Mittwoch, 29. Mai 2013

Renaissance – A Song For All Seasons




Renaissance – A Song For All Seasons


Besetzung:

Annie Haslam – lead vocals
Jon Camp – bass, bass pedals, electric guitar, lead vocals
Michael Dunford – 6 and 12 string acoustic and electric guitars
Terence Sullivan – drums and percussion
John Tout – keyboards


Gastmusiker:

The Royal Philharmonic Orchestra


Label: Warner Bros Records Inc.


Erscheinungsdatum: 1978


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

1. Opening Out (4:16)
2. The Day Of The Dreamer (9:44)
3. Closer Than Yesterday (3:19)
4. Kindness (At The End) (4:49)
5. Back Home Once Again ("The Paper Lads") (3:17)
6. She Is Love (4:13)
7. Northern Lights (4:07)
8. A Song For All Seasons (10:56)

Gesamtspieldauer: 44:40




1978, mit ihrem achten Album und das letzte Mal in der klassischen Besetzung, schaffte es die englische Band um Sängerin Annie Haslam noch ein letztes Mal ein überaus überzeugendes Album vorzulegen, welches nur in ganz wenigen Ausnahmen nicht im melodischen progressiven Rock beheimatet ist. 1978 war eine Zeit, in der die progressive Rock-Musik eigentlich schon nicht mehr existent war. Entsprechende Bands des Genres hatten sich in die Pop-Gefilde verabschiedet. Umso überraschender ist damit das Erscheinen von „A Song For All Seasons“.

Erste Ansätze sind zwar auch hier bereits in Richtung Pop vorhanden, was sich zum Beispiel im Titel „Back Home Once Again“ widerspiegelt. Hier hört sich Renaissance dann auch gleich äußerst langweilig bis belanglos an. Das Stück „Nothern Lights“ geht ebenso in die poppigere Richtung. Das Lied wurde zudem als Single ausgekoppelt und erreichte immerhin Platz 10 der britischen Charts. Und diese Nummer klingt auch trotz der sehr viel einfacheren Struktur gut und hebt sich dabei angenehm deutlich vom sehr viel uninteressanteren Pop-Allerlei ab, welches man sonst so hin und wieder in den Hitparaden der Welt zu hören bekommt.

Bei zwei Stücken wurde auch am Gesang etwas verändert. „Kindness (At The End)“ und „She Is Love“ wurden von Jon Camp eingesungen. Warum dieser Versuch unternommen wurde, bleibt allerdings weitestehend im Dunkeln. Beide Lieder sind deutlich weniger poppig geraten, als die beiden gerade angeführten Beispiele, jedoch auch nicht unbedingt die Höhepunkte der Platte. Der Gesang wirkt nicht sehr überzeugend und warum man gerade hier auf eines der Markenzeichen der Band, nämlich den Gesang Annie Haslams verzichtete, erschließt sich dem Hörer nicht.

Aber dann kommen wir zu den Highlights des Albums. Diese verstecken sich in den beiden Longtracks der Scheibe. Hier gibt es noch einmal alle Zutaten, die Renaissance Musik zu Renaissance Musik gemacht haben. Klasse Melodien, schöner Gesang, Orchestereinsatz, schwebende und beeindruckende Harmonien. Hier lebt die Musik von Renaissance noch mal auf, sodass alleine diese beiden Titel, „The Day Of The Dreamer“ und das Titellied „A Song For All Seasons“, die Platte zu etwas Lohnendem werden lassen. Dies gilt übrigens ebenfalls für das erste Stück der Scheibe, „Opening Out“, mit welchem bereits deutlich wird, wohin die Fahrt auf diesem Album noch mal geht – eben noch ein letztes Mal in die spannendere Richtung.

Fazit: Die Ansätze, Ideen und Umsetzungen früherer Alben sind auf „A Song For All Seasons“ noch mal zu finden. Leider auch erste Anzeichen für das, was da zukünftig von Renaissance kommen würde. So war einfach der Lauf der Zeit, der die progressiven Rock-Bands der 70er Jahre vereinnahmte. Auch Renaissance konnte sich diesem Trend hin zum einfacheren Pop nicht verschließen, die Musiker schafften es hier allerdings noch mal sehr schön, diesem Zeitgeist mit „A Song For All Seasons“ zu trotzen. Diese Platte ist gelungen. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Opening Out, The Day Of The Dreamer, Closer Than Yesterday, A Song For All Seasons





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