Mittwoch, 26. September 2018

Lift – Lift




Lift – Lift


Besetzung:

Werther Lohse – drums, vocals
Michael Heubach – synthsizer, organ, electric piano
Till Patzer – flute, vocals
Wolfgang Scheffler – electric piano, synthesizer
Henry Pacholski – vocals
Gerhard Zachar – bass guitar, vocals


Label: AMIGA (Wiederveröffentlicht durch Sony Music Entertainment)


Erscheinungsdatum: 1976


Stil: Art Rock, Deutsch Rock


Trackliste:

1. Wasser und Wein (3:45)
2. Fällt der erste Reif (4:15)
3. Und es schuf der Mensch die Erde (3:28)
4. Jeden Abend (4:11)
5. Früh am Morgen (4:21)
6. Ballade vom Stein (9:52)
7. Du falsche Schöne (2:54)
8. Komm her (3:32)
9. Abendstunde, stille Stunde (4:29)

Gesamtspieldauer: 40:50




Lift ist eine im Jahr 1973 in Dresden gegründete Rock Band, die trotz oder gerade aufgrund zahlreicher Umbesetzungen auch heute noch aktiv ist. Von den Gründungsmitgliedern ist allerdings keiner mehr in der jetzigen Formation vertreten. Im Jahr 1976 wurde die erste LP der Band auf dem DDR-Label Amiga veröffentlicht. Diese nannte die Band kurz nach dem eigenen Namen „Lift“ und die Platte wird heute oftmals auch mit „Lift 1“ betitelt.

Es sind durchaus ein paar nette Ideen auf „Lift“ von Lift enthalten, die sich mitunter dem Genre des Progressive Rock annähern. So klingen einige der Kompositionen durchaus interessant, kommen allerdings über dieses Stadium auch nach oftmaligem Hören in meinem Fall nicht hinaus. So ganz wollen die Melodien dann doch nicht zünden, was vor vierzig Jahren jedoch durchaus noch funktioniert haben kann, muss heute trotzdem nicht mehr unbedingt funktionieren. Etwas schwierig ist dabei auch der Gesang oder besser die Texte. Sehr pathetisch und für heutige Ohren inhaltlich etwas seltsam. Betrachtet man das Ganze jedoch als Zeitdokument, hinterlassen auch diese einen etwas interessanteren Eindruck, der mitunter allerdings unfreiwillig auch ins Komische abdriftet.

Ganz nett und eingängig klingen auf diesem ersten Lift-Album die Lieder „Wasser und Wein“, „Und es schuf der Mensch die Erde“, „Jeden Abend“ sowie „Du falsche Schöne“. Bei diesen Liedern wirken die Melodien etwas eingängiger. Art Rock mit progressivem Touch ist auch das Genre der anderen Stücke. Allerdings klingen diese oftmals so, wie man sich heute „Beat“-Musik der 70er Jahre vorstellt. Mit sowas konnte meine Oma damals überhaupt nichts anfangen und irgendwie kann ich sie da auch voll und ganz verstehen.

Fazit: Diese ostdeutsche Musik von Lift, die auch im Bereich des Progressive Rock fischt, besitzt längst nicht den Tiefgang, die Ideen oder auch nur ansatzweise die Eingängigkeit wie jene der westdeutschen Kollegen von Grobschnitt, Jane, Eloy, Can und und und. Trotzdem gibt es auch bei Lift lichte und helle Stellen, doch diese sind ganz eindeutig zu selten. Zu wenig kann da wirklich überzeugen. Acht Punkte.

Anspieltipps: Wasser und Wein, Und es schuf der Mensch die Erde, Jeden Abend, Du falsche Schöne



Dienstag, 25. September 2018

Gleb Kolyadin – Gleb Kolyadin




Gleb Kolyadin – Gleb Kolyadin


Besetzung:

Gleb Kolyadin – grand piano, keyboards


Gastmusiker:

Gavin Harrison – drums
Nick Beggs – bass
Theo Travis – flute, saxophones
Vlad Avy – guitars
Evan Carson – bodhran and percussion
Steve Hogarth – vocals on 8 & 13
Mick Moss – vocals on 2
Jordan Rudess – keyboards on 12


Label: Kscope


Erscheinungsdatum: 2018


Stil: Art Rock, Progressive Rock


Trackliste:

1. Insight (4:11)
2. Astral Architecture (6:29)
3. White Dawn (2:30)
4. Kaleidoscope (5:50)
5. Eidolon (2:10)
6. Into The Void (1:44)
7. The Room (4:13)
8. Confluence (10:23)
9. Constellation / The Bell (3:16)
10. Echo / Sigh / Strand (2:25)
11. Penrose Stairs (5:01)
12. Storyteller (3:19)
13. The Best Of Days (3:24)

Gesamtspieldauer: 55:01



„iamthemorning“ ist ein Duo, bestehend aus Marjana Semkina und Gleb Kolyadin, welches bisher drei Studioalben im Bereich des Progressive Rock und Chamber Pop veröffentlicht hat. Am 22. Februar 2018 erschien nun das erste selbstbetitelte Soloalbum des russischen Musikers Gleb Kolyadin auf dem Plattenlabel KScope. Zahlreiche Gastmusiker hat Gleb Kolyadin dazu um sich versammelt und eine Mischung aus Art Rock, Progressive Rock und moderner Klassik auf Platte gepresst.

Im Zentrum der Musik des Gleb Kolyadin steht dabei neben den Keyboards das Piano und ganz zwangsläufig kommen beim Hören der Platte Erinnerungen an die Musik des Keith Emerson auf. Als Beispiele seien hier die Titel „Kaleidoscope“, „Penrose Stairs“ oder „The Room“ angeführt. Da klingt die Musik des Gleb Kolyadin nach Progressive Rock in wunderschön lebhafter Ausführung, wie man sie nur selten mit einem Piano im Zentrum des Geschehens hört. Ergänzt wird dies durch das Saxophon oder dem Klang weiblicher Chorstimmen. Die Musik ist dabei insgesamt sehr eingängig, warm, dafür allerdings etwas weniger experimentell als bei Keith Emerson gehalten.

Schließlich gibt es auf der Platte auch solch Stücke, die fast schon ein wenig an moderne Klassik erinnern. „White Dawn“ oder „Constellation / The Bell“ wären Beispiele hierfür. Doch ganz egal, ob es mehr nach Progressive Rock oder etwas mehr nach Klassik klingt, an jeder Stelle des Albums hört sich die Musik des Gleb Kolyadin überzeugend an. Mit Mick Moss von Antimatter und Steve Hogarth von Marillion hat der russische Musiker dabei überzeugende Sänger gefunden, welche bei drei Titeln diese sehr melodiöse und eingängige Musik auch gesanglich sehr abwechslungsreich umsetzen. Ebenfalls sehr gelungen ist das variantenreiche Schlagzeugspiel des Gavin Harrison, früher Porcupine Tree und inzwischen Schlagzeuger bei The Pineapple Thief, der manchem Stück den perfekten Groove verleiht.

Fazit: Ein sehr überzeugendes Solo-Album ist dem russischen Pianisten Gleb Kolyadin mit seinem selbstbetitelten Debut gelungen. Irgendwo im Bereich zwischen Progressive Rock und moderner Klassik angesiedelt, stellt die Platte ein wahres Füllhorn toller Ideen und eingängiger Melodien dar. Mitreißende Musik, die hoffentlich ein breites Publikum finden wird. Lohnt sich. Dreizehn Punkte.

Anspieltipps: Insight, Astral Architecture, The Room, Confluence



Montag, 24. September 2018

Angus & Julia Stone – Angus & Julia Stone




Angus & Julia Stone – Angus & Julia Stone


Besetzung:

Angus Stone – vocals, electric guitar, acoustic guitar, kalimba, tambourine
Julia Stone – vocals, electric guitar, acoustic guitar


Gastmusiker:

Chris Dave – drums
Jason Lader – bass
Lenny Castro – percussion
Ryan Hewitt – percussion, tambourine
Ben Edgar – acoustic guitar, electric guitar, noise, ambience
John Solo – wurlitzer, hammond organ, rhodes, piano, hammond b3, vibes, mellotron
Thomas Bartlett – piano, rhodes, synthesizer, organ, pump organ, damped piano, mellotron
Jo Syme – group vocals
Tom Iansek – group vocals
Gus Rigby – group vocals
Matt Johnson – drums, percussion
Rob Calder – bass
Ed Roth – wurlitzer, piano
Elliot Hammond – drums


Label: Universal Music


Erscheinungsdatum: 2014


Stil: Folk, Pop


Trackliste:

1. A Heartbreak (4:16)
2. My Word For It (4:08)
3. Grizzly Bear (4:08)
4. Heart Beats Slow (4:35)
5. Wherever You Are (3:41)
6. Get Home (4:31)
7. Death Defying Acts (5:13)
8. Little Whiskey (3:36)
9. From The Stalls (5:09)
10. Other Things (2:59)
11. Please You (5:40)
12. Main Street (5:35)
13. Crash And Burn (6:36)

Gesamtspieldauer: 1:00:14



„Angus & Julia Stone“ heißt das selbstbetitelte, dritte Album des australischen Singer-Songwriter-Duos Angus und Julia Stone. Es wurde am 1. August 2014 in Australien durch EMI Music Australia, in den Vereinigten Staaten durch American Recordings und in Europa durch Universal Music veröffentlicht. Zwei Singleauskopplungen entstammen dem Album. „Heart Beats Slow” erschien am 27. Mai 2014 und „A Heartbreak” am 8. Juli 2014. „Angus & Julia Stone“ ist die bisher erfolgreichste Platte des Duos und erreichte in mehreren Ländern, darunter auch Deutschland, Frankreich, die Niederlande und Neuseeland die Top 10.

Sanften und mitunter poppigen Folk bekommt man auf dem dritten Album des Geschwisterpaares aus Australien zu hören. Die Gesangsparts teilen sich die beiden. Abwechselnd oder auch mal im Duett präsentieren sie ihre Lieder völlig unaufgeregt und eingängig. Sehr melodiös sind die einzelnen Titel ausgestattet und gehen dementsprechend auch gut ins Ohr. Ein paar Durchgänge benötigt man allerdings schon für diese Scheibe. Klingt die Musik von Angus und Julia Stone beim ersten Mal des Hörens weich und warm, so werden die einzelnen Titel mit weiteren Durchläufen immer vertrauter und die Melodien eröffnen sich einem noch deutlich mehr und setzen sich schließlich fest.

Ausfälle gibt es auf dieser Platte keine zu beklagen, alles klingt, alles klingt sogar schön. Besonders eingängig und gelungen hören sich die beiden Geschwister bei den Titeln „Death Defying Acts“ sowie „Main Street“ an. Ebenfalls zwei ruhige, folkige Nummern, die ein wenig Schwermut transportieren, dabei sehr schnell ins Ohr gehen. Mag man es etwas sehnsüchtiger, so sei an dieser Stelle der letzte Titel des Albums, „Crash And Burn“, erwähnt. Auch ein Beispiel dafür, dass die Musik von Angus und Julia Stone mit der Zeit in den Ohren reift, wobei dieses Lied sogar noch deutlich rockiger klingt, als der Großteil der restlichen Nummern des Albums.

Fazit: Eingängigen und melodiösen, zumeist sanften Folk bekommt man auf dem dritten Album von Angus und Julia Stone geboten, welches sie überraschenderweise lediglich mit „Angus & Julia Stone“ betitelten. Nur selten wird auf der Platte das Tempo angezogen, zumeist stehen freundliche Harmonien im Vordergrund. Gerockt, wie auf der letzten Nummer, wird eher selten. Für alle, die die Ruhe in der Musik suchen, die sich am besten bei sanften und weichen Tönen entspannen können sehr geeignet. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Death Defying Acts, Main Street, Crash And Burn



Sonntag, 23. September 2018

Florence And The Machine – How Big, How Blue, How Beautiful




Florence And The Machine – How Big, How Blue, How Beautiful


Besetzung:

Florence Welch – lead vocals (all tracks), backing vocals (tracks 1–10, 12, 13), body percussion (track 9), handclaps, stamps (track 14), piano, percussion (track 15)
Rob Ackroyd – electric guitar (tracks 1, 2, 4, 7–9), acoustic guitar (tracks 3, 13), ukulele (track 9)
Rusty Bradshaw – piano (track 4)
Chris Hayden – drums (tracks 1–3, 6–9, 13), percussion (tracks 1, 2, 6, 8, 13)
Tom Monger – harp (track 13)
Mark Saunders – bass (tracks 2–4, 6–9)
Isabella Summers – Rhodes organ (track 3), handclaps, stamps, strings (track 14), bass, drums, keyboards, production, programming, synths (tracks 14, 16), percussion, rhodes (track 16)


Gastmusiker:

Leo Abrahams – acoustic guitar (track 1), electric guitar (tracks 2, 4–6, 9)
Max Baillie – viola (tracks 3, 5)
John Barclay – trumpet (tracks 2–4, 9), piccolo trumpet (track 3)
Nick Barr – viola (track 4)
Robin Baynton – rhodes organ (track 3), piano (tracks 3, 6, 9), organ (track 6)
Alex Beitzke – guitar (track 16)
Ian Belton – violin (tracks 3, 5)
Benson – additional keyboards, brass arrangements, flute arrangements, programming, string arrangements (track 4), backing vocals (track 7)
Iain Berryman – acoustic guitar, harmonium, piano (track 8), body percussion, cornet (track 9)
Nigel Black – french horn (tracks 2–4, 9)
Fiona Bonds – viola (tracks 3, 5)
Natalia Bonner – violin (tracks 3, 5)
Ian Burdge – cello (tracks 3–5)
Gillon Cameron – violin (tracks 3–5)
Elise Campbell – french horn (tracks 2–4, 9)
Philip Cobb – trumpet (tracks 2–4, 9), flugel trumpet (track 3)
Nick Cooper – cello (tracks 3, 5)
Andy Crowley – trumpet (tracks 2–4, 9)
Adman Dayes – trombone (track 14)
Alison Dods – violin (tracks 3, 5)
Markus Dravs – glockenspiel (track 1), percussion, synths (track 2), bass synth (track 5), programming (tracks 7, 10), body percussion, electric guitar (track 9), woodwind arrangements (track 10)
Pip Eastop – french horn (tracks 2–4, 9)
Richard Edwards – tenor trombone (tracks 2–4, 9)
Paul Epworth – bass, drums, guitar, organ, percussion, synths (track 11)
James Ford – woodwind arrangements (track 10), programming (tracks 10, 12), bass, drums, guitar, keyboards, percussion, piano, production, synths (track 12)
Wayne Francis – saxophone (track 14)
James Hallawell – hammond organ (tracks 1, 4), farfisa, organ, piano (track 7)
Sophie Harris – cello (tracks 3, 5)
Ali Helnwein – brass arrangements, string arrangements (track 3), strings (track 16)
Sally Herbert – conducting (tracks 3–5), orchestration (tracks 3–5, 10), brass arrangements, flute arrangements, string arrangements (track 4), brass conducting, brass orchestration (track 9), woodwind arrangements (track 10)
John Hill – brass arrangements, synths (track 2)
Charlie Hugall – percussion (track 13)
Ian Humphries – violin (tracks 3, 5)
Matt Ingram – drums, percussion (track 4)
Sam Jacobs – french horn (tracks 2–4, 9)
Steve Jones – electric guitar (tracks 3, 7)
Kid Harpoon – bass, drums, percussion, production, cp70 synth (track 1), electric guitar (tracks 1, 13), brass arrangements, brass writing (track 2), acoustic guitar, piano (track 13)
Patrick Kiernan – violin (tracks 3, 5)
Rick Koster – violin (track 4)
Oli Langford – violin (track 4)
Orlando Leopard – additional arrangement, bass, harmonium, organ, piano (track 13)
Eliza Marshall – alto flute, flute (tracks 3, 4)
Oren Marshall – tuba (tracks 2–4, 9)
Janelle Martin – backing vocals (tracks 1–4, 9)
Ciaran McCabe – violin (tracks 3, 5)
Nim Miller – backing vocals (tracks 1–4, 9)
Ann Morfee – violin (tracks 3, 5)
Everton Nelson – violin (track 4)
Daniel Newell – flugel, piccolo trumpet, trumpet (track 4)
Baby N'Sola – backing vocals (tracks 1–4, 9)
Will Owen – brass arrangements (track 3), string arrangements (tracks 3, 5)
Pete Prokopiw – cimbalom, harp (track 3), programming (tracks 6, 7, 10)
Richard Pryce – bass (tracks 3, 5)
Ian Rathbone – viola (tracks 3, 5)
Tom Rees-Roberts – trumpet (tracks 2–4, 9)
Rachel Robson – viola (tracks 3, 5)
Brett Shaw – additional percussion (track 15)
Lucy Shaw – bass (tracks 3, 5)
Emlyn Singleton – violin (tracks 3, 5)
Julia Singleton – violin (tracks 3, 5)
Sonia Slany – violin (tracks 3, 5)
John Smart – violin (tracks 3, 5)
Ed Tarrant – Euphonium (tracks 2–4, 9)
Nick Walters – trumpet (track 14)
Bruce White – viola (track 4)
Andy Wood – Euphonium (tracks 2–4, 9), trombone (track 4)
Rebecca Wood – cor anglais, oboe (track 1)
Chris Worsey – cello (tracks 3, 5)


Label: Island Records


Erscheinungsdatum: 2015


Stil: Independent Pop


Trackliste:

1. Ship To Wreck (3:54)
2. What Kind Of Man (3:36)
3. How Big, How Blue, How Beautiful (5:34)
4. Queen Of Peace (5:07)
5. Various Storms & Saints (4:09)
6. Delilah (4:53)
7. Long & Lost (3:15)
8. Caught (4:24)
9. Third Eye (4:20)
10. St. Jude (3:45)
11. Mother (5:49)

Gesamtspieldauer: 48:50



„How Big, How Blue, How Beautiful” heißt das dritte Studioalbum der englischen Band Florence And The Machine. Es wurde am 29. Mai 2015 auf dem Plattenlabel Island Records veröffentlicht. Die Platte kletterte gleich nach der Veröffentlichung bis auf Platz 1 der englischen Charts und tat es damit den beiden Vorgängern gleich, zudem erhielt das Album fünf Grammy Awards Nominierungen. Vier Singles wurden mit den Liedern „What Kind Of Man“, „Ship To Wreck“, „Queen Of Peace“ und „Delilah“ aus „How Big, How Blue, How Beautiful” ausgekoppelt. Das Album entstand nach einer einjährigen schöpferischen Pause der Florence Welch und beschäftigt sich inhaltlich mit persönlichen Konflikten und Kämpfen der britischen Sängerin.

„How Big, How Blue, How Beautiful” ist ein grundsolides Pop-Album geworden. Die einzelnen Titel unterhalten und gehen zum Teil auch direkt ins Ohr. Großartige Experimente geht Florence Walsh bei ihrer Musik des Albums nicht ein. Ihre ausdrucksstarke Stimme steht im Vordergrund, untermalt von eingängigen Melodien und zum überwiegenden Teil nach vorne treibenden Rhythmen. Chorgesänge lockern das Gesamtbild der Platte immer wieder auf und man kann „How Big, How Blue, How Beautiful” auch ohne Weiteres nebenbei hören, nichts zwing einen dabei, sich auf das Gehörte zu konzentrieren. Doch auch das intensivere Hören lohnt, da das dritte Album von Florence And The Machine eines wurde, welches irgendwie zu allem passt ohne großartig Negatives zu finden.

Besonders gelungene Lieder auf „How Big, How Blue, How Beautiful” sind das rockige und zum Teil richtiggehende mitreißende „What Kind Of Man“, der sehr eingängige Titeltrack „How Big, How Blue, How Beautiful“, der in einen wunderschönen orchestralen Teil mündet. Ebenfalls sehr gelungen klingt der nächste Titel, „Queen Of Peace“. Ebenfalls orchestral mit jeder Menge Streicher eingeleitet, nimmt dieses Lied dann Fahrt auf und geht schnell ins Ohr. „Third Eye“ schließlich klingt kraftvoll, ebenfalls sehr eingängig und wird mit zahlreichen Choreinätzen unterfüttert.

Fazit: Ein schönes und eingängiges Pop-Album ist „How Big, How Blue, How Beautiful” von Florence And The Machine geworden. Auf der Platte wird die Musik nicht neu erfunden, ganz im Gegenteil es wird auf Altbewährtes gesetzt. Die Stimme der Florence Welch hebt die Musik dann etwas über den Durchschnitt heraus und somit schafft es diese Platte zu unterhalten – gut zu unterhalten. Alles gut. Neun Punkte.

Anspieltipps: What Kind Of Man, How Big How Blue How Beautiful, Queen Of Peace, Third Eye



Samstag, 22. September 2018

Roxy Music – Country Life




Roxy Music – Country Life


Besetzung:

Bryan Ferry – vocals, keyboards, harmonica
John Gustafson – bass
Eddie Jobson – strings, synthesizer, keyboards
Andy Mackay – oboe, saxophone
Phil Manzanera – guitar
Paul Thompson – drums


Label: Virgin Records


Erscheinungsdatum: 1974


Stil: Art Pop


Trackliste:

1. The Thrill Of It All (6:24)
2. Three And Nine (4:04)
3. All I Want Is You (2:53)
4. Out Of The Blue (4:46)
5. If It Takes All Night (3:13)
6. Bitter-Sweet (4:50)
7. Triptych (3:09)
8. Casanova (3:27)
9. A Really Good Time (3:45)
10. Prairie Rose (5:12)

Gesamtspieldauer: 41:47




„Country Life“ heißt das vierte Album der englischen Rockband Roxy Music. Es erschien am 15. November 1974 auf den Plattenlabels Island Records sowie Polydor in Europa und wurde inzwischen in einer remasterten Version auf Virgin Records wiederveröffentlicht. Die Platte kletterte bis auf Platz 3 der britischen Charts und erreichte auch in den Vereinigten Staaten Platz Nummer 37 und war somit das erste Album der Engländer, welches sich in den USA unter den Top 40 platzieren konnte. Im Jahr 2003 wurde das Album auf Platz 387 der Liste der 500 größten Alben aller Zeiten des Rolling Stone Magazins geführt. Es war eines von vier Roxy Music-Alben, die auf dieser Liste eingereiht wurden. Die anderen sind „For Your Pleasure“, „Siren“ sowie „Avalon“.

Auf dem Cover sind die beiden leicht bekleideten Models Constanze Karoli (Cousine von Can‘s Michael Karoli) und Eveline Grunwald (zu der Zeit die Freundin von Michael Karoli) zu sehen. Bryan Ferry traf sie in Portugal und überredete sie, für das Cover auf diese Weise zu posieren. Zudem unterstützen sie ihn bei der Übersetzung einiger Sätze, die Bryan Ferry beim Lied „Bitter-Sweet“ auf Deutsch einsingt. Das Titelbild wurde in den USA, Spanien und den Niederlanden als zu pornographisch beziehungsweise sexistisch angesehen und dort zensiert. Stattdessen gab es dort dann die Rückseite der Platte auch auf der Vorderseite zu sehen. Man sieht Bäume.

Die Lieder stammen einmal mehr hauptsächlich aus der Feder des Bryan Ferry, Andy Mackay unterstützte ihn bei den Liedern „Three And Nine“ und „Bitter-Sweet“. Gitarrist Phil Manzanera tat selbiges bei den Titeln „Out Of The Blue“ sowie „Prairie Rose”. Auch auf „Country Life“ hört man sehr abwechslungsreichen und „intelligenten“ Pop-Rock, der zu allermeist mit sehr schönen Melodien aufwartet, die auch ins Ohr gehen. Die Stimmung auf der Platte ist ein klein wenig rockiger als noch auf „Stranded“, mit den Atmosphären wird allerdings auch auf „Country Life“ gespielt. Jedoch klingt dies alles deutlich weniger experimentell, sondern sehr viel geradliniger ausgerichtet, ohne dabei anbiedernd zu klingen. Doch der Weg in die Charts und zur sehr erfolgreichen Band ist bereits vorgezeichnet.

Die Höhepunkte der Platte befinden sich für mich in deren Mitte und heißen „Bitter-Sweet“ sowie „Triptych“. „Bitter-Sweet“ ist wie ein abwechslungsreiches Theater-Schauspiel arrangiert, bei dem Bryan Ferry diese paar Sätze auf Deutsch einsingt. Hier sind Roxy Music wieder mal im Progressive Rock verwurzelt. „Triptych“ startet wie ein Lied, welches im Mittelalter entstand. Die Instrumentierung gestaltet sich entsprechend. Die Melodie geht ins Ohr und trägt ebenso zur Mannigfaltigkeit des Albums bei.

Fazit: Alles wie gehabt bei Roxy Music. Und das ist sehr positiv gemeint. Auch „Country Life“ ist ein sehr abwechslungsreiches und spannendes Album geworden. Pop, härterer Rock, Progressive Rock, ein wenig Folk und etwas mittelalterliche Anleihen gibt es darauf zu hören. Die Musik entwickelt sich hier schon zum Teil in die Richtung der radiotauglichen Kompatibilität, ohne diese schon ganz zu erreichen. Neun Punkte.

Anspieltipps: Bitter-Sweet, Triptych



Freitag, 21. September 2018

William Fitzsimmons – Mission Bell




William Fitzsimmons – Mission Bell


Besetzung:

William Fitzsimmons – lead vocals, percussion, mellotron, acoustic guitar, electric guitar, xylophone, kick drum, roland pad, shaker, bells, floor tom, piano, banjo


Gastmusiker:

Adam Landry – drums, bass, polysynth, acoustic, histring, baritone, electric & slide guitar, percussion, piano, tambourine, mellotron, mcp loop, subbass, bells
Abby Gundersen – background vocals, violin
Julian Dorio – drums
Rosie Thomas – background vocals


Label: Grönland


Erscheinungsdatum: 2018


Stil: Folk, Pop


Trackliste:

1. Second Hand Smoke (3:47)
2. Distant Lovers (3:23)
3. 17+ Forever (3:50)
4. Angela (4:40)
5. In The Light (3:40)
6. Lovely (5:53)
7. Never Really Mine (3:52)
8. Leave Her (3:26)
9. Wait For Me (3:47)
10. Afterlife (3:39)

Gesamtspieldauer: 40:01




William Fitzsimmons ist ein US-amerikanischer Sänger und Songwriter, der ursprünglich aus Pittsburgh, Pennsylvania stammt und inzwischen in Springfield, Illinois lebt. „Mission Bell“ heißt sein achtes Studio-Album und es erscheint heute, am 21. September auf dem Plattenlabel Grönland. Das Album entstand nach einer sehr bewegten Zeit im Leben des Musikers. Ursprünglich wurde es im Juli 2017 fertiggestellt, doch wurde William Fitzsimmons wenige Tage später mit der Situation konfrontiert, dass seine Frau ihn mit seinem Freund und Bandkollegen betrogen hatte und ihn verließ. An eine Veröffentlichung der Platte war nun nicht mehr zu denken. Viele Monate später lernte William Fitzsimmons über seinen Manager den Produzenten Adam Landry kennen. Alles wurde auf Anfang gestellt und die Platte in Nashville neu und überarbeitet eingespielt.

Im Begleittext zum Album schreibt der Musiker: „Mission Bell“ ist nicht nur das Resultat der Asche eines gescheiterten Albums und einer gescheiterten Phase meines Lebens, sondern auch die Wiedergeburt des Wunsches und des Ziels, etwas zu schaffen, was zutiefst ehrlich, auf höchst unbequeme Weise persönlich und vollkommen leidenschaftlich sein würde. Es entstand mit absoluter Hingabe, ohne Rücksicht darauf, was ich jemals vorher gemacht hatte oder was noch in Zukunft kommen würde. (…) Ich wollte diese Platte eigentlich nicht machen, aber sie ist das Beste, was mir je gelungen ist.

Auf „Mission Bell“ hört man Folk Musik, die an mancher Stelle bis an das Genre des Pop hineinreicht und sich inhaltlich mit den überraschenden, manches Mal abrupten Änderungen im Leben eines Menschen beschäftigt. Die zehn Lieder des Albums klingen allesamt überaus melodiös und durch ihre sehr zarte Instrumentierung fast schon zerbrechlich. Im Vordergrund steht die sanfte und einfühlsame Stimme des Willam Fitzsimmons, meist begleitet durch zurückhaltende Gitarrenklänge. Abby Gundersen und Rosie Thomas vervollständigen den Gesamteindruck durch ihren überwiegend zarten Hintergrundgesang.

Die Stimmung des Albums ist durchgängig eine eher melancholisch-sentimentale. Nachdenkliche, manchmal traurig klingende Lieder, die perfekt in eine eher herbstliche Stimmung passen. Musik für die stillen Momente des Lebens, für die etwas ruhigeren Passagen des Tages, welche hektische Momente langsam ausklingen lassen. Mit jedem Durchlauf der Scheibe wird „Mission Bell“ noch ein wenig eingängiger, obwohl die einzelnen Stücke bereits beim ersten Mal des Hörens wirken und klingen. Die Slide-Gitarre erinnert an mancher Stelle an das Herkunftsland des Musikers, insgesamt ist die Musik des Albums fest im Folk, weniger im Pop oder Country verwurzelt.

Fazit: „Mission Bell“ von William Fitzsimmons ist für Freundinnen und Freunde der eher ruhigeren Töne bestens geeignet. Wer auf schöne und sanfte Melodien steht, die oder der wird mit diesem Album belohnt. „Mission Bell“ passt perfekt in die eher dunkle Jahreszeit, verströmt Melancholie ohne dabei in Selbstmitleid zu versinken. Ein schönes, folkiges Album, welches zum Genießen einlädt und zehn überzeugende Titel enthält. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Second Hand Smoke, Distant Lovers, Lovely


Tourdaten 2018:

2. Oktober 2018, Dresden – Beatpol
4. Oktober 2018, München – Technikum
8. Oktober 2018, Stuttgart – Im Wizemann
17. Oktober 2018, Hamburg – Grünspan
24. Oktober 2018, Berlin – Heimathafen



Donnerstag, 20. September 2018

Regina Spektor – What We Saw From The Cheap Seats




Regina Spektor – What We Saw From The Cheap Seats


Besetzung:

Regina Spektor – vocals, piano, keyboards (2-10), marimba (3)


Gastmusiker:

Mike Elizondo – producer, bass (1, 3, 5, 7-10), upright bass (2, 4, 6), electric guitar (1, 6, 7), acoustic guitars (11), programming (3, 5, 7)
Aaron Sterling – drums (1, 3-7, 9), percussion (1, 5, 7), marimba (3)
Jay Bellerose – drums (2, 7, 10), percussion (2, 10), bongos (10)
Danny T. Levin – trumpet (3)
David Moyer – baritone and tenor saxophone (3)
Jack Dishel – vocals (3, 5)
John Daversa – trumpet (10)


Label: Sire Records


Erscheinungsdatum: 2012


Stil: Independent Pop


Trackliste:

1. Small Town Moon (3:02)
2. Oh Marcello (2:38)
3. Don’t Leave Me (Ne Me Quitte Pas) (3:39)
4. Firewood (4:55)
5. Patron Saint (3:40)
6. How (4:48)
7. All The Rowboats (3:34)
8. Ballad Of A Politician (2:13)
9. Open (4:30)
10. The Party (2:28)
11. Jessica (1:44)

Gesamtspieldauer: 37:18



„What We Saw From The Cheap Seats“ heißt das sechste Studioalbum der US-Amerikanerin mit russischen Wurzeln, Regina Spektor. Die Platte erschien am 29. Mai 2012 wie die vorherigen Veröffentlichungen der Musikerin auf dem Plattenlabel Sire Records. „What We Saw From The Cheap Seats“ enthält neue Titel und solche, die Regina Spektor bisher nur auf früheren Konzerten gespielt hatte, ohne diese bisher auf einem Studioalbum veröffentlicht zu haben. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung des Albums war „Jessica“ das einzig völlig neue Lied. „How“ sowie „The Party“ waren bereits wenige Wochen zuvor während Spektors Headliner-Tournee gespielt worden. „Don‘t Leave Me (Ne Me Quitte Pas)“ war in einer alternativen Version bereits auf dem 2002er Album „Songs“ vertreten und alle weiteren Titel waren schon während früherer Auftritte gespielt worden.

Ein klein wenig scheinen Regina Spektor anscheinend die Ideen ausgegangen zu sein. Nur drei wirklich neue Nummern auf einem Album, was mit 37 Minuten Laufzeit zudem nicht gerade üppig ausgestattet ist und gleichzeitig zehn Minuten weniger Spieldauer aufweist als noch der Vorgänger „Far“. Trotzdem ist „What We Saw From The Cheap Seats“ wahrlich kein schlechtes Album geworden, wenn es auch qualitativ nicht an den Vorgänger heranreicht. Doch auch auf der sechsten Veröffentlichung der Regina Spektor gibt es diese wunderschönen melodiösen und zumeist ruhigen Momente, in die es einzutauchen lohnt. Insgesamt klingt die Platte abwechslungsreich und zum Teil auch ein wenig kommerzieller als jene ihres bisherigen Schaffens. Dazu ist mit „Don’t Leave Me (Ne Me Quitte Pas)“ ein Gute-Laune-Lied enthalten, welches auch die zweite Single-Auskopplung der Platte darstellt. Diese Nummer klingt etwas anbiedernd, mal ein klein wenig Calypso klingend, dann einige Bläser enthaltend – wie geschaffen für die Hitparaden dieser Welt. Leider das schlechteste Lied des Albums.

Ganz anders klingt da die erste Single-Auskopplung „All The Rowboats“. Hier hört man Regina Spektor wieder am Piano und dieses Instrument und ihre Stimme dominieren das Lied, welches sehr schnell ins Ohr geht und mit den Höhepunkt der Platte darstellt. Ein nach vorne treibender Rhythmus verleiht dem Titel dabei einen ziemlichen Groove. Ansonsten gibt es viel Bewährtes auf „What We Saw From The Cheap Seats“. Eingängige Melodien, zumeist eher ruhig gestaltete Lieder, die unaufdringlich unterhalten und ganz viel Musik zum Träumen und Zurücklehnen.

Fazit: „What We Saw From The Cheap Seats“ ist sicher nicht die beste Platte der Regina Spektor geworden, dabei ist die Scheibe jedoch ganz weit davon entfernt ein schlechtes Album zu sein. Wer die früheren Veröffentlichungen der gebürtigen Russin mag, wird auch diese Platte lieben. Sanfte Lieder, eine melancholische Stimmung und viel Piano wirken auch dieses Mal überzeugend. Neun Punkte.

Anspieltipps: All The Rowboats, Ballad Of A Politician



Mittwoch, 19. September 2018

No-Man – Schoolyard Ghosts




No-Man – Schoolyard Ghosts


Besetzung:

Tim Bowness – vocals, mellotron, piano, chime guitars, vocal loops, musical box
Steven Wilson – piano, acoustic and electric guitars, bass, keyboards, glockenspiel, harmony vocals, harp, harmonium, percussion, mellotron, organ, drum programming, musical box, electronic piano


Gastmusiker:

Andy Booker – electronic percussion, drum loop
Marianne De Chastelaine – cello
Peter Chilvers – samples
Rick Edwards – percussion
Colin Edwin – fretless acoustic bass
Gavin Harrison – drums
Bruce Kaphan – pedal steel guitar, e-bow pedal steel guitar
Fabrice Levebvre – yang t‘chin
The London Session Orchestra strings
Dave Stewart – string arrangement
Pat Mastelotto – drums, percussion
Pete Morgan – bass
Theo Travis – flute, soprano sax, clarinet


Label: KScope


Erscheinungsdatum: 2008


Stil: Art Rock, Art Pop, Alternative


Trackliste:

CD1:

1. All Sweet Things (6:47)
2. Beautiful Songs You Should Know (4:25)
3. Pigeon Drummer (6:16)
4. Truenorth (12:51)
5. Wherever There Is Light (4:21)
6. Song Of The Surf (6:11)
7. Streaming (3:32)
8. Mixtaped (8:38)

CD2:

1. Another Winter (Demo) (2:35)
2. The City Sounds (Demo) (2:46)
3. Ominous Dancefloor (Demo) (4:17)
4. The Place Where You’d Hide (Demo) (3:44)
5. Truenorth (Strings) [Part 1] (1:48)
6. Truenorth (Alternate) [Part 2] (3:37)
7. Beautiful Songs You Should Know (Alternate) (4:06)
8. Pigeon Beater (3:03)
9. Lucky You Lucky Me (4:51)
10. Song Of The Surf (Duet) (3:53)
11. Counting (4:24)
12. Death Was California (3:09)

Gesamtspieldauer CD1 (53:03) und CD2 (42:18): 1:35:21




Steven Wilson ist wahrlich ein umtriebiger Musiker. Seine „Hauptband“ hieß lange Zeit Porcupine Tree, bis diese erst mal „auf Eis“ gelegt wurde. Dann gibt es da Blackfield, sein bis heute aktives Projekt mit Aviv Geffen. Während er Endphase von Porcupine Tree begann er auch Solo-Alben zu veröffentlichen, die inzwischen in schöner Regelmäßigkeit erscheinen. Dann gibt es inzwischen fast unzählige, von ihm remasterte Alben der Progressive Rock Heroen der 70er Jahre. Und schließlich war da auch noch das Duo No-Man, bestehend aus eben jenem Steven Wilson sowie Tim Bowness. In den Jahren von 1993 bis 2008 veröffentlichten diese beiden Musiker unter eben jenem Namen insgesamt sechs Studio-Alben. Das letzte Album dieser Reihe heißt bisher „Schoolyard Ghosts“ und erschien am 12. Mai 2008 auf dem Plattenlabel KScope.

No-Man, beziehungsweise Tim Bowness und Steven Wilson, präsentieren auf „Schoolyard Ghosts“ Musik, die man wohl am ehesten mit warm und sehr gefühlvoll umschreiben kann. Lieder für die ruhigen Momente des Tages, in denen man abschalten möchte, die Augen schließen, entspannen. Das Tempo wird niemals angezogen auf diesem Album, die Musik fließt dahin wie ein ruhiger bedächtiger Fluss. Ich würde nicht so weit gehen, hierbei von Ambient zu sprechen, doch nähern sich die weiten Ausläufer dieses musikalischen Genres durchaus manchmal auch der Musik von No-Man auf dieser Veröffentlichung an. Die Lieder klingen allesamt melodiös und eingängig, kuscheln die Hörerin und den Hörer sanft und weich ein. Einzige Ausnahme stellt da der Titel Lied „Pigeon Drummer“ dar, in dem es zu kurzen, jedoch fast schon brachialen Ausbrüchen kommt. Ein Schlagzeug- und Gitarren-Gewitter bricht plötzlich über einen herein, doch bereits nach ganz wenigen Augenblicken klart der Himmel wieder auf und alles wiegt sich erneut in sanfter Harmonie. Schade, dass diese kleinen „Explosionen“ nicht häufiger gezündet wurden, denn sie tragen durchaus mit zur Spannung und Abwechslung des ganzen Albums bei.

Die Höhepunkte der Platte sind der Opener „All Sweet Things“, dem auch der Album-Titel „Schoolyard Ghosts“ entnommen wurde. Ein sanftes und überaus melodisches Lied, welches gleich beim ersten Mal des Hörens ins Ohr geht und sehr gut die Gesamtstimmung der Platte wiedergibt. Dann wäre an dieser Stelle nochmals das bereits erwähnte „Pigeon Drummer“ zu nennen, ein schöner Kontrapunkt zur intensiven und alles überstrahlenden Harmonie. Schließlich ist da noch das längste Lied des Albums, „Truenorth“. Über zwölf Minuten hat man nun Zeit, ganz in diesen melodiösen Strukturen zu versinken, sich einhüllen zu lassen in sanfte Wohlklänge. Ganz bestimmt wird es Menschen geben, die diese geballten Relaxationsklänge eher langweilig finden werden – wenn sie die Augen schließen und zuhören, werden sie vielleicht verstehen. Schließlich sei hier noch das folgende Lied „Wherever There Is Light“ erwähnt. Wie der Auftakt ist es eine sanfte und eingängige Nummer, angefüllt mit Eingängigkeit, die sich festsetzt und die Atemfrequenz herunterfährt.

Mit der neuen Ausgabe des Albums im Jahr 2014 erhält man als Bonus eine zweite CD. Diese hält neben wenigen, bereits bekannten Titeln in Form von alternativen Versionen auch reichlich Neues für Hörerin und Hörer parat. Die Sound-Qualität der Stücke ist erstklassig, auch wenn es sich dabei zum Teil um Demos handelt. Solche Titel wie „Another Winter“, „Pigeon Beater“ oder „Lucky You Lucky Me“ hätten in dieser Form auch für das offizielle Album eine Bereicherung dargestellt. Von daher stellen diese Lieder eine wirkliche Zugabe zum ursprünglichen Album dar.

Fazit: Man sollte definitiv die sanften Momente in der Musik zu schätzen wissen, wenn man „Schoolyard Ghosts“ von No-Man einlegt und genießen möchte. Keine Hektik, Ruhe ist angesagt. Nur an wenigen Stellen passiert Außergewöhnliches, zumeist treiben die Lieder sanft vorwärts und schließlich auch vorbei. Das kann für die eine oder den anderen, zur richtigen Tageszeit genossen, wie ein Entspannungskur wirken. Wieder andere werden nur wegschlummern. Das Leben ist wunderbar vielfältig, Geschmäcker eben auch. Elf Punkte.

Anspieltipps: All Sweet Things, Pigeon Drummer, Truenorth, Wherever There Is Light



Dienstag, 18. September 2018

In Flames – Siren Charms




In Flames – Siren Charms


Besetzung:

Anders Fridén – vocals
Björn Gelotte – guitar
Niclas Engelin – guitar
Peter Iwers – bass
Daniel Svensson – drums, percussion


Gastmusiker:

Örjan Örnkloo – keyboards, programming
Emilia Feldt – backing vocals (7)
The Head Jester Choir – choir (8)
Martin Rubashov – backing vocals (9)


Label: Sony Music


Erscheinungsdatum: 2014


Stil: Alternative Metal, Death Metal


Trackliste:

1. In Plain View (4:06)
2. Everything’s Gone (3:24)
3. Paralyzed (4:15)
4. Through Oblivion (3:37)
5. With Eyes Wide Open (3:58)
6. Siren Charms (3:05)
7. When The World Explodes (4:38)
8. Rusted Nail (4:54)
9. Dead Eyes (5:23)
10. Monsters In The Ballroom (3:53)
11. Filtered Truth (3:30)

Gesamtspieldauer: 44:48




„Siren Charms“ heißt das elfte Studioalbum der schwedischen Metal Band In Flames. Es wurde am 5. September 2014 in Europa und am 9. September 2014 in den USA auf dem Plattenlabel Sony Music Entertainment veröffentlicht. Es ist das letzte Album mit dem langjährigen Schlagzeuger Daniel Svensson, der im Jahr 2015 bei In Flames ausstieg und jetzt Bier in seiner Brauerei „Odd Island Brewing“ in der Nähe von Göteborg braut. Drei Singles wurden mit den Titeln „Rusted Nail“, „Through Oblivion“ und „Paralyzed“ aus dem Album ausgekoppelt. In Schweden kletterte „Siren Charms“ bis auf Platz 1 der Charts, in Deutschland immerhin bis auf Platz 7 und in den US Billboard 200 belegte das Album als höchste Platzierung Platz 26.

Die Kritiken zum Album waren sowohl bei den Fans wie auch bei den Kritikern sehr durchwachsen. Klang vielen langjährigen Fans die Musik auf „Siren Charms“ nicht mehr hart genug, klang die Scheibe für viele Kritiker eher banal und gewöhnlich. Diesem Eindruck muss ich mich leider anschließen, denn etwas Besonderes stellt die Musik von In Flames auf „Siren Charms“ keineswegs dar. Man hört hier Metal – durchaus hart – den man mit „Mainstream“ umschreiben könnte. Keine Besonderheiten sind hier zu hören, sehr viel eher wirkt das alles glattgeschliffen und im Durchschnitt verhaftet, ohne dabei auffällig werden zu wollen. Andererseits hinterlässt man auf diese Weise zwar keine großartigen Spuren, geht jedoch etwas leichter ins Ohr und verkauft sich besser. Ziel also definitiv erreicht.

Das Album läuft durch und verfügt hierbei durchaus über harte Riffs und jede Menge Geschrei. Von fehlender Härte kann da kaum die Rede sein. Ins Ohr geht „Siren Charms“ durchaus zügig, denn auch Metal kann eingängig sein, der vom In Flames auf „Siren Charm“ verbleibt dort allerdings nicht allzu lange. Ein wenig mehr Ecken und Kanten hätten hier definitiv geholfen. Höhepunkte sind die Titel „Paralyzed“, „Through Oblivion“ sowie „Dead Eyes“. Zu sehr stechen diese allerdings auch nicht aus der breiten Masse des Restes heraus.

Fazit: Ein eher durchschnittliches Album ist das bereits elfte Studioalbum „Siren Charms“ der schwedischen Meal Band In Flames geworden. Für viele der Fans aus den Anfängen der Band längst nicht mehr „hart“ genug, für mich alles andere als „weich“, jedoch auch wenig spektakulär. Spätestens beim dritten Mal des Hörens macht sich da eine gewisse Langweile breit, da die Lieder wenig nachhaltig und austauschbar klingen. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Paralyzed, Through Oblivion, Dead Eyes



Montag, 17. September 2018

Anna von Hausswolff – The Miraculous




Anna von Hausswolff – The Miraculous


Besetzung:

Anna von Hausswolff – pipe organ, synthesizer, vocals


Gastmusiker:

Ulrik Ording – drums
Filip Leyman – drums, synthesizer, vocals
Karl Vento – guitar, vocals
Joel Fabiansson – guitar
Daniel Ögren – clavioline (track 1)
Maria von Hausswolff – vocals (track 9)


Label: City Slang


Erscheinungsdatum: 2015


Stil: Gothic, Art Rock


Trackliste:

1. Discovery (8:45)
2. The Hope Only Of Empty Men (3:10)
3. Pomperipossa (2:12)
4. Come Wander With Me / Deliverance (10:49)
5. En Ensam Vandrare (2:54)
6. An Oath (3:01)
7. Evocation (3:07)
8. The Miraculous (9:59)
9. Stranger (5:28)

Gesamtspieldauer: 



„The Miraculous“ heißt das vierte Studioalbum der Schwedin Anna von Hausswolff, die mit ganzem Namen Anna Michaela Ebba Electra von Hausswolff heißt. Funeral Pop oder eine Prise Sakral bis Death Rock gefällig? In der Musik findet man genau diese Genres, die die Musik der gebürtigen Göteborgerin besser umschreiben als der manchmal in diesem Zusammenhang genannte Independent Rock. Pop ist das allerdings wahrlich nicht, was man hier zu hören bekommt. Diese Umschreibungen der Musik der Anna von Hausswolff resultieren auch nicht allein aus dem Umstand heraus, dass häufig eine Orgel im musikalischen Zentrum eines Liedes steht. Es ist die dunkle und düstere Atmosphäre, die mit der Musik transportiert wird, die einen packt, einhüllt und nicht so leicht wieder ziehen lässt.

Etwas Besonderes stellt die Musik der Anna von Hausswolff auf jeden Fall dar. Diese Instrumentierung gepaart mit einem Gesang, der zwischen engelsgleich und vom Teufel besessen wechselt. Dies alles so arrangiert, dass eine dichte und fesselnde Stimmung entsteht, die mit jeder Nummer erneut aus den Boxen beziehungsweise Kopfhörern fast schon wie eine zähe Masse herausquillt – ohne dass dies negativ gemeint sei. Doch ist diese Musik so schwermütig, dass ein schnelles Fließen metaphorisch einfach nicht passen will. Lieder die sich anschleichen, anwachsen, auftürmen, schließlich mächtig und voll alles zermalmen, was sich diesen Tönen glaubt in den Weg stellen zu müssen. Dieser Klang ist wahrlich intensiv und lässt einen nicht ungerührt.

Höhepunkte gibt es viele auf „The Miraculous“, Ausfälle keine. Hier als Highlights herauszustellen lohnt definitiv für den Opener des Albums, das Lied „Discovery“. Dieser intensive Orgelsound, einfach göttlich. Auch das folgende „The Hope Only Of Empty Men“ weiß sehr zu überzeugen. Eine Orgellinie, über die Anna von Hausswolff irgendwie entrückt, fast schon verstörend singt. Dann wäre da schließlich noch das längste Lied des Albums zu nennen, „Come Wander With Me / Deliverance“. Bei diesem Doppel-Titel wird die Steigerung so wundervoll ausgelebt, dass man dieser mit sehr viel, als nur dem Gehörsinn zu folgen glaubt und völlig von diesen Tonfolgen vereinnahmt wird. An manchen Stellen erinnert mich das Album an den Soundtrack zum Film Koyaanisqatsi von Philip Glass. Das mag allerdings nur mein ganz subjektives Empfinden sein. Die einzelnen Lieder klingen gegen Ende des Albums etwas unspektakulärer, ohne sich dabei jedoch uninteressant oder gar langweilig anzuhören. Gerade der Titeltrack ist sehr sphärisch angelegt, kann von daher nicht mehr ganz diese intensive Atmosphäre erzeugen. Somit befinden sich die Höhepunkte zu Beginn und in der Mitte von „The Miraculous“.

Fazit: Ein wunderschönes und sehr intensives Album ist „The Miraculous“ der Schwedin Anna von Hausswolff geworden. Das Album ist angefüllt mit Musik, in die man tief eintauchen kann, die mit Stimmungen spielt, welche zumeist der dunklen Seite zugewandt scheinen. Zum Nebenbei-Hören ist diese Art der Musik allerdings überhaupt nicht geeignet und bedarf zweifelsohne einer gewissen Aufmerksamkeit. Die Lieder klingen melodiös, dabei zum Teil auch etwas schräg und oftmals ein klein wenig unheimlich. Besondere Musik, die anders ist. Zwölf Punkte.

Anspieltipps: Discovery, The Hope Only Of Empty Men, Come Wander With Me / Deliverance



Sonntag, 16. September 2018

Lou Reed – Berlin




Lou Reed – Berlin


Besetzung:

Lou Reed – vocals, acoustic guitar, choir


Gastmusiker:

Bob Ezrin – piano, mellotron
Steve Hunter – electric guitar
Dick Wagner – electric guitar, backing vocals
Jack Bruce – bass guitar, except “Lady Day“ & “The Kids“
Aynsley Dunbar – drums, except “Lady Day“ & “The Kids“
Steve Winwood – organ, harmonium
Michael Brecker – tenor saxophone
Randy Brecker – trumpet
Tony Levin – bass guitar on “The Kids“
B. J. Wilson – drums on “Lady Day“ & “The Kids“
Allan Macmillan – piano on “Berlin“
Gene Martynec – acoustic guitar, synthesizer and vocal arrangement on “The Bed“, bass guitar on “Lady Day“
Jon Pierson – bass trombone
Blue Weaver – piano on “Men Of Good Fortune“
Steve Hyden – choir
Elizabeth March – choir
Dick Wagner – choir


Label: RCA Records


Erscheinungsdatum: 1973


Stil: Rock


Trackliste:

1. Berlin (3:24)
2. Lady Day (3:39)
3. Men Of Good Fortune (4:38)
4. Caroline Says I (3:57)
5. How Do You Think It Feels (3:42)
6. Oh, Jim (5:14)
7. Caroline Says II (4:13)
8. The Kids (7:55)
9. The Bed (5:51)
10. Sad Song (6:56)

Gesamtspieldauer: 49:34




„Berlin“ nannte der US-amerikanische Musiker Lou Reed sein drittes Solo-Album. „Berlin“ wurde im Juli des Jahres 1973 auf dem Plattenlabel RCA Records veröffentlicht. Die Platte kletterte im Vereinigten Königreich bis auf Platz 7 der Album Charts, erreichte in den USA jedoch lediglich Platz 98 und verkaufte sich allgemein relativ schlecht. Dies mag auch daran gelegen haben, dass die allgemeinen Kritiken im Jahr 1973 sehr schlecht ausfielen. Das Rolling Stone Magazine betitelte die Platte zum Beispiel mit der Überschrift „Desaster“. Genau jene Zeitschrift nahm dreißig Jahre später „Berlin“ mit in ihr Ranking der 500 besten Alben aller Zeiten auf und setzte das Album auf Platz 344.

Das Album-Konzept entstand, als Produzent Bob Ezrin Lou Reed gegenüber erwähnte, dass die Geschichten, die Reeds Songs erzählten, zwar großartige Anfänge hätten, aber nie wirklich zu Ende erzählt werden würden. Konkret wollte Ezrin wissen, was mit dem Paar aus Berlin passiert sei, welches auf seinem ersten Solo-Album in dem Titel „Berlin“ erwähnt wurde. So wurde aus einer Frage die Platte einer tragischen Rockoper, die die Geschichte des unglücklichen Paares Jim und Caroline erzählt. Dabei werden die Themen Drogenkonsum, Prostitution, Depression, häusliche Gewalt und Selbstmord verarbeitet. „The Kids“ zum Beispiel erzählt, wie Caroline von Behördenseite die Kinder weggenommen werden. Man hört in dem Lied Kinder im Hintergrund, die nach ihrer Mutter rufen, um diese weinen. Die auf Plattenbesprechungen ebenfalls bereits erwähnte Band The Waterboys hat ihren Namen aus einer Zeile in diesem Lied entnommen.

„Berlin“ ist musikalisch ein überaus abwechslungsreiches und spannendes Album geworden. Keine Ahnung ob es Platz 344 der besten Alben aller Zeiten einnehmen sollte, allerdings ist es alles andere als ein Desaster. „Berlin“ ist eine Platte geworden, die packt. Die Lieder klingen melodiös, zum Teil auch irgendwie besonders. Mal etwas entrückt, dann wieder herrlich auf den Punkt kommend. Lou Reed wagt hier seine Rock-Musik sehr viel deutlicher zu variieren, als auf den beiden Vorgänger-Alben. Er spielt mit Stimmungen und Atmosphären und schafft es dabei zum Teil bedrückende, ein anderes Mal fröhliche Stimmungen zu verbreiten. Da klingt es mal sphärisch, dann wieder rockig, schließlich auch mal nach Zirkus-Musik und an anderer Stelle voll und orchestral.

Es fällt schwer auf „Berlin“ einzelne Höhepunkte herauszuheben, denn es gibt einige auf diesem Album. „Lady Day“, „Men Of Good Fortune“, „Caroline Says II“, „The Bed“ und „Sad Song“ heißen diese. Wahrscheinlich hätte ich aber wohl an dieser Stelle auch den überwiegenden Teil der anderen Hälfte der Lieder aufzählen können, denn „Berlin“ weiß wirklich zu begeistern. Das Lied „Caroline Says II“ dürfte am bekanntesten auf diesem Album sein, wurde auch sehr oft von anderen Musikern gecovert. Am Intensivsten ist die Musik allerdings beim Lied „The Bed“. Hier kann man die Verzweiflung, die diesem innewohnt nicht nur hören, nein man spürt sie – obwohl oder gerade, weil die Instrumentierung so rudimentär ausfällt. Deshalb sei an dieser Stelle auch entsprechender Text mit abgedruckt.

This is the place where she lay her head
When she went to bed at night
And this is the place our children were conceived
Candles lit the room at night

And this is the place where she cut her wrists
That odd and fateful night
And I said, oh, oh, oh, oh, oh, oh, what a feeling
And I said, oh, oh, oh, oh, oh, oh, what a feeling

This is the place where we used to live
I paid for it with love and blood
And these are the boxes that she kept on the shelf
Filled with her poetry and stuff

And this is the room where she took the razor
And cut her wrists that strange and fateful night
And I said, oh, oh, oh, oh, oh, oh, what a feeling
And I said, oh, oh, oh, oh, oh, oh, what a feeling

I never would have started if I'd known
That it'd end this way
But funny thing I'm not at all sad
That it stopped this way
Stopped this way

Fazit: „Berlin“ von Lou Reed ist ein sehr beeindruckendes Album geworden. Selten klang die Musik des US-Amerikaners abwechslungsreicher und auch intensiver, sieht man mal von seinen Veröffentlichungen mit Velvet Underground ab. Mal klingt es auf „Berlin“ sanft und verzweifelt, dann wieder orchestral und optimistisch. Viele wunderschöne Melodien gibt es hier zu hören und zu entdecken. Dazu werden Geschichten erzählt, die bewegen. Sehr empfehlenswert. Zwölf Punkte.

Anspieltipps: Lady Day, Men Of Good Fortune, Caroline Says II, The Bed, Sad Song