Donnerstag, 20. April 2017

Chroming Rose – Insight




Chroming Rose – Insight


Besetzung:

Tino Mende – drums & percussion
S.C. Wuller – guitars, 6- & 12-string acoustic guitars, bass, synth
Tom Reiners – vocals, 12-string acoustic guitar, backing vocals
Harry Steiner – bass, 6-string acoustic guitar, synth


Label: Miez Records


Erscheinungsdatum: 1999


Stil: Soft Metal


Trackliste:

1. Love (4:12)
2. Wherever (3:29)
3. Stay (4:55)
4. Pain (4:32)
5. I Know Your Name (3:32)
6. I Feel You (4:48)
7. I Lied For You (3:52)
8. Planet-7 (3:33)
9. Tell Me (3:57)
10. Hypocrisy (4:07)
11. Wherever (The Private Version) (3:46)

Gesamtspieldauer: 44:49




„Chroming Rose“ war eine Heavy Metal Band aus Deutschland, die in der Zeit von 1985 bis 2001 aktiv war. „Insight“ heißt ihr fünftes Studioalbum und wurde im Jahr 1999 auf dem Label Miez Records veröffentlicht. Nun, irgendwie scheint das Label „Miez Records“ in diesem Fall eine Art Omen zu sein. Denn auf „Insight“ hört man im Grunde genommen keinen Heavy Metal mehr, für den die Band auf früheren Scheiben hauptsächlich stand. Auf „Insight“ bekommt man die softe Version dieses musikalischen Genres gereicht, um nicht zu sagen, die weichgespülte Version.

Nun, überzeugend klingt das nicht mehr, was Chroming Rose hier mit „Insight“ ihren Fans bieten. Fast alle Lieder sind irgendwie balladesk überarbeitet. Dabei gehen die einzelnen Nummern sogar ins Ohr, aber es bleibt leider nicht allzu viel davon hängen. Melodiös sind die Lieder durchaus, jedoch auf eine gewisse Art und Weise auch langweilig. Dieser „weiche“ Heavy Metal, der irgendwie gar nicht mehr explodieren will, dieser kommt nicht richtig an, da etwas zu fehlen scheint. Eingängig also durchaus, jedoch keineswegs überzeugend und schon gar nicht nachhaltig.

Die Texte sind, wie häufig bei Bands, die sich in diesen musikalischen Gefilden bewegen, fast keiner Erwähnung wert. Herz-Schmerz und doch noch erfüllte Liebe sind die Themen schlechthin, das langweilt ebenfalls. Nach dem vielmaligen Durchhören fallen einem dann aber sogar ein paar Lieder auf, deren Melodie etwas mehr verfängt, als die der restlichen. In meinem Fall wären dies „Stay“, „I Know Your Name“, „Planet-7“ sowie „Hypocrisy“. Die ersten beiden genannten Lieder sind in diesem soften Heavy Metal Gewand gehalten, bei „Planet-7“ und „Hypocrisy“ lassen es die vier Musiker nun dann doch endlich mal laufen und man kommt in den Bereich des Heavy Metal. Noch mehr davon wäre schön gewesen. Im Grunde genommen unterscheiden sich die erstgenannten zwei Nummern allerdings nicht großartig vom Rest des Albums, denn die Lieder sind alle im selben Stil gehalten und die Unterschiede sind musikalisch nicht allzu groß.

Fazit: Schlecht ist das Album „Insight“ von Chroming Rose sicherlich nicht geworden. Vielleicht ein wenig langweilig und mit nur wenigen Ansätzen eine weiche Ausprägung des Heavy Metal, obwohl man hier oftmals gar nicht mehr von Heavy Metal sprechen kann. Jedoch sind die Lieder melodiös, gehen ins Ohr und wegrennen muss hier niemand, wird die Scheibe aufgelegt. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Stay, I Know Your Name, Planet-7, Hypocrisy



Mittwoch, 19. April 2017

Various Artists – Bridge School Concerts Vol. One




Various Artists – Bridge School Concerts Vol. One


Label: Reprise Records


Erscheinungsdatum: 1997


Stil: Rock


Trackliste:

1. I Am A Child - Neil Young (3:17)
2. Shadow Of A Doubt (A Complex Kid) - Tom Petty (4:47)
3. All That You Have Is Your Soul - Tracy Chapman (5:33)
4. Sense Of Purpose - The Pretenders / The Duke String Quartet (3:09)
5. It's All In Your Mind - Beck (2:47)
6. The Road's My Middle Name - Bonnie Raitt (4:10)
7. Yes It Is - Don Henley (2:46)
8. Friend Of The Devil - Ministry (2:56)
9. America - Simon & Garfunkel (3:42)
10. Heroes - David Bowie (6:34)
11. Nothingman - Pearl Jam (4:36)
12. Battle Of Evermore - Lovemongers (5:41)
13. Believe - Nils Lofgren (3:17)
14. Alison - Elvis Costello (3:20)
15. People Have The Power - Patti Smith (5:37)

Gesamtspieldauer: 1:02:19




Die „Bridge School Konzerte“ sind ein jährlich im Oktober, in Mountain View, Kalifornien im dortigen Shoreline Amphitheatre stattfindendes Benefiz-Konzert zugunsten der Bridge School. Diese fördert körperlich und geistig behinderte Kinder, unterstützt diese in der Entwicklung ihrer Fähigkeiten und wurde von Pegi Young, der Frau Neil Youngs, nach der Geburt ihres behinderten Kindes gegründet.

„Bridge School Concerts Vol. One“ wurde im Jahr 1997 veröffentlicht. Ein Volume 2 ist wohl bisher noch nicht erschienen, dafür gibt es jedoch noch ein Doppelalbum zum 25 Jubiläum dieser Konzerte. Auf „Bridge School Concerts Vol. One“ bekommt man live und überwiegend akustisch eingespielte Stücke zu hören, die hauptsächlich aus dem US-amerikanischen Musikbereich stammen. Somit verwundert es auch nicht besonders, dass die Musik sehr Folk-lastig ist und vor allen Dingen in der Mitte und der zweiten Hälfte der Platte auch mit Country-Anleihen aufwartet.

Die musikalischen Genres sind also breit gestreut, das gemeinsame Momentum ist die akustische Live-Version. Ein paar schöne Nummern sind auf „Bridge School Concerts Vol. One“ vertreten. Dazu gibt es auch einige Raritäten, wie zum Beispiel eine Version von „Heroes“, die man von David Bowie in dieser Art so sicherlich auch noch kein zweites Mal gehört hat. Weitere Höhepunkte wären Neil Youngs „I Am A Child“, „Nothingman“ von Pearl Jam und „Battle Of Evermore“ von den Lovemongers.

Fazit: Eine schöne Zusammenstellung bekannter Lieder in ihren akustischen Versionen hört man auf „Bridge School Concerts Vol. One“. Dabei sind auch die musikalischen Genres weiter gestreut. Von Pop über Rock bis hin zu Folk und Country kann man hier hören. Nicht alles entspricht damit automatisch dem eigenen Musikgeschmack, jedoch ist es bei diesem Kompilationsalbum der Anlass des Erscheinens, der zählt. Sieben Punkte.

Anspieltipps: I Am A Child, Nothingman, Battle Of Evermore



Dienstag, 18. April 2017

Spiral Tower – Mindkiller




Spiral Tower – Mindkiller


Besetzung:

Alexander Koch – vocals
Sven Podgurski – guitars
Andreas Konstanderas – guitars
Bernie Altmann – bass
El Zubosch – drums


Gastmusiker:

Haan Hartmann – drumcoach, keyboards
Andy Brings – backing vocals


Label: Massacre Records


Erscheinungsdatum: 1999


Stil: Power Metal


Trackliste:

1. The Eyes Of The Blind (4:40)
2. The Martyr Is Dead (4:53)
3. Messenger From God (3:45)
4. On The Wings Of An Eagle (4:36)
5. Tired Faces (4:39)
6. Lord Of The Shadows (4:30)
7. Heartkiller (3:29)
8. Looking Down On The Moon (4:39)
9. Execute In Excuse (5:19)
10. Feel The Fears (6:40)

Gesamtspieldauer: 47:15




Spiral Tower war eine Speed Metal Band aus Deutschland, die sich dem Speed Metal verschrieben hatte, dem Speed Metal und zwar nur dem Speed Metal. Ihr Album „Mindkiller“ wurde im Sommer des Jahres 1999 aufgenommen und erschien auch noch vor der Jahrtausendwende auf dem Label Massacre Records.

Ich höre manchmal auch ganz gerne Metal und was man Spiral Tower auch sicherlich nicht vorwerfen kann ist, dass sie nicht konsequent wären. Ein einmal eingeschlagenes Tempo, ein einmal etablierter Rhythmus wird durchgezogen, komme was da wolle. Dazwischen gibt es, neben dem obligatorischen „Metal-Gesang“ ein wenig Growling und das war es dann mit der Abwechslung. Und ich rede hier nicht vom Beginn eines Liedes bis zu dessen Ende. Gemeint ist hier der Beginn des Albums bis zu dessen letztem Takt.

Böse Leute würden jetzt sagen, die Musiker können eben nur das, haben nichts anderes drauf. Da bin ich mir nicht so sicher, kann es nicht beurteilen, vielleicht ist dies jedoch auch nur die einzige Form der Musik, die ihnen zusagt. Auf jeden Fall bedeutet dies allerdings, dass die Musik mit dem zweiten, dritten Lied anfängt langweilig zu werden, da man glaubt, dass es sich um eine Wiederholung handelt. Die Lieder klingen alle sehr gleich und weil es sich um Speed Metal handelt, die Melodie auch nicht so sehr im Vordergrund steht, ist das auch nicht weiter und sonderlich verwunderlich.

So richtige Höhepunkte auszumachen ist wahrlich schwierig, da die Nummern wirklich alle sehr ähnlich klingen. Drei Titel habe ich trotzdem herausgezogen, in denen doch zumindest ein ganz kleines bisschen variiert wird. Diese heißen „Messenger From God“, „Looking Down On The Moon“ und „Feel The Fears“. Auch dies ist natürlich Speed Metal, allerdings sind bei diesen Titeln leichte Auflockerungen in Form von kleinen thematischen Variationen herauszuhören, die die Musik dann wieder etwas interessanter werden lassen.

Fazit: Konsequent sind Spiral Tower auf „Mindkiller“ allemal, das kann man ihnen wirklich nicht absprechen. Hier gibt es Speeds Metal in Vollendung zu hören. Allerdings fast ausschließlich Speed Metal ohne Schnörkel, Ecken und Kanten, was die Platte ein wenig anstrengend werden lässt, da sich die Nummern kaum mehr unterschieden lassen. Und wer schafft es schon dieses Album mit Headbanging durchzuhalten, ohne in eine Klinik eingewiesen werden zu müssen? Unmöglich und sehr gefährlich. Perfekter Speed Metal, der durch Perfektion und Konsequenz langweilig wird. Sechs Punkte.

Anspieltipps: Messenger From God, Looking Down On The Moon, Feel The Fears



Montag, 17. April 2017

Schwarz – Schwarz




Schwarz – Schwarz


Besetzung:

Wolf Schwarz – Gesang & Gitarre
Nicolaj Gogow – Schlagzeug
Mario Kopowski – Bass


Gastmusiker:

Oliver Neun – Piano, Kontrabass auf „Meine Traurigkeit”
Marie Nielsen – Gesang auf “Meine Traurigkeit”, Chor auf „Der Gehängte“
Suvad Sahovic – Akkordeon auf „Xehcko“
Robert Hesselbach – Violine auf „Xehcko“
Betina Kurth – Schalmei auf „Dieb“
Snorre Schwarz – Chor auf „Der Gehängte“


Label: Day-Glo Records


Erscheinungsdatum: 1998


Stil: Rock, Heavy Metal; Gothic


Trackliste:

1. Zauberstunde (0:18)
2. Schwarz (3:29)
3. Blind (3:17)
4. Der Priester sprach (0:52)
5. Der Gehängte (4:23)
6. Besessen (3:58)
7. Meine Traurigkeit (5:58)
8. Dieb (5:37)
9. Aufstand (2:45)
10. Der Engel (3:43)
11. Xehcko (7:34)

Gesamtspieldauer: 41:58




Die Band „Schwarz“ ist vor allen Dingen der Musiker Wolf Schwarz, der sich auf dem gleichnamigen Album aus dem Jahr 1998 für die allermeisten Kompositionen und Texte verantwortlich zeigt. Veröffentlicht wurde die Platte auf dem Musiklabel Day-Glo Records. Auf „Schwarz“ hört man eine Mischung aus Rock und Heavy Metal, jedoch auch Gothic Einflüsse sind herauszuhören wie auch die ein oder andere experimentelle Stelle. Dabei reicht die Musik von zart bis hart.

Dies alles macht die Scheibe überaus abwechslungsreich und ist wie ein wilder Ritt durch mehrere musikalische Genres. Manchmal kann man kaum glauben, dass das gerade laufende Lied von derselben Band eingespielt wurde, wie die vorherige Nummer. Ein einheitliches Bild ergibt das Album also nicht, was auch bedeutet, dass einem sicherlich nicht jeder Titel auf dem Album zusagen wird, zu unterschiedlich sind die Lieder dabei. Auch stammt nicht jedes Lied von Wolf Schwarz. „Xehcko“ ist eine traditionelle Nummer, die von Robert Hesselbach und Wolf Schwarz neu arrangiert wurde – in einer rockigen und sehr überzeugenden Art und Weise. Gleichzeitig ist dieses Stück auch das einzige Instrumentallied der Platte. Allerdings ist es keine siebeneinhalb Minuten lang, sondern lediglich etwa fünf Minuten. Dann herrscht Stille und ganz zum Schluss gibt es für wenige Sekunden noch mal einen Pfeifton. Was man in den 90ern so alles toll fand…

Ganz anders verhält es sich da bei „Der Priester sprach“. Lediglich 52 Sekunden lang, wird hier völlig auf Musik verzichtet, jedoch wird ein Text aus „Vereinsamt“ von Friedrich Wilhelm Nietzsche rezitiert. Und schließlich ist da noch die Nummer „Dieb“, die ursprünglich „Thief“ hieß und von der Kölner Krautrock-Band Can stammt und auf „Schwarz“ in einer tollen, neuen Version dargeboten wird. Sicherlich mit ein Höhepunkt des gesamten Albums. Dies ist auch der Titel „Meine Traurigkeit“. Nicht rockig, wie der Beginn der Scheibe, sondern sanft mit einem Piano beginnend und auch nach Traurigkeit klingend – bis es auch hier wieder sehr viel rockiger wird.

Fazit: „Schwarz“ von Schwarz ist ein sehr vielschichtiges Album geworden. Sehr viele verschiedene musikalische Stile wurden hier vereinigt beziehungsweise zusammengeführt. Zwangläufig kommt es dadurch zu dem Umstand, dass einem nicht alles zu 100% auf der Scheibe zusagen wird, nicht bei jedem Titel kann man uneingeschränkt mitgehen. Spannend ist die Musik auf „Schwarz“ jedoch allemal. Neun Punkte.

Anspieltipps: Der Gehängte, Meine Traurigkeit, Dieb, Xehcko



(Leider kein Video verfügbar)

Sonntag, 16. April 2017

Roh – Rohmantisch




Roh – Rohmantisch


Besetzung:

Lukas Hilbert – Gitarre, Gesang
Carsten Pape – Gitarre, Bass, Gesang
Meik Dobbratz – Schlagzeug


Gastmusiker:

Keine weiteren Angaben


Label: Ariola BMG


Erscheinungsdatum: 2000


Stil: Deutscher Pop


Trackliste:

1. Du brennst immer noch in mir (3:54)
2. Die Welt ist voller Frauen (3:37)
3. Ich liebe Dich (4:07)
4. Sex (4:04)
5. Erschiessen (4:09)
6. Viel zu weit weg (4:25)
7. Mein Paradies (3:57)
8. Hälfte zuviel (3:53)
9. Ich bin tot (3:33)
10. Hört mir überhaupt hier irgendeiner zu (3:56)
11. Ich hab' mein Handy in der Hamburger Schule verlor'n (4:04)
12. Wenn der Morgen kommt (4:53)

Gesamtspieldauer: 48:36




Roh war eine Hamburger Band, die in den Jahren von 1996 bis 2000 aktiv war. In dieser Zeit veröffentlichten die drei Bandmitglieder insgesamt drei Studioalben. „Rohmantisch“ ist die dritte und damit letzte Veröffentlichung von Roh und erschien im Jahr 2000 auf dem Label Ariola BMG.

Auf der Scheibe sind neben einer Cover-Version des Stücks „Ich liebe Dich“, den Carsten Pape bereits bei Clowns & Helden gesungen hatte, vor allen Dingen noch jede Menge weiterer Liebeslieder enthalten. Diese bewegen sich zumeist im Bereich des Pops, ganz weit ist das Genre Deutscher Schlager allerdings nicht. Die Stimmen der Sänger klingen häufig wie die junger Teenager. Allerdings ist Lukas Hilbert im Jahr 2000 bereits 28 Jahre alt und Carsten Pape sogar bereits 44. Wer sic hallerdings hier noch am Gesang versucht, gibt das Booklet nicht her. Jedoch scheint das Album „Rohmantisch“ durchaus den Ansatz zu verfolgen, eine Scheibe für junge Mädels zu sein, die auf Konzerten gerne kreischen. Hier hat man wohl die Käuferschicht ausgemacht, die sich dieses Album zulegen sollte. Die Musik entspricht absolut diesem Ansatz.

Die Texte auf „Rohmantisch“ sind zum Teil wahrlich schwer zu ertragen, bei der Musik geht es einem mitunter nicht anders. Die Lieder gehen zwar durchaus zum Teil ins Ohr, jedoch klingt das in diesem Fall absolut anbiedernd und flach. Seichter Pop ist das zum allergrößten Teil, den man, falls man gewisse Ansprüche an die Musik stellt die man hört, oftmals nur schwer ertragen kann.

Fazit: Ich nähere mich dem Ende meiner Plattensammlung. Das bedeutet, dass hier auch immer wieder mal Alben vorgestellt werden, die mir fast gar nicht zusagen und die ich in den allermeisten Fällen auch geschenkt bekommen habe. Dabei ist es immer wieder gut, mal über den Tellerrand hinauszublicken, etwas Neues zu hören und kennenzulernen. Das mache ich auch regelmäßig. Nun, ich habe es mit „Rohmantisch“ von Roh wieder mal durchgezogen. Jetzt kann ich diese Scheibe, die schmalzigen Deutsch Pop enthält, endlich wieder ins Regal stellen und dort wieder sehr, sehr lange stehen lassen. Drei Punkte.

Anspieltipps: Die Welt ist voller Frauen, Ich liebe Dich



Samstag, 15. April 2017

Rainer – 17 Miracles (The Best Of...)




Rainer – 17 Miracles (The Best Of...)


Besetzung:

Rainer Ptacek – guitar, vocals


Gastmusiker:

Keine weiteren Angaben


Label: Glitterhouse Records


Erscheinungsdatum: 2005


Stil: Blues


Trackliste:

1. Rudy With A Flashlight (2:30)
2. The Farm (4:10)
3. Losing Ground (3:16)
4. Junkpile (3:08)
5. The Good Book (3:32)
6. Within You Without You (5:48)
7. Something's Got To Be Done (2:31)
8. River Of Real Time (3:41)
9. Powder Keg (5:37)
10. One Wrong Turn (4:33)
11. Life Is Fine (5:34)
12. Inner Flame (4:53)
13. Rude World (2:21)
14. One Man Crusade (4:40)
15. The Oasis (4:08)
16. Love Buys Love (3:35)
17. Miss The Mississippi (2:52)

Gesamtspieldauer: 1:06:58




Der US-amerikanische Musiker Rainer Ptacek war in den USA einer der bedeutender und bekannter Folk- und Blues-Gitarrist, obwohl ihn hier in Deutschland kaum jemand kennt. Umso überraschender ist dieser Umstand, da Rainer Ptacek in Ost Berlin als Sohn einer deutschen Mutter und eines deutschen Vaters geboren wurde und die Familie später in die USA auswanderte. 1996 wurde bei ihm ein Gehirntumor festgestellt, worauf Howe Gelb, Robert Plant, Jimmy Page, Emmylou Harris, Vic Chesnutt, PJ Harvey, John Parish, Bill Janovitz und viele andere ein Album mit ihm und für ihn einspielten, um die Krankenhausrechnungen zu bezahlen, da er nicht krankenversichert war. Und obwohl es zeitweise sogar so aussah, als ob er die schwere Krankheit überstehen könnte, verstarb er schließlich doch im November 1997 im Alter von lediglich 46 Jahren daran.

Rainer Ptacek, der sich als Künstler lediglich Rainer nannte, hatte sich dem Blues verschrieben und dementsprechend gibt es auf „The Best Of Rainer - 17 Miracles“ auch jede Menge Blues zu hören. Fünfzehn der Titel sind dabei bereits veröffentlichte Nummern, zwei neue Titel gibt es zusätzlich zu hören. Im Zentrum steht immer der Gesang des Rainer im Zusammenspiel mit seiner Gitarre. Nur ganz selten hört man Begleitmusiker, die auch nicht extra im Booklet Erwähnung finden. Die Musik ist sanft und ruhig, zumeist getragen und strahlt den Blues unverwechselbar und ziemlich rein aus.

Für Blues-Freunde stellt diese Scheibe sicherlich einen Schatz dar. Dabei geht es in den Nummern nicht so sehr um die Melodie, es geht immer um das Gefühl, was hier transportiert wird. Ohrwürmer braucht man dementsprechend auf diesem Album nicht zu erwarten und das machen Blues-Fans auch sowieso nicht bei „ihrer“ Musik. Es geht darum, ganz in dieses Gefühl des Blues einzutauchen, was beim Hören des Albums „The Best Of Rainer - 17 Miracles auch bestens gelingt. Zwar ist das nicht ganz „meine“ Musik, doch auch ich kann mich dieser Atmosphäre, den diese Lieder ausstrahlen, nicht ganz entziehen. Höhepunkte sind für mich die Titel „The Farm“, „Within You Without You“, „Inner Flame“ sowie „The Oasis“, die alle eine Sehnsucht ausströmen, die nur schwerlich zu fassen ist.

Fazit: Musik für Blues Fan in Reinkultur gibt es auf „The Best Of Rainer - 17 Miracles“ zu hören. Die Stimmung des Albums ist atmosphärisch sehr dicht und sicherlich eher traurig als neutral. Musik für die graue Zeit, die einen in süße Melancholie abdriften lässt – ohne dass man dort verzweifeln muss. Sieben Punkte.

Anspieltipps: The Farm, Within You Without You, Inner Flame, The Oasis



Freitag, 14. April 2017

The Pussybats – Famous Last Songs




The Pussybats – Famous Last Songs


Besetzung:

Sid – Gesang, Gitarre
Roy Rock – Gitarre
Mike Night – Schlagzeug
Marple 8 – Bass


Label: Black Rain


Erscheinungsdatum: 2009


Stil: Alternative Rock


Trackliste:

1. Back To The Darkness (4:23)
2. The Banshee Blues (3:36)
3. Your Woman (3:24)
4. In April (3:48)
5. Scarlet (4:15)
6. 15 x 60 (3:31)
7. Feel (3:53)
8. Crimson Girl (4:43)
9. No Romeo (3:25)
10. Dance With The Devils (4:19)
11. The Most Beautiful Tales End Sadly (with Leandra) (2:51)

Gesamtspieldauer: 42:14




The Pussybats sind eine deutsche Pop-Rock-Band, die im Jahr 2006 gegründet wurde und 2009 ihr erstes Album mit dem Titel „Famous Last Songs“ auf dem Label Black Rain veröffentlichte. Zu hören gibt es auf der Scheibe so eine Art Gute Laune Rock, der durchaus ins Ohr geht. Die Musik liegt dabei irgendwo zwischen Pop und Rock, doch der Zeiger schlägt schon eher in Richtung des Rocks aus. Die Stimmung ist dabei immer positiv. Musik für die schönen Tage. Und wenn der Tag mal nicht so schön ist, kann „Famous Last Songs“ vielleicht helfen.

Die elf Lieder auf „Famous Last Songs“ klingen. Und sie klingen sogar so, dass es scheint, als ob sie mit jedem weiteren Durchgang ein wenig besser klingen. Vieles auf dem Album geht gut ins Ohr. Eine Cover-Version von „Your Woman“ befindet sich ebenfalls auf der Scheibe. Dieses Stück stammt von White Town, einem so genannten One Hit Wonder. Das Original ist klasse und Pop pur. Die Pussybats versuchen sich hier an einer Rock Version des Titels, wobei dieser auch noch interessant klingt, jedoch weit hinter dem Original zurückbleibt.

Trotzdem haben die vier Jungs das Gespür für die eingängige Melodie, im Grunde genommen ist jedes Lied der Platte melodiös. Großartig experimentiert wird hier nicht und gar die Musik neu erfunden, das haben die vier Musiker hier noch weniger. Müssen die Pussybats jedoch auch sicher nicht, denn für ein Debut Album klingt das schon ziemlich gut.

Fazit: „Famous Last Songs“ von den Pussybats unterhält – und das gar nicht schlecht. Alle Stücke auf dem Erstlingswerk der Band sind radiotauglich, ohne dabei zu anbiedernd zu klingen. Die Lieder sind melodiös und gehen ins Ohr. Legt man das Genre Pop-Rock zugrunde, so bewegen sich die Pussybats mehr auf der Seite des Rocks. Lässt sich gut anhören, diese Scheibe, auch wenn man den Jungs wünschen würde, dass sie sich einen besseren Bandnamen zugelegt hätten. Nun, aber auch das ist reine Geschmackssache. Sieben Punkte.

Anspieltipps: In April, Feel, Dance With The Devils, The Most Beautiful Tales End Sadly



Donnerstag, 13. April 2017

Mental Ground Zero – Microcosmicgroove




Mental Ground Zero – Microcosmicgroove


Besetzung:

Keine Angaben


Label: Connected


Erscheinungsdatum: 2000


Stil: Pop, Rock


Trackliste:


1. Psychedelic Bathfloor Carpet (3:51)
2. Carpet (4:40)
3. Catshit (3:16)
4. Ridin' On The Moon (2:47)
5. In My Dreams (6:45)
6. Invisible Poem (6:15)
7. NRG-Flow (3:20)
8. Weird (4:14)
9. Havana Jam (Live) (4:52)

Gesamtspieldauer: 40:03




Mental Ground Zero war eine Band aus Schwäbisch Gmünd, Baden-Württemberg, die im Jahr 2000 ihr Debut-Album mit dem Namen „Microcosmicgroove“ auf dem Label Connected veröffentlichte. Danach waren keine Veröffentlichungen mehr von ihnen zu hören und auch frühere Web-Seiten der Band lassen sich im Internet nicht mehr auffinden. Zu hören ist auf „Microcosmicgroove“ eine poppig-rockige Mischung, wobei der Schwerpunkt doch eher auf dem Genre Rock liegt.

Die Musik lebt vom Gesang der Sängerin, die ihre Stimme immer wieder wunderschön überschlagen lässt. Das klingt und passt bestens zu den neun Titeln auf „Microcosmicgroove“, die zumeist sehr melodiös klingen und sich nur an wenigen Stellen etwas nonkonformer anhören. Mit „Microcosmicgroove“ erfinden Mental Ground Zero zwar die Musik nicht neu – und das erwartet auch niemand – allerdings hört man hier ein durchaus gelungenes Debut-Album.

Besonders lohnenswert sind das kürzeste und das längste Lied des Albums, „Ridin' On The Moon“ sowie „In My Dreams“. Die erste hier erwähnte Nummer ist wohl das eingängigste Lied der Platte, wohingegen „In My Dreams“ dann rockiger und sehr abwechslungsreich klingt. Beide Titel sind hintereinander angeordnet und zeigen auch schön die musikalische Bandbreite der Band.

Fazit: Mental Ground Zero ist ebenfalls ein Beispiel für eine Band, bei der man sich wundert, warum man nicht mehr von ihren gehört hat. Haben sich die vier Musiker zerstritten? Blieb der Erfolg so absolut aus, dass sie keinen Spaß mehr hatten? Keine Ahnung, aber dieser poppige Rock hätte durchaus ein paar mehr Hörerinnen und Hörer verdient gehabt. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Ridin' On The Moon, In My Dreams



(Leider kein Video mehr zu finden)

Mittwoch, 12. April 2017

Naked – Naked




Naked – Naked


Besetzung:

Jonathan Sheldon – vocals, guitar
Jeremy Ireland – guitar, vocals
Damon Martin – bass guitar
Petur Smith – drums, percussion


Gastmusiker:

Martin Tillman – string arrangements
John Thomas – hammond organ
Steve Reid – additional percussion
Christopher Sheldon – sound effects


Label: Mercury Records


Erscheinungsdatum: 1997


Stil: Rock


Trackliste:

1. Mann's Chinese (4:19)
2. The Road Home (3:42)
3. The Color Decays (4:27)
4. What About You (4:24)
5. Raining On The Sky (4:03)
6. Love Supreme (4:00)
7. Red (4:25)
8. Drift Away (4:32)
9. Headlights (4:15)
10. The Great Escape (4:38)
11. Raining On The Sky (Acoustic) (4:09)

Gesamtspieldauer: 46:59




Unter dem Namen „Naked“ findet man im Internet einige Bands. Diese hier ist eine US-amerikanische Rock bis Alternative Rock Band, deren musikalischer Stil sich durch sehr melodische Titel auszeichnet, die bereits beim ersten Hören ins Ohr gehen. „Naked“ heißt auch das selbstbetitelte Debut-Album, welches im Jahr 1997 auf dem Label Mercury Records erschien. Viel mehr scheinen die Jungs allerdings nicht veröffentlicht zu haben, da sich ihre Musik wohl doch zu wenig vom großen Rest des Musikgeschäfts abhob.

Zu hören sind auf der Platte Lieder, die zwar allesamt im Rock angesiedelt sind, jedoch hier durchaus eine gewisse Variationsbreite aufweisen. Diese bezieht sich vor allen Dingen auf das Tempo der Lieder. Schnell stellt man fest, dass die Titel dann umso besser klingen, wenn sie härter und rauer sind. Einige Nummern wirken dagegen ein wenig zu anbiedernd. Alles auf „Naked“ klingt melodiös, wenn dies allerdings im soften Mid-Tempo eingespielt wurde, dann klingt es zwar noch ganz nett, aber sich sehr nach Mainstream anhörend, ohne jegliche Ecken und Kanten und dadurch auch langweilig.

Dass die vier Musiker das auch besser können, beweisen sie mit dem ersten Titel „Mann's Chinese“ und mit dem Kracher „What About You“, der sich aber erst dahin entwickelt. Schöner spannender Aufbau. Auch das Lied „Red“ kann überzeugen, obwohl es eines jener Mid-Tempo Stücke ist. Trotzdem passt das hier, klingt spannend und interessant. Und schließlich sollte an dieser Stelle noch das vorletzte Lied, „The Great Escape“, Erwähnung finden. Ebenfalls aus verschiedenen Teilen mit verschiedenen Tempi zusammengesetzt, geht dieses Lied schnell ins Ohr. Der ganze Rest hört sich ebenfalls so an, dass man sich die Musik durchaus in Ruhe anhören kann, ohne den Raum verlassen zu müssen. Das gilt allerdings wohl für sehr viele Bands im Musikgeschäft, sodass sich Naked nicht weiter abheben konnte, was die Musik von Naked eben an mancher Stelle ein wenig austauschbar werden lässt.

Fazit: Sicherlich kein schlechtes Debut-Album ist der US-amerikanischen Band Naked da mit ihrem gleich betitelten Erstlingswerk gelungen. Freunde des Alternative Rocks werden darauf sicherlich einiges für sich finden können. Nicht alles auf der Scheibe überzeugt restlos, einiges allerdings doch durchaus. Die elf enthaltenen Lieder sind melodiös und eingängig und es oft wert, gehört zu werden. Neun Punkte.

Anspieltipps: Mann's Chinese, What About You, Red, The Great Escape



Dienstag, 11. April 2017

Brand New – Daisy




Brand New – Daisy


Besetzung:

Jesse Lacey – lead vocals, guitar
Vinnie Accardi – guitar, backing vocals, drums
Garrett Tierney – bass guitar
Brian Lane – drums, percussion, guitar
Derrek Sherman – guitar


Gastmusiker (ohne Instrumentenangabe):

Mike Sapone
Andrew Accardi
Ben Homala


Label: Interscope Records


Erscheinungsdatum: 2009


Stil: Alternative Rock


Trackliste:

1. Vices (3:24)
2. Bed (3:09)
3. At The Bottom (4:04)
4. Gasoline (3:32)
5. You Stole (6:00)
6. Be Gone (1:30)
7. Sink (3:19)
8. Bought A Bride (3:06)
9. Daisy (3:06)
10. In A Jar (3:05)
11. Noro (6:26)

Gesamtspieldauer: 40:47




„Daisy“ heißt das vierte und bisher letzte Studioalbum der US-amerikanischen Band Brand New. Am 22. September 2009 erschien die Platte auf dem Label Interscope Records und ist seitdem die letzte volle Studioveröffentlichung der Band, obwohl sie immer noch aktiv ist. Eine für 2016 anvisierte Veröffentlichung eines neuen Albums wurde verschoben.

Alternative Rock gibt es auch dieses Mal wieder von Band New zu hören. Nur hat dieser leider nur noch sehr wenig mit der Musik zu tun, die man noch auf dem Vorgängeralbum „The Devil And God Are Raging Inside Me“ zu hören bekam. Dies liegt keineswegs daran, dass die fünf Musiker das Tempo ihrer Lieder öfters sehr stark angezogen haben. War auf dem Vorgänger noch hauptsächlich Musik zu hören, die im Mid-Tempo angesiedelt war, so ist die Geschwindigkeit der Stücke auf „Daisy“ nun oftmals schneller, härter und aggressiver. Doch dies macht nicht den Grund aus, warum „Daisy“ längst nicht mehr so überzeugen kann. Es ist der oftmals geschriene Gesang, der immer wieder nervt. Diesen mal als Stilmittel einzusetzen, kann eine durchaus gelungene Abwechslung sein. Wird allerdings zu häufig damit experimentiert – und das ist auf „Daisy“ leider der Fall – dann klingt das eben nicht mehr so überzeugend.

Auch das Liedmaterial insgesamt kann nicht mehr ganz so begeistern. Die Melodien treffen einen deutlich weniger und die Stücke gehen nicht mehr ganz so gut ins Ohr. Gelingt dies doch einmal, so sind es immer die etwas leiseren Stücke, die ohne dieses Geschrei auskommen, die einen dann doch etwas treffen. Bei „Bed“ ist dies der Fall oder bei der einzigen Singleauskopplung des Albums „At The Bottom“. „You Stole“ klingt ebenfalls interessant ebenso wie der Titeltrack „Daisy“. Und auch das letzte Stück der Platte, „Noro“, lohnt es sich hinzuhören. Für mich ist diese letzte Nummer der Höhepunkt auf „Daisy“. Und so findet man sicherlich den ein oder anderen Titel, der gefällt, wenn man auf Alternative Rock steht, trotzdem ist das insgesamt leider nicht mehr ganz so mitreißend, eher etwas durchschnittlich. Absolut herausragende Stücke fehlen nämlich vollständig auf „Daisy“, sodass die Scheibe manchmal einfach so durchläuft, ohne dass man das Gefühl hat, genauer hinhören zu müssen. Schade.

Fazit: Auch auf „Daisy“ bieten Brand New ihren Hörerinnen und Hörern Alternative Rock. Dieser ist allerdings nicht mehr ganz so spektakulär und überzeugend, wie noch auf dem Vorgängeralbum „The Devil And God Are Raging Inside Me“. Man benötigt definitiv mehr Durchgänge, um diese Lieder für sich entdecken zu können. Bei manchen Stücken bleibt dies aber auch nach vielen Malen des Hörens schwierig, da der Gesang in ein Geschrei ausartet, der einfach nicht mehr klingt. Trotzdem ganz bestimmt kein schlechtes Album. Acht Punkte.

Anspieltipps: Bed, At The Bottom, You Stole, Daisy, Noro



Montag, 10. April 2017

Chester – Stop For Nothing




Chester – Stop For Nothing


Besetzung:

Dan Enderer – drums, percussion, programming, bax
Frederic Latz –guitars, keys, bax
Jörg Didolff – bass, piano, guitar, keys, bax
Olaf Didolff – vox, guitars, glockenspiel, vibraphone, keys, programming, bax


Label: Day-Glo-Records


Erscheinungsdatum: 2000


Stil: Pop, Rock


Trackliste:

1. Polite (3:50)
2. X-Change Rate (3:53)
3. Light In The City (4:41)
4. Feeling Is Believing (5:55)
5. Fine Day In The Sun (4:08)
6. Tenacity (5:37)
7. Your Groove (4:58)
8. Haven't Been Here (3:40)
9. Meet Again (3:43)
10. Something's Gotta Change (3:29)
11. Error Of My Ways (4:51)
12. Stereo (4:37)

Gesamtspieldauer: 53:27




„Chester“ war eine Band aus Köln, bestehend aus vier Musikern, die im Jahr 2000 ihr wohl einziges Album mit dem Titel „Stop For Nothing“ auf dem Label Day-Glo-Records veröffentlichte. Liest man etwas über die Band nach, so erfährt man, dass diese um die Jahrtausendwende am Durchstarten war, die vier Musiker hatten ihren Wohnsitz sogar von Köln nach London verlegt, um dort öfters in den Clubs spielen zu können. Nach der Veröffentlichung von „Stop For Nothing“ verliert sich allerdings die Spur der Band im Internet. Sänger, Gitarrist und Songschreiber Olaf Didolff ist allerdings immer noch als Komponist tätig, in verschiedenen musikalischen Acts involviert und betreibt eine Agentur in Köln.

Auf „Stop For Nothing“ bekommt man poppigen Rock beziehungsweise rockigen Pop zu hören, ganz wie man das sehen möchte. Die Musik ist auf jeden Fall im Mainstream angesiedelt und damit logischerweise nicht zu kompliziert angelegt. Das wiederum bedeutet auch, dass die einzelnen Stücke des Albums durchaus ins Ohr gehen, auch bereits beim ersten Mal des Hörens. Gar nicht schlecht gemacht also.

Warum es mit der Karriere nicht weiter klappte, kann ganz unterschiedliche Gründe haben. An der Musik selbst wird es nicht gelegen haben, denn die lässt sich gut anhören. Allerdings und jetzt kommt dieses „Aber“, viel bleibt noch nicht hängen von „Stop For Nothing“. Das ist alles noch zu konventionell und dabei auch ein klein wenig oberflächlich. Jedoch war es eben die erste Scheibe der Band, viel Zeit sich zu entwickeln hatte sie nicht. Wer weiß schon, was da noch so alles gekommen wäre…

Fazit: Wer Mainstream Pop und Mainstream Rock mag, die oder der wird „Stop For Nothing“ von Chester klasse finden. Die Musik der vier Kölner ist eingängig und melodiös, hat durchaus was, wenn sie auch nicht besonders innovativ oder außergewöhnlich ist. Trotzdem schade, dass es solche Bands nicht schaffen und stattdessen irgendwelche unbekannten deutschen Superstars die Hitparaden dominieren. Sieben Punkte.

Anspieltipps: X-Change Rate, Tenacity



(Kein Video verfügbar)

Sonntag, 9. April 2017

Mila Mar – Nova




Mila Mar – Nova


Besetzung:

Anke Hachfeld – vocals, percussion
Katrin Beischer – violin, flute, percussion
Maaf Kirchner – synthesizer, samples, percussion
Søan Meyer – percussion, vocals


Label: Strange Ways Records


Erscheinungsdatum: 1999


Stil: Weltmusik, Alternative Folk, Pop, Rock


Trackliste:

1. Nova (6:36)
2. Djanga (4:50)
3. H'm Ba (6:10)
4. Seratia (5:34)
5. Mila (4:22)
6. Tha (6:16)
7. Merdina (4:19)
8. Paya (11:02)

Gesamtspieldauer: 49:11




Mila Mar war eine deutsche Band, die in den Jahren 1997 bis 2003 insgesamt vier Studioalben veröffentlichte. „Nova“ ist die zweite Platte in dieser Reihe und erschien im Jahr 1999 auf dem Musiklabel Strange Ways Records. Das besondere an der Band war, dass die Sängerin Anke Hachfeld ihre Texte in einer Phantasiesprache einsang.

Die Musik von Mila Mar klingt zunächst hauptsächlich nach Orient und 1001 Nacht. Dabei sind die einzelnen Stücke auf „Nova“ durchaus etwas in den Okzident, also Europa gerückt worden. Denn trotz allem orientalischen Hauch, sind die einzelnen Stücke alle melodiös gehalten. Speziell ist das alles allerdings trotzdem. Und das liegt nicht am unverständlichen Gesang, denn der könnte auch arabisch sein, womit man genau so viel verstehen würde – nämlich gar nichts. Es sind diese doch hier, in unseren Breiten und Längen, nicht ganz gewohnten Melodiebögen, die diese Musik wahrlich besonders werden lassen.

Zum „Nebenbeihören“ sind die Lieder von Mila Mar definitiv nicht gemacht. Anke Hachfeld singt im Alt, landet bei anderen Titeln im Sopran. Wenn auch sehr an orientalischer Musik angelehnt, so ist „Nova“ doch auch eine kleine musikalische Weltreise. Zum einen hört man hier auch Rhythmen und Melodien, die eher aus Afrika zu stammen scheinen, wie beim Titel „H’m Ba“. Wohingegen es dann beim Titel „Mila“ sogar ein wenig indisch klingt, wodurch sich die Musik auf „Nova“ nun schon eher mit Weltmusik umschreiben lässt. Dies wird auch dadurch bestätigt, dass man im letzten Lied des Albums „Paya“ glaubt, zu Beginn sogar ein wenig Irish Folk heraushören zu können.

„Seratia“ wiederum klingt wie die musikalische Untermalung einer Traumsequenz, hier hört man weder afrikanische noch arabische Einflüsse. Genauso wenig hört man diese bei „Merdina“. Hier bewegen sich Mila Mar nun sogar ganz leicht im Bereich der klassischen Musik, was auch durch den Sopran-Gesang der Anke Hachfeld Ausdruck findet. Dies trägt natürlich alles zur Vielfalt auf „Nova“ bei, wobei es immer schwieriger wird, die Musik von Mila Mar gut zu umschreiben – über zu wenig Abwechslung kann hier wahrlich niemand klagen. Das letzte Stück des Albums, „Paya“, ist übrigens keine elf Minuten lang. Nach knapp sechs Minuten ist Schluss, dann kommt lange nichts und ganz am Ende eine Art Klangkollage, die allerdings auch nicht weiter hörenswert ist. Auch so schafft man es natürlich, die Spieldauer eines Albums zu verlängern.

Fazit: Mal ganz andere Musik, als jene, die man sonst so häufig hört, wird einem von Mila Mar geboten. Auf „Nova“ unternimmt man eine kleine musikalische Reise um die Welt und der Gesang der Anke Hachfeld, der völlig sinnfrei ist, da er einer Phantasiesprache entspringt, dient nur zur Untermalung und Unterstützung der Musik, nicht zur Erklärung. Dabei gehen die Lieder die Scheibe gut ins Ohr, mit jedem weiteren Durchgang sogar noch ein wenig besser. Schon irgendwie beeindruckend. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Seratia, Merdina, Paya



Samstag, 8. April 2017

Axel Rudi Pell – The Masquerade Ball




Axel Rudi Pell – The Masquerade Ball


Besetzung:

Axel Rudi Pell – electric guitar
Johnny Gioeli – vocals
Ferdy Doernberg – keyboards
Volker Krawczak – bass
Mike Terrana – drums


Label: SPV / Steamhammer


Erscheinungsdatum: 2000


Stil: Heavy Metal


Trackliste:

1. The Arrival (Intro) (1:30)
2. Earls Of Black (6:04)
3. Voodoo Nights (5:32)
4. Night And Rain (8:06)
5. The Masquerade Ball (10:42)
6. Tear Down The Walls (5:40)
7. The Line (7:40)
8. Hot Wheels (4:55)
9. The Temple Of The Holy (7:42)
10. July Morning (9:58)

Gesamtspieldauer: 1:07:53




„The Masquerade Ball“ ist das achte Studioalbum des deutschen Heavy Metal Gitarristen Axel Rudi Pell aus Wattenscheid. Im Jahr 2000 wurde die Platte auf dem Label SPV veröffentlicht, gleichzeitig ist auf der Scheibe zum ersten Mal Mike Terrana am Schlagzeug zu hören. Egal ob man als Hörerin beziehungsweise Hörer mehr den harten Rock hören möchte oder sich doch eher von den sanften Balladen angezogen fühlt, als Heavy Metal Fan bekommt man hier beides sehr ausführlich geboten.

Schnelle und sehr melodische Riffs sind das Markenzeichen des Axel Rudi Pell, die er auch auf „The Masquerade Ball“ zum Besten gibt. Überhaupt steht bei der durchaus vorhandenen Härte immer wieder auch die Melodie im Zentrum eines Liedes. Das klingt schon alles sehr eingängig, was der Gitarrist hier mit seinen Mitstreitern auf Platte gepresst hat. Johnny Gioeli ist dabei ein sehr gute Heavy Metal Sänger und wenn man dieses Genre mag, dann wird man dies sicher zu schätzen wissen. Und auch die restlichen Musiker verstehen ihr Handwerk, was das musikalische Erlebnis noch runder werden lässt.

Die Platte setzt sich aus sanften Balladen und ordentlichen „Krachern“ zusammen, bei denen man einmal mehr die Fön-Frisur ordentlich durchschütteln kann. Dazu gesellt sich am Ende noch eine wirklich gelungene Cover-Version des Uriah Heep Klassikers „July Morning“. Am überzeugendsten klingt allerdings das über zehnminütige Titellied „The Masquerade Ball“. In diesem Stück hört man irgendwie das gesamte Album komprimiert. Schnelle Riffs, sphärische Gitarrenklänge, balladeske Abschnitte und harten Heavy Metal. Dazu gesellen sich hier noch jede Menge Streicher, was den Sound noch intensiver und auch melodiöser werden lässt.

Fazit: Ein überzeugendes Album ist Axel Rudi Pell zusammen mit seiner Band in Form von „The Masquerade Ball“ geglückt. Langsame und schnelle Parts halten sich in etwa die Waage, alles ist sehr melodiös und eingängig gehalten. Diese Art der Musik, wie sie Axel Rudi Pell zelebriert, haut mich nicht aus den Socken, anzuerkennen ist allerdings, dass die Lieder reif wirken und eben gut klingen. Für Heavy Metal Fans ist diese Scheibe allerdings sicherlich eine Bereicherung der Musiksammlung. Acht Punkte.

Anspieltipps: The Masquerade Ball



Freitag, 7. April 2017

Various Artists – Ming – Extérieur Remix




Various Artists – Ming – Extérieur Remix


Label: Doxa Records


Erscheinungsdatum: 2002


Stil: Synthie Pop, Minimal Pop


Trackliste:

CD1:

1. La Ballade De Johnny Guitar [Léo De Léonard] (4:24)
2. Chanson De La Plus Haute Tour (Treibstoff Remix) [Marcel Janovsky] (6:30)
3. Liebe ist kälter als der Tod [Hans Platzgumer] (4:18)
4. Il Continente Mentale [Rework] (5:27)
5. Sentir Et Analyser [Barbara Morgenstern] (3:34)
6. Une Certaine Beauté Urbaine [Ruth And Richard] (5:26)
7. Cholestérol [Philip May] (4:52)
8. No No No [Turner] (4:22)
9. Chanson De La Plus Haute Tour [Christophe Belleau] (5:14)
10. Il Continente Mentale [Pitchtuner] (3:41)


CD2:

1. Liebe ist kälter als der Tod [Missing Person] (4:08)
2. Il Continente Mentale (Electronico Mix) [D-Board Sunwave] (4:29)
3. Liebe ist kälter als der Tod (Berlin Outaspace Mix) [Nikita Mori] (3:51)
4. Il Continente Mentale (Ming Modulation) [Dex Turner] (5:13)
5. Liebe ist kälter als der Tod [Biotrull feat. Molina Ghosh] (4:20)
6. Il Continente Mentale (A New Song Mix) [Caprimat] (3:04)

Gesamtspieldauer CD1 (47:52) und CD2 (25:07): 1:13:00




Ming, das ist ein Duo aus Brüssel, Belgien, welches wohl Spaß daran hat, Musik auf einem kleinen Casio-Computer einzuspielen und dann zu veröffentlichen. Anscheinend gibt es für alles Käuferschichten. Wenn das nicht noch schlimm genug wäre, so hat sich die Plattenfirma Doxa einfallen lassen, diese Lieder noch durch andere Künstler desselben musikalischen Genres remixen zu lassen.

Und damit immer noch nicht genug, denn „Extérieur Remix“, welches im Jahr 2002 auf eben diesen Doxa Records erschien, ist sogar ein Doppelalbum geworden. Auf der zweiten Scheibe hört man hier schließlich auch noch die Remixe von Nachwuchs DJ’s, die ihre Versionen der Songs einschicken durften und sechs davon wurden hier schließlich ausgewählt und mitveröffentlicht.

Das, was man auf diesem Album zu hören bekommt ist definitiv für einen Freund der Rock Musik nicht mehr auszuhalten. Wahnsinn ist das schlecht und wie künstlich und billig das klingt. Aber ist es das auch alles? Künstlich auf jeden Fall, aber schlecht und billig? Ich kann es wahrscheinlich gar nicht richtig beurteilen, da diese Musik absolut nicht meine Baustelle ist und mich tierisch nervt. Ich entschuldige mich gerne bei allen, denen das gefällt, aber da spricht mich persönlich sogar Deutscher Schlager noch sehr viel mehr an, als diese Sounds.

Fazit: Wer auf minimalistischen Synthie Pop steht, der kann sich das hier mal reinziehen, für alle anderen wohl eher nicht geeignet. Ansonsten fehlen mir die Worte. Ein Punkt.

Anspieltipps: Alles



Donnerstag, 6. April 2017

Aereogramme – Seclusion




Aereogramme – Seclusion


Besetzung:

Craig B – voice, guitar
Iain Cook – guitar, programming
Campbell McNeil – bass
Martin Scott – drums


Gastmusiker:

Lynsey Joss – additional vocals on “The Unravelling”


Label: Sonic Unyon


Erscheinungsdatum: 2004


Stil: Alternative Rock


Trackliste:

1. Inkwell (3:55)
2. Dreams And Bridges (4:40)
3. The Unravelling (10:58)
4. I Don't Need Your Love (4:03)
5. Lightning Strikes The Postman (3:29)
6. Alternate Score (4:53)

Gesamtspieldauer: 32:01


7.Videotrack: Seclusion (Dreams & Bridges Version)
8.Videotrack: Seclusion (Alternate Score Version)




„Seclusion“ heißt das dritte Studioalbum der schottischen Band Aereogramme. In manchen Verzeichnissen wird diese Scheibe auch als EP geführt, was bei einer Gesamtspielzeit von knapp über 32 Minuten auch durchaus seine Berechtigung hätte. Auf „Seclusion“ hört man diesen, für Aereogramme so typischen Alternative Rock, der ganz von der überaus zerbrechlich klingenden Stimme des Craig B getragen wird. Dazu gesellen sich die mal sanfteren, dann wieder die sehr harten Momente in der Musik von Aereogramme. Dies alles ergibt ein nicht häufig zu hörendes Gesamterlebnis.

Denn die Musik der Schotten klingt immer irgendwie besonders. Da mag zum einen auch daran liegen, dass die vier Musiker das Gespür für die packende Melodie besitzen, denn Vieles in der Musik von Aereogramme geht sehr schnell ins Ohr. Spielerisch gehen sie dabei mit den sanfteren und den fordernden Tönen um, verbinden diese auf eine ganz elegante Art und Weise, sodass die Nummern einfach klingen, immer wieder überraschend sind und sich weit über den Mainstream erheben.

Ein kleiner Nachteil ist der hier zwar selten auftretende, jedoch auch vorhandene Gesang, der in ein riesiges, nervtötendes Geschrei ausartet. Der zweite Titel des Albums, „Dreams And Bridges“ ist bis Spieldauer 3:15 ein wirklich schönes und überzeugendes Lied, entwickelt sich dann im weiteren Verlauf zu einem sehr harten Rock Lied. Dies wäre auch noch eine ganz nette Idee, jedoch der dort dann geschriene Gesang zerstört viel von dem Eindruck, den das Lied zuvor hinterlassen hat. Auch beim Hauptstück der Platte, „The Unravelling“, wird kurz gebrüllt, allerdings wirklich nur kurz, was hier sogar noch als Stilmittel durchgehen kann. Dabei entwickelt sich „The Unravelling“ zu einer phantastischen musikalischen Reise, mit Höhen und Tiefen, Windungen und Geraden. Wahrlich ein spannendes Lied, welches sich einem, mit jedem weiteren Durchgang, noch ein wenig mehr erschließt und dabei immer eingängiger und interessanter zu werden scheint.

Auf dem Album befindet sich zusätzlich noch ein kleiner medialer Teil, in dem man sich auf dem Computer eine Bildergalerie ansehen kann, in der die Bandmitglieder nicht mehr wirklich gut aussehen. Das wiederum passt zu der noch vorhandenen Möglichkeit, sich zwei kurze Horror Filme im Quicktime Format zu den Liedern „Dreams And Bridges“ sowie „Alternate Score“ zu Gemüte führen zu können. Die beiden Filme sind identisch, nur die Musik ist eine andere. Das alles zusammen ist jedoch eher unappetitlich, als interessant oder geschweige denn schön anzusehen – allerdings versteht man nur vielleicht das Geschrei bei „Dreams And Bridges“ besser.

Fazit: Aereogramme machten „andere“ Musik. Diese klingt auch auf dem kurzen Album „Seclusion“ überaus spannend. Darüber hinaus wachsen die einzelnen Lieder, wobei sie durchaus auch schon beim ersten Mal des Hörens überzeugen können. Zwischendrin gibt es kurz mal etwas „Geschrei“, aber der ist zu Verschmerzen. Schade, dass diese Band nicht erfolgreicher war und bereits nach dem vierten Album auseinanderbrach. Elf Punkte.

Anspieltipps: The Unravelling, The Unravelling, Alternate Score