Samstag, 17. Dezember 2011

Gentle Giant – Acquiring The Taste





Gentle Giant – Acquiring The Taste


Besetzung:

Derek Shulman – alto sax, clavichord, cowbell, lead vocals
Phil Shulman – alto & tenor sax, clarinet, trumpet, piano, claves, maracas, lead vocals
Ray Shulman – bass, violin, viola, electric violin, Spanish guitar, tambourine, 12 string guitar, organ bass pedals, skulls, vocals
Gary Green – 6 string guitar, 12 string guitar, 12 string wah-wah guitar, donkey's jawbone, cat calls, voice
Kerry Minnear – electric piano, organ, mellotron, vibraphone, Moog, piano, celeste, clavichord, harpsichord, tympani, maracas, lead vocals
Martin Smith – drums, tambourine, gongs, side drum


Gastmusiker:

Paul Cosh – trumpet, organ
Tony Visconti – recorder, bass drum, triangle


Label: Vertigo


Erscheinungsdatum: 1971


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

1. Pantagruel's Nativity (6:53)
2. Edge Of Twilight (3:52)
3. The House, The Street, The Room (6:06)
4. Acquiring The Taste (1:40)
5. Wreck (4:40)
6. The Moon Is Down (4:49)
7. Black Cat (3:54)
8. Plain Truth (7:36)




“Acquiring the taste is the second phase of sensory pleasure. If you've gorged yourself on our first album, then relish the finer flavours (we hope) of this, our second offering.
It is our goal to expand the frontiers of contemporary popular music at the risk of being very unpopular. We have recorded each composition with one thought - that it should be unique, adventurous and fascinating. It has taken every shred of our combined musical and technical knowledge to achieve this.
From the outset we have abandoned all preconceived thoughts on blatant commercialism. Instead we hope to give you something far more substantial and fulfilling. All you need to do is sit back, and acquire the taste.”

Das ist die Botschaft, die Gentle Giant auf das Platten- beziehungsweise CD-Cover zu ihrer zweiten Veröffentlichung „Acquiring The Taste“ aus dem Jahr 1971 drucken ließ. Der zweite Satz darin erscheint mir dabei am Wichtigsten und bedeutet frei übersetzt etwa: „Unser Ziel ist es, die Grenzen der zeitgenössischen Pop-Musik zu erweitern, auch auf die Gefahr hin, dabei sehr unpopulär zu sein.“ „Unpopulär“ wirkt es zunächst wirklich. Denn wenn ich ein Album kenne, dem man Zeit zum Reifen einräumen muss, sprich, man muss es immer und immer wieder hören, bis sich einem seine Schönheit, seine Komplexität und auch seine Qualität erschließt, dann ist das „Acquiring The Taste“ von Gentle Giant. Alles was Yes, Genesis, King Crimson, ja sogar Van der Graaf Generator da produziert haben, ist sehr viel eingängiger. Und so ließ mich „Acquiring The Taste“ nach dem ersten Hören ziemlich ratlos zurück und es festigte sich der Gedanke: Mann, ist das abgefahren! Und wenn ich direkt danach Punkte für dieses Album hätte vergeben sollen, so wären es wohl nicht mehr als derer drei geworden.

Aber natürlich habe ich diesem Album Zeit zum Reifen eingeräumt. Sogar eine ganze Menge Zeit. Und siehe da, der Opener „Pantagruel's Nativity“ wurde plötzlich sehr viel melodischer und jedes Instrument, jedes gesungene Wort sowie jeder Ton erklingen genau an der perfekten Stelle in dem Lied. „Edge Of Twilight” wirkt plötzlich nicht mehr nur getragen, sondern mit seinem Gesang und seiner Instrumentierung fast schon mystisch und plötzlich tauchen da diese Spinett-Klänge in der Mitte des Liedes auf und rühren – zu was auch immer.

„The House, The Street, The Room” rockt und hat einen wunderschönen, melodiösen Refrain. Dann gibt es da diesen völlig schrägen Part, in dem die Trompete so herrlich frei klingt, bis E-Gitarre und Orgel das Zepter des Handelns in die Hand nehmen und es richtig rockt. Und schließlich geht alles wieder in den Anfangspart über, um abschließend wieder mit dieser Trompete zu enden.

Der Titelsong „Acquiring The Taste” ist eine kurze Instrumentalnummer, die ebenfalls erst nach dem zehnten Hören melodiös klingt. Dann folgt „Wreck”, überraschenderweise ein Titel, der sogar schon beim ersten Hören ins Ohr geht. Zum Teil wirkt dieses Stück wie ein Shanty und man ist versucht dieses „Hey Yeah Yeah Hold On“ mitzugrölen. Konterkariert wird das Ganze durch einen Part bestehend aus Blockflöten und Spinett. Jetzt wird es richtig mittelalterlich. Und die Gesamtheit des Songs wirkt in keinster Weise konstruiert, alles passt perfekt zusammen.

Bei „The Moon Is Down” fällt sofort dieser mehrstimmige Gesang auf, der klasse arrangiert ist. Und richtig toll und melodiös geht es dann instrumental weiter. „The Moon Is Down” ist die Nummer auf dem Album, die bei mir durch mehrmaliges Hören am stärksten gewachsen ist. Für mich inzwischen ein Highlight im Repertoire der sanften Riesen.

Es folgt der siebte Titel, „Black Cat“. Hier spielt die Violine die Hauptrolle, mal gezupft, mal gestrichen. Und auch bei diesem Track gibt es wieder toll arrangierten, mehrstimmigen Gesang. Neben „Wreck“ ist „Black Cat“ wohl der Song des Albums, der am schnellsten ins Ohr geht, auch wenn sich der Mittelteil ein wenig nach Katzenmusik anhört... Klasse auch das Ende des Stücks, wenn das Maunzen und Schnurren einer Katze mittels Instrument wiedergegeben wird.

„Plain Truth” ist das längste Stück des Albums und bildet gleichzeitig seinen Abschluss. Eine zunächst sehr rockige Nummer, die einen sehr ruhigen Mittelteil aufweist, in dem eine ganze Menge aus der Violine herausgeholt wird, bevor es wieder rockig endet.

Fazit: Mit „Acquiring The Taste” kann man Menschen verjagen! Solche, die mit progressiver Rockmusik der frühen Siebziger nichts anfangen können – sowieso. Aber auch wenn man gerade dort seine musikalische Heimat gefunden hat, so erfordert „Acquiring The Taste“ doch noch zusätzliche Arbeit. Die Musik erschließt sich nicht sofort. Sie ist überhaupt keine Musik für den Hintergrund. Sie erfordert die volle Aufmerksamkeit des Hörers, der, wenn er so tickt wie ich, erst nach mehreren Durchläufen die volle Schönheit der Kompositionen erkennen wird. Auch nach vielem Durchhören ist das kein 15-Punkte-Album. Allerdings haben sich die drei Punkte vom Beginn mehr als verdreifacht: Von mir gibt es für „Acquiring The Taste” zehn Punkte.

Anspieltipps: The House, The Street, The Room; Acquiring The Taste; Wreck; The Moon Is Down





Freitag, 16. Dezember 2011

Gentle Giant – Gentle Giant





Gentle Giant – Gentle Giant


Besetzung:

Derek Shulman – lead vocals, backing vocals and some bass
Ray Shulman – most bass, violin, some guitar, percussion, backing vocals
Phil Shulman – sax, trumpet, recorder, lead vocals and backing vocals
Kerry Minnear – keyboard, some bass, cello, lead vocals, backing vocals and tuned percussion
Gary Green – lead guitar, 12 string guitar
Martin Smith – drums and percussion


Gastmusiker

Paul Cosh – tenor horn on “Giant”
Claire Deniz – cello on “Isn't It Quiet And Cold”


Label: Vertigo


Erscheinungsdatum: 1970


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

1. Giant (6:24)
2. Funny Ways (4:23)
3. Alucard (6:02)
4. Isn't It Quite And Cold? (3:54)
5. Nothing At All (9:08)
6. Why Not? ( 5:31)
7. The Queen (1:40)




“Gentle Giant” heißt das Debut der gleichnamigen Band aus dem Jahr 1970. Und es war ein sehr gelungenes Debut, welches die sechs Briten und Multiinstrumentalisten da vorlegten. Ein gelungenes Debut mit progressiver Rockmusik. Und obwohl Gentle Giant nie den gleichen Erfolg haben sollte wie einige andere progressive Bands zur damaligen Zeit, so beeinflusste Gentle Giant mit ihrer Musik, in den etwas mehr als zehn Jahren ihres Bestehens, doch ebenfalls eine ganze Menge anderer Bands und Solokünstler.

Doch nun zum Erstling der Band Gentle Giant. Auf dem Innencover werden die Stücke mit „These are the giant’s favourites:“ angekündigt. Und so beginnt die Platte mit dem Stück „Giant“. Langsam schwebt eine Hammond Orgel herein, bis schließlich, in dieser Reihenfolge, Bass, Schlagzeug, Gesang und E-Gitarre einsetzen. Und sofort ist das Stück eine herrlich treibende Nummer progressiver Rockmusik. Hier gibt es die Rhythmus- und Stilwechsel, mehrstimmige Gesangseinlagen, schräge und wunderschön melodiöse Abschnitte. Hier wird gleich im ersten Stück alles geboten: Passagen zum Überraschtsein, genauso wie Stellen zum Schwelgen. Klar muss man bei diesem Lied etwas mit progressiver Rockmusik der 70er anfangen können, um dieses Stück genießen zu können. Wenn man das allerdings kann, eröffnet sich hier ein wahres Füllhorn von Ideen.

Der nächste Track „Funny Ways“ kommt da dann schon sehr viel eingängiger daher. Auch in diesem Stück gibt es zwar schrägere Abschnitte, geprägt ist das Lied allerdings von einer sehr melodiösen Grundstimmung, die sofort ins Ohr geht. Klasse hier auch wieder die Gesangsarrangements, die perfekt durchkomponiert sind und keine Wünsche offen lassen – genau wie der Einsatz der Streicher.

Weiter geht es mit „Alucard“. Wieder ein Track in bester progressiver Machart. Den Anfang beherrschen Saxophon, Keyboard und E-Gitarre und lassen das Stück, perfekt aufeinander abgestimmt, schön schräg beginnen. Wenn dann auch noch der Gesang einsetzt, der auf diesem Stück so klingt, als wäre er zunächst rückwärts aufgenommen worden, dann ist die Mixtur des Prog-Rock-Songs perfekt erreicht. Es folgen noch Zutaten wie fette Hammond-Orgel-Klänge und ganz leise Passagen. Was lediglich fehlt, sind die überaus melodischen Klänge, die sofort ins Ohr gehen und dort auch lange verbleiben.

Diese gibt es dann allerdings im Überfluss in dem nächsten Stück. „Isn’t It Quiet And Cold?“ Eine tolle melodiöse Nummer, bei der die Violinen gestrichen oder aber gezupft werden und alles vor Leichtigkeit und Freude zu hüpfen scheint. Ein toller Song, der so gar nicht zum Rest der Platte passen will und genau dadurch wieder eine Überraschung bereit hält und Spaß macht.

Und noch melodiöser geht es weiter. Der Beginn von „Nothing At All“ ist wohl eines der eingängigsten Stücke, die Gentle Giant überhaupt geschrieben haben. Absolute Klasse und ein Höhepunkt des Albums. Nach 2:30 ist es dann aber vorbei mit dem „Schmusekurs“ und es geht deutlich rockiger zu Werke. Ganz anders wird es dann ab 4:30, denn jetzt hören wir ein Drumsolo, in welches ab 5:50 zunächst sehr melodiöse, später dann auch dissonante Pianotöne ihren Einzug finden. Und bei 7:45 löst sich alles wieder auf und wir befinden uns wieder im allerersten Teil des Liedes. So schön wie die Nummer angefangen hat, genauso schön endet sie auch. Auf das Drumsolo hätte man vielleicht verzichten können, andererseits wirkt es nach diesem, kombiniert mit der atonalen Pianoeinlage, wie ein Aufklaren des Himmels, wenn das Lied wieder in seinen ersten Teil überführt wird.

„Why Not?“ ist der vorletzte Track auf dem Album. Von seiner Machart erinnert es ein wenig an die erste Nummer, „Giant“. Auch hier gibt es treibende und schräge Abschnitte, genau wie herrlich schwebende, melodiöse Teile. Das Stück endet in einem schnellen, gitarrendominierten Rockteil, den man so auch nur selten bei Gentle Giant hört.

Ganz zum Schluss gibt es anschließend noch die Gentle Giant Adaption der englischen Nationalhymne. „The Queen“ heißt das Stück, lebt von dem Gitarrensound und den Breaks, würde allerdings auch nicht fehlen, wenn es nicht auf der Platte zu finden wäre.

Fazit: Ein schönes, spannendes und abwechslungsreiches Debut haben Gentle Giant mit der gleichnamigen Platte da 1970 vorgelegt. Hier gibt es alles, was das Herz des Prog-Fans höher schlagen lässt. Und Vieles, was da noch kommen sollte, lässt sich auf diesem Album schon erahnen. Warum Gentle Giant allerdings nie den gleichen Stellenwert und Erfolg wie andere Bands des gleichen Genres zur damaligen Zeit, also zum Beispiel Genesis, Yes oder King Crimson, erreichten, liegt vielleicht am Fehlen eines charismatischen Frontmannes wie es Peter Gabriel, Jon Anderson oder Robert Fripp waren. Oder aber es liegt an den, im geringeren Maße vorhandenen Songs, mit überaus eingehender Melodie. Diese Stücke gibt es zwar auch bei Gentle Giant, allerdings in kleinerer Anzahl. Dafür lebt Gentle Giant die anderen Facetten einer Prog-Band mehr aus, als die oben genannten Bands.
Alles in allem ein tolles Debut von Gentle Giant, was zur damaligen Zeit sicherlich viel Vorfreude auf künftige Werke der Band heraufbeschwor. Und diese Werke sollten auch folgen. Elf Punkte.

Anspieltipps: Giant, Funny Ways, Isn’t It Quiet And Cold?, Nothing At All



Mittwoch, 14. Dezember 2011

Steve Hackett – Please Don`t Touch





Steve Hackett – Please Don`t Touch


Besetzung:

Steve Hackett – electronic and acoustic guitars, vocals, keyboards, percussion


Gastmusiker:

Tom Fowler – bass
Phil Ehart – drums, percussion
Chester Thompson – drums, percussion
Steve Walsh – vocals on track 1 & 3
Richie Havens – vocals on track 5 & 10, percussion
Dave Lebolt –- keyboards
John Acock – keyboards
John Hackett – flutes, piccolos, bass pedals, keyboards
Graham Smith – violin
Randy Crawford – vocals on track 6
Hugh Malloy – cello


Label: Virgin Records


Erscheinungsdatum: 1978


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

1. Narnia (4:05)
2. Carry On Up The Vicarage (3:11)
3. Racing In A (5:07)
4. Kim (2:13)
5. How Can I? (4:38)
6. Hoping Love Will Last (4:23)
7. Land Of A Thousand Autumns (1:38)
8. Please Don't Touch (3:39)
9. The Voice Of Necam (3:11)
10. Icarus Ascending (6:27)
11. Narnia (Bonustitel, John Perry Vocal Version) (3:36)
12. Land Of A Thousand Autumns / Please Don't Touch (Bonustitel, live) (7:53)
13. Narnia (Bonustitel, Alternative Version) (4:30)

Gesamtspieldauer: 54:29




„Please Don’t Touch“ lautet der Titel des zweiten Soloalbums aus der Feder Steve Hacketts, dem ehemaligen Genesis-Gitarristen. Und „Please Don’t Touch“ war gleichzeitig das erste Album, welches Steve Hackett nach seiner Genesis-Demission veröffentlichte. Auffällig an diesem Album ist, dass Hackett hier sehr viele, verschiedene Musikstile auf einer Platte vereint. Hier hört man Rock- und Popelemente, Folk, sogar Soul und natürlich progressiven Rock.

Eröffnet wird die Platte durch „Narnia“, einer von Kansas Sänger Steve Walsh gesungenen Nummer, die sofort ins Ohr geht. Das Stück war ursprünglich auch als Single-Auskopplung vorgesehen. Die Veröffentlichung scheiterte allerdings am Veto von Steve Walshs Plattenfirma. So kann man in den Bonustiteln eine alternative Version des Liedes mit John Perry als Sänger hören. Dessen Gesang passte jedoch nicht so perfekt zur Stimmung des Liedes, sodass auf eine Singleauskopplung vollständig verzichtet wurde.

Der nächste Titel der Platte, „Carry On Up The Vicarage” hat es dann gleich in sich. Hier gibt es neben der „normalen“ Gesangsspur, auf der man Steve Hackett singen hört, zwei weitere Gesangsspuren, auf der die Stimme des Musikers verfremdet wurde. Das Lied startet zunächst mit Spieluhr- und Grammophonklängen, bis schließlich ein Duettgesang erklingt. Eine Stimme wird dabei etwas zu schnell abgespielt, sodass sie ein bisschen erhöht wird und an einen Zwerg erinnert (wie bei „The Laughing Gnome“ von David Bowie). Die zweite Gesangsstimme wird dagegen ein wenig zu langsam abgespielt, wodurch sie tiefer erscheint und sehr gut zu einem Riesen passen würde. Beim Hören des Stückes findet man das entweder bescheuert oder aber witzig, wobei ich mich ganz klar zur letzten Fraktion zähle. Klasse Idee. Das Lied hat dabei eine tolle Melodie und gehört für mich zu den Highlights des Albums, da ich so etwas, in dieser Kombination, auch sonst noch nie gehört habe.

Das nächste Stück, „Racing In A“ ist eine Rocknummer mit progressiven Ansätzen, bei der sich abermals Steve Walsh für den Gesang auszeichnet. Das Lied ist sicher nicht schlecht, will allerdings trotzdem nicht so richtig zünden. Richtig gut wird die Nummer allerdings nach knapp vier Minuten, wenn sie zu einem reinen, akustischen Gitarrensolo wird. Hier kann Steve Hackett sein ganzes Können an der Gitarre einbringen. Wunderbar schwebend und sphärisch ist dann, die sich anschließende, Instrumentalnummer „Kim“. Die Querflöte im Duett mit der Gitarre hört sich einfach nur klasse an.

Und schon folgt das nächste Highlight des Albums. „How Can I?“, gesungen von Richie Havens. Das Lied ist ein wunderschönes, fließendes Stück, das perfekt arrangiert, zum sentimentalen oder melancholischen Schwelgen einlädt. Richtig gut gemacht.

Nun, dann folgt er, der Stilbruch. „Hoping Love Will Last“ ist nicht nur ein etwas schleimig wirkender Titel für ein Lied, der restliche Text passt sich dem auch noch perfekt an. Man hört Randy Crawford diese Soulnummer singen. Und was bei Pink Floyd’s „A Great Gig In The Sky“ wunderbar funktionierte, funktioniert hier in keinster Weise. Das Stück wirkt wie ein Fremdkörper auf der Platte. Fließend geht diese Nummer schließlich in den nächsten Track „Land Of A Thousand Autumns“ über. Eine kurze Instrumentaleinlage, die vor allem eines schafft: Sphäre.

Es schließt sich der Titeltrack „Please Don`t Touch“ an. Eine progressive Rocknummer, die laut Booklet am besten ganz laut und mit möglichst viel Höhen und Bass gehört werden sollte. So viel Bass, wie die Anlage hergibt. Und auf diesen drei Minuten und neununddreißig Sekunden wird dem Hörer nun alles geboten, was das Progger-Herz höher schlagen lässt. Stimmungs- und Rhythmuswechsel, treibende und ruhigere Passagen - und schräge Töne. Auf die sehr melodischen Abschnitte, die sonst auch häufig ihren Part in progressiven Rockstücken eingeräumt bekommen, muss der Zuhörer allerdings verzichten.

Es folgen noch zwei weitere Höhepunkte der CD. Zum einen ist da „The Voice Of NECAM“, das dritte Instrumentalstück hintereinander - und ein Stück, was in dem Zusammenspiel Computer – Gitarre unglaublich viel Atmosphäre schafft. Beschlossen wird das ursprüngliche Album schließlich durch den Track „Icarus Ascending”, gesungen wieder von Richie Havens. Ein wahrlich würdiger Abschluss. Eine schöne Melodie und eine Instrumentierung, die zum Teil bombastische Züge aufweist. Das ganze Album klingt so auf einem sehr breiten und dichten Klangteppich aus.

Blieben noch die drei Bonustitel der 2005 remasterten Version des Albums. Zunächst ist da „Narnia“, gesungen von John Perry. Wie oben bereits erwähnt, fiel diese Version durch und wurde keine Singleauskopplung. Mir selbst gefällt die Steve Walsh Version ebenfalls besser, allerdings kenne ich diese auch schon sehr viel länger. „Land Of A Thousand Autumns / Please Don't Touch” ist dann eine Live-Version. Und schließlich gibt es noch eine alternative Version von “Narnia”, dieses Mal wieder mit Steve Walsh am Gesang. Diese Version unterscheidet sich allerdings nur im Ausklang des Liedes, welcher hier ein wenig länger ist als beim Original.

Fazit: Für mich ganz klar das beste Steve Hackett Album. Tolle Titel gibt es hier zu hören und sehr viel weniger Mittelmaß. Und mit dem „Soulausschlag nach unten“ bei „Hoping Love Will Last“ kann vielleicht nur ich nichts anfangen. Sonst macht die Scheibe einfach Spaß, elf Punkte.

Anspieltipps: Carry On Up The Vicarage, Kim, How Can I?



Dienstag, 13. Dezember 2011

Thirty Seconds To Mars – This Is War





Thirty Seconds To Mars – This Is War


Besetzung:

Jared Leto – vocals, rhythm guitar, keyboards
Shannon Leto – drums, percussion
Tomislav Miličević – lead guitar, violin, keyboards


Label: Virgin Records


Erscheinungsdatum: 2009


Stil: Rock, Poprock


Trackliste:

1. Escape (2:23)
2. Night Of The Hunter (5:40)
3. Kings And Queens (5:47)
4. This Is War (5:27)
5. 100 Suns (1:58)
6. Hurricane (6:12)
7. Closer To The Edge (4:33)
8. Vox Populi (5:43)
9. Search And Destroy (5:38)
10. Alibi (5:59)
11. Stranger In A Strange Land (6:54)
12. L490 (4:26)

Gesamtspieldauer: 1:00:45




Vier Jahre nach der letzten Veröffentlichung, brachte die Amerikanische Band „Thirty Seconds to Mars“ 2009 ihr lang erwartetes, drittes Album „This Is War“ heraus. Und die Band hatte sich für seine Anhänger etwas Besonderes einfallen lassen. Nicht nur, dass auf dem Album die Fans in Form von Chören zu Worte kommen, nein, einige von ihnen wurden sogar auf dem CD Cover verewigt, welches in tausend verschiedenen Variationen veröffentlicht wurde.

Die Musik auf „This Is War“ ist eingängig. Sehr eingängig sogar, mit einem Hang zum Pathetischen und zum Bombast, den man immer wieder heraushören kann. Die Songs sind alle klasse arrangiert, wobei man sicherlich verschiedener Meinung bezüglich des Einsatzes des Fanchores sein kann. Eigentlich eine klasse Idee – dass diese allerdings bei fast allen Stücken umgesetzt werden muss, das kann man auch anders sehen.

Die Musik auf „This Is War“ geht größtenteils sofort ins Ohr und erinnert in seiner Machart und Stimmung sehr häufig an U2. Und genau in den Momenten, in denen dieser Weg ein wenig verlassen wird, zeigt die Band ihren eigenen Charakter. Den hört man beim Opener „Escape“, auf dem tollen „Hurricane“, auf dem ruhigeren „Alibi“ und dem überraschenden „L490“.

“Night Of The Hunter”, “Kings And Queens” und “This Is War” sind Kracher, die zum Mitgröhlen anregen. Richtig gut gemachter Pop-Rock. In diese Kategorie fällt der Großteil der Stücke auf dem Album. Und das ist nicht mal negativ gemeint, denn die Musik weiß zu unterhalten und man hört sehr gerne hin. Etwas Besonderes ist es allerdings nicht, muss es aber auch gar nicht immer sein, denn wenn Musik unterhält, dann hat sie schon viel erreicht – und das schaffen „30 Seconds To Mars“ mit ihrem Album „This Is War“.

Fazit: Auf dem Album finden sich viele gute Songs und überhaupt kein Titel, der unbedingt übersprungen werden müsste. Ob sich die Band allerdings mit diesem häufigen Choreinsatz einen Gefallen getan hat? Ich finde dieses Stilmittel wird hier deutlich überstrapaziert. Und außerdem, dies soll ja ein Fan-Chor sein, den man auf dem Album zu hören bekommt. Ist es denn wirklich so, dass man sich spätestens mit dem Stimmbruch oder aber dem ersten Sprießen des Busens von der Band abkehrt? Denn genau so klingt der Chor, nach jeder Menge zwölfjähriger Mädels und Burschen. Dafür gibt es neun Punkte.

Anspieltipps: Kings And Queens, This Is War, Hurricane, Alibi, L490







Montag, 12. Dezember 2011

Muse – Origin Of Symmetry






Muse – Origin Of Symmetry


Besetzung:

Matthew Bellamy – vocals, guitar, keyboard, piano
Dominic Howard – drums
Christopher Wolstenholme – bass, backing vocals


Label: Warner Music


Erscheinungsdatum: 2001


Stil: New Prog, Rock, Pop


Trackliste:

1. New Born (6:00)
2. Bliss (4:12)
3. Space Dementia (6:20)
4. Hyper Music (3:20)
5. Plug In Baby (3:40)
6. Citizen Erased (7:19)
7. Micro Cuts (3:38)
8. Screenager (4:19)
9. Darkshine (4:47)
10. Feeling Good (3:19)
11. Megalomania (4:37)

Gesamtspieldauer: 51:44



„Origin Of Symmetry“ hieß im Jahr 2001 die zweite Veröffentlichung der britischen Band Muse. Und „Origin Of Symmetry“ ist wahrlich kein Album, welches man so nebenbei hören oder genießen kann. Nein, hier wird die ganze Aufmerksamkeit des Hörers eingefordert – als Hintergrundmusik würde dieses Album wahrlich nur nerven.

Beim Anhören der einzelnen Tracks des Albums, fällt als allererstes der ungewohnte und zum Teil wohl auch gewöhnungsbedürftige Gesang Matthew Bellamys auf. Der ist irgendwo zwischen den Bee Gees und Klaus Nomi einzuordnen. Zwar nicht bei jeder Nummer, aber doch ist die Stimme des Sängers so präsent und wohl mit der ausschlaggebende Punkt, ob man die Musik von Muse mag oder aber überhaupt nichts damit anfangen kann. Mir gefällt diese Stimme als Stilmittel bei einzelnen Liedern, und die Band macht auch nicht den Fehler, diese Eigenheit, dieses Alleinstellungsmerkmal überzustrapazieren. Beispielhaft dafür steht Track Nummer 4, „Hyper Music“, ein Lied, welches wohl am ehesten dem Genre „Hard Rock“ zugeordnet werden kann und bei dem sich Bellamys Stimme auch in niederen, „normalen“ Gefilden gut bewegt.

Einen krassen Gegensatz dazu bildet das Stück „Micro Cuts“. So hoch habe ich bisher keinen Sänger singen gehört. Das Lied fängt mit einer sehr schönen Melodieführung an und dann kommt er, dieser kaum zu beschreibende Gesang, der noch zusätzlich verfremdet worden zu sein scheint. Klar, das Lied mag man oder man hasst es. Eine dritte Meinung dazu wird es kaum geben – oder doch: Ich finde es interessant!

Aber nun mal der Reihe nach: Die CD beginnt richtig klasse mit dem Stück „New Born“. Ein wirklich guter Opener, auf dem die Musiker von Muse gleich zeigen, was ihre Stärken sind: Schöne und abwechslungsreiche Melodien und ein Gesamtsound, der so nicht alltäglich ist. Und bei dieser Nummer passt das Siegel „New Prog“ auch hundertprozentig. Genauso wie beim zweiten Track des Albums, „Bliss“. Auch hier liegt dem Song eine klasse Melodie zugrunde, die diesmal jedoch sehr schnell treibender dargeboten wird. Und da ist sie natürlich auch wieder, die Gesangsstimme, die ihresgleichen sucht.

„Space Dementia“ beginnt ganz leise und zart, um dann mit einer schönen Klavierlinie aufzuwarten. Und auch hier gibt es wieder die für Muse passenden Zutaten zu hören: Eingängige Melodie, Rhythmus- und Stimmungswechsel.

Genau wie sein Vorgänger „Hyper Music“ ist „Plug In Baby“ ein etwas härterer Song mit treibendem Rhythmus. Und das Stück weist ebenfalls einen sehr eingängigen Refrain auf, den man als Mann allerdings nur schwerlich mitintonieren kann…

Das längste Stück auf dem Album, das über sieben Minuten lange „Citizen Erased“, gefällt durch seine Stimmungswechsel, „Screenager“ wirkt dagegen fast schon experimentell und fällt im Vergleich zu den anderen zehn Stücken völlig aus dem Rahmen.

„Feeling Good“ lässt den Hörer ein Supertramp-Gedächtnis-Keyboard hören und kann wieder durch eine schöne Melodie und seine klasse Rhythmusfraktion punkten. Blieben noch „Darkshines“, eine für das Album sehr ruhige Nummer, die lediglich beim Refrain an Fahrt gewinnt und „Megalomania“ ein fast schwebendes und sphärisches Stück, welches von einer Orgel dominiert wird.

Fazit: Die Musik von Muse ist sehr melodiös, aber klar, die Geister werden sich am Gesang scheiden. Der ist außergewöhnlich und die- oder derjenige, die oder der diesen nicht sofort verteufelt, kann auf „Origin Of Symmetry“ einige richtig gute Songs finden, die zum Teil begeistern, zumindest allerdings ganz nett anzuhören sind. Muse ist sicherlich kein 08/15-Pop-Band. Und „Origin Of Symmetry“ ist beileibe kein Allerweltsalbum. Von mir gibt es für die Scheibe elf Punkte.

Anspieltipps: New Born, Bliss, Space Dementia, Hyper Music, Citizen Erased, Micro Cuts


Sonntag, 11. Dezember 2011

Tom Petty And The Heartbreakers – Into The Great Wide Open





Tom Petty And The Heartbreakers – Into The Great Wide Open


Besetzung:

Tom Petty – vocals, guitar
Mike Campell – lead guitar
Benmont Tench – keyboards, piano
Howie Epstein – bass, backing vocals
Stan Lynch – drums


Label: MCA Records


Erscheinungsdatum: 1992


Stil: Rock, Pop


Trackliste:

1. Learning To Fly (4:03)
2. Kings Highway (3:08)
3. Into The Great Wide Open (3:44)
4. Two Gunslingers (3:10)
5. The Dark Of The Sun (3:24)
6. All Or Nothin’ (4:07)
7. All The Wrong Reasons (3:46)
8. Too Good To Be True (4:00)
9. Out In The Cold (3:41)
10. You And I Will Meet Again (3:43)
11. Makin’ Some Noise (3:27)
12. Built To Last (3:58)




Nun, was soll man zu diesem Album sagen, welches von so vielen Tom Petty Fans der ersten Stunde verteufelt wird? Was soll man zu diesem Album sagen, welches, von anderen, die mit den ersten Veröffentlichungen von Tom Petty and the Heartbreakers nichts anfangen konnten, als klasse Rockalbum beschrieben wird? Schuld an diesen zwei Polen ist Jeff Lynne, der Macher des „Electric Light Orchestra“ und genau wie George Harrison, Roy Orbison, Bob Dylan und eben Tom Petty einer der Musiker der „Travelling Wilburys“. Man kannte sich und so wurde Jeff Lynne Produzent bei einigen Tom Petty Veröffentlichungen. Unter anderem auch bei diesem Album, „Into The Great Wide Open“.

Hört man die Scheibe durch, so klingt zugegebenermaßen alles sehr glattpoliert und auf Mainstream getrimmt. Hört man ELO-Veröffentlichungen ab Mitte der 70er, so ist das nicht weiter verwunderlich. Und sicherlich gibt es kaum eine bessere Scheibe zum Autofahren, als dieses poppig rockige Album von Tom Petty und seinen Herzensbrechern. Hier fällt kein Lied hinten runter, da ist nichts wirklich Schlechtes zu entdecken, allerdings findet man das Gegenteil, richtig gut gemachte Nummern, die viel Spaß machen und weit aus dem Einheitsbrei des Mainstream Pop-Rock herausragen.

Da ist zum einen der Titeltrack, „Into The Great Wide Open“. Ein klasse Lied mit toller Melodie und ebensolchem Text. Und ich liebe es, wenn in der Musik nicht nur von Herzschmerz gesungen wird, sondern dieser auch dementsprechend musikalisch und instrumental wiedergegeben wird. Oder aber, wenn „von Glöckchen an der Lederjacke“ gesungen wird und ich diese dann auch zu hören bekomme. Texte und Musik bilden eine Einheit und werden mit einem Augenzwinkern dargeboten. Da hat sich wirklich jemand was gedacht und einfallen lassen.

Dann ist da diese absolut klasse Rocknummer: „All Or Nothin‘“. Da groovt einfach alles. Die Gitarre klingt bei diesem Stück als Antwortgeber auf den Gesang einfach nur genial. Die Melodie ist toll, ebenso wie der Text – Rockfan, was willst Du mehr? Ein Höhepunkt in Tom Pettys Schaffen!

Das wohl bekannteste Stück des Albums ist der erste Track „Learning To Fly“. Und auch wenn diese Nummer auf „Radiotauglichkeit“ getrimmt wurde, was bleibt ist ein schöner Song mit einer sehr eingängigen Melodie. Ähnlich gestaltet sich das bei „Two Gunslingers“, „Too Good To Be True“ und „Out In The Cold“. Alles Stücke, die wirklich schnell ins Gehör gehen und dort auch bleiben.

Und was ist mit der anderen Hälfte des Albums? Was ist mit den restlichen sechs Nummern? Ja, die gehen auch sehr schnell ins Ohr, verabschieden sich allerdings auch wieder sehr schnell. Irgendwie „Easy Listening“, was man ziemlich zügig wieder vergisst. Und das ist auch ganz gut so, um für die richtig guten Lieder Platz in seinem Oberstübchen zu schaffen.

Fazit: Es gibt deutlich schlechtere Musik als von Jeff Lynne produzierte Tom Petty Platten. Und auf „Into The Great Wide Open“ befinden sich auch noch zwei absolute Höhepunkte im Schaffen Tom Pettys, egal ob mit oder ohne die Heartbreaker. Vieles auf dem Album ist zwar wirklich ein wenig langweilig, aber es gibt durchaus auch Situationen, wo sich auch so etwas ganz angenehm nebenbei hören lässt – und sei es nur beim Autofahren. Von mir gibt es dafür neun Punkte.

Anspieltipps: Into The Great Wide Open, All Or Nothin‘



Samstag, 10. Dezember 2011

Steve Hackett – Voyage of the Acolyte




Steve Hackett – Voyage of the Acolyte


Besetzung:

Steve Hackett – guitars, mellotron, harmonium, bells, autoharp, vocals, effects


Gastmusiker:

John Hackett – flute, synthesizer, bells
Mike Rutherford – bass guitar, bass pedals, fuzz 12 string
Phil Collins – drums, vibes, percussion, vocals
John Acock – elka rhapsody, mellotron, harmonium, piano
Sally Oldfield – vocals
Robin Miller – oboe, cor anglais
Nigel Warren-Green – cello


Label: Virgin


Erscheinungsdatum: 1975


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

1. Ace Of Wands (5:23)
2. Hands Of The Priestess [Part 1] (3:28)
3. A Tower Struck Down (4:50)
4. Hands Of The Priestess [Part 2] (1:34)
5. The Hermit (4:54)
6. Star Of Sirius (7:08)
7. The Lovers (1:50)
8. Shadow Of The Hierophant (11:44)
9. Ace Of Wands (Live at The Theatre Royal, Drury Lane) (6:32)
10. Shadow Of The Hierophant (Extended Playout Version) (17:01)

Gesamtspieldauer: 1:04:23




Mit „Voyage Of The Acolyte“ hat Steve Hackett als erstes Genesis-Mitglied ein Soloalbum veröffentlicht. Dies geschah im Jahr 1975, nur wenige Monate, nachdem Peter Gabriel seinen Austritt bei Genesis verkündet hatte. Ein Umstand, der zur Entstehung dieser Platte beitrug war wohl die Tatsache, dass Steve Hackett sich in dem letzten Genesis-Album mit Peter Gabriel, „The Lamb Lies Down On Broadway“, nur in sehr geringen Maße musikalisch einbringen konnte. Und so entstand unter Mithilfe seiner beiden Genesis-Weggefährten Collins und Rutherford dieses Album, welches noch durch und durch nach Genesis Mitte der 70er Jahre klingt.

Das Album beginnt mit „Ace Of Wands“, einem Stück, welches sofort loskracht und in den ersten Takten stark an einen Song à la King Crimson erinnert. Die Stimmung wechselt allerdings ziemlich schnell in einen sehr melodiösen Teil. Und so lebt das Stück im weiteren Verlauf vom Gegenspiel herrlich sphärischer Momente, rockigerer Abschnitte und ziemlich schräger Einspielungen.

Es folgt mit „Hands Of The Priestess [Part 1]” ein sehr melodiöses und herrlich schwebendes Instrumentalstück, welches laufend zwischen einem Part, dominiert durch ein wunderschönes Querflötensolo und einem zweiten, gitarrenlastigen Teil, hin- und herwechselt. Anschließend folgt mit „A Tower Struck Down” ein Titel, auf dem Steve Hackett seine Beteiligung an „The Lamb Lies Down On Broadway“ doch nicht ganz verbergen kann. Das klingt schon sehr nach „Here Comes The Supernatural Anaesthetist“. An diese Nummer schließt sich das kurze „Hands Of The Priestess [Part 2]“ an, was sehr, sehr süßlich aus den Boxen fließt.

Der nächste Titel heißt „The Hermit“. Wieder ein ruhigeres Stück und eines der Höhepunkte auf dem Album. Auch in diesem Lied wird John Hacketts Querflöte wieder ordentlich Platz eingeräumt, genau wie Nigel Warren-Green am Cello. Und so ergibt sich eine ganz ruhig fließende Nummer, die manchem vielleicht sogar zu getragen erscheinen mag, andere Hörer jedoch in liebliche Melancholie versinken lässt.

Ähnlich melodiös und schwebend aufgebaut ist zunächst auch „Star Of Sirius“, bei dem Phil Collins die Vocals übernimmt. Das Stück nimmt dann allerdings im Mittelteil etwas Fahrt auf und klingt nun noch sehr viel mehr nach Genesis, kann die Klasse eines Genesis-Stückes allerdings nicht ganz erreichen. Hier fehlt das „Melodiegefühl“ eines Tony Banks.

„The Lovers“ ist ein kurzer, knapp zweiminütiger Song, der hauchzart und zerbrechlich wirkt. Dies wird durch eine sehr zurückhaltende Instrumentierung von Gitarre und Keyboard erreicht. Irgendwie scheint das Lied auch nur der Auftakt für das anschließende Stück, „Shadow Of The Hierophant“ zu sein. Letzteres ist mit knapp zwölf Minuten auch der längste Track auf dem Album. Wenn der Gesang durch Sally Oldfield nicht wäre, die das zugegebenermaßen sehr gut macht, würde ich vermuten, dass dieses Stück ein Titel wäre, der für „Selling England By The Pound“ vorgesehen war, dann aber aus irgendwelchen Gründen vergessen worden ist. Hier klingt Steve Hackett am stärksten nach Genesis. Dies ist eines der besten Genesis-Lieder, die nicht von Genesis in der Besetzung Gabriel, Banks, Collins, Rutherford und eben Hackett geschrieben wurden. Und auch wenn der „Abspann“ des Liedes sehr lang ist, so passt er doch in seiner Gesamtheit perfekt zum Rest der Nummer.

Auf der remasterten Version des Albums, aus dem Jahr 2005, sind noch die Stücke „Ace Of Wands (Live at The Theatre Royal, Drury Lane)“ und „Shadow Of The Hierophant (Extended Playout Version)“ erhalten. Ersteres Stück bietet dabei eine ganz nette Alternative zum Original. Bei der zweiten Version von „Shadow Of The Hierophant“, die mit siebzehn Minuten noch mal deutlich länger ist, als die ursprüngliche Nummer, beginnt der Abspann des Stücks etwa bei Minute sechs. Dann folgt über elf Minuten eine Steigerung des Themas, bis das Stück dann sehr bombastisch ausklingt. Elf Minuten lang dasselbe Thema – das mag sicherlich nicht jedermanns Geschmack treffen, ist in seiner durchgehaltenen Konsequenz allerdings ein Zuhören wert.

Fazit: Das erste Solowerk des Genesis-Gitarristen Steve Hackett ist wahrlich kein schlechtes Album. Alles erinnert auf „Voyage of the Acolyte” an Genesis der frühen Siebziger. Ganz erreicht das Album die Qualität der entsprechenden Genesis-Platten allerdings nicht. Dazu fehlen einfach die Überraschungen in den Stücken – genau wie die Melodien zum Niederknien. Nein, schlecht ist das Album wirklich nicht, aber man vergleicht es zwangsläufig mit Genesis-Alben, die zur damaligen Zeit mindestens eine Klasse besser waren. Von daher gibt es für „Voyage of the Acolyte” neun Punkte.

Anspieltipps: Hands Of The Priestess Part 1 und 2, The Hermit, Shadow Of The Hierophant




Sonntag, 4. Dezember 2011

The Flower Kings – Retropolis





The Flower Kings – Retropolis


Besetzung:

Roine Stolt – guitars, lead vocals, keyboards
Tomas Bodin – hammond c3 organ, piano, mellotron, synthsizers & fx
Hasse Bruniusson – percussion (drumkit 10)
Jaime Salazar – drumkit, percussion
Michael Stolt – bass
Hans Fröberg – voice (4,7)
Ulf Wallander – soprano saxophone (6,11)


Label: InsideOut Music


Erscheinungsdatum: 1996


Stil: RetroProg


Trackliste:

1. Rhythm Of Life (0:28)
2. Retropolis (11:08)
3. Rhythm Of The Sea (6:13)
4. There Is More To This World (10:07)
5. Romancing The City (0:54)
6. The Melting Pot (5:49)
7. Silent Sorrow (7:38)
8. The Judas Kiss (7:39)
9. Retropolis By Night (3:06)
10. Flora Majora (6:49)
11. The Road Back Home (8:57)




Wie ein Kleinod wirkt diese CD von den „Flower Kings“, von der schwedischen Band mit dem komischen Namen. Warum wie ein Kleinod? Weil die Flower Kings es 1996 in einer Techno und HipHop verseuchten Welt schafften, ein Album zu veröffentlichen, welches nicht nur vom Namen her „retro“ war, sondern sich auch noch so anhört wie die perfekte Melange aus den frühen Yes und vor allem King Crimson, etwa Mitte der 70er Jahre. Und dies, ohne dabei wie eine Kopie dieser Bands zu klingen.

Der Sound ist dicht, manchmal schwebend und zum Teil richtig schön bombastisch. Der erste Track, „Rhythm Of Life“ dauert nicht mal eine halbe Minute und enthält nichts anderes als einen Tischtennissound, mit dem man sehr schön seine Stereoanlage auf deren Stereoeigenschaften überprüfen kann. Dann folgt bereits mit „Retropolis“ der Titelsong des Albums, der auch gleichzeitig das längste Stück der CD darstellt. „Retropolis“ ist ein Instrumentalstück, welches die ganze Bandbreite einer Nummer mit progressiver Rockmusik darbietet. Ruhige und treibende Parts, immer wieder Stimmungswechsel, Hintergrundgeräusche, Verschachtelungen, Mellotron geschwängerte Abschnitte und ganz viel Abwechslung. Und dabei wird jedem Instrument ein gleichberechtigter Part eingeräumt.

Weiter geht es mit „Rhythm Of The Sea“. Das Lied ist nun sehr viel melodiöser als sein Vorgänger - und der Gesang klingt wie der John Wettons, auf der King Crimson Scheibe „Starless And Bible Black“. Klasse bei diesem Stück auch die Steigerung innerhalb des Liedes. Sicherlich ein Highlight der ganzen CD.

„There Is More To This World” stellt dann, wieder unterstützt durch den “John-Wetton-Gedächtisgesang“, ein Stück dar, dass so, auf der oben erwähnten King Crimson Platte, ohne groß aufzufallen, seinen Platz gefunden hätte. Zumindest im ersten Teil. Im zweiten Teil, der auch ziemlich in der Mitte des Stücks beginnt, fühlt man sich dann doch mehr auf ein Yes-Album zurückversetzt, welches in der ersten Hälfte der 70er Jahre veröffentlicht wurde. Mehrstimmiger und sehr melodiöser Gesang findet hier seinen Weg zum Ohr des Zuhörers.

Es folgt mit „Romancing The City” ein kurzes Pianosolo-Stück, das fließend in „The Melting Pot” übergeht. Zu Beginn ist dieses Stück sehr melodiös, wird in seinem Verlauf allerdings immer „schräger“, bis es wieder von der Pianospur eingefangen wird.

Bei „Silent Sorrow” fühle ich mich genauso auf dem Retro-Trip, wie bei dem nächsten Stück „The Judas Kiss“. Klar, das ist nichts Neues, so etwas haben King Crimson schon in den 70ern auf Platte gebracht, aber die Stücke sind klasse durchkomponiert und ergänzen irgendwie das schon Bekannte.

Etwas seltsam erscheint in diesem Zusammenhang dann das Stück „Retropolis By Night”. Denn das klingt viel eher nach Tangerine Dream oder Klaus Schulze, als nach King Crimson. Fast schon ein Stilbruch, wenn man diese Nummer mit den anderen vergleicht. Deutlich eigenständiger klingt es dann bei „Flora Majora”, einem Lied im klassischen ProgRock-Gewand. Und häufig kann man in Rezensionen nachlesen, dass die Flower Kings sich zu sehr an Genesis anlehnen. Das kann ich auf dieser Platte überhaupt nicht bestätigen – bis auf die letzte Nummer „The Road Back Home“, hier sind die Blumenkönige wirklich näher an Genesis, als an jeder anderen Band.

Fazit: Nach Genesis klingt „Retropolis“ für mich nur im letzten Stück. Dazu ist die Musik sonst zu frickelig und bei Weitem nicht melodiös genug, wie es etwa „Foxtrot“ oder „Selling England By The Pound“ sind. Die Platte heißt allerdings „Retropolis“ und „retro“ ist hier wirklich vieles. „Retro“ hauptsächlich in Reminiszenz an King Crimson. Und genau das macht auch den Charme dieses Albums aus. Denn es ist nie langweilig, vielmehr stellen die Stücke Lieder dar, die ein Robert Fripp mit King Crimson Anfang der 70er Jahre einfach vergessen hatte zu schreiben. Mir gefällt das, was ich hier zu hören bekomme und deshalb erhält „Retropolis“ von mir zehn Punkte.

Anspieltipps: Rhythm Of The Sea, There Is More To This World, The Melting Pot, The Judas Kiss



Freitag, 2. Dezember 2011

Accept – Blood Of The Nations





Accept – Blood Of The Nations


Besetzung:

Wolf Hoffmann – guitar
Mark Tornillo – vocals
Stefan Schwarzmann – drums
Herman Frank – guitar
Peter Baltes bass


Label: Nuclear Blast


Erscheinungsdatum: 2010


Stil: Heavy Metal


Trackliste:

1. Beat The Bastards (5:25)
2. Teutonic Terror (5:14)
3. The Abyss (6:54)
4. Blood Of The Nations (5:38)
5. Shades Of Death (7:33)
6. Locked And Loaded (4:29)
7. Time Machine (Bonus track) (5:25)
8. Kill The Pain (5:47)
9. Rollin' Thunder (4:54)
10. Pandemic (5:36)
11. New World Comin' (4:51)
12. No Shelter (6:04)
13. Bucketful Of Hate (5:10)




Nun, wenn „Accept“ drauf steht, dann ist auch Heavy Metal drin. Daran hat auch die Neuformation 2009 nichts geändert, die bisher in der im August 2010 erschienenen Platte „Blood Of The Nations“, dem zwölften Studioalbum der Band, gipfelte. Und Accept wartet hier mit einem neuen Sänger auf, Mark Tornillo heißt dieser und er macht seine Sache sehr gut. Ich finde er passt perfekt zur Musik Accepts. An manchen Stellen erinnert mich Mark Tornillo sogar fatal an Brian Johnson. Zumindest in den lauteren Abschnitten…

Und was ist zu den Songs zu sagen? Die kommen durch die Bank weg (okay, eine Ausnahme gibt es) pickelhart aus den Boxen und lassen die Wände wackeln. Klasse Head-Banging-Vorlagen inklusive. Und was natürlich auch nicht fehlen darf – und das ist die Ausnahme – ist die obligatorische Ballade eines Heavy Metal Albums, die sich hier im achten Titel wiederfindet, „Kill The Pain“. Der Bonus Track, „Time Machine“ kommt direkt davor, an Platz 7, also genau in der Mitte des Albums. Habe ich an dieser Stelle so auch noch nicht gesehen. Das Lied selbst ist eine klasse Nummer, die langsam anfängt und sich dann steigert. Gut gemacht, denn es geht schnell ins Ohr.

Mein Favorit auf dem Album ist „The Abyss“. Hier haben die fünf Musiker meiner Meinung nach die perfekte Symbiose aus Härte und klasse Melodie gefunden. Was mich bei einigen Songs ein wenig nervt ist dieser „Chor-Refrain-Singsang“. Bei „The Abyss“ nur in Ansätzen zu hören, beim nächsten Lied, dem Titeltrack, „Blood Of The Nations“, allerdings schon deutlich ausgiebiger. Dieser Chor, der hier „For the blood of the nations“ intoniert, macht den ganzen Track irgendwie kitschig.

Und dann folgt mit „Shades Of The Death“ gleich wieder ein Highlight des Albums. Starker Anfang, der klasse weitergeführt wird. Super Melodie. Besonders herauszuheben sind hier auch die Drums, die die Stimmung des Liedes perfekt untermalen. Auch hier gibt es zwar wieder so einen komischen Chor, aber er fällt bei diesem Lied deutlich weniger ins Gewicht.

Und, dass sie auch ultraschnell spielen können, das beweisen Accept im nächsten Song, „Locked And Loaded“. Zu schnell für’s Head-Banging…. Auch hier gibt es wieder diesen Chor, ein Stilmittel, dessen sich die fünf Deutschen eindeutig zu oft auf diesem Album bedienen.

Fazit: Wer auf Heavy Metal steht, der kann hier nichts falsch machen. Das Album beinhaltet alles, was einem Heavy Metal Fan Spaß macht. Ich kann hier auch tolle Lieder entdecken, es gibt allerdings auch einige Tracks, die bei mir einfach nicht zünden wollen. Wenn Heavy Metal meine Musikrichtung wäre, dann würde ich dem Album wohl zwölf Punkte geben. Ist es aber nicht und der absolute Übersong oder die absoluten Übersongs fehlen mir. Deshalb gibt es von mir für „Blood Of The Nations“ wahrlich verdiente acht Punkte.

Anspieltipps: The Abyss, Shades Of Death, Pandemic



Dienstag, 29. November 2011

The Sensational Alex Harvey Band – Rock Drill

 


The Sensational Alex Harvey Band – Rock Drill


Besetzung:


Alex Harvey – vocals, guitar, trumpet
Zal Cleminson – guitars, vocals
Tommy Eyre – keyboards, vocals
Chris Glen – bass, vocals
Ted McKenna − percussion, vocals


Label: Phonogram


Erscheinungsdatum: 1978


Stil: Rock


Trackliste:

1. Rock Drill (6:26)
2. The Dolphins (6:15)
3. Rock 'N' Roll (3:45)
4. King Kong (3:20)
5. Booids (1:39)
6. Who Murdered Sex? (5:22)
7. Nightmare City (3:53)
8. Water Beastie (4:52)
9. Mrs. Blackhouse (3:35)

Gesamtspieldauer: 39:07




Das achte Studioalbum der Sensational Alex Harvey Band, Rock Drill, sollte 1978 auch gleichzeitig ihr letztes Werk werden. Anfang 1977 war die siebte Platte der Band unter dem Namen SAHB (without Alex) eingespielt und veröffentlicht worden. Diese trug den Titel „Fourplay“. Das Manko an diesem Album war allerdings, dass Alex Harvey selbst auf dieser Veröffentlichung fehlte und auch sonst nichts dazu beigetragen hatte. Die vier übrigen Musiker hatten ohne ihn eine Platte einspielt.

Zugrunde lag diesem Umstand, dass Alex Harvey zu dieser Zeit bereits schwer alkoholkrank war und auf der Tour nach dem Stories-Album nicht selten apathisch auf der Bühne herumstand oder aber den Text der einzelnen Stücke vergaß. Allerdings schien er sich nach einer kurzen Auszeit wieder etwas gefangen zu haben, sodass die Band 1977 wieder zusammenkam, um eben jenes Album „Rock Drill“ einzuspielen. Es fehlte jedoch von der ursprünglichen Besetzung Hugh McKenna, der die Band, entnervt durch Alex Harveys Eskapaden, verlassen hatte. Tommy Eyre ersetzte ihn am Keyboard.

So viel zum Hintergrund zur Entstehung von „Rock Drill“. Was ist aber mit der Musik auf dem Album? Die wirkt ganz anders, als die damalige Situation vielleicht vermuten lassen würde, denn sie ist frisch und steckt voller Ideen. Das Album beginnt mit dem Titelsong, Rock Drill, einer klasse Rocknummer, die Harvey zusammen mit Eyre schrieb. Das Stück besitzt einen sehr treibenden Rhythmus und ist eines der härtesten Stücke der Sensational Alex Harvey Band. Ab 4:30 klingt das Stück dann sehr sphärisch aus.

„The Dolphins“ ist anschließend einer der Höhepunkte auf der Platte. Am Songwriting des Stücks war noch Hugh McKenna beteiligt und die Nummer zaubert eine absolut tolle Atmosphäre in jeden Raum. Irgendwie „sehnsüchtig“ kommen bei diesem Stück die Noten aus den Boxen. Vielleicht liegt das auch daran, dass mitunter fast schon dissonante Töne zu hören sind, die das ganze Lied so überaus spannend gestalten. Sicherlich ein Highlight im Schaffen der Sensational Alex Harvey Band überhaupt.

„Rock’n’Roll“ ist dann genau das, was der Titel bereits verspricht, nämlich Rock’n’Roll und zwar der härteren Art. Klasse dabei auch der sehr melodische Einschub in der Mitte des Liedes, bei dem das Keyboard wie ein Spinett klingt. Dann kommt eine Coverversion: „King Kong“. Und auch dieses Instrumentalstück weist wieder einen treibenden Rhythmus und schwerere Gitarren auf, auch wenn diese mit einem Violinensound noch versüßt werden. Leise und sphärisch klingt das Lied dann aus.

„Booids“ ist eine kurze Nummer, etwas experimentell, auf der man eine Art Dudelsacksound, unterlegt mit rhythmischem Trommeln, hört. Es folgt „Who Murdered Sex?“ Wieder eine Rocknummer, in der es fast so scheint, als ob die Band seichte Liebeslieder aufs Korn nehmen wollte. Das zumindest lässt sich aus dem Mittelteil schließen, bei dem man einfach grinsen muss, wenn man den Gesang und den Text hört.

„Nightmare City“ ist anschließend wieder eine Rocksong, nicht schlecht, aber auch nichts Besonderes. Das folgt aber im Anschluss: „Water Beastie“! Das Stück beginnt a capella mit Solo- und Chorgesang, lebt dann vom Klavier, welches einen tollen Groove zaubert und wird schließlich wieder rockiger, um dann erneut in den Klavierteil überzugehen. Ein klasse Stück Musik, wie es so wohl nur Alex Harvey schreiben konnte, denn der ist auch alleiniger Komponist des Stückes. Genau wie auch bei der nächsten Nummer, „Mrs. Blackhouse“. Und wieder mal ist es eine Spielerei Harveys, denn das Lied geht in die Richtung Folk und Country und passt so gar nicht zum restlichen Liederkatalog der Band.

Fazit: „Rock Drill“ unterscheidet sich insofern von den anderen Veröffentlichungen der Sensational Alex Harvey Band, da es mit Sicherheit die härteste Platte in der Bandgeschichte ist. Und auf ihr sind auch wieder tolle Songs vorhanden. Wer Rock mag und auch was mit manchmal etwas schrägeren Tönen anfangen kann, dem sei diese CD wärmstens empfohlen. Von mir gibt es dafür neun Punkte.

Anspieltipps: Rock Drill, The Dolphins, Water Beastie