Samstag, 9. Juni 2018

Motorpsycho – Heavy Metal Fruit




Motorpsycho – Heavy Metal Fruit


Besetzung:

Bent Sæther – vocals, bass, guitars, keyboards
Hans Magnus Ryan – vocals, guitars, keyboards
Kenneth Kapstad – drums


Gastmusiker:

Mathias Eick – trumpet on track 2
Hanne Hukkelberg – vocals on tracks 2/4/5/6
Kåre Vestrheim – keyboards


Label: Stickman Records


Erscheinungsdatum: 2010


Stil: Psychedelic Rock, Progressive Rock


Trackliste:

1. Starhammer (feat. The Electric Psalmon) (12:57)
2. X-3 (Knuckleheads In Space) / The Getaway Special (9:03)
3. The Bomb-Proof Roll And Beyond (for Arnie Hassle) (6:01)
4. Close Your Eyes (3:39)
5. W.B.A.T. (9:43)
6. Gullible's Travails (Pt. I - IV) (20:42)

I. Eye All-Seeing
II. The Elementhaler
III. Circle
IV. Phoot's Flower (A Burly Return)

Gesamtspieldauer: 1:02:08




„Heavy Metal Fruit“ heißt das vierzehnte Studioalbum der norwegischen Band Motorpsycho. Es erschein auf den Plattenlabels Stickman Records sowie Rune Grammofon am 18. Januar 2010 in Form einer Doppel-LP oder einer CD und war das dritte Studioalbum der Band, welches innerhalb eines Zeitraumes von weniger als zwei Jahren veröffentlicht wurde. Kaum zu glauben, wie viel Kreativität in den Musikern von Motorpsycho steckt.

Der Titel der Platte, „Heavy Metal Fruit“, täuscht dabei ein wenig, denn es ist nicht alles Heavy Metal, was man auf dem Album zu hören bekommt. Die hier zu hörenden musikalischen Genres sind da schon sehr viel breiter gestreut und bewegen sich in den Bereichen Psychedelic Rock, Progressive Rock, Folk, Alternative Rock, Fusion und Stoner Rock. Jede Menge Stoff also, den man hier serviert bekommt und der trotz dieses Stilmixes perfekt zusammenpasst. „Heavy Metal Fruit“ ist eine spannende Reise durch die Weiten des Rocks, die einen häufig mitreißt und in den Bann zieht. Auf „Heavy Metal Fruit“ ist alles andere als Mainstream zu hören. Die Atmosphäre ist zumeist eher dunkel gehalten und dieses Mal gibt es mit dem Titel „Close Your Eyes“ für Motorpsycho-Verhältnisse sogar eine sehr ruhige und nachdenkliche Nummer mitgeliefert, die in Moll getaucht sehr viel Melancholie verströmt.

Höhepunkt des Albums ist das etwa zwanzigminütige letzte Lied „Gullible's Travails“. Das Stück ist aus vier Teilen aufgebaut und hier bekommt man das Ganze Können der Norweger präsentiert. Ihr Talent, abwechslungsreiche und packende Lieder zu schreiben. Alle vier Teile dieses musikalischen Kleinods gehen dabei ins Ohr gehen. Mal gibt es auf „Gullible's Travails“ knackigen Rock zu hören, der die Überschrift des Albums, „Heavy Metal Fruit“, nochmals unterstreicht. Treibend prescht der Titel dann nach vorne, um schließlich doch wieder in einem ruhigeren und deutlich sanfteren Part zu münden, der von der akustischen Gitarre dominiert wird und die Emotionen in die andere Richtung verschiebt. Die gerade bereits erwähnte musikalische Reise findet hier ihre Vollendung.

Fazit: Auch das vierzehnte Studioalbum der norwegischen Band Motorpsycho mit dem Titel „Heavy Metal Fruit“ ist ein sehr überzeugendes geworden. Fern des Mainstreams schaffen es die drei Norweger spielerisch leicht, unterschiedliche musikalische Genres miteinander kommunizieren zu lassen und sich sogar zu vereinigen. Das sorgt an jeder Stelle der etwa einstündigen Spieldauer für wunderbare Unterhaltung. Dies in Form von Musik, in die man vollständig eintauchen kann. Sehr gelungen. Elf Punkte.

Anspieltipps: Close Your Eyes, Gullible's Travails (Pt. I - IV)



Freitag, 8. Juni 2018

Boyzone – BZ20




Boyzone – BZ20


Besetzung:

Keith Duffy – vocals
Mikey Graham – vocals
Ronan Keating – vocals
Shane Lynch – vocals


Gastmusiker:

Simon Johnson – guitar
Lee McCutcheon – keyboards
Paul Meehan – keyboards
Adam Phillips – guitar
Pat Roche – guitar


Label: Rhino Records


Erscheinungsdatum: 2013


Stil: Pop


Trackliste:

1. Love Will Save The Day (3:12)
2. Who We Are (3:10)
3. Everything I Own (3:13)
4. Centre Of Gravity (3:41)
5. Heaven Is (3:30)
6. If We Try (3:11)
7. Nobody Knows (4:12)
8. Best Night Of Our Lives (3:02)
9. Light Up The Night (3:13)
10. Rise (3:13)
11. The Hour Before Christmas (3:49)

Gesamtspieldauer: 37:31



„BZ20“ heißt das fünfte Studio-Album der irischen Boy Group Boyzone in Anlehnung an ihr zwanzigjähriges Band-Jubiläum. Die Scheibe erschien am 22. November 2013 auf dem Plattenlabel und war weit weniger erfolgreich, als die Veröffentlichungen der Band zuvor. So ist „BZ20“ auch das erste Album von Boyzone, welches es nicht auf Platz 1 der britischen Charts schaffte.

Auf „BZ20“ hört man einmal mehr diesen etwas süßlichen Pop, gepaart mit unterirdisch schlechten Texten, die von Liebe, Liebeskummer, Herzschmerz und erfüllter beziehungsweise unerfüllter Liebe handeln. Allerdings klingen auf diesem Album nicht alle Titel so überbordend anbiedernd, wie auf so mancher Platte der Iren zuvor. Es gibt auch Stücke, die sich ganz nett anhören und ins Ohr gehen. An dieser Stelle wären die ersten drei Nummern zu nennen, die nun nicht mehr so stark nach Teenie-Pop klingen, sondern erwachsener wirken.

„Love Will Save The Day“, „Who We Are“ und „Everything I Own“ sind die Höhepunkte auf „BZ20“, anschließend verfallen Boyzone wieder in altbekannte Muster, nämlich Liebeslieder darzubieten, die mit immer noch mehr süßlichem Hintergrundgesang überzuckert werden. Zum Dahinschmelzen. Zumindest ein wenig mehr Auflockerung präsentieren die vier verbliebenen Sänger jedoch immerhin auf dieser Platte ihren Hörerinnen und Hörern. Oder soll man sagen, die Songschreiber haben andere Maßstäbe angelegt an eine Band, deren Sänger selbst in die Jahre gekommen sind und sich ihr Publikum nun neu zu erschließen versuchen? Durchaus möglich, musikalisch klingt das allerdings dadurch allemal besser als zuvor, kommerziell war es für Boyzone jedoch ein Rückschritt.

Fazit: Etwas erwachsener Pop und auch wieder Boy Group Musik gibt es dieses Mal auf einem Boyzone Album zu hören. Das klingt zu Beginn auch noch ganz nett, wird dann jedoch wieder sehr anstrengend, wenn man etwas Anspruch in der Musik erwartet. Zumindest an mancher Stelle geht die Musik allerdings ins Ohr und man kann dies auch zulassen, ohne dabei rot zu werden. Ein gutes Pop-Album ist „BZ20“ damit noch lange nicht. Wer jedoch sanfte und poppige Musik mag, findet hier vielleicht etwas für sich. Fünf Punkte.

Anspieltipps: Love Will Save The Day, Who We Are, Everything I Own



Donnerstag, 7. Juni 2018

Frank Turner – Tape Deck Heart




Frank Turner – Tape Deck Heart


Besetzung:

Frank Turner – lead vocals, acoustic guitar, electric guitar, backing vocals


Gastmusiker:

The Sleeping Souls:

Ben Lloyd – electric guitar, backing vocals, noise (12), drums (12)
Tarrant Anderson – bass guitar, backing vocals, drums (12)
Matt Nasir – piano, accordion, organ, mellotron, rhodes, wurlitzer, mandolin, xylophone, backing vocals, drums (12)
Nigel Powell – drums, percussion, recorder, backing vocals

Weitere Gastmusiker:

Rich Costey – electric guitar (1 and 9), backing vocals (7)
Elle King – banjo (3)
Fergus Coulbeck – jew’s harp („Her Velvet Tones“)
John Hill – soundscapes (3)
Chris Trovero – backing vocals (7)
Scott Keys – backing vocals (7)
Deena Keys – backing vocals (7)
Samantha Keys – backing vocals (7)
Chris Kasych – backing vocals (7)
Ben Hallett – backing vocals (7)


Label: Universal Music


Erscheinungsdatum: 2013


Stil: Folk Rock, Pop


Trackliste:

1. Recovery (3:28)
2. Losing Days (3:32)
3. The Way I Tend To Be (3:41)
4. Plain Sailing Weather (4:01)
5. Good & Gone (3:50)
6. Tell Tale Signs (4:12)
7. Four Simple Words (4:56)
8. Polaroid Picture (3:43)
9. The Fisher King Blues (5:00)
10. Anymore (3:09)
11. Oh Brother (4:18)
12. Broken Piano (5:30)

Gesamtspieldauer: 49:26




„Tape Deck Heart“ heißt das fünfte Studioalbum des englischen Sängers und Song-Schreibers Frank Turner. Veröffentlicht wurde das Album am 22. April des Jahres 2013 auf dem Plattenlabel Universal Music. Mit den Titeln „Recovery“, „The Way I Tend to Be“, „Losing Days“, „Oh Brother“ sowie „Polaroid Picture“ wurden fünf der auf „Tape Deck Heart“ enthaltenen Lieder auch als Single veröffentlicht. Das sollte den Verkauf durchaus ankurbeln. In England kletterte das Album bis auf Platz 2 der Charts und ist bis heute die erfolgreichste Scheibe des Frank Turner. Zu hören gibt es auf „Tape Deck Heart“ eine Mischung aus Pop und Folk.

Inhaltlich verarbeitete Frank Turner mit diesem Album das Zerbrechen einer langjährigen Beziehung, weshalb auch in den Texten „Verlust“ und „Trennung“ häufig zum Thema werden. Die Musik auf „Tape Deck Heart“ ist jederzeit eingängig und melodiös. Die beiden Genres Folk und Pop weiß der Engländer dabei geschickt zu verbinden und zu vermischen. Die Lieder gehen gleich beim ersten Mal des Hörens ins Ohr, richtiggehende Ohrwürmer findet man allerdings nicht auf der Platte. Trotzdem klingen alle Lieder überzeugend und es gibt auch keine Ausfälle, wodurch man die Fernbedienung ruhen lassen kann.

Ein besonderer Höhepunkt des Albums ist zum einen das Lied „The Fisher King Blues“. Eine sehr abwechslungsreiche Nummer, die toll gesteigert wird. Ein Chor wird integriert und bereichert den Titel ungemein, bis das Lied schließlich an seiner intensivsten Stelle ausklingt. Auch soll an dieser Stelle die Erwähnung des letzten Liedes der Platte nicht fehlen, das Stück „Broken Piano“. Auch dieser Titel trägt eine schöne und sehr gelungene Steigerung ins sich, klingt zunächst wunderschön melancholisch, fast schon verzweifelt und endet in einem rhythmischen Finale, welches ein klein wenig an Peter Gabriels „Lay Your Hands On Me“ erinnert.

Fazit: Nichts Außergewöhnliches, doch ganz bestimmt auch kein schlechtes Album ist „Tape Deck Heart“ von Frank Turner geworden. Darauf zu hören gibt es eingängigen Pop und Folk, nicht zu kompliziert gehalten, dafür immer melodiös und unterhaltend. Man kann bestens in die Lieder eintauchen, in alle. Die Musik des Frank Turner geht auf diesem Album schnell ins Ohr und klingt dabei nie langweilig oder belanglos. Neun Punkte.

Anspieltipps: The Fisher King Blues, Broken Piano



Mittwoch, 6. Juni 2018

Toto – Turn Back




Toto – Turn Back


Besetzung:

David Hungate – bass, acoustic guitar on “I Think I Could Stand You Forever“
Bobby Kimball – lead and backing vocals
Steve Lukather – guitars, lead and backing vocals
David Paich – keyboards, synthesizer, backing vocals
Jeff Porcaro – drums, percussion
Steve Porcaro – keyboards, electronics


Gastmusiker:

Joe Porcaro – additional percussion on “If It's The Last Night“


Label: Sony Music


Erscheinungsdatum: 1981


Stil: Soft Rock, Mainstream, AOR


Trackliste:

1. Gift With A Golden Gun (4:01)
2. English Eyes (6:07)
3. Live For Today (4:01)
4. A Million Miles Away (4:37)
5. Goodbye Elenore (4:54)
6. I Think I Could Stand You Forever (5:20)
7. Turn Back (3:58)
8. If It's The Last Night (4:40)

Gesamtspieldauer: 37:41



Das dritte Album der US-amerikanischen Rock Band Toto heißt „Turn Back“ und erschien im Januar 1981 ursprünglich auf dem Plattenlabel Columbia Records. Der Stil der Band hatte sich etwas gegenüber den beiden Vorgängern geändert. Das Album ist nun angefüllt mit Mainstream Rock, für den US-amerikanischen Markt der 80er Jahre typischen Adult Oriented Rock. Ein eher poppiger Einschlag der Lieder ist nicht mehr zu hören. Die Texte schrammen auf „Turn Back“  oftmals an der Grenze zur Peinlichkeit vorbei und behandeln alle möglichen Auswüchse des Themas der Liebe.

Auf „Turn Back“ hört man hauptsächlich sehr oberflächlichen, massenkompatiblen Rock, der einzig und allein dazu gemacht wurde, häufig im Radio gespielt zu werden und somit die Umsatzzahlen in die Höhe zu treiben – zumindest klingt das so. Die Melodieführungen sind anbiedernd einfach, alles scheint auf die schnelle Eingängigkeit getrimmt zu sein. Ecken und Kanten besitzen die Lieder keine mehr, die einzelnen Titel wirken bereits beim ersten Mal des Hörens und erschließen sich einem auch ohne Probleme. Nur leider wirken sie dabei kein bisschen nach.

Dies zeigte sich auch in den Verkaufszahlen. Die Rechnung mit der schnellen Eingängigkeit ging nicht auf. Kein ausgekoppeltes Lied konnte sich in den Single-Charts platzieren und auch insgesamt blieb der Erfolg für das Album aus, sodass die Plattenfirma bereits darüber nachdachte, die Band fallen zu lassen. Sie tat es nicht und wurde mit dem Nachfolge-Album „Toto IV“ für die Geduld belohnt. Höhepunkte lassen sich auf „Turn Back“ keine ausmachen, alles klingt ähnlich und ehrlich gesagt überaus langweilig. Dazu noch diese schleimigen und süßlichen Texte und fertig ist eine Platte, die man einfach nicht braucht. Aber das Platten-Cover, das ist wahrlich gerade wegen seiner Einfachheit überaus gelungen und dann doch noch ein Höhepunkt des Albums.

Fazit: Ziemlich eintönigen und langweiligen Mainstream-Rock bekommt man auf dem dritten Album von Toto mit dem Titel „Turn Back“ geboten. Die Scheibe läuft, einmal auf- beziehungsweise eingelegt, einfach so durch, ohne irgendwelche Spuren zu hinterlassen. Alles sehr unspektakulär und ein wenig anbiedernd klingend. Dazu gesellen sich noch süßliche Liebestexte und fertig ist das überflüssige Album, welches zu hören fast schon an Zeitverschwendung grenzt. Fünf Punkte.

Anspieltipps: I Think I Could Stand You Forever, If It's The Last Night



Dienstag, 5. Juni 2018

Beardfish – Destined Solitaire




Beardfish – Destined Solitaire


Besetzung:

Rikard „Gungfly“ Sjöblom – vocals, keyboards, left speaker guitar, accordion, percussion
David Zackrisson – right speaker guitar, background vocals, percussion
Magnus Östgren – drums and percussion
Robert Hansen – bass and background vocals


Label: InsideOut Music


Erscheinungsdatum: 2009


Stil: Progressive Rock, RetroProg


Trackliste:

1. Awaken The Sleeping (6:00)
2. Destined Solitaire (10:52)
3. Until You Comply Including Entropy (15:21)
4. In Real Life There Is No Algebra (4:32)
5. Where The Rain Comes In (8:28)
6. At Home... Watching Movies (1:52)
7. Coup De Grâce (9:48)
8. Abigail's Questions (In An Infinite Universe) (9:12)
9. The Stuff That Dreams Are Made Of (10:39)

Gesamtspieldauer: 1:16:49



„Destined Solitaire“ nannte die schwedische Progressive Rock Band Beardfish ihr viertes Studio-Album. „Destined Solitaire“ erschien am 24. Juli 2009 auf dem Plattenlabel InsideOut Music und zeigt einmal mehr, dass Alben von Beardfish öfters gehört werden sollten, um ihren Reiz und die nicht sofort wirkende Eingängigkeit wirken lassen zu können, um dann umso überzeugender nachzuhallen.

Auch auf „Destined Solitaire“ hört man Progressive Rock, die mit allerlei Gimmicks und Einfällen ausgestattet wurde. Da wird beim Titelstück mal gegrowlt und man sollte sich ebenfalls nicht wundern, wenn kurzzeitig ganz überraschend ein Polka-Rhythmus angestimmt wird. Es ist immer die Abwechslung, die ein Beardfish Album ausmacht – und damit gleichzeitig bewirkt, dass dieses nicht sofort ins Ohr geht. Vieles klingt auch frickelig und schräg. Musik, bei denen Radiohörer verwundert den Kopf schütteln. Doch es gibt genügend sehr melodiöse Abschnitte in der Musik der Schweden, allerdings werden diese immer wieder durch besondere Einsprengsel unterbrochen oder miteinander verbunden, sodass auf das erste Hören hin nie ein einheitlicher Abschnitt zu entstehen scheint.

Das macht ein Beardfish Album durchaus zu etwas Besonderem, denn einfaches „Nebenbeihören“ wird durch den Abwechslungsreichtum in der Musik fast ausgeschlossen. Man muss sich auf die Lieder konzentrieren und einlassen, am besten entspannt auf seinem Lieblingsplatz, dann entfalten diese Lieder am ehesten und überzeugendsten ihren Reiz. Dem Jazzrock oder auch zappaesken gegenüber sollte man dabei allerdings definitiv nicht ganz abgeneigt sein, denn experimentierfreudig sind die vier Schweden auf „Destined Solitaire“ ganz besonders. Was auch bedeutet, dass manches auf dem Album eher nie ins Ohr geht, dafür komisch und schräg klingt. Was dabei immer zutage tritt, das ist die Spielfreude, die man sehr gut herauszuhören glaubt. Dass die vier Musiker zudem Meister ihres Faches sind, das glaubt man nicht nur, das kann man gewiss hören.

Fazit: Ein wahrlich nicht eingängiges, dafür allerdings sehr abwechslungsreiches Album ist „Destined Solitaire“ von Beardfish geworden. Progressive Rock der weniger eingängigen, denn der mehr frickeligen und eher fordernden Sorte. Es gibt auf dem Album auch sehr melodiöse Abschnitte zu hören, allerdings auch Passagen, die einfach nicht ins Ohr gehen wollen – zumindest nicht sofort. Neun Punkte.

Anspieltipps: Awaken The Sleeping, At Home... Watching Movies



Montag, 4. Juni 2018

Gazpacho – Missa Atropos




Gazpacho – Missa Atropos


Besetzung:

Jan Henrik Ohme – vocals
Thomas Andersen – keyboards
Jon-Arne Vilbo – guitars
Mikael Krømer – violins & mandolin
Kristian Olav Torp – bass
Lars Erik Asp – drums


Label: KScope


Erscheinungsdatum: 2010


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

1. Mass For Atropos I (1:43)
2. Defense Mechanism (6:29)
3. I Was Never Here (3:12)
4. Snail (3:39)
5. River (6:07)
6. Mass For Atropos II - You're Going To Die Up Here (2:06)
7. Missa Atropos (8:25)
8. She’s Awake (3:42)
9. Vera (7:26)
10. Will To Live (3:07)
11. Mass For Atropos III (1:39)
12. Splendid Isolation (8:33)
13. An Audience (2:52)

Gesamtspieldauer: 59:06




„Missa Atropos“ heißt das sechste Album der norwegischen Progressive Rock Band Gazpacho. Das Album erschien am 26. November im Jahr 2010 auf dem Plattenlabel Happy Thoughts und KScope. Auf „Missa Atropos“ hört man überaus eingängigen und melodischen Progressive Rock, der in Harmonien schwelgt und an vielen Stellen mitzureißen versteht. Inhaltlich wird die Geschichte eines Mannes erzählt, der sich in einen Leuchtturm zurückzieht, um die Ankunft von Atropos zu erwarten. Atropos ist eine von drei Schwestern aus der griechischen Mythologie, neben Clotho und Lachesis, die den Faden des Lebens, also die Lebenszeit eines Menschen mittels eines Stabes nachmessen. Ist die Fadenlänge erreicht, schneidet Atropos diesen durch und der Mensch stirbt.

Hatte die Musik von Gazpacho früher mal an Radiohead, A-ha, Porcupine Tree und Marillion erinnert, so ist nun hauptsächlich noch Marillion der Steve Hogarth Phase übriggeblieben. Allerdings gefällt mir der Ansatz von Gazpacho etwas besser, als jener der späteren Marillion. Die Musik schwelgt quasi in Harmonien und schönen Melodien, die unverzüglich ins Ohr gehen. Jan Henrik Ohmes Stimme gleicht nun auch noch etwas mehr dem Gesang von Steve Hogarth, besitzt allerdings noch eine größere Spannbreite. Massenkompatibel ist das auf „Missa Atropos“ zu Hörende kaum, wer allerdings Musik in der Richtung des eingängigen Art Rock liebt, die oder der kommt mit dieser Platte voll auf ihre beziehungsweise seine Kosten. Über allem schwebt einmal mehr diese latent vorhandene Traurigkeit in der Musik der Norweger, die bei dem Inhalt des Albums dieses Mal auch nicht weiter überraschen dürfte.

Auf „Missa Atropos“ gibt es einige Höhepunkte – und dazu glücklicherweise keine Ausfälle. Alles klingt und wirkt auf diesem Album. Besonders angetan haben es mir dabei die Titel „Defense Mechanism“, „River“, „Vera“, „Splendid Isolation“ und „An Audience“. Dichte und intensive Musik die, besitzt man dieses „Progressive Rock Gen“, einen oftmals packt und nicht mehr loslässt. Alle Titel beinhalten eine große Varianz in sich, sind abwechslungsreich und atmosphärisch vollgepackt. Fand ich die Scheibe beim ersten Hören „ganz gut“, so hat sie sich mit jedem weiteren Durchlauf weiter gesteigert, auch wenn sie diesen einen „Übertitel“ nicht beinhaltet. Jedoch ist diese Musik ganz eindeutig als jene von Gazpacho auszumachen, alleine das ist schon ein Gütesiegel.

Fazit: Schwelgerischen, harmonischen, melodiösen und eingängigen Progressive Rock bekommt man auf „Missa Atropos“ von der norwegischen Band Gazpacho serviert. Das Album ist überaus abwechslungsreich, obwohl die Musiker von Gazpacho ihren Liedern durchaus einen unverwechselbaren Stempel aufdrücken. Wer gerne in intensive und atmosphärische Lieder eintaucht, die oder der kann das auf diesem Album bestens erleben. Das klingt schon sehr hörenswert. Elf Punkte.

Anspieltipps: Defense Mechanism, River, Vera, Splendid Isolation, An Audience



Sonntag, 3. Juni 2018

Rick Springfield – Working Class Dog




Rick Springfield – Working Class Dog


Besetzung:

Rick Springfield – vocals, guitar, bass, keyboards


Gastmusiker:

Robben Ford – guitar
Neil Giraldo – guitar, bass
Gabriel Katona – keyboards
Jeff Eyrich – bass
Mike Baird – drums
Jack White – drums
Jeremiah Cox – french horn, background vocals
Tom Kelly – background vocals


Label: RCA Records


Erscheinungsdatum: 1981


Stil: Pop Rock


Trackliste:

1. Love Is Alright Tonite(3:27)
2. Jessie’s Girl (3:14)
3. Hole In My Heart (3:12)
4. Carry Me Away (3:01)
5. I’ve Done Everything For You (3:18)
6. The Light Of Love (2:45)
7. Everybody’s Girl (3:00)
8. Daddy’s Pearl (2:37)
9. Red Hot & Blue Love (2:59)
10. Inside Silvia (4:49)

Bonus Tracks der Jubiläumsausgabe zur 25-jährigen Veröffentlichung

11. Easy To Cry (3:33)
12. Taxi Dancing (Original Version) (3:35)
13. Jessie’s Girl (Demo Version) (3:11)

Gesamtspieldauer: 42:47



„Working Class Dog“ heißt das fünfte Studioalbum des australischen Rockmusikers Rick Springfield. Es wurde am 24. Februar 1981 auf dem Plattenlabel RCA Records veröffentlicht. Im Jahr 2006 erschien die „25th Anniversary Edition“ des Albums, die drei Bonustracks beinhaltet. Das Album wurde in Amerika mit Platin ausgezeichnet und verkaufte sich alleine in den USA über drei Millionen Mal. „Working Class Dog“ enthält mit dem Titel „Jessie‘s Girl“ auch den größten Hit in der Karriere des Rick Springfield. Dieses, als Single ausgekoppelte Lied, verkaufte sich über eine Million Mal. Im Jahr 1982 wurde Rick Springfield mit dem Grammy Award für die beste männliche „Rock Vocal Performance“ ausgezeichnet.

Es gibt zwei Gründe, warum zumindest ich bestimmte Musik öfters anhöre. Zum einen passiert das, wenn sie mich trifft, ins Ohr geht und dort verweilt. Das muss nicht gleich beim ersten Mal des Hörens geschehen, doch nach dem vierten oder fünften Mal sollte dann schon etwas hängenbleiben. Ein anderer Grund für mich, um Musik öfters zu genießen ist, wenn diese interessant, besonders oder spannend klingt. Manchmal muss man sich ein Album auch erarbeiten und oftmals wird es danach umso wertvoller für einen. Beide Punkte treffen auf „Working Class Dog“ von Rick Springfield leider nicht zu. Bei der Platte handelt es sich um massentauglichen Pop Rock, der kaum über Ecken und Kanten verfügt. Die hier zu hörende Eingängigkeit ist sehr oberflächlich und langweilt bereits nach wenigen Durchläufen des Albums.

„Working Class Dog“ läuft leider einfach nur so durch, ohne dabei Spuren zu hinterlassen. Die Platte ist ein auf die Charts hin produziertes Album, welches beim Hören auf keinen Fall Schwierigkeiten bereiten sollte. Das Ergebnis ist fast schon anbiedernde Pop Rock Fröhlichkeit, die zumeist mit Texten garniert wird, die das Thema der „Liebe“ abhandeln. Die Grundstimmung auf „Working Class Dog“ ist eine beschwingt fröhliche, keine Zeit für Traurigkeit, lediglich der Spaß steht im Vordergrund. Als Höhepunkt kann man lediglich den Hit des Albums anführen. „Jessie’s Girl“ ist ein kleiner Ohrwurm, allerdings wirklich der einzige auf diesem Album, welches sonst eher mit Belanglosigkeiten glänzt, ohne dabei wirklich schlecht zu klingen – allerdings jedoch sehr oberflächlich.

Fazit: „Working Class Dog“ ist ein Pop Rock Album, welches typisch für die 80er Jahre klingt. Die Stimmung auf der Platte ist positiv, die Texte handeln von der Liebe, alle Lieder können im Radio laufen, da die einzelnen Stücke allesamt auf die schnelle Eingängigkeit hin angelegt wurden. Das mag beim ersten Mal des Hörens noch ganz nett klingen, bereits beim zweiten Mal beginnt es bereits ein wenig zu langweilen. Keine schlechte Musik, jedoch zumeist absolut belanglose. Sechs Punkte.

Anspieltipps: Jessie’s Girl



Samstag, 2. Juni 2018

Bette Midler – Experience The Divine - Greatest Hits




Bette Midler – Experience The Divine - Greatest Hits


Besetzung:

Bette Midler – vocals


Gastmusiker:

Unterschiedliche Angaben


Label: Atlantic Records


Erscheinungsdatum: 1993


Stil: Pop


Trackliste:

1. Favorite Waste Of Time (2:41)
2. Hello In There (4:16)
3. Do You Want To Dance? (2:44)
4. From A Distance (4:38)
5. Chapel Of Love (2:53)
6. Only In Miami (3:57)
7. When A Man Loves A Woman (4:54)
8. The Rose (3:34)
9. Miss Otis Regrets (2:39)
10. Shiver Me Timbers (4:43)
11. Wind Beneath My Wings (4:53)
12. Boogie Woogie Bugle Boy (2:19)
13. One For My Baby (And One More For The Road) (4:06)
14. Friends (2:55)
15. In My Life (3:12)

Gesamtspieldauer: 54:31



„Experience The Divine“ ist ein Greatest Hits Album der US-amerikanischen Sängerin und Schauspielerin Bette Midler. Gleichzeitig ist es allerdings auch eine Ansammlung von Liedern, die von diverse Komponisten geschrieben wurden und welche nun von Bette Midler interpretiert werden. „Experience The Divine - Greatest Hits“ erschien am 22. Juni 1993 auf dem Plattenlabel Atlantic Records und stieg in den niederländischen Charts bis auf Platz 1. In Australien, Neuseeland und Großbritannien erreichte das Album immerhin Platz 3.

Auf der Scheibe hört man eine krude Mischung aus Pop, Chanson, Musical, Big Band, Calypso, Soul und noch ganz vieles mehr. Sogar eine Beatles-Nummer wird interpretiert. Sich auf diese Musik einzustellen scheint von daher einigermaßen schwierig. Da Bette Midler anscheinend alles nachsingt, was ihr unterkommt, ist die Musik auf „Experience The Divine - Greatest Hits“ ein Konglomerat verschiedenster musikalischer Genres wie auch Stimmungen, die ein einheitliches Hören dieses Albums absolut unmöglich machen. Allerdings hat Bette Midler eine Stimme, die sie in all diesen Genres sehr gut und überzeugend einsetzt und klingen lässt. Etwas mehr Einheitlichkeit bei den ausgewählten Evergreens wäre allerdings irgendwie schön gewesen.

Am überzeugendsten klingt Bette Midler in den eher ruhigeren Nummern auf diesem Kompilationsalbum. Das etwas poppige „Favorite Waste Of Time“, das sehr ruhige und verträumte „Shiver Me Timbers“ und das wunderschöne und fast schon ergreifende „Hello In There“ sind hier zu nennen. Der Rest des Albums lässt sich manchmal noch ganz gut anhören, bei wieder anderen Stücken kommt man dann jedoch nicht umhin, die Skip-Taste zu drücken. Allerdings – über Geschmack lässt sich wahrlich nicht streiten. Alles ganz persönliche Geschmackssache.

Fazit: „Experience The Divine - Greatest Hits“ ist ein „Best Of…“-Album der Bette Midler, auf der sie mit musikalischen Genres wahrlich nicht geizt. Viele Lieder verschiedener Richtungen der populären Musik wurden dieser Platte hinzugefügt, die Bette Midler interpretiert. Sie singt sehr überzeugend, nur die Mischung passt hier einfach nicht. Neben einigen, wenigen Höhepunkten findet sich auf der Platte sehr viel Uninteressantes. Am ehesten eignet sich diese Scheibe wohl für Leute, die auch Musicals toll finden – obwohl reine Musical Musik kaum auf dem Album zu finden ist. Fünf Punkte.

Anspieltipps: Favorite Waste Of Time, Hello In There, Shiver Me Timbers



Freitag, 1. Juni 2018

Lutricia McNeal – My Side Of Town




Lutricia McNeal – My Side Of Town


Besetzung:

Lutricia McNeal – vocals


Gastmusiker:

Keine weiteren Angaben


Label: CNR Music


Erscheinungsdatum: 1997


Stil: Pop, R&B, Soul


Trackliste:

1. My Side Of Town (3:16)
2. Always (3:40)
3. Ain‘t That Just The Way (3:34)
4. Wannabe (3:14)
5. Washington (3:41)
6. Do’s Me Good (3:37)
7. Badlands (4:01)
8. Closer (3:24)
9. Way In The Water (5:06)
10. Crossroads (2:00)
11. The Heart Is A Lonely Hunter (1:25)

Gesamtspieldauer: 37:02



„My Side Of Town“ heißt das Debut-Album der US-amerikanischen Soul- und Pop-Sängerin Lutricia McNeal. Bis zum Jahr 2004 veröffentlichte sie insgesamt vier Studio-Alben. Ihr erstes, „My Side Of Town“, erschien im Jahr 1997 auf dem Plattenlabel CNR Music. Die Scheibe enthält die beiden Singles „Ain‘t That Just The Way“ und „My Side Of Town“, die in Europa und Neuseeland kleinere Hits wurden.

Auf „My Side Of Town“ hört man poppigen Soul bis hin zu R&B. Das Ganze klingt an manchen Stellen „ganz nett“, ist dabei allerdings weder besonders aufregend noch großartig innovativ und auch nicht nachhallend. Die beiden bereits erwähnten Single-Auskopplungen „Ain‘t That Just The Way“ und „My Side Of Town“ erkennt man allerdings wieder, wenn man sie einmal gehört hat, somit ist zumindest in diesen beiden Fällen eine gewisse Nachhaltigkeit gegeben.

Diese beiden Titel sind auch die Höhepunkte der Scheibe, die ansonsten wahrlich nicht lohnt. Mag sein, dass die restlichen Stücke Freundinnen und Freunde des R&B etwas mehr erwärmen, für andere Ohren mag das eher langweilig und belanglos klingen. Ins Ohr geht die Musik ansonsten nämlich nicht mehr sonderlich und entfaltet ihre Wirkung höchstens noch auf der Tanzfläche entsprechender Clubs. Die Texte sind dabei wahrlich oberflächlich und schlecht geraten.

Fazit: Lutricia McNeal macht anscheinend schon lange keine Musik mehr. Überraschend ist das schon, denn zum einen hatte sie zumindest mit ihrer Debut-Platte durchaus Erfolg, zum anderen gibt es ganz bestimmt jede Menge Hörerinnen und Hörer, die diese Art der Musik mögen – zumindest auf der Tanzfläche. Für Rock Fans klingt das jedoch eher oberflächlich und langweilig. Vier Punkte.

Anspieltipps: My Side Of Town, Ain‘t That Just The Way



Donnerstag, 31. Mai 2018

Yanni – Romantic Moments




Yanni – Romantic Moments


Besetzung:

Yanni – keyboards, piano


Gastmusiker:

Charlie Adams – acoustic, electronic drums & percussion
Mona Lisa Young – vocals on „Song For Antarctica“


Label: BMG International


Erscheinungsdatum: 1992


Stil: Instrumental Pop, New Age


Trackliste:

1. Reflections Of Passion (4:36)
2. Santorini (4:35)
3. After The Sunrise (4:39)
4. True Nature (4:31)
5. Almost A Whisper (3:09)
6. Swept Away (5:09)
7. The Mermaid (3:49)
8. Flight Of Fantasy (5:41)
9. Secret Vows (3:59)
10. Acroyali (5:07)
11. Song For Antarctica (4:23)
12. Marching Season (5:36)
13. Sand Dance (5:09)
14. In The Mirror (3:55)
15. Paths On Water (3:52)

Gesamtspieldauer: 1:08:18



Der griechische Musiker Yiannis Chryssomallis, kurz Yanni, steht für in das Genre New Age hineinreichende Instrumentalmusik. Bisher wurden von ihm seit 1984 siebzehn Studio-Alben veröffentlicht. Live Alben sind es zweiundzwanzig an der Zahl und derer gleich fünfundzwanzig Kompilationsalben. Die Platte „Romantic Moments“ ist das dritte Best-Of-Album des Griechen und wurde im Jahr 1992 auf dem Plattenlabel BMG veröffentlicht.

Auf „Romantic Moments“ hört man, wie könnte es bei diesem Titel auch anders sein, überwiegend sehr sanfte und eingängige Instrumentalmusik, dominiert vom Keyboard des Yanni. Das Piano spielt ebenfalls eine Rolle, allerdings nicht mit dieser Dominanz des Keyboards. Die Titel sind durchaus im New Age Bereich angesiedelt, besitzen allerdings alle mehr als „lediglich“ Atmosphäre, sondern verfügen über eine Melodie. Dazu pulsiert manchmal auch ein elektronisches Schlagzeug, sodass die Musik auch ganz treffend mit Instrumental Pop umschrieben werden kann.

Besonders interessant ist das alles nicht, solche Musik hört man auch in Fahrstühlen oder Kaufhäusern als Hintergrundmusik. Das tut niemandem weh, allerdings fällt es auch sehr schwer, sich für die Klänge zu begeistern. Allzu oft klingt das wahrlich unglaublich langweilig und nur wenige Titel lassen einen zumindest mal kurz aufhorchen. Auf „Romantic Moments“ Höhepunkte zu finden ist deshalb einigermaßen schwer, da es irgendwie keine gibt. „Song For Antarctica“ klingt zumindest ein wenig anders, da bei diesem Titel Mona Lisa Young ein paar gesangliche „Aaahs“ und „Ooohs“ dazusteuert. Der darauffolgende Titel „Marching Season“ klingt dann sehr eingängig und zieht sogar mal das Tempo etwas an. Und so könnte man noch das ein oder andere „ganz netten“ Lied an dieser Stelle mit anführen, aber Höhepunkte? Nein, Höhepunkte gibt es trotzdem nicht – andererseits tut auch absolut nichts auf „Romantic Moments“ weh, klingt höchstens mal etwas peinlich, wenn das synthetische Schlagzeug zu dominant klingt. Das Ganze ist insgesamt allerdings eher etwas langweilig und langatmig geraten.

Fazit: Eine poppige New Age Platte ist das Kompilationsalbum „Romantic Moments“ des Griechen Yanni geworden. Zumeist ist die Atmosphäre auf dem Album eine ruhige. Ab und an wird das Tempo allerdings auch moderat angezogen. Alle Titel verfügen über eine Melodie, sind nie rein sphärisch gehalten. Diese Melodien wissen allerdings kaum zu packen, zünden nicht. Hauptsächlich bleibt das Ganze langweilige Hintergrundmusik. Sechs Punkte.

Anspieltipps: Reflections Of Passion, Marching Season, In The Mirror



Mittwoch, 30. Mai 2018

Motorpsycho – Little Lucid Moments




Motorpsycho – Little Lucid Moments


Besetzung:

Bent Sæther – keine weiteren Angaben
Hans Magnus Ryan – keine weiteren Angaben
Kenneth Kapstad – keine weiteren Angaben


Gastmusiker:

Jørgensen – additional sounds


Label: Stickman Records


Erscheinungsdatum: 2008


Stil: Alternative Rock, Psychedelic Rock


Trackliste:

1. Suite: Little Lucid Moments (21:05)
     I. Lawned (Consciousness Causes Collapse)
     II. A Hoof To The Head
     III. Hallucifuge (Hyperrealistically Speaking...)
     IV. Sweet Oblivion / Perfect Sense
2. Year Zero (11:26)
     (A Damage Report)
3. She Left On The Sun Ship (14:25)
     (Featuring Confusion Is Kjeks And (I Think) I Feel Better Now...)
4. The Alchemyst (12:27)
     (A Discourse On Transmutation, Pennies Dropping And The Luminiferous Aether)

Gesamtspieldauer: 59:24




„Little Lucid Moments“ heißt das zwölfte Studio-Album der 1989 in Trondheim gegründeten norwegischen Rock Band Motorpsycho. Die Scheibe erschien am 31. März im Jahr 2008 auf dem Plattenlabel Rune Grammofon Records in Skandinavien, dem Vereinigten Königreich, den USA und Frankreich. In Deutschland und dem restlichen Europa wurde das Album erneut auf dem Plattenlabel Stickman Records veröffentlicht. Lediglich vier Titel sind auf dem Album enthalten, die eine Laufzeit von etwas über elf bis etwas über einundzwanzig Minuten aufweisen. Motorpsycho waren inzwischen wieder zu einem Trio geworden. Nachdem die letzte Platte „Black Hole / Blank Canvas“ nach dem Weggang von Håkon Gebhardt noch als Duo eingespielt wurde, war nun der Schlagzeuger Kenneth Kapstad festes Mitglied, neben den beiden Gründungsmitgliedern Bent Sæther und Hans Magnus Ryan geworden. Die Musik ist auf der Platte wieder ganz klar dem Rock zugewandt.

„Little Lucid Moments“ ist eine wilde rockige Achterbahnfahrt geworden, auf der die Band ekstatisch rockt, dann auch den Hörerinnen und Hörern wieder kleine, manchmal sphärisch spacige Erholungspausen schenkt. Nichts für schwache Nerven und eine spannungs- und energiegeladene Reise durch die Rock Musik. Die Lieder pendeln zwischen Hard Rock und Psychdelic Rock und zeigen ganz klar den Weg auf, den die Band in Zukunft beschreiten wollte. Jegliche poppige Ausflüge oder Andeutungen waren Geschichte auf „Little Lucid Moments“. Der letzte Eintrag in den Liner-Notes des Albums lautet: „no fear, no hatred, no mercy, no compromise“ – und ganz genauso klingt dieses Album auch – gnaden- und kompromisslos.

Das Titellied, „Suite: Little Lucid Moments“, ist ein Parforce-Ritt durch alle Unwägbarkeiten des Rocks. Niemals weiß man, was nach dem nächsten Takt auf einen wartet, nichts ist vorhersehbar, alles im Fluss. Nicht besonders eingängig, dafür sehr spannend und packend. „Year Zero“ ist ruhiger gehalten, enthält eine kleine Steigerung, klingt ein wenig melodiöser und bewegt sich noch etwas mehr in den Gefilden des Psychedelic Rock. Das sich anschließende „She Left On The Sun Ship“ wandelt schließlich wieder auf härteren Pfaden. Die Musik klingt aggressiver, der Gesang wird hier deutlich mehr geschrien, denn eingesungen. Eine geradlinige Rock-Nummer, mit Instrumentensoli und Headbanging Anreizen. Besonders interessant wird es dann, wenn das Lied ab 7:30 in einen hypnotisierenden, monotonen und sehr melodischen Instrumentalpart mündet. Klasse Nummer. „The Alchemyst“ spielt schließlich wieder sehr abwechslungsreich mit Stimmungen und musikalischen Emotionen. Mal sanft, mal scheinbar entrückt, mal rockig und fordernd, reiht sich dieser Titel perfekt in das Gesamtbild des Albums ein. Ein sehr würdiger Abschluss des Albums.

Fazit: Das zwölfte Studio-Album der Norweger von Motorpsycho mit dem Titel „Little Lucid Moments“ kann wieder ein wenig mehr begeistern, als die zum Teil poppigeren Vorgängeralben des 21. Jahrhunderts. Ganz klar steht auf dieser Platte der Rock im Fokus. Mal geradlinig, dann wieder mehr verspielt. Zwar ist die Musik auf der Scheibe nicht zu eingängig, mitreißend jedoch allemal. Insgesamt pendelt die Musik zwischen Alternative und Psychedelic Rock. Gelungen. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Suite: Little Lucid Moments, She Left On The Sun Ship



Dienstag, 29. Mai 2018

Detroit Social Club – Existence




Detroit Social Club – Existence


Besetzung:

David Burn – voice, guitar
John Duggan – drums
Pete Moffat – guitar
Richard Smedley – keyboards
David Brennan – bass


Label: Fiction Records


Erscheinungsdatum: 2010


Stil: Independent Rock, Alternative Rock


Trackliste:

1. Kiss The Sun (4:54)
2. Northern Man (4:02)
3. Black & White (4:27)
4. Chemistry (3:59)
5. Sunshine People (5:01)
6. Rivers & Rainbows (4:18)
7. Silver (3:46)
8. Prophecy (3:39)
9. Universe (4:54)
10. Lights Of Life (11:15)

Gesamtspieldauer: 50:21



Der Detroit Social Club ist eine englische Alternative Rock Band aus Tyneside, die im Jahr 2010 auf dem Plattenlabel Fiction Records ihr Debut Album veröffentlichte, welchem sie den Namen „Existence“ gab. Über die Band selbst erfährt man weder im beiliegenden, sehr spartanischen Booklet allzu viel, noch wird man im Internet großartig fündig. Was sich allerdings festhalten lässt ist, dass alle Lieder für das Album ein gewisser David Burn schrieb, der gleichzeitig auch Gitarrist und Sänger des Detroit Social Clubs ist.

Die Musik der Band ist Alternative Rock, der sehr an jenen von Kasabian und auch an den von The Verve erinnert. Dabei sind die einzelnen Lieder allesamt sehr eingängige Nummern, die nicht zu soft aus den Boxen strömen, allerdings auch weit davon entfernt sind mit „hart“ umschrieben werden zu können. Es ist das Mid-Tempo, dem sich der Detroit Social Club auf „Existence“ verschrieben hat. Dieser geht auch durchaus gut ins Ohr, ohne dabei Ohrwürmer zu generieren. Ein weiteres häufiges Merkmal in der Musik der Band ist der Einsatz von Streichern, die das Hörerlebnis meist noch ein wenig eingängiger gestalten.

Höhepunkte der Platte sind die Titel „Chemistry“ und „Sunshine People“, welche beide ganz nett bereits beim ersten Mal des Hörens hängenbleiben und von der Stimmung her sehr gut die Atmosphäre auf dem Album widerspiegeln. Das klingt alles nach eingängigem, äußerst unaufgeregtem Alternative Rock, der mit Sicherheit viele Hörerinnen und Hörer anspricht. Ausfälle gibt es auf der Platte auch keine zu beklagen, sodass dem entspannten Hörerlebnis nichts mehr im Wege steht. Der letzte Titel „Lights Of Life“ ist dabei übrigens keine elf Minuten lang, sondern enthält einen Hidden Track. Eine Unart, die man nach den 90er Jahren des letzten Jahrhunderts so eigentlich nicht mehr erwartet hätte.

Fazit: Ein überzeugendes Alternative Rock Album ist die Debut-Scheibe des Detroit Social Clubs mit dem Namen „Existence“ geworden. Die Musik geht ins Ohr und weist an keiner Stelle Schwächen auf. Die Lieder lehnen sich dabei an Bands wie Kasabian oder The Verve an, an die die auch Musik stark erinnert. Freundinnen und Freunden jener Bands wird auch die Musik des Detroit Social Clubs sicherlich zusagen. Neun Punkte.

Anspieltipps: Chemistry, Sunshine People



Montag, 28. Mai 2018

Bear’s Den – Red Earth & Pouring Rain




Bear’s Den – Red Earth & Pouring Rain


Besetzung:

Andrew Davie – lead vocals, electric and acoustic guitars
Kevin Jones – electric and acoustic guitars, background vocals, rhodes, piano, bass, synths, drums, high strung guitar


Gastmusiker:

Marcus Hamblett – synths, horns
Jools Owen – drums, background vocals, oil drum, percussion, horns
Joey Haynes – mandolins, background vocals, guitar, banjo
Paul Frith – horns


Label: Communion Records


Erscheinungsdatum: 2016


Stil: Folk Rock


Trackliste:

1. Red Earth & Pouring Rain (4:52)
2. Emeralds (4:30)
3. Dew On The Vine (5:02)
4. Roses On A Breeze (5:21)
5. New Jerusalem (4:12)
6. Love Can’t Stand Alone (5:27)
7. Auld Wives (4:38)
8. Greenwoods Bethlehem (5:33)
9. Broken Parable (6:11)
10. Fortress (5:21)
11. Gabriel (4:04)
12. Napoleon (5:26)

Gesamtspieldauer: 1:00:43



Auch das zweite Album der englischen Folk Rock Band Bear’s Den ist ein sehr stimmiges geworden. „Red Earth & Pouring Rain“ heißt dieses und wurde am 22. Juli 2016 auf dem Plattenlabel Communion Records veröffentlicht. Das Album konnte sich als erste Bear’s Den Platte in Deutschland in den Charts platzieren und kletterte in Großbritannien immerhin bis auf Platz 6 der dortigen Charts.

Auf „Red Earth & Pouring Rain“ hört man immer noch britischen Folk, der allerdings ein klein wenig poppiger klingt als noch auf dem Debut-Album. Damit wurde die Musik auch ein bisschen massentauglicher und so lassen sich ein wenig die höheren Chart-Platzierungen erklären. Trotzdem biedern sich Bear’s Den auf diesem Album ganz bestimmt nicht dem Kommerz an. Bear’s Den machen glücklicherweise immer noch keinen radiotauglichen Mainstream-Pop-Einheitsbrei. Die folkige Grundhaltung in der Musik der Briten bleibt erhalten, die Stimmung der Platte ist melancholisch, sentimental bis hin zu verträumt. Die Lieder klingen weich und sanft, rockige Töne sind dabei nur am Rande zu vernehmen. Die eher traurige Grundatmosphäre bleibt bei jedem Titel erhalten.

„Red Earth & Pouring Rain“ lässt sich wunderbar in einem Rutsch durchhören, die Platte verfügt über keinerlei Ausfälle und weiß durchgängig zu gefallen. Jedes Lied klingt melodiös und die allermeisten Titel gehen dabei auch ziemlich schnell ins Ohr. Hier seine eigenen Höhepunkte zu finden, scheint von daher nicht besonders schwierig zu sein. Für mich sind die hörenswertesten Titel auf „Red Earth & Pouring Rain“ die beiden Nummern „New Jerusalem“ und „Broken Parable“. Beides Lieder, die sich noch ein wenig mehr festsetzen und ein bisschen mehr nachhallen. Allerdings stimmt auch insgesamt das Gesamtbild, was Bear’s Den mit „Red Earth & Pouring Rain“ vermitteln.

Fazit: Schönen warmen und sehr melodischen britischen Folk präsentieren uns Bear’s Den auf ihrem zweiten Album „Red Earth & Pouring Rain“. Die Musik ist ein klein wenig poppiger geworden, als noch auf dem Debut-Album „Islands“. Trotzdem wirken auch auf dieser Platte die sanften und meist melancholischen Lieder, die allesamt eine völlig unaufgeregte, entspannte und eher traurige Atmosphäre transportieren. Für Freundinnen und Freunde der ruhigen Momente in der Musik allerbestens geeignet. Neun Punkte.

Anspieltipps: New Jerusalem, Broken Parable



Sonntag, 27. Mai 2018

Westlife – Turnaround




Westlife – Turnaround


Besetzung:

Nicky Byrne – vocals
Kian Egan – vocals
Mark Feehily – vocals
Shane Filan – vocals
Brian McFadden – vocals


Gastmusiker:

Dave Arch – hammond organ, piano, string arrangements
Guy Barker – trumpet
Jan Bengtson – flute
Jocke Bergström – background vocals
Andreas Carlsson – background vocals
Paul Gendler – guitar
Wayne Hector – choir / chorus, vocal arrangement
Emil Heiling – background vocals
Nick Jarl – keyboards, programming
Stefan Jernsthal – piano
Fredrik Karlsson – guitar
Chris Laws – drums, pro-tools
Steve Mac – keyboards, piano, vocal arrangement
Wil Malone – string arrangements
Mae McKenna – background vocals
Brett Morgan – drums
Esbjörn Öhrwall – guitar
Steve Pearce – bass guitar
Frank Ricotti – percussion
Ralph Salmins – drums
David Stenmarck – keyboards, programming, background vocals
Stockholm Session Strings – strings
Ian Thomas – drums
Philip Todd – saxophone
Tuff Singers – choir / chorus
Anders Von Hofsten – background vocals
Gavyn Wright – string conductor


Label: RCA Records


Erscheinungsdatum: 2003


Stil: Pop


Trackliste:

1. Mandy (3:20)
2. Hey Whatever (3:30)
3. Heal (3:08)
4. Obvious (3:31)
5. When A Woman Loves A Man (3:39)
6. On My Shoulder(3:58)
7. Turn Around (4:22)
8. I Did It For You (3:31)
9. Thank You (4:03)
10. To Be With You (3:21)
11. Home (4:06)
12. Lost In You (3:37)
13. What Do They Know? (3:18)

Gesamtspieldauer: 47:30



„Turnaround“ heißt das vierte Studio-Abum der irischen Boy Group Westlife. Wieder erschien es in der Vorweihnachtszeit, dieses Mal am 24. November 2003. Die Plattenlabel, auf denen die Scheibe veröffentlicht wurde, blieben mit RCA Records und BMG ebenfalls dieselben. Mit den Titeln „Hey Whatever“, dem Barry Manilow Cover „Mandy“ sowie der Nummer „Obvious“ wurden insgesamt drei Singles aus dem Album ausgekoppelt. „Turnaround“ kletterte in Irland und Großbritannien wieder an die Spitze der Charts und konnte sich in vielen weiteren Ländern in den dortigen Charts platzieren. In Deutschland war bei Platz 20 Schluss.

Kurz nach der Fertigstellung von „Turnaround“ und vor dem Start der vierten Welttournee gab Brian McFadden seinen Ausstieg bei Westlife bekannt, da er das Band-Leben nicht mehr mit seinem Familienleben vereinbaren konnte. Somit ist diese Platte die letzte, die Westlife als Quintett eingesungen haben. Die Texte auf „Turnaround“ sind einmal mehr sehr schmalzig und grausam geraten, auch sind die vier Iren an keinem einzigen Titel bezüglich des kompositorischen Prozesses beteiligt.

Etwas abwechslungsreicher wurde die Musik allerdings zumindest. An manchen Stellen klingt die Scheibe ein klitzekleines bisschen rockiger, als die Alben zuvor – allerdings wirklich nur ein klitzekleines bisschen. Ansonsten hört man erneut diesen eingängigen, aber schleimigen Pop, der sehr nach schnellem Kommerz klingt. Einmal mehr unterschieden sich die einzelnen Titel größtenteils auch kaum. „Mandy“ von Barry Manilow sticht heraus, klar, das kennt man. „Hey Whatever“ besitzt diesen etwas rockigeren Ansatz. „Turn Around“ schließlich lässt Erinnerungen an die Musik der 80er Jahre aufkommen. Das zweite Cover-Lied „To Be With You“ schließlich, ursprünglich von Mr. Big gespielt, ist ebenfalls bekannt, etwas rockiger und bleibt hängen. Irgendwie scheint es so zu sein, als ob Westlife einfach nur grausame Song-Schreiber hatten, ihre Interpretationen, wenn auch überflüssig, klingen zumindest etwas besser.

Fazit: Neben zwei ganz netten Cover-Versionen und rockigeren Ansätzen, ist der Großteil auf „Turnaround“ leider erneut überaus belanglos und langweilig geraten. Wieder gibt es fast ausschließlich Liebeslieder zu hören, die schmalzig aus den Boxen wabern und dazu mit anbiedernder Musik unterlegt wurden. Wahrlich kein gutes Album – immerhin aber besser als die drei Vorgänger. Drei Punkte.

Anspieltipps: Mandy, Hey Whatever, Turn Around