Samstag, 22. März 2014

Hawkwind – Quark, Strangeness And Charm




Hawkwind – Quark, Strangeness And Charm


Besetzung:

Robert Calvert – vocals, percussion, morse, and strangeness
Dave Brock – guitar, synthesisers, sound FX, vocals, and quark
Simon House – keyboards, violin, anvil, vocals, and charm
Adrian Shaw – bass guitar, vocals, and hand-claps
Simon King – drums, percussion, and no-vocal


Label: Cherry Red Records


Erscheinungsdatum: 1977 (remasterte Version: 2009)


Stil: Space Rock, Rock


Trackliste:

CD1:

1. Spirit Of The Age (7:25)
2. Damnation Alley (9:02)
3. Fable Of A Failed Race (3:22)
4. Quark, Strangeness And Charm (3:41)
5. Hassan I Sabbah (5:22)
6. The Forge Of Vulcan (3:06)
7. The Days Of The Underground (3:11)
8. The Iron Dream (1:54)


Bonus Tracks:

9. Damnation Alley (Live Studio Version) (10:35)
10. A Minor Jam Session (9:52)
11. Spirit Of The Age (Demo Excerpt) (3:00)
12. Hash Cake Cut (4:26)


Bonus CD2 (The Rockfield Studios Session):

1. Damnation Alley (First Studio Version) (10:37)
2. Spirit Of The Age (Full Extended Version) (11:23)
3. The Days Of The Underground (First Version) (5:40)
4. Quark, Strangeness And Charm / Uncle Sam's On Mars (9:21)
5. Fable Of A Failed Race (Extended Version) (6:51)
6. Damnation Alley (Alternate Harmony Vocal Version) (8:25)
7. Spirit Of The Age (Live Recording September - October 1977) (5:56)
8. Robot (Live Recording September - October 1977) (5:59)
9. High Rise (Live Recording September - October 1977) (5:41)

Gesamtspieldauer: 2:14:49




Jede Menge Musik bekommt man hier auf der remasterten Version des siebten Albums der Spacerocker von Hawkwind zu hören. „Quark, Strangeness And Charm“ wurde ursprünglich 1977 veröffentlicht und 2009 in einer erweiterten Fassung mit Bonus CD wieder aufgelegt. Space Rock gibt es hier jede Menge zu hören, ein Genre, welches die Band miterfunden hat. Dabei ist festzuhalten, dass die Lieder auf dem Album häufig von Redundanzen leben, indem ein Motiv der Musik immer und immer wiederholt wird. Das Ganze ergibt so eine Art meditative Stimmung unter der man, ganz relaxt und mit geschlossenen Augen, in andere Sphären vorzudringen scheint. Nun, dies ist wohl auch eines der Ziele des Space Rocks, neue „Welten“ zu ergründen.

Genau in diesem Umstand liegt allerdings auch ein wenig die Gefahr bei der Musik auf „Quark, Strangeness And Charm“. Für Freunde der Abwechslung wird hier nicht allzu viel geboten. Ist ein Song erst einmal gestartet, wird das aktuelle Motiv massiv ausgeschlachtet und wiederholt, wiederholt und wiederholt. Die Titel sind dabei durch die Bank weg rockig gehalten, allerdings in durchaus gemäßigter Form. Futuristisch – und natürlich ebenfalls redundant – klingt es bei „The Forge Of Vulcan“, dem einzigen Titel des Original-Albums, neben dem letzten kurzen „The Iron Dream”, der ohne Gesang auskommt und der allein schon wegen dem fetten Hammond Orgel Sound im Hintergrund überzeugen kann. Allgemein ist die Musik durchaus mit dem Adjektiv „eingängig“ zu umschreiben, besonders herausstechende Titel fehlen zwar irgendwie, trotzdem hat hier alles seine Qualität. Noch ein klein wenig mehr gefallen und begeistern können einen da sogar die eher kürzeren Nummern gegen Ende des Albums.

Besondere Erwähnung sollen hier auch die zahlreichen Zugaben finden, die der remasterten Version in einer solchen Menge hinzugefügt wurden, dass gleich noch eine zweite CD hinzugefügt wurde. In unterschiedlichen Längen und Versionen wurden hier Titel des Albums nochmals hinzugefügt. So gibt es auf der CD nun neben der Album-Version von „Spirit Of The Age“ und „Damnation Alley“ noch je drei weitere alternative Versionen zu hören. Spannender sind da allerdings, die noch nicht auf dem ursprünglichen Album vorhandenen Titel wie „A Minor Jam Session“, eine ausschweifende und durch den Synthesizer-Sound spacige Instrumentalnummer. Selbiges lässt sich auch für „Hash Cake Cut” sagen, die Nummer klingt allerdings noch ein wenig relaxter. Ganz am Ende der CD2 befinden sich dann noch zwei Live-Titel, wobei vor allem „High Rise“ ein toller und eingängiger Titel ist. Und auch, wenn es dabei mit der Soundqualität nicht zum Besten bestellt ist, so lohnt das Lied auf jeden Fall.

Fazit: Die Titel zu Beginn des Albums sind zwar wahrlich nicht schlecht, so richtig überzeugen können sie allerdings dann doch nicht immer. Gegen Ende der Platte wird die Musik schließlich jedoch deutlich eindringlicher. Dazu gesellen sich noch jede Menge Zugaben, die das Album wahrlich lohnenswert werden lassen. Für Hawkwind-Fans ist die Scheibe sowieso ein Muss und auch in der Fan-Beurteilung sehr hoch angesiedelt. Ich persönlich finde die früheren Werke der Band noch einen Tick besser, höre allerdings auch auf „Quark, Strangeness And Charm“ meine Momente. Neun Punkte.

Anspieltipps: Damnation Alley, The Forge Of Vulcan, High Rise



Freitag, 21. März 2014

Shoulders – The Fun Never Stops




Shoulders – The Fun Never Stops


Besetzung:

Michael Slattery – vocals, parade drum, harmonica, out-of-tune cornet, hideous trombone, bent tin whistle, free-hanging river pipe
Todd Kassens – all guitars, background vocals
Chris Black – contrabass, electric bass, piano, hammond organ, korg polysix, background vocals
Alan Gene Williams – drums, percussion


Gastmusiker:

David Max Crawford – trombone, trumpet, accordion, hamond organ (on “My Offerings”)
John Hagen – cello, violin
Mark Kenyon – lap steel guitar
Chris Searles – additional percussion
Ponte Bone – additional accordion (on “Old Anxieties”)


Label: MusiDisc Records


Erscheinungsdatum: 1993


Stil: Drunken Carnival Music


Trackliste:

1. Enter Dancing (0:35)
2. The Fun Never Stops (4:28)
3. Mr. Troll Is Crying (2:19)
4. Farmer Melancholy (3:33)
5. Each Litte Cannibal (5:42)
6. My Offerings (3:58)
7. Rev. 14:11 (1:02)
8. In The Likeness Of God (2:52)
9. All Seamen’s Ball (4:01)
10. Gladly Gone (2:30)
11. Odyssey (4:49)
12. Old Anxieties (Happy New Year) (4:43)
13. Exit Dancing (1:11)

Gesamtspieldauer: 41:41




Ein Jahr nach dem wahrlich überzeugenden „Trashman Shoes“, veröffentlichten die Shoulders ihre zweite Platte unter dem Namen „The Fun Never Stops“. Wieder nennt sich das hier bediente Musik-Genre „Drunken Carnival Music” und wenn man der Platte so lauscht, dann kann man dieser Bezeichnung durchaus etwas Passendes nachempfinden. Und zwar gleich zu Beginn des Albums, bei dem es nach einem kurzen Aufgalopp zunächst das Titellied „The Fun Never Stops“ zu hören gibt. Nicht nur der Gesang des Michael Slattery klingt hier so, als ob er sich vor der Aufnahme einige Drinks genehmigt hätte, auch die Musik spiegelt diesen spaßigen, alkoholgeschwängerten Eindruck wider.

Auf der Platte tummeln es durchaus auch verschiedene rockige Titel. Das wiederum trägt dazu bei, dass das Album immer sehr lebendig und spannend klingt. Allerdings bleibt auch festzuhalten, dass die Songqualität auf dem ersten Album der Band irgendwie besser zu sein schien. Da packte einen diese Musik noch mehr, konnte mehr begeistern, war eingängiger und hatte durchaus immer wieder auch einen gewissen Ohrwurmcharakter. Bei „The Fun Never Stops“ benötigt man als Hörer deutlich mehr Durchläufe, bis die Musik vertrauter und auch eingängiger wird. Und dies liegt nicht allein daran, dass hier auch mal ordentlich und schrill geschrien wird, wenn es bei den Titeln um Trolle oder aber Kannibalen geht. Trotzdem enthält die Musik auch hier einen gewissen Reiz. Hat man sich schließlich in die ganze Platte reingehört, wirkt alles zudem sehr viel runder und passender.

Fazit: Ganz gewiss keine 08/15-Musik präsentieren die Shoulders aus Texas hier auf ihrem zweiten Album. Erfolg hatte die Band vor allen Dingen in Europa, in ihrem Heimatland, den USA, wurden die Shoulders außerhalb ihres Bundesstaates weitestgehend ignoriert. Und Erfolg hatte die Band auch vor allem mit ihrem ersten Album, welches sich noch deutlich besser verkaufte als „The Fun Never Stops“. Nach diesem Album war dann auch erst mal Schluss. Allerdings noch nicht endgültig, denn zwanzig Jahre später veröffentlichte die Band im Jahr 2013 ein neues Album unter dem Titel „Another Round“. Das ist aber eine andere Geschichte. Neun Punkte.

Anspieltipps: My Offerings, Gladly Gone



Donnerstag, 20. März 2014

Roger Waters – Radio K.A.O.S.




Roger Waters – Radio K.A.O.S.


Besetzung:

Roger Waters – vocals, guitars, bass guitar, shakuhachi, keyboards


Gastmusiker:

Graham Broad – percussion, drums
Mel Collins – saxophones
Nick Glennie-Smith – dx7 and emu on "Powers That Be"
Matt Irving – hammond organ on "Powers That Be"
John Lingwood – drums on "Powers That Be"
Andy Fairweather Low – electric guitars
Suzanne Rhatigan – main background vocals on "Radio Waves", "Me or Him", "Sunset Strip" and "The Tide Is Turning"
Ian Ritchie – piano, keyboards, tenor saxophone, fairlight programming, drum programming
Jay Stapley – electric guitars
John Phirkell – trumpet
Peter Thoms – trombone
Katie Kissoon – background vocals on "Who Needs Information", "Powers That Be" and "Radio Waves"
Doreen Chanter – background vocals on "Who Needs Information", "Powers That Be" and "Radio Waves"
Madeline Bell – background vocals on "Who Needs Information", "Powers That Be" and "Radio Waves"
Steve Langer – background vocals on "Who Needs Information", "Powers That Be" and "Radio Waves"
Vicki Brown – background vocals on "Who Needs Information", "Powers That Be" and "Radio Waves"
Clare Torry – vocals on "Home" and "Four Minutes"
Paul Carrack – vocals on "The Powers That Be"


Label: EMI


Erscheinungsdatum: 1987


Stil: Rock, Pop


Trackliste:

1. Radio Waves (4:57)
2. Who Needs Information (5:55)
3. Me Or Him (5:23)
4. The Powers That Be (4:36)
5. Sunset Strip (4:45)
6. Home (6:00)
7. Four Minutes (4:00)
8. The Tide Is Turning (After Live Aid) (5:43)

Gesamtspieldauer: 41:24




„Radio K.A.O.S.” nannte Roger Waters sein drittes Solo-Werk, wenn man denn „Music From The Body“ von 1970 auch dazuzählen möchte. 1987 erschienen, ist es wohl die poppigste Scheibe, die Roger Waters während seiner Karriere veröffentlichte. Inhaltlich befasst sich das Album, wie bei Roger Waters so häufig, mit den Themen Krieg, Monetarismus und der Welt-Situation ganz allgemein. Dazu unterhält sich der körperlich und geistig behinderte Billy, ein Waliser, der jetzt mit seinem Onkel in Los Angeles lebt, während einer Radio-Show des Senders „Radio K.A.O.S.“ als Anrufer mit dem DJ Jim. Das Besondere an diesem Billy ist dabei, dass er die Radiowellen aufgrund seiner Behinderung ohne ein Radio-Gerät, also mental empfangen kann. Dies kurz zur Geschichte auf dem Album, die Geschichte der Platte selbst ist noch mal eine andere, denn diese wollte Roger Waters bis auf das letzte Lied „The Tide Is Turning“ veröffentlichen. Da meinte dann wiederum die Plattenfirma, dass die Scheibe so deutlich zu düster klänge und wohl nicht viele Käufer würde finden können. Schließlich wurde noch besagter Titel hinzugefügt. Den hatte Roger Waters, der Live Aid am Fernseher verfolgte, nach der Übertragung des Konzerts geschrieben, da er sehr beindruckt von dieser Veranstaltung war. Ursprünglich war er sogar selbst für einen Auftritt bei Live Aid vorgesehen gewesen, sagte dann jedoch ab, da David Gilmour dort zusammen mit Brian Ferry auftrat. Und das war nun die Person, die er nach seinem Ausstieg bei Pink Floyd im selben Jahr wie Live Aid, 1985, dort einfach nicht treffen wollte.

Nun, „The Tide Is Turning“ ist ein toller Titel geworden, der das gesamte Album noch mal aufwertet. Hier zeigt Roger Waters wieder sein Gespür für Melodiösität und Harmonien. Ein Pop-Song, der auf jeden Fall hängenbleibt. Das wurde Roger Waters später wohl auch immer mehr bewusst, denn inzwischen stellt dieser Titel häufig den letzten dar, der während seiner zahlreichen „The Wall-Konzerte“ gespielt wird.

Aber auch der Rest der Platte kann sich durchaus hören lassen. Alles ist sehr eingängig, groovt mal mehr, dann wird es wieder ein wenig nachdenklicher. Viele verschiedene Gesangsstimmen bekommt man zu hören sowie zahlreiche Hintergrundgeräusche, die die Story noch unterfüttern. Auch diese Musik lehnt sich ein wenig an „The Final Cut“, der letzten Platte, die er mit Pink Floyd aufgenommen hat, an. Jedoch gibt es hier das deutlich bessere Song-Material zu hören, vergleicht man diese Veröffentlichung mit dem drei Jahre zuvor entstandenen Album „The Pros And Cons Of Hitch Hiking“. Besonders gelungen sind die Lieder am Ende der Platte. Da gibt es das durch die Perkussion irgendwie vibrierende „Home“, dessen man sich am besten mit den Kopfhörern nähert oder aber auch „Four Minutes“, was im Grunde genommen eine Mischung aus Lied und Soundkollage darstellt, die allerdings sehr gelungen ist.

Fazit: „Radio K.A.O.S.” macht Spaß. Zwar hat die Scheibe noch nicht die Qualität, wie „Amused To Death“, dem Meisterwerk des Roger Waters in seinem Solo-Schaffen, aber die Platte unterhält. Und so düster, wie von der Plattenfirma befürchtet, ist das Ganze auch nicht geworden. Für Pink Floyd oder Roger Waters Fans sowieso ein Muss, für alle diejenigen, die auf gut gemachten Pop-Rock stehen aber sicherlich auch nicht die schlechteste Entscheidung. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Home, Four Minutes, The Tide Is Turning (After Live Aid)



Mittwoch, 19. März 2014

The Flower Kings – Space Revolver




The Flower Kings – Space Revolver


Besetzung:

Roine Stolt – vocals, guitar, bass guitar
Tomas Bodin – piano, organ, synthesizer, mellotron
Hans Fröberg – vocals, acoustic guitar
Jonas Reingold – bass guitar
Jaime Salazar – drums


Gastmusiker:

Hans Bruniusson – mallet percussion, vocals
Ulf Wallander – soprano saxophone




Erscheinungsdatum: 2000


Stil: RetroProg


Trackliste:

1. I Am The Sun (Part One) (15:03)
2. Dream On Dreamer (2:42)
3. Rumble Fish Twist (8:05)
4. Monster Within (12:55)
5. Chicken Farmer Song (5:11)
6. Underdog (5:29)
7. You Don't Know What You've Got (2:39)
8. Slave To Money (7:30)
9. A Kings Prayer (6:01)
10. I Am The Sun (Part Two) (10:39)

Gesamtspieldauer: 1:16:18




Bands, die sich im Genre des Progressive Rock bewegen, haben oftmals eine Ausrichtung, die mal mehr in das Harmonische und Melodiöse hineinreicht oder sie klingen deutlich rockiger und auch experimenteller. Ober aber sie bedienen sich beider Spielarten dieser Musik und genau dies ist auch auf dem fünften Album der Flower Kings „Space Revolver“ zu hören. Da gibt es wundervoll harmonische Passagen, die angefüllt sind mit Mellotron-geschwängerten Sounds, dann jedoch auch wieder kurze Abschnitte, die fast schon an Free-Jazz erinnern. Sehr experimentell in diesem Fall.

Nun, so hört man sich durch diese knapp 80 Minuten Spielzeit und wird mal mehr gefesselt und dann wieder aus seinen musikalischen Gefühlen herausgerissen. Alles scheint laufend im Wandel zu sein und ist oftmals keinesfalls eingängig. Das ganze Album muss man sich wahrlich erarbeiten, muss man mehrmals laufen lassen, sich damit beschäftigen und irgendwie auch verinnerlichen. Und da kommt nun schon fast der berühmte Knackpunkt. Muss man Musik eher erfühlen oder überdenken? Wohl eher „erfühlen“. Die Schweden haben diese Scheibe hier mit Sicherheit bestens durchdacht, geplant und konstruiert. Leider klingt es manches Mal auch genau so. Hier wird dann nicht mehr der Bauch, sondern sehr viel eher der Kopf angesprochen. Musik trifft den Hörer allerdings überwiegend im Bauch und lässt sich deutlich weniger „erdenken“.

Trotzdem gibt es auch die schönen Stellen auf „Space Revolver“. Und zwar immer dann, wenn es ein klein wenig symphonisch wird, wenn die Töne zu schweben scheinen, einen umgarnen und mit Harmonie und Fülle zu treffen versuchen. Das klappt auch immer wieder, noch ein wenig mehr zum Ende des Albums hin, als zu dessen Beginn.

Fazit: Ein klein wenig hilflos lässt einen dieses Album der Flower Kings zurück. Ganz zweifellos gibt es hier tolle Songs zu hören, andererseits allerdings auch Titel, die einen so überhaupt nicht zu treffen verstehen. Somit bleibt ein etwas „durchwachsenes“ Album, welches es einfach nicht schafft, den Hörer durchgängig zu begeistern. Sieben Punkte.

Anspieltipps: A Kings Prayer, I Am The Sun (Part Two)




Dienstag, 18. März 2014

The Cranberries – Roses




The Cranberries – Roses


Besetzung:

Dolores O'Riordan – vocals
Noel Hogan – guitars, keyboards, melodica and drum programming
Mike Hogan – bass
Fergal Lawler – drums and percussion


Gastmusiker:

Stephen Street – acoustic guitar, keyboards and tamborine
Dan Brodbeck – strings
Kevin Hearn – accordion
Louisa Fuller – violin
Rick Koster – violin
John Metcalfe – viola
Sophie Harris – cello


Label: Universal Music


Erscheinungsdatum: 2012


Stil: Pop, Folk Rock


Trackliste:

1. Conduct (5:11)
2. Tomorrow (3:56)
3. Fire & Soul (4:32)
4. Raining In My Heart (3:27)
5. Losing My Mind (3:41)
6. Schizophrenic Playboy (3:40)
7. Waiting In Walthamstow (4:20)
8. Show Me (3:27)
9. Astral Projections (4:45)
10. So Good (3:54)
11. Roses (3:41)

Gesamtspieldauer: 44:34




2012, nach der Wiedervereinigung und elf Jahre nach dem letzten Album, veröffentlichten die Cranberries ihr sechstes Studioalbum. Festzuhalten bleibt dabei gleich zu Beginn, dass die irische Band um die Sängerin und Songschreiberin Dolores O'Riordan in dieser Zeit nichts von ihrem Talent verloren hat, schöne und eindringliche Pop-Musik zu schreiben, die ab und an auch in die Richtung Folk tendiert. Alles klingt wieder auf „Roses“ und einmal mehr steht die sehr schöne Stimme der Dolores O'Riordan im Vordergrund und vermittelt und verleiht den einzelnen Songs so etwas Sehnsüchtiges und Verträumtes.

Somit hat auch jeder Titel auf dieser Scheibe seine Qualität und Ausbrüche nach „unten“ sucht man vergebens. Allerdings verhält es sich genauso mit den Ausbrüchen nach „oben“. Diese „Übersongs“, die es auf manch anderem Album der Cranberries zu hören gibt, die fehlen dieses Mal irgendwie. Alles läuft – zugegebenermaßen auf relativ hohem Niveau – so ein klein wenig durch und weiß zwar immer wieder zu gefallen, jedoch nicht mehr mitzureißen. Die sanften Töne stehen auf „Roses“ ganz klar im Vordergrund, gerockt wird hier nur noch sehr wenig. Dabei klingt die Platte fast schon lieblich und verträumt, die Gegensätze fehlen dagegen, alle Lieder sind in etwa im selben Stil gehalten, sodass zwar keine Langeweile aufkommt, der Spannung und Abwechslung allerdings auch nicht unbedingt ein allzu großer Raum geschaffen wird.

Fazit: „Roses“ ist ein schönes und irgendwie nachdenkliches Album der Cranberries geworden. Die einzelnen Titel kann man durchaus mit „schön“ und eingängig bezeichnen. Allerdings kann man diese Musik auch ganz leicht und sehr unauffällig nebenbei hören ohne, dass die einzelnen Titel dabei allzu groß auffallen oder in irgendeiner Art und Weise wirken würden. Das wiederum ist eigentlich ein bisschen schade, denn die Musik, die einzelnen Lieder, sind durchaus hörenswert. Da allerdings alles im selben Tempo, meist im gleichen Rhythmus und in derselben Stimmung gehalten ist, verwundert das dann wiederum doch nicht allzu sehr. Trotzdem ein, wie bereits erwähnt, schönes Album für all diejenigen Hörer, die auf Melodiösität und Eingängigkeit in der Musik stehen. Neun Punkte.

Anspieltipps: Waiting In Walthamstow, Show Me



Montag, 17. März 2014

Scorpions – Taken By Force




Scorpions – Taken By Force


Besetzung:

Klaus Meine – lead vocals
Ulrich Roth – lead guitars, backing vocals
Rudolf Schenker – rhythm guitars, backing vocals
Francis Buchholz – bass guitar, backing vocals
Herman Rarebell – drums, percussion, backing vocals


Label: Sony Music


Erscheinungsdatum: 1977


Stil: Hard Rock


Trackliste:

1. Steamrock Fever (3:41)
2. We'll Burn The Sky (6:30)
3. I've Got To Be Free (4:04)
4. The Riot Of Your Time (4:13)
5. The Sails Of Charon (4:24)
6. Your Light (4:33)
7. He's A Woman, She's A Man (3:18)
8. Born To Touch Your Feelings (7:41)

Gesamtspieldauer: 38:23




Beim Hören des fünften Albums der Scorpions kann man verstehen, warum diese Deutsche Band von vielen so geliebt wird. Hier auf „Taken By Force“, veröffentlicht 1977, schaffen es die Musiker endlich Musik auf Platte zu pressen, die sich wahrlich lohnt gehört zu werden. Das ist zwar wieder nicht über die ganze Platte der Fall, so richtige Ausfälle gibt es dieses Mal allerdings nicht. Dafür jedoch einige wahrlich gelungene Titel.

Das Album beginnt mit „Steamrock Fever“, ein Titel, der schon so ähnlich klingt wie das, was die Scorpions wenig später so erfolgreich werden lassen würde. Ein ganz normaler Rocker, mit einfacher Melodieführung zum besseren Wiedererkennungswert. Besser gelungen ist da dann gleich der zweite Titel „We'll Burn The Sky“. Ein wirklich gutes Rock-Lied mit schöner Melodie und interessantem Aufbau, da es hier nicht so 08/15 durchgeht. Es folgt mit „I've Got To Be Free“ wieder eher so ein Allerwelts-Rocker, wenn auch nicht schlecht gemacht, gefolgt von einem der Höhepunkte der Platte. „The Riot Of Your Time” ist wahrlich eine tolle Nummer. Eingeleitet mit einer sehr fordernden Akustik-Gitarre entwickelt sich hier ein richtiger Ohrwurm. Schöne und eingängige Melodie, spannender Aufbau, der immer wieder ein Thema aufgreift und ein mitreißender Groove. Ein tolles Lied. Im Anschluss daran wird bei „The Sails Of Charon“ wieder richtig gut gerockt. 

Diesen Groove besitzt auch „Your Light”, ein gutes und etwas sehnsüchtiges Rock-Lied. Mit „He's A Woman, She's A Man” folgt dann ein Titel, den die Scorpions auch später noch immer wieder auf ihren Konzerten spielten. Wohl der schnellste Track des Albums, mehr allerdings auch nicht. Aber ein weiterer Höhepunkt wartet auf den Hörer noch am Ende der Scheibe. Mit knapp acht Minuten auch das längste Lied der Platte, entfaltet „Born To Touch Your Feelings“ wunderschöne Melodiebögen. In Form einer Ballade angelegt und mit einem langen Abspann, in dem viele Damen in verschiedenen Sprachen durcheinander reden ohne, dass dies seltsam klingen würde. Sehr gut arrangiert.

Fazit: Endlich mal ein Scorpions-Album welches überzeugt, selbst mich. Hier auf „Taken By Force” gibt es einige wahrlich hörenswerte Songs zu entdecken, egal ob man eher die härtere oder aber die weichere Gangart bevorzugt. Die Melodien brennen sich ein, die Lieder sind abwechslungsreich und können einen packen. Zehn Punkte.

Anspieltipps: The Riot Of Your Time, Born To Touch Your Feelings



Sonntag, 16. März 2014

BAP – Für Usszeschnigge




BAP – Für Usszeschnigge


Besetzung:

Wolfgang Niedecken – Gesang, Gitarre
Klaus Heuser – Gitarre, Gesang
Steve Borg – Bass, Cello
Wolfgang Boecker – Schlagzeug
Manfred Boecker – Percussion, Gesang
Alexander Büchel – Keyboard


Label: EMI


Erscheinungsdatum: 1981


Stil: Kölsch-Rock


Trackliste:

1. Verdamp lang her (5:45)
2. Südstadt verzäll nix (3:43)
3. Jraaduss (3:51)
4. Waschsalon (2:22)
5. Jupp (5:46)
6. Frau ich freu mich (5:35)
7. Müsli Män (3:59)
8. Fuhl ahm Strand (5:26)
9. Ens em Vertraue (4:21)
10. Wo mer endlich Sommer hann (2:18)

Gesamtspieldauer: 43:06




Dass richtig gut gemachte Rockmusik nicht zwangsläufig nur aus dem englischsprachigen Raum kommen muss, bewies die Kölner Band BAP bereits 1981 mit der Veröffentlichung ihres dritten Albums „Für Usszeschnigge“. Hier gibt es für den Hörer rockige Lieder, genauso wie sanfte und nachdenklich verträumte Stücke zu entdecken. Allen diesen Titeln ist dabei gemein, dass sie überaus eingängig, melodiös und fesselnd sind.

Man hört hier so nachdenkliche Titel wie „Jraaduss“, „Jupp“ und „Fuhl ahm Strand“. Wunderschöne warme Musik, dezent und trotzdem sehr eindringlich instrumentiert, ausgestattet mit lohnenswerten Texten und diesem gewissen Ohrwurmcharakter, der ein Lied zu einem treuen Begleiter im Leben werden lässt. Dann beinhaltet „Für Usszeschnigge“ auch eines der bekanntesten Lieder von BAP: „Verdamp lang her“. Langsam und getragen, mit etwas sphärischem Hintergrund eingeleitet, entwickelt sich das Lied zu einer rockigen Nummer, die ebenfalls über einen unglaublichen Wiedererkennungswert verfügt.

Aber es gibt noch jede Menge mehr zu entdecken auf dieser Scheibe. „Südstadt verzäll nix“ ist ein klasse Rocker, genau wie „Waschsalon“, welches zusätzlich noch mit einem sehr witzigen Text versehen wurde, den man auch ohne größere Kölsch-Kenntnisse mitverfolgen kann. Auch „Frau ich freu mich“ rockt und groovt und bei „Müsli man“ klingt es dann sogar nach Reggae. Und einmal mehr beweist hier Wolfgang Niedecken, dass er neben nachdenklichen Texten auch sehr witzige zu formulieren weiß. „Ens em Vertraue“ klingt fröhlich und ein wenig nach Western-Saloon-Musik. Beschlossen wird das Album schließlich mit einer Cover-Version des Eddie Cochran Hits „Summertime Blues“, der hier mit neuem und deutschen Text versehen als „Wo mer endlich Sommer hann“ seinen Auftritt bekommt.

Fazit: Sehr beeindruckend ist diese Platte von BAP. Für viele Fans auch die beste LP, die die Band jemals veröffentlichte. Das liegt nicht zuletzt an dieser genialen Zusammenarbeit von Klaus „Major“ Heuser und Wolfgang Niedecken, die es schafften tolle Melodien mit richtig guten Texten zu kombinieren. Einen Ausfall weist dieses Album nicht auf. Alles ist hörenswert und weiß auf seine Art und Weise zu begeistern. Klasse Platte, zwölf Punkte.

Anspieltipps: Verdamp lang her, Jupp, Müsli Män, Fuhl ahm Strand



Samstag, 15. März 2014

Eagles – The Long Run




Eagles – The Long Run


Besetzung:

Don Felder – electric guitar, acoustic guitar, slide guitar, organ, vocals
Glenn Frey – electric guitar, synthesizer, keyboards, vocals
Don Henley – drums, percussion, vocals
Timothy B. Schmit – bass guitar, vocals
Joe Walsh – electric guitars, slide guitar, keyboards, vocals


Gastmusiker:

Jimmy Buffett – vocals, backing vocals
The Monstertones – backing vocals
David Sanborn – alto saxophone
Bob Seger – backing vocals "Heartache Tonight"


Label: Warner Music Group


Erscheinungsdatum: 1979


Stil: Rock, Folk, Country


Trackliste:

1. The Long Run (3:44)
2. I Can't Tell You Why (4:56)
3. In The City (3:46)
4. The Disco Strangler (2:44)
5. King Of Hollywood (6:28)
6. Heartache Tonight (4:25)
7. Those Shoes (4:56)
8. Teenage Jail (3:45)
9. The Greeks Don't Want No Freaks (2:20)
10. The Sad Cafe (5:33)

Gesamtspieldauer: 42:35




Wieder mal hatte es eine Umbesetzung bei den Eagles gegeben. Randy Meisner hatte die Band verlassen und war durch Timothy B. Schmit ersetzt worden. Drei Jahre nach der Veröffentlichung ihres erfolgreichsten Albums „Hotel California“ klangen die Eagles nun, Ende der 70er Jahre, sehr viel poppiger, etwas weniger rockig und von dem ursprünglich vorhandenen Country-Einfluss war jetzt fast überhaupt nichts mehr zu hören.

Mal klingt das Ganze ein wenig treibender, dann wieder sehr relaxt und fast schon irgendwie gechillt, aber durchaus auch noch rockige Töne gibt es auf „The Long Run“ zu hören. Man könnte das Ganze auch sehr gut mit „Easy-Listening-Pop“ umschreiben, der mitunter, wie beim zweiten Titel „I Can't Tell You Why“ sogar ein klein wenig soulig klingt. Bei der nächsten Nummer „In The City” wird es dann allerdings gleich deutlich rockiger, wieder ein Stück später, bei „The Disco Strangler”, bewegt sich die Band im Genre des Pop. All diesen Titeln haftet ein gewisser Wiedererkennungswert an, nichts bricht hier qualitativ nach unten aus, jedes Lied hat seine starken und interessanten Ansätze.

Die Höhepunkte folgen aber noch. Und zwar augenblicklich mit dem nächsten Titel „King Of Hollywood“. Wann hat Pop-Musik schon mal gechillter geklungen? Ein wenig erinnert die Nummer atmosphärisch an „Kiss You All Over“ von Exile. Weitere Höhepunkte sind das rhythmische „Those Shoes”, bei dem man einen klasse und so noch nicht gehörten Gitarren-Sound präsentiert bekommt, der Rocker „Teenage Jail“ und das überaus fröhlich treibende „The Greeks Don't Want No Freaks“.

Fazit: Die Platten der Eagles wurden besser im Laufe ihrer Karriere, auch wenn „The Long Run“ nicht an „Hotel California“ heranreicht. Nach diesem Album löste sich die Band allerdings auf, um 28 Jahre später, nach einigen vorausgegangenen Tourneen mit „Long Road Out Of Eden“ ihr siebtes Album zu veröffentlichen – das ist aber eine andere Geschichte. Nun „The Long Run“ enthält gut gemachte Pop-Musik, weit weg vom 08/15-Einheitsbrei. Ein interessantes und durchaus hörenswertes Album. Neun Punkte.

Anspieltipps: King Of Hollywood, Those Shoes, Teenage Jail



Freitag, 14. März 2014

Motörhead – Ace Of Spades




Motörhead – Ace Of Spades


Besetzung:

Lemmy (Ian Kilmister) – bass, lead vocals
"Fast" Eddie Clarke – guitar, lead vocals on "Emergency"
Phil "Philthy Animal" Taylor – drums


Label: Sanctuary Records


Erscheinungsdatum: 1980


Stil: Hard Rock, Heavy Metal


Trackliste:

1. Ace Of Spades (2:50)
2. Love Me Like A Reptile (3:24)
3. Shoot You In The back (2:40)
4. Live To Win (3:38)
5. Fast & Loose (3:23)
6. (We are) The Road Crew (3:13)
7. Fire Fire (2:45)
8. Jailbait (3:34)
9. Dance (2:38)
10. Bite The Bullet (1:38)
11. The Chase Is Better Than The Catch (4:18)
12. The Hammer (2:48)


Bonus Tracks:

13. Dirty Love (2:56)
14. Please Don't Touch (2:50)
15. Emergency (3:00)

Gesamtspieldauer: 45:35




So etwas wie das 1980 erschienene Album „Ace Of Spades“ von Motörhead, die bereits fünfte Veröffentlichung dieser Heavy Metal Kombo, nennt man dann wohl „konsequent“. Kompromisslos bekommt man hier als Hörer Speed Metal auf die Ohren, was für die damalige Zeit durchaus revolutionär war. Inzwischen gibt es jede Menge Bands, die die Geschwindigkeit noch erhöhten, damals war dies jedoch noch absolut neu und in dieser Ausprägung auch noch nicht vorhanden.

Auf „Ace Of Spades“ gibt es keine halben Sachen, keine Verweichlichung, nur unglaublich geradlinigen Rock, der vor Kraft nur so strotzt. "Fast" Eddie Clarke holt alles aus seiner Gitarre heraus und das in einer manchmal schier unglaublichen Geschwindigkeit. Dazu der Gesang von Lemmy, der im Grunde genommen jedoch eher eine Art des Schreiens darstellt und fertig ist die Scheibe, bei der man als Headbanger Vorsicht wallten lassen sollte, um nicht mit einer Gehirnerschütterung in die Klinik eingewiesen zu werden.

Melodien spielten hier eine nur untergeordnete Rolle, obwohl man den einzelnen Titeln eine gewisse Melodiösität wahrlich nicht absprechen kann, denn viele der Riffs des Eddie Clarke gehen durchaus sehr geradlinig ins Ohr. Jedoch stellt die Melodie hier nur eine Seite der Medaille dar, der andere Schwerpunkt der Musik von Motörhead liegt ganz klar auf der Geschwindigkeit, dem knallharten Rock, der in das Gehirn fetzt und dort für allerlei Lebendigkeit sorgt, die man sonst so nur durch die Einnahme von Aufputschmitteln zu erreichen fähig ist.

Fazit: Ich habe hier schon ab und an mal von „weiblicher“ Musik geschrieben. Motörhead machen überaus „männliche“ Musik. Man spürt das Testosteron und auch das Adrenalin, was diesen Songs innewohnt. Musik für die knallharten Jungs, denen es Spaß macht sich die musikalische Dröhnung zu verpassen. Durchaus überzeugend gemacht, wenn auch auf Dauer ganz schön anstrengend. Neun Punkte.

Anspieltipps: Ace Of Spades



Donnerstag, 13. März 2014

CocoRosie – The Adventures Of Ghosthorse And Stillborn




CocoRosie – The Adventures Of Ghosthorse And Stillborn


Besetzung:

Bianca Casady – vocals, ohne weitere Instrumentenangabe
Sierra Casady – vocals, ohne weitere Instrumentenangabe


Gastmusiker (ohne weitere Instrumentenangabe):

Tez
Josh Wernez
Spleen
Gael Rakotondrabe
Christina Chalmers
BenMo
Celena
Glenn
Nomi


Label: Cherry Red Records


Erscheinungsdatum: 2007


Stil: Post Rock, Dream Pop


Trackliste:

1. Rainbowarriors (3:56)
2. Promise (3:37)
3. Bloody Twins (1:38)
4. Japan (5:02)
5. Sunshine (2:59)
6. Black Poppies (2:38)
7. Werewolf (4:50)
8. Animals (6:02)
9. Houses (2:57)
10. Raphael (2:48)
11. Girl And The Geese (0:47)
12. Miracle (inklusive Hidden Track „Childhood") (11:36)

Gesamtspieldauer: 48:50




„The Adventures Of Ghosthorse And Stillborn” heißt das dritte Album der Schwestern Bianca und Sierra Casady, welches 2007 veröffentlicht wurde. Und wieder hört man hier Musik, die man durchaus auch mit „seltsam“ umschreiben kann. Melodiös ist das alles, allerdings angefüllt mit einem wahren Füllhorn von Nebengeräuschen, wie Fiepsen, Gluckern, Pfeifen, Grunzen, Zwitschern, Stöhnen, Klingeln und noch sehr vielem mehr. Über allem steht dabei der Gesang der beiden Schwestern, der mal in weiblichen Sopran-Tonlagen wiedergegeben wird, sich an einer anderen Stelle wiederum relativ „normal“ und poppig anhört, dann jedoch nach einem kleinen Mädchen klingt und manchmal sogar die Tonhöhe eines Babys anzunehmen scheint. Wahrlich nicht alltäglich das Ganze.

Es ist so eine kleine Reise, die man mit dem Einlegen der CD startet. Hier wird dem Sprechgesang gefrönt, gesungen, gesummt und ausgiebig mit der menschlichen Sprache gespielt. Das alles in den bereits erwähnten unterschiedlichen Gesangshöhen. Meistens ist die Musik auf „The Adventures Of Ghosthorse And Stillborn” sehr sanft und mild formuliert. Rhythmisch und treibend, wie bei dem zunächst etwas nach einem Kinderlied klingenden „Japan“, klingt es nur sehr selten. Aber auch dieser Titel mündet in eine Art Sopran-Arie, um dann erneut in diesen rhythmischen Teil überzugehen. Die Schwestern bereiten sich den Weg zum Ohr des Hörers auf eine sehr schwerelose Art und Weise, das wirkt alles sehr locker und leicht, überaus verspielt und häufig auch experimentell. Gesang dieser Art gibt es sonst wohl nirgendwo anders zu hören.

Man muss dem Album auf jeden Fall Zeit geben, um wirklich landen und das Ohr treffen zu können. Zu ungewöhnlich sind oftmals die Songstrukturen, die Instrumentierung und der bereits mehrmals angesprochene Gesang. Es bedarf somit einiger Durchläufe, denn auf das erste Hören ist hier nur sehr wenig eingängig. Es scheint fast so, als ob im Gehirn des Hörers erst die richtigen Verknüpfungen koordiniert werden müssten, um in diese Klangwelt vollkommen eintauchen zu können.

Fazit: Sicherlich eines der seltsamsten Alben, die ich kenne. Die Musik ist dabei zwar sehr eingängig, allerdings erst nach dem mehrmals wiederholten Hören. Auf diese ganzen Geräusche, die sich da im Hintergrund abspielen, muss man sich zudem einlassen können. Das ist mitunter zunächst alles sehr ungewöhnlich und auch ein klein wenig gewöhnungsbedürftig. Hat man sich diese Strukturen allerdings erschlossen, wächst auch das Album zu einem vertrauten Freund heran. Neun Punkte.

Anspieltipps: Japan, Raphael



Mittwoch, 12. März 2014

Patty Moon – Lost In Your Head




Patty Moon – Lost In Your Head


Besetzung:

Patty Moon – vocals, piano


Gastmusiker:

Tobias Schwab – guitar, bass, piano, accordion, clarinet, melodica, percussion
Daniel Hansmann – drums
Christian Simon – flugelhorn, trumpet
Anselm Geiger – cello


Label: Traumton Records


Erscheinungsdatum: 2008


Stil: ArtPop


Trackliste:

1. Under My Wolfskin (3:36)
2. Lost In Your Head (4:28)
3. Best For Me (3:41)
4. Flapping Monsters (3:48)
5. Your Murderer (1:57)
6. Hurt (2:57)
7. Golden Frame (2:55)
8. Deal (3:25)
9. Starving (4:32)
10. Time Out (4:39)
11. Flood (3:15)
12. Straight Alone (4:37)
13. Ready For The Smell Of Snow (5:10)

Gesamtspieldauer: 48:59




2008 erschien das zweite Album von Patty Moon alias Judith Heusch unter dem Namen „Lost In Your Head“. Irgendwie scheint die Musikwelt nicht gerecht zu sein, denn anders ist es nicht zu erklären, dass die Musik von Patty Moon nicht deutlich bekannter ist und ihr nicht der Erfolg zuzufallen scheint, der dieser Musik zweifelsohne gebührt. Denn diejenigen Musik-Hörer, die auf wunderschöne warme Musik stehen, sentimental und melancholisch, melodiös und harmonisch, eingängig und innovativ und dieses Album nicht kennen, die haben wahrlich etwas verpasst.

Einnehmende Klangwelten breiten sich auf „Lost In Your Head“ vor dem Hörer aus. Deutlich anders instrumentiert, als die meisten Pop-Alben. Hier gibt es viele „klassische“ Instrumente zu hören, die nichts mit denen des „normalen“ Pop gemein haben. Oftmals steht das Piano im Vordergrund, wird ergänzt durch die Klarinette, die Trompete, das Cello oder das Flügelhorn. Gitarre oder Schlagzeug spielen nur eine sehr untergeordnete Rolle. Gerade aber diese, etwas andere Instrumentierung macht das Album so spannend und so einnehmend. Dazu gesellt sich die schöne und warme Stimme der Judith Heusch und fertig ist diese Melange der sehr intensiven Musik von Patty Moon.

Nicht immer klingt es dabei verträumt und sanft, mitunter sind die Titel auch deutlich treibender und fordernder, wenn auch allen Nummern diese Eingängigkeit innewohnt. Und gerade diese Variation verleiht der Platte dieses Besondere, diese Spannung, die jeglicher Langeweile entgegenwirkt. Man legt die CD ein, schließt die Augen fühlt sich wohl, geborgen und angesprochen. Nur selten schafft es Musik in dieser Intensität den Hörer zu fesseln und auch zum Träumen anzuregen, den Gedanken freien Lauf zu lassen, den Alltag vergessen zu können.

Fazit: Ganz klar, die Musik von Patty Moon ist etwas Spezielles, etwas Besonderes, was es sonst so nicht allzu oft zu hören gibt. Ich persönlich gerate hier wahrlich ins Schwärmen, da es diese Art der Musik ist, die den Hörer bewegen und ergreifen kann. Nein, man kann darauf nicht tanzen, zumindest nicht körperlich. Allerdings tanzen hier die Gedanken und die Gefühle. Die Musik von Patty Moon auf „Lost In Your Head“ ist wie ein Urlaub vom Alltag und eine kleine Seelenkur. Sehr zu empfehlen. Zwölf Punkte.

Anspieltipps: Hurt, Ready For The Smell Of Snow und der Rest.



Dienstag, 11. März 2014

Nelly Furtado – Loose




Nelly Furtado – Loose


Besetzung:

Nelly Furtado – vocals


Gastmusiker:

Attitude – vocals
Rusty Anderson – acoustic guitar
David Campbell – conductor
Robert Cani – violin
Luis Conte – percussion
Larry Corbett – cello
Maria DeLeon – violin
Joel Derouin – violin
Danja – drums, keyboard, piano
Hilario Duran – piano
Amen Garabedian – violin
Gerado Hilera – violin
Sharon Jackson – violin
Dean Jarvis – bass guitar
Juanes – acoustic guitar, electric guitar
Suzie Katayama – cello
Peter Kent – violin
Greg Kurstin – keyboard
Jamie Muhoberac – keyboard
Rick Nowels – guitar, keyboard, piano
Blake O – guitar
Luis Orbego – percussion
Stever Richards – cello
Kevin Rudolph – guitar
David Schommer – percussion
Ramón Stagnaro – acoustic guitar, electric guitar
Nisan Stewart – drums
Daniel Stone – percussion
Taku Hirano – percussion
Timbaland – bass guitar, drums, keyboard, percussion
Josefina Vergara – violin
Dan Warner – guitar
Joey Waronker – drums


Label: Geffen Records


Erscheinungsdatum: 2006


Stil: Dance Pop, Hip Hop


Trackliste:

1. Afraid (3:35)
2. Maneater (4:25)
3. Promiscuous (4:02)
4. Glow (4:03)
5. Showtime (4:16)
6. No Hay Igual (3:36)
7. Te Busque (3:38)
8. Say It Right (3:43)
9. Do It (3:42)
10. In God's Hands (4:54)
11. Wait For You (5:11)
12. Somebody To Love (4:57)
13. All Good Things (Come To An End) (5:11)

Gesamtspieldauer: 55:13




Wenn man viele Jahre Musik hört und auch sammelt, dann kann man es gar nicht umgehen, dass sich auch CD’s und Platten bei einem einfinden, vollgefüllt mit Musik, die im Grunde genommen gar nicht dem eigenen Beuteschema, sprich dem eigenen Geschmack entsprechen. Ein solches Beispiel wäre in meinem Fall „Loose“ von Nelly Furtado, das dritte Studio-Album der kanadischen Sängerin mit portugiesischen Wurzeln aus dem Jahr 2006. Doch auch hier gibt es durchaus etwas zu entdecken.

Wenn man die Platte so durchhört, dann bekommt man schon einen gewissen Stil-Mix auf die Ohren, der zwar häufig in die Richtung „Dance“ geht, manches mal allerdings Hip Hop Einflüsse in sich trägt, dann wieder orientalische Wurzeln offenbart, ein anderes Mal portugiesisch angehaucht ist, spanische Akzente enthält und schließlich wiederum reine Pop-Musik für den Hörer bereithält. So einen breiten Fächer an Stimmungen, Rhythmen und Eindrücken muss man natürlich mögen können.

Gut, Freunde des „Dance-Pop“ kommen hier durchaus auf ihre Kosten. Tanzbar ist auf „Lose“ sehr Vieles, wenn nicht sogar das Meiste. Eingängig sind die Stücke dabei durchaus auch, wenn es auch nicht die Musik ist, die einen aus dem Sessel haut beziehungsweise über viele Jahre nachhalt. Obwohl einen Titel gibt es da doch, aber der hört sich weniger nach Rap oder portugiesischer Folklore an, ist eher englischer Folk-Pop und wohl auch eines der bekanntesten Lieder der Sängerin. „All Good Things (Come To An End)“. Dieses Lied ist nun wahrlich mit einer tollen Melodie ausgestattet, eingängig und kurz und knapp mit dem Adjektiv „schön“ zu umschreiben. Ein Titel mit dem absoluten Wiedererkennungswert.

„Maneater“, Lied Nummer 2 auf der Platte, ist ein Dance-Pop-Stück. Beginnt auch irgendwie etwas seltsam mit vielen „Oh’s“ aus dem Off, verfügt allerdings ebenfalls über einen sehr eingängigen Refrain, der das Ganze durchaus hörenswert werden lässt. Das Video zu dem Song brachte Nelly Furtado allerdings auch einigen Ärger ein, denn ihr wurde nachgesagt, dass sie nun versuchen würde mit Sex Kohle zu machen, da sie hier, entgegen früheren Haltungen, sich nun sehr lasziv vor der Kamera präsentierte. „Glow“, ebenfalls ein Dance-Titel, wirkt nach mehrmaligem Hören auch immer vertrauter. „Te Busque” ist dagegen eine getragene Pop-Nummer, die schließlich im Refrain sehr folkloristisch klingt, was nicht nur an der Sprache liegt. „Say It Right“ war ein weiterer Hit des Albums. Dance, mit viel Rhythmus, trotzdem irgendwie getragen. Noch ein wenig besser gelungen ist „In God Hands“, eine sentimentale Ballade, nichts für jeden Tag, trotzdem ganz nett und man muss nicht fluchtartig den Raum verlassen. Das passiert, zumindest mir, allerdings bei so Titeln „Promiscuous”, „Showtime” oder bei dem unfassbar nervigen „No Hay Igual“, einem portugiesischen-spanischen Rap – aber natürlich wie immer: Geschmackssache.

Fazit: Im Grunde genommen überhaupt nicht mein Ding, trotzdem finde ich vor allem den letzten Titel wirklich schön. Vieles vom Rest können sich die Tänzer in vielen Discos reinziehen, denn über Rhythmus, zu dem man bestens die Hüften schwingen kann, verfügt das Album reichlich. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Maneater, In God's Hands, All Good Things (Come To An End)



Montag, 10. März 2014

Scorpions – Virgin Killer




Scorpions – Virgin Killer


Besetzung:

Klaus Meine – lead vocals
Ulrich Roth – lead guitar, backing vocals, lead vocals on "Hell-Cat" and "Polar Nights"
Rudolf Schenker – rhythm guitar, backing vocals
Francis Buchholz – bass, backing vocals
Rudy Lenners – drums, percussion


Gastmusiker:

Achim Kirschning – synthesizer, keyboards


Label: Sony Music


Erscheinungsdatum: 1976


Stil: Hard Rock


Trackliste:

1. Pictured Life (3:25)
2. Catch Your Train (3:38)
3. In Your Park (3:46)
4. Backstage Queen (3:14)
5. Virgin Killer (3:45)
6. Hell Cat (2:58)
7. Crying Days (4:41)
8. Polar Nights (5:08)
9. Yellow Raven (5:02)

Gesamtspieldauer: 35:37




Man muss sie mögen, die Stimme des Klaus Meine, sonst hat man so allgemein seine Schwierigkeiten mit der Musik der Scorpions. Diese ist auf ihrem vierten Album „Virgin Killer“ aus dem Jahre 1976 Hard Rock pur, zumindest überwiegend, denn auch Balladen würzen diese Mischung. Überzeugend ist das allerdings meist keineswegs. Wenn man da solch Titel hört wie den Namensgeber des Albums „Virgin Killer“, dann klingt das eher nach Geschrammel mit unglaublich viel Gekreische, denn nach gut gemachtem Rock. Eine Nummer später haben die Jungs aus Hannover dann sogar den Hip Hop erfunden, denn ein wenig geht die Musik bei „Hell Cat“ schon in diese Richtung. Hier singt nun auch mal ausnahmsweise, wie übrigens auch bei „Polar Nights“, nicht Klaus Meine sondern Uli Roth. Der Titel bleibt aber auch so unfassbar schlecht.

Zugegebenermaßen waren dies allerdings die ganz starken Ausbrüche nach unten. Der Rest ist zumindest handwerklich gut gemachter Rock, der mal mehr, mal deutlich weniger überzeugen kann. Richtig gut wird es im Grunde genommen nur bei zwei Titeln, nämlich bei zwei Balladen. Erstere ist „In Your Park“. Ein Lied, welches zunächst mit der E-Gitarre losbricht, dann aber sehr getragen wird. Schöne Melodie, die auch längerfristig haftenbleibt. Und schließlich gibt es da noch den letzten Titel „Yellow Raven“. Auch mit einer tollen Melodie versehen, transportiert die Nummer Sehnsucht und Melancholie, die in einem den Blues aufkommen lässt.

Nun, der Rest der Platte ist dann meist Musik der etwas härteren Sorte. Hard Rock ist im Grunde genommen eine feine Sache, aber der muss einen auch packen können, überzeugen und mitreißen, das schaffen die Scorpions allerdings immer wieder nur passagenweise, jedoch nicht durchgängig.

Fazit: Was ist es nur, dass zumindest mich diese doch so erfolgreiche Band, die Musik im Rahmen meiner Einflugschneise produziert, einfach nicht packen kann? Die Stimme nervt, ist aber auch nicht durchgängig der Fall. Es ist sehr viel eher das Songmaterial, das die Band hier präsentiert, welches einfach nicht richtig zündet. Klar, ab und an ganz gut gemachter Rock, jedoch kommt dieser irgendwie nicht aus dieser 08/15-Schiene heraus. Zwei schöne Titel, zwei absolute Katastrophen, der Rest manchmal noch ganz okay. Alles in allem nicht sehr überzeugend. Noch kurz was zum Album-Cover: Viel peinlicher geht es nicht mehr, wenn man sich dieses Gehabe darauf ansieht. Wird ihnen sicher heute auch peinlich sein. Nun, peinlicher geht es vielleicht nicht, aber noch deutlich schlimmer. Die erste Cover-Version war mit einem etwa 11 bis 12-jährigen Mädchen versehen. Splitterfasernackt, sich vor der Kamera räkelnd. Am Ort ihrer Scheide wurde ein Fensterglas-Sprung gesetzt, der diese Stelle minimal verdeckte. Heute sitzen einige Männer für solche Photos zu recht hinter schwedischen Gardinen. Auch wenn das viele anderes sehen, das ist kein gutes Album – okay, zumindest nicht für mich. Fünf Punkte.

Anspieltipps: In Your Park, Yellow Raven