Dienstag, 25. November 2014

Various Artists – Troubadours – Folk And The Roots Of American Music




Various Artists – Troubadours – Folk And The Roots Of American Music


Die amerikanische Folk Music wird seit rund einhundert Jahren aufgezeichnet. Gitarre, Banjo, Mundharmonika, Gesang. Ganz schlicht, ganz einfach, doch umso ausdrucksstärker. Da wird nicht geschnörkelt, da wird nicht viel Zeit mit Solos verloren, da wird gesungen, um eine Botschaft zu vermitteln. Folk Music war die Grundlage für vieles, was wir heute hören. Einige Namen stechen heraus, wie Woody Guthrie, Pete Seeger, Bob Dylan oder Joan Baez. Doch es gibt viel mehr Stimmen zu entdecken.

Bear Family Records liefert mit der vierteiligen CD Serie “Troubadours – Folk and the Roots of American Music” eine umfassende Sammlung. Viermal drei CDs. Folk Music zum Eintauchen. Geschichten aus dem amerikanischen Jahrhundert. Vom Gewerkschaftskampf, der Wirtschaftskrise, den Kriegen und der Bürgerrechtsbewegung. Folk Music hat sich eingemischt, war zum hochpolitisch, hat Standpunkte bezogen, hat einen Soundtrack für das Leben am Rande des “American Dream” geliefert.

Diese CD Reihe ist eine fantastische Liedersammlung aus teils bekannten und noch mehr unbekannten Songs und Künstlern. Es ist eine Dokumentation, die zum Einmischen, zum Hinsehen, zum Nachlesen auffordert. “Which side are you on” zum Beispiel, ein Lied aus dem Jahr 1941, gesungen von den Almanac Singers. Dahinter steckten  Millard Lampell, Lee Hays, Pete Seeger und Woody Guthrie. Nur zwei Jahre lang existierte diese Formation, doch sie war Teil einer durchaus bedeutenden Anti-Rassismus, Anti-Kriegs und Pro-Gewerkschafts Bewegung in den USA. Im Rückblick auf die 40er Jahre wird das leider allzuoft übersehen. Amerika war (und ist) nicht nur Kriegsmaschinerie.

Die vierteilige Serie “Troubadours – Folk and the Roots of American Music” auf insgesamt 12 CDs, begleitet von umfangreichen Booklets fordert den Hörer richtiggehend dazu auf, sich mit diesem Teil der amerikanischen Geschichte zu befassen. Und es lohnt sich in vielerlei Hinsicht. Es ist eine etwas andere Lehrstunde, es sind diese Geschichten, die mich persönlich anziehen, begeistern. Manches rauscht, manches knistert, das macht gar nichts aus, ganz im Gegenteil, es bringt einem der Musik nur näher. Hier hört man die Wurzeln, hier kann man verfolgen, welche Einflüsse die frühen Pioniere, wie die Carter Family, auf die nächste und die übernächste Generation hatten.

Amerika, Deine Musik. “Troubadours – Folk and the Roots of American Music” ist ein wunderbares Geschichtsalbum zum Hören.

Montag, 24. November 2014

Yes – Going For The One




Yes – Going For The One

Besetzung:

Jon Anderson – lead vocals, harp
Chris Squire – 4-, 6-, and 8-string bass guitars, backing vocals
Steve Howe – acoustic and electric guitars, pedal steel guitar, backing vocals
Rick Wakeman – polymoog and minimoog synthesizers, church organ, piano, mellotron, choir arrangement
Alan White – drums, tuned percussion


Gastmusiker:

Richard Williams Singers – choir


Label: Atlantic Records


Erscheinungsdatum: 1977


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

1. Going For The One (5:36)
2. Turn Of The Century (7:43)
3. Parallels (6:11)
4. Wonderous Stories (3:53)
5. Awaken (15:35)

Gesamtspieldauer: 38:59




„Going For The One“ betitelten die fünf Musiker von Yes ihr achtes Studioalbum, welches im Sommer des Jahres 1977 veröffentlicht wurde. Hatten Yes in den ersten sechs Jahren ihres Bestehens bereits sieben Studioalben veröffentlicht, so waren nun bereits drei Jahre seit „Relayer“, dem Vorgängeralbum, vergangen. Rick Wakeman war zurückgekehrt und übernahm wieder die Tasteninstrumente, der Schweizer Patrick Moraz hatte die Band aufgrund musikalischer Differenzen verlassen. Für den Fan sprang noch eine Änderung sofort ins Auge. Waren vorher zumeist irgendwelche Fantasy-Landschaften auf den Covern abgebildet, so kann man das Cover für „Going For The One“ durchaus als steril bezeichnen. Man sieht einen unbekleideten Mann von hinten, der vor einem mehrfach angeordneten Wolkenkratzer steht. Dafür zeichnete sich dieses Mal nicht mehr der Fantasy-Künstler Roger Dean verantwortlich, sondern die Gestaltung wurde von Storm Thorgerson und seiner Firma Hipgnosis übernommen, die vor allem durch die Plattencover von Pink Floyd Berühmtheit erlangte.

Patrick Moraz wollte weiter den etwas jazzigen Stil der Band auf „Relayer“ ausbauen, womit die anderen Musiker so überhaupt nicht einverstanden waren, somit war eine Trennung unumgänglich geworden. Nachdem dann schließlich Rick Wakeman die ersten Ideen zum neuen Album gehört hatte und ihm zugesichert wurde, dass er sich zudem um seine Solokarriere kümmern könnte, stieg dieser wieder bei Yes ein. Der Sound der Band sollte nun nach dem Willen der Musiker wieder eingängiger und „massentauglicher“ werden.

Dann legt man die Platte auf, beziehungsweise die Scheibe ein, und ist erst mal überrascht. Nein, man ist sich sogar sicher, dass hier nur ein Fehler vorliegen kann. Irgendetwas muss bei der Verpackung schief gelaufen sein, man hat irgendeine Rock’n’Roll-Combo aus Versehen in die Hülle eines Yes Covers gepackt. Wirklich, das Album startet mit Rock’n’Roll-Musik. Gut bereits nach wenigen Sekunden weiß man dann, dass hier doch Yes zu hören sind und zwar mit dem Titellied des Albums „Going For The One“. Jetzt wird es nämlich durchaus ein wenig Yes-typischer und ist eben kein normaler Rock’n’Roll mehr, eher ein Rocker à la Yes. Nun richtig überzeugend ist das jedoch nicht, auch wenn Steve Howe sich hier mal so richtig im Solo ausleben kann. Mit jedem weiteren Hören geht die Nummer sogar sehr gut ins Ohr, jedoch absolute Begeisterung kann dieses Lied trotzdem nicht hervorrufen. Das gilt ebenfalls für den zweiten „Rocker“ der Scheibe, „Parallels“ aus der Feder Chris Squires. Dieses Mal ist die Nummer auch nicht so eingängig wie noch das Titellied. Rockig zwar, aber es klingt irgendwie ein wenig überladen, da die Soli auf der Gitarre und der Orgel gleichzeitig gespielt werden und Jon Anderson darüber auch noch singt. Nun und besonders melodiös ist das dann auch nicht mehr.

Das sieht beim zweiten Stück des Albums „Turn Of The Century“ allerdings schon ganz anders aus. Die Nummer ist zwar ein wenig proggig und vertrackt, klingt aber genau so, wie man Yes von früheren Alben, vor „Relayer“, her kannte. Zunächst sehr ruhig gehalten, entwickelt sich das Lied dann immer weiter, wird lauter und schneller, bleibt seinen Harmonien jedoch treu. „Wonderous Stories“ ist dagegen eine wunderschöne Ballade. Melancholisch verträumt, geht diese sofort in Ohr und besitzt auch diesen besonderen Wiedererkennungswert, der manchen Titeln einfach innewohnt.

Bliebe noch das Hauptstück der Platte „Awaken“, welches nicht nur wegen seiner Laufzeit von bald sechzehn Minuten an frühere Tage erinnert. Mit „Awaken“ sind Yes wieder einmal auf ihrem Höhepunkt angekommen. Ein unglaublich komplexes Lied, bestehend aus mehreren Teilen. Mal treibend, dann wieder sanft fließend, melodisch, aber auch fordernd und sehr, sehr spannend. Hier passt einfach alles. Yes nehmen einen mit „Awaken“ auf eine musikalische Reise, die es lohnt gehört und genossen zu werden. Progressive Rock von seiner besten Seite.

Fazit: Nicht alles auf „Going For The One“ ist überzeugend. Rock’n’Roll mag ich auch gar nicht von dieser Band hören. Da gibt es genügend andere Combos, die das sehr viel besser können. Aber ich möchte von Yes Progressive Rock hören und genau dieses Musikgenre zelebrieren die fünf Musiker mit „Awaken“ exzellent. Zweifellos der Höhepunkt der Platte. Dazu gibt es mit „Turn Of The Century” und „Wonderous Stories“ zwei weitere, wahrlich gelungene Tracks, die das Album für Freunde des Progressive Rock sehr lohnenswert werden lassen. Und noch etwas soll hier nicht unerwähnt bleiben. Der Punk hatte seinen Siegeszug begonnen, der Progressive Rock war den meisten Hörern viel zu komplex und ausufernd geworden. Und dann kommen Yes im Jahr 1977 daher und legen diese Platte vor. Vielleicht sind die beiden rockigen Titel kleine Zugeständnisse an den geänderten Musikgeschmack der damaligen Zeit. Dem Rest der Platte ist dieser Zeitgeist jedoch so etwas von egal. Hier wird weiter Musik gemacht, wie zu den Hochzeiten des Progressive Rock: kompromisslos kompliziert, vertrackt und melodiös harmonisch. Danke Yes. Elf Punkte.

Anspieltipps: Awaken



Sonntag, 23. November 2014

Van Der Graaf Generator – A Grounding In Numbers




Van Der Graaf Generator – A Grounding In Numbers


Besetzung:

Peter Hammill – voice, piano, electric guitar, ashbory bass
Hugh Banton – organs, bass pedals, bass guitar, hapsichord, piano, glockenspiel, 10 string bass, guitar
Guy Evans – drums, percussion, guitar


Label: Esoteric Recordings


Erscheinungsdatum: 2011


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

1. Your Time Starts Now (4:15)
2. Mathematics (3:38)
3. Highly Strung (3:36)
4. Red Baron (2:23)
5. Bunsho (5:03)
6. Snake Oil (5:21)
7. Splink (2:37)
8. Embarrassing Kid (3:07)
9. Medusa (2:12)
10. Mr. Sands (5:22)
11. Smoke (2:30)
12. 5533 (2:42)
13. All Over The Place (6:04)

Gesamtspieldauer: 48:50




„A Grounding In Numbers“ heißt das elfte Studioalbum von Van Der Graaf Generator und dieses stellt durchaus etwas Besonderes dar. Denn wann gab es das schon einmal, dass auf einem Van Der Graaf Generator Album dreizehn verschiedenen Titel zu finden sind, die oftmals nur mit drei Minuten Laufzeit ausgestattet wurden? Genau, noch nie! Trotzdem hört man auf „A Grounding In Numbers“ Progressive Rock, der durchaus auch mal ein wenig vertrackter sein kann, zudem jedoch immer wieder sehr melodiöse Passagen aufweist.

Inhaltlich befasst sich die Scheibe mit Zahlen und ganz allgemein mit der Mathematik. Veröffentlicht wurde das Album am 14. März, im amerikanischen schreibt man das als 3.14, also die ersten drei Ziffern der Zahl Pi. Zufall? Sicherlich kein Zufall ist jedoch, dass Van Der Graaf Generator hier auf „A Grounding In Numbers“ wieder mal aus dem Vollen schöpfen. Auch wenn es dieses Mal keinen Longtrack mehr gibt, so vereinen diese dreizehn Nummern doch alles in sich, was die Musik von Van Der Graaf Generator schon immer ausgenmacht hat. Hier gibt es die schwer zugänglichen Stellen genauso wie die lieblichen, das Ohr umschmeichelnden Passagen. Alles klingt voll, ist ein klein bisschen weniger rockig geraten, als noch der Vorgänger und die Orgel hat hier das Duell für sich entschieden und ist nun wieder etwas dominanter als die Gitarre.

Ebenfalls etwas ungewöhnlich in der Musik von Van Der Graaf Generator sind Instrumentalstücke. Auch diese gibt es hier zu bestaunen und zwar in Form der sehr entspannten Titel „Red Baron“ und „Splink“, wobei letzteres Lied gegen Ende durchaus als „schräg“ zu bezeichnen ist. Höhepunkte der Scheibe sind das sehr eingängige „Mathematics“, auf denen Van Der Graaf Generator wie in den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts klingen. Auch „Snake Oil“ gehört zu den besonderen Titeln der Platte, die einen auf eine Zeitreise vierzig Jahre in die Vergangenheit schicken möchten. Dazu noch die letzte und gleichzeitig längste Nummer „All Over The Place“. Dieses klingt zunächst ein wenig mitttelalterlich, woran sich mehrere, sehr spannende und melodiöse, typisch nach Van der Graaf klingende, jedoch nicht mehr unbedingt einer Epoche zuzuordnende Abschnitte anschließen.

Fazit: Es gibt nicht allzu viele Bands oder einzelne Musiker, die über solch einen langen Zeitraum nie eine einzige Platte veröffentlicht haben, die nicht deutlich vom restlichen Durchschnitt der eigenen Diskographie abfällt. Im Bereich des progressiven Rocks lässt sich da wohl überhaupt kein Beispiel finden. Doch eines gibt es, ein Vertreter dieses Genres, der mit jeder Platte zu überzeugen wusste und diese Band heißt Van Der Graaf Generator. Auf „A Grounding In Numbers“ sind die Titel kürzer geworden, die Qualität ist jedoch geblieben. Durchaus empfehlenswert. Elf Punkte.

Anspieltipps: Mathematics, Snake Oil, All Over The Place



Samstag, 22. November 2014

Wovenhand – The Laughing Stalk




Wovenhand – The Laughing Stalk


Besetzung:

David Eugene Edwards – guitar, piano, banjo and vocals
His Grace, Sir Charles French – guitar
Ordy Garrison – drums
Gregory Garcia – bass
Jeffrey Linsenmeier – organ


Label: Glitterhouse Records


Erscheinungsdatum: 2012


Stil: Alternative Rock


Trackliste:

1. Long Horn (4:56)
2. The Laughing Stalk (5:02)
3. In The Temple (5:14)
4. King O King (4:18)
5. Closer (3:18)
6. Maize (4:06)
7. Coup Stick (4:28)
8. As Wool (5:42)
9. Glistening Black (5:48)

Gesamtspieldauer: 42:51




„The Laughing Stalk” ist das bereits siebte Studioalbum von Wovenhand oder sollte man besser sagen das siebte Soloalbum des David Eugene Edwards? Es erschien im Jahr 2012 und knüpft stilistisch exakt am Vorgängeralbum „The Threshingfloor“, welches zwei Jahre zuvor veröffentlicht wurde, an. Erneut benötigt man sehr viele Durchläufe dieser Scheibe, um die Musik besser fassbar zu machen. Wieder wirkt alles düster, fast sogar schon dunkel. Die christlichen Botschaften, die David Eugene Edwards mit seinen Liedern zu transportieren versucht, wirken musikalisch gesehen eher einschüchternd, als aufmunternd.

Natürlich ist dies auch kein Alternative Country mehr, höchstens noch in ganz, ganz kleinen Ansätzen. Zu hören gibt es auf „The Laughing Stalk” hauptsächlich Alternative bis Independent Rock, der sehr treibend vorgetragen wird. Zeit zum „Ausruhen“ gibt es hier nicht. Die Musik prescht in ihrer Finsternis nach vorne, versucht den Hörer zu treffen ohne, dass ihr das so richtig gelingen will – höchstens mal phasenweise. Ausfälle gibt es zwar keine auf diesem Album, jedoch fehlen nicht nur die richtigen Höhepunkte. Die Scheibe läuft einfach so durch, leider auch immer wieder, egal wie oft man diese in den CD-Spieler einlegt. Ein wenig wirkt das Ganze so, als ob David Eugene Edwards mit 16 Horsepower auf dem Höhepunkt seines Schaffens war, welchen er auch noch mit zu den Anfängen von Wovenhand hinüberretten konnte. Nun aber, bereits einige Jahre nach 16 Horsepower, scheinen ihm irgendwie die Ideen und Einfälle ausgegangen zu sein.

Fazit: Nein, „The Laughing Stalk” ist kein schlechtes Album. Wirklich nicht. Wenn es das erste ist, welches man von Wovenhand hört, kann es durchaus passieren, dass man beeindruckt ist von dieser dunklen Stimmung und dem vollen Sound dieses Alternative Rock. Wenn man die Band jedoch seit ihrem Beginn verfolgt, fällt auf, dass vieles schon mal da war und nun noch in leicht abgewandelter Form wiedergegeben wird. Dazu fehlen auch die wirklich eingängigen Melodien, die aus der Masse herausragen. Diese gibt es einfach nicht auf „The Laughing Stalk”. Was bleibt ist ein durchschnittliches Album. Acht Punkte.

Anspieltipps: Long Horn, Maize, Glistening Black



Freitag, 21. November 2014

Gentle Giant – In A Glass House




Gentle Giant – In A Glass House


Besetzung:

Derek Shulman – vocals, alto and soprano saxophone and recorder
Gary Green – 6 and 12 string guitars, mandolin, percussion and alto recorder
Kerry Minnear – all keyboards, tune percussion, recorder and vocals
Ray Shulman – bass guitar, violin, acoustic guitar, percussion and backing vocals
John Weathers – drums and percussion


Label: Vertigo


Erscheinungsdatum: 1973


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

1. The Runaway (7:24)
2. An Inmates Lullaby (4:31)
3. Way Of Life (7:53)
4. Experience (7:50)
5. A Reunion (2:11)
6. In A Glass House (8:08)

Gesamtspieldauer: 37:57




„In A Glass House” heißt das fünfte Album von Gentle Giant. Im Jahre 1973 wurde es veröffentlicht, ist es dabei sehr viel schneller zugänglich, als die meisten anderen Platten der Band. Dies alles vor dem Hintergrund, dass der dritte Shulman Bruder Gentle Giant gerade verlassen hatte, um wieder als Lehrer zu arbeiten. Aber es gab noch mehr Schwierigkeiten. Die Plattenfirma machte Schwierigkeiten, weil sie die Musik von Gentle Giant auf „In A Glass House“ für nicht zugänglich und damit unverkäuflich ansah. Das amerikanische Label der Band ging da sogar noch einen Schritt weiter und veröffentlichte die Platte gar nicht erst in den USA. Der Grund war derselbe, Kosten würden entstehen und die Scheibe selbst klang den Marketing Leuten einfach nicht verkäuflich.

Gentle Giant zelebrierten zu dieser Zeit Progressive Rock, der sehr viel komplizierter war, als jener der Kollegen von zum Beispiel Genesis oder Yes. Nicht weiter verwunderlich, dass der Band der große Durchbruch somit nie restlos gelang. Sehr schade, denn alleine dieses Album hätte so viel mehr Aufmerksamkeit verdient. Hier gibt es treibende und rockige Parts zu hören, verträumte Abschnitte, sehr melodiöse Passagen, gleichberechtigt neben deutlich vertrackteren Abschnitten. Hier wird der Rhythmus mal aus zerschlagenen Gläsern generiert, ein anderes Mal hört man ein wunderschön verträumtes Glockenspiel, welches überhaupt keine Perkussion mehr benötigt. Die fünf Musiker spielen auf „In A Glass House“ Alt- und Sopran-Saxophon, 6- und 12-String akustische und elektrische Gitarren, Moog, Hammond Orgel, Piano, Orgel, Klavichord, Celesta, Glockenspiel, Marimba, Vibraphone, Pauke, Cello, Bass, Violine, elektrische Violine, Tamburin, Schlagzeug und Kuhglocke. Und dazu wurden keinerlei Gastmusiker eingeladen, alles wurde selbst eingespielt. Zu all diesen Instrumenten gesellt sich dann der oftmals noch mehrstimmig arrangierte Gesang und fertig ist das volle und intensive Klangerlebnis, welches immer wieder auch von Überraschungen wie plötzlichen Rhythmus- und Tempowechseln, lauteren und leiseren Passagen lebt.

Fazit: Progressiv Rock von seiner besten Seite bieten hier die fünf Musiker von Gentle Giant. Abwechslungsreich, voller Ideen und Einfälle, wunderbar umgesetzt und durchaus auch eingängig gehalten. Sicherlich wieder mal keine Musik für das Radio, wohl auch deshalb blieb Gentle Giant der große Erfolg immer versagt. Dafür ist die Musik der Band so unfassbar anders als alles andere, was man sonst so zu hören bekommt. Genau dies macht die Musik von Gentle Giant so spannend und hörenswert. Dreizehn Punkte.

Anspieltipps: The Runaway, An Inmates Lullaby



Donnerstag, 20. November 2014

Pearl Jam – No Code




Pearl Jam – No Code


Besetzung:

Jeff Ament – bass guitar, guitar, chapman, vocals,
Stone Gossard – guitar, vocals, lead vocals on "Mankind"
Jack Irons – drums
Mike McCready – guitar, piano
Eddie Vedder – lead vocals, guitar, harmonica


Gastmusiker:

Brendan O'Brien – piano


Label: Sony Music


Erscheinungsdatum: 1996


Stil: Alternative Rock, Grunge


Trackliste:

1. Sometimes (2:41)
2. Hail, Hail (3:42)
3. Who You Are (3:50)
4. In My Tree (3:59)
5. Smile (3:52)
6. Off He Goes (6:03)
7. Habit (3:36)
8. Red Mosquito (4:04)
9. Lukin (1:02)
10. Present Tense (5:47)
11. Mankind (3:29)
12. I'm Open (2:58)
13. Around The Bend (4:35)

Gesamtspieldauer: 49:38




No Code” nannten Pearl Jam ihr viertes Album, welches 1996 veröffentlicht wurde. Neben Nirvana wird Pearl Jam mit als Erfinder des Grunge gehandelt, kein Wunder, sie kommen ebenfalls aus Seattle… Inzwischen sind Pearl Jam auch die einzigen, die noch regelmäßig Platten veröffentlichen. Nun, dann legt man „No Code“ in den CD-Spieler ein und denkt sich: „Grunge? Komisch, klingt meistens wie Alternative Rock. Aber die Platte ist doch von 1996, da war Grunge doch noch richtig in.“

Im Grunde genommen egal, wie das hier bediente Musikgenre genannt wird, es geht immer um die Musik selbst, die muss eben gefallen beziehungsweise etwas in sich tragen. Und genau das können die einzelnen Titel auf „No Code“ durchaus. Guter und eingängiger Alternative Rock wird hier zumeist geboten, der auch ohne große Umwege ziemlich schnell ins Ohr geht. Aber es ist natürlich nicht nur Alternative Rock, der hier zu hören ist. Selbstverständlich verwöhnen Pearl Jam die Ohren der Hörer auch mit Grunge, wie bei „Hail, Hail“, „Habit“ oder „Mainkind“. Dann gibt es mit „Lukin“ sogar einen sehr kurzen Punk-Ausflug. Haben Pearl Jam jemals schon einmal härter geklungen? Nun und „I’m Open“ ist fast schon als kleiner Ausflug in die experimentelle Musik zu sehen.

Die Spannbreite ist also enorm auf „No Code“. Und egal in welcher musikalischen Atmosphäre sich die Musiker um Eddie Vedder auch bewegen, die einzelnen Titel wirken immer. Einige wenige Durchläufe genügen da bereits, um die einzelnen Perlen für sich zu entdecken. Genauso breit gefächert wie das Musikgenre ist auch das Tempo der einzelnen Tracks. Hier gibt es den sanften Titel, neben einigen Nummern, die im Mid-Tempo angesiedelt sind und auch laute Kracher, die das Pendel zur sehr rockigen Seite ausschlagen lassen. An der Qualität der Lieder ändert dies jedoch ebenfalls nichts, hörenswert bleibt das alles allemal.

Fazit: Das vierte Album noch Pearl Jam ist ein sehr abwechslungsreiches geworden. Lief der Verkauf dieser Scheibe zunächst noch recht schleppend an, da viele Fans von Pearl Jam Grunge in Reinkultur hören wollten und sonst anscheinend nichts, so wird die Platte inzwischen sogar als Geheimtipp für die Wahl zum besten Pearl Jam Album gehandelt. Sei’s drum, dies bleibt natürlich Geschmackssache, festzuhalten ist auf jeden Fall, dass „No Code“ eine gute und unterhaltsame Platte geworden ist, die über keinerlei Ausfälle verfügt. Macht Spaß, wenn man auf Rock steht. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Sometimes, Smile, Red Mosquito, I’m Open



Mittwoch, 19. November 2014

David Bowie – Reality




David Bowie – Reality


Besetzung:

David Bowie – vocals, guitar, keyboards, percussion, saxophone, stylophone, synthesizer


Gastmusiker:

Sterling Campbell – drums
Matt Chamberlain – drums
Gerry Leonard – guitar
Earl Slick – guitar
Mark Plati – bass guitar, guitar
Mike Garson – piano
David Torn – guitar
Gail Ann Dorsey – backing vocals
Catherine Russell – backing vocals
Matt Chamberlain – drums on "Bring Me The Disco King" and "Fly"
Tony Visconti – bass guitar, guitar, keyboards, vocals
Mario J. McNulty – additional percussion and drums on "Fall Dog Bombs The Moon"
Carlos Alomar – guitar on "Fly"


Label: Sony Music


Erscheinungsdatum: 2003


Stil: Rock, Pop


Trackliste:

1. New Killer Star (4:41)
2. Pablo Picasso (4:06)
3. Never Get Old (4:25)
4. The Loneliest Guy (4:12)
5. Looking For Water (3:29)
6. She'll Drive The Big Car (4:35)
7. Days (3:19)
8. Fall Dog Bombs The Moon (4:04)
9. Try Some, Buy Some (4:25)
10. Reality (4:24)
11. Bring Me The Disco King (7:45)

Gesamtspieldauer: 49:24




Das vierundzwanzigste Studioalbum David Bowies erschien im Jahr 2003 unter dem Titel „Reality“. Nun sollte es erst einmal zehn Jahre dauern, bis mit „The Next Day“ schließlich die fünfundzwanzigste Scheibe erschien. Nun, „Reality“ ist die fünfte Platte in Folge, die jetzt wieder deutlich mehr überzeugen kann. Alles was David Bowie nach „Scary Monsters“ und bis „Outside“ veröffentlichte, ist für den Fan der frühen Werke des Engländers nur schwer verdauliche Kost gewesen. „Reality“ schließt sich jetzt glücklicherweise allerdings dem Reigen der letzten vier Platten an und offenbart wieder einen Künstler, der nicht nur im Mainstream des billigen Pop mitschwimmen möchte, sondern auch gerne Mal ganz andere Wege geht und somit durchaus innovativ aus der Reihe tanzt.

„Reality“ weist eine ganz große Spannbreite verschiedenster Pop-Songs auf, die fast durchgängig überzeugen können. Da gibt es solch einen fast schon mystisch verwunschenen Titel wie „The Loneliest Guy“, nur ganz sanft instrumentiert und gesanglich mit nichts anderem zu vergleichen, was David Bowie bisher eingesungen hat, so zerbrechlich klingt seine Stimme hier. Dann ist da dieser Höhepunkt der ganzen Scheibe „Days“. Wenn Pop-Musik immer so klingen würde, wäre ich der größte Pop-Fan auf Erden. Tolle und eingängige Melodie und bewegender Text. Solche Nummern zu komponieren, können nicht viele Künstler.

Jedoch auch der Rest, egal ob der Titel jetzt „Pablo Picasso“ heißt, ordentlich rockt und groovt oder aber den Namen „Never Get Old“ trägt und ein wenig funkig ist, überzeugen kann das alles. Einige Höhepunkte warten auch noch am Ende der Scheibe auf den Hörer. „Fall Dog Bombs The Moon“ klingt wieder etwas rockiger, bei „Try Some, Buy Some” fühlt man sich, in einer Zeitmaschine sitzend, zu den Anfängen des David Bowie zurückversetzt. Der Titelsong „Reality“ ist dann wieder eher ein Rocker, jedoch ebenfalls überaus eingängig. Lediglich mit der letzten Nummer, „Bring Me The Disco King“, die allerdings überhaupt nicht nach Disko klingt, da weiß ich so überhaupt nichts mit anzufangen. Das Lied hört sich ein wenig soulig gequält an und passt so überhaupt nicht zum Rest der Platte.

Fazit: Wieder ein sehr überzeugendes und abwechslungsreiches Album des David Bowie. Leider sollte es, wie bereits erwähnt, für die nächsten zehn Jahre die letzte Platte bleiben, die David Bowie veröffentlichte, da er im Jahr 2004 einen Herzinfarkt erlitt und danach erst einmal kürzer trat. David Bowie Fans dürften das Album lieben und auch andere Hörer, die auf gut gemachten, nicht ganz alltäglichen Pop stehen, werden Gefallen an diesem bunten Strauß musikalischer Einfälle finden. Manche Musiker können es einfach und David Bowie gehört definitiv dazu. Elf Punkte.

Anspieltipps: The Loneliest Guy, Days, Try Some Buy Some



Dienstag, 18. November 2014

Jethro Tull – Aqualung




Jethro Tull – Aqualung


Besetzung:

Ian Anderson – vocals, acoustic guitar, flute
Clive Bunker – drums and percussion
Martin Barre – electric guitar, descant recorder
John Evan – piano, organ, mellotron
Jeffrey Hammond – bass guitar, alto recorder, odd voices, backing vocals


Label: Chrysalis


Erscheinungsdatum: 1971


Stil: Folk Rock, Progressive Rock, Hard Rock


Trackliste:

1. Aqualung (6:38)
2. Cross Eyed Mary (4:10)
3. Cheap Day Return (1:23)
4. Mother Goose (3:53)
5. Wond'ring Aloud (1:56)
6. Up To Me (3:16)
7. My God (7:13)
8. Hymn 43 (3:19)
9. Slipstream (1:13)
10. Locomotive Breath (4:26)
11. Wind Up (6:04)

Gesamtspieldauer: 43:32




„Aqualung“ heißt das vierte Album der englischen Band Jethro Tull und es wurde im Jahr 1971 veröffentlicht. Unterschiedliche Meinungen herrschen darüber, ob dies nun ein Konzeptalbum, es wäre dann das erste von Jethro Tull, sei oder eben nicht. Ian Anderson hat dies zumindest immer verneint und er müsste es im Grunde genommen eigentlich am besten wissen. Behandelt werden auf „Aqualung“ auf jeden Fall die Themen „Obdachlosigkeit“ und als großer Überbegriff das Thema „Religionen“. Der Titel „Aqualung“ stellt dabei gleichzeitig auch den Namen eines fiktiven Obdachlosen dar.

Allgemein gilt diese Platte als ein Meilenstein in der Musik der Band „Jethro Tull“ sowie in der Geschichte des Progressive Rock und beides kann man getrost so stehen lassen. Jethro Tull hatten mit diesem Album ihren Sound gefunden und Ian Anderson strotzt hier nur so vor Ideen und Einfällen und Kreativität. Alles klingt, ist mal rockiger, mal folkiger gehalten, ist angereichert mit stilistischen Wechseln innerhalb der Lieder selbst und geht unwahrscheinlich schnell ins Ohr. Dabei herrscht auf der Platte eine unglaublich große Vielzahl an stilistischen Variationen der einzelnen Musikgenres, dass es einfach nur Freude bereitet in diese eintauchen zu dürfen.

Drei sehr kurze und eindeutig dem Folk zuzuordnende Nummern befinden sich ebenfalls auf dem Album, von denen man sich durchaus auch eine längere Version gewünscht hätte. Vor allem „Cheap Day Return“ weiß hier zu überzeugen. Aber eben nur sehr kurz, vielleicht ein kleines Manko. Wer weiß, wie diese Nummern geraten wären, wenn es damals schon die Laufzeitlänge einer CD gegeben hätte. Nun und dann gibt es auf „Aqualung“ jede Menge Klassiker im Songmaterial von Jethro Tull. Sei dies nun der Titeltrack, das beeindruckende „Cross Eyed Mary“, welches auch einen häufigen Einsatz auf Konzerten der Band fand, das etwas verwunschene „Mother Goose“, das progressive „My God“ oder natürlich das wohl bekannteste Lied von Jethro Tull, „Locomotive Breath“, eine Nummer die auf keiner 70er Party fehlen darf und auch heute noch regelmäßig von den Stationen dieser Welt gespielt wird. Nun, ich hätte jeden anderen Titel hier ebenfalls aufführen können. Jede Nummer wirkt, weiß zu überzeugen, wenn nicht sogar zu begeistern.

Fazit: Wahrlich beeindruckend dieses vierte Album von Jethro Tull. Wenn ich an den Klang der Band denke, dann kommt mir neben „Thick As A Brick“ unweigerlich diese Scheibe in den Sinn, da diese beiden Platten die Musik der Band am treffendsten umschreiben und widergeben. Durch genau diesen Sound wurde Jethro Tull erfolgreich und hebt sich auch deutlich von anderen Bands ab – und damit ist nicht nur die Querflöte des Ian Anderson gemeint. Wahrlich spannende Musik, abwechslungsreich, rockig, eingängig und sehr empfehlenswert. Dreizehn Punkte.

Anspieltipps: Cross Eyed Mary, My God, Locomotive Breath und der Rest



Montag, 17. November 2014

Led Zeppelin – Presence




Led Zeppelin – Presence


Besetzung:

John Bonham – drums, percussion
John Paul Jones – four and eight-string bass guitars
Jimmy Page – guitars
Robert Plant – lead vocals, harmonica on "Nobody's Fault But Mine"


Label: Swan Song Records


Erscheinungsdatum: 1976


Stil: Blues Rock, Hard Rock


Trackliste:

1. Achilles Last Stand (10:25)
2. For Your Life (6:24)
3. Royal Orleans (3:00)
4. Nobody's Fault But Mine (6:16)
5. Candy Store Rock (4:12)
6. Hots On For Nowhere (4:44)
7. Tea For One (9:27)

Gesamtspieldauer: 44:28




„Presence“ nannten die vier Musiker von Led Zeppelin ihr siebtes Studioalbum. Im Jahr 1976, also ein Jahr nach dem wirklich gelungenen Doppelalbum „Physical Graffiti“ veröffentlicht, lässt diese Scheibe selbst bei einigen Led Zeppelin Fans ein etwas zwiespältiges Gefühl zurück. Mitunter wird „Presence“ sogar als der Anfang vom Ende der Band bezeichnet. Nun, ganz soweit muss man sicherlich nicht gehen, allerdings ist „Presence“ durchaus anders geworden, als noch die Vorgänger.

Was zunächst einmal auffällt, ist die dieses Mal geänderte Instrumentierung. So hört man auf „Presence“ weder ein Keyboard und auch keine akustische Gitarre mehr. Letzteres weist schon mal auf den Umstand hin, dass hier keine Balladen zu hören sind, von denen Led Zeppelin auf den vorherigen Scheiben einige grandiose Vertreter veröffentlichte. Die Musik auf „Presence“ ist zum Teil sehr viel rockiger, geht oftmals ganz gerade in die Richtung Hard Rock. Und natürlich darf der Blues Rock auch nicht zu kurz kommen. Stellvertretend dafür steht die letzte Nummer der Platte „Tea For One“.

Gut, also härter klingt „Presence“, wieder ein wenig bluesiger vielleicht auch. Und jetzt komme ich zu einem Punkt, der mir auf diesem siebten Led Zeppelin Album sofort auffiel und bis heute auffällt: Es fehlen ein wenig diese Melodien, diese Eingängigkeiten, die ein Lied auch längerfristig im Ohr verweilen lassen. Praktisch völlige Fehlanzeige, die Nummern laufen einfach ein wenig durch, ohne hängenzubleiben. Klar, musikalisch ist das alles perfekt umgesetzt, trotzdem wirken die einzelnen Titel irgendwie nicht so, wie auf früheren Veröffentlichungen. Nun, aber eine Ausnahme gibt es dann doch, ein Titel, der vielleicht doch ein wenig herausragt: der Opener „Achilles Last Stand“. Mit knapp zehneinhalb Minuten ist dieses Lied das drittlängste im Songmaterial von Led Zeppelin und ein richtiger Rocker, der angeblich sogar das Genre Metal streift, was ich hier allerdings nicht ganz so heraushöre. Allerdings ein wirklich gutes und überzeugendes Lied, welches weit aus dem Rest dieser Platte heraussticht.

Fazit: Vielleicht ist es mein nicht vorhandenes Gen den Blues zu spüren, vielleicht meine immer vorhandene Suche nach „der besonderen“ Melodie – ich weiß es nicht. Mit „Presence“ werde ich nicht richtig warm und wurde es auch noch nie und ich befürchte… „Presence“ ist wahrlich kein schlechtes Album und Blues-Fans und auch viele Led Zeppelin Freunde lieben es, für mich ist und bleibt es jedoch eher Durchschnitt. Acht Punkte.

Anspieltipps: Achilles Last Stand



Sonntag, 16. November 2014

Eloy – Power And The Passion




Eloy – Power And The Passion


Besetzung:

Frank Bornemann – vocals, guitar
Manfred Wieczorke – organ, piano, mellotron, synthesizers
Luitjen Janssen – bass
Detlef Schwaar – guitar
Fritz Randow – drums


Label: EMI


Erscheinungsdatum: 1975


Stil: Krautrock, Progressive Rock


Trackliste:

1. Introduction (1:12)
2. Journey Into 1358 (2:55)
3. Love Over Six Centuries (10:09)
4. Mutiny (9:09)
5. Imprisonment (3:14)
6. Daylight (2:39)
7. Thoughts Of Home (1:05)
8. The Zany Magician (2:49)
9. Back Into The Present (3:03)
10. The Bells Of Notre Dame (6:22)


Bonus Track:

11. The Bells Of Notre Dame (Remix 1999) (6:34)

Gesamtspieldauer: 49:09




Dass die Musiker von Eloy ein wirklich sehr gutes Gespür für die eingängige Melodie besitzen, das beweisen die Mannen um Frank Bornemann auch auf „Power And The Passion“, dem vierten Studioalbum der Hannoveraner, welches ursprünglich 1975 veröffentlicht wurde. „Power And The Passion“ ist ein Konzeptalbum, das erste, dem noch manches weitere folgen sollte. Natürlich liegt auch hier, bei diesem ersten derartigen Konzept, eine Fantasy-Geschichte zugrunde. Der Protagonist Jamie wird durch eine Zeitdroge, die sein Vater, ein Wissenschaftler, entwickelt hat, in das Paris des Jahres 1358 transportiert. Dort trifft er Jeanne und verliebt sich in diese. Allerdings hat Jeanne einen ihm nicht gerade wohl gesonnenen Papa, zudem gerät Jamie in einen Aufstand und landet schließlich im Kerker. Allerdings wird er wieder befreit und von einem Zauberer zurück in seine Zeit geschickt. „Fantasy“ à la Frank Bornemann. Die Mitmusiker konnten damit offensichtlich nur wenig anfangen und Eloy löste sich nach dieser Scheibe erst mal auf.

Dabei stellt die Platte ein durchaus gelungenes Bindeglied zwischen den ersten, mehr songorientierten Alben und den nun folgenden weiteren Konzeptalben dar. Auf „Power And The Passion“ hört man durchaus auch noch härtere Töne, die bis in den Hard Rock hineinreichen. Trotzdem überwiegt ganz deutlich der melodische Ansatz, der oftmals durch die Orgel des Manfred Wieczorke erst so richtig unterstrichen wird. Dabei bildet die ehemalige erste Seite dieses Albums durchaus einen Höhepunkt im Schaffen von Eloy. Hier hört man unglaublich einnehmende und harmonische Melodien, neben dann sehr viel mehr rockenden Abschnitten, die jedoch ebenfalls mit Melodiösität angefüllt sind und zu wirken verstehen.

Leider hält die Band die Qualität der Songs nicht über das ganze Album hinweg. Die ehemalige zweite Seite der Platte ist da schon ein wenig langweiliger geraten. Auch hier gibt es zwar noch schöne und gelungene Abschnitte, jedoch deutlich weniger davon. Dazu gesellen sich zusätzlich ein paar deutlich langweiliger geratene Titel, die einfach so gar nicht zünden wollen, da jetzt ein wenig zu sphärisch geraten. Nun und schließlich ist da natürlich auch wieder die Aussprache des Frank Bornemann, die leider zumeist etwas nervend ist. Passt seine Stimme durchaus perfekt zu dieser deutschen Ausprägung des Progressive Rock, so reißt einen so manch etwas ungelenk ausgesprochenes Wort, immer wieder aus einer möglichen Illusion des Paris im 14. Jahrhundert.

Fazit: Die erste Seite von „Power And The Passion“ hat durchaus 13 Punkte verdient. Das ist wirklich sehr gut gemachter Krautrock, eingängig und sehr unterhaltend. Obwohl ich hier sogar deutlich weniger Parallelen zum Krautrock heraushöre, als bei Bands wie Grobschnitt oder Jane. Eloy orientieren sich deutlich mehr an ihren offensichtlichen Vorbildern wie Pink Floyd oder Genesis. Nun, die zweite Seite der Platte ist dagegen deutlich langweiliger geworden. Die Melodien können den Hörer jetzt nicht mehr so einfangen, wie noch auf Seite 1 und diese hätte dann auch nur noch neun von fünfzehn möglichen Punkten verdient. Von daher durchaus ein wichtiges Album in der Eloy Diskographie, da hier ein Grundstein für spätere Veröffentlichungen gelegt wurde. Andererseits haben sie es dann sogar später noch besser hinbekommen. 13 + 9 = 22; 22 : 2 = Elf Punkte.

Anspieltipps: Die komplette ehemalige erste Seite von „Introduction“ bis „Mutiny“



Samstag, 15. November 2014

Ennio Morricone – The Best Of Ennio Morricone




Ennio Morricone – The Best Of Ennio Morricone


Besetzung:

Diverse Musiker und Orchester


Label: RCA


Erscheinungsdatum: 1984


Stil: Filmmusik, Soundtrack


Trackliste:

1. For A Few Dollars More (2:51)
2. A Fistful Of Dynamite (4:38)
3. My Name Is Nobody (3:12)
4. A Fistful Of Dollars (3:00)
5. Sacco And Vanzetti (8:35)
     a. Here’s To You
     b. The Ballad Of Sacco And Vanzetti
6. Moses The Lawgiver (4:08)
7. Metello (2:44)
8. God With Us (4:28)
9. Once Upon A Time In The West (7:12)
     a. L’Uomo Dell’ Armonica
     b. Titoli
10. Novecento: Romanzo (4:09)
11. Death Rides A Horse (3:22)
12. Life Is Though, Isn’t It? (4:39)
13. Ciribiribin (3:49)
14. Scetate (4:57)

Gesamtspieldauer: 49:09




Wenn man den Namen “Ennio Morricone” in eines der bekanntesten Beststell-Portale des Internets eingibt, dann erhält man Sage und Schreibe etwa 1.000 Treffer. Nicht auf allen dort dann angebotenen Scheiben, ist Ennio Morricone dann alleine vertreten, manches Mal wird seine Filmmusik auch interpretiert, jedoch hat dieser Komponist unfassbar viel Filmmusik komponiert. Unter diesen „Treffern“ finden sich dann auch noch etwa vierzig bis fünfzig verschiedene „Best Of…“-Alben, natürlich alle in einer etwas anderen Zusammenstellung. Eine davon wurde hier auf diesen Seiten ebenfalls schon besprochen.

Nun, auch auf der vorliegenden Platte sind die bekanntesten Titel von Ennio Morricone mit vertreten, wie zum Beispiel die Titelmelodien zu „Spiel mir das Lied vom Tod“, „Für eine Handvoll Dollars“, „Für ein paar Dollars mehr“ und „Mein Name ist Nobody“, um die wohl bekanntesten zu erwähnen. Das wird sicherlich bei den anderen „Best Of…“-Scheiben genau so sein, verbürgen kann ich mich dafür jedoch nicht, weil ich sie weder besitze, noch sie mir im Internet angesehen habe. Nun, aber die Vermutung ist jedoch da.

Trotzdem lohnt sich gerade auch diese PLatte hier, weil sie zudem die Musik zu dem Film „Sacco und Vanzetti“ enthält. Zumindest zwei Lieder davon, nämlich „Here’s To You“ und „The Ballad Of Sacco And Vanzetti“, die auf dem Album allerdings direkt aufeinanderfolgen, also nicht einzeln anwählbar sind. Das Besondere an diesen beiden Stücken ist, dass es keine Instrumentalmusik ist, sondern, dass hier Joan Baez singt – und dies wahrlich sehr eindrucksvoll. In dem Film wird die wahre Geschichte von Ferdinando „Nicola“ Sacco und Bartolomeo Vanzetti erzählt. Dies waren zwei italienische Einwanderer, die in den USA in der Nacht vom 22. auf den 23. August 1927 im Staatsgefängnis von Charlestown auf dem elektrischen Stuhl hingerichtet wurden, da sie angeblich an einem doppelten Raubmord beteiligt waren. Und obwohl sich sogar jemand anderes für diese Morde verantwortlich zeigte und gestand, wurde jegliches Gnadengesuch der Beiden abgelehnt, was weltweit zu Protesten gegen die USA führte, in deren Verlauf weitere Menschen zu Tode kamen. Sehr wahrscheinlich waren Sacco und Vanzetti wirklich unschuldig, jedoch gehörten beide der anarchistischen Arbeiterbewegung an und auch hatten zur damaligen Zeit frisch angekommene Ausländer einen nicht gerade leichten Stand in den USA, sodass man allgemein annimmt, die Hinrichtungen seien politisch motiviert gewesen.

Ein kleiner Ausflug in die Geschichte der USA und zu diesem Film, zu dem Ennio Morricone eben auch den Soundtrack lieferte. Nun und wie hier Joan Baez beim Titel „Here’s To You“ folgende Textzeilen insgesamt acht Mal wiederholt, das klingt wahrlich ergreifend:

„Here's to you Nicholas and Bart
Rest forever here in our hearts
The last and final moment is yours
That agony is your triumph!”

Frei übersetzt würde ich das mal so wiedergeben:

„Das ist für Euch, Nicola und Bart
Bleibt für immer in unseren Herzen
Der letzte und endgültige Augenblick ist Eurer,
Dieser Todeskampf ist Euer Triumph!“

Redundanz kann in der Musik ein wahrlich starkes Stilmittel sein. Auch die Nummer „The Ballad Of Sacco And Vanzetti”, die sich wie bereits erwähnt, direkt anschließt, ist sehr bewegend. Nun, Joan Baez, die zu den beiden Titeln auch die Texte schrieb, hat natürlich eine sehr einnehmende und packende Stimme, die verbunden mit diesen Texten und den wahrlich melodiösen Harmonien noch sehr viel fesselnder und eben ergreifender wirkt.

Fazit: Nun, die großen Hits sind auf dieser Kompilation vorhanden. Dazu eben noch diese gerade etwas ausführlicher erwähnten Nummern. Leider lässt die Musik auf dem Album ab dem Titel „Moses The Lawgiver“, bis auf die Ausnahme „Once Upon A Time In The West”, etwas nach. Da wären selbst mir noch ein paar andere Titel eingefallen, die auf einem „Best Of…“-Album besser hätten vertreten sein sollen. Trotzdem gibt es auf der Platte zumindest sechs wirklich tolle Lieder, für die sich die Anschaffung lohnt. Elf Punkte.

Anspieltipps: Sacco And Vanzetti



Freitag, 14. November 2014

Yes – Relayer




Yes – Relayer


Besetzung:

Jon Anderson – lead vocals
Steve Howe – acoustic and electric guitars, vocals
Patrick Moraz – keyboards
Chris Squire – bass guitar and vocals
Alan White – drums, percussion


Label: Rhino Records


Erscheinungsdatum: 1974


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

1. The Gates Of Delirium (21:56)
2. Sound Chaser (9:27)
3. To Be Over (9:19)


Bonus Tracks:

4. Soon (Single Edit) (4:18)
5. Sound Chaser (Single Edit) (3:14)
6. The Gates Of Delirium (Studio Run Through) (21:17)

Gesamtspieldauer: 1:09:31




„Relayer“ heißt das siebte Studioalbum der britischen Band Yes und wurde 1974 veröffentlicht. Für viele Yes-Fans stellt diese Scheibe neben „Close To The Edge“ das Beste dar, was jemals von Yes veröffentlicht wurde. Immer wieder kann man auch nachlesen, dass „Relayer“ angeblich sogar das beste Progressive Rock-Album aller Zeiten istt. Und dies vor dem Hintergrund, dass „Relayer“ dem Hörer wahrlich keinen leichten Zugang zur Musik von Yes bietet.

Zunächst einmal gab es jedoch eine Umbesetzung innerhalb von Yes. Rick Wakeman wollte einfach nicht mehr, da er mit der musikalischen Ausrichtung der Band nicht mehr so richtig einverstanden war. So stieg er nach der Tournee zu „Tales From Topographic Oceans“ aus, um sich weiter seiner Solokarriere zu widmen. Es wurde nun also ein neuer Keyboarder gesucht. Steve Howe hätte wohl gerne Keith Emerson bei Yes gesehen, doch der war natürlich mit Emerson, Lake & Palmer ebenfalls überaus erfolgreich und wäre von dem Trio kaum loszueisen gewesen. Dann war auch mal Vangelis im Gespräch und zwei Wochen wurde sogar zusammen geprobt. Aber dieser hatte zum einen große Flugangst, sodass an eine Tournee kaum zu denken gewesen wäre, auch funktionierte es zwischen Steve Howe und Vangelis nicht richtig, sodass weitergesucht werden musste. Schließlich fiel die Wahl auf den Schweizer Patrick Moraz, der bei der Nice-Nachfolgerband Refugee bisher die Tasten gedrückt hatte.

Nun, „Relayer“ als Ergebnis dieser neuen Zusammensetzung ist wahrlich kein einfaches Album geworden. Nie zuvor und auch nie mehr danach haben Yes jemals so aggressiv geklungen. Die Melodien, die auf den ersten Platten immer ganz weit in den Vordergrund gestellt wurden, verschwinden hier ein wenig hinter der Härte, die mitunter sogar an Free Jazz erinnert. Beeindruckend ist die Platte auf jeden Fall durch die hier umgesetzten Einfälle bezüglich Instrumentierung und Gesang. Und überhaupt, diese Instrumentierung. Man merkt, hier sind lauter Könner ihres Faches am Werk und Patrick Moraz weiß hier trefflich zu überzeugen. Und an dieser Stelle muss auch Chris Squire mal Erwähnung finden, denn wo sonst, wenn nicht hier auf „Relayer“, bekommt man die treibensten Bass-Parts in der Rock-Musik präsentiert? Wahrlich beeindruckend.

Lange und oft muss man diese Scheibe hören, damit sie ihre Wirkung so richtig entfalten kann. Jedoch wird es auch dann nicht passieren, dass man ein zweites „Yours Is No Disgrace“ oder „Long Distance Runaround“ oder „And You And I“ entdeckt. Dazu sind die einzelnen Titel einfach zu vertrackt und der melodiöseste Abschnitt sind die letzten Minuten von „Gates Of Delirium“, welches unter dem Titel „Soon“ auch als Single veröffentlicht wurde und hier auch einen Titel der Bonus Tracks darstellt.

Fazit: „Relayer“ ist anders, ist lauter, ist jazziger, ist komplizierter als das, was „Yes“ sonst so veröffentlicht haben. Das macht die Scheibe auch unglaublich spannend, da man mit jedem Hören etwas Neues zu entdecken glaubt. Allerdings ist es für mich nicht die beste Yes-Scheibe und auch nicht das beste Progressive Rock Album aller Zeiten geworden. Dazu fehlen mir einfach die bereits erwähnten Melodien, in die es sich ebenfalls einzutauchen lohnt. „Relayer“ ist ein gutes Album geworden, die sehr guten Yes-Platten, heißen jedoch „The Yes Album“, „Fragile“, „Drama“ und natürlich „Close To The Edge“. Elf Punkte.

Anspieltipps: Sound Chaser



Donnerstag, 13. November 2014

Various Artists – Party Rock 1




Various Artists – Party Rock 1


Besetzung:

Unzählige Musiker in vielen Bands und Orchestern


Label: Sony Music


Erscheinungsdatum: 1996


Stil: Pop, Rock, Disco


Trackliste:

CD1:

1. Queen - We Will Rock You (2:01)
2. Ram Jam - Black Betty (3:04)
3. Roxette - The Look (3:43)
4. Black Box - Ride On Time (3:28)
5. Survivor - Eye Of The Tiger (2:44)
6. Phil Collins - You Can´t Hurry Love (2:47)
7. Kool & The Gang - Celebration (3:50)
8. Bill Haley & The Comets - (We´re Gonna) Rock Around The Clock (2:05)
9. Jive Bunny & The Mastermixers - That´s What I Like (Medley) (5:16)
10. Little Richard - Tutti Frutti (1:14)
11. Ike & Tina Turner - Nutbush City Limits (2:17)
12. T. Rex - Metal Guru (1:49)
13. Electric Light Orchestra - Don´t Bring Me Down (3:50)
14. The Crazy World Of Arthur Brown - Fire (2:47)
15. Status Quo - Rockin´ All Over The World (3:00)
16. The Swinging Blue Jeans - The Hippy Hippy Shake (1:39)
17. Gloria Estefan - Get On Your Feet (3:24)
18. Earth, Wind & Fire feat. The Emotions - Boogie Wonderland (4:41)
19. Foreigner - Cold As Ice (3:10)
20. Soulsister - The Way To Your Heart (3:25)
21. Kevin Rowland & Dexys Midnight Runners - Come On Eileen (3:35)
22. Steppenwolf - Born To Be Wild (3:16)
23. Pacific Gas & Electric - Are You Ready (3:56)
24. Hooters - Karla With A K (3:55)


CD2:

1. S-Express - Theme From S-Express (3:46)
2. Suzi Quatro - Can The Can (3:31)
3. Cheap Trick - I Want You To Want Me (3:30)
4. Mother´s Finest - Baby Love (4:04)
5. Genesis - Land Of Confusion (4:40)
6. Laura Branigan - Self Control (3:59)
7. Toto - Hold The Line (3:53)
8. Milli Vanilli - Girl You Know It´s True (3:53)
9. Patrick Hernandez - Born To Be Alive (3:24)
10. Scorpions - Big City Nights (3:53)
11. Journey - Any Way You Want It (3:10)
12. Westernhagen - Mit Pfefferminz bin ich Dein Prinz (2:42)
13. Rio Reiser - König von Deutschland (3:06)
14. Manfred Mann - Do Wah Diddy Diddy (2:20)
15. Jeronimo - Na Na Hey Hey (3:24)
16. Europe - The Final Countdown (3:53)
17. Foreigner - Urgent (3:45)
18. The Kinks - You Really Got Me (2:06)
19. Deep Purple - Black Night (3:20)
20. Queen - We Are The Champions (2:55)
21. Slade - My Oh My (4:08)
22. Die Toten Hosen - Bommerlunder (2:21)

Gesamtspieldauer CD1 und CD2: 2:30:36




„Party Rock 1“ ist ein Sampler, den ich bereits kurz nach dem Erscheinen mein Eigen nannte, da man hiermit an Lieder kam, die man gut für diverse Diskos verwenden konnte. Da ich damals immer wieder mal Platten auflegte und wirklich keinen Grund darin sah, mir eine Platte von Europe, Toto oder Kool And The Gang zuzulegen, stellte der Erwerb dieser Scheibe, vor dem Zeitalter des Internets, eine durchaus sinnvolle Alternative dar.

Nun, meckern kann man echt nicht über diese Zusammenstellung, obwohl natürlich jeder Musikhörer auf „Party Rock 1“ auch Lieder finden wird, mit denen sie oder er so gar nichts anzufangen weiß. Dazu ist der Stilmix unter den 46 Liedern auch einfach zu groß. Aber für die paar Stücke, die man gebrauchen kann, wahrlich eine lohnende Investition, da es das Album heutzutage für 1 Cent auf diversen Portalen zu erwerben gibt. Natürlich in gebrauchter Form – gepresst werden die CD’s heutzutage nicht mehr – aber immerhin.

Fazit: Über die Musik schreibe ich hier nichts, weil es keinen Sinn machen würde. Auf „Party Rock 1“ ist selbstverständlich alles absolute Geschmackssache und der eine Titel sagt einem eben mehr zu als der andere. Nun, wenn man denn aber mal eine Party schmeißt und diese mit Musik von bis vor etwa 25 Jahren anreichern möchte, gibt es hiermit eine gute Möglichkeit dafür. Übrigens ist der Name des Albums „Party Rock 1“ dahingehend ein wenig verwirrend, weil niemals ein „Party Rock 2“ veröffentlicht wurde. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Alles, ganz nach Geschmack.