plus Minus Absurdio (3:08)
2. Love Is A Rodeo (3:37)
3. The Switch (5:27)
4. Kill Me (Ce Soir) (6:23)
5. Tons Of Time (4:21)
6. Daddy's Gonna Save My Soul (4:16)
7. Troubles And Hassles (4:21)
8. Lonesome D.J. (4:38)

Gesamtspieldauer: 36:10




„Switch“ nannten die Niederländer von Golden Earring ihr bereits zehntes Studio-Album, welches zwei Jahre nach „Moontan“ im Jahr 1975 veröffentlicht wurde. Und ein „Switch“ war das wirklich, denn nur noch wenig erinnert an den Vorgänger, allerdings hat auch dieses Album einige gute Stücke aufzuweisen.

Das beginnt gleich mit dem Opener. Schöne melodiöse Einführung und dann wird das ganze Lied deutlich rockiger. Schließlich vernimmt man weiblichen Hintergrundgesang, auch nicht so ganz gewöhnlich für Golden Earring. Der Titel groovt und rockt im weiteren Verlauf wirklich gut. Das kann man auch von „Kill Me (Ce Soir)“ behaupten. Eine tolle treibende Nummer, die auch auf vielen Kompilationen der Band enthalten ist. Dann folgt mit „Tons Of Time“ ein ganz ungewöhnliches Lied für Golden Earring. Ist das Reggae? Nicht so wirklich, aber es klingt irgendwie lustig, macht Spaß und zeigt eine ganz andere Seite der Band.

Ansonsten gibt es eine ganze Menge handwerklich gut gemachten Rock auf „Switch“. Meist ist dieser auch noch melodiös und sehr eingängig. Die beiden letzten Stücke beweisen dies zusätzlich noch mit viel Abwechslung. Das klingt gut, ist mal treibender, mal zarter akzentuiert, besitzt aber immer die Gabe, auch ein wenig im Ohr des Hörers zu verweilen.

Fazit: Nein, ein zweites „Moontan“ ist „Switch“ nicht geworden. Vielleicht soll der Titel ja auch bereits darauf hinweisen. Progressiven Rock gibt es hier nicht zu hören, jedoch auch keinen Blues-Rock mehr. Auf dem Album befinden sich zudem keine Ausfälle, sondern im Gegenteil, sogar einige Höhepunkte. Ein gutes Golden Earring Album. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Intro: Plus Minus Absurdio, Kill Me (Ce Soir), Tons Of Time





Freitag, 7. Juni 2013

Mary Gauthier – Mercy Now




Mary Gauthier – Mercy Now


Besetzung:

Mary Gauthier – vocals, acoustic guitar


Gastmusiker:

Gurf Morlix – bass, acoustic guitar, electric guitar, pedal steel guitar, lap steel, octofone, percussion, mandocello, background vocals
Rick Richards – drums
Ray Bonneville – harmonica
Rich Brotherton – acoustic guitar, banjo
Brian Standefer – cello
Paul Mills – background vocals
Ian “Mac” McLagan – hammond b3
Eamon McLoughlin – fiddle, viola
Patty Griffin – background vocals


Label: UMG Recordings


Erscheinungsdatum: 2005


Stil: New Country


Trackliste:

1. Falling Out Of Love (5:57)
2. Mercy Now (5:50)
3. Wheel Inside The Wheel (6:33)
4. I Drink (4:30)
5. Just Say She's A Rhymer (4:17)
6. Prayer Without Words (6:09)
7. Your Sister Cried (5:00)
8. Empty Spaces (3:43)
9. Drop In A Bucket (4:10)
10. It Ain't The Wind, It's The Rain (4:03)

Gesamtspieldauer: 50:20




„Mercy Now“ ist bereits das vierte Album der amerikanischen Folk / Country-Sängerin Mary Gauthier und wurde ihrem Bruder Michael gewidmet. Jedoch ist es auf „Mercy Now“ nur sehr wenig Folk, den man hier, auf der 2005 erschienenen Platte, zu hören bekommt. Pedal Steel Guitar und Geige tun ihr Bestes, um das Ganze auch wirklich überwiegend nach Country und nicht nach Folk klingen zu lassen.

Ausnahmen davon sind die ersten beiden Titel, von denen „Falling Out Of Love“ wirklich klasse gelungen ist. Ganz sanfte und sehr ergreifende Töne gibt es bei dieser Nummer zu hören. Ein tolles Lied, der absolute Höhepunkt des gesamten Albums. Auch der Titelsong geht noch deutlich in diese Folk-Richtung, obwohl hier bereits die Country-Instrumentierung Einzug in das Geschehen hält.

Der ganze Rest der Platte sind Titel, die mal ein wenig besser, ein wenig schlechter in den Country-Charts der USA vertreten sein könnten. Meist sehr ruhig und nachdenklich gehalten, wobei es sich immer wieder lohnt, sich auch mal ein wenig mit den Texten zu beschäftigen, denn diese sind mitunter durchaus eindringlich und gelungen. Eine Ausnahme wartet auf den Hörer noch am Ende des Albums. Bei „It Ain't The Wind, It's The Rain” klingt die Musik der Mary Gauthier sogar rockig. Eine angenehme Abwechslung in diesem Südstaaten-Mix.

Fazit: Keine Ahnung warum, aber mir fehlt zu solcher Musik völlig der Zugang. Die Stimme der Mary Gauthier klingt rauchig und hat durchaus ihren Reiz und Wiedererkennungswert. Wenn es folkig klingt, dann ist das auch ganz schön, nur leider hört es sich meistens eben nach Country an und der ist in diesem Fall für europäische Ohren durchweg äußerst gewöhnungsbedürftig. Wenn man tolle und ruhige weibliche Musik auch aus den USA hören möchte, gibt es da inzwischen jede Menge Alternativen, die das deutlich besser hinbekommen. Aber Mary Gauthier, sorry, bis auf die Ausnahme „Falling Out Of Love“ klingt da eher langweilig, altbacken, kann den Hörer nur selten einfangen und ist überaus gewöhnungsbedürftig für den überwiegenden Musikgeschmack in unseren Längen und Breiten. Fünf Punkte.

Anspieltipps: Falling Out Of Love, Mercy Now, It Ain't The Wind It's The Rain





Donnerstag, 6. Juni 2013

Black Sabbath – Black Sabbath




Black Sabbath – Black Sabbath


Besetzung:

Tony Iommi – lead guitar
Greezer Butler – bass guitar
Bill Ward – drums
Ozzy Osbourne – vocals, harmonica


Label: Sanctuary Records


Erscheinungsdatum: 1970 (Wiederveröffentlicht 2004 inklusive Bonus Track)


Stil: Hard Rock


Trackliste:

1. Black Sabbath (6:22)
2. The Wizard (4:25)
3. Behind The Wall Of Sleep (3:37)
4. N.I.B. (6:07)
5. Evil Woman, Don't Play Your Games With Me (3:25)
6. Sleeping Village (3:46)
7. Warning (10:33)


Bonus Track:

8. Wicked World (4:43)

Gesamtspieldauer: 42:58




Bei vielen Hard Rock Fans gilt dieses erste Werk von Black Sabbath aus dem Jahr 1970 als die Mutter aller Hard Rock Platten. Nun, darüber kann man trefflich streiten, da zu dieser Zeit einige Bands mit genau diesem Genre ebenfalls das Licht der Öffentlichkeit erblickten. Was auf jeden Fall festzuhalten bleibt: Man bekommt ordentlich was auf die Ohren auf „Black Sabbath“. Hard Rock ohne Schnörkel und „Verweichlichungen“. Und wenn es dann doch mal kurz ein wenig „gemäßigter“ vonstattengeht, dann werden schon kurze Zeit später die Zügel wieder angezogen und es wird erneut kräftig weitergerockt.

Die Stücke leben von der Atmosphäre, die sie transportieren und natürlich auch vom Gesang Ozzy Osbournes sowie dem Gitarrenspiel des Tony Iommi. Es gibt mit Sicherheit auch melodischeren Hard Rock, aber gerade über diesem Album schwebt das Gefühl des Neuen, des so noch nicht Dagewesenen, was den Reiz dieses Albums zusätzlich ausmacht. Mitunter wird die Musik auch ein wenig bluesiger, ohne dabei jedoch ihre „Kraft“ und Ausdrucksstärke zu verlieren.

Und dann gibt da ja noch dieses ursprünglich letzte und längste Stück der Platte „Warning“. Hier kann Anthony „Tony“ Iommi sein Gitarrenspiel so richtig ausleben. Ein episches Gitarrensolo, welches im weiteren Verlauf deutlich an Kraft gewinnt. Alles rockt und groovt und man muss natürlich eine „Ader“ dafür haben, hier nicht auszusteigen. Wer diese besitzt, für den wird dieses Stück das „Nirwana“ des Rocks sein.

Der Bonus-Track auf der remasterten Wiederveröffentlichung knallt ebenfalls kraftvoll los, passt stilistisch aber nicht so ganz zum Rest des Albums. Aber es ist eine Zugabe, wer will sich da schon beschweren?

Fazit: Das Erstlingswerk von Black Sabbath ist für mich kein „Über-Album“. Es lebt allerdings von dem Flair des Neuen, welches es zur damaligen Zeit transportiert. Dazu gibt es mit „Warning“ einen wahrlich eindrucksvollen Song, der so oder so ähnlich noch nicht allzu oft auf Platte beziehungsweise CD gepresst wurde. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Black Sabbath, Sleeping Village, Warning





Mittwoch, 5. Juni 2013

Beatsteaks – Smack Smash




Beatsteaks – Smack Smash


Besetzung:

Torsten Scholz – bass
Thomas Götz – drums, backing vocals
Bernd Kurtzke – guitar left, backing vocals
Peter Baumann – guitar right, backing vocals
Armin Teutoburger-Weiß – vocals, guitar center


Label: Epitaph Europe


Erscheinungsdatum: 2004


Stil: Punk Rock


Trackliste:

1. Big Attack (2:24)
2. Vision (2:49)
3. Ain't Complaining (2:48)
4. Hello Joe (3:29)
5. Hand In Hand (2:41)
6. Monster (2:02)
7. Everything (3:09)
8. I Don't Care As Long As You Sing (3:35)
9. Atomic Love (2:33)
10. Loyal To None (1:28)
11. What's Coming Over You (3:15)
12. My Revalation (1:45)

Gesamtspieldauer: 31:58




Okay; jetzt gehe ich das hier mal ganz pragmatisch an. Eine deutsche Band macht Punk! An sich garantiert nichts Schlechtes, denn auch dem Punk kann ich manchmal was abgewinnen. Dass dieses Album von gerade Mal einer halben Stunde Spieldauer dann jedoch für knapp 20 Tacken zum Verkauf angeboten wird, das geht mir dann schon ein wenig mehr auf den Zeiger - muss ich zugeben.

Aber auch noch nicht schlimm, denn die Musik könnte ja diese Investition wert sein. Jetzt komme ich aber auch noch aus einer ganz anderen Richtung, wer diese Seiten ein wenig verfolgt, der merkt, dass mich eher die progressiveren, anspruchsvolleren Sounds ansprechen. Was die Beatsteaks hier auf dieser halben Stunde abliefern, hat damit allerdings natürlich überhaupt nichts zu tun. Respekt dafür, dass man in dieser kurzen Spielzeit allerdings zwölf Songs unterbringen kann.

Okay, das was Arndt, Simon und ich hier schreiben ist nie objektiv, ist immer subjektiv. Ich bin auch der festen Meinung, dass man Musik gar nicht objektiv beurteilen kann. Mit der Ausnahme vielleicht, dass eine Band mal etwas völlig Neues erschafft, einen neuen Sound kreiert, etwas bietet, was das Ohr des Musikhörers bisher so noch nicht gehört hat (schwierig im 21. Jahrhundert - zugegeben). Aber wenn dem so wäre, dann sollte man seine Subjektivität ganz stark überdenken, beziehungsweise sie wäre in diesem Fall definitiv nicht mehr angebracht.

Das, was ich hier auf „Smack Smash“ höre, das habe ich bereits bei den Sex Pistols wahrgenommen. In einer abgewandelten Form zwar, aber die Botschaft war durchaus dieselbe. Ich finde hier nichts Interessantes oder etwas, was mich packen würde. Eher ist das für mich langweilig, laut und einfallslos. Wenn ich dann natürlich die Rezensionen in diversen Foren lese, dann bin ich im völlig falschen Bus, dann übersehe ich hier sehr viel. Mag sehr gut sein, dass ich das nur falsch sehe und einfach nicht das Tolle an dieser Musik erkennen kann. Trotzdem aber irgendwie nicht meine Mucke, mich langweilt das was ich da zu hören bekomme - nein noch schlimmer, mich nervt es sogar.

Fazit: Für Punk-Freaks wohl genau das Richtige, was die fünf Berliner da auf eine Scheibe zaubern – auch wenn ich sie viel zu kurz finde. Für mich ist das viel Geschrei, ohne Melodie, mit Texten, die mir fast schon wehtun. Aber noch mal, das ist meine ganz persönliche Meinung. Die fünf Musiker mögen sehr nette Typen sein und gute Musik für viele Menschen hier im Land machen – jedoch definitiv nicht für mich. Allerdings „Hello Joe“ finde sogar ich ganz gut. Ehrlich! Vielleicht aber auch deshalb, weil es so untypisch ist für dieses Album.  Sechs Punkte.

Anspieltipps: Hello Joe





Dienstag, 4. Juni 2013

16 Horsepower – Low Estate




16 Horsepower – Low Estate


Besetzung:

David Eugene Edwards – vocals, banjo, concertina, hurdy gurdy, guitar
Jeffrey Paul – back-up vocals, fiddle, guitar, cello, organs
Jean-Yves Tola – drums, percussion, piano
Pascal Humbert – bass, bass fiddle, guitar


Gastmusiker:

John Parish – additional percussion, organ, guitar, xylophone
Steve Taylor – guitar


Label: A&M Records


Erscheinungsdatum: 1997


Stil: Alternative Country


Trackliste:

1. Brimstone Rock (4:29)
2. My Narrow Mind (2:59)
3. Low Estate (4:13)
4. For Heaven's Sake (4:54)
5. Sac Of Religion (3:28)
6. The Denver Grab (5:09)
7. Ditch Digger (3:22)
8. Pure Clob Road (3:44)
9. Phyllis Ruth (4:38)
10. Black Lung (2:26)
11. Dead Run (3:22)
12. Golden Rope (4:17)
13. Hang My Teeth On Your Door (2:35)

Gesamtspieldauer: 49:35



Auch auf ihrem zweiten, 1997 erschienen und mit „Low Estate“ betitelten Album, haben die jetzt vier Amerikaner aus Denver Colorado wieder Einiges zu bieten. Zwar gibt es dieses Mal wirklich so einen unsäglichen Country-Song wie „Black Lung“ zu hören, dieser wird durch den Rest der Titel auf der Platte, die wahrlich alle gelungen ist, jedoch bei Weitem wieder wett gemacht.

Die Stimmung auf diesem Album ist ein wenig düsterer als noch auf dem Debut-Album. Stellvertretend steht dafür so ein Song wie „Phyllis Ruth“. Sehr schwer, melancholisch und dabei einfach auch schön. Die getragene Stimmung wird nicht zuletzt durch das Cello vermittelt, aber auch die Stimme David Eugene Edwards klingt hier auf ihre Art fast schon verzweifelt. Dazu gesellt sich ein tolles Banjo-Spiel und fertig ist der schwermütige, jedoch sehr eindringliche Song.

Auch der Beginn des Albums ist mit „Brimstone Rock“ überaus gelungen. Hier spielt ebenfalls wieder das Banjo eine entscheidende Rolle, bis das Lied dann quasi zu explodieren scheint. Banjo und Gitarre agieren nun Hand in Hand und es entwickelt sich eine tolle Nummer, melodiös und trotzdem an den entscheidenden Stellen immer wieder treibend im Rhythmus und dem Tempo.

Es rockt häufig auf „Low Estate“, ohne dabei in die „Heavy-Schiene“ zu rutschen. Die Melodie eines Stückes wird nie über Bord geworfen, sondern steht immer im Zentrum des Liedes. Das macht das Ganze so eingängig, das bewirkt, dass der Fuß automatisch mit zu wippen versucht. Und wenn, wie im zweiten Lied, mal etwas „geschrien“ wird, dann passt das irgendwie auch genau dorthin und stört den Liedverlauf und das Hörvergnügen in keinster Weise.

Fazit: Auch mit ihrem zweiten Album können die Mannen von 16 Horsepower überzeugen Alternative Country kann wahrlich interessant sein und vor allen Dingen wirken, denn das machen die Lieder auf der Platte. Und wenn es denn doch mal passiert, dass ein Lied, wie oben bereits erwähnt, zu sehr in die Country-Schiene abzugleiten scheint, dann bleibt einem, wenn man es eben gar nicht hören will, immer noch die Fernbedienung und der Song ist übersprungen. Viele Anlässe gibt es dafür auf „Low Estate“ allerdings nicht. Elf Punkte.

Anspieltipps: Brimstone Rock, For Heaven's Sake, Phyllis Ruth, Dead Run





Montag, 3. Juni 2013

Ashra – New Age Of Earth




Ashra – New Age Of Earth


Besetzung:

Manuel Göttsching – all instruments


Label: Virgin Records


Erscheinungsdatum: 1977


Stil: Elektronische Musik, Ambient


Trackliste:

1. Sunrain (7:28)
2. Ocean Of Tenderness (12:36)
3. Deep Distance (5:46)
4. Nightdust (21:50)

Gesamtspieldauer: 47:55




Sich ganz den Klängen hingeben, nichts machen, einfach nur auf dem Sofa liegen oder es sich auf einer Liege bequem machen, sich die Sonne auf den Pelz scheinen lassen und berieselt werden. Das gelingt ganz gut mit der Veröffentlichung von Manuel Göttsching, der zusammen mit Hartmut Enke und Klaus Schulze im Jahr 1970 die Band Ashra Tempel gründete. Diese Veröffentlichung hier, die sechs Jahre später entstand und im darauffolgenden Jahr veröffentlicht wurde, ist die erste, bei der der „Tempel“ im Titel weggelassen wurde. Ein Indiz dafür, dass sich etwas getan hat bezüglich des Line-Ups der Band. Manuel Gottsching zeichnet sich auf „New Age Of Earth“ als alleiniger Komponist der einzelnen Lieder aus, die auch alle von ihm in Eigenregie eingespielt wurden. Somit ist „Ashra“ hier nichts anderes, als das Solo-Projekt des Berliners geworden.

Elektronische Musik bekommt der Hörer mit Ashra serviert. Diese kann mitunter rhythmischer sein, wie beim Opener „Sunrain“ und mit Abstrichen bei dem kürzesten Song der Platte „Deep Distance“. Aber es gibt auch die andere Seite der Musik auf „New Age Of Earth“, die dann nur noch sphärisch aus den Lautsprechern fließt, wie bei den restlichen beiden Titeln, die auch den meisten Raum auf dem Album einnehmen. Beim Hören der Nummern lässt man am besten die Augen ganz langsam zufallen, um sich auf eine kleine Gedankenreise zu begeben ohne zu wissen, wohin einen der Weg führen wird.

„New Age Of Earth“ ist sicherlich kein Produkt für den Massenmarkt. Melodien oder ähnliches gibt es nicht. Alles wabert und blubbert und schwebt und summt. Jeder Ton ist einzig und allein auf die Atmosphäre ausgerichtet, die diese Art der Musik zu vermitteln weiß. Völlig stressfrei gilt es hier den Moment zu genießen, einzutauchen in Klangwelten, die nicht von dieser Erde zu kommen scheinen, sondern aus einer fernen Galaxie, in der das Leben leichter und sorgenfreier zu sein verspricht – könnte man zumindest meinen.

Die Stimmung auf der Platte empfinde ich nicht gerade als fröhlich, eher als sehr nachdenklich, melancholisch und sentimental. Alles wird vom Synthesizer dominiert, nur manchmal betritt auch eine sehr zurückhaltend gespielte Gitarre die Bühne des Handelns. Und auch diese wirkt entspannend leicht und luftig und niemals aufdringlich, um sich etwa in den Vordergrund zu spielen.

Fazit: Traummusik, Musik zum Entspannen, Klänge zum Abschalten. Wer kann, der sollte sich weich betten, die Augen schließen und der Dinge harren, die da passieren werden. Aber keine Angst, das Schlimmste was einem widerfahren wird ist, dass man einschläft, weil es dann vielleicht doch zu langweilig ist. Neun Punkte.

Anspieltipps: Ocean Of Tenderness, Nightdust





Sonntag, 2. Juni 2013

Golden Earring – Together




Golden Earring – Together


Besetzung:

George Kooymans – guitar, vocals
Rinus Gerritsen – bass guitar, keyboards
Barry Hay – flute, vocals
Cesar Zuiderwijk – drums


Label: Red Bullet


Erscheinungsdatum: 1972


Stil: Rock, Blues


Trackliste:

1. All Day Watcher (4:50)
2. Avalanche Of Love (4:15)
3. Cruisin' Southern Germany (3:02)
4. Brother Wind (7:57)
5. Buddy Joe (3:50)
6. Jangalene (5:10)
7. From Heaven, From Hell (6:07)
8. Thousand Feet Bellow You (4:10)

Gesamtspieldauer: 39:24




Das achte Studio-Album der Niederländer von Golden Earring erschien 1972 und trägt den Titel „Together“. Nichts Neues könnte man sagen, denn wie sein Vorgänger „Seven Tears“ enthält die Platte vor allem Blues-Rock, der hier ab und an vielleicht sogar mal ein wenig progressiver ist, wie auf dem längsten Stück der Platte „Brother Wind“. Dort kann man auch einem ellenlangen Drum-Solo lauschen, wie es dieses sonst wohl nur auf Live-Platten zu hören gibt.

Auch „From Heaven, From Hell“ geht ein klein wenig in die progressivere Richtung, was auch für Abwechslung auf diesem Album sorgt. Dabei ist der Song schön eingängig und melodiös und mit Sicherheit einer der Höhepunkte des ganzen Albums. Besonders gelungen ist bei diesem Stück auch immer der Einsatz der Querflöte, was für „ordentlich“ Atmosphäre sorgt. Es wird ein wenig mehr gerockt, als noch auf dem Vorgänger, häufig eben in der Blues-Variante.

Das bekannteste Stück des Albums dürfte „Buddy Joe“ sein. Ein ganz netter Rock-Song – nicht mehr, aber eben auch nicht weniger. Der Rest der Platte geht irgendwie unter, da es den meisten Titeln einfach an guten Einfällen fehlt.

Fazit: Mit dem nächsten Album „Moontan“ sollten Golden Earring ihr Meisterstück abliefern. Auf dieser Platte hier, ein Jahr zuvor entstanden, deutet noch sehr wenig auf den kommenden Meilensteil hin – außer vielleicht „From Heaven From Hell“. Ansonsten solide gemachter Blues-Rock, versehen mit hier und da einem besseren Song. Richtig überzeugend ist das jedoch noch nicht. Acht Punkte.

Anspieltipps: Brother Wind, Buddy Joe, From Heaven From Hell





Samstag, 1. Juni 2013

Nektar – Recycled




Nektar – Recycled


Besetzung:

Allan “Taff” Freeman – keyboards, backing vocals
Roye Albrighton – guitars, lead vocals
Derek “Mo” Moore – bass, backing vocals
Ron Howden – drums, percussion


Gastmusiker:

Larry Fast – synthesizers
The English Chorale conducted by Robert Howes, arranged by Christian Kolonovits


Label: Bellaphon / Bacillus Records


Erscheinungsdatum: 1975


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

1. Recycle (2:44)
2. Cybernetic Consumption (2:12)
3. Recycle Countdown (1:54)
4. Automation Horrorscope (3:02)
5. Recycling (1:50)
6. Flight To Reality (1:19)
7. Unendless Imaginations (4:37)
8. Sao Paulo Sunrise (3:04)
9. Costa Del Sol (4:04)
10. Marvellous Moses (6:35)
11. It's All Over (5:20)

Gesamtspieldauer: 36:42





„Recycled“ nannte die Band Nektar ihr sechstes Studio-Album, welches 1975 erschien. Dabei handelt es sich erneut, wie bereits des Öfteren in der Band-Geschichte, um ein Konzept-Album. Dieses Mal geht es um die Natur und die Zerstörung dieser durch den Menschen.


Das ist allerdings nicht das Besondere, nicht das Überraschende an diesem Album. Diesen Umstand findet man mehr in der Musik auf „Recycled“. Denn die ist auf dem vorliegenden Album um Klassen besser gelungen, als noch auf dem fast schon poppigen Vorgänger „Down To Earth“. Gut gemachten progressiven Rock hört man auf „Recycled“. Wahrscheinlich stellt dieses sechste Album sogar das progressivste überhaupt in der Diskographie der Band dar. Die einzelnen Lieder fließen dabei ineinander über, sodass sich alles wie ein großer und langer Song präsentiert, der viele Schattierungen aufweist. Nur nach „Unendless Imaginations“ kommt es zu wenigen Sekunden Stille, da hier die vormals erste Seite der Platte beendet war. Derselbe Sound wird aber sofort wieder aufgenommen und weiter geht es mit „Sao Paulo Sunrise“.


Es gibt sehr schöne Stellen auf „Recycled“ zu erlauschen. Melodiös und mitunter bombastisch. Manches Mal wirkt die Musik jedoch auch schräg und sehr viel weniger eingängig, allerdings hält sich dieser Aspekt der Musik auf „Recycled“ wirklich in sehr engen Grenzen. Die Songs klingen durch die Bank hinweg voll und dicht. Ein Chor trägt zusätzlich zum Pathos bei, der manchen Liedern hier ebenfalls anheftet.

„Recycled“ ist ein Album, was praktisch durchweg groovt. Richtig leise wird es nie und die Lieder sind auch fast ausnahmslos im Mid-Tempo gehalten, wobei es nichtsdestotrotz natürlich auch etwas ruhigere Abschnitte in einzelnen Titeln gibt. Der Fuß darf allerdings bei jedem Stück mitwippen, mit Hard Rock, dem sich Nektar ja auch schon mal angenähert hatte, mit diesem Genre der Musik haben die Lieder auf „Recycled“ allerdings absolut nichts gemein.

Fazit: „Recycled“ kommt nicht an das Debut-Album „Journey To The Center Of The Eye“ heran. Dazu fehlen hier die herausragenden Melodien doch ein wenig. Das, was auf diesem sechsten Album der Band zu hören ist, das kann sich allerdings auch hören lassen. „Recycled“ ist eine schöne und sehr interessante Platte geworden, welche man immer wieder gerne, auch wegen ihrer stimmungsvollen Atmosphäre einlegt. Abwechslungsreicher, progressiver Rock der klingt. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Recycle, Recycle Countdown, Recycling, Unendless Imaginations, Costa Del Sol, It's All Over






Freitag, 31. Mai 2013

Tori Amos – Under The Pink




Tori Amos – Under The Pink


Besetzung:

Tori Amos – vocals, piano


Gastmusiker:

Steve Caton – guitar
Paulinho Da Costa – percussion
Melissa "Missy" Hasin – cello
Dane Little – cello
Cynthia Morrow – viola
Carlo Nuccio – drums
George Porter, Jr. – bass
Trent Reznor – backing vocals
Jimbo Ross – viola
John Acevedo – viola
Nancy Stein-Ross – cello
John Philip Shenale – strings, organ
Chris Reutinger – violin
Michael Allen Harrison – violin
Ezra Killinger – violin
Francine Walsh – violin
John Wittenberg – violin
Nancy Roth – violin


Label: WEA


Erscheinungsdatum: 1994


Stil: Pop


Trackliste:

1. Pretty Good Year (3:27)
2. God (4:00)
3. Bells For Her (5:22)
4. Past The Mission (4:07)
5. Baker Baker (3:19)
6. The Wrong Band (3:03)
7. The Waitress (3:11)
8. Cornflake Girl (5:08)
9. Icicle (5:47)
10. Cloud On My Tongue (4:44)
11. Space Dog (5:13)
12. Yes, Anastasia (9:33)

Gesamtspieldauer: 56:51




Jede Menge ruhige und pianolastige Musik wird dem Hörer auf „Under The Pink“, dem zweiten Studioalbum der Amerikanerin Tori Amos geboten, welches im Jahr 1994 erschien. Häufig begleitet sich die Musikerin hier alleine auf dem Piano und singt oder besser gesagt haucht die Texte in das Mikrophon. Nicht immer ist das dabei Gehörte melodiös, sondern kann durchaus auch mal atonal und „ungemütlicher“ klingen, wie beim etwas schrofferen „The Waitress“. Nichtsdestotrotz überwiegen auf diesem Album, mit dem Tori Amos der internationale Durchbruch gelang, doch die sanften bis weichen und eingängigen Töne.

Dies alles hört sich mitunter auch richtig poppig an. Beispielhaft dafür steht das überragende „Cornflake Girl“, ein Lied, welches man einfach gehört haben muss, dem man sich kaum verschließen kann. Ein anderes Mal wird die Musik dann nur ganz zart akzentuiert, eine Variation, die sich bei dem nicht minder eindrucksvollen „Bells For Her“ genießen lässt. Jetzt bewegt sich die Begleitung nur noch ein Grad vor dem Nichts – und genau darin liegt nun auch die Stärke dieses Stücks. Eine zerbrechliche Atmosphäre wird erzeugt, der man am ehesten ganz entspannt lauschen sollte.

Weitere Höhepunkte des Albums finden sich in dem wieder etwas flotteren „Past The Mission“ und dem erneut überaus sanften „Icycle“. So macht auch der Mix unterschiedlicher Stimmungen eine Stärke dieses Albums aus, welches immer wieder aufs Neue angenehm überrascht und nie langweilig wird.

Fazit: „Under The Pink“ enthält mit „Cornflake Girl“ eines der besten Lieder Tori Amos‘. Die Platte allerdings nur auf diesen einen Song zu reduzieren wäre ein Fehler, denn dazu befindet sich viel zu viel gute Musik auf dem Album. Ausfälle oder Füll-Material gibt es nicht, sodass „Under The Pink“ für den Tori Amos‘ Fan natürlich ein „Must-Have“ darstellt, andererseits auch für diejenigen einen guten Einstieg darstellt, die sich die Welt der Amerikanerin erst erschließen möchten. Elf Punkte.

Anspieltipps: Bells For Her, Past The Mission, Baker Baker, Cornflake Girl, Icycle und ich könnte diese Liste noch verlängern.