Donnerstag, 14. November 2013

Get Well Soon – The Scarlet Beast O’Seven Heads




Get Well Soon – The Scarlet Beast O’Seven Heads


Besetzung:

Verena Gropper – vocals, violin
Paul Kenny – drums, vocals
Tim Kumpf – bass
Marcus Wuest – keyboards
Maximilian Schenkel – guitar, trumpet
Felix Fromm – trombone
Christian Ehringer – trumpet, flügelhorn
Ulrich Barteit – flute
Cherilyn MacNeil – vocals on „You Cannot Cast Out The Demons (You Might As Well Dance)“
Konstantin Gropper – everything else


Label: City Slang


Erscheinungsdatum: 2012


Stil: Pop, Filmmusik


Trackliste:

1. Prologue (4:03)
2. Let Me Check My Mayan Calendar (1:39)
3. The Last Days Of Rome (3:46)
4. The Kids Today (4:44)
5. Roland, I Feel You (4:34)
6. Disney (4:46)
7. A Gallows (4:03)
8. Oh My! Good Heart (4:57)
9. Just Like Henry Darger (5:24)
10. Dear Wendy (1:57)
11. Courage, Tiger! (4:17)
12. The World's Worst Shrink (3:59)
13. You Cannot Cast Out The Demons (You Might As Well Dance) (6:07)

Gesamtspieldauer: 54:18




Mit „The Scarlet Beast O’Seven Heads“ betitelte Konstantin Gropper sein drittes offizielles Studio-Album, welches 2012 erschien. Und auch auf diesem Album schafft es der Musiker Klangwelten zu erzeugen, die überaus hörenswert und so ganz bestimmt nicht alltäglich sind. Jeder der Titel könnte ein Stück Filmmusik sein, sehr atmosphärisch und einnehmend klingt das Ganze. Das Album quillt über vor schönen Melodien und tollen Ideen, auch wenn es einige Durchgänge der Scheibe benötigt, bis sich dem Hörer all die Feinheiten dieser Musik erschließen.

Gerade in der Mitte des Albums reiht sich Höhepunkt an Höhepunkt. Alles ist eingängig und perfekt arrangiert und auch die Stimme des Konstantin Gropper weiß zu überzeugen, dem man auch hier sein noch relativ junges Alter nicht anzuhören vermag. Get Well Soon steht für schöne Klangwelten, die sich weitab vom Mainstream der Pop-Musik bewegen und sehr viel fordernder und spannender sind, als vieles vom Rest der zeitgenössischen Musik. Dazu gesellt sich noch der Umstand, dass die hier zu hörenden Lieder erst recht nicht mit anderer „deutscher“ Musik zu vergleichen sind.

Völlig unaufgeregt entwickeln sich auf der Platte atmosphärische Stimmungen, die mitunter passagenweise an Mike Oldfield erinnern, trotzdem für sich selbst stehen und ansonsten nur sehr wenige Vergleiche zu anderen Künstlern offenbaren. Zwar gibt es hier auf „The Scarlet Beast O’Seven Heads“ nicht ganz so viele Highlights wie noch auf dem Debut-Album, trotzdem weiß die Platte vom ersten bis zur letzten Takt zu überzeugen. Besonders gelungen sind auch die Gesangsarrangements, die gerade den Hintergrundgesang zu etwas Besonderem, zu etwas nicht Alltäglichen werden lassen - genau wie die instrumentale, mitunter orchestrale Ausstattung der einzelnen Titel.

Fazit: Wem die ersten beiden Alben von Get Well Soon bereits gefallen haben, der kann hier bedenkenlos ebenfalls zugreifen. Die Musik des Konstantin Gropper ist ein ganz eigener Kosmos in der heutigen Musiklandschaft, den sich zu entdecken und ergründen lohnt. Dies vor allem dann, wenn man auf melodiöse Pop-Musik steht, die länger hängenbleiben soll, da sie Eindruck hinterlässt. Ein schönes Album. Zehn Punkte.

Anspieltipps: The Last Days Of Rome, Roland I Feel You, Disney





Mittwoch, 13. November 2013

Bush – Sixteen Stone




Bush – Sixteen Stone


Besetzung:

Gavin Rossdale – rhythm guitar, vocals
Nigel Pulsford – lead guitar, string arrangements
Dave Parsons – bass
Robin Goodridge – drums


Gastmusiker:

Caroline Dale – cello
Gavyn Wright – violin, viola
Vincas Bundza – harmonica
Jasmine Lewis – vocals
Alessandro Vittorio Tateo – vocals
Winston – vocals


Label: Trauma Records


Erscheinungsdatum: 1994


Stil: Grunge


Trackliste:

1. Everything Zen (4:38)
2. Swim (4:56)
3. Bomb (3:23)
4. Little Things (4:24)
5. Comedown (5:27)
6. Body (5:43)
7. Machinehead (4:16)
8. Testosterone (4:20)
9. Monkey (4:01)
10. Glycerine (4:27)
11. Alien (6:34)
12. X-Girlfriend (0:45)

Gesamtspieldauer: 52:53




Wer auf Grunge „Made in Seattle“ steht, Nirvana und Pearl Jam mag, der bekommt mit Bush auf ihrer ersten Veröffentlichung das englische Pendant dazu geliefert. Manches Mal klingen Bush auf ihrem Debut „Sixsteen Stone“ aus dem Jahr 1994 wie eine Reminiszenz an Nirvana, fast so wie ein Tribute-Album an den sechs Monate zuvor verstorbenen Curt Cobain.

Grunge der etwas härteren Sorte gibt es auf dem Album zu hören. Musik die den Freund der „deutlicheren Töne“ sofort begeistern wird, Musik die in die Beine geht und auch das Haupthaar, soweit vorhanden, mitwippen lässt. Ziemlich kompromisslos das Ganze, dabei allerdings richtig gut gemacht – nur leider hat man immer ein klein wenig das Gefühl, dass dies hier nicht das Original ist. Umso schöner ist dann solch ein Titel wie „Glycerine“, bei dem Bush eigenständig klingt und auch anders, als auf dem Rest der Platte. Eine gute Auflockerung und dazu einer der eingängigsten Titel des Albums.

„Sixsteen Stone“ groovt fast durch die Bank weg. Noch ein klein bisschen besser als auf dem Rest der Platte ist das bei den Titeln „Comedown“ und „Body“ zu hören, bei der die Band noch eine Schippe Rhythmus verbunden mit Melodiösität draufgelegt hat. Einziger etwas seltsamer Titel ist die letzte kurze Nummer „X-Girlfriend“, die seltsamerweise mit den Worten: „Eins – Zwei –Drei – Vier“ eingeleitet wird.

Fazit: Wer auf Grunge steht, der findet hier sein persönliches Nirwana, denn diesen Musikstil gibt es auf „Sixteen Stone“ fast vom ersten bis zum letzten Takt zu hören. Die Musik ist meist hart und erinnert stark an die offensichtlichen Vorbilder aus dem Nordwesten der USA. Ein bisschen mehr Eigenständigkeit wie beim Titel „Glycerine“ hätte man sich dann aber doch gewünscht. Aber wirklich lohnenswert. Neun Punkte.

Anspieltipps: Comedown, Body, Glycerine





Dienstag, 12. November 2013

Elbow – Cast Of Thousands




Elbow – Cast Of Thousands


Besetzung:

Guy Garvey – lead vocals, backing vocals, acoustic and electric guitars, percussion
Mark Potter – electric and acoustic guitars, backing vocals
Craig Potter – piano, organ, backing vocals, analogue synth, percussion, keyboards
Pete Turner – bass guitar, analogue synth, backing vocals
Richard Jupp – drums, percussion, backing vocals


Gastmusiker:

The London Community Gospel Choir – additional vocals on “Ribcage" & "Grace Under Pressure"
The Crowd At Glastonbury 2002 – additional vocals on "Grace Under Pressure"
Ian Burdge – cello
Chris Worsey – cello
Stephen Bussey – violin
Catherine Browning – violin
Everton Nelson – violin
Maya Bickel – violin
Alison Dods – violin
Gillon Cameron – violin
Giles Broadbent – violin
Sally Herbert – violin


Label: V2 Music


Erscheinungsdatum: 2003


Stil: Art Rock, Art Pop


Trackliste:

1. Ribcage (6:27)
2. Fallen Angel (4:08)
3. Fugitive Motel (5:52)
4. Snooks (Progress Report) (4:00)
5. Switching Off (5:05)
6. Not A Job (4:24)
7. I've Got Your Number (4:48)
8. Buttons And Zips (3:58)
9. Crawling With Idiot (4:42)
10. Grace Under Pressure (4:58)
11. Flying Dream 143 (1:48)

Gesamtspieldauer: 50:10




Das zweite Album der Engländer von Elbow erschien im Jahr 2003 unter dem Titel „Cast Of Thousands“. Und wieder wurde diese Platte, wie schon der Vorgänger, zu einer sehr ruhigen Angelegenheit. Relativ spärlich werden Akzente gesetzt, alles schwebt ein klein wenig über dem Boden, ist mitunter auf seine Art unnahbar und manches Mal klingt das Album auch ein wenig mystisch.

Die Musik ist melodiös, allerdings nicht sofort eingängig. Es bedarf des häufigeren Hörens der Platte, um mit den Liedern „warm“ zu werden. Nur wenig geht sofort ins Musikzentrum des Gehirns, will eher erarbeitet werden, um dann im Ohr des Hörers klingen zu können. Das funktioniert auch nach einigen Durchläufen der Scheibe, die allerdings ohne große Höhepunkte auskommt – anders als dies auf späteren Veröffentlichungen der Band der Fall ist.

So wird auf „Cast Of Thousands“ wieder jede Menge Stimmung und Atmosphäre transportiert, die eher etwas für die ruhigen Stunden des Tages ist, als für die Aufbruchstimmung, die Autofahrt oder gar die Party. Die Musik fließt aus den Boxen und vermittelt ein entspanntes Gefühl, Musik zum Auspannen und Abschalten.

Fazit: Die Musik auf „Cast Of Thousands“ ist völlig unaufgeregt und relaxt. Sanft klingt es meist, selten mal, dass sich ein etwas härterer Ton in eines der Lieder eingeschlichen hat. Das klingt alles ganz gut, jedoch auch ein wenig sehr unspektakulär. Eben ohne Höhepunkte, die ein Album auch ab und an zu etwas Besonderem werden lassen. Das ist „Cast Of Thousands“ allerdings noch nicht. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Snooks, Not A Job, Grace Under Pressure



Montag, 11. November 2013

Red Hot Chili Peppers – Stadium Arcadium




Red Hot Chili Peppers – Stadium Arcadium


Besetzung:

Michael "Flea" Balzary – bass, trumpet, backing vocals
John Frusciante – guitars, keyboards, backing vocals
Anthony Kiedis – lead vocals
Chad Smith – drums, percussion


Gastmusiker:

Michael Bolger – trombone on "Turn It Again"
Lenny Castro – additional percussion
Paulinho Da Costa – additional percussion
Richard Dodd – cello on "She Looks To Me"
Emily Kokal – chorus vocals on "Desecration Smile"
Billy Preston – clavenette on "Warlocks"
Omar Rodríguez-López – guitar solo on "Especially In Michigan"
Brad Warnaar – french horn on "Stadium Arcadium"
Natalie Baber – background vocals on "We Believe"
Mylissa Hoffman – background vocals on "We Believe"
Alexis Izenstark – background vocals on "We Believe"
Spencer Izenstark – background vocals on "We Believe"
Dylan Lerner – background vocals on "We Believe"
Kyle Lerner – background vocals on "We Believe"
Gabrielle Mosbe – background vocals on "We Believe"
Monique Mosbe – background vocals on "We Believe"
Sophia Mosbe – background vocals on "We Believe"
Isabella Shmelev – background vocals on "We Believe"
Landen Starkman – background vocals on "We Believe"
Wyatt Starkman – background vocals on "We Believe"


Label: Warner Bros. Records


Erscheinungsdatum: 2006


Stil: Alternative Rock


Trackliste:

CD1 (Jupiter):

1. Dani California (4:42)
2. Snow [Hey Oh] (5:35)
3. Charlie (4:38)
4. Stadium Arcadium (5:16)
5. Hump De Bump (3:33)
6. She's Only 18 (3:25)
7. Slow Cheetah (5:20)
8. Torture Me (3:45)
9. Strip My Mind (4:19)
10. Especially In Michigan (4:01)
11. Warlocks (3:26)
12. C'mon Girl (3:49)
13. Wet Sand (5:10)
14. Hey (5:40)


CD2 (Mars):

1. Desecration Smile (5:02)
2. Tell Me Baby (4:08)
3. Hard To Concentrate (4:02)
4. 21st Century (4:23)
5. She Looks To Me (4:06)
6. Readymade (4:31)
7. If (2:53)
8. Make You Feel Better (3:52)
9. Animal Bar (5:25)
10. So Much I (3:45)
11. Storm In A Teacup (3:45)
12. We Believe (3:36)
13. Turn It Again (6:06)
14. Death Of A Martian (4:25)

Gesamtspieldauer CD1 & CD2: 2:02:36




Achtundzwanzig Titel, eine Laufzeit von über zwei Stunden… Schon beeindruckend, was die Red Hot Chili Peppers da im Jahr 2006 auf eine Doppel-CD gepresst haben. Das liegt allerdings nicht so sehr an der Anzahl der Titel oder der Länge von „Stadium Arcadium“, ihrem neunten Studioalbum. Es ist die Musik, die Qualität der Musik, die Eindruck hinterlässt, denn diese ist alles andere als Massenware.

Auf „Stadium Arcadium“ klingt es mal verspielter, mal rockiger, mal eingängiger, ein anderes Mal funkig, dann wieder deutlich poppiger. Aber fast allem haftet etwas Besonderes an. Das ist keine 08/15-Musik, sondern das sind sehr einfallsreiche und meist überaus melodiöse Lieder, die rocken oder den Hörer durch ihre Melodiösität einnehmen. Das Album ist überaus abwechslungsreich, ohne dabei in irgendeiner Art konstruiert zu klingen. Alles ergibt Sinn, passt zusammen und macht einfach Spaß. Der Groove ist gleichberechtigt neben der Harmonie vertreten, der harte Rock auf Augenhöhe mit dem sanften Akkord. Das alles zusammen erzeugt eine Vielfalt, wie man sie nicht allzu häufig auf einem einzigen Album antrifft.

Fazit: „Stadium Arcadium“ ist das mit Abstand „massentauglichste“ Album der Red Hot Chili Peppers – allerdings trotzdem auch ihre bisher beste Platte. Die Musik wirkt, ist einfach klasse gemacht und es gibt hier eben die rockigeren Abschnitte und die wunderschönen eingängigen Melodien nebeneinander, als ob es nur so und nicht anders funktionieren könnte. Ein wahres Füllhorn, welches sich da über die Hörer ergießt. Wer jedoch die Peppers von „Blood Sugar Sex Magik“ her kennt und von dort her zu schätzen weiß, der könnte unter Umständen mit dieser Musik auf „Stadium Arcadium“ ein kleines Problem haben, denn das hier ist jetzt eine ganz andere Welt. Umgekehrt gilt allerdings dasselbe. Wer die Red Hot Chili Peppers von damals mit ihrem Funk Rock nicht mochte, der wird sicherlich mit der Musik dieses Albums positiv überrascht werden. Wahrlich eine tolle und abwechslungsreiche Platte, die sich für jeden Rock-Musik-Interessierten lohnt. Zwölf Punkte.

Anspieltipps: Dieses Mal ein paar mehr, ich kann mich einfach nicht entscheiden: Dani California, Snow, She's Only 18, Slow Cheetah, Torture Me, Strip My Mind, Especially In Michigan, Desecration Smile, Hard To Concentrate, She Looks To Me, Turn It Again, Death Of A Martian



Sonntag, 10. November 2013

Lindisfarne – Sleepless Nights




Lindisfarne – Sleepless Nights


Besetzung:

Alan Hull – vocals, acoustic, electric and 12-string guitars, keyboards
Simon Cowe – lead-, acoustic- and 12-string guitars, mandolin, vocals
Rod Clements – electric bass, acoustic-, electric- and 12-string guitars, violin
Ray Laidlaw – drums, percussion
Ray Jackson – mandolin, harmonica, vocals


Label: Castle Music


Erscheinungsdatum: 1982


Stil: Pop, Rock


Trackliste:

1. Nights (4:23)
2. Start Again (3:35)
3. Cruising To Disaster (4:05)
4. Same Way Down (3:24)
5. Winning The Game (4:24)
6. About You (4:16)
7. Sunderland Boys (3:37)
8. Love Is A Pain (2:32)
9. Do What I Want (3:15)
10. Never Miss The Water (3:55)
11. I Must Stop Going To Parties (3:11)
12. Stormy Weather (3:57)

Gesamtspieldauer: 44:34




Nachdem das siebte Album der Engländer von Lindisfarne „The News“ charttechnisch gefloppt hatte, verlor die Band ihren Major-Plattenvertrag bei Mercury Records und gründete daraufhin einfach ein eigenes Label: „Castle Music“. Auf diesem wurde dann die achte Platte der Band im Jahr 1982 veröffentlicht: „Sleepless Nights“. Mit Folk-Musik, wie noch zu den Ursprüngen der Band, haben die Lieder auf diesem Album allerdings gar nichts mehr gemein. Auf „Sleepless Nights“ hört man Pop-Musik und zwar in Reinkultur – vielleicht mit einer kleinen Ausnahme.

Das soll allerdings nichts über die Qualität der Musik aussagen, denn die ist auf „Sleepless Nights“ gar nicht mal schlecht gelungen. Viele der Titel haben eine schöne Melodie und bleiben durchaus länger hängen. Ich hatte das Album jetzt jahrelang nicht mehr gehört, die Lieder kamen mir aber zum Teil wie „alte Bekannte“ vor. Klar ist das jetzt keine großartig anspruchsvolle Musik, die man hier hört, aber es sind eingängige Lieder, die wie im Fall von „Cruising To Disaster“ oder auch „About You“ richtig gut gelungen sind und beim Hören einfach Spaß machen.

Der Anfang der Platte ist dabei noch ein wenig hörenswerter als das Ende, der Stil bleibt jedoch derselbe, sodass es ganz am Ohr des Hörers liegt, wo er seine Favoriten setzt. Und beim vorletzten Titel kommt dann sogar noch mal ein klein wenig, wie oben bereits angedeutet, die ursprüngliche Musik von Lindisfarne durch, welche sie zehn Jahre zuvor allerdings deutlich besser hinbekommen haben.

Fazit: Das Album hielt sich nur drei Wochen in den englischen Charts und hätte eigentlich mehr verdient gehabt, denn es gibt deutlich schlechtere Pop-Musik. Vielleicht lag das auch an der Auswahl der Single-Veröffentlichungen. Drei wurden getätigt und zwar mit den Titeln „I Must Stop Going To Parties“, „Sunderland Boys" und „Nights“. Ich hätte andere gewählt. Kein schlechtes Pop-Album. Acht Punkte.

Anspieltipps: Cruising To Disaster, About You




Samstag, 9. November 2013

Neil Young – Harvest




Neil Young – Harvest


Besetzung:

Neil Young – vocals, guitar, piano, harmonica


Gastmusiker:

Ben Keith – pedal steel guitar
Jack Nitzsche – piano, slide guitar
Tim Drummond – bass
Kenny Buttrey – drums
John Harris – piano
Teddy Irwin – guitar
James McMahon – piano
James Taylor – banjo-guitar, backing vocal
David Crosby – backing vocals
Graham Nash – backing vocals
Linda Ronstadt – backing vocals
Stephen Stills – backing vocals


Label: Reprise Records


Erscheinungsdatum: 1972


Stil: Folk Rock


Trackliste:

1. Out On The Weekend (4:34)
2. Harvest (3:12)
3. A Man Needs A Maid (4:06)
4. Heart Of Gold (3:07)
5. Are You Ready For The Country? (3:33)
6. Old Man (3:25)
7. There's A World (2:59)
8. Alabama (4:02)
9. The Needle And The Damage Done (2:03)
10. Words (Between The Lines Of Age) (6:47)

Gesamtspieldauer: 37:48




„Harvest“ betitelte Neil Young sein viertes Album aus dem Jahr 1972. Und diese Platte sollte für Neil Young die erfolgreichste seines Schaffens werden - zumindest wenn man sich die Verkaufszahlen des Albums ansieht. Musikalisch ist „Harvest“ allerdings ebenfalls richtig gut gelungen und wenn ein Musikhörer auf eingängige und melodiöse Musik steht, dann kann er hier seine Erfüllung finden.

Vielleicht liegt dieser Erfolg der Platte auch ein klein wenig mit an der Abwechslung der Musik, die es auf „Harvest“ zu hören gibt. Das ist zwar in erster Linie melodischer Folk gepaart mit der sicherlich nicht alltäglichen Stimme des US-Amerikaners – allerdings nicht nur. Da gibt es dieses Mal auch etwas „weicheren“ Rock zu hören und bei den Titeln „A Man Needs A Maid“ und „There's A World“ setzt ein ganzes Orchester die Musik Neil Youngs um. Und dies überaus gelungen.

Auch eines der wohl bekanntesten Lieder Neil Youngs ist auf dem Album zu hören: „Heart Of Gold“. Ich kenne diesen Titel sicherlich schon dreißig Jahre und er ist in keinem dieser Jahrzehnte auch nur einen Deut schlechter geworden. Einfach ein tolles Lied, das man immer wieder gerne hört. Genauso wie das etwas melancholische und sentimentale „Old Man“. Einen sehr schönen Text hat Neil Young dazu komponiert und fertig ist ein Lied, welches einen deutlich länger als nur die Zeit des Hörens begleitet.

Nicht unerwähnt bleiben soll an dieser Stelle auch das letzte Stück der Platte „Words (Between The Lines Of Age)“. Regelrecht episch wird das Album mit diesem Titel beschlossen. Eine klasse Nummer, einer jener Titel, die mit jedem Hören noch mal ein klein wenig wachsen.

Fazit: Auf „Harvest“ gibt es einige Höhepunkte zu erhören. Die Platte ist abwechslungsreich, quillt über vor tollen Melodien und schöne Einfällen. Die Texte lohnen sich hier ebenfalls mitgelesen zu werden. Somit wird dieses Album zu einem Begleiter durch die Zeit, den man immer wieder gerne auf- und einlegt, der nie langweilig wird und es immer wieder schafft, beim Hörer ein wohliges Gefühl hervorzuzaubern. Würde ich mal ausprobieren. Elf Punkte.

Anspieltipps: Heart Of Gold, Old Man, There's A World, Words





Freitag, 8. November 2013

Kate Bush – The Red Shoes




Kate Bush – The Red Shoes


Besetzung:

Kate Bush – bass, guitar, piano, keyboards, vocals


Gastmusiker:

Jeff Beck – guitar
Gary Brooker – hammond organ
Paddy Bush – vocals, whistle (human), whistle (instrument), mandola, valiha, singing bowls, fujara, musical bow
Eric Clapton – guitar
Gaumont D'Oliver – bass, percussion, drums, sound effects
Stuart Elliott – percussion, drums
John Giblin – bass
Lenny Henry – vocals
Nigel Hitchcock – baritone & tenor saxophones
Michael Kamen – orchestration
Nigel Kennedy – violin, viola
Lily – narrator
Danny McIntosh – guitar
Charlie Morgan – percussion
Del Palmer – fairlight sampler
Prince – bass, guitar, keyboards, vocals
J. Neil Sidwell – trombone
Steve Sidwell – trumpet, flugelhorn
Paul Spong – trumpet
Trio Bulgarka – vocals
Colin Lloyd Tucker – vocals
Justin Vali – vocals, valiha, kabosy


Label: EMI


Erscheinungsdatum: 1993


Stil: Art Pop


Trackliste:

1. Rubberband Girl (4:45)
2. And So Is Love (4:18)
3. Eat The Music (5:11)
4. Moments Of Pleasure (5:18)
5. The Song Of Solomon (4:29)
6. Lily (3:53)
7. The Red Shoes (4:03)
8. Top Of The City (4:15)
9. Constellation Of The Heart (4:47)
10. Big Stripey Lie (3:33)
11. Why Should I Love You? (5:02)
12. You're The One (5:53)

Gesamtspieldauer: 55:28




„The Red Shoes“ ist das siebte Studio-Album Kate Bushs. Es wurde 1993 veröffentlicht und sollte für die nächsten zwölf Jahre auch die letzte Platte der Engländerin bleiben, die sich nun mehr um ihre Familie kümmern wollte. Und die Musik auf diesem Album, auf dem man unter anderem neben Gary Brooker von Procol Harum auch Jeff Beck, Eric Clapton und Prince hört? Nun, diese kann leider so gar nicht mehr überzeugen. Ein Stilmix ist entstanden. Kate Bush versucht sich auf „The Red Shoes“ in sehr vielen verschiedenen Genres der Musik.

Mal klingt ein Lied poppig, dann wieder geht es in die Richtung Soul. Ein anderes Mal wird es richtig funkig und schließlich kann man sich auch noch nach Mexiko verzaubern lassen. Eine ganze Menge Stile, die man, bis auf den ersten, eigentlich von Kate Bush bisher gar nicht so gehört hat und vielleicht auch gar nicht so hören möchte. Das Album startet mit „Rubberband Girl“, einer Pop-Nummer, die so oder so ähnlich durchaus auch von Madonna etwa zur selben Zeit hätte stammen können. Nicht anders ist das bei „Eat The Music“, dem Song mit den mexikanischen Klängen, bei dem sogar die Stimme Kate Bushs manchmal an Madonna erinnert.

Nun und dann beginnt die Fahrt endgültig durch verschiedene Bereiche der modernen Musik, die hier auf „The Red Shoes“ allerdings so gar nicht überzeugen können. Da gibt es zwar zumindest noch ein paar Titel, die durchaus hörenswert – wenn auch nicht übermäßig überzeugend sind. Andererseits finden sich jedoch auch Beispiele wie „Constellation Of The Heart“ oder „Why Should I Love You?“ für Nummern auf dem Album, die zu den am wenigsten überzeugenden Liedern in der Karriere der Kate Bush gehören.

Fazit: Neben einigen noch ganz annehmbaren Stücken befindet sich auch richtig schlechte Musik auf „The Red Shoes“. Kate Bush hat hier zu vielen Stilen der Musik einen Besuch abgestattet, die man von Kate Bush einfach nicht hören will. Nichts gegen eine Weiterentwicklung als Künstlerin, dann muss das allerdings auch überzeugend und stimmig sein. Überdies bewirkt dieses Sammelsurium eine Unausgegorenheit auf dieser Platte, mit der man immer wieder konfrontiert und durch die man überrascht wird. Leider nicht im positiven Sinn. Sechs Punkte.

Anspieltipps: And So Is Love





Donnerstag, 7. November 2013

16 Horsepower – Yours, Truly




16 Horsepower – Live March 2001


Besetzung:

David Eugene Edwards – ohne Instrumentenangabe
Jean-Yves Tola – ohne Instrumentenangabe
Pascal Humbert – ohne Instrumentenangabe
Keven Soll – ohne Instrumentenangabe
Rob Reddick – ohne Instrumentenangabe
Jeffrey Paul Norlander – ohne Instrumentenangabe
Steven Taylor – ohne Instrumentenangabe


Label: Glitterhouse Records


Erscheinungsdatum: 2011


Stil: Alternative Country


Trackliste:

CD1: People's Choice

1. Black Soul Choir (1996, "Sackcloth'n'Ashes) (3:53)
2. American Wheeze (1996, "Sackcloth'n'Ashes) (4:13)
3. Splinters (2000, "Secret South") (7:03)
4. Haw (1995, EP, "Sixteen Horsepower") (4:57)
5. For Heaven's Sake (1998, "Low Estate") (4:55)
6. Clogger (2000, "Secret South") (4:05)
7. Hutterite Mile (2002, "Folklore") (4:04)
8. Poor Mouth (2000, "Secret South") (5:35)
9. Cinder Alley (2000, "Secret South") (5:17)
10. Low Estate (1998, "Low Estate") (3:39)
11. I Seen What I Saw (1996, "Sackcloth'n'Ashes) (4:09)
12. Strawfoot (2000, "Secret South") (3:31)


CD2: Rarities

1. Phyllis Ruth (1995, B-side, "Heel On The Shovel") (3:11)
2. Flowers In My Heart (1995, B-side, "Heel On The Shovel") (3:12)
3. Dead Run (1995, B-side, "Heel On The Shovel") (3:11)
4. American Wheeze (1995, "Radio Asylm Sampler") (3:34)
5. Black Soul Choir (1996, different Version) (4:16)
6. Bad Moon Rising (1997, B-side; "For Heavens Sake") (3:01)
7. Worry (1997, B-side, "For Heavens Sake") (2:47)
8. The Partisan (1998, Single, "The Partisan") (4:10)
9. Fire Spirit (1998, Single B-Side, "The Partisan") (2:56)
10. Cinder Alley (1999, "Secret South", Demo Version) (3:45)
11. Poor Mouth (1999, "Secret South", Demo Version) (4:22)
12. Clogger (2000, Remix) (3:39)
13. De-Railed (2001, B-side, "Splinters") (3.15)

Gesamtspieldauer CD1 & CD2: 1:34:33




2011 warfen die Glitterhouse Records noch mal eine Kompilation von 16 Horsepower auf den Markt. Dabei handelt es sich um zwei CD’s, die mit „People’s Choice“, also den Favoriten der Fans und mit „Rarities“ gekennzeichnet sind. Auf CD1 möchte ich hier gar nicht mehr eingehen, zu den Liedern habe ich bereits etwas auf den offiziellen Alben geschrieben, die in der Trackliste hinter den entsprechenden Liedern vermerkt sind. Außerdem hat Arndt die Musik des Album hier auf diesen Seiten ja auch bereits bewertet.

Also auf zu CD2. Wie schon erwähnt wurde diese mit „Rarities“ übertitelt. Nun ja, bei acht der dreizehn Titel handelt es sich lediglich um alternative Versionen von bereits mehrfach, auf Studio- wie auf Live-Alben veröffentlichten Liedern. Diese unterscheiden sich dabei noch nicht einmal großartig vom Original. „Bad Moon Rising“ stammt natürlich von Creedance Clearwater Revival, ist in dieser Version hier von 16 Horsepower aber kaum zu erkennen und klingt im Original deutlich besser.

Bleiben noch vier Titel übrig. „Flowers In My Heart“ ist die B-Seite der Single von "Heel On The Shovel" und kommt dem Country sehr, sehr nahe. Sehr gewöhnungsbedürftig. „Worry“ ist ebenfalls eine B-Seite, dieses Mal von "For Heavens Sake". Das Lied klingt nicht schlecht, irgendwie sehr irisch und wirklich bereichernd. „Fire Spirit“ ist die B-Seite von „The Partisan“, welches schon auf „Live March 2001“ veröffentlicht wurde. „Fire Spirit“ selbst ist eine etwas ungewöhnliche Nummer für 16 Horsepower, denn sie grenzt fast schon an den Hard Rock. Aber ebenfalls ein gutes Lied, das sich durchaus gut anhören lässt und eine weitere Seite der Band zeigt. Bliebe ganz zum Schluss noch „De-Railed“. Hierbei handelt es sich um eine etwas melodienarme Nummer, die sich im weiteren Verlauf allerdings steigert und schließlich sogar ebenfalls richtig gut rockt. Nicht schlecht und auch lohnenswert, es mal gehört zu haben.

Fazit: Der fade Beigeschmack bleibt. Da wird ein Doppelalbum verkauft, auf dem eine „Best Of-Ansammlung“ zu finden ist und eine Rarities CD, bei der es sich hauptsächlich um alternative Versionen handelt. Da sollte sich 16 Horsepower mal ein Beispiel an New Model Army nehmen. Die haben bereits zwei „B-Seiten-CD’s (eine davon ist sogar ein Doppelalbum) veröffentlicht mit Songmaterial was a) neu ist und b) auch noch toll klingt. Drei der wirklichen Raritäten auf „Yours, Truly“ klingen zwar nicht schlecht, der Rest ist leider allerdings ein wenig Nepp, denn dafür muss man nicht extra eine Doppel-CD veröffentlichen. Damit meine ich ausdrücklich nicht die Musik, die hätte zwölf Punkte verdient, aber diese Zusammenstellung hier als Doppelalbum auf den Markt zu bringen in der Hoffnung, dass es der Fan schon kaufen wird, finde ich zumindest gewagt. Die Musik erhält zwölf Punkte. Die CD „Yours, Truly“ allerdings nur drei aus den oben genannten Punkten. Je einen Punkt für die wirklich neuen und guten Raritäten.

Anspieltipps: Worry, Fire Spirit, De-Railed (und natürlich die ganze erste CD)




Mittwoch, 6. November 2013

AC/DC – Stiff Upper Lip




AC/DC – Stiff Upper Lip


Besetzung:

Angus Young – lead guitar
Malcolm Young – rhythm guitar
Brian Johnson – vocals
Cliff Williams – bass guitar
Phil Rudd – drums


Label: Warner Music


Erscheinungsdatum: 2000


Stil: Hard-Rock


Trackliste:


CD1:

1. Stiff Upper Lip (3:35)
2. Meltdown (3:41)
3. House Of Jazz (3:56)
4. Hold Me Back (3:59)
5. Safe In New York City (4:00)
6. Can't Stand Still (3:41)
7. Can't Stop Rock'n'Roll (4:02)
8. Satellite Blues (3:46)
9. Damned (3:52)
10. Come And Get It (4:03)
11. All Screwed Up (4:36)
12. Give It Up (3:56)


CD2:

1. Cyberspace (3:00)
2. Back in Black (Live) (4:10)
3. Hard As A Rock (Live) (4:51)
4. Ballbreaker (Live) (4:42)
5. Whole Lotta Rosie (Live) (5:27)
6. Let There Be Rock (Live) (11:55)
7. Stiff Upper Lip (Video) (3:51)
8. Safe In New York City (Video) (4:00)
9. Satellite Blues (Video) (3:50)

Gesamtspieldauer der Musiktitel auf CD1 und CD2: 1:21:12 sowie 11:41 Videomaterial auf CD2




„Stiff Upper Lip“ ist das dreizehnte Studio-Album, welches AC/DC international veröffentlichten. „International“ deshalb, da von den ersten beiden Alben auch Ausgaben existieren, die damals nur in Australien, der Heimat von AC/DC veröffentlicht wurden. „Stiff Upper Lip“ wurde auch in einer „Special Edition“ veröffentlicht, welche mir hier vorliegt. Diese unterscheidet sich durch das Vorhandensein einer zweiten CD, auf der sich mit „Cyberspace“ noch ein neuer Track befindet, sowie fünf live in Madrid eingespielte Titel und zusätzlich noch drei Videos zu den als Singles ausgekoppelten Liedern der Platte.

Nun die Musik auf „Stiff Upper Lip“ kann den AC/DC-Freund vieler vorheriger Platten nicht mehr so richtig packen. Gut gemachter Hard Rock ist da zu hören, der allerdings nichts mehr Geniales an sich hat, was man so oft auf anderen Platten AC/DC’s entdecken konnte. Die Scheibe rockt natürlich von vorne bis hinten durch, diese „Übersongs“ jedoch, die auf den ersten Veröffentlichungen der Band zuhauf vorhanden waren, auf den späteren Platten immerhin noch ab und an, die fehlen hier ganz klar. Natürlich kann man aber auch auf „Stiff Upper Lip“ noch dem Headbanging frönen und die Haare ordentlich durcheinander wirbeln, allerdings macht das längst nicht mehr so viel Spaß wie früher. Ein wirklich toller Song ist „Can't Stand Still“, hier sind die Zutaten noch vorhanden, die einen AC/DC-Song zu etwas Besonderem werden lassen. Klasse Gitarrenlauf, eingängige Melodieführung, guter Groove und eben diese gewisse Eingängigkeit, die ein Lied manchmal über die anderen heraushebt. Der ganze Rest der Platte ist handwerklich gut gemachter, harter Rock’n’Roll, den man sich gut anhören kann, leider allerdings auch nichts verpasst hat, wenn man diese CD nicht kennt.

Kommen wir mal zur Zugabe, denn die lohnt sich hier bei dem Album wirklich. Damit meine ich jetzt aber nicht die drei Videos, die in recht schlechter Qualität auf CD gepresst wurden und auch nicht die Zugabe in Form des Liedes „Cyberspace“, denn das reiht sich nahtlos ein in die Stücke auf CD1. Nichts Besonderes eben, hart zwar, das gewisse Etwas, das fehlt jedoch auch hier. Aber die Live-Einspielungen sind wahrlich klasse gelungen. Kraft- und druckvoll wird hier gerockt, was das Zeug hält. „Whole Lotta Rosie“, ehemals von Bon Scott interpretiert, bringt Brian Johnson absolut auf den Punkt. Perfekt. Und dann gibt es da noch die fast zwölfminütige Version von „Let There Be Rock“. Der absolute Wahnsinn. Wann jemals hat Live-Musik besser geklungen? Das Lied wird deutlich schneller gespielt als in der Original-Version, es knallt rein wie ein Donnerschlag. Und dann kommt es eben, dieses episches Solo des Angus Young, der danach blutige Finger gehabt haben dürfte. Absolut klasse und genial. Wenn man bei diesem Song versucht mit zu wippen bekommt man einen Krampf im Fuß. Ein absolutes Meisterwerk des Rock’n’Roll. Besser kann man Hard Rock nicht spielen, nicht wiedergeben. Man muss aufpassen, dass einem nicht Tränen der Rührung in die Augen steigen.

Fazit: „Stiff Upper Lip“ ist ein grundsolides und durchschnittliches Album geworden. Kein Höhepunkt im Schaffen von AC/DC. Jedoch auch kein schlechtes Album, wenn man ein Ohr für Hard Rock hat. Die Anschaffung lohnt sich für den Freund härterer Musik allerdings trotzdem. „Let There Be Rock“ in dieser Version ist eine Offenbarung. Dem Album würde ich acht Punkte geben, Durchschnitt eben. Aber dieser Zusatz in der Special Edition hebt das Level an. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Hold Me Back, Whole Lotta Rosie (Live), Let There Be Rock (Live)




Dienstag, 5. November 2013

The Pogues – Hell’s Ditch




The Pogues – Hell’s Ditch


Besetzung:

Shane MacGowan – vocals
Jem Finer – banjo, mandolin, hurdy-gurdy, saxophone, guitar
Spider Stacy – tin whistle, vocals, harmonica
James Fearnley – accordion, piano, guitar, violin, sitar, kalimba
Terry Woods – mandolin, guitar, cittern, vocals, concertina, auto harp
Andrew Ranken – drums
Philip Chevron – guitar
Darryl Hunt – bass guitar


Label: Warner Music


Erscheinungsdatum: 1990


Stil: Irish Folk


Trackliste:

1. The Sunnyside Of The Street (2:44)
2. Sayonara (3:07)
3. The Ghost Of A Smile (2:59)
4. Hell's Ditch (3:03)
5. Lorca's Novena (4:41)
6. Summer In Siam (4:06)
7. Rain Street (4:01)
8. Rainbow Man (2:46)
9. The Wake Of The Medusa (3:05)
10. House Of The Gods (3:47)
11. 5 Green Queens And Jean (2:36)
12. Maidrin Rua (1:47)
13. Six To Go (2:58)

Gesamtspieldauer: 41:40




So ganz kann einen dieses fünfte Album der Pogues aus dem Jahr 1990 nicht mehr packen. Irgendwie scheint man viele Titel auf „Hell’s Ditch“ so oder so ähnlich von der Melodieführung her bereits mal gehört zu haben. Gelungen ist da am ehesten noch „Lorca's Novena“, welches jetzt wirklich mal mit etwas Neuem aufwartet. Ein schleppender Rhythmus und ab und an orientalisch klingende Gesänge im Hintergrund - sowie der Einsatz einer spanischen Gitarre. Hier wird es wieder spannend.

Auch ist eine Richtung der Band deutlich hin zum Pop zu vernehmen. Klar gibt es immer noch diese irischen Klänge, für die die Pogues berühmt wurden, allerdings „poppt“ es auf „Hell’s Ditch“ doch deutlich öfter, als noch auf den Platten zuvor. Zudem haben vermehrt asiatische Klänge Einzug in die Musik der Pogues gefunden, eine Variation, den die Iren sehr gut lösen und der das Ganze wieder ein wenig interessanter werden lässt. Allerdings zünden die Melodien nicht mehr ganz so, wie sie es noch auf den Alben zuvor getan haben. Wer Irish Folk liebt, der wird auch dieses Album mögen, keine Frage. Ob er es allerdings auch noch liebt?

Fazit: Nach diesem Album verließ der Sänger Shane MacGowan die Band, beziehungsweise wurde er aufgrund seiner Alkoholsucht aus der Band geschmissen. Zu oft war er auf Konzerten nicht mehr in der Lage gerade zu stehen, geschweige denn die Songs auch textlich umzusetzen. Die Musik auf „Hell’s Ditch“ ist für mich langweiliger geworden. Meine drei Höhepunkte habe ich unten in den Anspieltipps wiedergegeben. Diese Songs gefallen mir schon noch sehr gut, der ganze Rest ist aber irgendwie ein klein wenig zur Massenware geworden. Schade. Acht Punkte.

Anspieltipps: Lorca's Novena, Rainbow Man, The Wake Of The Medusa





Montag, 4. November 2013

Hans Söllner – SoSoSo




Hans Söllner – SoSoSo


Besetzung:

Hans Söllner – Gesang, Gitarre, Mundharmonika


Gastmusiker:

Peter Poichler – Orgel, Synthesizer, Wurlitzer E-Piano
Stephan Hofer – Schlagzeug, Perkussion
Manfred Puchner – Bass


Label: TRIKONT


Erscheinungsdatum: 2012


Stil: Bayerischer Liedermacher


Trackliste:

1. SoSoSo (4:01)
2. Untersberg (3:37)
3. Kibe voi Tränen (3:58)
4. Ganja (5:21)
5. Ihr seids alle gleich (6:02)
6. Der Rudi (7:32)
7. Wia de do drent (4:51)
8. Die Liebe (4:05)
9. Schau ned zruck (5:46)
10. Durch eia Politik (3:45)
11. Allgäuer Mädel (3:44)

Gesamtspieldauer: 52:40


 

Häufig nur mit der akustischen Gitarre instrumentiert, begleitet sich Hans Söllner auf „SoSoSo“ meist selbst. Die Musik ist dabei überaus unaufgeregt, die Texte sind jedoch alles andere als dies. Mal ist es ein Liebeslied, mal ein witziger Text über das Kiffen, dann wieder seine harte Kritik an der Gesellschaft und der Politik. Auch Polizeiwillkür ist ein Thema und wird genauso aufgegriffen wie das Leben allgemein. Die Texte sind dabei häufig witzig und von schwarzem Humor beseelt. Manchmal wirkt es auch ein wenig übertrieben und dieses Mal dann zu schwarz gemalt und allzu sozialkritisch.

Musikalisch ist das Album überaus harmonisch gehalten, alles ist sehr melodiös und schon beim ersten Mal eingängig. Diese häufig allerdings fast schon spartanische Instrumentierung hinterlässt nach dem Hören ein klein wenig ein Gefühl der Leere. Die einzelnen Titel sind sich dabei zu ähnlich, um auch längerfristigen Wiedererkennungswert zu besitzen. Allerdings wirkt die Musik des Hans Söllner auch nur in der Verbindung von Musik und Text. Lediglich eine Melodie eines Titels im Kopf zu haben und diese fröhlich vor sich hinzupfeiffen ist nicht der Anspruch, den Hans Söllner mit seiner Musik zu haben scheint. Er möchte vielmehr Geschichten erzählen, die zum Nachdenken anregen, einen zum Schmunzeln bringen und manches Mal auch ein wenig schlüpfrig klingen, sodass man sie seinen Kindern besser erst mal vorenthält.

Fazit: „SoSoSo“ weiß zu unterhalten, egal wie man zu den Inhalten der einzelnen Texte steht. Es ist eine Platte, der man zuhören muss, der Schwerpunkt liegt auf den Texten, die Musik dient dabei nur als Transportmittel, spielt eher eine ein klein wenig zurückgesetzte Rolle. Und so hört man sich die Platte an, schmunzelt und schüttelt den Kopf, freut sich und schämt sich. Es ist der Gesang, der hängenbleibt und das liegt sicherlich nicht nur an der Stimme des Hans Söllner. Sieben Punkte.

Anspieltipps: SoSoSo, Ganja, Der Rudi





Sonntag, 3. November 2013

Kate Bush – Never For Ever




Kate Bush – Never For Ever


Besetzung:

Kate Bush – vocals, background vocals, piano, keyboards, synthsizer


Gastmusiker:

Ian Bairnson – guitar, vocals
Brian Bath – acoustic & electric guitar, background vocals
Paddy Bush – harmonica, mandolin, balalaika, sitar, vocals, background vocals, koto, banshee, saw
Kevin Burke – violin
Adam Sceaping – viola, string arrangements
Joseph Sceaping – lironi, string arrangements
Duncan Mackay – keyboards, synthesizer
Max Middleton – keyboards, synthesizer, string arrangements
Larry Fast – keyboards, synthesizer
Mike Moran – keyboards, synthesizer
John L. Walters – synthesizer
Richard James Burgess – synthesizer
Del Palmer – bass, vocals, fretless bass
John Giblin – bass, fretless bass
Stuart Elliot – drums, bodhran
Preston Heyman – percussion, drums, background vocals
Morris Pert – percussion, timpani
Gary Hurst – vocals, background vocals
Andrew Bryant – vocals, background vocals
Roy Harper – vocals, background vocals


Label: EMI


Erscheinungsdatum: 1980


Stil: Art Pop


Trackliste:

1. Babooshka (3:21)
2. Delius (Song For Summer) (2:52)
3. Blow Away (For Bill) (3:35)
4. All We Ever Look For (3:49)
5. Egypt (4:12)
6. The Wedding List (4:16)
7. Violin (3:16)
8. The Infant Kiss (2:50)
9. Night Scented Stock (0:52)
10. Army Dreamers (2:59)
11. Breathing (5:30)

Gesamtspieldauer: 37:30




Sehr viel besser gelungen als der Vorgänger „Lionheart” ist das 1980 erschienene dritte Album der Engländerin Kater Bush mit dem Titel „Never For Ever”. Hier erreichen die Melodien nun wieder sehr viel besser den Hörer, können packen und überzeugen. Alles klingt und ist melodisch. Das beginnt gleich mit dem ersten Titel „Babooshka“, der als Opener sofort den Ohrwurm des Albums darstellt. Richtig schön eingängig und mit Wiedererkennungswert kommt hier auch die Stimme Kate Bushs sehr gut zur Geltung.

„Delius (Song For Summer)“ ist dann wiederum ganz anders. Hier geht es um Atmosphäre, eine Stimmung, die transportiert werden soll. Aber auch dieser Song weiß zu überzeugen. Wahrlich gelungen ist hier das stimmliche Zusammenspiel, zwischen ganz hoher weiblicher Stimme und den männlichen Bass-Stimmen des Hintergrundchores beziehungsweise dem Gesang einzelner Sänger. Das klingt alles sehr gut überlegt und arrangiert. „Blow Away (For Bill)“ im Anschluss daran, ist eines der wenigen Lieder des Albums, das nicht überzeugen kann. Keine klare Melodie und hauptsächlich die Stimme der Kate Bush, die hier zwar akrobatische Höhen erklimmt, es trotzdem nicht schafft den Hörer zu fesseln. Irgendwie entwickelt sich da so ein Sing-Sang, der ein klein wenig langweilt. Mit dem etwas schrägen „All We Ever Look For“ wird es aber sofort wieder viel besser. Klasse hier vor allem auch die Instrumentierung, die in diesem Song oftmals so zerbrechlich aber auch so abwechslungsreich wirkt.

Ebenso richtig toll und fesselnd sind „Egypt“ und „Army Dreamers“. Schöne eingängige Melodien, welche nicht allzu viel Zeit benötigen, um beim Hörer anzukommen. Auch der Rest der Platte braucht sich nicht zu verstecken und ist hörenswert, da findet sicher jeder sein eigenes Highlight. Lediglich beim Lied „Violin“ wird vielleicht ein wenig zu viel „geschrien“. Aber genau dieser Umstand macht auch gleichzeitig den Charakter des Liedes aus, welches zudem, trotz des Namens, auch der rockigste Titel auf „Never For Ever” ist.

Fazit: Eine richtig schöne Platte ist „Never For Ever” geworden. Wer auf Eingängigkeit und schöne Melodien steht, der wird hier fündig werden. Dazu gesellt sich jede Menge Abwechslung in Bezug auf das Tempo der einzelnen Titel, deren Stimmungen, die mal trauriger, mal fröhlicher geartet sind und deren Spannbreite, die von Soft-Pop bis Rock einiges zu bieten haben. Eine Platte, die nicht langweilig wird. Elf Punkte.

Anspieltipps: Babooshka, All We Ever Look For, Army Dreamers