Samstag, 24. Oktober 2015

Faith No More – Angel Dust




Faith No More – Angel Dust


Besetzung:

Mike Bordin – drums
Roddy Bottum – keyboards
Billy Gould – bass
Jim Martin – guitars
Mike Patton – vocals, melodica


Label: Slash


Erscheinungsdatum: 1992


Stil: Alternative Metal


Trackliste:

1. Land Of Sunshine (3:44)
2. Caffeine (4:28)
3. Midlife Crisis (4:23)
4. RV (3:43)
5. Smaller And Smaller (5:11)
6. Everything's Ruined (4:34)
7. Malpractice (4:02)
8. Kindergarten (4:31)
9. Be Aggressive (3:42)
10. A Small Victory (4:57)
11. Crack Hitler (4:39)
12. Jizzlobber (6:38)
13. Midnight Cowboy (4:14)


Bonus Track der Wiederveröffentlichung:

14. Easy (3:06)

Gesamtspieldauer: 1:01:58




Manche meiner Platten habe ich lange nicht mehr gehört. Irgendwie scheinen einige Scheiben einfach mal eine Zeit lang hinten runterzufallen und in Vergessenheit zu geraten. Und wenn ich ehrlich bin, dann wundert es mich häufig auch nicht, dass meine Hand nie genau zu diesem oder jenem Album zuckte, wenn es darum ging, Musik für den heutigen Tag aufzulegen – warum soll man sich auch mit schlechter Musik den Tag versauen, wenn es so viel Gutes zu hören gibt. Manchmal ist es aber leider auch unfassbar schade, eine Platte über längere Zeit so links liegengelassen zu haben. Im Rahmen dieser Seiten kommt aber alles wieder auf meinen Plattenteller beziehungsweise in den CD-Player. Und das ist es auch, was mir hier so viel Spaß bereitet, endlich mal „Übersicht“ zu bekommen. Nun, „Angel Dust“ von Faith No More gehört dabei definitiv in die zweite Kategorie, zu jenen Alben also, bei denen ich mir nicht erklären kann, wie es überhaupt so weit kommen konnte, diese Scheibe aus den Augen zu verlieren.

„Angel Dust“ ist das vierte Studio-Album der US-amerikanischen Metal Band Faith No More aus Kalifornien. Und dieses Album ist so etwas von unfassbar abwechslungsreich, so düster bis dunkel, so rockig bis verspielt, so immer wieder überraschend und doch einheitlich. Hier gibt es die volle Dröhnung auf die Ohren und dann werden einem gleichzeitig wunderschöne Melodien auf die Ohren serviert. Da growlt (aber nur ganz, ganz wenig) Sänger Mike Patton mal, singt dann jedoch wieder so butterweich, als könne er kein Wässerchen trüben. Überhaupt dieser Mike Patton, der hier eine unglaublich große Bandbreite von dem zeigt, was ein guter Sänger mit seiner Stimme so alles „unternehmen“ kann.

Der Schwerpunkt liegt auf den eher härteren Nummern, „RV“, „Midnight Cowboy“ und das nachträglich hinzugefügte Lionel Ritchie Cover „Easy“ sind da eher die Ausnahmen. Alle diese drei Titel gehen sofort ins Ohr und bilden aufgrund ihrer „Sanftheit“ und auch augenzwinkernden Verspieltheit tolle Auflockerungen. Aber es gibt natürlich auf „Angel Dust“ jede Menge kraftvolle, nach vorne preschende Titel. Nun und da sage noch einer, Metal sei lediglich „harte“ Musik. Solche Nummern wie „Land Of Sunshine“, „Midlife Crisis” oder „Kindergarten” sprühen geradezu vor Melodiösität und Eingängigkeit. Sehr viel vielschichtiger und abwechslungsreicher präsentieren sich diese Nummern, als ein stupides und schnelles Bum – Tsching – Bum – Tsching und werden ganz schnell zu langanhaltenden Ohrwürmern.

Die Stimmung auf „Angel Dust“ ist eher ein wenig dunkel gehalten. Düster klingt es öfters und wenn Mike Patton dann dazu noch beschwörerisch auf die Hörerin beziehungsweise den Hörer einzusingen scheint, wird das Ganze noch intensiver. Die Lieder funktionieren hier zum Großteil auch nicht nach der Devise Strophe – Refrain – Strophe – Refrain – Solo – Strophe – Refrain, sondern sind vielschichtiger aufgebaut, häufig aus deutlich mehr Teilen zusammengesetzt, die eben nicht nach Schema F hintereinander abgespielt werden. Da macht es schon sehr viel Laune zu lauschen.

Fazit: Egal ob man ein Freund des Headbanging ist oder eher auf die „gepflegte“ Melodie steht, auf „Angel Dust“ ist für jeden was dabei. Und das Schöne daran ist, dass hier diese ganze Bandbreite nebeneinander existiert, perfekt miteinander verwoben ist und irgendwie alle anzusprechen scheint – egal ob Hard- oder Soft-Rocker. „Angel Dust“ wirkt aufgrund seiner Vielfalt, seiner Kraft, seines Ideenreichtuns, kurz aufgrund jeder Menge sehr überzeugender Musik. Sehr empfehlenswert. Zwölf Punkte.

Anspieltipps: Land Of Sunshine, Midlife Crisis, RV, Kindergarten



Freitag, 23. Oktober 2015

Bauhaus – Mask




Bauhaus – Mask


Besetzung:

Peter Murphy – vocals, guitar
Daniel Ash – guitar, saxophone
David J – bass guitar, vocals
Kevin Haskins – drums


Label: Beggars Banquet


Erscheinungsdatum: 1981


Stil: Gothic Rock, New Wave


Trackliste:

1. Hair Of The Dog (2:42)
2. The Passion Of Lovers (3:52)
3. Of Lilies And Remains (3:18)
4. Dancing (2:28)
5. Hollow Hills (4:47)
6. Kick In The Eye (3:40)
7. In Fear Of Fear (2:57)
8. Muscle In Plastic (2:51)
9. The Man With The X-Ray Eyes (3:05)
10. Mask (4:36)


Bonus Tracks der remasterten CD-Ausfgabe:

11. In Fear Of Dub (2:54)
12. Earwax (3:14)
13. Harry (2:47)
14. 1. David Jay 2. Peter Murphy 3. Kevin Haskins 4. Daniel Ash (6:37)
15. Satori (4:35)

Gesamtspieldauer: 54:31




Nein, alltäglich ist dieses zweite Studioalbum der Gothic-Rock Band Bauhaus sicherlich nicht, welches unter dem Titel „Mask“ veröffentlicht wurde. Auch benötigt man garantiert einige Durchläufe der Platte, um mit dieser Scheibe aus dem Oktober 1981 so richtig warm zu werden. Die Melodien und Rhythmen erschließen sich einem nämlich nicht sofort, dazu bedarf es einiger Muße und vor allen Dingen Zeit, dass diese Musik wirklich die Chance hat, auch richtig anzukommen.

Bei mir klappt das auch keineswegs vollständig. Zu verquer klingt da so mancher Titel auf „Mask“, die Musik hört sich mitunter sehr konstruiert an, von melodiös kann man sogar nur in den allerwenigsten Fällen sprechen. Dafür sind die Titel allerdings durchaus spannend geraten, nichts auf „Mask“ ist vorhersehbar, alles scheint überraschend und plötzlich zu geschehen. Und natürlich werden die einzelnen Lieder auch vertrauter und eingängiger mit jedem weiteren Durchlauf.

Plötzlich entwickelt dann solch eine Nummer wie „The Passion Of Lovers“ durchaus eine Art Ohrwurmcharakter. Auch „The Man With The X-Ray Eyes” scheint auf einmal zu zünden. Ein Lied, welches schon sehr weit in das Gene New Wave hineinreicht. Doch diese beiden Titel sind nicht die Höhepunkte der Scheibe. Diese verbergen sich im fünften Stück „Hollow Hills“, welches so wunderschön gespenstisch bis mystisch klingt. Hier sind wir dann ganz im Bereich des Gothic Rock angekommen. Und dann ist da natürlich noch das Titellied „Mask“ selber, welches ebenfalls sehr überzeugt. Auch im Genre des Gothic Rock beheimatet, ist es hier vor allen Dingen die Redundanz innerhalb des Stücks selbst, die einem ein Lächeln auf das Gesicht zaubert. Sehr gelungen.

Was bei diesen Stücken gelingt, nämlich den Zugang zu dieser Musik zu finden, klappt leider nicht absolut beim Rest auf der Platte. Und da ist es dann egal, ob es sich dabei um einen der original enthaltenen Titel oder um eine der fünf Zugaben handelt, die stilistisch durchaus zum Rest passen. Das klingt manchmal schon ziemlich schräg, wenig zugänglich und auch immer wieder absolut experimentell.

Fazit: „Mask” ist ein Album geworden, welches sicherlich sehr spannend, da so überraschend ist. Allerdings kann man das nicht immer hören, da diese Musik zum einen die volle Aufmerksamkeit von Hörerin und Hörer verlangt und zudem durchaus auch anstrengend ist. Höhepunkte hat die Scheibe allerdings durchaus, die auch ins Ohr gehen und dort verbleiben. Aber schwierig, ja schwierig bleibt „Mask“ trotzdem. Sieben Punkte.

Anspieltipps: The Passion Of Lovers, Hollow Hills, Mask



Donnerstag, 22. Oktober 2015

Chris De Burgh – The Getaway




Chris De Burgh – The Getaway


Besetzung:

Chris de Burgh – vocals, 6 and 12 string guitars, piano


Gastmusiker:

Rupert Hine – synthesizers, percussion, orchestral arrangements, backing vocals
John Giblin – bass
Steve Negus – drums
Phil Palmer – electric and acoustic guitar
David Caddick – piano (on "I´m Counting On You")
Tim Wynveen – electric and acoustic guitars on "Crying And Laughing", "Living On The Island", "Light A Fire" and "Liberty"
Anthony Thistlethwaite – saxophones
Stephen W. Tayler – woodwinds, saxophones
Nigel Warren-Green – cello (on "I´m Counting On You")
Anthony Head – additional vocals
Sue Wilkinson – additional vocals
Diane Davison – additional vocals
Miriam Stockley – additional vocals


Label: A&M Records


Erscheinungsdatum: 1982


Stil: Pop, Rock


Trackliste:

1. Don't Pay The Ferryman (3:48)
2. Living On The Island (3:31)
3. Crying And Laughing (4:33)
4. I'm Counting On You (4:27)
5. The Getaway (3:52)
6. Ship To Shore (3:49)
7. All The Love I Have Inside (3:18)
8. Borderline (4:37)
9. Where Peaceful Waters Flow (3:54)
10. The Revolution (1:46)
11. Light A Fire (2:08)
12. Liberty (5:02)

Gesamtspieldauer: 44:47




Zum Teil, ist das schon starker Tobak, was uns der „irische Weichspüler” Chris de Burgh hier, auf seinem sechsten Album mit dem Titel „The Getaway“, präsentiert. Die Platte wurde im Dezember 1982 veröffentlicht und enthält neben eingängigen Pop-Nummern auch einige Schmusesongs sowie gegen Ende der Platte Stücke, die an frühere Alben des Iren erinnern und sehr überzeugen.

Mit solchen Nummern wie „Don't Pay The Ferryman“ oder „Ship To Shore” wird man natürlich auch gerne im Radio gespielt. Eingängig und sehr simpel, bleiben solche Titel leicht im Ohr hängen. Gefallen muss einem das natürlich nicht unbedingt, denn spannende Musik sieht definitiv anders aus. Jedoch verkauft sich solch ein kommerzieller Brei natürlich klasse, nicht umsonst war „The Getaway“ die erste Platte des Chis de Burgh, die es in Deutschland bis auf Platz 1 schaffte. Drei weiteren Alben des Schmuserockers sollte dieses Kunststück in Deutschland ebenfalls noch gelingen.

Sehr schmalzig wird es auch immer wieder mal, dabei sind diese Titel durchaus gelungen und gehen ins Ohr. Nicht alle, aber wer bei „I'm Counting On You“ nicht zum Taschentuch greifen muss, die oder der scheint gewiss ein Herz aus Stein zu haben. Wahnsinn, wie rührselig ein Lied sein kann – und trotzdem ins Ohr geht. Für so etwas müsste sich eigentlich ein „Rocker“ schämen. Nun, und spannend wird es dann richtig am Ende der Scheibe mit den zusammengehörenden Titeln „The Revolution“, „Light A Fire“ und „Liberty“. Im Grunde genommen stellen diese drei Lieder eines dar. Auch auf den unterschiedlichen Ausgaben des Albums, wurden diese Nummern ganz unterschiedlich geschnitten. Hier klingt Chris de Burgh jetzt wieder nach „Crusader“ oder „Spanish Train“. Mehrere Themen entwickeln sich, eine Geschichte wird erzählt und man hört glücklicherweise mal keinen Liebessingsang. Sehr gelungen.

Fazit: Von wirklich überzeugend bis hin zu „Oh weh, muss das jetzt sein?“ reicht die Palette der Lieder auf „The Getaway“. Man muss zwar nicht stürmend den Raum verlassen, wenn so mancher Titel angespielt wird, bei der einen oder anderen Nummer lohnt sich die Fernbedienung jedoch definitiv. Dann gibt es allerdings auch so tolle Titel, wie die drei Stücke am Ende der Platte oder das unfassbar weiche „I'm Counting On You“. Gar nicht einfach diese Platte, irgendwie scheint da etwas für jede und jeden dabei zu sein. Acht Punkte.

Anspieltipps: I'm Counting On You, The Revolution, Light A Fire, Liberty



Mittwoch, 21. Oktober 2015

Calexico – Carried To Dust




Calexico – Carried To Dust


Besetzung:

Joey Burns – vocals, guitars, bass, cello, keyboards, accordion, percussion, vibraphone
John Convertino – drums, percussion, piano
Paul Niehaus – steel guitar, guitars
Jacob Valenzuela – trumpet, keyboards, vibraphone, vocals
Martin Wenk – trumpet, guitar, keyboards, accordion, glockenspiel, vibraphone, harmonica & french horn)
Volker Zander – standup bass, electric bass


Label: City Slang


Erscheinungsdatum: 2008


Stil: Independent Rock, Americana


Trackliste:

1. Víctor Jara's Hands (3:19)
2. Two Silver Trees (3:49)
3. The News About William (2:47)
4. Sarabande In Pencil Form (0:39)
5. Writer's Minor Holiday (3:09)
6. Man Made Lake (3:00)
7. Inspiración (3:34)
8. House Of Valparaíso (2:46)
9. Slowness (3:35)
10. Bend To The Road (3:17)
11. El Gatillo (Trigger Revisited) (3:07)
12. Fractured Air (Tornado Watch) (3:15)
13. Falling From Sleeves (1:20)
14. Red Blooms (3:24)
15. Contention City (4:16)

Gesamtspieldauer: 45:24




„Carried To Dust“ heißt das siebte Album der US-amerikanischen Band Calexico, welches im September 2008 veröffentlicht wurde. Und darauf hört man wieder diese für Calexico unverwechselbare Mischung aus Independent Rock, Folk, Latin, Mariachi und Country. Wahrscheinlich verstecken sich aber wohl noch mehr musikalische Genres auf dieser dreiviertel Stunde Musik, alles scheint bei dieser Band irgendwie zusammenzupassen.

Calexico verstehen dieses Spielen mit unterschiedlichen Musikrichtungen, welches jederzeit spannend und überzeugend bleibt. Die Band klingt hier auch ein klein wenig mehr wie noch in den Anfängen, die „mexikanische und nordamerikanische Karte“ wird immer wieder deutlich ausgespielt. Poppig klingt die Platte kaum, dafür rockig, nicht hart, sondern eher sanft bis hin zum Mid-Tempo hinauf. Dieser Independent Rock überzeugt auch deshalb so, da die Melodien wirklich zu überzeugen wissen. Mag das beim ersten Hören noch „nett“ klingen, stellt man beim zweiten Durchlauf bereits fest, dass sich diese Harmonien bereits fest im Ohr verankert haben.

Die Musik von Calexico auf „Carried To Dust“ klingt nach Weite, nach Sehnsucht, nach Freiheit – und falls diese noch nicht erreicht wurde, dann zumindest nach dem Verlangen danach. Das ist alles durchaus originell und gar nicht so alltäglich. Am allerbesten klingt die Band, wenn es sich irgendwie mystisch oder auf eine Art verwunschen anhört, wie zum Beispiel beim sehr überzeugenden „Man Made Lake“. Ebenfalls in diese Kategorie fällt das sehnsüchtige „Bend To The Road“, bei dem die Musiker ihre Herkunft wieder mal überhaupt nicht verbergen können, was nicht nur am Einsatz einer Lap Steel Guitar liegt. Das kurze Instrumentalstück „Falling From Sleeves“ überzeugt dagegen durch absolute Melodiösität, was ebenfalls auf das etwas verspieltere „Two Silver Trees“ zutrifft.

Fazit: Calexico machen alles, nur keine 08/15-Musik. Und man muss kein Fan mexikanischer und US-amerikanischer Folklore sein, um auf „Carried To Dust“ etwas für sich entdecken zu können. Die Musik von Calexico klingt, ist melodiös, eingängig und die Texte sind durchaus ebenfalls lesenswert. Das ist schon mal eine ganze Menge. Und da die Atmosphäre auf dieser Scheibe ebenfalls eine besondere, so nicht immer zu hörende ist, wird auch dieses Album zu einer lohnenden Anschaffung, wenn man denn Interesse an Rock Musik hat und Spaß daran, mal den Mainstream hinter sich zu lassen. Elf Punkte.


Anspieltipps: Two Silver Trees, Man Made Lake, Bend To The Road, Falling From Sleeves



Dienstag, 20. Oktober 2015

Bryan Ferry – Another Time, Another Place




Bryan Ferry – Another Time, Another Place


Besetzung:

Bryan Ferry – lead vocal, harmonica and organ


Gastmusiker:

Henry Lowther – trumpet
Chris Mercer – tenor saxophone
David O'List – guitar
Ruan O'Lochlainn – alto saxophone
John Porter – guitar
Chris Pyne – trombone
John Wetton – bass guitar, fiddle

Sowie ohne Instrumentenangabe:

Tony Carr
Tony Charles
Don Cirilo
Paul Cosh
Geoff Daley
Martin Drover
Bob Efford
Malcolm Griffiths
Jimmy Hastings
Morris Pert
John Punter
Alf Reece
Peter Robinson
Ronnie Ross
Bruce Rowland
Steve Saunders
Alan Skidmore
Winston Stone
Mark Warner


Label: Island Records


Erscheinungsdatum: 1974


Stil: Rock, Pop


Trackliste:

1. The 'In' Crowd (4:36)
2. Smoke Gets In Your Eyes (2:54)
3. Walk A Mile In My Shoes (4:44)
4. Funny How Time Slips Away (3:31)
5. You Are My Sunshine (6:47)
6. (What A) Wonderful World (2:55)
7. It Ain't Me Babe (3:57)
8. Fingerpoppin' (3:34)
9. Help Me Make It Through The Night (4:15)
10. Another Time, Another Place (4:46)

Gesamtspieldauer: 41:58




Auch das zweite Album des Engländers Bryan Ferry besteht aus Cover-Songs anderer Musiker und Bands. Dieses Mal jedoch nicht mehr ausschließlich, denn tatsächlich steuerte Bryan Ferry auf seiner zweiten Solo-Veröffentlichung sogar einen eigenen Titel bei, nämlich das Titellied und gleichzeitig den Abschluss dieses Albums: „Another Time, Another Place“. Es hätte gerne mehr davon sein können.

Im Jahr 1974 erschien die Platte im Juli und kletterte in den englischen Charts sogar bis auf Rang 4. Trotzdem muss man sich natürlich fragen, ob man solch eine Scheibe überhaupt braucht und nicht die Lieder lieber im Original anhören möchte, wenn sie einen denn interessieren. Nun, sei es drum, Bryan Ferry hat hier einige Titel zusammengestellt, die ihm wohl selber sehr am Herzen gelegen haben dürften. Diese interpretiert er und macht sie dabei schon ein klein wenig zu seinen, denn durch den Sound, der eben für Bryan Ferry und auch Roxy Music durchaus stellvertretend steht, bekommen die einzelnen Lieder eine ganze neue Note.

Allerdings liegt es natürlich in der Natur der Sache, dass der Musikgeschmack des Bryan Ferry nicht unbedingt den eigenen treffen muss und manche Interpretationen auch nicht wirklich überzeugen können, wenn man denn das Original bereits gut kennt. Wahrlich gelungen und sehr überzeugend ist jedoch das viel zu kurze „Smoke Gets In Your Eyes“. Ein Lied zum Steinerweichen. Mein Gott muss Liebe schön sein. Wunderschöne Melodie, tolle Orchestrierung mit einer ordentlichen Portion an Streichern, überzeugendes Saxophon-Solo und dieser herrlich, leicht „schmalzige“, weinerliche Gesang des Bryan Ferry, der hier mitten ins Herz trifft.

Ebenfalls sehr gelungen und überzeugend klingt das bereits erwähnte Titelstück „Another Time, Another Place“. Das einzige selbstgeschriebene Lied begeistert deutlich mehr, als so manche Cover-Version auf dieser Platte. Von solch Eigenkompositionen hätte man sich durchaus noch mehr auf dem Album gewünscht. Denn der ganze Rest, nun, der ist zum Teil ganz nett, manchmal jedoch auch einfach nur langweilig. Vielleicht konnten diese Titel Anfang bis Mitte der 70er Jahre noch überzeugen, inzwischen jedoch, über 40 Jahre später, sieht das schon deutlich anders aus.

Fazit: Es ist, wie es eben so ist, bei einem Album, welches nur aus Cover-Titeln besteht. Eine richtige Daseinsberechtigung gibt es da nur selten für. Nicht viel anders sieht das bei „Another Time, Another Place“ aus. Gelungen ist hier das Titellied – keine Cover-, sondern eine Eigenkomposition, die schwer nach Roxy Music klingt – sowie das wirklich sehr überzeugende „Smoke Gets In Your Eyes“. Und der Rest? Ach, Schwamm drüber. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Smoke Gets In Your Eyes, Another Time Another Place



Montag, 19. Oktober 2015

Peter Hammill – And Close As This




Peter Hammill – And Close As This


Besetzung:

Peter Hammill – vocals, keyboards


Label: Virgin Records


Erscheinungsdatum: 1986


Stil: Art Rock


Trackliste:

1. Too Many Of My Yesterdays (4:48)
2. Faith (4:29)
3. Empire Of Delight (4:44)
4. Silver (5:29)
5. Beside The One You Love (5:14)
6. Other Old Clichés (4:07)
7. Confidence (6:37)
8. Sleep Now (4:44)

Gesamtspieldauer: 40:15




Sein fünfzehntes Solo-Album nannte Peter Hammill „And Close As This”. Und dieses „And Close As This“, bei dem man dem Briten wohl sehr nah kommen soll, ist eine Art Experiment geworden. Nicht jedoch, weil sich Peter Hammill hier besonders experimentell anhört oder klingt, es ist sehr viel eher die Art der Herangehensweise und Fertigstellung der Platte, etwas Neues für Peter Hammill darstellt. Auf „As Close As This“ ist nämlich lediglich Peter Hammill gesanglich und am E-Piano zu hören – sonst niemand und nichts, abgesehen von einigen wenigen eingefügten „Füllern“ mittels des Keyboards, die hier allerdings auch nur seltene Töne darstellen.

Es liegt in der Natur der Dinge, dass bei solch spartanischer Instrumentierung der Schwerpunkt eher auf den sentimentalen, melancholischen Liedern liegt. Und so transportiert das Album auch eine sehr traurige bis nachdenkliche Stimmung. Nur ab und an greift Peter Hammill mal stärker in die Tasten, erhebt seine Stimme über das sanfte Maß hinaus, was jedoch auch nichts an dieser eher dunklen und schwermütigen Atmosphäre ändert.

Sanft ist sie, die Musik auf „And Close As This“ und Peter Hammill versucht hier durchaus „intimer“ mit seinen Hörern zu werden. Das scheitert jedoch manchmal an Liedmaterial selbst. Das kann nicht unbedingt immer und an jeder Stelle überzeugen. Zwar werden die einzelnen Stücke mit jedem weiteren Durchlauf der Platte vertrauter, jedoch nicht unbedingt melodiöser, eingängiger. Das wiederum gilt ausdrücklich nicht für die erste Nummer der Platte, „Too Many Of My Yesterdays“. Zwar zündet das Stück auch nicht unbedingt sofort beim ersten Hören, doch spätestens beim dritten Versuch. Da entfaltet dieses Lied seine ganze Melodiösität und stellt einen weiteren Höhepunkt im Schaffen des Peter Hammill dar.

Fazit: „And Close As This“ ist auch bei Peter Hammill Fans sehr umstritten, weil es eben eine sehr ruhige und irgendwie spartanische Platte geworden ist. Es gibt darauf ein paar wirklich feine Stücke, mit einem Höhepunkt in Gestalt von „Too Many Of My Yesterdays“. Allerdings befinden sich auch einige etwas nichtssagende Nummern auf der Platte, die eben mal so mitlaufen. Wer auf sanfte und gefühlvolle Musik steht, die oder der macht mit der Platte sicherlich nichts falsch. Nicht der Höhepunkt im Schaffen des Peter Hammill, jedoch bestimmt auch kein Ausfall. Acht Punkte.

Anspieltipps: Too Many Of My Yesterdays



Sonntag, 18. Oktober 2015

Mazzy Star – Among My Swan




Mazzy Star – Among My Swan


Besetzung:

David Roback – guitars, keyboard
Hope Sandoval – vocals, harmonica, percussion


Gastmusiker:

William Cooper – strings
Jill Emery – bass
Keith Mitchell – drums
William Reid – additional guitar on "Take Everything"
Aaron Sherer – drums on "Take Everything" and "Still Cold"


Label: Capitol Records


Erscheinungsdatum: 1996


Stil: Ambient, Psychedelic Rock


Trackliste:

1. Disappear (4:04)
2. Flowers In December (4:57)
3. Rhymes Of An Hour (4:12)
4. Cry, Cry (3:58)
5. Take Everything (4:53)
6. Still Cold (4:48)
7. All Your Sisters (5:16)
8. I've Been Let Down (3:17)
9. Roseblood (4:51)
10. Happy (3:58)
11. Umbilical (4:59)
12. Look On Down From The Bridge (4:47)

Gesamtspieldauer: 54:06




Langsam, ruhig, gefühlvoll, so klingt „Among My Swan“, das dritte Album von Mazzy Star. Im Oktober 1996 wurde es veröffentlicht und es sollte danach 17 weitere Jahre dauern, bis die vierte Scheibe der Band veröffentlicht werden sollte. Die beiden oben genannten musikalischen Genres treffen auf dieses Album durchaus sehr treffend zu. So ein wenig in die Richtung Ambient geht die Musik auf „Among My Swan“ durchaus, auch wenn Hope Sandoval jedes Lied mit ihrer warmen du zarten Stimme bereichert, wohingegen Ambient Musik häufig rein instrumental gehalten ist.

Nun, „Among My Swan“ ist ein absolut unaufgeregtes Album geworden, eine Platte zum Entspannen und Ausruhen. Hört man diese Musik auf dem Sofa, kann es durchaus passieren, dass man hinübergleitet in Traumwelten und erst viel später wieder aus einem erholsamen Schlaf erwacht. Das soll allerdings keinesfalls bedeuten, dass die Musik, die Mazzy Star hier ihren Hörerinnen und Hörern anbieten, langweilig oder einschläfernd ist. Vielmehr ist sie eben so etwas von relaxt, von entspannt, dass der Körper auf diese Klänge einfach reagieren muss.

Allerdings ist auch das psychedelische Moment auf dieser Scheibe enthalten. Vor allem gegen Ende der Platte gibt es da mit „Roseblood“ und „Umbilical“ zwei Nummern, die deutlich in diese Richtung tendieren. Hier klingt die Musik von Mazzy Star nun plötzlich nicht mehr eingängig und harmonisch, sondern durchaus etwas experimentell und eben psychedelisch. Gehen die sanften Titel sonst sofort ins Ohr, so klingt das Ganze jetzt ein wenig verschroben was allerdings durchaus eine gewisse Vielfältigkeit auf dem Album entstehen lässt.

Fazit: Allen Menschen, die sanfte, melodiöse, zurückhaltende, ruhige und weiche Musik  mögen, denen wird dieses Album von Mazzy Star bestens gefallen. Großartige Geschwindigkeit gibt es auf „Among My Swan“ nicht. Alles klingt gechillt und entspannt. Und wenn doch mal ein anderer Wind auf dieser Platte weht, dann ist es ein psychedelischer bis experimenteller. Schön klingt es allemal. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Rhymes Of An Hour, Look On Down From The Bridge



Samstag, 17. Oktober 2015

DJ Bobo – Just For You




DJ Bobo – Just For You



Besetzung:

Keine Angaben


Gastmusiker:

Keine Angaben


Label: Echo Music


Erscheinungsdatum: 1995


Stil: Pop


Trackliste:

1. Everything Has Changed (4:59)
2. There Is A Party (4:44)
3. Love Is The Price (3:53)
4. Freedom (4:45)
5. Let's Come Together (3:46)
6. Love Is All Around (7:21)
7. Let The Dream Come True (5:45)
8. It's Time For Christmas (3:57)
9. DJ Bobo Megamix (11:18)

Gesamtspieldauer: 50:28




Gut, ich habe seit gestern gelernt, seitdem ich diese CD noch mal genauer angehört habe, dass ich an meinem Punktesystem etwas ändern müsste und dass Menschen so unfassbar grausam sein können. Ich weiß noch genau, wie ich diese CD vor vielen Jahren mal mit einem süffisanten Lächeln überreicht bekommen habe. Und dabei hatte ich doch denjenigen zu meiner Geburtstagsfeier eingeladen… Okay, es war nicht das einzige Geschenk, trotzdem so etwas von grausam…

Ich bin am Überlegen, ob ich nicht auch negative Punkte einführe, denn ich bewerte die anderen Alben in meinem System absolut nicht mehr fair, wenn ich diesem hier auch nur 0 Punkte gebe. DJ Bobo, alleine der Name schon, ist so etwas von unfassbar schlecht, dass man es gar nicht in Worte fassen kann. Dieser Synthie-Plastik-Pop, der hier auf dieser Kompilationsscheibe in neuen Remixes dargeboten wird, kann einem absolut den Tag, ja ich befürchte sogar eine ganze Woche versauen. Ich werde es sehen…

Nicht weiter überraschend ist, dass in dem Booklet weder Musiker oder Liedtexte (Liedtexte? Ich muss mich schütteln) abgedruckt wurden, sondern eine Liste mit Devotionalien, die man käuflich erwerben kann. Aufkleber, Kalender, Gürtel, Feuerzeug, Schlüsselanhänger, T-Shirt, Sweat Shirt, Shorts, Jacken und so weiter. Unfassbar, das setzt dem Ganzen, neben dieser absolut kommerziellen Musik, noch die Krone auf. Und viele kleine Mädchen dürften da wohl auch zugegriffen haben…

Fazit: Damit einem diese Musik liegt, darf man als Voraussetzung das Pubertätsalter noch nicht erreicht haben. Ich kann mir schwerlich vorstellen, dass dieser Mist einem heranwachsenden Teenager oder gar einem Erwachsenen gefällt. Billigster Plastik-Synthie-Pop, der oft auch noch gerappt wird. Widerlich. Die Zuschauer im Video sind alle gekauft. Ich habe lange überlegt, ob ich überhaupt was hierzu schreiben soll. Nun, ich habe es gemacht. Im Grunde genommen genau dieselbe Zeitverschwendung, wie sich diese „Musik“ anzuhören. Sorry, kommt nicht wieder vor – außer mein Kumpel kommt noch mal auf so abstruse Ideen für ein Geschenk. Aber nein, solch einen Fehler wird er nicht zwei Mal machen. 0 Punkte.

Anspieltipps: Nichts



Freitag, 16. Oktober 2015

Calexico – The Black Light




Calexico – The Black Light


Besetzung:

Joey Burns – vocals, double bass, guitar, cello, mandolin, accordion, keyboards, steel guitar, percussion
John Convertino – drums, vibraphone, marimba, accordion, percussion, thunder drum


Gastmusiker:

Howe Gelb – piano, electronic organ
Nick Luca – spanish guitar, claves
Gabriel Landin – gitaron
Neil Harry – pedal steel guitar
Bridget Keating – violin
Rigo Pedroza – trumpet
Fernando Sanchez – trumpet
Al Tapatio – trumpet
Tasha Bundy – background vocals
Stephanie Nelson – fuzz vox


Label: City Slang


Erscheinungsdatum: 1998


Stil: Independent Rock, Americana


Trackliste:

1. Gypsy's Curse (4:17)
2. Fake Fur (2:36)
3. The Ride (Part 2) (3:08)
4. Where Water Flows (1:57)
5. The Black Light (3:20)
6. Sideshow (2:02)
7. Chach (3:32)
8. Missing (6:01)
9. Minas De Cobre (For Better Metal) (3:08)
10. Over Your Shoulder (4:10)
11. Vinegaroon (1:06)
12. Trigger (2:34)
13. Sprawl (1:27)
14. Stray (2:54)
15. Old Man Waltz (2:29)
16. Bloodflow (5:09)
17. Frontera (4:19)

Gesamtspieldauer: 54:17




Eine schöne und sehr entspannte Platte ist das zweite Album der beiden US Amerikaner Joey Burns und John Convertino aus Tucson, Arizona geworden, die eher unter ihrem Band Namen Calexico bekannt sein dürften. „The Black Light“ heißt diese Scheibe und wurde im Mai des Jahres 1998 veröffentlicht. Auf „The Black Light“ hört man eine Fusion amerikanischer Rock Musik mit mexikanischer, folkloristisch angehauchter Musik, die diesen, durchaus besonderen Sound entstehen lässt. Da gibt es dann auch mal die Lap-Steel-Gitarre neben mexikanischen Mariachi-Trompeten. Und wer jetzt an eine krude und absonderliche Mischung denkt, die oder der kann beruhigt werden, denn das sind alles nur Zutaten. Auf „The Black Light“ hört man gut gemachten und überzeugenden Independent Rock, der ins Ohr geht und durchaus zu begeistern weiß.

Die Atmosphäre auf „The Black Light“ ist eher ruhig gehalten, nur ab und an zieht das Tempo deutlicher an. Man hört einerseits diese eher nordamerikanischen oder mexikanischen folkloristischen Einflüsse, dann fühlt man sich wieder in einen Western von Sergio Leone versetzt, zu dem Ennio Morricone die Musik schrieb und vor dem geistigen Auge reitet Clint Eastwood reitet mitten durch die Wüste, direkt in den Sonnenuntergang. Und dann gibt es da auch noch diese Folk-Anleihen, bei denen Calexico mit am Überzeugendsten klingen. Die Höhepunkte auf der Scheibe, befinden sich für mich in den Titeln „Gypsy's Curse“, „The Ride (Part 2)”, „Where Water Flows“, „Trigger“ und „Bloodflow“.

Wenn man diese Musik von Calexico auf „The Black Light“ hört wird einem schnell klar, dass auch der Ausdruck „Rock“ hier irgendwie fehl am Platz ist. Ist das, was es hier zu hören gibt wirklich noch Rock-Musik? Die Musik ist so etwas von relaxt und entspannt, dass es zwar noch nicht mit Ambient umschrieben werden kann, allerdings in diese Richtung fühlt man sich durchaus beim Hören der Platte versetzt. Einige Nummern auf „The Black Light“ sind reine Instrumentalnummern, bei anderen wird wiederum gesungen. Aber auch hier fällt es schwer zu sagen, worin sich die beiden Musiker aus Arizona besser verstehen, denn beide Varianten überzeugen.

Fazit: Wer folkloristisch, amerikanisch folkloristisch angehauchte Musik mag, die oder der wird hier begeistert sein. Allerdings kommen mit „The Black Light“ auch Hörerinnen und Hörer auf ihre Kosten, die die sanfteren, ruhigeren und entspannteren Töne in der Musik lieben. Calexico klingen auf „The Black Light“ zu jeder Zeit melodiös und eingängig. Trotzdem werden auf dem Album auch neue Wege beschritten, es wird durchaus experimentiert. Das wiederum macht die Scheibe noch ein wenig spannender. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Gypsy's Curse, The Ride, Where Water Flows, Trigger, Bloodflow



Donnerstag, 15. Oktober 2015

Dream Theater – Awake




Dream Theater – Awake


Besetzung:


James LaBrie – lead vocals
John Petrucci – guitar, backing vocals
Kevin Moore – keyboards, co-lead vocals on "Space-Dye Vest"
John Myung – bass
Mike Portnoy – drums, percussion, backing vocals on "The Mirror"


Gastmusiker:

John Purdell – backing vocals on "The Silent Man"
Duane Baron – backing vocals on "The Silent Man"
Rich Kern – programming on "Space-Dye Vest"


Label: East West Records


Erscheinungsdatum: 1994


Stil: Progressive Metal


Trackliste:

1. 6:00 (5:31)
2. Caught In A Web (5:28)
3. Innocence Faded (5:42)
4. A Mind Beside Itself: I. Erotomania (6:44)
5. A Mind Beside Itself: II. Voices (9:53)
6. A Mind Beside Itself: III. The Silent Man (3:47)
7. The Mirror (6:45)
8. Lie (6:33)
9. Lifting Shadows Off A Dream (6:05)
10. Scarred (10:59)
11. Space-Dye Vest (7:29)

Gesamtspieldauer: 1:15:01




„Awake“ von Dream Theater erschien im September 1994 und stellt das dritte Studio-Album der US-amerikanischen Progressive Metal Band dar. Sehr viel härter fällt die Musik auf „Awake“ aus, deutlich härter, als noch auf den beiden Vorgängeralben. Die Musik ist dabei allgemein dunkler und düsterer geraten, eine Art tiefe Schwermut scheint sich beim Hören über die Musik zu legen.

Gleichzeitig ist „Awake“ auch das letzte Dream Theater Album, an dem Keyboarder Kevin Moore beteiligt war. Unmittelbar nach Fertigstellung der Scheibe verließ er die Band auf eigenen Wunsch. Allerdings verabschiedete er sich mit dem letzten Titel „Space-Dye Vest“, einem der wenigen ruhigen Titel auf „Awake“. Und „Space-Dye Vest“ hat es wahrlich in sich. Wunderschöne Melodie, das Piano beziehungsweise Keyboard steht, neben dem Gesang, im Vordergrund. Der Refrain entwickelt sich immer weiter und hat diesen Ohrwurmcharakter, der ein Lied langfristig nachhallen lässt. Dazu werden immer wieder Gesprächsfetzen eingeblendet, die zusätzlich zur Spannung der Nummer beitragen. Ein schönes Abschiedsgeschenk, was Kevin Moore seiner Ex-Band hinterlassen hat, der hier übrigens auch beim Gesang zu hören ist.

Auch die Nummer davor, „Scarred“, hat es verdient hier besonders erwähnt zu werden. Sicherlich jedoch nicht, weil das Lied mit seinen fast elf Minuten Spieldauer das längste auf dem Album ist. Vielmehr ist „Scarred“ auch der abwechslungsreichste Titel der Platte. Hier gibt es schöne balladeske Abschnitte, genau wie sehr kraftvollen Metal. Das macht schon Laune, sich hier auf diese „Reise“ einzulassen und dem Lied genau zu lauschen. „Scarred“ ist trotz seiner Härte ebenfalls durchaus mit melodiös zu umschreiben. Auch dieser Titel geht ins Ohr und besitzt diesen gewissen Wiedererkennungswert. Dabei enthält dieses Lied zudem ein wirklich hörenswertes Gitarrensolo.

Nun auch der Rest der Scheibe gefällt, bei dem die härteren Töne deutlich die sanfteren, ruhigeren übertreffen. Nicht alles funktioniert dabei sofort. Manches muss anscheinend erst im Ohr der Hörerin des Hörers reifen. Dies passiert jedoch mit jedem weiteren Durchlauf der Platte, die dann immer besser überzeugt.

Fazit: Wer schwere Gitarren liebt, der oder dem dürfte „Scarred“ durchaus gefallen. Dies ist allerdings auch eine Voraussetzung, um mit diesem Album „warm werden“ zu können. Auch wenn sich der Höhepunkt der Scheibe am Ende der Platte fast schon versteckt und im Grunde genommen recht untypisch, da ruhig und sanft, für dieses Album ist, so liegt der Schwerpunkt der Musik auf „Awake“ ganz klar auf dem Progressive Metal. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Scarred, Space-Dye Vest



Mittwoch, 14. Oktober 2015

Deus – Keep You Close




Deus – Keep You Close


Besetzung:

Tom Barman – vocals, guitar, keyboards
Klaas Janzoons – violin, keyboards, vocals, percussion, string arrangements
Stéphane Misseghers – drums, percussion, vocals, keyboards
Mauro Pawlowski – guitar, vocals, keyboards, string arrangements
Alan Gevaert – bass, vocals, guitar, mandolin


Gastmusiker:

Els Becu – marimba, vibraphone
Jon Birdsong – bugle, horns, trumpet
C. J. Bolland – additional programming
Esmé Bos – backing vocals
Stefan Bracaval – extended flutes
Greg Dulli – vocals
Anton Janssens – rhodes piano
Roos Janssens – backing vocals
Trijn Janssens – backing vocals
Sabine Kabongo – backing vocals
Mark Steylaerts Ensemble – strings
Charlotte Timmers – backing vocals
Piet Van Bockstal – oboe
Tim Vanhamel – vocals


Label: Universal Music


Erscheinungsdatum: 2011


Stil: Independent Rock


Trackliste:

1. Keep You Close (5:16)
2. The Final Blast (4:39)
3. Dark Sets In (4:53)
4. Twice (We Survive) (4:33)
5. Ghost (4:36)
6. Constant Now (3:48)
7. The End Of Romance (4:38)
8. Second Nature (4:03)
9. Easy (6:38)

Gesamtspieldauer: 43:08




„Keep You Close“ heißt das sechste Studio-Album der belgischen Independent Rockband Deus, die sich eigentlich „dEUS“ schreibt. Und um es gleich vorweg zu nehmen, „Keep You Close“ ist ein gutes und sehr überzeugendes Album geworden. Es erschien im Jahr 2011 beim belgischen Universal Music Ableger und ist angefüllt mit jeder Menge sehr eingängiger und melodiöser Lieder. Die Musik auf „Keep You Close“ ist dabei keineswegs „hart“, sondern sehr viel eher im Mid-Tempo angesiedelt.

Absolut melodiös und eingängig klingen die hier enthaltenen Lieder, die einzelnen Titel zünden bereits beim ersten Hören und bleiben auch nachhaltig hängen. Das beginnt sofort mit dem Opener und dem gleichzeitigen Titellied „Keep You Close“. Eine rockige Nummer, leicht angepoppt und mit zahlreichen Streichern garniert, die hier überhaupt nicht aufgesetzt klingen, sondern das richtige Maß finden. Der erste Ohrwurm auf der Platte. Das ist auch „Dark Sets In”, allerdings in der etwas rockigeren Version. Jedoch auch hier gilt: Großartige Anlaufzeit benötigt auch dieses Lied nicht, um zu überzeugen und sich im Musikzentrum des Hörers festzusetzen.

Und so könnte ich hier einen Titel nach dem anderen aufführen, denn auf „Keep You Close” gibt es nur wenig zu bemängeln – wenn überhaupt – und auch keinerlei Ausfälle zu beklagen. Natürlich erfinden die Belgier hier die Musik nicht neu, jedoch zelebrieren sie auf dieser Scheibe mitreißenden Independent Rock, der es in sich hat und mit jedem Takt, jedem Akkord zu überzeugen versteht. Und dass es dabei nicht immer ganz geradlinig zugehen muss, beweisen die fünf Musiker mit der letzten Nummer „Easy“, die gar nicht mal so „easy“ klingt, sondern etwas verschroben, fordernder und trotzdem ebenfalls ins Ohr geht.

Fazit: Ein tolles Independent Rock Album haben dEUS hier ihren Hörern vorgelegt, welches sicherlich mit zu den besten der Band überhaupt gehört. Es ist immer wieder schön zu sehen beziehungsweise zu hören, dass manche Musiker nach spätestens drei Alben eben noch nicht ihr „ganzes Pulver verschossen“ haben, sondern immer noch tolle Platten vorlegen können. Auf „Keep You Close“ gibt es was für den Rock Fan und auch, aufgrund der Melodiösität, etwas für Freunde der eher eingängigeren, sanfteren Töne. Ein Album, welches Spaß macht auf mehr. Elf Punkte.

Anspieltipps: Keep You Close, Dark Sets In, Twice (We Survive), Easy



Dienstag, 13. Oktober 2015

Massive Attack – Mezzanine




Massive Attack – Mezzanine


Besetzung:

Robert Del Naja – vocals, programming, keyboards, samples
Grant Marshall – vocals, arrangements, programming, keyboards, samples
Andrew Vowles – arrangements, programming, keyboards, samples


Gastmusiker:

Neil Davidge – arrangements, programming, keyboards, samples
Horace Andy – vocals
Elizabeth Fraser – vocals
Sara Jay – vocals
Angelo Bruschini – guitars
Jon Harris – bass guitars
Bob Locke – bass guitars
Winston Blisset – bass guitars
Andy Gangadeen – drums
Dave Jenkins – additional keyboards
Michael Timothy – additional keyboards
Jan Kybert – pro tools




Erscheinungsdatum: 1998


Stil: Trip Hop, Electronica, Experimental Rock


Trackliste:

1. Angel (6:20)
2. Risingson (4:58)
3. Teardrop (5:30)
4. Inertia Creeps (5:56)
5. Exchange (4:11)
6. Dissolved Girl (6:06)
7. Man Next Door (5:56)
8. Black Milk (6:21)
9. Mezzanine (5:56)
10. Group Four (8:12)
11. (Exchange) (4:10)

Gesamtspieldauer: 1:03:42



„Mezzanine“ heißt das dritte Album der TripHop Formation Massive Attack, die im englischen Bristol beheimatet ist. Mit „Mezzanine“ haben Massive Attack sicherlich einen Meilenstein des Genres TripHop veröffentlicht. Dies spiegelt nicht nur dadurch wieder, dass das Album in diversen Listen geführt wird, wenn es um die Auszeichnung wichtiger oder stilbildender Platten geht. Im Jahr 1998 erschien es auf dem Label Virgin Records und enthält dabei auch jede Menge sehr experimentelle Musik, die gar nicht mal so unbedingt dem TripHop zugeordnet werden kann.

„Mezzanine“ klingt sehr düster und irgendwie manchmal auch verstörend, was an dieser Stelle keineswegs negativ gemeint ist. Absolut intensiv und packend ist die Musik auf diesem Album, die dabei kraftvoll und perfekt arrangiert und abgemischt aus den Boxen wabert. Dabei sind die einzelnen Titel keineswegs alle eingängig. Manches Mal ist das durchaus sperrig, was die drei Engländer hier ihren Hörern anzubieten haben. Allerdings beinhalten diese Titel allesamt Spannung. Nichts ist vorhersehbar, Vieles überrascht. Keine Nummer gleicht der anderen. Manches Mal scheint ein heftiges Gewitter über Hörerin beziehungsweise Hörer hereinzubrechen, ein anderes Mal wird man als Konsument in Watte gepackt und scheint mit dem Titel schwerelos durch den Raum zu schweben.

Bekanntestes Lied der Scheibe ist sicherlich „Teardrop“. Wohl nicht nur dieser Platte, sondern von Massive Attack überhaupt. Da sich auf dem Album wirklich kein Titel dem anderen gleicht, so ist die Nummer allerdings auch nicht typisch für „Mezzanine“ – dafür jedoch umso überzeugender. Sanft ist das Stück, dabei jedoch absolut emotionsgeladen und mit einem sehr schönen Text ausgestattet. Das Lied wurde bereits in zahlreichen Filmen und Reportagen zur Vertiefung bestimmter Szenen eingesetzt. Und wenn es sich dabei um eine düstere, traurige Stelle handelte, dann wird die Atmosphäre dieser Szene auch bestens unterstrichen. Wahrlich gelungen.

Fazit: „Mezzanine“ wirkt düster und bedrohlich. Kann manchmal sanft sein, manchmal sehr aufbrausend und aggressiv. Immer jedoch bleibt diese Platte spannend. Auf nichts kann man sich einstellen und immer wieder wird man überrascht, auch noch nach vielen Durchläufen des Albums. Für alle, die das Besondere, das Außergewöhnliche in der Musik suchen sicherlich bestens geeignet. Elf Punkte.

Anspieltipps: Angel, Teardrop



 

Montag, 12. Oktober 2015

Katie Melua – Call Off The Search




Katie Melua – Call Off The Search


Besetzung:

Katie Melua – guitar, vocals


Gastmusiker:

Mike Batt – organ, piano, conductor
Jim Cregan – guitar
Tim Harries – bass
The Irish Film Orchestra – orchestra
Michael Kruk – drums
Alan Smale – leader
Chris Spedding – guitar
Henry Spinetti – drums


Label: Dramatico


Erscheinungsdatum: 2003


Stil: Blues, Pop


Trackliste:

1. Call Off The Search (3:24)
2. Crawling Up A Hill (3:25)
3. The Closest Thing To Crazy (4:12)
4. My Aphrodisiac Is You (3:34)
5. Learnin' The Blues (3:23)
6. Blame It On The Moon (3:47)
7. Belfast (Penguins And Cats) (3:21)
8. I Think It's Going To Rain Today (2:30)
9. Mockingbird Song (3:06)
10. Tiger In The Night (3:07)
11. Faraway Voice (3:13)
12. Lilac Wine (4:10)

Gesamtspieldauer: 41:19




„Call Off The Search” heißt die Debut Platte, der im georgischen Kutaissi geborenen Sängerin Katie Melua. Erschienen ist das Album im November 2003 auf dem Label Dramatico. Die Hälfte der Lieder steuerte Mike Batt bei, der die Platte auch produzierte. Katie Melua brachte sich mit den beiden Titeln „Belfast (Penguins And Cats)“ sowie „Faraway Voice“ ein. Dazu gesellt sich noch je ein Lied von John Mayall, Delores J. Silver, Randy Newman und James Shelton. Und so hört man auf „Call Off The Search” zwölf sanfte Titel, die sich allesamt um eine Fusion der musikalischen Genres Blues und Jazz zu bemühen scheinen.

Es herrscht ein ziemlicher Hype um diese Britin mit den georgischen Wurzeln. So ganz nachvollziehen kann ich das leider nicht. Die Stimmung auf dem Album ist ruhig, melancholisch bis hin zu melodramatisch. Nichts anderes soll dabei wohl auch vermittelt werden, da die Instrumentierung der Stücke wie ein unglaublich starker Weichzeichner wirkt. Oder gibt es auch einen Weichhörer? Egal, die Lieder sind auf jeden Fall so etwas von unfassbar mit Streichern zugekleistert, dass es wahrlich nicht mehr schön klingt. Alles trieft irgendwie und man hat das dringende Bedürfnis, sich die Hände zu waschen, weil sich plötzlich alles schmierig und schmalzig anfühlt.

Nun, es ist allerdings nicht nur die Instrumentierung, die mich etwas ratlos zurücklässt. Es sind auch fehlende Melodien und nicht vorhandene spannende Einfälle, die diese Platte ausmachen. Da gibt es so gut wie nichts, was diesen gewissen Wiedererkennungswert besitzt. Alles plätschert einfach so dahin, plötzlich herrscht wieder völlige Stille, das Album ist ausgeklungen, aber war da was? Nein, war es nicht. Zwei Titel kann ich lediglich von dieser Kritik ausnehmen. Da ist das etwas flottere „Crawling Up A Hill”, an welches man sich vielleicht doch noch erinnert, wenn man es ein paar Mal gehört hat. Und es gibt auf „Call Off The Search” auch noch das wirklich schöne „Blame It On The Moon”. Sehr schöne Melodie und auch die Streicher werden nicht wieder mit der Gießkanne darüber ausgeschüttet. Das war es leider jedoch schon, die restlichen Nummern sind so etwas von süßlich, dass man schon beim Zuhören aufpassen muss, nicht zum Diabetiker zu werden.

Fazit: Sanfte und ruhige Musik bringt die hier noch 19 jährige Katie Melua ihren Hörerinnen und Hörern zu Gehör. Hierfür finden sich sicherlich viele Anhänger, denn aufregen, nein, das macht diese Musik nicht. Eher das Gegenteil, sie ist leider an vielen Stellen viel zu langweilig. Alles klingt so überzuckert, wie mit einer dicken Schicht Glasur überzogen. Die Streicher streichen sich hier oftmals einen Wolf und somit bedeutet das Durchhalten bei diesem Album – zumindest für einen Rock Freund – große mentale Stärke. Lediglich „Blame It On The Moon” sticht etwas hervor. Zwar auch sehr weich und etwas süßlich, dafür mit einer wunderschönen Melodie ausgestattet. Doch das reicht bei Weitem nicht, um dieses Album schön zu finden. Fünf Punkte.

Anspieltipps: Blame It On The Moon