Dienstag, 25. Juli 2017

The Who – Who’s Last




The Who – Who’s Last


Besetzung:

Roger Daltrey – vocals, harmonica
John Entwistle – bass guitar, vocals
Kenney Jones – drums
Pete Townshend – lead guitar, vocals


Gastmusiker:

Jim Gorman – keyboards


Label: MCA Records


Erscheinungsdatum: 1984


Stil: Rock


Trackliste:

Seite 1:

1. My Generation (3:23)
2. I Can't Explain (2:35)
3. Substitute (2:57)
4. Behind Blue Eyes (3:40)
5. Baba O'Riley (5:37)

Seite 2:

1. Boris The Spider (2:41)
2. Who Are You (6:35)
3. Pinball Wizard (2:52)
4. See Me Feel Me/Listening To You (4:41)

Seite 3:

1. Love Reign O'er Me (5:13)
2. Long Live Rock (3:34)
3. Reprise (1:38)
4. Won't Get Fooled Again (11:21)

Seite 4:

1. Doctor Jimmy (4:56)
2. Magic Bus (6:54)
3. Summertime Blues (3:07)
4. Twist And Shout (3:59)

Gesamtspieldauer: 78:13




„Who‘s Last“ ist nach „Live At Leeds“ das zweite Live-Album der englischen Rock Band The Who. Aufgenommen wurde es im Jahr 1982 während ihrer sogenannten „Farewell Tour“. Veröffentlicht wurde das Album schließlich auf MCA Records im Herbst des Jahres 1984. Der Titel erschließt sich daraus, dass diese Platte definitiv die letzte der Band sein sollte. Nun, dies war dann glücklicherweise jedoch doch nicht der Fall – es sollte viel später sogar noch ein Studio-Album veröffentlicht werden.

Die meisten Live-Aufnahmen stammen vom Auftritt der Band am 14. Dezember 1982 im Richfield Coliseum in Cleveland, Ohio, welches auch ihr letztes Konzert in den USA sein sollte, wie Pete Townshend nach dem Titel „Won't Get Fooled Again“ verkündet. Lediglich vier Nummern stammen von anderen Konzerten. „Behind Blue Eyes“ wurde dem Konzert am 10. Oktober in der Brendan Byrne Arena in East Rutherford entnommen. „Magic Bus“ und „Summertime Blues“ wurden am 20. Oktober im Kingdome in Seattle eingespielt und „Substitute“ stammt schließlich von der Show am 27. Oktober im Jack Murphy Stadium in San Diego.

Obwohl die Aufnahmen Ende 1982 entstanden und das Album erst 1984 veröffentlicht wurde, fehlen hier völlig Lieder der beiden vorherigen Studioalben „Faces Dances“ von 1981 und „It’s Hard“ aus dem Jahr 1982, die noch bei Polydor veröffentlicht worden waren. Lieder dieser Alben wurden zwar auf den Konzerten gespielt, jedoch nicht diesem, von MCA Records herausgegebenen Album hinzugefügt.

„Who’s Last“ ist bei Fans wie bei Kritikern einigermaßen umstritten, werden doch laufend Vergleiche zu ihrer ersten Live-Veröffentlichung „Live At Leeds“ gezogen, die vielen Hörerinnen du Hörern sehr viel authentischer und packender klingt. Nun, etwas unpersönlich wirkt „Who’s Last“ wirklich. Kaum Ansagen sind zu hören, die Lieder beginnen und enden meist in einheitlichem Jubel. Und ein klein wenig wirkt die Scheibe somit wie ein „Best Of…“-Album der Band – und zwar der Platten, die noch mit Keith Moon am Schlagzeug eingespielt worden waren, denn die letzten beiden Alben fehlen, wie bereits erwähnt. Auf „Who’s Last“ gibt es somit ausschließlich die „Hits“ der Band zu hören.

Allerdings kommt die Spielfreude von The Who hier sehr gut rüber, auch wenn viele Hörerinnen und Hörer das in diesem Fall anders sehen. Die einzelnen Titel klingen dynamisch, trotz des nicht immer ganz reinen Sounds der Aufnahmen. Zudem erhält man einen sehr guten Überblick über das Schaffen der Band in den 60er und 70er Jahren des letzten Jahrhunderts, denn die einzelnen Lieder stellen gleichzeitig eine kleine Zeitreise durch die Geschichte von The Who dar. Am Ende der Platte stehen mit „Summertime Blues“ sowie „Twist & Shout“ zwei Cover-Versionen, die auf Konzerten schon sehr früh bei The Who mit eingebaut worden waren. Ob dies bei einem Album, welches ursprünglich als die allerletzte Veröffentlichung vorgesehen war, so geschickt war, dies sei allerdings mal dahingestellt.

Fazit: Mit „Who’s Last“ kann man gut eintauchen in die musikalische Welt von The Who. Bis auf die letzten beiden Alben werden hier alle Schaffensphasen der Band abgebildet. Die großen Hits der Band sind vertreten, der Sound ist jedoch nicht immer ganz auf der Höhe. Die Spielfreude der Musiker meine ich herauszuhören, ansonsten wirkt das Album bei den Übergängen allerdings etwas „kalt“, da Ansagen oder sonstige Kommunikation mit den Zuschauern weitestgehend fehlt. Trotzdem lohnend. Neun Punkte.

Anspieltipps: Won't Get Fooled Again



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