Sonntag, 29. Januar 2017

Rainhard Fendrich – Wien bei Nacht




Rainhard Fendrich – Wien bei Nacht


Besetzung:

Rainhard Fendrich – Gesang


Gastmusiker:

Kristian Kolonovits – Klavier und Synthesizer, Chor
Christian Felke – Saxophon, Chor
Johann Daansen – Gitarren
Jürgen Zöller – Schlagzeug
Hartmut Pfannmüller – Schlagzeug
Harald Fendrich – Bass
Wiener Studio Orchester – Streicher
Etienne Cop – Bläser
Guiseppe Solera – Bläser
Eva Maria Klinger – Sprechstimme


Label: Polydor


Erscheinungsdatum: 1985


Stil: Liedermacher, Austro Pop


Trackliste:

1. Intro (1:05)
2. Haben Sie Wien schon bei Nacht geseh'n (3:38)
3. Vü schöner is des G'fühl (4:17)
4. Immer weiter (3:39)
5. Manchmal denk i no an di (3:37)
6. Wasdwaswawannidatscheawa (3:41)
7. A jeder is' zum Hab'n (2:56)
8. Frühling in Berlin (3:57)
9. Es is scho alls vorbei (3:59)
10. Wart bis hamlich wird und stü (2:36)
11. Rattenfänger (4:16)

Gesamtspieldauer: 37:46



Im Jahr 1985 erschien das fünfte Studio-Album des Österreichers Rainhard Fendrich unter dem Titel „Wien bei Nacht“. Veröffentlicht wurde die Scheibe auf dem Musiklabel Polydor und stellt eine der erfolgreichsten Veröffentlichungen des österreichischen Musikers dar. Zu hören gibt es auf „Wien bei Nacht“ eine breite Mischung diverser musikalischer Stile. Da ist mal Pop zu hören, dann wieder eher Musik, wie man sie von Liedermachern kennt. Es gibt Lieder, die mit einem Big Band Sound eingespielt wurden, geswingt wird ebenfalls du manches erinnert auch ein wenig an den Schlager.

Nun, wenn die Lieder auf „Wien bei Nacht“ zu sehr in Richtung Schlager und Pop abdriften, dann wird es immer ein wenig schwierig, da nicht alle diese Titel auch in diesen Metiers überzeugen können. Ist man ein Freund von Rock und gut gemachtem Pop, kann es durchaus passieren, dass man sich öfters zum Plattenspieler aufmachen muss, um den Tonarm weiter zu heben. Aber das hält sicherlich schlank. Doch solche Titel wie „Wasdwaswawannidatscheawa“ schmerzen fast schon im Ohr und man kommt gar nicht umhin, sich hier sportlich zu betätigen – wenn es in diesem Fall auch nur ein Sprint zur Stereoanlage ist.

Doch die Geschmäcker sind bekanntlich verschieden und drei richtig gute Lieder befinden sich auch auf der Scheibe. Da ist zum einen das Titellied, „Haben Sie Wien schon bei Nacht geseh'n“, eine rockige Pop-Nummer, die gut ins Ohr geht. Einen weiteren Höhepunkt stellt „Frühling in Berlin“ dar. Tolle Melodie und ein Text, der viele Jahre nach dem Fall der Berliner Mauer immer noch wirkt. Und schließlich folgt ganz zum Schluss noch der Höhepunkt des ganzen Albums. Das Lied „Rattenfänger“ ist eine der schönsten Nummern, die Rainhard Fendrich je geschrieben hat. Irgendwo zwischen Liedermacher Musik und Pop angesiedelt, verfügt das Lied über eine sehr eingängige Melodie, steigert sich im weiteren Verlauf und bleibt bereits nach dem ersten Mal des Hörens hängen und verliert auch nichts von seiner Ausdrucksstärke, die auch im Text zu finden ist, nach vielen, vielen Durchläufen. Streicher, Keyboard und E-Gitarre sind hier perfekt aufeinander abgestimmt und ergänzen sich zu einem wunderschönen Lied. 

Fazit: „Wien bei Nacht“ ist kein einfaches Album geworden. Das liegt daran, da hier schlagereske Pop-Lieder auf sehr viel anspruchsvollere Stücke stoßen. Von daher kann beim Genuss von „Wien bei Nacht“ einer Hörerin oder einem Hörer kaum alles gefallen, außer vielleicht man ist die oder der Rainhard Fendrich Fan schlechthin. Für diese drei genannten Stücke hat sich für mich der Kauf der Scheibe gelohnt, den großen Rest blende ich dann ganz gerne aus. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Haben Sie Wien schon bei Nacht geseh'n, Frühling in Berlin, Rattenfänger



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