Montag, 9. Mai 2016

Anthony Phillips – Sides




Anthony Phillips – Sides


Besetzung:

Anthony Phillips – guitars, keyboards, lead vocals, additional vocals


Gastmusiker:

Michael Giles – drums
John G. Perry – bass
Dale Newman –vocals, additional vocals
Dan Owen – vocals, additional vocals
Ray Cooper – percussion
Frank Ricotti – timpani
Morris Pert – congas
Mel Collins – tenor saxophone
John Hackett – flute
Ralph Bernascone – vocals
Vic Stench – cellos, bass


Label: Voiceprint


Erscheinungsdatum: 1979


Stil: Pop, Rock, Progressive Rock


Trackliste:

CD1:

1. Um & Aargh (4:52)
2. I Want Your Love (3:57)
3. Lucy Will (4:07)
4. Side Door (3:26)
5. Holy Deadlock (3:51)
6. Souvenir (3:45)
7. Sisters Of Remindum (4:32)
8. Bleak House (6:17)
9. Magdalen (7:47)
10. Nightmare (7:26)


CD2 (Bonus CD der remasterten Albumausgabe):

1. Um & Aargh (Instrumental Mix) (6:54)
2. I Want Your Love (Instrumental Mix) (3:56)
3. Sisters Of Remindum (Alternative Mix) (4:27)
4. Lucy Will (Original Mix) (4:10)
5. Magdalen (Instrumental Mix) (7:03)
6. Side Door (Original Mix) (3:18)
7. Um & Aargh (7" Single Mix) (3:54)
8. Souvenir (Instrumental Mix) (3:48)
9. Bleak House (Alternative Mix) (6:21)
10. Nightmare (Alternative Mix) (7:34)
11. Catch You When You Fall (Instrumental Mix) (3:21)
12. Before The Night (Demo) (5:05)

Gesamtspieldauer CD1 (50:04) und CD2 (59:57): 1:50:01




Wie schwer sich so manche Musiker mit dem veränderten Musikgeschmack des Großteils der Musikhörer ab etwa Mitte der 70er Jahre tat, kann man auch sehr gut auf Anthony Phillips‘ viertem Solo-Album „Sides“ hören, welches im April 1979 ursprünglich auf Virgin Records veröffentlicht worden war. Die remasterte Wiederveröffentlichung des Albums erschien im Jahr 2010 auf dem Label Voiceprint und enthält als Zugabe gleich eine ganze CD mit alternativen Mixen, Demos und instrumentalen Abmischungen der Lieder.

Nun, die erste Seite der ursprünglichen LP, also die erste Hälfte der CD, zeigt den oben angesprochenen Umstand bestens. Hier hört man lediglich Pop der sehr langweiligen Sorte, der mit dem zweiten Titel, „I Want Your Love“, die Grenze des Erträglichen nach unten hin durchbricht. Unfassbar schleimig und süßlich klingt Anthony Phillips hier und man möchte dem Erfinder der Fernbedienung am liebsten persönlich einen Nobelpreis für seine Entdeckung überreichen, der dieser grausamen Folter mit nur einem Tastendruck ein Ende bereitet. Furchtbar.

Bis zum Titel „Souvenir“ ist „Sides“ ein ganz schlechtes Album, erst danach bessert sich sowohl die Qualität der Lieder, wie auch die Stimmung der Hörer. Spätestens ab „Sisters Of Remindum“ klingt die Musik wieder spannender und hier kann man dann in Ansätzen sogar wieder von Progressive Rock sprechen. Die Lieder sind nicht mehr nach Schema F aufgebaut, verfügen über ein gewisses Maß an Melodiösität und gehen dementsprechend auch ins Ohr. Sicherlich hat das alles nur noch bedingt etwas mit der Musik des Progressive Rock in der ersten Hälfte der 70er Jahre zu tun, allerdings ist das, was Anthony Phillips hier mit diesen letzten vier Liedern seinen Hörerinnen und Hörern bietet, sehr viel progressiver, als das was seine ehemalige Band „Genesis“ zu selben Zeit veröffentlichte.

Die Bonus-CD ist eine nette Dreingabe, ohne dabei jedoch ein Kaufargument darzustellen. Die Instrumentalmixe lohnen sich wohl dann, wenn man vorhat, seine Freunde zu einem Anthony Philipps Karaoke-Abend einzuladen. Ansonsten ist diese Zugabe nett, aber ehrlich gesagt überflüssig.

Fazit: Wenn die erste Hälfte dieser Platte, die aus billigem und plattem Pop besteht, nicht wäre, dann wäre „Sides“ noch ein gutes Album geworden. Die letzten Lieder der Scheibe reißen es noch ein wenig heraus, ohne dabei selbst die absoluten „Kracher“ darzustellen. Wenn man allerdings auf Progressive Rock steht, findet man genau in diesen vier Stücken sicherlich etwas für sich – und das soll schon was heißen, so nah an den 80er Jahren. Acht Punkte.

Anspieltipps: Sisters Of Remindum, Nightmare



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