Donnerstag, 13. April 2017

Mental Ground Zero – Microcosmicgroove




Mental Ground Zero – Microcosmicgroove


Besetzung:

Keine Angaben


Label: Connected


Erscheinungsdatum: 2000


Stil: Pop, Rock


Trackliste:


1. Psychedelic Bathfloor Carpet (3:51)
2. Carpet (4:40)
3. Catshit (3:16)
4. Ridin' On The Moon (2:47)
5. In My Dreams (6:45)
6. Invisible Poem (6:15)
7. NRG-Flow (3:20)
8. Weird (4:14)
9. Havana Jam (Live) (4:52)

Gesamtspieldauer: 40:03




Mental Ground Zero war eine Band aus Schwäbisch Gmünd, Baden-Württemberg, die im Jahr 2000 ihr Debut-Album mit dem Namen „Microcosmicgroove“ auf dem Label Connected veröffentlichte. Danach waren keine Veröffentlichungen mehr von ihnen zu hören und auch frühere Web-Seiten der Band lassen sich im Internet nicht mehr auffinden. Zu hören ist auf „Microcosmicgroove“ eine poppig-rockige Mischung, wobei der Schwerpunkt doch eher auf dem Genre Rock liegt.

Die Musik lebt vom Gesang der Sängerin, die ihre Stimme immer wieder wunderschön überschlagen lässt. Das klingt und passt bestens zu den neun Titeln auf „Microcosmicgroove“, die zumeist sehr melodiös klingen und sich nur an wenigen Stellen etwas nonkonformer anhören. Mit „Microcosmicgroove“ erfinden Mental Ground Zero zwar die Musik nicht neu – und das erwartet auch niemand – allerdings hört man hier ein durchaus gelungenes Debut-Album.

Besonders lohnenswert sind das kürzeste und das längste Lied des Albums, „Ridin' On The Moon“ sowie „In My Dreams“. Die erste hier erwähnte Nummer ist wohl das eingängigste Lied der Platte, wohingegen „In My Dreams“ dann rockiger und sehr abwechslungsreich klingt. Beide Titel sind hintereinander angeordnet und zeigen auch schön die musikalische Bandbreite der Band.

Fazit: Mental Ground Zero ist ebenfalls ein Beispiel für eine Band, bei der man sich wundert, warum man nicht mehr von ihren gehört hat. Haben sich die vier Musiker zerstritten? Blieb der Erfolg so absolut aus, dass sie keinen Spaß mehr hatten? Keine Ahnung, aber dieser poppige Rock hätte durchaus ein paar mehr Hörerinnen und Hörer verdient gehabt. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Ridin' On The Moon, In My Dreams



(Leider kein Video mehr zu finden)

Mittwoch, 12. April 2017

Naked – Naked




Naked – Naked


Besetzung:

Jonathan Sheldon – vocals, guitar
Jeremy Ireland – guitar, vocals
Damon Martin – bass guitar
Petur Smith – drums, percussion


Gastmusiker:

Martin Tillman – string arrangements
John Thomas – hammond organ
Steve Reid – additional percussion
Christopher Sheldon – sound effects


Label: Mercury Records


Erscheinungsdatum: 1997


Stil: Rock


Trackliste:

1. Mann's Chinese (4:19)
2. The Road Home (3:42)
3. The Color Decays (4:27)
4. What About You (4:24)
5. Raining On The Sky (4:03)
6. Love Supreme (4:00)
7. Red (4:25)
8. Drift Away (4:32)
9. Headlights (4:15)
10. The Great Escape (4:38)
11. Raining On The Sky (Acoustic) (4:09)

Gesamtspieldauer: 46:59




Unter dem Namen „Naked“ findet man im Internet einige Bands. Diese hier ist eine US-amerikanische Rock bis Alternative Rock Band, deren musikalischer Stil sich durch sehr melodische Titel auszeichnet, die bereits beim ersten Hören ins Ohr gehen. „Naked“ heißt auch das selbstbetitelte Debut-Album, welches im Jahr 1997 auf dem Label Mercury Records erschien. Viel mehr scheinen die Jungs allerdings nicht veröffentlicht zu haben, da sich ihre Musik wohl doch zu wenig vom großen Rest des Musikgeschäfts abhob.

Zu hören sind auf der Platte Lieder, die zwar allesamt im Rock angesiedelt sind, jedoch hier durchaus eine gewisse Variationsbreite aufweisen. Diese bezieht sich vor allen Dingen auf das Tempo der Lieder. Schnell stellt man fest, dass die Titel dann umso besser klingen, wenn sie härter und rauer sind. Einige Nummern wirken dagegen ein wenig zu anbiedernd. Alles auf „Naked“ klingt melodiös, wenn dies allerdings im soften Mid-Tempo eingespielt wurde, dann klingt es zwar noch ganz nett, aber sich sehr nach Mainstream anhörend, ohne jegliche Ecken und Kanten und dadurch auch langweilig.

Dass die vier Musiker das auch besser können, beweisen sie mit dem ersten Titel „Mann's Chinese“ und mit dem Kracher „What About You“, der sich aber erst dahin entwickelt. Schöner spannender Aufbau. Auch das Lied „Red“ kann überzeugen, obwohl es eines jener Mid-Tempo Stücke ist. Trotzdem passt das hier, klingt spannend und interessant. Und schließlich sollte an dieser Stelle noch das vorletzte Lied, „The Great Escape“, Erwähnung finden. Ebenfalls aus verschiedenen Teilen mit verschiedenen Tempi zusammengesetzt, geht dieses Lied schnell ins Ohr. Der ganze Rest hört sich ebenfalls so an, dass man sich die Musik durchaus in Ruhe anhören kann, ohne den Raum verlassen zu müssen. Das gilt allerdings wohl für sehr viele Bands im Musikgeschäft, sodass sich Naked nicht weiter abheben konnte, was die Musik von Naked eben an mancher Stelle ein wenig austauschbar werden lässt.

Fazit: Sicherlich kein schlechtes Debut-Album ist der US-amerikanischen Band Naked da mit ihrem gleich betitelten Erstlingswerk gelungen. Freunde des Alternative Rocks werden darauf sicherlich einiges für sich finden können. Nicht alles auf der Scheibe überzeugt restlos, einiges allerdings doch durchaus. Die elf enthaltenen Lieder sind melodiös und eingängig und es oft wert, gehört zu werden. Neun Punkte.

Anspieltipps: Mann's Chinese, What About You, Red, The Great Escape



Dienstag, 11. April 2017

Brand New – Daisy




Brand New – Daisy


Besetzung:

Jesse Lacey – lead vocals, guitar
Vinnie Accardi – guitar, backing vocals, drums
Garrett Tierney – bass guitar
Brian Lane – drums, percussion, guitar
Derrek Sherman – guitar


Gastmusiker (ohne Instrumentenangabe):

Mike Sapone
Andrew Accardi
Ben Homala


Label: Interscope Records


Erscheinungsdatum: 2009


Stil: Alternative Rock


Trackliste:

1. Vices (3:24)
2. Bed (3:09)
3. At The Bottom (4:04)
4. Gasoline (3:32)
5. You Stole (6:00)
6. Be Gone (1:30)
7. Sink (3:19)
8. Bought A Bride (3:06)
9. Daisy (3:06)
10. In A Jar (3:05)
11. Noro (6:26)

Gesamtspieldauer: 40:47




„Daisy“ heißt das vierte und bisher letzte Studioalbum der US-amerikanischen Band Brand New. Am 22. September 2009 erschien die Platte auf dem Label Interscope Records und ist seitdem die letzte volle Studioveröffentlichung der Band, obwohl sie immer noch aktiv ist. Eine für 2016 anvisierte Veröffentlichung eines neuen Albums wurde verschoben.

Alternative Rock gibt es auch dieses Mal wieder von Band New zu hören. Nur hat dieser leider nur noch sehr wenig mit der Musik zu tun, die man noch auf dem Vorgängeralbum „The Devil And God Are Raging Inside Me“ zu hören bekam. Dies liegt keineswegs daran, dass die fünf Musiker das Tempo ihrer Lieder öfters sehr stark angezogen haben. War auf dem Vorgänger noch hauptsächlich Musik zu hören, die im Mid-Tempo angesiedelt war, so ist die Geschwindigkeit der Stücke auf „Daisy“ nun oftmals schneller, härter und aggressiver. Doch dies macht nicht den Grund aus, warum „Daisy“ längst nicht mehr so überzeugen kann. Es ist der oftmals geschriene Gesang, der immer wieder nervt. Diesen mal als Stilmittel einzusetzen, kann eine durchaus gelungene Abwechslung sein. Wird allerdings zu häufig damit experimentiert – und das ist auf „Daisy“ leider der Fall – dann klingt das eben nicht mehr so überzeugend.

Auch das Liedmaterial insgesamt kann nicht mehr ganz so begeistern. Die Melodien treffen einen deutlich weniger und die Stücke gehen nicht mehr ganz so gut ins Ohr. Gelingt dies doch einmal, so sind es immer die etwas leiseren Stücke, die ohne dieses Geschrei auskommen, die einen dann doch etwas treffen. Bei „Bed“ ist dies der Fall oder bei der einzigen Singleauskopplung des Albums „At The Bottom“. „You Stole“ klingt ebenfalls interessant ebenso wie der Titeltrack „Daisy“. Und auch das letzte Stück der Platte, „Noro“, lohnt es sich hinzuhören. Für mich ist diese letzte Nummer der Höhepunkt auf „Daisy“. Und so findet man sicherlich den ein oder anderen Titel, der gefällt, wenn man auf Alternative Rock steht, trotzdem ist das insgesamt leider nicht mehr ganz so mitreißend, eher etwas durchschnittlich. Absolut herausragende Stücke fehlen nämlich vollständig auf „Daisy“, sodass die Scheibe manchmal einfach so durchläuft, ohne dass man das Gefühl hat, genauer hinhören zu müssen. Schade.

Fazit: Auch auf „Daisy“ bieten Brand New ihren Hörerinnen und Hörern Alternative Rock. Dieser ist allerdings nicht mehr ganz so spektakulär und überzeugend, wie noch auf dem Vorgängeralbum „The Devil And God Are Raging Inside Me“. Man benötigt definitiv mehr Durchgänge, um diese Lieder für sich entdecken zu können. Bei manchen Stücken bleibt dies aber auch nach vielen Malen des Hörens schwierig, da der Gesang in ein Geschrei ausartet, der einfach nicht mehr klingt. Trotzdem ganz bestimmt kein schlechtes Album. Acht Punkte.

Anspieltipps: Bed, At The Bottom, You Stole, Daisy, Noro



Montag, 10. April 2017

Chester – Stop For Nothing




Chester – Stop For Nothing


Besetzung:

Dan Enderer – drums, percussion, programming, bax
Frederic Latz –guitars, keys, bax
Jörg Didolff – bass, piano, guitar, keys, bax
Olaf Didolff – vox, guitars, glockenspiel, vibraphone, keys, programming, bax


Label: Day-Glo-Records


Erscheinungsdatum: 2000


Stil: Pop, Rock


Trackliste:

1. Polite (3:50)
2. X-Change Rate (3:53)
3. Light In The City (4:41)
4. Feeling Is Believing (5:55)
5. Fine Day In The Sun (4:08)
6. Tenacity (5:37)
7. Your Groove (4:58)
8. Haven't Been Here (3:40)
9. Meet Again (3:43)
10. Something's Gotta Change (3:29)
11. Error Of My Ways (4:51)
12. Stereo (4:37)

Gesamtspieldauer: 53:27




„Chester“ war eine Band aus Köln, bestehend aus vier Musikern, die im Jahr 2000 ihr wohl einziges Album mit dem Titel „Stop For Nothing“ auf dem Label Day-Glo-Records veröffentlichte. Liest man etwas über die Band nach, so erfährt man, dass diese um die Jahrtausendwende am Durchstarten war, die vier Musiker hatten ihren Wohnsitz sogar von Köln nach London verlegt, um dort öfters in den Clubs spielen zu können. Nach der Veröffentlichung von „Stop For Nothing“ verliert sich allerdings die Spur der Band im Internet. Sänger, Gitarrist und Songschreiber Olaf Didolff ist allerdings immer noch als Komponist tätig, in verschiedenen musikalischen Acts involviert und betreibt eine Agentur in Köln.

Auf „Stop For Nothing“ bekommt man poppigen Rock beziehungsweise rockigen Pop zu hören, ganz wie man das sehen möchte. Die Musik ist auf jeden Fall im Mainstream angesiedelt und damit logischerweise nicht zu kompliziert angelegt. Das wiederum bedeutet auch, dass die einzelnen Stücke des Albums durchaus ins Ohr gehen, auch bereits beim ersten Mal des Hörens. Gar nicht schlecht gemacht also.

Warum es mit der Karriere nicht weiter klappte, kann ganz unterschiedliche Gründe haben. An der Musik selbst wird es nicht gelegen haben, denn die lässt sich gut anhören. Allerdings und jetzt kommt dieses „Aber“, viel bleibt noch nicht hängen von „Stop For Nothing“. Das ist alles noch zu konventionell und dabei auch ein klein wenig oberflächlich. Jedoch war es eben die erste Scheibe der Band, viel Zeit sich zu entwickeln hatte sie nicht. Wer weiß schon, was da noch so alles gekommen wäre…

Fazit: Wer Mainstream Pop und Mainstream Rock mag, die oder der wird „Stop For Nothing“ von Chester klasse finden. Die Musik der vier Kölner ist eingängig und melodiös, hat durchaus was, wenn sie auch nicht besonders innovativ oder außergewöhnlich ist. Trotzdem schade, dass es solche Bands nicht schaffen und stattdessen irgendwelche unbekannten deutschen Superstars die Hitparaden dominieren. Sieben Punkte.

Anspieltipps: X-Change Rate, Tenacity



(Kein Video verfügbar)

Sonntag, 9. April 2017

Mila Mar – Nova




Mila Mar – Nova


Besetzung:

Anke Hachfeld – vocals, percussion
Katrin Beischer – violin, flute, percussion
Maaf Kirchner – synthesizer, samples, percussion
Søan Meyer – percussion, vocals


Label: Strange Ways Records


Erscheinungsdatum: 1999


Stil: Weltmusik, Alternative Folk, Pop, Rock


Trackliste:

1. Nova (6:36)
2. Djanga (4:50)
3. H'm Ba (6:10)
4. Seratia (5:34)
5. Mila (4:22)
6. Tha (6:16)
7. Merdina (4:19)
8. Paya (11:02)

Gesamtspieldauer: 49:11




Mila Mar war eine deutsche Band, die in den Jahren 1997 bis 2003 insgesamt vier Studioalben veröffentlichte. „Nova“ ist die zweite Platte in dieser Reihe und erschien im Jahr 1999 auf dem Musiklabel Strange Ways Records. Das besondere an der Band war, dass die Sängerin Anke Hachfeld ihre Texte in einer Phantasiesprache einsang.

Die Musik von Mila Mar klingt zunächst hauptsächlich nach Orient und 1001 Nacht. Dabei sind die einzelnen Stücke auf „Nova“ durchaus etwas in den Okzident, also Europa gerückt worden. Denn trotz allem orientalischen Hauch, sind die einzelnen Stücke alle melodiös gehalten. Speziell ist das alles allerdings trotzdem. Und das liegt nicht am unverständlichen Gesang, denn der könnte auch arabisch sein, womit man genau so viel verstehen würde – nämlich gar nichts. Es sind diese doch hier, in unseren Breiten und Längen, nicht ganz gewohnten Melodiebögen, die diese Musik wahrlich besonders werden lassen.

Zum „Nebenbeihören“ sind die Lieder von Mila Mar definitiv nicht gemacht. Anke Hachfeld singt im Alt, landet bei anderen Titeln im Sopran. Wenn auch sehr an orientalischer Musik angelehnt, so ist „Nova“ doch auch eine kleine musikalische Weltreise. Zum einen hört man hier auch Rhythmen und Melodien, die eher aus Afrika zu stammen scheinen, wie beim Titel „H’m Ba“. Wohingegen es dann beim Titel „Mila“ sogar ein wenig indisch klingt, wodurch sich die Musik auf „Nova“ nun schon eher mit Weltmusik umschreiben lässt. Dies wird auch dadurch bestätigt, dass man im letzten Lied des Albums „Paya“ glaubt, zu Beginn sogar ein wenig Irish Folk heraushören zu können.

„Seratia“ wiederum klingt wie die musikalische Untermalung einer Traumsequenz, hier hört man weder afrikanische noch arabische Einflüsse. Genauso wenig hört man diese bei „Merdina“. Hier bewegen sich Mila Mar nun sogar ganz leicht im Bereich der klassischen Musik, was auch durch den Sopran-Gesang der Anke Hachfeld Ausdruck findet. Dies trägt natürlich alles zur Vielfalt auf „Nova“ bei, wobei es immer schwieriger wird, die Musik von Mila Mar gut zu umschreiben – über zu wenig Abwechslung kann hier wahrlich niemand klagen. Das letzte Stück des Albums, „Paya“, ist übrigens keine elf Minuten lang. Nach knapp sechs Minuten ist Schluss, dann kommt lange nichts und ganz am Ende eine Art Klangkollage, die allerdings auch nicht weiter hörenswert ist. Auch so schafft man es natürlich, die Spieldauer eines Albums zu verlängern.

Fazit: Mal ganz andere Musik, als jene, die man sonst so häufig hört, wird einem von Mila Mar geboten. Auf „Nova“ unternimmt man eine kleine musikalische Reise um die Welt und der Gesang der Anke Hachfeld, der völlig sinnfrei ist, da er einer Phantasiesprache entspringt, dient nur zur Untermalung und Unterstützung der Musik, nicht zur Erklärung. Dabei gehen die Lieder die Scheibe gut ins Ohr, mit jedem weiteren Durchgang sogar noch ein wenig besser. Schon irgendwie beeindruckend. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Seratia, Merdina, Paya



Samstag, 8. April 2017

Axel Rudi Pell – The Masquerade Ball




Axel Rudi Pell – The Masquerade Ball


Besetzung:

Axel Rudi Pell – electric guitar
Johnny Gioeli – vocals
Ferdy Doernberg – keyboards
Volker Krawczak – bass
Mike Terrana – drums


Label: SPV / Steamhammer


Erscheinungsdatum: 2000


Stil: Heavy Metal


Trackliste:

1. The Arrival (Intro) (1:30)
2. Earls Of Black (6:04)
3. Voodoo Nights (5:32)
4. Night And Rain (8:06)
5. The Masquerade Ball (10:42)
6. Tear Down The Walls (5:40)
7. The Line (7:40)
8. Hot Wheels (4:55)
9. The Temple Of The Holy (7:42)
10. July Morning (9:58)

Gesamtspieldauer: 1:07:53




„The Masquerade Ball“ ist das achte Studioalbum des deutschen Heavy Metal Gitarristen Axel Rudi Pell aus Wattenscheid. Im Jahr 2000 wurde die Platte auf dem Label SPV veröffentlicht, gleichzeitig ist auf der Scheibe zum ersten Mal Mike Terrana am Schlagzeug zu hören. Egal ob man als Hörerin beziehungsweise Hörer mehr den harten Rock hören möchte oder sich doch eher von den sanften Balladen angezogen fühlt, als Heavy Metal Fan bekommt man hier beides sehr ausführlich geboten.

Schnelle und sehr melodische Riffs sind das Markenzeichen des Axel Rudi Pell, die er auch auf „The Masquerade Ball“ zum Besten gibt. Überhaupt steht bei der durchaus vorhandenen Härte immer wieder auch die Melodie im Zentrum eines Liedes. Das klingt schon alles sehr eingängig, was der Gitarrist hier mit seinen Mitstreitern auf Platte gepresst hat. Johnny Gioeli ist dabei ein sehr gute Heavy Metal Sänger und wenn man dieses Genre mag, dann wird man dies sicher zu schätzen wissen. Und auch die restlichen Musiker verstehen ihr Handwerk, was das musikalische Erlebnis noch runder werden lässt.

Die Platte setzt sich aus sanften Balladen und ordentlichen „Krachern“ zusammen, bei denen man einmal mehr die Fön-Frisur ordentlich durchschütteln kann. Dazu gesellt sich am Ende noch eine wirklich gelungene Cover-Version des Uriah Heep Klassikers „July Morning“. Am überzeugendsten klingt allerdings das über zehnminütige Titellied „The Masquerade Ball“. In diesem Stück hört man irgendwie das gesamte Album komprimiert. Schnelle Riffs, sphärische Gitarrenklänge, balladeske Abschnitte und harten Heavy Metal. Dazu gesellen sich hier noch jede Menge Streicher, was den Sound noch intensiver und auch melodiöser werden lässt.

Fazit: Ein überzeugendes Album ist Axel Rudi Pell zusammen mit seiner Band in Form von „The Masquerade Ball“ geglückt. Langsame und schnelle Parts halten sich in etwa die Waage, alles ist sehr melodiös und eingängig gehalten. Diese Art der Musik, wie sie Axel Rudi Pell zelebriert, haut mich nicht aus den Socken, anzuerkennen ist allerdings, dass die Lieder reif wirken und eben gut klingen. Für Heavy Metal Fans ist diese Scheibe allerdings sicherlich eine Bereicherung der Musiksammlung. Acht Punkte.

Anspieltipps: The Masquerade Ball



Freitag, 7. April 2017

Various Artists – Ming – Extérieur Remix




Various Artists – Ming – Extérieur Remix


Label: Doxa Records


Erscheinungsdatum: 2002


Stil: Synthie Pop, Minimal Pop


Trackliste:

CD1:

1. La Ballade De Johnny Guitar [Léo De Léonard] (4:24)
2. Chanson De La Plus Haute Tour (Treibstoff Remix) [Marcel Janovsky] (6:30)
3. Liebe ist kälter als der Tod [Hans Platzgumer] (4:18)
4. Il Continente Mentale [Rework] (5:27)
5. Sentir Et Analyser [Barbara Morgenstern] (3:34)
6. Une Certaine Beauté Urbaine [Ruth And Richard] (5:26)
7. Cholestérol [Philip May] (4:52)
8. No No No [Turner] (4:22)
9. Chanson De La Plus Haute Tour [Christophe Belleau] (5:14)
10. Il Continente Mentale [Pitchtuner] (3:41)


CD2:

1. Liebe ist kälter als der Tod [Missing Person] (4:08)
2. Il Continente Mentale (Electronico Mix) [D-Board Sunwave] (4:29)
3. Liebe ist kälter als der Tod (Berlin Outaspace Mix) [Nikita Mori] (3:51)
4. Il Continente Mentale (Ming Modulation) [Dex Turner] (5:13)
5. Liebe ist kälter als der Tod [Biotrull feat. Molina Ghosh] (4:20)
6. Il Continente Mentale (A New Song Mix) [Caprimat] (3:04)

Gesamtspieldauer CD1 (47:52) und CD2 (25:07): 1:13:00




Ming, das ist ein Duo aus Brüssel, Belgien, welches wohl Spaß daran hat, Musik auf einem kleinen Casio-Computer einzuspielen und dann zu veröffentlichen. Anscheinend gibt es für alles Käuferschichten. Wenn das nicht noch schlimm genug wäre, so hat sich die Plattenfirma Doxa einfallen lassen, diese Lieder noch durch andere Künstler desselben musikalischen Genres remixen zu lassen.

Und damit immer noch nicht genug, denn „Extérieur Remix“, welches im Jahr 2002 auf eben diesen Doxa Records erschien, ist sogar ein Doppelalbum geworden. Auf der zweiten Scheibe hört man hier schließlich auch noch die Remixe von Nachwuchs DJ’s, die ihre Versionen der Songs einschicken durften und sechs davon wurden hier schließlich ausgewählt und mitveröffentlicht.

Das, was man auf diesem Album zu hören bekommt ist definitiv für einen Freund der Rock Musik nicht mehr auszuhalten. Wahnsinn ist das schlecht und wie künstlich und billig das klingt. Aber ist es das auch alles? Künstlich auf jeden Fall, aber schlecht und billig? Ich kann es wahrscheinlich gar nicht richtig beurteilen, da diese Musik absolut nicht meine Baustelle ist und mich tierisch nervt. Ich entschuldige mich gerne bei allen, denen das gefällt, aber da spricht mich persönlich sogar Deutscher Schlager noch sehr viel mehr an, als diese Sounds.

Fazit: Wer auf minimalistischen Synthie Pop steht, der kann sich das hier mal reinziehen, für alle anderen wohl eher nicht geeignet. Ansonsten fehlen mir die Worte. Ein Punkt.

Anspieltipps: Alles



Donnerstag, 6. April 2017

Aereogramme – Seclusion




Aereogramme – Seclusion


Besetzung:

Craig B – voice, guitar
Iain Cook – guitar, programming
Campbell McNeil – bass
Martin Scott – drums


Gastmusiker:

Lynsey Joss – additional vocals on “The Unravelling”


Label: Sonic Unyon


Erscheinungsdatum: 2004


Stil: Alternative Rock


Trackliste:

1. Inkwell (3:55)
2. Dreams And Bridges (4:40)
3. The Unravelling (10:58)
4. I Don't Need Your Love (4:03)
5. Lightning Strikes The Postman (3:29)
6. Alternate Score (4:53)

Gesamtspieldauer: 32:01


7.Videotrack: Seclusion (Dreams & Bridges Version)
8.Videotrack: Seclusion (Alternate Score Version)




„Seclusion“ heißt das dritte Studioalbum der schottischen Band Aereogramme. In manchen Verzeichnissen wird diese Scheibe auch als EP geführt, was bei einer Gesamtspielzeit von knapp über 32 Minuten auch durchaus seine Berechtigung hätte. Auf „Seclusion“ hört man diesen, für Aereogramme so typischen Alternative Rock, der ganz von der überaus zerbrechlich klingenden Stimme des Craig B getragen wird. Dazu gesellen sich die mal sanfteren, dann wieder die sehr harten Momente in der Musik von Aereogramme. Dies alles ergibt ein nicht häufig zu hörendes Gesamterlebnis.

Denn die Musik der Schotten klingt immer irgendwie besonders. Da mag zum einen auch daran liegen, dass die vier Musiker das Gespür für die packende Melodie besitzen, denn Vieles in der Musik von Aereogramme geht sehr schnell ins Ohr. Spielerisch gehen sie dabei mit den sanfteren und den fordernden Tönen um, verbinden diese auf eine ganz elegante Art und Weise, sodass die Nummern einfach klingen, immer wieder überraschend sind und sich weit über den Mainstream erheben.

Ein kleiner Nachteil ist der hier zwar selten auftretende, jedoch auch vorhandene Gesang, der in ein riesiges, nervtötendes Geschrei ausartet. Der zweite Titel des Albums, „Dreams And Bridges“ ist bis Spieldauer 3:15 ein wirklich schönes und überzeugendes Lied, entwickelt sich dann im weiteren Verlauf zu einem sehr harten Rock Lied. Dies wäre auch noch eine ganz nette Idee, jedoch der dort dann geschriene Gesang zerstört viel von dem Eindruck, den das Lied zuvor hinterlassen hat. Auch beim Hauptstück der Platte, „The Unravelling“, wird kurz gebrüllt, allerdings wirklich nur kurz, was hier sogar noch als Stilmittel durchgehen kann. Dabei entwickelt sich „The Unravelling“ zu einer phantastischen musikalischen Reise, mit Höhen und Tiefen, Windungen und Geraden. Wahrlich ein spannendes Lied, welches sich einem, mit jedem weiteren Durchgang, noch ein wenig mehr erschließt und dabei immer eingängiger und interessanter zu werden scheint.

Auf dem Album befindet sich zusätzlich noch ein kleiner medialer Teil, in dem man sich auf dem Computer eine Bildergalerie ansehen kann, in der die Bandmitglieder nicht mehr wirklich gut aussehen. Das wiederum passt zu der noch vorhandenen Möglichkeit, sich zwei kurze Horror Filme im Quicktime Format zu den Liedern „Dreams And Bridges“ sowie „Alternate Score“ zu Gemüte führen zu können. Die beiden Filme sind identisch, nur die Musik ist eine andere. Das alles zusammen ist jedoch eher unappetitlich, als interessant oder geschweige denn schön anzusehen – allerdings versteht man nur vielleicht das Geschrei bei „Dreams And Bridges“ besser.

Fazit: Aereogramme machten „andere“ Musik. Diese klingt auch auf dem kurzen Album „Seclusion“ überaus spannend. Darüber hinaus wachsen die einzelnen Lieder, wobei sie durchaus auch schon beim ersten Mal des Hörens überzeugen können. Zwischendrin gibt es kurz mal etwas „Geschrei“, aber der ist zu Verschmerzen. Schade, dass diese Band nicht erfolgreicher war und bereits nach dem vierten Album auseinanderbrach. Elf Punkte.

Anspieltipps: The Unravelling, The Unravelling, Alternate Score



Mittwoch, 5. April 2017

Kissin' Dynamite – Money, Sex & Power




Kissin' Dynamite – Money, Sex & Power


Besetzung:

Johannes (Hannes) Braun – vocals
Ande Braun – guitar
Jim Müller – guitar
Steffen Haile – bass
Andi Schnitzer – drums


Gastmusiker:

Billy King – choir
Hardy Kerch – other and additional instruments, programing and choir
Mark Nissen – other and additional instruments, programing and choir


Label: AFM Records


Erscheinungsdatum: 2012


Stil: Heavy Metal


Trackliste:

1. Money, Sex & Power (4:38)
2. I Will Be King (4:11)
3. Operation Supernova (3:51)
4. Sex Is War (3:51)
5. Club 27 (4:34)
6. Dinosaurs Are Still Alive (4:08)
7. She's A Killer (3:50)
8. Sleaze Deluxe (3:08)
9. Ego-Shooter (4:00)
10. Six Feet Under (3:45)

Gesamtspieldauer: 39:59




Kissin’ Dynamite ist eine deutsche Heavy Metal Band aus Baden-Württemberg, die sich im Jahr 2006 gegründet hat und aus insgesamt fünf festen Bandmitgliedern besteht. „Money, Sex & Power“ wurde 2012 auf dem Label AFM Records veröffentlicht und stellt gleichzeitig das dritte Studioalbum von Kissin’ Dynamite dar.

Auf der Scheibe gibt ziemlich kompromisslosen Heavy Metal zu hören. Hart ist die Musik auf der Scheibe, was das Herz der Heavy Metal Fans sicher höher schlagen lassen dürfte. Ein einmal eingeschlagenes Tempo wird stur vom ersten bis zum letzten Takt durchgezogen, allzu viele Variationen gibt es da nicht. Auch scheint es ein Bestreben der Band zu sein, dass die Fans ihre Refrains mitsingen können, denn genauso sind diese angelegt. Besonders deutlich wird dies bei den Nummern „Sex Is War“ oder „Club 27“.

Die Lieder gehen dabei durchaus ins Ohr und auch die Headbanging Fraktion schafft es hier sehr gut das Haupthaar ordentlich durchzuschütteln. Steht man allerdings nicht ganz so auf Heavy Metal besteht etwas die Gefahr, dass die Lieder schnell langweilig werden – zumindest in ihrer Gesamtheit gesehen. Diese ähneln sich schon sehr, was wohl auch mit auf den Rhythmus und das Tempo der jeweiligen Lieder zurückzuführen ist. Einzige Ausnahme stellt dabei die letzte Nummer des Albums dar. „Six Feet Under“ klingt anders als der Rest. Etwas ruhiger, noch ein wenig melodiöser und sehr eingängig. Headbanging funktioniert hier nicht, dafür möchten die Füße unbedingt mitwippen. Ein bis zwei weiterer solcher Auflockerungen hätten der Platte vielleicht gar nicht schlecht gestan.

Fazit: Kissin’ Dynamite machen Musik für Heavy Metal Fans. Und genau diesen Heavy Metal präsentieren sie auf ihrem dritten Album „Money, Sex & Power“ absolut kompromisslos. Für Musik-Freunde, die in diesem Genre nicht so verwurzelt sind, könnte die Scheibe ein wenig langweilig klingen, da die Lieder schon alle sehr ähnlich aufgebaut sind. Allerdings bleibt das letztendlich alles Geschmackssache. Sicherlich kein schlechtes Album. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Club 27, Six Feet Under



Dienstag, 4. April 2017

Beady Eye – Different Gear, Still Speeding




Beady Eye – Different Gear, Still Speeding


Besetzung:

Liam Gallagher – vocals
Gem Archer – lead guitar
Andy Bell – rhythm guitar, bass
Chris Sharrock – drums


Gastmusiker:

Victoria Akintola – backing vocals on "Bring The Light" and "Kill Sor A Dream"
Nomvula Malinga – backing vocals on "Bring The Light" and "Kill Sor A Dream"


Label: Beady Eye Records


Erscheinungsdatum: 2011


Stil: Rock, Pop


Trackliste:

1. Four Letter Word (4:17)
2. Millionaire (3:19)
3. The Roller (3:34)
4. Beatles And Stones (2:56)
5. Wind Up Dream (3:27)
6. Bring The Light (3:39)
7. For Anyone (2:15)
8. Kill For A Dream (4:39)
9. Standing On The Edge Of The Noise (2:52)
10. Wigwam (6:39)
11. Three Ring Circus (3:09)
12. The Beat Goes On (4:45)
13. The Morning Son (6:03)

Gesamtspieldauer: 51:49




„Different Gear, Still Speeding“ heißt das Debut-Album der englischen Rock Band Beady Eye. Veröffentlicht wurde es am 28. Februar des Jahres 2011 auf dem eigenen Label Beady Eye Music. Liam Gallagher wollte es noch einmal wissen, nachdem Oasis zerbrochen war und er sich endgültig mit seinem Bruder Noel zerstritten hatte. Doch Noel Gallagher war eben für die ganzen Hits von Oasis zuständig, wohingegen Liam erst auf den späteren Platten überhaupt als Songschreiber in Erscheinung trat. Konnte das gut gehen? Nun, aber Beady Eye ist eben nicht nur Liam Gallagher, sondern auch die anderen Musiker von Oasis, nämlich Gem Archer, Andy Bell sowie Chris Sharrock, haben sich hier mit eingefunden. Und auch alle Lieder sind eine Gemeinschaftskomposition von Liam Gallagher, Gem Archer und Andy Bell.

So legt man „Different Gear, Still Speeding“ auf, hört gespannt zu und man kann nicht verleugnen, dass diese Scheibe von Beady Eye nach Oasis klingt. Das wiederum liegt nicht nur am Gesang des Liam Gallagher, der dafür allerdings natürlich trotzdem eine große Rolle spielt. Doch, Beady Eye klingen wie Oasis, zumindest sehr ähnlich. Allerdings reicht diese Band nicht an die ursprüngliche Band heran, was schlicht und ergreifend an den einzelnen Liedern liegt, welche man auf „Different Gear, Still Speeding“ zu hören bekommt. Die einzelnen Nummern haben nämlich leider nicht ganz die Qualität derer von Oasis.

Beim Hören von „Different Gear, Still Speeding“ kommt man gar nicht umhin, Vergleiche zu ziehen und dabei fällt Beady Eye eben etwas ab. Es fehlen die begeisternden Titel, die mitreißen. Zwar gibt es auch auf dieser ersten Platte von Beady Eye keine Musik zum Weglaufen und es klingt sogar alles „ganz nett“, jedoch war es das leider auch schon. Die Musik der Band läuft so durch, klingt gut, jedoch ohne jegliche Nachhaltigkeit. Wirkt mitunter austauschbar und selbst nach sehr vielen Durchlaufen haben sich die einzelnen Nummern noch nicht festgesetzt. Diese Mischung aus Pop und Rock, die immer wieder an den Brit Pop der 90er Jahre und zum Teil auch an die Beatles erinnert unterhält zwar, jedoch nur für den Moment. Es scheint fast so, als ob Noel Gallagher doch der wichtige Teil von Oasis gewesen wäre.

Fazit: Ganz nette, jedoch nicht sehr beeindruckende Musik gibt es auf „Different Gear, Still Speeding“ von Beady Eye zu hören. Jedes Lied auf der Scheibe klingt sofort beim ersten Mal des Hörens, geht anschließend allerdings gleich wieder unter. Und so hört man diese Platte mehrere Male zum ersten Mal – gibt es sicherlich auch nicht so oft. Wenn man gemein wäre, könnte man das Ganze auch mit belanglos umschreiben, etwas netter ausgedrückt heißt das dann wohl Durchschnitt. Acht Punkte.

Anspieltipps: Kill For A Dream



Montag, 3. April 2017

Brandl Schmitt & Band – Polarbears Don’t Cry




Brandl Schmitt & Band – Polarbears Don’t Cry


Besetzung:

Klaus Brandl – Gesang, Akustische Gitarre, Dobro
Chris Schmitt – Harp
Helmer Körber – Fender Bass
Jürgen Klingenberg – Schlagzeug


Label: Gostenhof Basement Tapes


Erscheinungsdatum: 1993


Stil: Rhythm & Blues, Blues Rock


Trackliste:

1. Visions Of A. (1:32)
2. Great Western Blues (4:22)
3. Brother Gedon (1:43)
4. Time Will Tell (2:51)
5. Backdoor Boogie (2:31)
6. Waiting For A Plane (3:53)
7. Il Numero Di Treno (1:52)
8. When My Train Left Your Station (3:34)
9. Greetings From Berlin (5:06)
10. It's Not The Pale Moon (3:24)
11. Coffee & Cigarettes (4:29)
12. Polarbears Don't Cry (1:54)
13. Stay With Me, Baby (3:44)
14. Do You Really Want Me? (3:02)
15. The Very Last Steam Engine Train (2:38)
16. You Can't (4:09)
17. Visions Of A. (1:29)

Gesamtspieldauer: 52:21




Im Booklet zu dieser Scheibe ist nachzulesen, dass die Aufnahmen für dieses Album am 13. und 14. Februar 1993 in Nürnberg entstanden, als die einzelnen Lieder live vor Publikum eingespielt wurden. Dabei wird sich auch beim Publikum für die tatkräftige Unterstützung bedankt. Wer jetzt allerdings ein Live-Album erwartet, wird sicherlich überrascht sein, denn klatschendes Publikum ist zu Beginn beim Stück „When My Train Left Your Station“ zu hören, sonst jedoch überraschenderweise nicht mehr. Beim eben genannten Lied fehlt dies auch am Ende, da es seltsamerweise im Solo ausgeblendet wird. Aber es geht noch schlimmer. „Coffee & Cigarettes“ wird mittendrin ausgeblendet und dann, nach wenigen Sekunden der Stille, wieder eingeblendet. Wer auf solche Ideen kommt hat definitiv ein völlig anderes Musikverständnis als ich.

Auf „Polarbears Don’t Cry“ hört man sanften und akustischen Blues Rock, bei dem Chris Schmitts Mundharmonika immer wieder einen Auftritt hat. Alles wirkt sehr getragen, melancholisch und sehnsüchtig, sicherlich nicht ganz überraschend bei Blues Musik. Leider klingen die einzelnen Stücke jedoch auch nicht besonders interessant oder spannend. Ich habe keine Ahnung, ob das an meinem fehlenden Blues-Feeling liegt, jedoch scheint eine entsprechende innere Stimmung ganz vorteilhaft zu sein, um in dieser so traurig-tristen Musik aufgehen zu können.

Hier Höhepunkte herauszusuchen ist einigermaßen schwierig, da sich die Lieder im Stil durchaus gleichen und ähnlich sind. So vermute ich, werden einem so gut wie alle Titel gefallen, wenn man diese Art der Musik mag, man wird alle Titel lieben – außer vielleicht, dass diese aus- und eingeblendet werden an Stellen, an denen das im Grunde genommen aus musikalischer Sicht verboten sein sollte. Oder aber man kommt sowieso in Schwierigkeiten mit dieser Musik und versucht krampfhaft ein Lied zu finden, was einem besser zusagt, was in den eigenen Ohren gelungener klingt. Für mich wäre dies das bereits erwähnte „When My Train Left Your Station“, warum diese Nummer allerdings ausgeblendet wird? Irgendwie ist das musikalischer Frevel.

Fazit: Absolut nicht meine Musik dieser Blues Rock, den es auf „Polarbears Don’t Cry“ zu hören gibt. Alles was ich hier schreibe ist natürlich sehr subjektiv und nie objektiv. Ich genieße Musik, weil sie mir zusagt oder höre sie weniger bis gar nicht, wenn dies eben nicht der Fall ist. Dieses Album packt mich nicht und wenn dann auch noch Stücke ein- und ausgeblendet werden, dann schreckt das sogar irgendwie ab. Drei Punkte.

Anspieltipps: When My Train Left Your Station, You Can't



Sonntag, 2. April 2017

Fury In The Slaughterhouse – Acoustic Grand Cru Classé




Fury In The Slaughterhouse – Acoustic Grand Cru Classé


Besetzung (ohne Instrumentenangabe):

Gero Drnek
Christian Decker
Thorsten Wingenfelder
Rainer Schumann
Christof Stein
Kai Wingenfelder


Label: SPV


Erscheinungsdatum: 2005


Stil: Independent Rock (akustisch)


Trackliste:

CD1:

1. Every Generation Got Its Own Disease (5:47)
2. Afternoon In The Cemetery (4:13)
3. Bar des boulistes (2:47)
4. Candle In Your Window (3:58)
5. Fly, Sadness Fly (6:13)
6. Rainy April Day (3:33)
7. Killing Fountains (3:55)
8. Trapped Today, Trapped Tomorrow (3:47)
9. Eleonore (3:27)
10. Out On The Weekend (4:35)
11. Down There (4:12)
12. Hello And Goodbye (3:30)
13. Time To Wonder (4:11)


CD:2

1. Cry It Out (3:22)
2. Dancing In The Sunshine Of The Dark (3:39)
3. Around My World In 80 Days (3:24)
4. Welcome To The Other World (4:10)
5. Nada Es (4:20)
6. Pure Love (3:49)
7. Goodbye So Long (4:54)
8. When I'm Dead And Gone (3:56)
9. Won't Forget These Days (4:43)
10. Reprise (2:58)

Gesamtspieldauer CD1 (54:14) und CD2 (39:19): 1:33:33




Im Jahr 2005 veröffentlichten Fury In The Slaughterhouse ein rein mit akustischen Instrumenten eingespieltes Doppel-Album mit dem Namen „Acoustic Grand Cru Classé“. Die Aufnahmen stammen zum größten Teil von einem Konzert am 10.12.2004 im Pavillon in Hannover. Bei ein paar Liedern hört man danach keinen Applaus, was daran liegt, dass diese einen Tag später, um die Mittagszeit, am selben Ort und mit derselben Anlage nochmals eingespielt wurden, da die Aufnahme vom Vortag nicht so klang, wie sich das die Band erhofft hatte. Das kann man alles in dem beigelegten Booklet nachlesen, genau wie den Umstand, dass sich das Fender Rhodes-Piano am Abend zum Teil verabschiedete und man die Aufnahmen mit einem nur eingeschränkt funktionstüchtigen Instrument einspielte.

Auf der ersten CD hört man eher die ruhigeren Titel, sodass diese CD den Beinamen „Rotwein-CD“ erhielt. Etwas flotter geht es dann auf der zweiten, der „Bier-CD“ zu, hier sind die Titel etwas treibender. Nun, zum einen bietet dieses Album einen schönen Überblick über das Schaffen von Fury In The Slaughterhouse, zum anderen klingt es durchaus interessant, die Lieder der Band mal in neuen Versionen zu hören. Schade ist es allerdings natürlich, dass aufgrund der schlechten Aufnahmen einige Titel ausgeblendet werden, was den „Live“-Charakter des Albums an manchen Stellen durchaus etwas zerstört, denn Publikum ist dann natürlich gar nicht mehr zu hören.

Für meine Ohren deutlich besser gelungen ist die erste, die „Rotwein-CD“. Irgendwie schaffen es die sanfteren Balladen in diesen Versionen noch mehr zu überzeugen. Auch würde ich diese Platte nicht zum Einstieg in die Musik von Fury In The Slaughterhouse empfehlen, dafür klingt das Ganze dann doch etwas zu unterschiedlich zu den Studio-Versionen der Lieder. Im Großen und Ganzen scheint mir dieses Album somit eher eines für die Fans zu sein, die diese Live-Tour 2004 miterlebt haben und die hier in alten Erinnerungen schwelgen können.

Fazit: Lediglich mit akustischen Instrumenten eingespielten, eingängigen Independent Rock gibt es auf „Acoustic Grand Cru Classé“ zu hören. Ins Ohr geht da jede Menge und es macht Spaß hier zuzuhören, wenn man auf weichen, von der Akustik-Gitarre dominierten Rock steht. Ein wenig Schade ist es, dass der Live-Charakter des Albums nicht immer deutlich wird. Ansonsten überzeugt das Gehörte auf „Acoustic Grand Cru Classé“ schon. Neun Punkte.

Anspieltipps: Afternoon In The Cemetery, Down There, Won't Forget These Days



Samstag, 1. April 2017

The Pineapple Thief – Someone Here Is Missing




The Pineapple Thief – Someone Here Is Missing


Besetzung:

Bruce Soord – guitars, vocals and programming
Jon Sykes – electric and acoustic bass guitars, backing vocals
Steve Kitch – keyboards
Keith Harrison – drums and backing vocals


Label: Kscope


Erscheinungsdatum: 2010


Stil: Art Rock, Alternative Rock, Progressive Rock


Trackliste:

1. Nothing At Best (4:08)
2. Wake Up The Dead (4:23)
3. The State We’re In (3:18)
4. Preparation For Meltdown (7:27)
5. Barely Breathing (3:44)
6. Show A Little Love (3:59)
7. Someone Here Is Missing (3:52)
8. 3000 Days (6:09)
9. So We Row (8:16)

Gesamtspieldauer: 45:20




„Someone Here Is Missing“ heißt das achte Studioalbum der englischen Band The Pineapple Thief. Veröffentlicht wurde das Album im Mai des Jahres 2010 auf dem Musiklabel Kscope. Das Cover entstammt dabei den Storm Studios, den künstlerischen Studios des Storm Thorgerson, der wohl am meisten durch seine Cover der Platten von Pink Floyd und Led Zeppelin bekannt wurde.

Ein wenig klingt die Musik des Bruce Soord alias The Pineapple Thief auf „Someone Here Is Missing“ anders, als auf den bisherigen Platten der Band. Mitunter werden die einzelnen Titel mittels eines Synthesizerlaufs eingeleitet, der fast schon an Synthie Pop erinnert. Das sind allerdings nur Einleitungen beziehungsweise mal kurze Phasen in den Titeln, ansonsten hört man auch die E-Gitarre wieder verstärkt auf „Someone Here Is Missing“. Und auch wenn die Atmosphäre – wie immer bei einem The Pineapple Thief Album – eine eher melancholische bis traurige ist, so gebiert sich „Someone Here Is Missing“ doch sogar ein wenig rockiger, als so manch andere Scheibe der Band. Stellvertretend dafür sei das Lied „Preparation For Meltdown“, in dem die vier Musiker alles rauslassen, erwähnt, ohne dabei jedoch so hart wie die Kollegen von Porcupine Tree zu klingen. In diesem Titel vereinigen The Pineapple Thief das Warme, das Fordernde, das Experimentelle und das Melodiöse. Ein sehr überzeugendes Lied und mit einer der Höhepunkte auf „Someone Here Is Missing“.

Dieser eine, absolute Höhepunkt soll allerdings erst noch kommen. Ganz am Ende des Albums. „So We Row“ heißt dieser und ist eine Nummer, die sowohl ins Ohr wie auch in die Beine geht. Pineapple Thief haben hier Rhythmus und Eingängigkeit vereint, als ob diese immer und noch nebeneinander existieren könnten. Allerdings – und das darf hier auch nicht unerwähnt bleiben – bei aller Melodiösität, man benötigt mehrere Durchgänge der Scheibe insgesamt, um diese auch richtig entdecken zu können. Anders, als bei anderen Platten von The Pineapple Thief, bedarf es hier mehrerer Durchläufe, um sich richtig begeistern zu lassen. Dies gilt allerdings ausdrücklich nicht für das letzte Lied, „So We Row“, dieses entfaltet seine Faszination deutlich schneller.

Fazit: „Someone Here Is Missing“ ist ein Album geworden, welches zwischen den Extremen hin und her pendelt. Da hört man ganz kurzzeitig Synthesizer-Linien, die so auch auf der Tanzfläche hätten gestartet werden können, dann wird es wieder rockig und schließlich mündet alles in ausgedehnten, mitunter fast hypnotischen Instrumentallandschaften. Langeweile kann man The Pineapple Thief auf „Someone Here Is Missing“ schwerlich vorwerfen. Zudem besitzt die Platte auch mehrere Höhepunkte, sodass sich das Album für Freunde des Alternative Rock, die auch einen Ansatz im Art Rock zu schätzen wissen, lohnt. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Preparation For Meltdown, So We Row



Freitag, 31. März 2017

Mazzy Star – She Hangs Brightly




Mazzy Star – She Hangs Brightly


Besetzung (Ohne Instrumentenangabe):

Peter Blegvad
William Cooper
Keith Mitchell
Anthony Moore
Paul Olguin
David Roback
Hope Sandoval


Label: Capitol Records


Erscheinungsdatum: 1990


Stil: Dream Pop, Psychedelic Rock


Trackliste:

1. Halah (3:16)
2. Blue Flower (3:35)
3. Ride It On (3:01)
4. She Hangs Brightly (6:24)
5. I'm Sailin' (3:13)
6. Give You My Lovin' (3:50)
7. Be My Angel (3:17)
8. Taste Of Blood (5:37)
9. Ghost Highway (3:28)
10. Free (3:11)
11. Before I Sleep (2:10)

Gesamtspieldauer: 41:04




„She Hangs Brightly“ heißt das Debut-Studioalbum der US-amerikanischen Band Mazzy Star. Die Platte wurde ursprünglich im Jahr 1990 auf Rough Trade Records veröffentlicht und erschien dann im selben Jahr nochmals bei Capitol Records. „Halah“, das erste Lied des Albums erschien zudem als Single und kletterte immerhin bis auf Platz #19 der Billboard Alternative Songs Charts. Auf „She Hangs Brightly“ hört man den für Mazzy Star so typischen Dream Pop, der zum Teil etwas psychedelisch angehaucht ist.

Die Lieder von Mazzy Star auf „She Hangs Brightly“ klingen allesamt sehr weich. Dabei hören sie sich allerdings auch leicht unterkühlt und ein wenig psychedelisch an. Bestes Beispiel hierfür ist auch der Titeltrack „She Hangs Brightly“. Orgel, Bass und Gitarre spielen einen in völlig andere, seltsame Welten, dazu der monotone Gesang der Hope Sandoval und fertig ist ein wahrlich psychedelisches Rock-Lied. Ich finde die häufig gezogenen Vergleiche anderer Bands zu Pink Floyd meistens nicht nachvollziehbar, in diesem Falle und bei diesem Lied passt das allerdings perfekt. Dieser Titel hätte auch auf den einer der ersten beiden Salben von Pink Floyd Platz gefunden, der Rest auf dem Album allerdings sicherlich nicht.

Ansonsten wirkt die Musik von Mazzy Star auf eine ganz eigene Art und Weise. Sie bricht nie aus, ist nicht übermäßig melodiös, an manchen Stellen klingt das sogar ein wenig monoton und so sehr unterkühlt, dass man fast schon von steril sprechen muss. Unterhalten wird man allerdings von Mazzy Star auf „She Hangs Brightly“. An manchen Stellen wird die Slide Gitarre etwas überstrapaziert eingesetzt, trotzdem gibt es kein Lied, welches man überspringen sollte, denn die Musik von Mazzy Star wirkt. Das empfand auch Kurt Cobain so, denn in seiner Liste der besten 50 Alben aller Zeiten, die er im Jahr 1993 zusammenstellte, findet sich auch „She Hangs Brightly“ von Mazzy Star.

Fazit: Sanften Dream Pop mit einem kleinen Hang hin zum Psychedelic Rock bekommt man auf dem Debut Album „She Hangs Brightly“ von Mazzy Star geboten. Die Musik wirkt zart und leicht unterkühlt, geht dabei manches Mal Wege, die ein Lied nicht mehr „radiotauglich“ werden lassen und macht den Sound von Mazzy Star dabei so unverwechselbar. Hörerinnen und Hörer, die auf unaufgeregte Musik stehen, die auch mal andere Wege sucht und geht, dürften mit dieser Scheibe viel Spaß haben. Neun Punkte.

Anspieltipps: She Hangs Brightly, Be My Angel