Montag, 20. Mai 2013

Nektar – Remember The Future




Nektar – Remember The Future


Besetzung:

Allan “Taff” Freeman – keyboards, backing vocals
Roye Albrighton – guitars, lead vocals
Derek “Mo” Moore – bass, backing vocals
Ron Howden – drums, percussion, backing vocals


Label: Bellaphon / Bacillus Records


Erscheinungsdatum: 1973


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

1. Remember The Future - Part 1 (16:44)
2. Remember The Future - Part 2 (19:01)

Gesamtspieldauer: 35:44





Noch im selben Jahr, wie das live eingespielte und mit Hard Rock angefüllte Studio-Album „…Sounds Like This“, veröffentlichte Nektar gleich noch ihr viertes Album mit dem Titel „Remember The Future“. Nun, auf diesem Album stand jetzt erneut wieder der progressive Rock im Mittelpunkt des Geschehens. Zwar gibt auch auf den beiden Titeln dieser Platte noch härtere Abschnitte, allerdings sind diese deutlich rarer gesät, als noch auf dem Vorgänger-Album.

„Remember The Future“ ist ein Konzept-Album, bei dem ein Außerirdischer (Bluebird) die Erde besucht und dort Freundschaft mit einem blinden Jungen schließt. Die Konversation der beiden kann im Booklet nachgelesen werden, gleichzeitig ist dies auch der Text der beiden Parts von „Remember The Future“. Liest sich alles eine wenig naiv, ist aber wohl der damaligen Zeit und diversen Science Fiction Filmen geschuldet.

Die Musik ist jedoch längst nicht naiv zu nennen, die ist wieder richtig gut geworden. Progressiver Rock der etwas härteren Sorte, aber beileibe kein Hard Rock mehr. Hier wird melodiös gerockt, meistens auch sehr eingängig und wenn es sich sogar mal ein wenig funkig, wie am Ende von Part Two anhört, dann ist das die absolute Ausnahme.

Ein wenig eingängiger ist der erste Teil dieses Werks, das kann durchaus auch mit daran liegen, dass hier dem Keyboard mehr Raum zugebilligt wurde, während die etwas rockigere Gitarre den zweiten Teil des Albums dominiert. Alles in allem gibt es sie hier, die Eigenschaften, die eine Platte zu Musik mit progressiven Liedern werden lassen. Sanfte Parts neben den treibenden Abschnitten. Schöne Melodien neben etwas schrägeren Sounds. Rhythmik- und Taktwechsel sowie immer wieder neue Wendungen im Ablauf des Stücks. Na und auch abgefahrene Texte sind in den Werken der progressiven Musik nun wahrlich nichts Außergewöhnliches.

Ein wenig klingt das Ganze auch nach Krautrock. Kein Wunder, denn die vier Musiker lebten zur damaligen Zeit auch in Deutschland. Besonders ab etwa der Mitte des ersten Teils fühlt man sich immer wieder mal an „Solar Music“ von Grobschnitt erinnert. Und das ist noch nicht mal etwas Schlechtes.

Fazit: „Remember The Future“ macht Spaß, wenn man mit diesen Mammut-Liedern und all ihren Wendungen und Drehungen etwas anfangen kann. Die Musik ist abwechslungsreich, rockt und ist doch auch eingängig. Für alle Freunde des progressiven Rocks eine lohnende Anschaffung. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Bei nur zwei Titeln natürlich alle beide.





Sonntag, 19. Mai 2013

Mike Oldfield – Amarok




Mike Oldfield – Amarok


Besetzung:

Mike Oldfield – bowed guitar, acoustic guitar, electric guitar, 12-string guitar, classical guitar, bass guitar, acoustic bass guitar, sitar guitar, glorfindel guitar, highly string guitar, flamenco guitar, bouzouki, mandolin, ukulele, steinway piano, banjo, farfisa organ, lowrey organ, shoes, hoover, glockenspiel, marimba, bodhran, northumbrian backpipes, clay drums, triangle, tambourine, wonga box, bell tree, sticks, finger cymbals, toy dog, melodica, chairs, psaltry, spinet, jew’s harp, penny whistles, bass whistles, punch ball and club, spoon, referee’s whistle, fingernails, pan pipes, glass of water, guitar tuner, violin, door, face slap, toothbrush and teeth, vox organ, fake radio, contents of aeromodeller’s toolbox, glass, hammer and bucket, fake firework, rototom, cabasa, bongos, orchestral bass drum, timpani, not much synth at all really, kalimba, long thin metallic hanging tubes


Gastmusiker:

Janet Brown – voice of "Margaret Thatcher"
Paddy Maloney – tin whistle
Clodagh Simonds – vocals
Bridget St John – vocals
Julian Bahula – organisation of african choir and percussion


Label: Virgin Records


Erscheinungsdatum: 1990


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

1. Amarok (1:00:03)

Gesamtspieldauer: 1:00:03




Mit dem Kunstwort „Amarok“ betitelte Mike Oldfield sein inzwischen dreizehntes Studioalbum, rechnet man den Soundtrack zum Film „Killing Fields“ mit dazu. „Amarok“ ist ein sehr spezielles Album geworden. Das fällt alleine schon auf, wenn man mal die Credits zu dieser Platte unter die Lupe nimmt. Ich kenne kein Musikstück, bei dem ein einziger Musiker so viele Musikinstrumente spielt - auch wenn sich darunter solch „Instrumente“ wie „Schuhe“, „Staubsauger“, „Hundespielzeug“, „Löffel“, „Punch Ball“, „Schiedsrichterpfeife“, „Wasserglas“, Fingernägel“, „Ohrfeige“, „Tür“, „Zahnbürste und Zähne“, etc. befinden. Zudem betont Mike Oldfield in dieser Zusammenstellung, dass sich wirklich nicht viel Synthesizer auf der Platte befindet. Kaum zu glauben, aber wohl wahr.

Des Weiteren fällt auf, dass das Album „Amarok“ nur ein einziges Lied mit genau diesem Namen enthält. Es gibt keine Unterteilungen in einzelne Teile, sodass man gezwungen wird, dieses Lied durchzuhören ohne die Chance zu haben, Teile zu überspringen, die einem vielleicht nicht so zusagen. Auf der Plattenausgabe des Albums ist dieses Lied allerdings logischerweise in zwei Hälften geteilt. Überraschenderweise passen hier aber sogar jeweils dreißig Minuten auf jede LP Seite. Dabei hieß es früher immer: Sehr viel mehr als dreiundzwanzig Minuten geht nicht pro Seite.

Zur Musik des Albums. Jeder der behauptet, „Amarok“ klinge irgendwie zusammengestückelt hat natürlich zu hundert Prozent recht. Ganz genau so klingt es, wie eine Aneinanderreihung verschiedenster Themen, Stimmungen, Rhythmen, Eindrücke. Hier gibt es experimentelle Abschnitte, wunderschöne Melodien, typische Oldfield-Gitarren-Abschnitte, irische Folklore neben spanischen Klängen. Afrikanische Abschnitte, jazzige Bereiche, progressive Teile, melancholische Parts, abstruse Klanggebilde und Musik zum Dahinschmelzen. Ganz Vieles dazwischen habe ich allerdings jetzt noch weggelassen.

„Amarok“ ist so etwas von facettenreich, wie es abwechslungsreicher kaum mehr gehen kann. Und diese Abschnitte reihen sich in kurzer Folge unablässig aneinander. Somit konnte die Plattenfirma von Mike Oldfield, „Virgin Records“, hier eines überhaupt nicht machen: eine Single auskoppeln. Die Rache Mike Oldfields an seiner inzwischen verhassten Plattenfirma. Vertraglich war er allerdings noch dazu verpflichtet, dieses und das nächste Album unter „Virgin Records“ zu veröffentlichen. Das nächste Album wurde „Heaven’s Open“ und war seichter Pop, was man von „Amarok“ definitiv überhaupt nicht behaupten kann.

Die Musik ist zugegebenermaßen nicht leicht zugängig, da sie so undefinierbar aneinandergereiht wirkt. Vielen Hörern wird sich das Ganze sicherlich auch überhaupt nie erschließen, da der experimentelle Charakter unüberhörbar ist und die Musik so alles andere als eingängig werden lässt. Es lohnt sich allerdings, diesem Album mehrere Chancen einzuräumen, da es eines jener Platten darstellt, die Zeit zum Reifen benötigen. Und im vorliegenden Fall kann dieses „Reifen“ sogar sehr, sehr lange dauern. Aber wer die Zeit dazu hat …

Fazit: Nein, „Amarok“ kann man nicht so gut im Auto hören. Auf gar keinen Fall darf es die Begleitmusik eines Gesprächs darstellen. Die Gesprächsteilnehmer würden wahnsinnig werden. „Amarok“ benötigt Zeit und will sehr konzentriert erhört werden. Keine Musik für jeden Moment also, jedoch um Klassen besser, als jene Alben, die unmittelbar davor und danach von Mike Oldfield veröffentlicht wurden. „Amarok“ ist spannend und hält mit jedem weiteren Durchhören neue Überraschungen parat. Zwölf Punkte.

Anspieltipps: Nun, das eine Lied.




Samstag, 18. Mai 2013

The Stranglers – Aural Sculpture




The Stranglers – Aural Sculpture


Besetzung:

Hugh Cornwell – vocals, guitar
Jean-Jacques Burnel – bass, vocals
Jet Black – drums, percussion
Dave Greenfield – keyboards, vocals


Gastmusiker:

Jimmy Chambers – vocals, backing vocals
George Chandler – vocals, backing vocals
Carmen Franco – vocals
Tony Jackson – vocals
Paul Neiman – trombone
Paul Nieman – trombone
Paul Spong – trumpet
Tim Whitehead – saxophone


Label: EPIC Records


Erscheinungsdatum: 1984


Stil: Pop, New Wave


Trackliste:

1. Ice Queen (4:02)
2. Skin Deep (3:53)
3. Let Me Down Easy (4:11)
4. No Mercy (3:38)
5. North Winds Blowing (4:03)
6. Uptown (2:57)
7. Punch & Judy (3:47)
8. Spain (4:13)
9. Laughing (4:12)
10. Souls (2:42)
11. Mad Hatter (4:00)


Bonus Tracks:

12. Here & There (4:21)
13. In One Door (2:55)
14. Head On The Line (3:08)
15. Achilles Heel (2:55)
16. Hot Club (Riot Mix) (3:04)
17. Place de Victoires (Instrumental) (4:10)
18. Vladimir And The Beast (Part 3) (3:53)
19. Vladimir Goes To Havana (5:28)

Gesamtspieldauer: 1:11:32




„Aural Sculpture“ heißt das 1984 erschienene achte Studioalbum der britischen Band The Stranglers. Erneut auf „Epic Records“ erschienen stellt es eine konsequente Fortführung des mit „Feline“ eingeschlagenen Weges dar. Auch auf „Aural Sculpture“ gibt es wieder New Wave zu hören, leider auch wieder mit diesem doch störenden elektronischen Drum Sound – obwohl, wahrscheinlich gehört gerade dieser Sound zum Genre „New Wave“ dazu. Ansonsten sind die Lieder hier sogar noch ein wenig mehr gelungen, als auf dem Vorgängeralbum. Dies trifft zumindest für die erste Hälfte des Albums zu, welche durchaus überzeugen kann.

Schöne und eingängige Melodien gibt es da im Gewand des New Waves zu hören. Das gilt für den ersten Track „Ice Queen“, noch ein wenig mehr für „Skin Deep“, dem nächsten Titel des Albums. Und auch „Let Me Down Easy“ und der Hit der Platte „No Mercy“ gehen ziemlich schnell ins Ohr und besitzen diesen bestimmten Wiedererkennungswert.

Sogar noch ein wenig besser wird es mit „North Winds Blowing“, da dieser Song sogar ein bisschen untypisch für das Album ist. Zwar ebenfalls dem Genre „New Wave“ zurechenbar, kommen hier auch akustische Instrumente zum Einsatz, die die melodiöse Nummer noch aufwerten. Auch „Uptown“ ist erneut eingängig und dabei etwas flotter als der Vorgänger.

Der Rest der Platte plätschert dann so ein wenig vor sich hin. Schlecht ist das nicht, was man dort zu hören bekommt, es reißt einen allerdings auch nicht mehr aus den Sitzen. Ganz nett, ohne Nachhaltigkeit. Eine ganze Menge Bonus-Tracks wurde der remasterten Fassung des Albums hinzugemixt. Das ist natürlich eine schöne Geschichte, auch wenn diese Lieder ebenfalls nicht die Qualität der Songs zu Beginn des Albums erreichen. Aber es sind durchaus ganz nette Zugaben, da will und sollte man sich nicht beschweren.

Fazit: Das Album ist zweigeteilt, besitzt einen tollen Start und einen nicht mehr überzeugenden zweiten Teil. Wer New Wave Musik der 80er Jahre mag, der wird hier allerdings bestens bedient. Dazu gibt es jede Menge Zugaben und man bekommt so relativ viel Musik für im Moment nur kleines Geld. Neun Punkte.

Anspieltipps: Ice Queen, Skin Deep, No Mercy, North Winds Blowing, Uptown



Freitag, 17. Mai 2013

Gloria Estefan – Mi Tierra




Gloria Estefan – Mi Tierra


Besetzung:

Gloria Estefan – vocals, background vocals


Gastmusiker:

Chamin Correa – background vocals, guitarist
Alejandro Correa – background vocals
Alfredo Correa – background vocals
Juan Marquez – guitarist
Israel López "Cachao" – bass
Jorge Casas – bass, cuban guitars
Luis Enrique – percussion
London Symphony Orchestra – strings
Paquito Hechavarria – piano
Clay Ostwald – piano
Nelson Gonzalez – cuban guitars, percussion
Rafael Padilla – percussion
Sheila E. – congas
Randy Barlow – trumpets, backgrounds vocals
Teddy Mulet – trumpets, trombone, backgrounds vocals
Nestor Torres – flute
Debbie Spring – charango, cuerda, viola, violin
Jorge Orbon – violin
Max Teppich – violin
Alexander Prilutchi – violin
Phil Tempkin – violin
Robert Basso – violin
Steven Sigurdson – cello
Cheito Quiñonez – backgrounds vocals
Rafael "Felo" Barrios – timbales, guiro
Paquito D’Rivera – saxophone
Jon Secada – background vocal


Label: EPIC


Erscheinungsdatum: 1993


Stil: Latin Pop


Trackliste:

1. Con Los Anos Que Me Quedan (4:36)
2. Mi Tierra (4:38)
3. Ayer (5:17)
4. Mi Buen Amor (3:50)
5. Tus Ojos (4:11)
6. No Hay Mal Que Por Bien No Venga (5:28)
7. Si Senor!... (4:40)
8. Volveras (3:55)
9. Montuno (4:57)
10. Hablemos El Mismo Idioma (4:45)
11. Hablas De Mi (3:40)
12. Tradicion (5:21)

Gesamtspieldauer: 55:18




Ich muss etwas verbrochen haben, jemanden verärgert haben. In welche Richtung mein Musikgeschmack geht, lässt sich hier auf diesen Seiten wohl sehr gut herauslesen. Nun gut, jetzt hat mir allerdings jemand vor einigen Jahren diese CD zum Geburtstag geschenkt. Ich weiß jedoch nicht mehr wer das war… Gloria Estefan kredenzt dem Hörer hier auf diesem 1993 erschienenen Album Latin Pop. Die Dame sang vorher bei der Miami Sound Machine, allerdings auch nicht meine Baustelle. Aber jetzt habe ich eben diese CD und der Vollständigkeit halber soll sie hier eben auch Erwähnung finden.

Latin Pop gibt es also auf „Mi Tierra“ zu hören. Alle Lieder werden in spanischer Sprache gesungen und alle Lieder sind tanzbar. Ich sehe sie quasi vor Augen, die Jünger, die in den Tanzschulen zu diesen Songs die Hüften schwingen. Zu diesen Liedern, die für mich alle viel zu sehr ähnlich klingen, werden sie mehr oder weniger entspannt Rumba, Salsa und Mambo tanzen. Wer Spaß an so etwas hat, der findet auf diesem Album die wahre Erfüllung. Nur manchmal hört man bei den einzelnen Titeln einen gewissen Stimmungswechsel, da wird es mal ein wenig getragener und die Streicher versüßen das Ganze noch ein bisschen mehr. Aber auch das: Alles tanzbar.

Und genau das ist für mich auch das Manko dieses Albums. Alles klingt ähnlich bis gleich. Da gibt es keinerlei Abwechslung. Lediglich diese leichten und kleinen Stimmungswechsel schaffen es für mich nicht, die Musik hier etwas abwechslungsreicher zu gestalten. Die Musik schrubbt von vorne bis hinten durch das Album und auch wenn es insgesamt etwas langsamer beginnt und noch ein wenig südamerikanischer endet, so bleibt doch nur dieser meist einheitliche Rhythmus hängen.

Fazit: Diese afrokubanischen Klänge passen natürlich an den Strand in die Karibik – als Hintergrund-Musik – in sehr gedämpfter Lautstärke. Anders kann ich mir das nicht vorstellen. Der Ehrlichkeit halber soll hier allerdings auch nicht unerwähnt bleiben, dass diese Scheibe von vielen anderen im Internet sehr gut bewertet wird. Jedoch kann man bei den dortigen Rezensionen herauslesen, dass diese ganz überwiegend von Frauen verfasst wurden. AC/DC = Männermusik, Gloria Estefan = Frauenmusik? Vielleicht ist da ja etwas dran. Für mich ist das Ganze unhörbar, wirklich schlimm – und da ist es doch nicht nur für Frau Estefan klasse, dass Geschmäcker so verschieden sind und es sogar zwei Geschlechter auf dieser unserer Erde gibt. 1 Punkt.

Anspieltipps: Alles





Donnerstag, 16. Mai 2013

Dirtmusic – Dirtmusic




Dirtmusic – Dirtmusic


Besetzung:

Chris Eckman – ohne Instrumentenangabe
Hugo Race – ohne Instrumentenangabe
Chris Brokaw – ohne Instrumentenangabe


Label: Glitterhouse Records


Erscheinungsdatum: 2007


Stil: Folk Rock, New Country


Trackliste:

1. Erica Moody (3:06)
2. The Other Side (5:37)
3. Sun City Casino (5:31)
4. Face Of Evil (3:35)
5. The Returning (5:31)
6. Still Running (5:38)
7. Summer Days (3:30)
8. Ballad Of A Dream (7:15)
9. No Sorrow More (4:51)
10. Panther Hunting (2:05)
11. Wasted On (4:07)
12. Morning Dew (6:18)

Gesamtspieldauer: 57:04




„Dirtmusic“ ist keine „Drecksmusik“, sondern ein Bandprojekt dreier Musiker, die vorher bereits in ganz unterschiedlichen Formationen tätig waren. So ist der Australier Hugo Race Gründungsmitglied von Nick Caves Begleitband The Bad Seeds. Chris Eckman, US-Amerikaner aus dem Nordwesten gründete 1984 die Walkabouts und spielte unter anderem auch bei Willard Grant Conspiracy. Chris Brokaw schließlich, ebenfalls Amerikaner, geboren in New York, spielte unter anderem in Bands wie Evan Dando And The Lemonheads, Come, Steve Wynn und The New Year.

Die Musik von Dirtmusic auf dem gleichnamigen Album ist ruhige, meist von der Akustik-Gitarre dominierte Musik, die verträumt und häufig ein wenig melancholisch wirkt. Folk trifft das Ganze gar nicht mal schlecht, mitunter sind allerdings auch New Country Anleihen zu vernehmen, die sich jedoch weitestgehend im Hintergrund halten.

Alles wirkt sehr sanft, immer melodiös und ein wenig träumerisch. Völlig unaufgeregte Musik ist hier zu hören, die ziemlich schnell ins Ohr geht und dabei auch ein paar Titel bereithält, die dort länger verbleiben und eben diesen gewissen Wiedererkennungswert besitzen. Keine oder kaum Musik für das Radio, dazu ist alles viel zu ruhig gehalten. Und würden diese Titel doch mal dort laufen, kann ich mir die erbosten Anrufer schon vorstellen, die wettern, dass sie Musik zum Wachwerden beziehungsweise zum Wachbleiben hören möchten und nicht etwas, was den Prozess des Weggleitens in die Traumwelt noch befördert. Aber genau das hört man hier, Musik zum Träumen und Musik, um ein wenig vor sich hinzudämmern.

Fazit: Schöne Gitarrenmusik servieren die drei Musiker hier. Immer ist die Stimmung ruhig, sentimental mitunter auch etwas getragen, nur ganz selten wird es mal etwas „lauter“. Zwölf Lieder für die stillen Momente des Lebens werden hier geboten, für die es sich lohnt einmal ein Ohr zu riskieren. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Erica Moody, The Other Side, Sun City Casino und vor allem Ballad Of A Dream





Mittwoch, 15. Mai 2013

And You Will Know Us By The Trail Of Dead – And You Will Know Us By The Trail Of Dead




And You Will Know Us By The Trail Of Dead – And You Will Know Us By The Trail Of Dead


Besetzung:

Jason Reece – ohne Instrumentenangabe
Conrad Keely – ohne Instrumentenangabe
Kevin Allen – ohne Instrumentenangabe
Neil Busch – ohne Instrumentenangabe



Label: Trance Syndicate Records


Erscheinungsdatum: 1998


Stil: Rock, Hard Rock


Trackliste:

1. Richter Scale Madness (3:45)
2. Novena Without Faith (8:25)
3. Fake Fake Eyes (2:43)
4. Half Of What (3:07)
5. Gargoyle Waiting (6:51)
6. Prince With A Thousand Enemies (3:59)
7. Ounce Of Prevention (3:17)
8. When We Begin To Steal... (7:46)

Gesamtspieldauer: 39:52




Beim Titel ihres ersten Albums griff die Band, wie so viele vor und nach ihr, auf den eigenen Bandnamen zurück „…and you will know us by the trail of dead“, der einer alten Maja-Schrift entnommen wurde und zunächst eher spaßig gemeint war, sich dann allerdings etablierte und beibehalten wurde.

Die Musik, die auf dem Debut der US-Amerikaner zu hören ist, ist knallharter Rock und hat nicht allzu viel mit dem zu tun, was die Musiker in den späteren Jahren ihres Bestehens veröffentlichen sollten. Dies klingt dann schon eher ein wenig nach Progressive Rock, immer noch „hart“ zwar, aber sehr viel differenzierter.

Somit ist die Debut-Platte eine Scheibe geworden, an der Freunde der härteren Töne durchaus ihre Freude haben dürften. Obwohl man das sogar ein wenig einschränken muss, denn selten habe ich eine Scheibe gehört, die so dermaßen schlecht abgemischt wurde. Alles klingt ein wenig übersteuert, die einzelnen Instrumente verwischen und der Gesang geht in den ruhigeren Abschnitten, die es ab und an auch zu hören gibt, unter. In den lauteren Stellen hört er sich eher wie Geschrei, denn wie Gesang an. Bei diesem Sound kann man sich als Sänger allerdings sowieso kaum durchsetzen.

Auch sonst hat diese Scheibe deutlich weniger zu bieten als die späteren Werke von And You Will Know Us By The Trail Of Dead. Es wird zwar kompromisslos gerockt, ein klein wenig mehr Abwechslung hätte der Platte allerdings dann doch ganz gut getan. Und so ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass gerade die drei Titel, die ein bisschen anders klingen und ein wenig Auffrischung in das doch sonst „laute“ Einerlei bringen gerade jene sind, die besser hängenbleiben, die einen gewissen Wiedererkennungswert haben. Nicht zuletzt auch dadurch, dass man hier nicht nur Lautstärke hört, sondern auch die einzelnen Instrumente und den Gesang besser voneinander differenzieren kann. Hier ist dann auch eine Melodie und ein Konzept erkennbar, welches nicht nur bedeutet: Jetzt lassen wir es mal ganz ordentlich krachen. Diese drei Nummern sind auch unten als Anspieltipps aufgeführt.

„Heavy-Fans“ werden jetzt behaupten, dass die Songs eben kompromisslos losknallen. Da kann ich sogar zustimmen, allerdings machen das AC/DC auch – und hier kann man sehr wohl noch eine Songstruktur erkennen und hört (sorry) mitunter nicht nur übersteuerten und unausgereiften Krach. Zudem haben die Lieder hier auf And You Will Know Us By The Trail Of Dead auch nicht die Qualität, um länger hängenbleiben zu können. Irgendwie klingt das alles ein wenig nach „Ausprobieren“. Das sollte sich aber bald bei The Trail Of Dead ändern. Glücklicherweise!

Fazit: And You Will Know Us By The Trail Of Dead sind eine geniale Band, eine meiner Lieblingsbands. Produziert wurde das Album von einem gewissen Chris Smith und den Musikern selbst. Zumindest dieser Chris Smith hätte die Jungs aus Texas mal auf die Wirkung der CD in dieser Abmischung aufmerksam machen sollen. Für die vier jungen Musiker war das ja noch alles Neuland damals. Leider nur sechs Punkte, denn richtig gut ist das wahrlich (noch) nicht in meinen Ohren.

Anspieltipps: Novena Without Faith, Gargoyle Waiting, When We Begin To Steal...



Dienstag, 14. Mai 2013

Johnny Cash – American Recordings




Johnny Cash – American Recordings


Besetzung:

Johnny Cash – vocals, guitar


Label: Sony Music


Erscheinungsdatum: 1994


Stil: Alternative Country, Folk


Trackliste:

1. Delia's Gone (2:18)
2. Let The Train Blow The Whistle (2:16)
3. The Beast In Me (2:46)
4. Drive On (2:24)
5. Why Me Lord (2:21)
6. Thirteen (2:30)
7. Oh, Bury Me Not (Introduction: A Cowboy's Prayer) (3:53)
8. Bird On A Wire (4:02)
9. Tennessee Stud (2:55)
10. Down There By The Train (5:35)
11. Redemption (3:04)
12. Like A Soldier (2:50)
13. The Man Who Couldn't Cry (5:01)

Gesamtspieldauer: 41:52




„American Recordings“ ist der erste Teil der „American Recordings“-Serie, die bis zum Jahr 2010 mit dem sechsten Teil fortgesetzt wurde. Dieser erste Part der Reihe unterscheidet sich noch von den anderen Veröffentlichungen, da hier wirklich nur Johnny Cash selbst an der akustischen Gitarre zu hören ist – ohne jegliche Begleitmusiker. Vier Titel stammen dabei aus der Feder Johnny Cashs, die restlichen neun Lieder sind Cover-Versionen diverser anderer Künstler.

Die Musik auf „American Recordings“ ist überaus ruhig gehalten, was bei einer Instrumentierung mit lediglich Gesang und Gitarre nicht weiter verwunderlich ist. Im Zentrum steht dabei die tiefe und sonore Stimme des US-Amerikaners. Die Musik des „Man In Black“ wird hier zwar allgemein unter dem Genre Country beziehungsweise Alternative Country eingereiht, klingt auf dem Album allerdings sehr viel eher nach Folk, wobei die Grenzen zwischen diesen Musikstilen sowieso oft verschwimmen.

Sanfte Musik zum Träumen gibt es auf dem Album zu hören. Alles wirkt sehr entspannt aber durchaus intensiv. Allerdings ist die Songauswahl Johnny Cashs hier nicht ganz so gelungen, wie auf späteren Veröffentlichungen dieser Serie. Der Stil der Titel wird über die ganze Laufzeit des Albums hinweg durchgezogen, was die Platte zum einen konsequent und in sich geschlossen erscheinen lässt, allerdings auch die Gefahr der Monotonie ein klein wenig heraufbeschwört.

Fazit: „American Recordings“ gilt als das Comeback Johnny Cashs, nachdem es in den 80er Jahren ruhiger um den Künstler geworden war, was sich auch in den Verkaufszahlen diverser Veröffentlichungen äußerte. Das Album wurde mit Preisen überhäuft und erscheint in diversen Ranglisten. Bei mir persönlich wollen allerdings einige Titel nicht so recht zünden, auch wenn ich die Gesamtatmosphäre der Platte in ihrer Melancholie überaus gelungen finde. Jedoch können die späteren Veröffentlichungen Johnny Cashs gerade durch die viel intensiveren Titel deutlich mehr überzeugen. Acht Punkte.

Anspieltipps: Thirteen, Redemption






Montag, 13. Mai 2013

Grobschnitt – Razzia




Grobschnitt – Razzia

Besetzung:

Toni Moff Mollo – Perkussion, Gesang
Lupo – Gitarre
Erke Eroc – Schlagzeug, Keyboards
Milla Kapolke – Bass, Gesang
Willi Wildschwein – Gesang, Gitarre


Label: Metronome Musik GmbH


Erscheinungsdatum: 1982


Stil: Pop, Rock


Trackliste:

1. Der Alte Freund (4:19)
2. Schweine Im Weltall (4:05)
3. Poona-Express (5:25)
4. Wir Wollen Leben (4:10)
5. Wir Wollen Sterben (3:36)
6. Remscheid (4:28)
7. Razzia (8:35)

Gesamtspieldauer: 35:19




Irgendwie haben es die 80er Jahre geschafft, so gut wie alle Heroen, alle diese Bands zu „schaffen“, die vorher mitreißende Musik erschaffen haben. Ganz egal, ob man die englischen Bands betrachtet oder die deutschen Krautrock-Ableger - mit dem Wachsen des Punks und auch des New Waves war es weitestgehend vorbei mit progressiven Tönen der „alten Garde“. Die Musik wurde vereinfacht. Auch auf „Razzia“ von Grobschnitt aus dem Jahr 1982 hört man häufig geradlinigen und schnörkellosen Rock – und tatsächlich sogar auch die Neue Deutsche Welle wie bei dem unsäglichen „Schweine Im Weltall“, bei dem unter anderem laut „Oink, Oink, Oink“ gerufen wird. Nun, Extrabreit stammen ebenfalls aus Hagen und dieses Lied erinnert stark an „Hurra die Schule brennt“ von genau jener Band, wobei deren Version aus dem Jahr davor um Klassen besser gelungen ist.

Ansonsten wird meist irgendwie gerockt, ohne großartig Nachhaltigkeit zu versprühen, dabei wird sogar textlich beim Song „Der Alte Freund“ Bezug zur Neuen Deutschen Welle genommen. Und dann gibt es da noch das wahrlich peinliche „Wir Wollen Leben“. Deutscher Schlager Text zu Computermusik. Wohl irgendwie als Hymne geplant kommt es dabei zu Textkreationen wie: „Die Macht marschiert in Reih' und Glied, Sie hat Pistolen, Peitschen, Panzerglas, Wir haben unser kleines Lied.“ Dieses Lied wurde übrigens auf Platz 1 der Schlagerrallye des WDR2 im Jahr 1982 gewählt. Mann, waren das Zeiten.

Genauso katastrophal hört sich der nächste Titel „Wir Wollen Sterben“ an. Kirchenchoräle füllen den Song und irgendwie wirkt das Ganze nicht lustig sondern eher peinlich. Das hätte nun wirklich nicht mehr sein müssen. Aber trotzdem hält diese Platte auch noch etwas für Freunde der früheren Musik der Band parat: Den Titelsong. Auch diese Nummer beginnt sehr rockig, erinnert am Anfang sogar stark an Hard Rock. Rockt auf interessante und durchaus eingängige Weise weiter, bis er in einen, jetzt wirklich spannenden Instrumental-Part mündet, der durchaus noch ein wenig an „Progessive Rock“ erinnert. Die Nummer lohnt sich und wird schließlich sehr sphärisch ausgeblendet.

Fazit: Es blitzt noch mal auf, dieses „Solar-Music-Feeling“. Ganz zum Schluss. Das war es allerdings leider auch schon. Der Rest ist unspektakulärer Rock gepaart mit Neuer Deutscher Welle und noch einigen weiteren kurzen Anleihen. „Früher war alles besser!“ Na in Bezug zu Grobschnitts Diskographie trifft das den Nagel auf den Kopf. Sechs Punkte.

Anspieltipps: Poona-Express, Razzia




Sonntag, 12. Mai 2013

Genesis – Selling England By The Pound




Genesis – Selling England By The Pound


Besetzung:

Peter Gabriel – vocals, flute, percussion, oboe
Michael Rutherford – 12-string guitar, bass, electric sitar
Stephen Hackett – electric guitar, nylon guitar
Tony Banks – keyboards, 12-string guitar
Phil Collins – drums, percussion, vocal


Label: Virgin Records


Erscheinungsdatum: 1973


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

1. Dancing With The Moonlit Knight (8:04)
2. I Know What I Like (In Your Wardrobe) (4:08)
3. Firth Of Fifth (9:37)
4. More Fool Me (3:11)
5. The Battle Of Epping Forest (11:48)
6. After The Ordeal (4:16)
7. The Cinema Show (11:05)
8. Aisle Of Plenty (1:32)

Gesamtspieldauer: 53:43




„Selling England By The Pound“ nannte die englische Band Genesis ihr fünftes Album, welches 1973 veröffentlicht wurde. Und es kann nahtlos an die Qualität seiner Vorgänger anknüpfen. Rock-Musik auf allerhöchstem Niveau mit einer kleinen Ausnahme, aber dazu später mehr.

Wieder ist das Album vollgestopft mit progressiver Rock-Musik, die ihresgleichen sucht. Alles klingt, alles passt, die Musik begeistert. Wunderschöne Harmonien und Melodien breiten sich vor dem Hörer aus. Hier gibt es wieder all jene Zutaten, die den progressiven Rock zu Beginn der 70er Jahre so unvergleichlich machen. Auf „Selling England By The Pound“ wird erneut Stimmung und Atmosphäre geschaffen, die Musik und der Gesang sind aufeinander abgestimmt, soll heißen, dass Peter Gabriel den entsprechenden Stellen in der Musik mit seiner Stimme zusätzlichen Ausdruck verleiht. Mal flüstert er, mal schwelgt er, mal wird er lauter, ein anderes Mal ganz zart. Genauso abwechslungsreich ist die Musik, die einen packt und mitreißt.

Einzelne Lieder herauszuheben ist schwierig, da sie alle mit Melodiösität und Einfallsreichtum über und über angefüllt sind. Die letzten drei Stücke des Albums gehen schließlich ineinander über. Und diese letzten circa siebzehn Minuten sind für mich mit das Beste, was jemals in der Musik erschaffen wurde. Musik zum darin Eintauchen, sich fallen lassen, Musik zum Genießen – ohne jede Einschränkung.

Ach ja, eine kleine Einschränkung gibt es dann doch, die habe ich oben ja auch bereits angedeutet. Auf dem Plattencover ist direkt hinter dem Titel „More Fool Me“ angegeben: „Vocals Phil“. Ich glaube darauf wird Peter Gabriel bestanden haben. Das Lied ist mit gut drei Minuten zwar nicht allzu lang, aber für diese Platte hier grottenschlecht und fällt völlig aus dem Rahmen. Ein Pop-Lied, bei dem nicht nur Phil Collins die Inspiration zu fehlen schien und vielleicht ist es schon eine Andeutung von dem, was später, ohne Steve Hackett und Peter Gabriel noch so alles von Genesis zu hören sein sollte.

Fazit: Mit einer kleinen Ausnahme ist „Selling England By The Pound“ ein absolut geniales Album geworden. Wer den progressiven Rock liebt, der wird auch dieses Album lieben. Rock-Musik auf dem allerhöchsten Niveau. Sehr viel besser hat das nur ganz selten geklappt. Vierzehn Punkte.

Anspieltipps: Alles außer „More Fool Me“





Samstag, 11. Mai 2013

Golden Earring – Seven Tears




Golden Earring – Seven Tears


Besetzung:

George Kooymans – guitar, vocals
Rinus Gerritsen – bass guitar, keyboards
Barry Hay –flute, vocals
Cesar Zuiderwijk – drums


Label: Polydor


Erscheinungsdatum: 1971


Stil: Rock, Blues


Trackliste:

1. Silver Ships (5:42)
2. The Road Swallowed Her Name (4:09)
3. Hope (4:47)
4. Don't Worry (3:22)
5. She Flies On Strange Wings (7:23)
6. This Is The Other Side Of Life (3:21)
7. You're Better Off Free (6:45)

Gesamtspieldauer: 35:27




Mit rockigem Blues kann man die Musik auf dem siebten Album von Golden Earring wohl am besten beschreiben. Auch wenn einige Liedlängen auf das Genre Progressive Rock hinweisen, in dem sich Golden Earring mitunter auch bewegte, so hört man diesen hier wirklich nur ganz peripher und höchstens angedeutet.

Neben dem Blues-Rock, der hier allgegenwärtig ist, gibt es dann auch so einen „Spaß“ wie „This Is The Other Side Of Life“ auf „Seven Tears“, bei dem zu Beginn der Gesang rückwärts eingespielt wurde und der Hintergrundgesang im Refrain mit seinen „Ja-Ja-Ja’s“ zumindest etwas seltsam klingt. Aber immerhin hat das Lied einen absoluten Wiedererkennungswert und hebt sich damit auch von vielen der anderen Songs ab. Gut gelungen ist auch noch der Opener „Silver Ships“, der sehr langsam mit akustischer Gitarre und Querflöte eingeleitet wird. Das Tempo wird nun auch über die gesamte Länge des Titels beibehalten. Normalerweise enden Platten häufig mit einer Ballade, hier hat Golden Earring mal den genau umgekehrten Weg gewählt.

Höhepunkt ist sicher das längste Stück der Platte „She Flies On Strange Wings“. Auch ein Blues-Rock-Stück mit dieses Mal allerdings wirklich kleinen progressiven Ansätzen. Das Lied fängt langsam an und entwickelt sich dann zu einem guten Rock-Lied, welches sich durchaus positiv vom Rest der Platte abhebt.

Fazit: „Seven Tears“ ist arm an Höhepunkten. Wer rockigen Blues mag, der wird hier sicher was für sich finden. Auch die Gitarren-Soli auf manchen Stücken klingen ganz gelungen, ansonsten fehlt dem Album vor allem das „Besondere“ beziehungsweise die „richtigen“ Höhepunkte. Die einzelnen Stücke rauschen so an einem vorbei, ohne groß Aufsehen zu erregen und wenn man mit Blues auch nicht ganz so viel anfangen kann, dann wird es schwer mit dieser Platte. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Silver Ships, She Flies On Strange Wings, This Is The Other Side Of Life





Freitag, 10. Mai 2013

10cc – The Very Best Of




10cc – The Very Best Of


Besetzung:

Lol Creme – guitar, keyboards, vocals
Kevin Godley – drums, vocals
Graham Gouldman – bass, vocals
Eric Stewart – guitar, keyboards, vocals
Paul Burgess – drums
Rick Fenn – guitar, vocals
Tony O'Malley – keyboards, vocals
Stuart Tosh – drums, vocals
Duncan Mackay – keyboards, vocals
Vic Emerson – keyboards
Jamie Lane – drums
Steve Piggot – keyboards
Gary Wallis – drums
Geoff Dunn – drums
Alan Park – keyboards


Label: Mercury Records


Erscheinungsdatum: 1997


Stil: Rock, Pop, Art Rock


Trackliste:

1. Donna (2:59)
2. Rubber Bullets (4:47)
3. The Dean And I (2:54)
4. The Wall Street Shuffle (3:55)
5. Silly Love (3:19)
6. Life Is A Minestrone (4:30)
7. Une Nuit A Paris (8:41)
8. I'm Not In Love (6:05)
9. Art For Art's Sake (4:22)
10. I'm Mandy Fly Me (5:25)
11. The Things We Do For Love (3:31)
12. Good Morning Judge (2:55)
13. Dreadlock Holiday (4:30)
14. People In Love (3:48)
15. Under Your Thumb (3:43)
16. Wedding Bells (3:27)
17. Cry (3:58)
18. Neanderthal Man (4:13)

Gesamtspieldauer: 1:17:02



Mit „Best Of-Alben“ ist das natürlich immer so eine Sache. Wenn man die Musik einer Band mag, dann holt man sich die offiziellen Studio-Alben und kann mit einer „Best Of-Platte“ dann nichts mehr anfangen, da man die einzelnen Titel sowieso schon besitzt. Anders sieht die Sache aus, wenn man nur eine Übersicht über das Schaffen einer Band oder eines Künstlers haben möchte. Oder wie in diesem Fall, wenn auf dem Album nicht nur die Band selbst vertreten ist, sondern auch die „Ableger“ der Formatrion aufgeführt wurden.

Auf diesem „Best Of-Album“ von 10cc sind auch die Highlights von Godley & Creme sowie der bekannteste Song der Vorgängerband von 10cc „Neanderthal Man“ von den „Hotlegs“ vertreten. Somit bekommt man eine sehr gute Übersicht über das Schaffen der Musiker Lol Creme, Kevin Godley, Graham Gouldman und Eric Stewart. Alle weiteren oben aufgeführten Musiker gehörten, meist allerdings nur für kurze Zeit, ebenfalls zum Line-Up der Band.

Die Musik auf diesem Album ist Pop-Musik bis hin zu Art Rock, überaus abwechslungsreich und wartet mit einigen Highlights auf, die durchaus ihre Spuren in der Musikgeschichte des Pops hinterlassen haben. Dazu gehören die Hits der Band „I'm Not In Love“, „Dreadlock Holiday“, „Wallstreet Shuffle“ und „The Things We Do For Love“ sowie das tolle „Cry“ von Godley & Creme und das bekannteste Lied der Hotlegs aus dem Jahr 1970 „Neanderthal Man“.

Aber auch neben diesen bekannteren Liedern hat die Platte einige Höhepunkte des Pop zu bieten wie „I'm Mandy Fly Me“, „Une Nuit A Paris“ oder „The Dean And I“. Dabei handelt es sich meist nicht um 08/15-Pop, sondern um intelligente und anspruchsvolle Pop bis Rock Musik, die oftmals sehr eingängig ist und durchaus länger hängenbleibt. Nicht alles auf dieser Kompilation kann dabei zwar restlos überzeugen, trotzdem hält die Platte viele schöne Abschnitte parat, die es wert sind gehört zu werden. Schöne Melodien, tolle Gesangsarrangements und immer wieder musikalische Überraschungen, die es so nur selten zu hören gibt.

Fazit: Diese Kompilation enthält die Höhepunkte im Schaffen der vier Gründungsmitglieder von 10cc bis 1995. Wer sich einen Überblick über die Musik der Band und der Bandmitglieder verschaffen möchte, der kann hier bedenkenlos zugreifen. Viel Musik gibt es hier zu hören, die einen manchmal an frühere Zeiten erinnert, aber auch neue und unbekannte Facetten im Schaffen von Lol Creme, Kevin Godley, Graham Gouldman sowie Eric Stewart bereithält. Zehn Punkte.

Anspieltipps: I'm Not In Love, Dreadlock Holiday, Cry, I'm Mandy Fly Me





Donnerstag, 9. Mai 2013

Colosseum – Valentyne Suite




Colosseum – Valentyne Suite


Besetzung:

Dave Greenslade – keyboards, organ, vibraphone, piano, backing vocals
Dick Heckstall-Smith – saxophone, flute
James Litherland – guitars, lead vocals
Tony Reeves – bass
Jon Hiseman – drums


Gastmusiker:

Barbara Thompson – wind
Dave Gelly – saxophone
Jimmy Phillips – saxophone


Label: Sanctuary Records


Erscheinungsdatum: 1969


Stil: Jazz Rock


Trackliste:

1. The Kettle (4:29)
2. Elegy (3:14)
3. Butty's Blues (6:47)
4. The Machine Demands A Sacrifice (3:54)
5. The Valentyne Suite (16:56)
    a. Theme One: January's Search
    b. Theme Two: February's Valentyne
    c. Theme Three: The Grass Is Always Greener


Bonus Tracks (remasterte Wiederveröffentlichung von 2006):

6. Arthur's Moustache (6:32)
7. Lost Angeles (8:38)

Gesamtspieldauer: 50:30




Colosseum war eine britische Jazz-Rock Formation, die in zwei verschiedenen Line-Ups tätig war. Einmal unter der Überschrift Colosseum, später unter dem Titel Colosseum II mit Gary Moore an der Gitarre. Bei „Valentyne Suite“ handelt es sich um die zweite Veröffentlichung der ersten Bandzusammensetzung aus dem Jahr 1969.

Die Musik auf „Valentyne Suite“ ist rockig bis bluesig und die Einflüsse des Jazz lassen sich in den vielen Instrumentalpassagen nicht überhören. Das wirkt oftmals fast schon gejamt bis improvisiert, obwohl es letzteres garantiert nicht ist. Die Gitarren kreischen und allem unterliegt ein treibender Rhythmus, den John Hiseman seinem Schlagzeug entlockt. Eingängig ist hier nichts, sehr viel eher klingt die Musik immer fordernd und mitunter fast schon aggressiv.

Dem Saxophon wird auf dem Album ein großes Betätigungsfeld eingeräumt, was die Musik an sich schon von „gängiger“ Rockmusik abhebt. Alles klingt ein wenig schwer, was auch immer wieder durch einen fetten Hammond-Orgel-Sound und volle Bläserattacken transportiert wird. Mal klingt es rockiger wie beim Opener „The Kettle“, mal ist es Blues wie bei „Butty’s Blues“. Über allem schwebt allerdings das Genre „Jazz“, welches immer wieder, mal mehr, mal weniger zu Tage tritt.

Höhepunkt des Albums ist sicherlich die „Valentyne Suite“, die in drei thematische Abschnitte unterteilt wurde. Dieses Stück ist gleichzeitig das melodiöseste Lied der Platte und gleichzeitig auch jenes, welches am ehesten Teile aufweist, die man ohne weiteres auch dem Genre Progressive Rock zuordnen kann. In den knapp siebzehn Minuten Dauer der Nummer gibt es einige Stimmungswechsel, die den Titel zu einem sehr abwechslungsreichen und auch spannenden Stück werden lassen. Nicht unerwähnt bleiben soll an dieser Stelle auch die Instrumentierung selbst. Man merkt an jeder Stelle des Albums, dass hier begnadete Musiker aufspielen, die alles geben und an jeder Stelle der Platte überzeugen können.

Fazit: Wem die „Jazz-Ader“ fehlt, der wird das Album wohl ein wenig anstrengend finden. Hier ist nur wenig eingängige Musik zu hören und man benötigt unbedingt mehrere Durchgänge des Hörens, bis einem die einzelnen Titel vertrauter vorkommen. Am ehesten bleibt da noch das Opus Magnus der Platte, der Titeltrack „The Valentyne Suite“ hängen. Hier klingt die Musik von Colosseum für die Ohren eines Rock-Hörers sehr viel angenehmer, interessanter und auch eingängiger. Der Rest des Albums, inklusive der zwei Zugaben in Form der Bonus-Titel ist da schon sehr viel gewöhnungsbedürftiger. Sieben Punkte.

Anspieltipps: The Valentyne Suite