Samstag, 10. September 2011

Supertramp – Even In The Quietest Moments…





Supertramp – Even In The Quietest Moments…


Besetzung:

Rick Davies − vocals , keyboards
Roger Hodgson − vocals , keyboards, guitars
John Helliwell – wind instruments, vocals
Dougie Thomson − bass
Bob Siebenberg − drums, percussion


Gastmusiker:

Gary Mielke − oberheim-programming


Label: A&M Records


Erscheinungsdatum: 1977


Stil: Pop


Trackliste:

1. Give A Little Bit (4:09)
2. Lover Boy (6:53)
3. Even in the Quietest Moments (6:29)
4. Downstream (4:04)
5. Babaji (4:52)
6. From Now On (6:22)
7. Fool's Overture (10:52)

Gesamtspieldauer: 43:34 



“Even In The Quietest Moments” ist die fünfte Platte der Formation Supertramp. Und auf dieser Veröffentlichung befinden sich sieben Nummern, vier von Roger Hodgson und drei Stücke von Rick Davies.

Und zwei dieser sieben Stücke sind herausragend. Da ist zum einen das Titelstück „Even In The Quietest Moments“. Ein klasse Nummer, schön getragen. Es beginnt mit Vogelgezwitscher und einer gezupften akustischen Gitarre und wird dann abgerundet durch die Klarinette Helliwells. Ein toller Anfang, aber auch was danach folgt, macht das Stück zu einem wunderschönen Titel. Getragen fließt Hodgsons Gesang aus den Boxen - ohne dabei ins Seichte abzudriften. Schön dabei auch der Duettgesang mit Rick Davies. Ein tolles, ruhiges Lied ist das, welches in seinen sechseinhalb Minuten nie langweilig wird.

Und da wäre dann noch „Fool's Overture“, ein Titel, der in knapp elf Minuten alles das beinhaltet, was einen Song zu einem Klasselied werden lässt. „Fool’s Overture“ geht dabei in die Richtung progressiver Rock, denn in diesem Stück ist alles enthalten, was das Herz des Prog-Fans höherschlagen lässt. Tolle Melodien, Rhythmus- und Tempowechsel, bombastische wie ruhige Abschnitte und überraschende Dinge, wie zum Beispiel Winston Churchills legendärer Ausspruch „We will never surrender“. „Fool's Overture“ gehört für mich mit zu den besten drei Stücken, die Supertramp jemals veröffentlicht hat. Das Stück ist eine akustische Reise, die an jeder Stelle begeistern kann. Ein Highlight der Rockmusik.

Nun, was wäre noch auf dem Album? Da wäre zum einen das schöne „Babaji“ zu nennen. Ein Track, der langsam beginnt und erst allmählich an Fahrt gewinnt, bis er sich zu einer flotten Popnummer entwickelt. Nicht schlecht gemacht. Der Rest der Stücke auf dem Album kann allerdings mit der Klasse der genannten drei Titel nicht mehr mithalten.

Da wäre zum einen die Singleauskopplung „Give A Little Bit“. Das Ganze klingt irgendwie ein bisschen nach Folk und ist mir einfach zu glatt und eingängig. Ich finde in dem Stück keine Stellen, die mich mitreißen, es ist irgendwie nette Hintergrundmusik.

Blieben noch die drei Davies Kompositionen „Lover Boy“, „Downstream“ und „From Now On“. Alle drei Stücke berühren und fesseln mich nicht. Ich kann damit einfach nichts anfangen und ertappe mich immer wieder dabei, dass ich diese Stücke auf der Fernbedienung überspringe. Wahrscheinlich tue ich Herrn Davies da Unrecht, aber mir gefallen die drei Lieder nicht und bleiben für mich Allerwelts-Pop.

Fazit: Mit „Fool’s Overture“ enthält die CD eines der besten Stücke Supertramps. Allein dieser Track lohnt den Kauf. Auch das Titelstück und das Lied „Babaji“ können überzeugen, die restlichen Kompositionen jedoch, vor allem die Davies-Stücke, fallen für mich qualitativ ganz stark ab. Aber wie gesagt, die Platte enthält auch Highlights und erhält so von mir 10 Punkte.

Anspieltipps: Fool’s Overture, Even In The Quietest Moments, Babaji



Freitag, 9. September 2011

Supertramp – Crisis? What Crisis?





Supertramp – Crisis? What Crisis?


Besetzung:

Rick Davies − vocals , keyboards
Roger Hodgson − vocals , keyboards, guitars
John Helliwell – wind instruments, vocals
Dougie Thomson − bass
Bob Siebenberg − drums, percussion


Gastmusiker:

Richard Hewson – orchestra and choir arrangement


Label: A&M Records


Erscheinungsdatum: 1975


Stil: Pop


Trackliste:

1. Easy Does It (2:16)
2. Sister Moonshine (5:15)
3. Ain't Nobody But Me (5:11)
4. A Soapbox Opera (5:00)
5. Another Man's Woman (6:17)
6. Lady (5:25)
7. Poor Boy (5:08)
8. Just A Normal Day (4:03)
9. The Meaning (5:24)
10.Two Of Us (3:28)

Gesamtspieldauer: 47:25 



Ein Jahr nach ihrem internationalen Durchbruch mit „Crime Of The Century“ brachten Supertramp mit „Crisis? What Crisis?“ ihre nächste Veröffentlichung auf den Markt. Und auch dieses Mal teilten sich Rick Davies und Roger Hodgson wieder das Songwriting, wobei sechs der zehn Stücke aus der Feder Hodgsons stammen und Davies vier Stücke beisteuerte.

Es beginnt mit Hodgons „Easy Does It“ und hier genauer mit Straßengeräuschen und einem fröhlichen Pfeifen, bis schließlich ein Autohupen das Lied auch instrumental beginnen lässt. „Easy Does It“ ist ein leicht schwebender Song, der seinem Namen mit dem „Easy“ alle Ehre macht. Sicher nicht die beste Komposition Hodgsons, ohne dabei jedoch schlecht zu sein. Noch besser macht er es aber bei „Sister Moonshine“. Ebenfalls ein Gute-Laune-Lied, welches mit einer schönen Melodie aufwartet und, im Gegensatz zu vielen anderen Liedern Hodgsons, einen treibenden Rhythmus besitzt. Schön hierbei wieder das Mundharmonikaeinsatz und die Flöte gegen Ende des Stücks.

„Ain't Nobody But Me” ist dann die erste Komposition Davies’ auf dem Album. Was toll mit Piano und Keyboard beginnt, wird dann rockig, kann aber irgendwie nicht so recht zünden. Dazu kommt dann ein ganz süßlicher Refrain, der zwar irgendwie zum Rest des Liedes passt, mich jedoch auch nicht überzeugen kann.

Aber dann kommt es schon: „A Soapbox Opera“, das Stück schlechthin auf dem Album und ein Lied, weswegen sich alleine schon der Kauf dieser Scheibe lohnen würde. Alles wirkt bei diesem Stück irgendwie zerbrechlich, was sicherlich nicht zuletzt an der Stimme Roger Hodgsons zusammen mit der Instrumentierung liegt: Piano, Keyboard und Streicher machen diese Nummer zu einem Erlebnis. Eines der besten Lieder Supertramps - für den einen oder anderen vielleicht zu zerbrechlich oder zu schwebend oder zu süß, für mich jedoch einfach nur schön.

Aber auch Rick Davies kann gute Lieder schreiben. Das beweist er mit der Nummer „Another Man's Woman”. Deutlich rockiger und treibender ist dieses Stück und es verfügt über einen klasse Refrain, der einfach zum Mitwippen animiert. Der Song ist ein klasse Kontrapunkt zum vorherigen Stück.

Und schon ist wieder Roger Hodgson an der Reihe. „Lady“ beginnt mit Xylophonklängen und weist dann den so typischen Supertramp-Keyboardsound auf. Ein schönes Lied, was man wieder unter der Kategorie „Gute-Laune-Stück“ ablegen kann.

Dann kommen wieder zwei Davies Kompositionen. „Poor Boy” und “Just A Normal Day”. Nun, ich kann mir nicht helfen, aber diese Stücke überzeugen mich einfach nicht. Eher im Gegenteil, sie langweilen. „Poor Boy“ besitzt dabei sogar diesen typischen Supertramp-Sound, kann aber trotzdem nicht zünden. “Just A Normal Day” ist sehr bluesig, aber hier finde ich die Streicher einfach zu schmalzig. Allerdings verschafft Davis John Helliwell immer wieder Arbeit. Die Klarinettensoli in den beiden Stücken sind ganz nett, aber das war es auch schon.

Zum Abschluss gibt es dann noch mal zwei Hodgson-Kompositionen. Und beide heben die Klasse des Albums wieder deutlich an. Da ist zum einen das schöne „The Meaning“, ein gitarrenlastiges Stück, bei dem das Keyboard dieses Mal nur eine untergeordnete Rolle spielt und welches ebenfalls ein tolles Klarinettensolo aufweist. Und schließlich ist da noch das kurze, leise und fast schon schwebende „Two Of Us“. Roger Hodgson singt dort so, als ob er kurz vor dem Weinen steht. Aber es passt wunderbar zu dem Stück. Und noch ein „Aber“: Man muss seinen Falsett-Gesang auch mögen, sonst hat man gerade mit diesem letzten Stück nicht viel Spaß.

Fazit: Mit gefällt der Gesang Hodgsons und auch mit „Crisis? What Crisis?“ haben Supertramp ein klasse Album als Nachfolger von “Crime Of The Century” vorgelegt. Es erreicht aber nicht ganz dessen Klasse, sodass ich diesem Album elf Punkte verleihe.

Anspieltipps: A Soapbox Opera, Another Man’s Woman, The Meaning, Two Of Us



Donnerstag, 8. September 2011

Supertramp – Crime Of The Century






Supertramp – Crime Of The Century


Besetzung:

Rick Davies − vocals , harmonica, keyboards
Roger Hodgson − vocals , piano, guitars
John Helliwell – saxophone, clarinet, vocals
Dougie Thomson − bass
Bob Siebenberg − drums, percussion


Gastmusiker:

Richard Hewson – string arrangement


Label: A&M Records


Erscheinungsdatum: 1974


Stil: Pop


Trackliste:

1. School (5:37)
2. Bloody Well Right (4:32)
3. Hide In Your Shell (6:49)
4. Asylum (6:44)
5. Dreamer (3:31)
6. Rudy (7:21)
7. If Everyone Was Listening (4:05)
8. Crime Of The Century (5:34)

Gesamtspieldauer: 44:10 



Mit dem Album „Crime Of The Century“ schafften Supertramp 1974 den Durchbruch. Und es sind wahrlich tolle Songs auf diesem Album vertreten, auf dem man zum ersten Mal diesen unverwechselbaren Sound hört, der Supertramp in der Musikgeschichte bisher einmalig macht.

Es geht los mit dem Titel „School“ aus der Feder von Roger Hodgson. Markant hier das Mundharmonikaspiel zu Beginn, was fast schon Erinnerungen an die Musik eines Italo-Westerns der späten 60er Jahre aufkommen lässt. Was dann folgt ist ein tolles Stück Musik: Sehr melodiös und durch Roger Hodgsons Stimme sehr eindringlich. Beginnt das Lied äußerst ruhig, so hört man schließlich im Hintergrund Kinderrufen (vom Pausenhof?), es ertönt ein Schrei und das Lied nimmt Fahrt auf. Ein toller Track und auch immer ein Highlight auf früheren Supertramp Konzerten.

Die nächste Nummer heißt „Bloody Well Right“ und stammt aus der Feder Rick Davies‘. Ein völlig anderer Song, der nach einer ruhigen Pianoeinleitung zu einem richtigen Rhythm-And-Blues-Stück wird, bei dem auch die schwereren Gitarren zu hören sind. Mit Sicherheit einer der besten Songs, die Rick Davies jemals geschrieben hat. Toll hier auch der Gesang, der zum Teil wie ein Frage-und-Antwort-Spiel angeordnet ist.

Und es geht klasse weiter auf dieser CD. Das nächste Stück, „Hide In Your Shell“ stammt wieder von Roger Hodgson, wirkt verträumt und besitzt eine wunderschöne Melodie. Klasse zum Tragen kommt hier der Falsett-Gesang Hodgsons, der bei dieser Nummer so schön verzweifelt wirkt.

„Asylum“ ist wieder eine Davies-Nummer und erneut deutlich rockiger. Ebenfalls nicht schlecht gemacht und sehr abwechslungsreich, was auch durch die zum Teil orchestrale Instrumentierung noch unterstrichen wird. Es folgt sogleich wieder ein Klassiker aus dem Repertoire von Supertramp: „Dreamer“. Wenn ich nach dem typischsten Supertramp-Song gefragt werden würde, dann würde meine Wahl wohl auf dieses Lied fallen. Man hört sowohl Hodgson wie Davies singen und die Keyboards klingen nach Supertramp, wie sie es stärker nicht könnten. Ein klasse Stück Musik.

Es folgen die beiden schwächsten Stücke auf dem Album. „Rudy“ von Davies und „If Everyone Was Listening” von Hodgson. “Rudy” ist mir zu bluesig und ich kann damit nur in einzelnen Passagen etwas anfangen. „If Everyone Was Listening” ist mir eindeutig zu langweilig. Das haben wohl auch Supertramp selbst so gesehen, denn es ist der einzige Song dieser Veröffentlichung, der nicht auf dem tollen Live-Album „Paris“ aus dem Jahr 1980 vertreten ist.

Ein Highlight haben Supertramp allerdings noch parat und sich für das Ende aufgehoben. Und das ist das Titelstück „Crime Of The Century“. Habe ich bei „Bloody Well Right“ bereits geschrieben, dass es einer der besten Davies-Stücke ist, so kann ich mich hier präzisieren, dieses Stück ist in all seinem Aufbau, seiner Instrumentierung und seinem Bombast, das beste Lied, das Davies meiner Meinung nach jemals geschrieben hat. Ein tolles Lied und ein würdiger Abschluss für ein klasse Album.

Fazit: Nicht von Ungefähr schafften die fünf Briten mit diesem Album ihren internationalen Durchbruch. Die CD ist gespickt mit tollen Songs, die hier sogar nicht nur von Roger Hodgson kommen, nein, zu denen hier auch Rick Davies seinen Beitrag geleistet hat. Auch dieses Album der Band Supertramp hat somit eine Eins verdient und bekommt von mir daher 13 Punkte.

Anspieltipps: School, Bloody Well Right, Hide In Your Shell, Dreamer, Crime Of The Century



Mittwoch, 7. September 2011

Supertramp – Breakfast in America






Supertramp – Breakfast in America


Besetzung:

Rick Davies − vocals , keyboards
Roger Hodgson − vocals , keyboards, guitars
John Helliwell – woodwind instruments
Dougie Thomson − bass
Bob Siebenberg − drums


Gastmusiker:

Gary Mielke – oberheim programming
Slyde Hyde − trombone, tuba


Label: A&M Records


Erscheinungsdatum: 1979


Stil: Pop


Trackliste:

1. Gone Hollywood ( 5:19)
2. The Logical Song (4:11)
3. Goodbye Stranger (5:50)
4. Breakfast In America (2:39)
5. Oh Darling (4:03)
6. Take The Long Way Home (5:08)
7. Lord Is It Mine (4:10)
8. Just Another Nervous Wreck (4:25)
9. Casual Conversations (2:59)
10. Child Of Vision (7:28)

Gesamtspieldauer: 46:12 



Wer die etwas anspruchsvollere Popmusik der Endsiebziger mag, der wird dieses Album lieben. Und vielleicht geht es dem Hörer da genau wie mir: Beim Hören von Supertramp Musik werde ich immer an die Frage „Beatles oder Rolling Stones?“ erinnert. Nicht, dass die Supertramp-Musik wie die, einer der genannten Bands klingt. Aber genau, wie man eben die Beatles oder eben die Rolling Stones irgendwie besser fand, so stellt sich bei Supertramp die Frage, ob man eher auf die Stücke von Roger Hodgson, oder aber auf die von Rick Davies steht. Denn diese beiden Musiker teilten sich das Songwriting ziemlich gleichberechtigt untereinander auf. Und bei mir lässt sich die Frage „Hodgson oder Davies“ auch ganz klar beantworten: Hodgson. Allerdings hat Rick Davies zum Gelingen von „Breakfast in America“ auch einige gute Stücke beigetragen.

Die Platte beginnt mit „Gone Hollywood“, einer Davies-Nummer. Das Stück lebt vom Klavierspiel Davies‘ und dem Falsett-Gesang der ganzen Band und erinnert, gerade in diesen Teilen, stark an die Bee Gees. Wenn dann allerdings noch die Klarinette von John Helliwell ertönt, wird es eindeutig zu einem Stück von Supertramp - unverwechselbar. Die Nummer weist in ihren Tempowechseln eine schöne Dramaturgie auf und gehört für mich mit zu den besten Stücken aus der Feder von Rick Davies.

Anschließend ertönt bereits der Supertramp-Song schlechthin: „The Logical Song“. Ein Stück aus der Feder Hodgsons, was auch nach über 30 Jahren nichts von seiner Klasse verloren hat. Hier hört man das für Supertramp so typische Keyboard, das Lied hat eine wahnsinnig schöne Melodie und der Gesang von Roger Hodgson ist so wunderbar verzweifelt. Für mich einer der besten Popsongs überhaupt - nicht nur von Supertramp.

Weiter geht es wieder mit einer Davies Nummer: „Goodbye Stranger“. Klar ist es schwierig, nach diesem Vorgänger zu überzeugen. Das Lied weist allerdings ebenfalls wieder den typischen Supertramp-Keyboardsound und Falsett-Gesang auf und ist ein ganz netter Popsong, aber nichts Besonderes.

Es folgt der Titeltrack des Albums: „Breakfast In America“, wieder von Roger Hodgson komponiert. Das kürzeste Stück auf der Platte ist erneut unglaublich eingängig und hat seine Stärke durch das Tuba-Spiel sowie den Klarinetteneinsatz. Das Zusammenspiel dieser beiden Blasinstrumente hat es in der Geschichte der Popmusik in dieser Form sicher nur bei Supertramp gegeben und macht den Supertramp-Sound, neben dem Klang des Keyboards, so unverwechselbar.

Es folgt „Oh Darling“, ein etwas langweiliger Track, der hauptsächlich vom mehrstimmigen Gesang lebt, allerdings nicht an die Klasse der anderen Tracks heranreicht. Aber sogleich folgt wieder ein Stück von Roger Hodgson „Take The Long Way Home“ und damit ein weiterer Höhepunkt des Albums. Klasse hier gleich zu Beginn das Mundharmonika-Solo in Verbindung mit dem Pianosound. Und auch bei diesem Stück beweist Roger Hodgson einmal mehr, dass er die Gabe hat, Lieder mit schönen Melodien zu schreiben, die sich im Laufe eines Tracks auch noch weiterentwickeln. Ein klasse Stück Musik mit tollem Rhythmus.

Auch das nächste Stück „Lord Is It Mine“ ist aus der Feder Hodgsons. Es ist das ruhigste Lied auf dem Album und lebt ebenfalls wieder vom tollen Zusammenspiel des Klaviers mit der Klarinette und dem Gesang Hodgsons. Betrachtet man alle fünf Hodgson-Kompositionen auf dem Album, so ist dieser Track sicherlich die schwächste Nummer - allerdings ist dies Klagen auf sehr hohem Niveau.

Es folgen mit „Just Another Nervous Wreck“ und „Casual Conversations“ zwei Davies-Kompositionen. Dabei fällt der erste der beiden Stücke in die Kategorie „Ganz nett“, ohne wirklich was Besonderes zu sein. „Casual Conversations“ stellt dagegen den Tiefpunkt des Albums dar. Eine Nummer, die irgendwie wohl „soulig“ klingen sollte, aber außer Langeweile keinerlei Regung bei mir erzeugt. Ganz eindeutig die schlechteste Nummer auf dem Album.

Aber es folgt ja noch ein Höhepunkt: „Child Of Vision“, der längste Track auf der Platte und ein Lied, welches so wohl nur Supertramp beziehungsweise Roher Hodgson schreiben konnte. Das Lied besitzt den perfekten Groove. Das Zusammenspiel aller Instrumente, einschließlich des Gesangs, mit der Keyboardprogrammierung kann nur als genial bezeichnet werden. Das Stück besitzt dabei einen Rhythmus, der es einem schwer macht, die Füße still zu halten. Ein absolut toller Song und mit seinen fast siebeneinhalb Minuten keine Sekunde zu lang.

Fazit: „Breakfast In America“ ist eines der Highlights im Schaffen von Supertramp, was vor allem an den Kompositionen von Roger Hodgson liegt. Seine fünf Beiträge zu diesem Album sind ohne Ausnahme Klassiker der Popmusik. Und da hier, zumindest zu Beginn, auch Rick Davies ein paar gute Songs zum Gelingen des Albums beitragen konnte, gibt es von mir für diese Platte auch eine Eins, nämlich 13 Punkte.

Anspieltipps: The Logical Song, Breakfast In America, Take The Long Way Home, Child Of Vision



Montag, 5. September 2011

Anthony Phillips – Private Parts And Pieces V - Ivory Moon





Anthony Phillips – Private Parts And Pieces V - Ivory Moon


Besetzung:

Anthony Phillips – piano


Label: EMI


Erscheinungsdatum: 1986


Stil: Instrumental


Trackliste:

1. Suite: Sea-Dogs Motoring i) Sunrise over Sienna (3:20)
2. Suite: Sea-Dogs Motoring ii) Basking Shark (5:09)
3. Suite: Sea-Dogs Motoring iii) Sea-Dogs' Air (2:37)
4. Suite: Sea-Dogs Motoring iv) Safe Havens (1:15)
5. Tara's Theme (from Masquerade) (3:23)
6. Winter's Thaw (9:40)
7. The Old House (15:22)
8. Moonfall (from Masquerade) (4:02)
9. Rapids (8:30)
10. Let us now make love (6:31)




Dass Anthony Phillips nicht nur Gitarre spielen kann, sondern auch auf dem Piano Hörenswertes zu produzieren im Stande ist, das beweist er uns auf der CD „Private Parts And Pieces: Ivory Moon, Piano Pieces 1971- 1985“.

Auf der CD befinden sich also zehn reine Pianostücke, die zumeist klassisch inspiriert sind. Die Ausnahme bildet da der 10. und letzte Track „Let us now make love“, ein alter Genesistitel aus dem September 1968, den Phillips hier auf dem Piano interpretiert.

Ich bin ja eigentlich immer eher der Meinung: „Schuster bleib bei deinen Leisten“ und warum muss Anthony Phillip hier, ein sich an der Klassik orientiertes Album, veröffentlichen? Ich musste beim Durchhören aber immerhin positiv überrascht feststellen, dass Anthony Phillips bei dieser Veröffentlichung nicht herumexperimentiert, sondern alle Stücke durchdacht und durchkomponiert klingen. Es gibt keine „planlosen“ Abschnitte und das sorgt zum einen für Abwechslung, zum anderen für richtig schöne Melodien, wie in den Nummern „Sea-dogs‘ air“ oder aber in den Stücken „Basking shark“ und „Tara’s theme“, wenngleich ich auch glaube, letztes Stück schon mal von einem anderen Interpreten gehört zu haben. Mitunter plätschert die Musik aber auch sehr belanglos dahin, ohne einen wirklich packen zu können. Das bedeutet nicht, dass der Großteil der Nummern schlecht wäre, allerdings kann er auch nicht mitreißen.

Fazit: Wer an die Klassik angelehnte Musik mag, die sehr oft auch noch melodiös und eingängig ist, der wird auch mit diesem Werk etwas anfangen können. Hier klingt zwar nichts nach Genesis, sondern alles eher nach klassischer Musik, wem allerdings reine Klaviermusik gefällt, der wird auch an diesem Album Gefallen finden. Von mir gibt es dafür 7 Punkte. Die CD gibt es zur Zeit auch im Doppelpack mit „Private Parts And Pieces – Twelve“ für kleineres Geld.

Anspieltipps: Basking shark, Sea-dogs’ air, Tara’s theme




Sonntag, 4. September 2011

Anthony Phillips – Private Parts And Pieces V - Twelve





Anthony Phillips – Private Parts And Pieces V - Twelve


Besetzung:

Anthony Phillips - 12-string acoustic guitar


Label: EMI


Erscheinungsdatum: 1984


Stil: Ambiente, Instrumental


Trackliste:

1. January (5:56)
2. February (4:37)
3. March (5:10)
4. April (4:48)
5. May (4:37)
6. June (5:33)
7. July (6:19)
8. August (5:18)
9. September (4:05)
10. October (6:23)
11. November (5:11)
12. December (6:29)




Eine nette Idee hatte Anthony Phillips da, die zwölf Monate auf der akustischen Gitarre zu vertonen. So etwas Ähnliches gab es ja schon mal in der klassischen Musik, nur dass Vivaldi sich auf die vier Jahreszeiten beschränkte.

Und da wären wir bereits bei der Musik von „Twelve“ und deren Umsetzung. Die Idee war wie gesagt gut, aber an der Umsetzung scheitert es doch gewaltig. Denn auch nach mehrmaligem Hören schaffen es die zwölf Stücke nicht, in irgendeiner Art und Weise hängenzubleiben. Gut, der Vergleich mit Vivaldi ist nicht ganz fair, jedoch kann ich bei den „Vier Jahreszeiten“ das Sommergewitter „akustisch sehen“ beziehungsweise die Kälte im Winter spüren. Bei „Twelve“ spüre ich gar nichts. Genauso gut hätten die Lieder auch Montag, Dienstag, Mittwoch und so weiter heißen können, meine Assoziationen wären dieselben gewesen: Das ist Gitarrenmusik, die nicht immer ganz melodiös, manchmal sogar dissonant und atonal klingt.

Lediglich „drei Monate“ treten aus dem für mich fast schon monotonen Geschrammel heraus. Das wären der April, der November und der Dezember, wobei ich im November irgendwie ein Sommergewitter ausmache und überhaupt nicht den trüben und nasskalten, vorletzten Monat des Jahres. Aber vielleicht sollte ich da auch einen Herbststurm hören, wer weiß das schon? April und Dezember verfügen über ganz nette Melodien, die sich aus dem sonst so eintönigen Allerlei doch noch hervorzuheben wissen.

Fazit: Die Idee war gut, an der Umsetzung scheitert es dann aber. Für mich klingen die Stücke alle ziemlich gleich. Und die drei „besseren Monate“ lohnen den Kauf auch nicht, dazu ist das restliche Dreiviertel einfach zu schwach. Mehr als vier Punkte kann ich hier leider nicht vergeben. Die CD gibt es allerdings zur Zeit ziemlich günstig im Doppelpack zusammen mit "Private Parts And Pieces VI - Ivory Moon". Vielleicht ist das ja dann ein Kaufargument.

Anspieltipps: April, November und December



Samstag, 3. September 2011

The Moody Blues – On A Threshold Of A Dream






The Moody Blues – On A Threshold Of A Dream


Besetzung:

Justin Hayward  guitar, vocals
John Lodge  bass, guitar, vocals
Michael Pinder  keyboards, vocals
Ray Thomas  bass, flute, horn, vocals
Graeme Edge  drums


Label: Universal Music Group


Erscheinungsdatum: 1969


Stil: ArtRock / Pop


Tracklist:

1. In the Beginning (2:08)
2. Lovely to See You (2:34)
3. Dear Diary (3:56)
4. Send Me No Wine (2:.21)
5. To Share Our Love (2:53)
6. So Deep Within You (3:.10)
7. Never Comes the Day (4:43)
8. Lazy Day (2:43)
9. Are You Sitting Comfortably? (3:.30)
10. The Dream (0:57)
11. Have You Heard - Part 1 (1:28)
12. The Voyage (4:10)
13. Have You Heard - Part 2 (2:26)


Bonustracks:

14. In The Beginning (Full Version) (3:28)
15. So Deep Within You (Full Version) (3:29)
16. Dear Diary (Alternate Mix) (4:05)
17. Have You Heard (3:52)
18. The Voyage (Original Take) (4:19)
19. Lovely To See You (BBC Sessions Version) (2:26)
20. Send Me No Wine (BBC Sessions Version) (2:40)
21. So Deep Within You (BBC Sessions Version) (3:08)
22. Are You Sitting Comfortably (BBC Sessions Version) (3:38)




Mit „On a threshold of a dream” haben die fünf Musiker von den Moody Blues ein Album geschaffen, das seinem Namen “An der Schwelle eines Traumes“ alle Ehre macht. Denn verträumt wirkt diese Musik wahrlich. An manchen Stellen geht sie sogar fast ins Psychedelische.

Es fängt an mit einer Sprechgesangnummer, „In the beginning“, die ein wenig mystisch klingt, sonst aber nichts Besonderes zu bieten hat. Gleich das nächste Stück, „Lovely to see you“, ist dann ein Track, der typisch für die Musik der Endsechziger ist. Eine nette Rock’n’Roll-Nummer. Anschließend wird es zum ersten Mal so richtig verträumt: „Dear diary“. Das Stück lebt von seinem Flötenspiel und von der, ein wenig verzerrten, Gesangsstimme. Dazu verfügt der Track noch über eine sehr schöne Melodieführung.

Ein weiterer Höhepunkt des Albums ist schließlich „Lazy day“. Eindrucksvoll dabei ist der schöne Hintergrundgesang, welcher das Stück so richtig tief tragend werden lässt, ohne dabei ins Schnulzige abzudriften. Gegen Ende des ursprünglichen Albums erwarten einen dann noch die absoluten Höhepunkte des Albums. Die da wären, die beiden „Have you heard“-Parts, sowie das beste Stück auf dem Album, das instrumentale „The voyage“. Klasse instrumentiert, mal mit einem ganzen Orchester, mal deutlich zurückhaltender nur mit dem Piano. Sicherlich einer der besten Songs, die “The Moody Blues“ jemals geschrieben haben.

Blieben noch die neun Bonustracks, bei denen es sich um alternative Versionen, Outtakes oder um BBC-Radio-Sessions handelt. Nichts Neues also, aber als Alternative zu den regulären Stücken eine ganz nette Zugabe.

Fazit: Ein überaus gelungenes Album ist den Moody Blues mit „On a threshold of a dream” gelungen. Neben einigen Höhepunkten gibt es keine Stücke, die wirklich stark abfallen. Alles klingt wie aus einem Guss und wenn man, die manchmal auch pompöse Popmusik der Endsechziger mag, dann wird man an diesem Album hier sicherlich auch Gefallen finden. Mir gefällt es ganz gut und ich gebe diesem Werk neun Punkte.

Anspieltipps: Dear Diary, The Voyage



Freitag, 2. September 2011

Tangerine Dream – Phaedra





Tangerine Dream – Phaedra


Besetzung:

Edgar Froese – mellotron, guitar-bass, VCS3 synthesizer, organ
Chris Franke – moog synthesizer, keyboards, VCS3 synthesizer
Peter Baumann – organ, e-piano, VCS3 synthesizer, flute


Label: Virgin Records


Erscheinungsdatum: 1974


Stil: Electronic Rock / Ambiente


Trackliste

1. Phaedra (16:45)
2. Mysterious semblance at the stand of nightmares (10:35)
3. Movements of a visionary (7:55)
4. Sequent 'C' (2:17)



Nun, was will man zu diesem Werk Tangerine Dreams sagen. Ist das sphärisch gut gemacht oder aber totlangweilig? Nun, die Wahrheit liegt wohl wie immer irgendwo in der Mitte. Man muss etwas mit elektronischer Musik anfangen können, um sich für „Phaedra“ zu begeistern.

Beim Titelstück geben Sequenzermuster den eigentlichen Takt vor. Das läuft so ziemlich monoton bis etwa 10:20 und doch durchaus mit einer Steigerung versehen, bis das Lied dann nur noch sehr sphärisch über die restlichen sechs Minuten ausklingt.

Beim zweiten Stück „Mysterious semblance at the stand of nightmares” kommt anschließend das Mellotron sehr elegisch zum Einsatz. Klangwelten werden hier aufgebaut, die an eine Reise durch das Weltall erinnern oder aber an einen Sonnuntergang in der Wüste. Hier sind der Phantasie des Hörers keine Grenzen gesetzt. Ab der Mitte wird das Stück dann sogar noch etwas abwechslungsreicher und man hört zum Beispiel eine auf dem Synthesizer gespielte Meeresbrandung, was wiederum gegen die Weltraum- beziehungsweise Wüstengeschichte spricht. Dann wird auch dieses Stück sehr sphärisch und man hört nur noch einzelne Töne - anstatt einer durchgängigen Melodie.

Das dritte Stück, „Movements of a visionary”, ist mit knapp acht Minuten etwas kürzer, als die beiden Vorgänger. Die Nummer besteht zu Beginn auch wieder nur aus einzelnen Tönen, die durchaus hypnotisch wirken können. Dann ertönt wieder ein Sequenzermuster und das Stück erhält so etwas wie Rhythmik. Schließlich setzt eine Orgel ein und auch eine Art Melodie ist zu vernehmen, wenn diese auch nur angedeutet wird. Der Track ist deutlich abwechslungsreicher als seine beiden Vorgänger und kann gerade dadurch punkten.

Als letztes Stück befindet sich der kurze, nur etwas über zwei Minuten lange Track „Sequent 'C'“, auf dem Album. Dieses Stück wird beherrscht von Peter Baumanns Flötenspiel, welches allerdings auch wieder keine Melodie erzeugt, sondern, in Verbindung mit dem Synthesizer, rein zur Schaffung einer etwas mystischen Stimmung dient.


Fazit: Würde ich durch das Weltall fliegen, so könnte ich mir durchaus diese Musik als Untermalung meiner Erlebnisse vorstellen. Jetzt bin ich aber nun mal auf der Erde und komme wohl nicht in den Genuss eines solchen Ausflugs, was bei mir wiederum die Frage aufwirft, was ich mit dieser Musik anstellen könnte. Wann lohnt es sich diese Scheibe einzulegen? Ich muss gestehen, ich bin noch zu keiner Lösung dieses Problems gekommen. „Phaedra“ ist mir für irdische Verhältnisse einfach viel zu monoton. Und daher kann ich diesem Werk auch nur fünf Punkte verleihen.

Anspieltipps: Um ein Gesamtbild zu erhalten, lohnt es nicht in die einzelnen Stücke reinzuhören. Man muss sich schon die Mühe machen, die Lieder ganz durchzuhören.



Donnerstag, 1. September 2011

New Model Army – Thunder And Consolation




New Model Army – Thunder And Consolation


Besetzung:

Justin Sullivan – vocals, lyrics, guitar, keyboards
Robert Heaton – drums, b.vox, guitar, bass
Jason Harris – bass, keyboards, guitar


Gastmusiker:

Ed Elain Johnson – violin
Chris McLaughlin – live guitar


Label: EMI


Erscheinungsdatum: 1989


Stil: Alternative / Independent / Rock


Trackliste:

1. I Love The World (5:08)
2. Stupid Questions (3:27)
3. 225 (4:47)
4. Inheritance (3:24)
5. Green And Grey (5:48)
6. Ballad Of Bodmin Pill (4:48)
7. Family (4:01)
8. Family Life (3:00)
9. Vagabonds (5:24)
10. Archway Towers (4:52)

Gesamtspieldauer: 44:39 



Mit ihrem vierten Album „Thunder And Consolation“ haben New Model Army eine tolle Scheibe vorgelegt, die alles beinhaltet, was das Herz des Rockliebhabers höherschlagen lässt.

Auf der Silberscheibe sind zahlreiche Klassiker von New Model Army enthalten, die auch immer wieder auf Konzerten der Band für Stimmung sorgen. Und gleich das erste Lied auf dem Album ist mit „I Love The World“ ein richtiger Kracher. Ein Stück, was alles beinhaltet, um ein Lied aus der Masse anderer Songs hervorzuheben: Treibender Rhythmus, klasse Melodie und ein toller Refrain. Sehr gelungen auch der Einschub bei 3:30, der dem Lied noch mehr Abwechslung verleiht.

Weiter geht es mit „Stupid Questions“. Ebenfalls ein schöner Track, der sich vor der vorherigen Nummer in Sachen Melodie und „Groove“ nicht verstecken muss. Auch hier ist alles perfekt arrangiert. Klasse ist hier auch der immer wieder einsetzende Chor. Das nächste Lied „225“, steigert sich nach langsamem Beginn ebenfalls zu einer Nummer, bei der man die Füße nicht stillhalten kann. Schöner, treibender Rhythmus und Gesang, lassen auch dieses Lied überzeugen. Weiter geht es mit „Inheritance“, einem Stück, welches für New Model Army-Verhältnisse völlig aus der Rolle fällt. Dass Stück wird hautsächlich vom Schlagzeug begleitet, nur ab und zu ist ein Klavierakkord zu vernehmen. Und über allem legt Justin Sullivan eine Art Sprechgesang, der allerdings überhaupt nichts mit zum Beispiel HipHop zu tun hat. Sehr interessant.

Dann folgt wieder ein weiterer Klassiker von New Model Army, die Ballade „Green And Grey“ aus der Feder John Heatons, des Schlagzeugers, der 2004 leider viel zu früh verstarb. Das Lied beginnt mit Donnergrollen und Regengeplätscher und entwickelt sich dann zu einem weiteren Höhepunkt des ganzen Albums. Das Stück verbindet eine wunderschöne Melodie mit einem tollen Text, den Justin Sullivan so wundervoll gefühlvoll singt. Wirklich eine klasse Ballade.

Es schließt sich der Track „Ballad Of Bodmin Pill“ an. Ein Lied, welches ganz typisch für die Musik von New Model Army ist: Treibender Rhythmus und sehr melodiöser Refrain. Das nächste Stück, „Family“, will dagegen nicht so recht zünden. Es hat zwar einen schönen Basslauf und auch wieder einen, für New Model Army typischen, melodiösen Refrain, aber dieses Synthesizer-Geklatsche nervt nach einer gewissen Zeit. Und in seinen vier Minuten klingt das Stück einfach ein wenig zu langweilig.

Gar nicht mehr langweilig ist dann die nächste Nummer: „Family Life“. Wieder ein wunderbares, ruhiges Stück, das hauptsächlich mittels einer akustischen Gitarre instrumentiert wird. Hier zeigen New Model Army einmal mehr, dass sie einfach ein Gespür für tolle Melodien haben. Außerdem kommt auf diesem Stück der Gesang von Justin Sullivan so richtig gut zur Geltung.

Und schon folgt ein weiterer Klassiker mit „Vagabonds“. Absolute klasse ist hier bereits die Einleitung in das Lied, welche durch ein Violinsolo vollführt wird. Und dann kracht das Stück so richtig los, immer unterstützt von der Violine Ed Elain Johnsons. Ein ganz starkes Stück Rockmusik. Die Platte endet mit „Archway Towers“, erneut einem zunächst ruhigeren Song, der von einer fast schon sphärischen Gitarre und dem Gesang Sullivans lebt, bis das Stück dann stark an Fahrt aufnimmt und Publikumsgeklatsche die ganze Stimmung noch untermalt. Schließlich klingt das Lied und damit die CD, anschließend langsam aus.

Fazit: Es gibt kaum eine Scheibe von New Model Army, die abwechslungsreicher ist als „Thunder And Consolation“. Von Punk bis Folk ist quasi jede Stilrichtung auf dem Album enthalten und es wirkt dabei keineswegs so, als ob die Bandmitglieder erst noch ihren Stil suchen, nein es wirkt so, als ob sie in all diesen Stilen auch beheimatet sind. Ein tolles und abwechslungsreiches Album haben die Briten hier vorgelegt, das mir auch zwölf Punkte wert ist.

Anspieltipps: I Love The World, Green And Grey, Family Life, Vagabonds



Mittwoch, 31. August 2011

Peter Gabriel – Up




Peter Gabriel – Up


Besetzung:

Peter Gabriel – vocals, string arrangement, samples, bosendorfer, mutator, keyboard, jamman, mpc groove, organ, sample keys, bass keys, firefly keys, bass pulse, piano, harmonium, tom toms, crotales, arpeggiated bass, telecaster, reverse strings, mellotron etc.


Gastmusiker:

Melanie Gabriel – backing vocals
Manu Katche – drums
Dave Power – drums
Dominic Greensmith – drums
Steve Gadd – drums
Mahut Dominique – percussion
Ged Lynch – percussion, drums
Richard Chappel – percussion, programming, treated loop, loop manipulation
Will White – percussion
Stephen Hague – percussion
Assane Thiam – percussion
Daniel Lanois – percussion, guitars
Peter Green – guitars
Tony Levin – bass
David Rhodes – guitars, backing vocals
The London Session Orchestra – strings
Will Gregory – string arrangement
Nick Ingham – orchestration
Alex Swift – additional programming
Ad Chivers – backing vocals
Tchad Blake – tape scratching, groove treatment
Pete Davis – additional programming
Steve Osborne – additional production
David Sancious – hammond
The Blind Boys of Alabama – vocals
Hassam Ramzy – tablas, percussion
Danny Thompson – double bass
Chris Hughes – supercollider drum programming
Mitchell Froom – middle section backwards piano
Richard Evans – recorders, acoustic guitars
Shankar – double violin (improvised)
Chuck Norman – spectre programming, bridge strings
Tony Berg – backwards guitar
Christian le Chevretel – trumpet
Sally Larkin – backing vocals
The Black Dyke – brass
Bob Ezrin – brass arrangement
Ed Sheamur – brass arrangement
John Brian – mandolin, chamberlain
The Dhol Foundation – dhol drums
Nusrat Fateh Ali Khan – vocals


Label: Virgin Records


Erscheinungsdatum: 2002


Stil: Progressive Rock / Rock / Pop


Trackliste:

1. Darkness (6:51)
2. Growing Up (7:33)
3. Sky Blue (6:37)
4. No Way Out (7:53)
5. I Grieve (7:24)
6. The Barry Williams Show (7:16)
7. My Head Sounds Like That (6:29)
8. More Than This (6:02)
9. Signal To Noise (7:36)
10. The Drop (3:03)

Gesamtspieldauer: 1:06:49



Zehn lange Jahre mussten die Fans von Peter Gabriel warten, bis nach „Us“, 2002 endlich wieder ein Studioalbum von Peter Gabriel erschien. Und ich nehme es gleich vorweg, das Warten hat sich gelohnt, denn „Up“ ist ein geniales Album geworden.

Es beginnt mit dem Stück „Darkness“, bei dem man sehr vorsichtig mit der Lautstärkeregelung umgehen sollte. Das Stück beginnt sehr ruhig, um dann nach knapp dreißig Sekunden brachial loszuschlagen. Das Stück lebt auch im Weiteren vom Gegensatz laut und leise, wobei Peter Gabriel sein Gespür für schöne Melodien gleich perfekt auslebt. Ein ganz starker Beginn des Albums.

Weiter geht es mit „Growing up“, welches durch Keyboard und Cello eingeleitet wird. Anschließend lebt das Stück von seinem treibenden Beat, der einfach mitreißt. „Sky blue“ ist anschließend genau das Gegenteil. Ein sehr ruhiger Song, der mich an „Mercy Street“ von der Platte „So“ erinnert, ohne diesen Track allerdings zu kopieren. Eine richtig schöne Nummer, in der Peter Gabriels verzweifelte Stimme so richtig zur Geltung kommt. Toll hier auch der Chor am Ende des Stückes.

„No way out” ist das vierte Stück auf der Platte. Auch wieder ein ziemlich ruhiger Track, wie er so allerdings nur von Peter Gabriel geschrieben werden konnte. Sicherlich auch nicht das Highlight auf der CD, aber dennoch beileibe kein schlechtes Stück. Es wirkt fast so, als ob Peter Gabriel hier mal kurz Luft holt. „I grieve” ist dann erneut ein ganz ruhiges Stück, bei dem Gabriels Stimme wunderbar zum Tragen kommt. Nach fast fünf Minuten erfolgt dann ein Rhythmuswechsel, das Lied gewinnt an Fahrt und entwickelt sich zu einem tollen Stück Musik. Und hier wird jetzt nicht mehr getrauert, wie der Titel einem zu verstehen geben will, hier wird jetzt Mut geschöpft, um ganz am Ende des Stücks wieder in den traurigen Part überzugehen.

„The Barry Williams Show” ist anschließend die erste Singleauskopplung des Albums. Ein klasse Lied, welches davon handelt, wie sich Menschen in Talkrunden manchmal seelisch ausziehen und was sie dort so alles erzählen. Toller Text, toller Groove, ein Lied das mitreißt. „My head sounds like that” ist dann anschließend wieder ein ganz ruhiges, pianolastiges Lied, welches voller Sehnsucht aus den Boxen quillt.

Und flotter geht es anschließend wieder weiter. „More than this“ setzt wieder einen schönen Kontrapunkt zum vorherigen Track. Das Lied wirkt sehr viel fröhlicher und hat auch wieder einen schnelleren Rhythmus. Und dann kommt er, der Höhepunkt des ganzen Albums: „Signal to noise“ ist das Hammerlied der ganzen Silberscheibe. Sehr langsam geht es hinein in dieses Meisterwerk. Dann stimmt Nusrat Fateh Ali Khan das erste Mal seinen klagenden Gesang an. Das ist World Music vom Feinsten. Peter Gabriel nimmt anschließend noch einmal Fahrt aus dem Stück, bis Nusrat Fateh Ali Khan ein zweites Mal einsetzt und hier bisher noch nie gehörte Laute aus dem menschlichen Mund produziert. Bei 4:30 setzen dann die Drums und Streicher ein und das Lied explodiert fast. Was für eine Steigerung!

Den Abschluss bildet schließlich das ganz ruhige, nur durch das Piano instrumentierte „The drop“. Ein würdiger Abschluss für dieses Album.

Fazit: Das Warten hat sich wahrlich gelohnt. Nicht nur Peter Gabriels Stimme ist unverwechselbar, nein auch seine Musik. Ein klasse Album hat er da Anfang des Jahrtausends vorgelegt, was nur so vor Abwechslung und Einfällen strotzt. Schade ist nur, dass es jetzt fast schon wieder neun Jahre dauert, bis die nächste Veröffentlichung dieses genialen Musikers veröffentlicht wird. „Up“ ist klasse und erhält von mir dreizehn Punkte.

Anspieltipps: Alle Lieder sind sehr gut und lohnen sich. Aus dem Vielen sehr guten Tracks sticht „Signal To Noise“ noch ein klein wenig hervor.


Montag, 29. August 2011

Sunrise Avenue – On The Way To Wonderland





Sunrise Avenue – On The Way To Wonderland


Besetzung:

Samu Haber - Gesang, Rhythmus-Gitarre
Raul Ruutu - E-Bass, Hintergrundgesang
Sami Osala - Schlagzeug
Janne Kärkkäinen - Lead-Gitarre, Hintergrundgesang
Jukka Backlund - Keyboard


Label: EMI


Erscheinungsdatum: 2006


Stil: Mainstream / Pop / Rock


Trackliste

1. Choose to be me (4:11)
2. Forever yours (3:22)
3. All because of you (3:48)
4. Fairytale gone bad (3:33)
5. Diamonds (3:14)
6. Heal me (4:22)
7. It ain't the way (3:23)
8. Make it go away (3:38)
9. Destiny (2:58)
10. Sunny day (3:53)
11. Only (3:46)
12. Into the blue (5:29)
13. Romeo (4:03)
14. Fight 'til dying (3:16)
15. Wonderland (5:38)




Ein sehr eingängiges Pop- beziehungsweise Mainstreamalbum haben die Finnen mit „On the way to wonderland“ als Debutalbum vorgelegt. Und bis in das Jahr 2008 wurden daraus fleißig Singles veröffentlicht, die da wären: "All because of you", "Romeo", "Fairytale gone bad", "Forever yours", "Diamonds", "Heal me", "Choose to be me". Das bekannteste Stück dürfte dabei wohl "Fairytale gone bad" sein, ein Lied, das es bei uns bis auf Platz drei der Charts geschafft hat.

Zur Musik: Die versucht immer wieder abwechslungsreich zu sein. Da gibt es ruhigere Songs mit Streichereinsatz wie „Heal me“ oder aber auch rockigere Stücke wie „Diamonds“. Aber egal, welche Richtung auch gerade eingeschlagen wurde, alle Stücke mussten, ganz offensichtlich, unbedingt radiotauglich sein. Und das ist auch das Manko dieses Albums. Jeder Track auf der Platte ist irgendwie glattgebügelt und auf Mainstream getrimmt, sodass ihn wirklich fast jeder Musikinteressierte in Ordnung finden muss.

Mir ist das allerdings zu glatt, ich hätte mir da die eine oder andere Überraschung gewünscht, denn das Besondere fehlt diesem Album. Außerdem nervt nach einer gewissen Zeit diese nasale Stimme, sodass ich immer in Versuchung bin, Samu Haber eine Packung Taschentücher nach Finnland zu schicken.

Fazit: Wer gut gemachten Mainstream Pop oder Rock mag, dem wird diese Scheibe mit Sicherheit gefallen. Auf der CD befindet sich kein Lied, von dem man sagen würde, „…das ist aber überhaupt nichts!“, sondern nur wunderbar radiotaugliche Musik. Bei mir reicht das aber leider nur zu Hintergrundmusik, da ich in die Stücke nicht richtig eintauchen kann - dazu sind sie mir zu flach. Und so bleibt es bei 6 Punkten.

Anspieltipps: Choose to be me, Fairytale gone bad, Diamonds