Sonntag, 18. Dezember 2016

Tangerine Dream – Logos Live




Tangerine Dream – Logos Live


Besetzung:

Chris Franke – synthesizer
Johannes Schmoelling – synthesizer
Edgar Froese – synthesizer


Label: Virgin Records


Erscheinungsdatum: 1982


Stil: Elektronische Musik


Trackliste:

1. Logos Part One (25:41)
2. Logos Part Two (19:28)
3. Dominion (5:45)

Gesamtspieldauer: 50:54



„Logos Live“ heißt das fünfte Live Album und die achtzehnte Veröffentlichung insgesamt von Tangerine Dream. Die Aufnahmen stammen dabei von einem Live-Auftritt der Band im Dominion Theatre, London, England und geben etwa 50 Minuten des insgesamt zweistündigen Konzerts wieder. Veröffentlicht wurde die Platte noch im selben Jahr der Entstehung, 1982, auf dem Label Virgin Records.

Tangerine Dream hatten sich weiterentwickelt in den letzten Jahren und gaben mit ihrer Musik auch immer ein kleines Spiegelbild, der gerade aktuellen Musiklandschaft wieder. Umso weniger überraschend ist es auch, dass die Band mit „Logos Live“ Abstand gewinnt von den breiten und sphärischen Klangteppichen und sich mehr hin zum damals aktuellen Pop orientiert. Damit klingt die Musik von Tangerine Dream zwar gleich beim ersten Male des Hörens sehr viel eingängiger, verliert allerdings auch etwas von ihrem Reiz. Klang das früher häufig noch mystisch und geheimnisvoll, so findet man diese musikalische Atmosphäre nur noch ganz am Rande, eher so, als ob diese Abschnitte nur noch dazu da sind, die poppigen Teile in der Musik miteinander zu verbinden.

Nun, das Ganze klingt dann oftmals durchaus eingängig und ist auch garantiert dem damaligen musikalischen Zeitgeist geschuldet, allerdings vermisst man hier doch ein wenig diese Schwerelosigkeit, die der Musik von Tangerine Dream auch immer wieder innewohnte. Oftmals klingen die Passagen nun hektischer, unentspannter. Trotzdem hat die Musik natürlich auch etwas, wenn auch in ein wenig veränderter Form. Aber mit Kopfhörern auf den Ohren oder einer guten Anlage, lässt einen die Musik auf dem Lieblingsplatz immer noch eintauchen in ganz ferne und seltsame Welten, die unweigerlich vor dem geistigen Auge entstehen, wenn man sich auf das Gehörte konzentriert – ganz ohne weitere Hilfsmittel. Der hypnotische Charakter der Musik von Tangerine Dream, die diesen schon immer innehatte, der ist auch auf „Logos Live“ nicht verloren gegangen.

Fazit: Sehr viel poppiger ist die Musik von Tangerine Dream in den 80er Jahren geworden. Ein schönes Beispiel dafür ist das vorliegende Album „Logos Live“. Das bedeutet auch, dass die Lieder von Tangerine Dream nun gleich beim ersten Hören eingängiger wurden, denn nun gibt es diese Melodien zu hören, die durchaus auch ins Ohr gehen. Ein wenig geht das auf Kosten der Atmosphäre, die der Musik von Tangerine Dream immer innewohnte. Tangerine Dream waren allerdings immer eine Band, in deren Musik auch die gerade herrschenden musikalischen Vorlieben des Marktes mit einflossen. Das kann man mögen oder nicht. Acht Punkte.

Anspieltipps: Logos



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