Mittwoch, 13. Januar 2016

David Bowie – Blackstar




David Bowie – Blackstar


Besetzung:

David Bowie – vocals, acoustic guitar, string arrangements, fender guitar on "Lazarus"


Gastmusiker:

Donny McCaslin – flute, saxophone, woodwinds
Ben Monder – guitar
Jason Lindner – piano, organ, keyboards
Tim Lefebvre – bass
Mark Guiliana – drums, percussion
Erin Tonkon – backing vocals on "'Tis A Pity She Was A Whore"
Tony Visconti – strings
James Murphy – percussion on "Sue (Or In A Season Of Crime)" and "Girl Loves Me"


Label: RCA


Erscheinungsdatum: 2016


Stil: Art Rock, Avantgarde Jazz


Trackliste:

1. Blackstar (9:57)
2. 'Tis A Pity She Was A Whore (4:52)
3. Lazarus (6:22)
4. Sue (Or In A Season Of Crime) (4:40)
5. Girl Loves Me (4:51)
6. Dollar Days (4:44)
7. I Can't Give Everything Away (5:47)

Gesamtspieldauer: 41:17




Ich bin traurig. Sehr, sehr traurig. David Bowie ist am 10. Januar verstorben. Am 8. Januar hatte er noch Geburtstag gehabt, seinen 69. – und sein jetzt leider letztes, sein sechsundzwanzigstes Studio-Album „Blackstar“, wurde ebenfalls an diesem Tag veröffentlicht. Da wusste noch niemand, der als Fan diese Platte hörte, was zwei Tage später geschehen würde. Doch dann kam diese Nachricht, die mich wirklich sehr getroffen hat. Und nein, ich kannte David Bowie natürlich nicht persönlich, habe nie mit ihm gesprochen, ihn leider auch nie auf einem seiner zahllosen Konzerte gesehen. Trotzdem hat er mein Leben sehr intensiv begleitet. Immer und immer wieder. In ganz vielen Situationen meines Lebens. Ich weiß noch den Augenblick, als ich zum ersten Mal „Ashes To Ashes“ hörte und kann mich genau an den Moment erinnern, als ich „Hunky Dory“ das erste Mal auflegte und mich diese Musik tief beeindruckt zurückließ. Das wiederum soll nicht bedeuten, dass ich als Fan alles uneingeschränkt von diesem englischen Musiker begeisternd aufsog, denn nicht immer traf er mit seinen häufigen Stilwechseln auch meinen Musikgeschmack, meine musikalische Welt. Trotzdem füllte sich mein Plattenschrank mit sehr vielen Bowie Alben, mit allen, auch mit ganz ausgefallenen Scheiben, die ich hier, auf diesen Seiten noch gar nicht erwähnt habe. Wenig anfangen konnte ich mit einigen Werken der 80er und Anfang der 90er Jahre, aber das waren auch nicht viele. Zumeist begeisterte mich dieser Musiker mit den zwei unterschiedlichen Pupillen und ich glaube wirklich, dass ich die Band Culture Club deswegen hasse, weil Boy George irgendwann mal in einem Interview sagte, David Bowie sei ein schlechter Schauspieler…

Als ich diese Scheibe hier, „Blackstar“, zum ersten Mal in Händen hielt und das Booklet aufklappte, war ich zunächst überrascht. Schwarze Schrift auf schwarzem Hintergrund. Hatte das irgendwas zu bedeuten? Als ich „Blackstar“ dann zum ersten Mal hörte, war ich gleich gefangen von der Intensität, die dieses Album ausstrahlt. Eine unfassbar düstere Atmosphäre schlägt einem beim Hören entgegen, nicht melancholisch, nicht sentimental. Tieftraurig ist die Stimmung, die jeder der Titel auf „Blackstar“ ausstrahlt. Ich sah das zehnminütige Video zum Titeltrack. Eiskalt läuft es einem dabei über den Rücken. Zuerst sieht man ihn dort liegen, den Major Tom in seinem Raumanzug, der 1969 auf der Platte „Space Oddity“, die Erde verließ, um auf dem 1980 erschienen Album „Scary Monsters (And Super Creeps)“ doch nur als Junkie entlarvt zu werden. Doch das war nicht die ganze Wahrheit, denn jetzt liegt Major Tom auf seinem Planeten und sieht hinauf zu seinem „Blackstar“, zu diesem schwarzen Stern, der das Ende der Reise zu bedeuten scheint, da jener Major Tom nun nur noch ein mit Schmuck behangener Totenschädel ist, wie ein Blick unter den Raumanzug zeigt. David Bowie singt von Hinrichtungen, von knienden Frauen vom Tod. Kein Wunder also, das hier Parallelen zum Islamischen Staat gezogen wurden. Aber dann ist da auch noch jener David Bowie, der mit verbundenem Kopf dasteht, die Augen als Knöpfe angenäht. Alles riecht irgendwie nach Verfall und Tod. Nein, alles hört sich so an und sieht im Video auch genau so aus  Verfall und Tod eben.

Auch im zweiten veröffentlichten Video, „Lazarus“, sieht man „David Bowie“ mit verbundenem Gesicht und diesen Knopfaugen, im Bett liegend und offensichtlich leidend. „Lazarus“, jener Mann, der von Gott von den Toten wieder zu den Lebenden erweckt wurde. Und so fügt sich im Nachhinein Puzzlestück an Puzzlestück. David Bowie, der bei den Aufnahmen zu „Blackstar“ natürlich wusste, dass er schwer erkrankt war, verarbeitet hier den Tod, auf seine ganz eigene Art und Weise. Das Traurige an der Sache ist nur, dass dieser hier nie als Erlösung in Erscheinung tritt, nie als etwas Neues, nie als etwas Hoffnungsvolles. Der Tod ist in der Musik des David Bowie hier düster, dunkel und sehr, sehr unheimlich.

Die Lieder auf Blackstar" halten sich dabei in keinster Weise mehr an irgendwelche Konventionen. Songstruktur und –aufbau? Alles neu, alles anders als bisher. David Bowie hatte für die Aufnahme der Scheibe Jazz Musiker um sich geschart, die nicht zuletzt auch mit zu dieser außergewöhnlichen Platte beitragen. Nun Jazz ist das wohl nicht ganz, was man auf diesem Album zu hören bekommt, wenn es auch immer wieder in manchen Passagen leicht nach Improvisationen à la Free Jazz klingt. Dann hört man allerdings doch wieder vertraute Strukturen von Strophe und Refrain. Jedoch gar nicht mal selten werden diese durch ein Saxophon- oder Flöten-Solo des Donny McCaslin untermalt, was dies nun neu entstehende Musikgebilde schließlich doch wieder anders, irgendwie entrückter klingen lässt.

Damit wären wir beim nächsten Punkt angelangt. Wer bei „Blackstar“ ein Album erwartet, welches nur so von Melodiösität überquillt, die oder der wird bitter enttäuscht werden. Mitunter klingt die Musik des Davids Bowie hier sogar atonal, völlig verschroben – dafür jedoch unfassbar intensiv und spannend. Was auf dieser Platte alleine die Rhythmus-Fraktion für schräge Takte hervorbringt, ist wahrlich aller Ehren wert. Der Vollständigkeit halber muss man allerdings sagen, dass das Album gegen Ende hin „normaler“ wird. Es tauchen wieder Liedstrukturen auf, die Stimmung wirkt zwar immer noch einigermaßen dunkel und verzweifelt, jedoch halten wieder mehr Melodien und Harmonien Einzug in die Musik des David Bowie auf „Blackstar“. Vielleicht ist dieser leichte Stilwechsel ja das versöhnliche Zeichen der Hoffnung? 

Fazit: „Blackstar“ klingt wieder ganz anders als andere David Bowie Platten. Bei einem Künstler, der sich so oft immer wieder neu erfand, dürfte das angesichts der Situation, in der er steckte, als er die Aufnahmen für diese Scheibe tätigte, nicht weiter verwunderlich sein. „Blackstar“ ist das Abschiedsgeschenk des David Bowie. Ein tieftrauriges und ergreifendes Abschiedsgeschenk an all seine Musikhörer, die nun traurig in dieser Welt zurückbleiben, weil ihnen etwas fehlen wird – auch wenn sie die Musik des David Bowie weiter hören können. Schade Du Held meiner Jugend. Ich bin sehr traurig. Dreizehn Punkte.

Anspieltipps: Alles.



Dienstag, 12. Januar 2016

Jellyfish – Spilt Milk




Jellyfish – Spilt Milk


Besetzung:

Andy Sturmer – vocals, drums, some guitar, keyboards
Roger Joseph Manning, Jr. – keyboards, piano, vocals
Tim Smith – bass, vocals


Gastmusiker:

Lyle Workman – guitars
Jon Brion – guitars
Tom "T-Bone" Wolk – bass


Label: Charisma Records


Erscheinungsdatum: 1993


Stil: Pop


Trackliste:

1. Hush (2:11)
2. Joining A Fan Club (4:03)
3. Sebrina, Paste And Plato (2:23)
4. New Mistake (4:02)
5. Glutton Of Sympathy (3:49)
6. The Ghost At Number One (3:36)
7. Bye Bye Bye (4:03)
8. All Is Forgiven (4:09)
9. Russian Hill (4:45)
10. He's My Best Friend (3:44)
11. Too Much, Too Little, Too Late (3:14)
12. Brighter Day (6:12)

Geamtspieldauer: 46:16




Lediglich zwei Studioalben veröffentlichte die kalifornische Pop-Band Jellyfish. Im Jahr 1990, das auf diesen Seiten bereits besprochene Album „Bellybutton“ und drei Jahre später „Spilt Milk“. Danach lösten sich Jellyfish wieder auf, wobei es in der Band schon immer einen stetigen Wechsel der Mitglieder gab. Lediglich Andy Sturmer und Roger Joseph Manning, Jr. blieben Jellyfish über die gesamte, kurze Bestehenszeit treu.

Was für die erste Scheibe der Band galt, das kann man so auch auf für das zweite Album der US-Amerikaner übertragen. Auf „Spilt Milk“ hört man ebenfalls überaus eingängige Pop-Musik, die ohne große Probleme und ziemlich schnell ins Ohr geht. Und dabei handelt es sich auch wieder eher um sehr fröhliche Musik. Auch auf der zweiten Platte von Jellyfish gibt es keinen Grund für eine gekräuselte Stirn oder schlechter Laune. Alles klingt nett und freundlich und nach Spaß.

Die Musik ist dabei sehr abwechslungsreich und aufwendig in Szene gesetzt. Jellyfish machen keinen 08/15-Pop, sondern durchaus sehr intelligente Musik, die absolut vielschichtig ist. Das funktioniert nicht immer nach dem Ablauf „Strophe – Refrain – Strophe – Refrain“ und so weiter, wie es für alltägliche Pop-Musik der Normalfall wäre. Der Lied-Aufbau weicht hier oftmals vom gewohnten Ablauf ab. Auch bei der Auswahl der Instrumente herrscht bei Jellyfish große Vielfalt, die allerdings noch nicht einmal in den Credits umfassend wiedergegeben wurde. Doch auch dies trägt selbstverständlich zum Abwechslungsreichtum der Scheibe bei.

Fazit: Abwechslungsreichen, interessanten, manchmal etwas außergewöhnlichen und immer sehr melodischen Pop präsentieren die Musiker von Jellyfish mit „Split Milk“ ihren Hörerinnen beziehungsweise Hörern. Einige Titel, die einen leichten Ohrwurmcharakter aufweisen, befinden sich zudem auf dieser Platte, wobei alles sehr eingängig klingt. Dazu beinhaltet die Scheibe jede Menge fröhliche Musik. Für Pop Fans bestens geeignet. Neun Punkte.

Anspieltipps: Sebrina Paste And Plato, New Mistake, Bye Bye Bye



Montag, 11. Januar 2016

Willard Grant Conspiracy – Mojave




Willard Grant Conspiracy – Mojave


Besetzung: (Alle ohne Instrumentenangabe)

James Apt, Paul Austin, David Michael Curry, Robert Fischer, Erich Groat, Susan O’Brian, Chris Brokaw, Edith Frost, George Howard, Dana Hollowell, Peter Linnane, Malcolm Travis, Walter Salas-Humara, Peter Weiss, Nick White, David Zox


Label: Ryko


Erscheinungsdatum: 1999


Stil: Alternative Country, Americana


Trackliste:

1. Another Lonely Night (4:01)
2. Color Of The Sun (4:44)
3. The Work Song (5:06)
4. How To Get To Heaven (5:17)
5. Archy's Lullaby (4:41)
6. Go Jimmy Go (2:05)
7. I Miss You Best (5:48)
8. Cat Nap In The Boom Boom Room (2:44)
9. Front Porch (4:52)
10. Love Has No Meaning (4:55)
11. Sticky (4:30)
12. Right On Time (5:02)
13. The Visitor (8:03)

Gesamtspieldauer: 1:01:54




Robert Fischer heißt der Kopf von Willard Grant Conspiracy, einem Musikprojekt aus Palmdale Kalifornien, bei dem Robert Fischer immer unterschiedliche Musiker um sich schart, um mit ihnen Platten aufzunehmen beziehungsweise Konzerte zu geben. „Mojave“ heißt das dritte Album von Willard Grant Conspiracy, erschien im Jahr 1999 auf dem Label Ryko und enthält mit einer Ausnahme sehr sanfte Musik. „Alternative Country“ oder „Americana“ kann man hierbei in entsprechenden Nachschlagewerken nachlesen, wäre die Musik, die die Musiker hier praktizieren. Das kann man auch so unterschreiben, ich würde allerdings noch eine sehr große Prise „Folk“ mit dazugeben. Und Musikhörer, die mit amerikanischer Country Musik nichts anfangen können, müssen keine Sorge haben, nach Country im herkömmlichen Sinne klingt die Musik von Willard Grant Conspiracy in keinster Weise.

Die Musik ist sehr Gitarren-lastig, hiermit ist allerdings die akustische Gitarre gemeint, die zumeist im Vordergrund steht. Die Lieder sind sanft, immer sehr melodiös und strahlen jede Menge Harmonie aus. Ausnahme hiervon ist die Nummer „Go Jimmy Go“. Keine Ahnung was das sein soll. Hard Rock? In die Richtung geht es zumindest musikalisch, dazu wird allerdings fürchterlich gebrüllt, wobei die Stimme auch noch völlig übersteuert klingt. Nun, mit nur etwas über zwei Minuten ist das Lied glücklicherweise nicht zu lang, trotzdem wirkt diese Nummer ein wenig störend.

Dies war allerdings die Ausnahme. Titel wie „How To Get To Heaven”, „I Miss You Best” oder „Cat Nap In The Boom Boom Room” haben eindeutigen Ohrwurmcharakter und gehen schnell ins Ohr. Ist der Stil der Band auf „Mojave“ auch immer derselbe – die Ausnahme erwähnte ich bereits – so gleicht sich auch die Instrumentierung und die von den einzelnen Stücken transportierte Atmosphäre. Langweile kommt hier trotzdem jedoch nie auf, da die Lieder wirken, einen sanft umfließen und einhüllen. Irgendwie eine Art „Wohlfühl-Stressabbau-Musik“.

Fazit: Etwa ganz Besonderes ist die Musik von Willard Grant Conspiracy auf „Mojave“ nicht, allerdings schöne Musik zum Träumen und relaxen. Das klingt alles sehr eingängig und nur ein Titel tanzt da im Grunde genommen aus der Reihe. Mit US-amerikanischer Country Musik hat die Platte auch nichts zu tun, sondern stellt eher ein sanftes Folk Album dar. Das Album macht durchaus Spaß. Neun Punkte.

Anspieltipps: How To Get To Heaven, Right On Time, The Visitor



Sonntag, 10. Januar 2016

Nickelback – All The Right Reasons




Nickelback – All The Right Reasons


Besetzung:

Chad Kroeger – lead vocals, lead guitar
Ryan Peake – rhythm guitar, backing vocals
Mike Kroeger – bass, backing vocals
Daniel Adair – drums, backing vocals


Gastmusiker:

Billy Gibbons – guitar and backing vocals on "Follow You Home," "Fight For All The Wrong Reasons" and "Rockstar"
Timmy Dawson – piano on "Savin' Me" and "If Everyone Cared"
Brian Larson – strings on "Far Away"
Dimebag Darrell – guitar solo (sample) on "Side Of A Bullet"
Chris Gestrin – organ on "Rockstar"


Label: Warner Music


Erscheinungsdatum: 2005


Stil: Post Grunge, Hard Rock


Trackliste:

1. Follow You Home (4:20)
2. Fight For All The Wrong Reasons (3:44)
3. Photograph (4:18)
4. Animals (3:06)
5. Savin' Me (3:39)
6. Far Away (3:58)
7. Next Contestant (3:34)
8. Side Of A Bullet (3:00)
9. If Everyone Cared (3:38)
10. Someone That You're With (4:01)
11. Rockstar (4:15)

Gesamtspieldauer: 41:38




„All The Right Reasons“ nannten die vier Musiker von Nickelback aus Alberta, Kanada, ihr fünftes Studioalbum. Dieses wurde im Jahr 2005 auf dem Label „Roadrunner Records“, welche zum Mutterkonzern Warner Musik gehört, veröffentlicht. Und wieder hört man von den Kritikern der Band, dass die Kanadier auch dieses Mal nur ihrem eigenen Stil verbunden wären, wenig bis keine Abwechslung in ihrer Musik zulassen würden, lediglich ein Thema immer und immer wieder variieren würden, sprich, immer gleich klängen.

Nun, manches Mal stimmt dies sogar ein wenig, kann man dies nachvollziehen. Nickelback klingt einfach nach Nickelback. So viel Abwechslung gibt es da häufig nicht immer unbedingt. Die Band verfolgt eben einen bestimmten musikalischen Stil, der typisch für sie ist und den sie lediglich leicht unterschiedlich gestaltet. Dies mag auf so manches Manches Album drr Band zutreffen, allerdings auf „All The Right Reasons“ variieren die vier Kanadier diese „Grundausstattung“ durchaus immer wieder und dabei auch sehr variantenreich. Hier sind jetzt nicht mehr alle Titel im Mid-Tempo gehalten. hier gibt es nun nicht mehr nur einen Rhythmus. Auf „All The Right Reasons“ bekommen Hörerin und Hörer härtere Stücke wie sanftere Lieder serviert, denen eine gewisse Eingängigkeit wahrlich nicht abzusprechen ist.

Dazu unterscheidet sich diese Scheibe noch sehr von anderen Nickelback Alben, da sie eine ganze Menge Titel aufweist, die sehr schnell ins Ohr gehen und dort auch länger verweilen. Neben der Variabilität der Musik scheinen die Kanadier hier auch noch mehr die Melodiösität in der Musik für sich entdeckt zu haben. Die Lieder wirken, sind zumeist überzeugende Hard Rock Nummern, neben fein eingebetteten sanfteren Stücken, welche genau wie die härteren reich an Harmonien sind.

Fazit: Das ist immer noch Nickelback Musik, die man hier auf „All The Right Reasons“ hört. Die Musik der kanadischen Band war schon immer überzeugend, wenn auch mitunter ein wenig einseitig. Hier, auf dem fünften Album der Band, entdecken Nickelback allerdings irgendwie die Variabilität ihrer Musik neu. Dies bedeutet einen größeren Abwechslungsreichtum im Werk der kanadischen Hard Rocker, welcher durchaus dazu geeignet ist, neue Hörerschichten zu erschließen. Das alles kommt der Musik auf „All The Right Reasons“ zugute, die jetzt sehr viel abwechslungsreicher und kurzweiliger klingt. Dazu gibt es noch ein paar Titel, die wirklich klasse ins Ohr gehen. Rocker-Herz, was willst Du mehr? Neun Punkte.

Anspieltipps: Follow You Home, Far Away, If Everyone Cared



Samstag, 9. Januar 2016

Monster Magnet – Dopes To Infinity




Monster Magnet – Dopes To Infinity


Besetzung:

Dave Wyndorf – vocals, bass, guitar, percussion, theremin, organ, bells, mellotron
Ed Mundell – bass, guitar, background vocals
Joe Calandra – guitar, bass, background vocals
Jon Kleiman – percussion, drums, bass, background vocals


Label: A&M Records


Erscheinungsdatum: 1995


Stil: Stoner Metal, Space Rock, Psychedelic Rock


Trackliste:

1. Dopes To Infinity (5:43)
2. Negasonic Teenage Warhead (4:28)
3. Look To Your Orb For The Warning (6:32)
4. All Friends And Kingdom Come (5:38)
5. Ego, The Living Planet (5:07)
6. Blow 'Em Off (3:51)
7. Third Alternative (8:33)
8. I Control, I Fly (3:18)
9. King Of Mars (4:33)
10. Dead Christmas (3:54)
11. Theme From "Masterburner" (5:06)
12. Vertigo (11:15)

Gesamtspieldauer: 1:08:04




Monster Magnet, die Band mit dem etwas komischen und gewöhnungsbedürftigen Namen. Monster Magnet, die Band, die andauernd irgendwelche Anspielungen auf irgendwelche Drogen tätigt. Monster Magnet, die 1995 ihr drittes Album mit dem Titel „Dopes To Infinity“, was so viel heißt wie „Drogen bis zum Abwinken“, auf dem Label A&M Records veröffentlichte. Genau diese Band Monster Magnet weiß auch mit diesem Album musikalisch auf das allerbeste zu überzeugen. Nennt man die Musik der Musiker aus New Jersey jetzt „Stoner Rock“, „Space Rock“ oder „Psychedelic Rock“? Völlig egal, was zählt ist die Musik selbst und diese überzeugt absolut.

„Dopes To Infinity“ ist angefüllt mit zumeist hartem Rock, der dabei jedoch überaus melodisch klingt. Das Ganze hört sich auch immer wieder mal durchaus nach Space Rock à la Hawkwind an. Dies vor allen Dingen in den langen Instrumentalpassagen, die Mantra-artig und redundant vorgetragen werden und durchaus die Eigenschaft aufweisen, die Hörerin oder den Hörer in andere Sphären zu katapultieren. Allerdings bedarf es dazu keinerlei Droge. Es ist die Musik allein, die hier unter Umständen „bewusstseinserweiternd“ wirkt. „Dopes To Infinity“ knallt einem immer wieder hart um die Ohren, lässt einen dann jedoch auch wieder eintauchen in wunderbare Melodien und Harmonien, in spacige Klangwelten, in dichte, einen umnebelnde Atmosphären.

Dabei ist diese Scheibe keine, die gleich beim ersten Hören zu zünden versteht – zumindest bei mir war das nicht sofort der Fall. Doch die Musik von Monster Magnet entwickelt sich auf „Dopes To Infinity“, scheint zu wachsen und sich zu entfalten. Es entsteht ein kompaktes, kraftvolles und intensives Klangerlebnis, was das Herz der Freundin des Rocks genauso höher schlagen lässt, wie das ihres männlichen Pendants. Unglaublich dichte Kompositionen befinden sich auf dieser Scheibe, in die sich einfach nur Einzutauchen lohnt. Die musikalischen Reisen, die die Band hier ihren Konsumentinnen und Konsumenten anbietet, lohnen sich angetreten zu werden.

Fazit: Vielleicht ist der Begriff Stoner Rock, also „Kiffer Rock“, gar nicht so schlecht gewählt für diese Art der Musik. Die Musiker behaupten auch immer, dass sie solch „Hilfsmitteln“ beim Komponieren nicht abgeneigt gegenüberstehen würden – zum Hören benötigt man dies allerdings sicherlich nicht. Psychedelisch und nach einer Art Space Rock klingt „Dopes To Infinity“ allemal und die Musiker haben auch immer betont, durch deutschen Krautrock sowie die Space Rocker von Hawkwind inspiriert zu werden. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Ein Album angefüllt mit hartem und eingängigem und begeisterndem Rock. Zwölf Punkte.

Anspieltipps: All Friends And Kingdom Come, Blow 'Em Off, Third Alternative, Vertigo



Freitag, 8. Januar 2016

The Rolling Stones – Some Girls




The Rolling Stones – Some Girls


Besetzung:

Mick Jagger – lead and backing vocals, electric guitar, piano on "Faraway Eyes"
Keith Richards – electric and acoustic guitars, backing vocals, lead vocals on "Before They Make Me Run", bass guitar on "Some Girls" and "Before They Make Me Run", piano on "Faraway Eyes"
Ronnie Wood – electric, acoustic, pedal steel and slide guitar, backing vocals, bass guitar and bass drum on "Shattered"
Bill Wyman – bass guitar, synthesizer on "Some Girls"
Charlie Watts – drums


Gastmusiker:

Sugar Blue – harmonica on "Miss You" and "Some Girls"
Ian McLagan – electric piano on "Miss You"; organ on "Just My Imagination"
Mel Collins – saxophone on "Miss You"
Simon Kirke – congas on "Shattered"


Label: Rolling Stones Records


Erscheinungsdatum: 1978


Stil: Rhythm And Blues, Rock And Roll, Blues, Country


Trackliste:

1. Miss You (4:44)
2. When The Whip Comes Down (4:20)
3. Just My Imagination (Running Away With Me) (4:38)
4. Some Girls (4:36)
5. Lies (3:11)
6. Far Away Eyes (4:24)
7. Respectable (3:06)
8. Before They Make Me Run (3:25)
9. Beast Of Burden (4:25)
10. Shattered (3:48)

Gesamtspieldauer: 40:45




Die Frage stellte sich immer vielen Leuten, beziehungsweise wurde sie gestellt: Beatles oder Stones? Mir stellte sich diese Frage nie, obwohl ich auch bei den Rolling Stones ein paar gute Nummern für mich entdeckte und mir auch ein paar Scheiben zulegte. Jedoch unterscheidet sich die Musik dieser beiden Bands dadurch, dass die Beatles innovativ waren, neue Wege bestritten, geniale Lieder schrieben, die Rolling Stones jedoch machen Rock’n‘Roll und Rhythm’n‘ Blues.

Gut, dies ist eben nicht jedermanns Stil, es kann einem ja auch nicht alles gefallen. Jedoch manches Mal wird es in der Musik der Rolling Stones leider sogar richtig krass. Denn die fünf Musiker wollten mit ihrem vierzehnten britisch / europäischen und sechzehnten US-amerikanischen Album, welches 1978 auf dem eigenen Label unter der Überschrift „Some Girls“ erschien, noch ein wenig mehr in den USA absahnen. Nichts lag also näher, genau für diesen Markt gleich noch ein Country Lied mit auf die Scheibe zu pressen. „Far Away Eyes“ heißt dieses und es fehlen einem die Worte. Country und Western in Reinkultur. Kann man überhaupt anbiedernder sein? Wohl kaum.

Gut, das war der Tiefpunkt, es wird besser. Jedoch so richtig zünden kann leider auch der Rest auf Some Girls“ nicht. Wirklich überzeugen können das Titellied „Some Girls“, welches wahrlich ins Ohr geht und Spaß macht. Auch „Beast Of Burden“ kann gefallen, wobei die Version von Bette Midler aus dem Jahr 1984 noch gelungener ist. Nun und der Rest, das ist Rock-Musik, der eher alltäglichen Sorte. Nichts Begeisterndes mehr, allerdings natürlich auch kein Ausschuss. Handwerklich gut gemachte Musik, die sicher bei den Rolling Stones Fans und Freunden der entsprechenden Musikgenres Begeisterung auslöst. Bei allen anderen bin ich mir da nicht so sicher.

Fazit: Wieder einmal zeigt sich, dass ich keine Ahnung von Musik habe. „Some Girls“ erreichte in den USA Platz 1 der US-amerikanischen Billboard Charts und wurde dort zum meistverkauften Album der Stones, mit immerhin sechs Millionen Kopien bis zum Jahr 2000. Außerdem ist es die einzige Scheibe der Rolling Stones, die jemals eine Grammy Nominierung zum besten Album des Jahres erhielt. Den Titel gewannen dann allerdings die Bee Gees mit „Saturday Night Fever“. Auch bei den Kritikern kam die Scheibe gut an, die für viele die beste seit der 1972er Platte „Exile on Main St.“ war. Aber damit noch nicht genug, das Rolling Stone Magazine wählte das Album im Jahr 2003 auf Platz 269 der 500 besten Alben aller Zeiten. Von daher allen, die Musik ganz anders erleben als ich, viel Spaß damit. Sechs Punkte.

Anspieltipps: Some Girls, Beast Of Burden



Donnerstag, 7. Januar 2016

Metallica – Load




Metallica – Load


Besetzung:

James Hetfield – vocals, lead and rhythm guitar
Kirk Hammett – lead, rhythm and slide guitar
Lars Ulrich – drums
Jason Newsted – bass guitar, backing vocals


Label: Vertigo Records


Erscheinungsdatum: 1996


Stil: Heavy Metal, Hard Rock


Trackliste:

1. Ain't My Bitch (5:04)
2. 2 X 4 (5:28)
3. The House Jack Built (6:38)
4. Until It Sleeps (4:27)
5. King Nothing (5:29)
6. Hero Of The Day (4:21)
7. Bleeding Me (8:18)
8. Cure (4:54)
9. Poor Twisted Me (4:00)
10. Wasting My Hate (3:57)
11. Mama Said (5:19)
12. Thorn Within (5:51)
13. Ronnie (5:17)
14. The Outlaw Torn (9:48)

Gesamtspieldauer: 1:18:59




Die Fans waren damals nicht so ganz überzeugt vom sechsten Studioalbum der US-amerikanischen Heavy Metal Band Metallica. Im Jahr 1996 wurde die Scheibe bei Vertigo Records veröffentlicht und alle fragten sich: Ist das noch Heavy- oder Trash Metal, deren Aushängeschild Metallica jahrelang waren oder ist das doch schon eher Hard Rock? Nun, die Grenzen sind in diesem Fall sicherlich absolut fließend, allerdings erinnert mich die Scheibe auch eher an ein Hard Rock Album, mit zugegebenermaßen durchaus vorhandenen Metal-Einflüssen. Im Grunde genommen spielt dies allerdings nur eine sehr untergeordnete Rolle bei der Beurteilung von „Load“. Es geht nie um das Genre, sondern immer um die Qualität der Musik, außer natürlich, man geht mit einer gewissen Erwartung an diese Scheibe heran. In diesem Fall heißt das dann wohl: Pech für die Metallica-Fans der ersten Stunde.

Auch wenn die „älteren“ Fans mit der Scheibe Schwierigkeiten hatten, bei den Musikhörerinnen und –hörern insgesamt kam die Platte bestens an. Allein 680.000 Mal verkaufte sich die Scheibe in den USA in der ersten Woche und stellt damit Metallicas erfolgreichste Neueinführung dar. Insgesamt verkaufte sich „Load“ bisher knappe acht Millionen Mal und stellt damit die dritterfolgreichste Platte der Band dar. Nur der Vorvorgänger „…And Justice For All“ mit neun Millionen Verkäufen und natürlich der fünf Jahre zuvor veröffentlichte Vorgänger „Metallica“, mit sagenhaften 21 Millionen verkauften Exemplaren, übertrumpften hierbei „Load“.

Nun, für Freunde der früheren Platten von Metallica stellt „Load“ eine Art Pop-Musik dar. Das ist sie wahrlich nicht, auf „Load“ wird auch ordentlich gerockt. Sanfte Lieder gibt es hier nicht, alles verfügt über eine gewisse Härte und wenn dann wirklich mal ein Part, ein Abschnitt in einem Lied etwas sanfter klingt, dann zählt das für mich eher zur Abwechslung, denn zur „Verweichlichung“. Eine Ausnahme gibt es jedoch auch von dieser „Regel“. Das Stück „Mama Said“ ist ein deutlich sanfteres und weist dabei sogar ganz leichte Country-Züge auf, die immer im Refrain zu hören sind. Also dreizehn harte Nummern und eine weichere, um es ganz richtig zu stellen.
Was mich jedoch sehr viel eher als eine unnütze Genrediskussion an „Load“ stört, das sind die Titel selbst. Einige dieser Lieder wollen bei mir absolut nicht zünden, egal wie oft ich die Scheibe auch anhöre. Klar ist das keine schlechte Musik, jedoch längst auch keine umwerfende. Die einzelnen Stücke sind handwerklich allesamt gut gemacht, der Sound passt auch, doch begeistern, nein das schaffen diese vierzehn Stücke auf „Load“ nur in sehr engen Grenzen.

Am ehesten in die klangliche Welt von Metallica auf „Load“ einzutauchen gelingt bei „Until It Sleeps“ und „Bleeding Me“. Die erste Nummer geht dabei – als Ausnahme zum Rest des Albums – wirklich schnell ins Ohr und vermag dort auch länger zu verweilen. Nun und „Bleeding Me“ ist ein über achtminütiges, sehr abwechslungsreiches Lied, welches aus mehreren unterschiedlichen Parts besteht, die klasse miteinander verwoben sind und das Stück sehr spannend werden lassen. Das bereits erwähnte „Mama Said“ klingt ebenfalls noch ganz nett und die letzte Nummer, „The Outlaw Torn“, kann vor allen Dingen in den redundanten Instrumentalparts überzeugen. Nun und der Rest? Der ganze Rest dieser Scheibe läuft irgendwie so mit. Nichts Schlechtes, aber Begeisterung will sich da einfach nicht breit machen.

Fazit: Das sechste Album von Metallica, „Load“, wurde von den Fans der ersten Stunde der Band zerrissen, vom Markt jedoch gefeiert. Metallica versuchen sich hier in den Grenzgebieten zwischen Hard Rock und Heavy Metal. Und das so ausschweifend, dass sie die technisch mögliche Laufzeit einer Compact Disc von einer Stunde, achtzehn Minuten und neunundfünfzig Sekunden bis auf die letzte Sekunde ausleben. Bezüglich Begeisterung und Verdammnis des Albums liegt die Wahrheit wohl wieder irgendwo in der Mitte. Ein Meisterwerk ist diese Scheibe sicherlich nicht geworden, dazu beinhaltet sie viel zu viel „gewöhnliche“ Musik. Ein paar Höhepunkte gibt es dann aber doch noch, das macht „Load“ aber noch nicht zu einem guten Album. Da kennt man von Metallica deutlich bessere Scheiben. Acht Punkte.

Anspieltipps: Until It Sleeps, Bleeding Me, Mama Said, The Outlaw Torn



Mittwoch, 6. Januar 2016

Michael Jackson – History




Michael Jackson – History


Besetzung:

Michael Jackson – string arrangement, keyboard arrangements, solo and background vocals, keyboards, guitars, drums, percussion


Gastmusiker:

Janet Jackson – solo and background vocals
R. Kelly – additional background vocals
Nathan Morris – additional background vocals
Wanya Morris – additional background vocals
Shawn Stockman – additional background vocals
Michael McCary – additional background vocals
Bryan Loren – additional background vocals
Andraé and Sandra Crouch and The Andraé Crouch Singers – additional background vocals
Carol Dennis – additional background vocals
Jackie Gouche – additional background vocals
Gloria Augustus – additional background vocals
Linda McCrary – additional background vocals
Leah Frazier – additional background vocals
Leah Frazier – additional background vocals
The Notorious B.I.G. – rap
Shaquille O'Neal – rap
David Foster – piano
Brad Buxer – piano
BIG "Jim" Wright – piano, organ
Jonathan Mackey – piano
Jimmy Jam – keyboards and synthesizers, synthesizer programming, drum programming, drums, percussion, synth bass
Terry Lewis – keyboards and synthesizers, synthesizer programming, drum programming, drums, percussion, synth bass
David Foster – keyboards and synthesizers
Steve "Yada" Porcaro – keyboards and synthesizers
David Paich – keyboards and synthesizers
Bill Bottrell – keyboards and synthesizers
Dallas Austin – keyboards and synthesizers
R. Kelly – keyboards and synthesizers
René Moore – keyboards and synthesizers
Brad Buxer – keyboards and synthesizers, , synthesizer programming, intro soundscapes and sound effects, orchestrations
Simon Franglen – keyboards and synthesizers
Greg Phillinganes – keyboards and synthesizers
Lafayette Carthon – keyboards and synthesizers
Michael Boddicker – keyboards and synthesizers, synthesizer programming
Chuck Wild – keyboards and synthesizers, synthesizer programming
Rob Arbitter – keyboards and synthesizers
Gary Adante – keyboards and synthesizers
John Barnes – keyboards and synthesizers
Randy Walman – keyboards and synthesizers
Simon Franglen – synthesizer programming, synclavier programming, drums, percussion
Steve Porcaro – synthesizer programming
Peter Mokran – synthesizer programming, drum programming
Chuck Wild – synthesizer programming, intro soundscapes and sound effects
Andrew Scheps – synthesizer programming, drum programming, synclavier programming, intro soundscapes and sound effects
Rick Sheppard – synthesizer programming
Rob Hoffman – synthesizer programming, guitars
Bobby Brooks – synthesizer programming, drums, percussion
Jeff Bova – synthesizer programming
Chris Palmero – synthesizer programming
Jason Miles – synthesizer programming
Arnie Schulze – synthesizer programming
Gregg Mangiafico – synthesizer programming
Slash – guitars
Nile Rodgers – guitars
Trevor Rabin – guitars
Paul Jackson Jr. – guitars
Steve Lukather – guitars
Bill Bottrell – guitars, drums, percussion
Jeff Mirinov – guitars
Michael Thompson – guitars
Jen Leigh – guitars
Buddy Williams – drums, percussion
Bruce Swedien – drums, percussion, intro soundscapes and sound effects
Paulinho Da Costa – drums, percussion
René Moore – drums, percussion
Chuck Wild – drums, percussion
Bryan Loren – drums, percussion
Omar Hakim – drums, percussion
Steve Ferrone – drums, percussion
David Paich – bass
Colin Wolfe – bass
Louis Johnson – bass
Wayne Pedzwater – bass
Keith Rouster – bass
Doug Grigsby – bass
Guy Pratt – bass
Greg Phillinganes – synth bass
Larry Williams – horns
Jerry Hey – horns
Gary Grant – horns
Bill Reichenbach – horns
Kim Hutchcroft – horns
Paul Peabody – violin solo
Matt Forger – intro soundscapes and sound effects
Michael Boddicker – children's choir conductors
Annette Sanders – children's choir conductors
Maxi Anderson – children's choir conductors
Tracy Spindler – children's choir
Natalia Harris – children's choir
Jonathan Ungar – children's choir
Brandi Stewart – children's choir
Reeve Carney – children's choir
Caryn Jones – children's choir
Brian Jones – children's choir
Kimberly Johnson – children's choir
Crystal Pounds – children's choir
Rhonda Hoskins – children's choir
Crystal Grant – children's choir
Caleena Campbell – children's choir
Nikisha Grier – children's choir
Chauna Bryant – children's choir
Jania Foxworth – children's choir
Crystal Jackson – children's choir
Kandy Johnson – children's choir
Charity Young – children's choir
Angela Fisher – children's choir
Coy Mattison – children's choir
Alan Shearman – background voiceovers
Anna Mathias – background voiceovers
Gregory Martin – background voiceovers
Dawn McMillan – background voiceovers
Phillip G. Proctor – background voiceovers
Susan Silo – background voiceovers
Jesse Corti – background voiceovers
Hattie Winston – background voiceovers
Maurice La Marche – background voiceovers
Rodger Bumpass – background voiceovers
Daniel Medvedev – narrative by russian boy: 
Ed Wiesnieski – narrative by kgb interrogator: 
Emily Bernstein – orchestrations
Geoff Grace – orchestrations


Label: Epic Records


Erscheinungsdatum: 1995


Stil: Pop, Rock R&B, Soul


Trackliste:

CD1: HIStory Begins / Greatest Hits: HIStory, Volume I

1. Billie Jean (4:54)
2. The Way You Make Me Feel (4:58)
3. Black Or White (4:16)
4. Rock with You (3:40)
5. She's Out Of My Life (3:38)
6. Bad (4:07)
7. I Just Can't Stop Loving You (4:12)
8. Man In The Mirror (5:19)
9. Thriller (5:57)
10. Beat It (4:18)
11. The Girl Is Mine (3:42)
12. Remember The Time (4:00)
13. Don't Stop 'Til You Get Enough (6:06)
14. Wanna Be Startin' Somethin' (6:03)
15. Heal The World (6:25)


CD2: HIStory Continues

1. Scream (4:38)
2. They Don't Care About Us (4:44)
3. Stranger In Moscow (5:45)
4. This Time Around (4:21)
5. Earth Song (6:48)
6. D.S. (4:49)
7. Money (4:42)
8. Come Together (4:03)
9. You Are Not Alone (5:46)
10. Childhood (4:28)
11. Tabloid Junkie (4:33)
12. 2 Bad (4:57)
13. HIStory (6:38)
14. Little Susie (6:15)
15. Smile (4:56)

Gesamtspieldauer CD1 (1:11:38) und CD2 (1:17:12): 2:28:50




Das neunte Studio-Album des Michael Jackson erschien im Jahr 1995 auf dem Label Epic Records unter der Überschrift „History“. Und klar, das war damals ein wenig „Nepp“, denn man kaufte nicht nur 15 neue Songs, sondern 15 ältere Titel gleich mit. Dem Album wurde unter der Überschrift „HIStory Begins / Greatest Hits“ einfach eine CD in Form eines „Best Of…- Albums“ mit dazugepackt. Klar, Michael Jackson befand sich zu der Zeit ein wenig in der Krise. Mehrere Klagen wegen angeblichem Kindesmissbrauchs hatte er am Hals und die Einnahmen sprudelten auch nicht mehr so. Was lag da näher, als solch einen „Kniff“ zu machen, ein Doppelalbum herauszubringen und dafür natürlich deutlich mehr Geld verlangen zu können.

Nun, sei es drum, auf die CD 1 gehe ich hier gar nicht ein. Seine Hits sind das zweifelsohne, zumindest größtenteils. „Dirty Diana“ fehlt mir hier, eines der drei besten Stücke, die Michael Jackson jemals geschrieben hat. Allerdings ist man damit sofort wieder an dem Punkt angelangt, dass Geschmäcker eben verschieden sind und man es somit sowieso nie allen Recht machen kann. Stimmt. 

CD 2, die den Untertitel „HIStory Continues“ trägt, besteht nun neuem Material. Obwohl so ganz stimmt das auch wieder nicht. Die Cover Version des Beatles Klassikers „Come Together“ wurde bereits 1988 aufgenommen und ist an sich schon kein neues Lied mehr. Die erste Version des „Earth Songs“ wurde auch bereits 1989 aufgenommen, jedoch dann immer wieder überarbeitet. Nun, eine lange Vorbereitungszeit für dieses Album also, welches mich allerdings musikalisch einigermaßen positiv überrascht. „History“ ist ein gutes Pop-Album geworden, mit ein paar wirklich überzeugenden Songs. „They Don't Care About Us“ geht zum Beispiel sofort ins Ohr und bleibt, nicht zuletzt durch die wahnsinnig gute Rhythmusfraktion, hängen. Auch der bereits genannte „Earth Song“ hat ein wenig Ohrwurmcharakter. Zwar fängt die Nummer etwas sehr süßlich an, steigert sich dann allerdings zu einem überzeugenden Pop-Lied.

Das bereits erwähnte Beatles Cover „Come Together“ ist ebenfalls gelungen und auch nicht im Radio zu hörende Lieder wie „Little Susie“, „Stranger In Moscow“, „This Time Around“, „D.S.“ oder „Tabloid Junkie” lassen sich noch gut anhören und überzeugen immer dann, wenn sie nicht so unfassbar weich und schleimig klingen und wirken. Denn genau diese Art der Lieder gibt es leider auch auf „History“. Bei Titeln wie „You Are Not Alone“, „Childhood“ oder „Smile“ schüttelt es einen nur noch. „Childhood“ ist eine Nummer aus dem Film „Free Willy 2“ und das mit Abstand schleimigste Lied, welches ich kenne. Klingt auch ein wenig nach Musical und man sollte sich mal die Mühe machen und auf den Text achten – absolut unfassbar. Wahnsinn, dass ein erwachsener Mann so etwas in dieser Art und Weise singen kann. Das Lied „You Are Not Alone“ ist auch ein Hit des Michael Jackson, welches R. Kelly für ihn schrieb. Unglaublich, wie schlecht Musik sein kann. Dieses Gesülze ist kaum auszuhalten und somit trüben diese Stücke den Gesamteindruck des Albums leider doch schon sehr.

Fazit: Einige ganz nette Pop-Lieder gibt es auf „History“ zu hören, daneben allerdings auch unfassbar Schlechtes. Doch Menschen, die auf Pop stehen, werden durchaus etwas mit diesem Album anzufangen wissen. Einige der Lieder gehen gut ins Ohr und manchmal rockt Michael Jackson sogar. Von daher, insgesamt gesehen gibt es deutlich Schlimmeres. Sieben Punkte.

Anspieltipps: They Don't Care About Us, Earth Song



Dienstag, 5. Januar 2016

Anthony Phillips & Harry Williamson – Gypsy Suite




Anthony Phillips & Harry Williamson – Gypsy Suite


Besetzung:

Anthony Phillips – 12 string guitar, 6 string guitar, piano, synthesizer, organ, percussion
Harry Williamson – 6 string guitar, bass, echoes, piano, autoharp, percussion, gliss


Label: Voiceprint


Erscheinungsdatum: 1994 (Aufnahmen aus den Jahren ‘75, ‘76 und ‘78)


Stil: Instrumentalmusik


Trackliste:

1. Gypsy Suite
Movement I - First Light (7:59)
Movement II - Siesta (5:11)
Movement III - Evening Circle (5:44)
Movement IV - The Crystal Ball (10:04)
2. Tarka
Movement I -The Early Years (8:46)
Movement II
IIa - Stream River and Salmon Hunting (6:41)
IIb - Dunes & Estuary (6:38)
IIc - Moonfield - Postscript (1:21)

Gesamtspieldauer: 52:27




Nein, die Gypsy Suite von Anthony Phillips und Harry Williamson klingt so gar nicht nach Gypsy-Musik. Der Ex-Genesis Gitarrist und Multiinstrumentalist Anthony Phillips und der ebenfalls mit sehr vielen Musikinstrumenten vertraute Harry Williamson tragen hier ein Stück wunderschöner Gitarrenmusik vor, welches knapp zwanzig Jahre zuvor aufgenommen wurde, bevor es im Jahr 1994 endlich auf dem Label „Voiceprint“ erschien. Der Grund hierfür lag wohl in dem Umstand begründet, dass das Stück ursprünglich mit anderen Instrumenten eingespielt werden sollte, eine Idee, die letztendlich doch nicht umgesetzt wurde.

Die „Gypsy Suite“ für zwei Gitarren erinnert häufig an klassische Musik, ohne dass dies dabei von Bedeutung wäre, denn diese Scheibe überzeugt dabei und geht eben nicht so „nach hinten los“ wie der Versuch vieler anderer Rock-Musiker, klassische Musik in ihre zeitgenössischen Lieder zu integrieren. Nun, die Musik ist sehr zart und an mancher Stelle könnte es durchaus auch mal etwas „peppiger“ klingen, was man dann auch sofort mit der Musik der Sinti und Roma verbinden würde. Die Musik des Titelstücks „Gypsy Suite“ ist jedoch hauptsächlich sehr ruhig, zart und fast schon bedächtig und die einzelnen Nummern nehmen nur sehr selten mehr auf. Aber gerade hierin liegt auch ein wenig der Zauber dieser Musik begründet, die so wunderschön sanft klingt, so melodiös und eingängig.

Ein klein wenig voller klingt es dann bei den „Tarka-Movements“. Das liegt eindeutig daran, dass hier nun nicht mehr „nur“ Gitarren zu hören sind, sondern zum Beispiel auch Piano, Orgel, Synthesizer und Perkussion. Die Musik ist allerdings genauso eingängig und melodiös wie die „Gypsy Suite“ zuvor, wird jedoch durch die Variation an Musikinstrumenten noch abwechslungsreicher gestaltet. Wieder sind nur die beiden Musiker zu hören, die jetzt noch mehr musikalische Einflüsse zulassen und so Musik zelebrieren, die durchaus ein wenig magisch klingt.

Fazit: Diese Musik, die hier auf „Gypsy Suite“ zu hören ist, ist schon eine ganz besondere. Sehr leicht, frei, an manchen Stellen mystisch, immer entspannt und manches Mal verzaubernd klingen die Lieder von Anthony Phillips und Harry Williamson auf dieser Platte. Und manchmal meine ich auch, daraus die frühen Genesis heraushören zu können, aber das mag vielleicht nur Einbildung sein. Auf jeden Fall verdient diese Platte das Siegel „Überzeugend“ und ist neben „The Geese And The Ghost“ und natürlich dem Genesis-Album „Trespass“ das Beste, welches ich von Anthony Phillips kenne. Zwölf Punkte.

Anspieltipps: Alles



(Hier "Tarka" Part 1 in einer anderen Version)

Montag, 4. Januar 2016

Oceansize – Effloresce




Oceansize – Effloresce


Besetzung:

Mike Vennart – guitar, vocals
Steve Durose – guitar, backing vocals
Richard “Gambler” Ingram – guitar
Jon Ellis – bass, keyboards
Mark Heron – drums


Gastmusiker:

Martin & Kimberly McCarrick – cello, violin, viola on "Massive Bereavement" and "Long Forgotten"
Claire Lemmon – backing vocals on "Massive Bereavement" and "Saturday Morning Breakfast Show"


Label: Beggars Banquet Records


Erscheinungsdatum: 2003


Stil: Alternative Rock, Progressive Rock, Art Rock, Psychedelic


Trackliste:

1. I Am The Morning (4:18)
2. Catalyst (6:40)
3. One Day All This Could Be Yours (4:19)
4. Massive Bereavement (9:59)
5. Rinsed (3:58)
6. You Wish (6:00)
7. Remember Where You Are (5:22)
8. Amputee (5:32)
9. Unravel (2:50)
10. Women Who Love Men Who Love Drugs (8:30)
11. Saturday Morning Breakfast Show (9:04)
12. Long Forgotten (8:57)

Gesamtspieldauer: 1:15:32




Kultstatus hat die Scheibe „Effloresce“ von Oceansize bei den Fans inne. Dieses erste Album der englischen Band aus Manchester, dem noch drei weitere Studio-Platten folgen sollten, stellt etwas ganz Besonderes für die Fangemeinde dar. Im Februar 2011 gaben die Musiker der Band dann leider via Twitter und Facebook bekannt, dass sie Oceansize aufgelöst haben und sie von nun an getrennte Wege gehen wollen. Auch als Freund gut gemachter Rockmusik, der Oceansize nicht von Anfang an verfolgte, kann man gut nachvollziehen, dass diese Scheibe durchaus einen ganz besonderen Stellenwert besitzt. Die fünf Engländer bieten hier ihren Hörerinnen und Hörern ein unfassbar vielschichtiges Album, welches von sanft säuselnd bis zu hart rockend die ganze Palette des Rocks in sich zu vereinigen scheint.

Auf „Effloresce“ gibt es wunderschöne Instrumentalstücke zu hören, sanfte Titel und Nummern, die quasi zu explodieren scheinen. In diesen einzelnen Stücken sind Tempo- und Rhythmuswechsel genauso selbstverständlich integriert, wie völlige atmosphärische Wechsel, die einen immer wieder aufhorchen lassen. Alles klingt zunächst sehr melodiös und hat man es sich gerade zufrieden in den dicken Wolken sanfter Harmonien bequem eingerichtet, da reißt einen ein aggressives Riff oder der nun gar nicht mehr so weiche Gesang des Mike Vennart schlagartig aus allen süßen Träumen heraus. Dies geschieht jedoch nicht auf eine unangenehme, verstörende Art und Weise, sondern geradezu herausfordernd logisch und in sich schlüssig. Nur so kann und muss es sein, genau so funktioniert die Musik von Oceansize auf „Effloresce“.

Klar bewegt sich die Band hier auch in den Bereichen des Progressive Rock, der im 21. Jahrhundert einfach so klingen musste. Um mit dieser Art der Musik etwas anfangen zu können, sollte man jedoch auf jeden Fall auch die härteren Passagen in der Rock-Musik mögen. Denn für zart besaitete Musikkonsumenten ist diese Platte definitiv nicht geeignet. Trotz der auch vorhanden ruhigen Stellen auf „Effloresce“, steht ganz klar der härtere Rock im Vordergrund und dominiert hier die Musik von Oceansize. Auch dem „etwas Anderen“ sollte man sich nicht verschließen. Oceansize machen keine Radio- oder Hitparaden-Musik. Auf „Effloresce“ gibt es atmosphärische, fast schon experimentelle Stücke, wie die Nummer „Rinsed“ und dann wird einem fast wieder das Hirn weggeblasen, wenn plötzlich alles zu explodieren scheint. Aber genau diese Mischung macht „Effloresce“ auch zu einer sehr intensiven Reise, die man immer wieder gerne antritt.

Fazit: Ein sehr gelungenes Debut-Album ist „Effloresce“ von Oceansize geworden. Eine absolut abwechslungsreiche Platte, angefüllt mit Progressive Rock und Alternative Rock, der praktisch an jeder Stelle zu überzeugen weiß. Jetzt haben die fünf Engländer die Musik zwar mit dieser Scheibe nicht neu erfunden, jedoch haben sie diese definitiv um eine weitere Nuance bereichert. Zwölf Punkte.

Anspieltipps: I Am The Morning, Remember Where You Are, Women Who Love Men Who Love Drugs, Long Forgotten



Sonntag, 3. Januar 2016

Phantom Planet – Phantom Planet




Phantom Planet – Phantom Planet


Besetzung:

Alex Greenwald – lead vocals, guitar
Sam Farrar – bass guitar, backing vocals
Jacques Brautbar – rhythm guitar
Darren Robinson – lead guitar
Jason Schwartzman – drums


Gastmusiker:

Dean Keller – saxophone on "Big Brat" and "You're Not Welcome Here"
Bill Racine – additional saxophone on "Big Brat"


Label: Epic Records


Erscheinungsdatum: 2004


Stil: Alternative Rock


Trackliste:

1. The Happy Ending (3:18)
2. Badd Business (2:16)
3. Big Brat (3:21)
4. 1st Things 1st (2:51)
5. Making A Killing (2:41)
6. You're Not Welcome Here (3:27)
7. By the Bed (3:41)
8. Knowitall (4:01)
9. Jabberjaw (3:13)
10. After Hours (2:44)
11. The Meantime (3:43)


Bonus Tracks:

12. California (3:13)
13. Lonely Day (3:40)
14. Anthem (4:20)
15.Our Darkest Hour (3:02)

Gesamtspieldauer: 49:37




„Phantom Planet“ ist eine Alternative Rockband aus Los Angeles, die 1994 gegründet wurde und in den Jahren 1998 bis 2008 insgesamt vier Studioalben veröffentlichte. Dieses hier ist die dritte Scheibe der Band und wurde interessanter Weise leidglich unter dem Band-Namen „Phantom Planet“ bei Epic Records herausgebracht. Zu hören gibt es hier Alternative Rock, der durchaus auch mal in den Grenzbereich zwischen Rock und Pop eintaucht, ohne dabei jedoch platt und anbiedernd zu wirken.

Zwar sind die Titel der Band auch eingängig und häufig auch sehr melodiös, trotzdem experimentieren die Jungs hier durchaus mit ihrer Musik. Das bedeutet, neben den immer wieder vorhandenen Harmonien gibt es auch mal Klänge, die gar nicht mehr so harmonisch klingen, sondern eher schräg und verschroben. Das wertet die Musik der fünf US-Amerikaner allerdings durchaus auf, macht sie interessanter und lässt sie sich ein wenig und an manchen Stellen vom radiotauglichen Mainstream entfernen.

Das Tempo, welches Phantom Planet seinen Lieder verordnet hat, liegt hauptsächlich im Mid-Tempo bis hin zum geradlinigen und schnelleren Rock. Richtig sanft klingt die Band im Grunde genommen nie. Der Sound stimmt auch, die Scheibe ist perfekt abgemischt und da geht auch beim lauterem Hören nichts verloren, was diese Platte noch ein wenig lohnender werden lässt. Überhaupt gibt es hier wenig zu meckern. Die einzelnen Stücke zünden ziemlich schnell und dass die Musiker nicht genug Material hatten und irgendwelche B-Ware mit hinzupackten, kann man sicherlich auch nicht behaupten. Sogar eher das Gegenteil ist der Fall, da dem Album inzwischen noch vier Zugaben beigemischt wurden, die sich qualitätsmäßig perfekt in die anderen Songs einreihen und somit „Phantom Planet“ von Phantom Planet sogar noch mal aufwerten.

Fazit: Guten und überzeugenden Alternative Rock gibt es bei Phantom Planet zu hören. Das ist kein 08/15 Rock, sondern die Band hat ihren ganz eigenen, rauen und doch melodischen Stil, der die Musik von Phantom Planet noch ein wenig reizvoller werden lässt. Im Grunde genommen für jede Hörerin beziehungsweise jeden Hörer etwas, welche auf gut gemachten und nicht ganz alltäglichen Rock stehen. Zehn Punkte.

Anspieltipps: You're Not Welcome Here, California, Anthem



Samstag, 2. Januar 2016

Live – Mental Jewelry




Live – Mental Jewelry


Besetzung:

Edward Kowalczyk – lead vocals, acoustic guitar
Chad Taylor – guitar, vocals
Patrick Dahlheimer – bass, vocals
Chad Gracey – drums, percussion, vocals


Label: Radioactive Records


Erscheinungsdatum: 1991


Stil: Alternative Rock


Trackliste:

1. Pain Lies On The Riverside (5:11)
2. Operation Spirit (The Tyranny Of Tradition) (3:18)
3. The Beauty Of Gray (4:14)
4. Brothers Unaware (4:45)
5. Tired Of "Me" (3:26)
6. Mirror Song (3:38)
7. Waterboy (3:07)
8. Take My Anthem (4:37)
9. You Are The World (4:24)
10. Good Pain (5:39)
11. Mother Earth Is A Vicious Crowd (4:10)
12. 10,000 Years (Peace Is Now) (5:09)

Gesamtspieldauer: 51:42




Im Jahr 1991 veröffentlichter die US-amerikanische Rock Band Live ihr erstes Studioalbum unter dem Namen „Mental Jewelry“. Gut gemachten und eingängigen Alternative Rock hört man darauf, der bereits darauf hindeutet, welches sehr überzeugende Album die Yorker aus Pennsylvania als nächstes veröffentlichen werden. „Throwing Copper“ sollte dies dann heißen und „Mental Jewelry“, das Debut, stellt irgendwie die Voraussetzung für das Nachfolgealbum dar.

„Mental Jewelry“ ist noch nicht so genial wie sein Nachfolger. Die einzelnen Titel beziehen dabei sich häufig auf die Schriften des indischen Philosophen Jiddu Krishnamurti und klingen gut, jedoch noch nicht ganz so überzeugend wie jene, die drei Jahre später veröffentlicht werden sollten. Edward Kowalczyk scheint seinen Gesangsstil noch nicht ganz gefunden zu haben, die Riffs zünden noch nicht ganz so direkt und auch die Arrangements klingen hier noch nicht so ganz überzeugend.

Allerdings ist die auch etwas „Jammern“ auf hohem Niveau, denn Spaß macht „Mental Jewelry“ durchaus bereits. Die Musik von Live ist auf dieser Platte melodiös, hier finden sich die sanften zarten Passagen, genau wie die harten und rockigeren Abschnitte. Mit jedem Durchlauf der Scheibe gehen die einzelnen Titel besser ins Ohr. Diesen einen herausragenden Song findet man zwar nicht auf „Mental Jewelry“, jedoch gibt es auch keinen Ausfall nach unten. Das Album strömt sehr abwechslungsreich aus den Boxen, da macht das Zuhören einfach Laune und die Füße wippen unweigerlich mit.

Fazit: Wer auf gut gemachten Alternative Rock steht, kann mit dieser Scheibe kaum etwas falsch machen. Und auch wenn die Reise von Live hier erst angefangen hat und noch lohnender und spannender werden sollte, so macht bereits dieses Debut Album der US-Amerikaner Laune. Gut gemachter und abwechslungsreicher Alternative Rock, der so nie im Radio läuft und dabei so hörenswert ist. Neun Punkte.

Anspieltipps: Pain Lies On The Riverside, Mirror Song