Montag, 14. Dezember 2015

Jane – Together




Jane – Together


Besetzung:

Klaus Hess – lead guitar
Charly Maucher – bass, vocals
Werner Nadolny – organ, flute
Peter Panka – drums, percussion
Bernd Pulst – vocals


Label: Brain


Erscheinungsdatum: 1972


Stil: Krautrock, Progressive Rock


Trackliste:

1. Daytime (8:10)
2. Wind (4:57)
3. Try To Find (5:27)
4. Spain (11:57)
5. Together (3:46)
6. Hangman (9:30)

Gesamtspieldauer: 43:49




„Together“ nannten die fünf Musiker aus Hannover ihr erstes Album, welches 1972 auf dem Label Brain veröffentlicht wurde. Darauf zu hören ist rockiger und melodischer Krautrock, der durchaus zu gefallen und überzeugen weiß. Man könnte die Musik auch mit hartem Progressive Rock umschreiben, der auf zu komplizierte Parts verzichtet. Auch das würde den Inhalt dieser Scheibe ziemlich gut umschreiben.

Auf „Together“ wird also gerockt und wer gerne Mal in dieses längst vergangene musikalische Zeitalter eintauchen möchte, der oder dem sei dieses Album wärmstens zu empfehlen. Meistens sind die Titel mit einem fetten Orgelsound des Werner Nadolny untermalt, der mal in die Richtung eines Jon Lords von Deep Purple weist, in den stilleren Abschnitten manches Mal auch leicht an das Keyboard-Spiel des Rick Wright bei Pink Floyd erinnert. Zu dieser Unterlage gesellen sich dann meist kurze Gesangs- und lange Instrumentalpassagen, wobei letztere oftmals von sehr melodischen Gitarrensoli dominiert werden. Meistens klingt das durchaus hart, also in die Richtung des Hard Rock weisend, allerdings wird dieses musikalische Genre immer nur gestreift, nie ganz erreicht.

Es sind genau diese langen Instrumentalpassagen, die die Musik von Jane dominieren, die auch wirklich gelungen sind und den Spaß an dieser Band begründen. Solch eine Nummer wie „Spain“ hat einfach was, wenn sich alles Mantra-artig steigert und steigert und dann doch wieder in ganz sanften Klängen mündet. Sehr hörenswert. Oder auch „Daytime“, eines der bekanntesten Stücke von Jane und ein immer wieder in den Live-Auftritten auftauchender Titel. Auch hier ist es die Steigerung, die die Musik innerhalb des Stücks erfährt, die diese Nummer so mitreißend werden lässt.

Negativ gibt es auf „Together“ kaum was zu meckern. Klar gibt es Bands, die eine deutlich vertracktere und kompliziertere Variante des Progressive Rock spielen, langweilig ist deshalb Jane jedoch noch lange nicht. Warum die Musiker allerdings eine leicht abgewandelte Version von „House Of The Rising Sun“ in ihr „Wind“ zu Beginn und am Ende mit eingebaut haben, das wird wohl das Geheimnis der Musiker von Jane bleiben.

Fazit: Jane vermitteln auf „Together“ sehr atmosphärisch die deutsche Krautrock-Musikland der damaligen Zeit. Wer einmal in diese Epoche hineinhören möchte, dem wird das mit dem Debut von Jane recht gut gelingen, auch wenn diese Band aus Hannover nur eine von mehreren war, die damals für „Furore“ sorgten. Die Musik auf „Together“ ist rockig und melodiös. Es gibt kompliziertere Ausprägungen dieses Genres, spannend sind Jane auf „Together“ jedoch allemal. Zwölf Punkte.

Anspieltipps: Daytime, Spain



Sonntag, 13. Dezember 2015

Michael Jackson – Dangerous




Michael Jackson – Dangerous


Besetzung:

Michael Jackson – vocals


Gastmusiker:

John Bahler – vocals
Michael Boddicker – keyboards, programming, sequencers, synthesizer
Bill Bottrell – bass, drums, guitar, vocals, mellotron, percussion, synthesizer
Brad Buxer – drums, keyboards, percussion, programming, synthesizer
Cleveland Orchestra – orchestration
Cleveland Orchestra Chorus – vocals
Larry Corbett – cello
The Andraé Crouch Singers – vocals
Paulinho Da Costa – percussion
Ashley Farell – vocals
Siedah Garrett – vocals
Kevin Gilbert – sequencers
Linda Harmon – vocals
Heavy D – rap
Paul Jackson, Jr. – guitar
Terry Jackson – bass
Louis Johnson – bass
Abraham Laboriel, Sr. – bass
Christa Larson – vocals
Rhett Lawrence – drums, percussion, synthesizer
Bryan Loren – drums, percussion
L.T.B. – rap
Andres McKenzie – vocals
René Moore – keyboards
David Paich – keyboards, programming, synthesizer
Greg Phillinganes – keyboards
Tim Pierce – guitar
Jeff Porcaro – drums
Steve Porcaro – keyboards, programming, synthesizer
Teddy Riley – drums, guitar, keyboards, synthesizer
Slash – guitar
Bruce Swedien – drums, keyboards, percussion
Shanice Wilson – vocals
Jai Winding – bass, keyboards, piano, programming


Label: Epic Records


Erscheinungsdatum: 1991


Stil: Pop, Disco, Rock


Trackliste:

1. Jam (5:39)
2. Why You Wanna Trip On Me (5:24)
3. In The Closet (6:31)
4. She Drives Me Wild (3:41)
5. Remember The Time (4:00)
6. Can't Let Her Get Away (4:58)
7. Heal The World (6:25)
8. Black Or White (4:15)
9. Who Is It (6:34)
10. Give In To Me (5:29)
11. Will You Be There (7:40)
12. Keep The Faith (5:57)
13. Gone Too Soon (3:23)
14. Dangerous (6:57)

Gesamtspieldauer: 1:17:00




Okay, ich gebe es gerne zu, Michael Jackson machte Musik, mit der man als Freund der Rock Musik nicht immer hundertprozentig klar kam. Genau so verhält es sich auch bei seinem achten Solo-Album „Dangerous“ aus dem Jahr 1991, welches auf dem Label Epic Records veröffentlicht wurde. Die technische Grenze der Bespielbarkeit wurde dabei vom erfolgreichsten Solo-Künstler dieser Erde, fast vollständig ausgenutzt und so bekommen Hörerin und Hörer 77 Minuten Pop und rhythmische Discomusik, funkig dargeboten.

Weia, das muss man Abkönnen, diese Gesäusel. Ich schätze mal, wem Xavier Naidoo gefällt, die oder der ist gleichzeitig auch Michael Jackson Fan. Dieser Gesang ist mit der Zeit so etwas von nervend und dazu noch diese schleimigen Texte, Musik kann wahrlich hart sein. Solch eine Nummer wie „Heal The World“ testet vollständig die Grenzen des erträglichen aus. Dass Michael Jackson allerdings auch ein ganz anderes Gesicht haben kann, das zeigt er mit „Black Or White“. Zwar auch sehr poppiger Rock, aber eine einprägsame Nummer, die hängenbleibt und immerhin ist das Rock. Dies gilt auch für den folgenden Titel „Who Is It“, der jetzt allerdings wieder deutlicher im Pop beheimatet ist. Und dann wird es mit „Give In To Me“ sogar noch mal richtig rockig. Auch dieser Titel weiß zu überzeugen, bleibt hängen und gehört mit zu den besten Nummern, die Michael Jackson jemals geschrieben hat. Nun und auch das Gitarrensolo des Slash ist dabei überaus hörenswert.

Um diese drei Nummern herum, ist die ganze andere Seite des Michael Jackson herumdrapiert. Hier wird dann diese süßliche Atmosphäre verströmt, die charttechnisch sicherlich zum Erfolg führt, wie man beim schmalzigen „Give In To Me“ bestens hört. Doch wieder einmal mehr beweist dieser Umstand, dass Hitparaden nichts, aber auch gar nichts mit guter Musik zu tun haben.

Fazit: So ganz nachvollziehen kann ich es wirklich nicht, warum Michael Jackson so viele Alben verkaufte. Manchmal klingt das wirklich überzeugend – zugegebenermaßen, allerdings oftmals auch so unfassbar gestellt und platt. Leider überwiegen in meinem Ohr ganz deutlich diese letztgenannten, gar nicht so gelungenen und schmalzigen Stellen und Lieder. Michael Jackson hat in seiner Musik eine sehr große Spannbreite, sodass es wohl einfach so sein muss, dass man mit manchen Titeln nichts anzufangen weiß. Sechs Punkte.

Anspieltipps: Black Or White, Who Is It, Give In To Me



Samstag, 12. Dezember 2015

Rome – Die Æsthetik Der Herrschaftsfreiheit – Aufruhr




Rome – Die Æsthetik Der Herrschaftsfreiheit – Aufruhr


Besetzung:

Jerome Reuter – words and music


Gastmusiker:

Rupert Kraushofer – spoken words


Label: Trisol


Erscheinungsdatum: 2011


Stil: Experimental Folk, Neofolk


Trackliste:

1. The Brute Engine (5:59)
2. Seeds Of Liberation (3:58)
3. To Each His Storm (3:49)
4. Sons Of Aeeth (4:14)
5. August Spies (3:21)
6. To Be Governed (2:18)
7. Families Of Eden (3:34)
8. Red Years, Black Years (4:28)
9. Little Rebel Mine (4:25)
10. The Breaking Part (3:53)
11. Eagle And Serpent (2:43)
12. A Cross Of Fire (9:16)

Gesamtspieldauer: 52:05




Drei Alben veröffentlichte Jerome Reuter im Jahr 2012 zeitgleich unter der Überschrift „Die Æsthetik Der Herrschaftsfreiheit“ auf dem Label Trisol. Dies hier ist der zweite Teil dieser Trilogie mit dem zusätzlichen Titel „Aufruhr“. Im beiliegenden Booklet kann man nachlesen, dass die gesprochenen Texte auf diesem Album unter anderem von Berthold Brecht, Peter Weiss, Pablo Neruda, Abel Paz, Hans Magnus Enzensberger, Georg Büchner, Friedrich Nietzsche, Reinaldo Arenas, Pierre-Joseph Proudhon und Gustav Landauer stammen. Man begibt sich also auf eine kleine literarische Reise mit dieser Scheibe, die sich mit dem Streben des Menschen nach Freiheit beschäftigt.

Gesungen wird wieder in Englisch, gesprochen zum größten Teil in Deutsch. Und diese Sprechparts spielen eine große Rolle auf „Die Æsthetik Der Herrschaftsfreiheit – Aufruhr“. Immer wieder gibt es auf dieser Platte Titel, die aus gesprochenem Wort bestehen, versehen mit sphärischer bis mystischer Hintergrundmusik. Dazu gesellen sich auch atmosphärisch dichte Nummern, die durchaus mit experimentell zu bezeichnen sind. Und schließlich gibt es sie natürlich auch noch, diese Lieder, die die Musik von Rome so unfassbar eingängig werden lassen. Das sind Neofolk Nummern, die überaus melodiös und eingängig sofort ins Ohr gehen.

Allerdings bedarf es dieses Mal einiger Durchgänge, bis sich einem diese Platte vollends erschließt. Das liegt wiederum an den bereits erwähnten „experimentelleren“ Nummern, die nun gar nicht so melodiös klingen, wie manch anderer Titel auf diesem Album. Die Spannbreite hat Jerome Reiter auf „Die Æsthetik Der Herrschaftsfreiheit – Aufruhr“ deutlich ausgeweitet. Hier findet sich Musik von Ohrwurm bis zu Soundkollage, die nicht immer sofort überzeugt, an manchen Stellen schwerer zu verstehen ist, als viele andere Scheiben von Rome, jedoch mit jedem Durchlauf weiter wächst.

Fazit: Düster, stimmungsvoll, martialisch, experimentell, atmosphärisch und dicht, so klingt „Die Æsthetik Der Herrschaftsfreiheit – Aufruhr“. Dieses Album lässt sich nicht genau eingrenzen, ist manchmal lieblich melodiös, will an anderer Stelle erarbeitet werden. Allerdings lohnt sich auch das wieder, diesem Album genug Zeit zum Reifen einzuräumen. Man wird nicht enttäuscht werden von der Musik des Jerome Reuter. Definitiv nicht. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Seeds Of Liberation, August Spies, Eagle And Serpent


(leider sind alle Videos hierzu im Internet gesperrt)

Freitag, 11. Dezember 2015

Deep Purple – Purpendicular




Deep Purple – Purpendicular


Besetzung:

Jon Lord – organ, keyboards
Ian Paice – drums
Ian Gillan – vocals, harmonica
Roger Glover – bass guitar
Steve Morse – guitar


Label: Sony Music


Erscheinungsdatum: 1996


Stil: Hard Rock


Trackliste:

1. Vavoom: Ted The Mechanic (4:17)
2. Loosen My Strings (5:59)
3. Soon Forgotten (4:47)
4. Sometimes I Feel Like Screaming (7:31)
5. Cascades: I'm Not Your Lover (4:43)
6. The Aviator (5:20)
7. Rosa's Cantina (5:12)
8. A Castle Full Of Rascals (5:11)
9. A Touch Away (4:36)
10. Hey Cisco (5:53)
11. Somebody Stole My Guitar (4:09)
12. The Purpendicular Waltz (4:43)

Gesamtspieldauer: 1:02:28




Das erste Album nach der endgültigen Demission des Ritchie Blackmore, die erste Scheibe mit Steve Morse als Gitarristen, das fünfzehnte Album von Deep Purple überhaupt, dieses Album erschien im Jahr 1996 mit dem Titel „Purpendicular“. Diese Platte ist durchaus nicht ganz unumstritten bei den Fans der Band. Das liegt sicherlich daran, dass Deep Purple nicht mehr so klingen, wie sie zuvor geklungen haben. Nun, das ist eine unbestreitbare Tatsache, „Purpendicular“ klingt nicht mehr nach den „alten“ Deep Purple. Man kann sogar noch einen Schritt weiter gehen, denn beim Durchhören der Scheibe fällt sofort auf, dass die Band sich etwas weiter vom Hard Rock entfernt hat, Deep Purple wurden auf „Purpendicular“ etwas poppiger.

Das soll jedoch nicht heißen oder bedeuten, dass die Band gar nicht mehr wiederzuerkennen wäre. An manchen Stellen hört man dann doch noch die für Jon Lord so typische Orgel oder auch der Gesang des Ian Gillan schafft eindeutig Verbindungen zu früheren Werken von Deep Purple. Trotzdem klingt die Band hier anders. Sie ist wirklich weicher und durchaus auch etwas poppiger geworden. All dies bedeutet jedoch nicht zwangsläufig etwas Negatives. Denn Deep Purple klingen auf „Purpendicular“ sehr abwechslungsreich. Die härteren Nummern gibt es ja noch, nur dazu gesellen sich nun eben auch etwas gemäßigtere Töne.

Gerade der Anfang dieses Albums ist dabei sehr gelungen. Ist „Vavoom: Ted The Mechanic” durchaus noch ein Rocker, ist „Loosen My Strings“ bereits etwas sanfterer aufgezogen – wir sprechen hier aber immer noch von Rock! – und dieses Stück weiß gerade wegen der Melodie zu überzeugen, die wirklich schnell ins Ohr geht. Der Refrain selbst besitzt dabei durchaus Ohrwurmcharakter. „Soon Forgotten“ beginnt mit einem fetten Orgelsound des Jon Lord und klingt dann so herrlich schräg. Solch einen Titel hat es auf den vierzehn zuvor erschienen Platten der Band noch nicht gegeben. Den Gesang vollführen dabei ganz viele Ian Gillans gleichzeitig. Das klingt auf seine Art witzig und auf jeden Fall außergewöhnlich. Sehr hörenswert. Es folgen noch neun weitere Lieder. Klar wird hier dem einen dieses, der anderen vielleicht jenes Lied besser gefallen. Geschmackssache mal wieder. Das ist allerdings auch das Schöne an dieser Platte, die jede Menge Facetten aufweist und gerade dadurch interessant wird.

Fazit: Seit „Purpendicular“ ist Ritchie Blackmore, der Deep Purple unzweifelhaft sehr stark mitgeprägt hat, Geschichte. Die Musik hat sich verändert, zweifelsohne. Steve Morse hält sich auf „Purpendicular“ auch noch irgendwie zurück. Die Nummern haben alle fünf Musiker zusammen geschrieben, vielleicht trug dies auch zum anderen Sound und zur anderen Stimmung der Platte bei. Und auch wenn Deep Purple hier nicht mehr so hart klingen, finde ich hier jede Menge Musik, die mich überzeugt. Nicht alles, klar, aber es kann ja auch irgendwie kein zweites „April“ oder „Child In Time“ mehr geben und –Weia – das ist doch schon so lang vorbei. Neun Punkte.

Anspieltipps: Loosen My Strings, Soon Forgotten, A Touch Away



Donnerstag, 10. Dezember 2015

Dream Theater – Train Of Thought




Dream Theater – Train Of Thought


Besetzung:


James LaBrie – lead vocals
John Petrucci – guitar, backing vocals
Jordan Rudess – keyboards
John Myung – bass
Mike Portnoy – drums, backing vocals


Gastmusiker:

Eugene Friesen – cello on "Vacant"


Label: East West Records


Erscheinungsdatum: 2003


Stil: Progressive Metal


Trackliste:

1. As I Am (7:47)
2. This Dying Soul (11:28)
1. IV: Reflections Of Reality (Revisited) 
2. V: Release 
3. Endless Sacrifice (11:24)
4. Honor Thy Father (10:14)
5. Vacant (2:57)
6. Stream Of Consciousness (11:16)
7. In The Name Of God (14:14)

Gesamtlaufzeit: 1:09:22




„Train Of Thought“ ist das siebte Studioalbum der US-amerikanischen Progressive Metal Band Dream Theater. Im Jahr 2003 wurde die Platte bei East West Records veröffentlicht und unterscheidet sich durchaus von seinen Vorgängern. Angeblich hatten die Musiker auf der letzten Tour die Erfahrung gemacht, dass ihre Fans vor allen Dingen dann besonders auf ihre Musik abfuhren, wenn diese schwer und kraftvoll ist. Heavy Metal eben und so hat diese Platte auch kaum mehr was mit Progressive Metal zu tun, „Train Of Thought“ bläst einem, laut genug gehört, den Raum zwischen den Ohren gründlich durch.

Die Musik auf „Train Of Thought“ ist geprägt von ziemlich einseitigem, hartem Rock, der einfach geradlinig und sehr schnörkellos aus den Boxen oftmals fast schon herausexplodiert. Progressive Ansätze scheinen hier nur noch schmückendes Beiwerk darzustellen, welche in einer Art Alibifunktion fast völlig an den Rand gedrängt wurden. Oftmals erinnert die Musik von Dream Theater auf diesem Album auch an Metallica, bei deren konsequent harten Stücken. Keine Schnörkel mehr, keine Ablenkung, einfach nur hart und schnell sollte es wohl sein und man kann nur feststellen: Ziel absolut erfüllt.

Handwerklich ist das alles freilich perfekt gemacht und auch der Sound lässt da keinerlei Wünsche offen. Aber der Sound macht leider nicht alles. Irgendwie wollen die einzelnen Titel nicht so recht ins Ohr gehen. Sind längst nicht so eingängig und auch nicht so raffiniert wie jene auf dem Meisterwerk „Metropolis Pt. 2: Scenes From A Memory“. Zugegebenermaßen scheint sich die Musik im Laufe der Zeit noch mal im Ohr von Hörerin und Hörer zu verändern. Sie wird mit jedem weiteren Durchlauf melodiöser, allerdings geschieht dies auch nur bis zu einem gewissen Grad, ab dem es irgendwie nicht mehr weiterzugehen scheint.

Fazit: Das härteste Dream Theater Album welches ich kenne, ist „Train Of Thought“ geworden. Gerade so eben wird noch nicht gegrowlt, kurz davor ist an mancher Stelle der Gesang des James LaBrie allerdings. Nun was soll es. Heavy Metal Fans kommen bei dieser Scheibe voll auf ihre Kosten und werden das Album lieben. Freunde der progressiven Ansätze im Metal, werden sicherlich etwas enttäuscht sein nach dem ersten Hören. Aber es lohnt sich der Scheibe drei, vier, fünf Chancen mehr einzuräumen. Die Platte wächst definitiv. Acht Punkte.

Anspieltipps: In The Name Of God



Mittwoch, 9. Dezember 2015

Rome – Die Æsthetik Der Herrschaftsfreiheit – Aufgabe




Rome – Die Æsthetik Der Herrschaftsfreiheit – Aufgabe


Besetzung:

Jerome Reuter – words and music


Gastmusiker:

Rupert Kraushofer – spoken words


Label: Trisol


Erscheinungsdatum: 2011


Stil: Experimental Folk, Neofolk


Trackliste:

1. The Conquest Of Violence (7:11)
2. All For Naught (5:14)
3. You Threw It At Me Like Stones (3:14)
4. Automation (4:38)
5. Time And Tide (3:18)
6. Dawn And The Darkest Hour (3:23)
7. Years Of Abalone (3:24)
8 Petrograd Waltz (4:43)
9. Disbandment (1:27)
10. Ballots And Bullets (3:11)
11. Appeal To The Slaves (4:31)
12. A Cross Of Flowers (4:43)

Gesamtspieldauer: 49:02




Was man Jerome Reuter und seiner „Band” Rome wahrlich nicht vorwerfen kann, das ist „nicht konsequent zu sein“. Auch das sechste bis irgendwie achte Album des Luxemburgers klingt ähnlich, wie die vorherigen Scheiben. Im Jahr 2012 wurde „Die Æsthetik Der Herrschaftsfreiheit“ auf dem Label Trisol veröffentlicht und ist erneut angefüllt mit viel Schwermut und tiefer, kräftiger Düsterness. Und dieses Mal hat es Jerome Reuter sogar noch geschafft, diese überaus traurige Stimmung zu verdreifachen, denn diese hier jetzt besprochene Scheibe ist Band 3, also der dritte Teil der Trilogie „Die Æsthetik Der Herrschaftsfreiheit“, trägt die Überschrift „Aufgabe“ und wurde wie Band 1 und 2 im Januar 2012 veröffentlicht.

Nun, diese gerade erwähnte „Aufgabe“, die den dritten Teil der Trilogie ausmacht, besteht darin, sich selbst zu verwirklichen, das eigene Leben selbst zum Kunstwerk zu machen, sich über das Materielle stellen, Werte ethischer Natur zu erschaffen und sich dadurch zu erhöhen. Diese Musik auf Band 3 der Ästhetik der Herrschaftsfreiheit passt perfekt zu diesen hehren Vorsätzen beziehungsweise Aufgaben. Sanft ist sie erneut, tiefgründig, unglaublich melodiös und eben auch wieder oftmals so unfassbar traurig, dass man sich wirklich schwer überlegen sollte, diese tiefgründigen Lieder in Phasen psychischer Angeschlagenheit oder bei tristem Wetter zu hören.

Absolut gelungen dabei ist erneut eine Melodiösität, die die Musik des luxemburgischen Musikers mit jedem Akkord, mit jedem einzelnen Ton zu verströmen weiß. Hier lohnt sich das Eintauchen in die Musik definitiv, im Grunde genommen kann man sich kaum dagegen wehren, in den klanglichen Kosmos des Jerome Reuter gezogen zu werden. Erneut werden die einzelnen Lieder auf Englisch eingesungen, haben dieses Mal auch englische Titel. Die Hintergrundsprache ist allerdings wieder Deutsch und es gibt viel zu hören, abseits des eigentlichen Liedes. Geräusche, Schreie, kurze Statements und kleinere und größere Monologe werden hier mit eingestreut und mit der Musik verwoben. Dies alles bewirkt, dass „Die Æsthetik Der Herrschaftsfreiheit“ auch in Band 3 „Aufgabe“ wahrlich keine leichte Kost ist. Kaum Musik zum Nebenbeihören, eher Musik zum darauf Konzentrieren. Musik, die Beschäftigen möchte.

Fazit: „Die Æsthetik Der Herrschaftsfreiheit“ Band 3 mit der Überschrift „Aufgabe“ kommt ganz in der Tradition früherer Werke des Jerome Reuter daher. Trotzdem werden diese Lieder nie langweilig, bleiben immer ergreifend, weil der luxemburger Künstler es perfekt schafft, Atmosphären aufzubauen, Stimmungen zu kreieren, die einen einhüllen und in die sich einzutauchen lohnt. Alles ist melodiös auf diesem Album, alles wirkt und überzeugt. Sicherlich keine 08/15 Musik und garantiert Musik, die spaltet – und trotzdem so unglaublich überzeugend ist. Zumindest für mich. Zwölf Punkte.

Anspieltipps: All For Naught, Years Of Abalone


(Leider sind hierzu keine Videos zu finden)

Dienstag, 8. Dezember 2015

Asterix – Asterix




Asterix – Asterix


Besetzung:

John Lawton – vocals
Tony Cavanna – vocals
Peter Hesslein – guitar, vocals
Peter Hecht – organ, piano, keyboards
Dieter Horns – bass, vocals
Joachim Rietenbach – drums, percussion


Gastmusiker:

George Monroe – vocals (auf den Bonus Tracks)


Label: Warner Music


Erscheinungsdatum: 1970


Stil: Krautrock, Rock


Trackliste:

1. Look Out (3:04)
2. Gone From My Life (3:02)
3. Broken Home (3:09)
4. Time Again (3:30)
5. Jump Into My Action (4:26)
6. Open Up Your Mind (3:08)
7. Corner Street Girl (3:28)
8. Change In You (3:16)
9. Morning At My Dawn (4:06)


Bonus Tracks der remasterten Albumfassung:

10. Everybody (4:08)
11. If I Could Fly (6:54)

Gesamtspieldauer: 42:16




Asterix, so heißt die Vorgängerband der deutschen Hard Rock Combo Lucifer’s Friend. Noch im selben Jahr des Erscheinens dieser einzigen Platte von Asterix, löste sich die Band wieder auf, um sich dann als eben jene Lucifer’s Friend neu zu gründen. Die Besetzung blieb, die Musik sollte sich nun jedoch in Richtung Metal bewegen. Bei Asterix ist das noch eher herkömmlicher Rock, der heute schon ein wenig angestaubt klingt – jedoch ist seit 1970 natürlich auch schon jede Menge Zeit vergangen…

Was allerdings natürlich nichts heißen muss, im Falle von Asterix aber scheint diese Zeit sehr, sehr lang zurückzuliegen. Zwar sind das hier keine typischen Oldies, die die Hamburger Musiker auf dem Debut und gleichzeitigen Abschluss dieser Band zum Besten geben, jedoch gerade bei den ersten Stücken, die oftmals einen chorartigen Gesang aufweisen, klingt das nach der etwas härteren Ausgabe der Les Humphries Singers. Ziemlich schwer verdaulich. Dieses fröhliche, gemeinsame Gesinge, geht einem bereits nach dem ersten Hören tierisch auf den Senkel.

Und auch wenn es dann doch mal zumindest stimmlich erträglicher wird, dann kann die Musik von Asterix, wobei man sich auch fragt, wie man nur auf solch einen Bandnamen kommen kann, meistens auch nicht richtig überzeugen. Früher nannte man das wohl Beat Musik, allerdings ist es hier jene der etwas langweiligeren Sorte geworden. Und so zieht die Scheibe ihre Kreise auf dem Plattenteller, beim Gesang läuft es einem manchmal eiskalt den Rücken runter, ansonsten werden jedoch nicht allzu viele Spuren hinterlassen – auch wenn die Musik in der zweiten Hälfte der Platte durchaus ein wenig mehr überzeugen kann. Allerdings nur einmal so richtig. Und das ist bei „Tim Again“ der Fall. Ein rockiges Lied, dominiert im Gesangsteil von Piano und E-Gitarre, welches jetzt allerdings mal wirklich ins Ohr geht. Nun und dann das Piano-Solo, richtiggehend mitreißend.

Fazit: Ein einziges tolles Lied genügt leider nicht, um aus Asterix eine Superband zu machen. Kein Zaubertrank, keine Zaubermusik. Die Platte läuft einfach durch, ohne großen Eindruck zu hinterlassen. Meistens klingt das rockig und wurde auch mal mit interessanten Arrangements versehen und trotzdem hört es sich viel zu oft einfach nur „okay“ an. Für Menschen, die sich für die Musik der damaligen Zeit interessieren sicherlich interessant. Für die restlichen Leute dieser Erde weniger. Sechs Punkte.

Anspieltipps: Time Again



Montag, 7. Dezember 2015

Message – Message




Message – Message


Besetzung:


Tom McGuigan – vocals, saxophone, flute
Alan Murdoch – guitars
Horst Stachelhaus – bass
Manfred von Bohr – drums, percussion


Label: Warner Music


Erscheinungsdatum: 1975


Stil: Rock, Progressive Rock, Jazz Rock, Funk Rock


Trackliste:

1. Before The Dawn (6:08)
2. Thoughts (5:46)
3. Is That The Way (4:17)
4. I Can See The World (3:19)
5. Waters (6:07)
6. Horrorscope (3:32)
7. Back Home (4:55)
8. Train To Nowhere (4:04)

Gesamtspieldauer: 38:11




Mit ihrem eigenen Namen betitelte die deutsch-amerikanische Band Message ihr drittes Album. Darauf zu hören ist Rock Musik, die mal etwas in die progressive Richtung driftet, jedoch auch mal funkig bis soulig klingt. Letzteres allerdings glücklicherweise nicht durchgängig, aber solch Titel wie „I Can See The World“, bei denen auch noch ein weiblicher Background Chor zu hören ist, wollen trotzdem erst mal ausgehalten werden.

Ansonsten klingt Message auf „Message“ alles in allem eher harmlos. Mal wird etwas mehr gerockt, dann klingt es sogar ein wenig jazzig, richtig überzeugend ist das allerdings nie, höchstens vielleicht noch mit „ganz nett“ zu umschreiben. Die Musik geht auch keinesfalls sofort ins Ohr, einen paar Durchläufen des Albums bedarf es da schon. Dann werden die einzelnen Stücke jedoch durchaus auch vertrauter und eingängiger – allerdings wieder, ohne restlos zu überzeugen.

Überzeugen können für mich am ehesten noch die Stücke zu Beginn der Platte. Die ersten beiden Nummern sind gut rockig und eingängig. Dann folgt als drittes Lied die Nummer „Is That The Way“. Dieses hat zwar auch nur am Rand etwas mit Progressive Rock zu tun, geht aber zumindestens ins Ohr. Und nach dem entspannten und sanften Rock Teil folgt schließlich sogar noch ein Part, der ein Lied dem gerade erwähnten Genre etwas näher bringt. Oder ist das die Vorstufe des Jazz? Egal, es wirkt auf jeden Fall. Und zwar überzeugend. Im Anschluss an dieses Lied wird die Musik auf „Message“ deutlich belangloser. „Waters“ und „Back Home“ kann man hier vielleicht noch ausnehmen, aber das war es dann auch schon.

Fazit: „Message“ von Message ist sicherlich ein Album, der damals unter der Überschrift „Krautrock“ laufenden deutschen Rock Musik. Und wenn man hier wirklich alles aus der damaligen Zeit sammelt, dann lohnt sich sicherlich auch dieses Album, um seine Sammlung zu vervollständigen. Für mich allerdings ist das weder „Krautrock“, wie ich ihn definiere, noch eine Art Progressive Rock. Für mich ist das angefunkter und angejazzter Rock, der mich nicht vollends zu überzeugen weiß. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Thoughts, Is That The Way, Waters



Sonntag, 6. Dezember 2015

Parzival – Legend




Parzival – Legend


Besetzung:

Lothar Siems – Gitarre, Gesang
Walter Quintus – Violine, Bass, Orgel, Klavier
Thomas Olivier – Schlagzeug


Gastmusiker:

Matthias Müller-Menckens – Flöte, Klavier
Joachim Reichhold – Cello
Hans Jaspers – Viola


Label: Warner Music


Erscheinungsdatum: 1971


Stil: Progressive Rock, Krautrock


Trackliste:

1. One Day (3:39)
2. Marshy Legend (2:30)
3. Resignation (2:55)
4. 8 Years Later (4:40)
5. Senseless No. 6 (4:54)
6. Wall Bungalow (2:41)
7. Empty Land (5:11)
8. Groove Inside (16:02)


Bonus Titel der remasterten CD-Veröffentlichung:

9. Change Your Mind (2:11)
10. Sarah Girl (2:06)

Gesamtspieldauer: 46:53




Wie so ein kleines Märchenbuch kommt das Cover des ersten Albums von Parzival daher. „Legend“ heißt es, wurde 1971 veröffentlicht und war eines der zwei Veröffentlichungen der Bremer Band Anfang der 70er Jahre. Die Parzival läuft unter der Überschrift „Krautrock“, das allerdings wohl nur durch das Herkunftsland Deutschland. Auf „Legend“ hört man durchaus Progessive Rock, sogar einen der interessanteren und durchaus auch eigenwilligeren Art.

Die Gitarre hält sich bei Parzival auf „Legend“ im Hintergrund. Im Vordergrund steht vor allen Dingen die Querflöte, die von Matthias Müller-Menckens gespielt wird, der noch nicht einmal festes Bandmitglied war. Dazu hört man Violine, Viola und Cello. Auch die Tasteninstrumente halten sich etwas versteckt, sodass die Musik von Parzival einen ganz eigenen Sound aufweist. Dieser klingt mal nach einer Art Kammer Rock, dann wieder sehr progressiv. Da gibt es sie schon mal, die schrägen Töne und krummen Takte, die die Musik von Parzival auf „Legend“ zusätzlich spannend werden lässt.

Sehr melodiös sind sie zudem, diese meist sanften Lieder. Schnell gehen sie ins Ohr und haben dort durchaus eine gewisse Verweilzeit. Alle Lieder wirken auf „Legend“, einen Ausreißer nach unten gibt es glücklicherweise nicht zu beklagen. Alles wirkt, alles klingt. Nicht unerwähnt soll hier allerdings der ursprünglich letzte Titel der Platte bleiben. „Groove Inside“ hat eine Spielzeit von über sechzehn Minuten und kann wohl nur unter Zuhilfenahme von bewusstseinserweiternden Substanzen eingespielt worden sein. Hier klingen Parzival jetzt gar nicht mehr so melodiös, eher experimentell und an manchen Stellen des Liedes auch improvisiert. Und das werden die Musiker hier auch gemacht haben, improvisieren nämlich. Das Lied klingt somit wahrlich experimentell und ist durchaus fordernd. Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass die Musiker bei dessen Erstellung hofften, dass ihre Hörerinnen und Hörer ebenfalls „ganz entspannt“ lauschen würden, um deutlich mehr in diese „Atmosphären“ eintauchen zu können. Kurz wird darin sogar mal die Nationalhymne angestimmt, um dieses musikalische Thema dann jedoch sofort wieder zu verlassen. Warum allerdings am Ende des Stücks für fünfzehn Sekunden der Beatles-Titel „When I'm Sixty Four“ in einem sächsischen Englisch intoniert wird, das werde ich wohl nie erfahren. Muss aber wahrscheinlich auch nicht sein.

Als Zugabe zur remasterten Album-Fassung wurden noch zwei Titel hinzugefügt, die allerdings eher poppig klingen und wohl aus der Anfangszeit der Band stammen. Stilistisch haben diese beiden Nummern nichts mit dem Rest der Platte zu tun und zeigen höchstens, dass sich aus einer Pop-Band durchaus eine Progressive Rock Band entwickeln kann – und nicht nur umgekehrt.

Fazit: „Legend“ von Parzifal ist eine tolle Platte geworden. Sie ist auch deshalb so überzeugend, da sie eben anders klingt, als vieles, was man davor so gehört hat, was nicht zuletzt an der Instrumentierung liegt. Die Musik ist zum größten Teil sehr melodiös und eingängig, klingt beim Titel „Groove Inside“ allerdings sehr experimentell und psychedelisch. Alles in allem ein sehr abwechslungsreiches und überzeugendes Album. Elf Punkte.

Anspieltipps: 8 Years Later, Groove Inside



Samstag, 5. Dezember 2015

Dream Theater – Metropolis Pt. 2: Scenes From A Memory




Dream Theater – Metropolis Pt. 2: Scenes From A Memory


Besetzung:


James LaBrie – lead vocals
John Petrucci – guitar, background vocals, programming
Jordan Rudess – keyboard, choir arrangement and conducting
John Myung – bass
Mike Portnoy – drums, background vocals


Gastmusiker:

Theresa Thomason – additional vocals
Mary Canty – additional background vocals
Shelia Slappy – additional background vocals
Mary Smith – additional background vocals
Jeanette Smith – additional background vocals
Clarence Burke Jr. – additional background vocals
Carol Cyrus – additional background vocals
Dale Scott – additional background vocals
Terry Brown – voice of the “Hypnotherapist”
David Bottrill – voice of “Edward”


Label: East West Records


Erscheinungsdatum: 1999


Stil: Rock, Progressive Metal


Trackliste:

Act I:
     1. Scene One: Regression (2:06)
     2. Scene Two: I. Overture 1928 (3:37)
     3. Scene Two: II. Strange Deja Vu (5:12)
     4. Scene Three: I. Through My Words (1:02)
     5. Scene Three: II. Fatal Tragedy (6:49)
     6. Scene Four: Beyond This Life (11:22)
     7. Scene Five: Through Her Eyes (5:29)

Act II
     8. Scene Six: Home (12:53)
     9. Scene Seven: I. The Dance Of Eternity (6:13)
     10. Scene Seven: II. One Last Time (3:46)
     11. Scene Eight: The Spirit Carries On (6:38)
     12. Scene Nine: Finally Free (11:59)

Gesamtspieldauer: 1:17:12




Im Jahr 1992 wurde das zweite Album der US-amerikanischen Progressive Metal-Band Dream Theater veröffentlicht. Und auf diesem Album mit dem Titel „Images And Words“, befand sich ein sehr umfangreiches und aufwendig gestaltetes Lied mit dem Namen „Metropolis Pt.1: The Miracle And The Sleeper“. Dieses Album, sowie der genannte Titel, sollten den internationalen Durchbruch für Dream Theater darstellen. Sieben Jahre später veröffentlichten Dream Theater dann die Fortsetzung dieses Songs in Form eines ganzen Konzeptalbums. Der Titel dieser schließlich 1999 auf East West Records erschienenen Platte lautet „Metropolis Pt. 2: Scenes From A Memory“.

Das Stück ist in zwei Akte und neun Szenen aufgeteilt, die zu zwei verschiedenen Zeiten spielen – einmal in der Gegenwart und im Jahr 1928. Die Handlung vollzieht sich in der fiktiven Stadt Metropolis. Inhaltlich wird quasi die Geschichte einer Wiedergeburt erzählt. Nicholas, die Hauptperson, wird von Alpträumen gequält, in der immer wieder eine Frau mit Namen Victoria Page auftaucht. Durch einen Hypnotiseur taucht er immer mehr in die Geschichte dieser Victoria ein, die schließlich zusammen mit ihren Liebhaber erschossen wird. Und es stellt sich heraus, dass er selbst, Nicholas, in einem früheren Leben diese Victoria war. Erleichtert, dass ihre / seine Seele weiterlebt bedeutet das natürlich auch, dass die Seele ihres Mörders ebenfalls weiterlebt…

Nun, musikalisch hat die Scheibe alles zu bieten, was man sich von einem Progressive Metal Album erhofft. Maximale Abwechslung in der Musik. Von bretterhartem Rock bis hin zu wolkig zarten Klängen. Manchmal aggressiv und fast schon verstörend, dann wieder lieblich und melodiös, wobei die Melodiösität der einzelnen Stücken im kompositorischen Prozess der Band eine große Rolle gespielt hat. Die Lieder gehen einfach ins Ohr, viele davon schon beim ersten Hören, die anderen bereits nach wenigen weiteren Durchgängen. Das macht durchaus jede Menge Laune und ist bei geschlossenen Augen eine Art Reise, auf die man sich begibt und die es lohnt anzutreten.

Doch die Musik auf „Metropolis Pt. 2: Scenes From A Memory“ zeichnet noch durch etwas ganz Besonderes aus, was man heutzutage wirklich nur noch sehr selten in populärer Musik zu hören bekommt. Es ist die Einheit aus Musik und Text. Die Handlung wird hier von Dream Theater musikalisch nicht nur begleitet, sondern auch umgesetzt. Man hört auf dem Album das Verträumte, die Spannung, die Verzweiflung und auch die Hoffnung, die gleichzeitig auf diesem Konzeptalbum die Geschichte ausmacht, in Tönen und Akkorden wiedergegeben. Schon sehr beeindruckend.

Fazit: „Metropolis Pt. 2: Scenes From A Memory“ wird von vielen Fans der Band als das beste Album angesehen, welches die New Yorker Musiker jemals veröffentlichten. Zwar ist es wohl kaum das beste Album aller Zeiten – wie auch immer wieder ohne jegliches Augenzwinkern behauptet wird – allerdings ist es sicherlich eines der besten Alben dieses Genres „Progressive Metal“. Wer diese Musik gerne mal kennenlernen möchte, der oder dem sei dieses Album wärmstens ans Herz gelegt. Außerdem ist es für all diejenigen Hörerinnen und Hörer geeignet, die auf melodiösen und sehr abwechslungsreichen harten und dann wieder weichen Rock stehen. Zwölf Punkte.

Anspieltipps: Scene Six: Home, Scene Seven: I. The Dance Of Eternity



Freitag, 4. Dezember 2015

La Düsseldorf – Viva




La Düsseldorf – Viva


Besetzung:

Klaus Dinger – Gesang, Perkussion, Gitarre, Keyboards
Thomas Dinger – Gesang, Perkussion
Hans Lampe – Perkussion


Gastmusiker:

Andreas Schell – Klavier bei „Cha Cha 2000"
Harald Konietzko – Bass bei „Geld" und „Cha Cha 2000"


Label: Warner Music


Erscheinungsdatum: 1978


Stil: Krautrock


Trackliste:

1. Viva (2:36)
2. White Overalls (2:07)
3. Rheinita (7:41)
4. Vögel (1:27)
5. Geld (6:23)
6. Cha Cha 2000 (20:01)

Gesamtspieldauer: 40:16




„Viva“ von La Düsseldorf ist für mich eines jener Alben, die mir beeindruckend zeigen, dass manches Mal Musik anscheinend wirklich erst im Ohr reifen muss, um endgültig ankommen zu können. Beim ersten Hören klang die Scheibe für mich nach langweiligem Synthie-Pop, erst mit den weiteren Durchläufen wurde die Musik irgendwie interessanter und auch eingängiger, obwohl ihr dieser „Synthie-Touch“ doch immer noch deutlich anhaftet.

Klaus Dinger ist der Macher hinter La Düsseldorf, einer Band, die mit „Viva“ im Jahr 1978 ihr zweites Album veröffentlichte. Klaus Dinger, der bereits 1970, auf dem allerersten Kraftwerk-Album am Schlagzeug zu hören war und anschließend zusammen mit Michael Rother die Band Neu gründete. La Düsseldorf ist also bereits das dritte musikalische Projekt des Musikers.

Nach Synthie-Pop klingt es durchaus immer wieder auf „Viva“. Das mag man mögen oder nicht, eingängig und melodiös klingt das allerdings durchaus – wenn auch nicht auf das erste Hören hin. „Späße“ gibt es auch zu hören, denn die Nummer „Vögel“ beinhaltet auch nichts außer Vogelgezwitscher. Nun, überzeugend klingt das alles nicht so unbedingt, wobei man „Rheinita“ noch durchaus mit „ganz nett“ umschreiben kann. Aber etwas Besondres? Nun, vielleicht für die damalige Zeit. Da war dieser Art der Musik wohl etwas Neues und nahm so ein klein wenig die Neue Deutsche Welle mit vorweg. Zugegebenermaßen kann man dies alles nach einigen Durchläufen immer besser hören, ohne dabei jedoch vollends in Begeisterung auszubrechen.

Nun, dann gibt es da allerdings noch das Stück „Cha Cha 2000“. Dieses beginnt zwar genau so, wie die Lieder davor geendet haben, mit sehr synthetischen Klängen zu denen sich jetzt noch ein irgendwie gekünstelt klingender Gesang gesellt hat. Das sollte sicher lustig sein und klingen, aber da hat wohl jeder eine ganz unterschiedliche Auffassung von Humor. Nun, etwa bei Minute 9 des Stücks, ändert sich die ganze Atmosphäre des Liedes jedoch. Ein Klavier ertönt sanft und zart und das Lied wird überaus feierlich, eindringlich, nun wirklich melodiös und wärmend. Zwar hört man nur eine ganz zarte Melodie, diese hat es jedoch in sich und umgarnt Hörerin wie Hörer. Diese Melodie wird später auch wieder vom Synthesizer aufgenommen, klingt jetzt allerdings immer noch überzeugend, da sich immer wieder und wieder wiederholend sogar auch ein wenig meditativ. Hier machen La Düsseldorf dann Spaß, viel Spaß.

Fazit: Nun, „Viva“ von La Düsseldorf muss man definitiv öfters hören. Am besten immer und immer wieder, dann entwickelt sich die Scheibe. Vor allen Dingen beim letzten Stück „Cha Cha 2000“ ist dies fast schon zu spüren. Dieses Stück stellt für mich auch den einzigen Kaufgrund für diese Platte dar. „Viva“ von La Düsseldorf wird in den höchsten Tönen gelobt, was ich nicht ganz nachvollziehen kann, aber so schlecht, wie nach dem ersten Hören, so schlecht finde ich das Ganze längst nicht mehr. Neun Punkte.

Anspieltipps: Cha Cha 2000



Donnerstag, 3. Dezember 2015

Deep Purple – The Battle Rages On…




Deep Purple – The Battle Rages On…


Besetzung:

Ian Gillan – vocals
Ritchie Blackmore – guitar
Jon Lord – organ, keyboards
Roger Glover – bass
Ian Paice – drums


Label: Sony Music


Erscheinungsdatum: 1993


Stil: Hard Rock


Trackliste:

1. The Battle Rages On (5:57)
2. Lick It Up (4:00)
3. Anya (6:32)
4. Talk About Love (4:07)
5. Time To Kill (5:51)
6. Ramshackle Man (5:34)
7. A Twist In The Tale (4:17)
8. Nasty Piece Of Work (4:36)
9. Solitaire (4:42)
10. One Man's Meat (4:38)

Gesamtspieldauer: 50:17




„The Battle Rages On...“ heißt es, das vierzehnte Studio-Album der Rock-Formation Deep Purple. Und zum zweiten Mal hatte sich die „klassische“ Deep Purple Besetzung wiedervereinigt, die das Meisterwerk „Child In Time“ 1970 erschaffen hatte und aus den Musikern Ian Gillan, Ritchie Blackmore, Jon Lord, Roger Glover und Ian Paice bestand. Und nun, dreiundzwanzig Jahre danach, wollten sie es also auch noch zum dritten Mal wissen, nachdem in den 80er Jahren noch „Perfect Strangers" und „The House Of Blue Light" in dieser Besetzung eingespielt worden waren.

Allerdings stand diese Wiedervereinigung wohl unter keinem guten Stern, denn die Musiker waren sich anscheinend immer noch spinnefeind, vor allem Ian Gillan und Ritchie Blackmore hatten da ihre Probleme. Ian Gillan war auf Bitten von Lord, Paice und Glover zurückgekehrt, gegen den Willen des Ritchie Blackmore. Dies gipfelte schließlich in dem Umstand, dass man tunlichst versuchte sich im Studio nicht über den Weg zu laufen. Das Ganze eskalierte schließlich später auf der Tour zum Album, während der Ritchie Blackmore darum bat, aus der Band entlassen zu werden und auch nicht mehr zu einem Weitermachen überzeugt werden konnte. Ersetzt wurde er schließlich auf dieser Tour durch Joe Satriani, der zunächst auch als vollständiger Nachfolger Ritchie Blackmores gehandelt wurde, jedoch aufgrund von Verträgen nicht festes Bandmitglied werden konnte. Das wurde schließlich Steve Morse, jedoch ist das eine andere Geschichte.

Die Musik auf „The Battle Rages On...“ hat leider nur noch bedingt etwas mit den früheren Werken von Deep Purple zu tun. Die Musik stammt hauptsächlich von Ritchie Blackmore, Ian Gillan und Roger Glover. Jon Lord wird lediglich bei drei Titeln als Co-Autor erwähnt. Diese haben es allerdings durchaus in sich, denn darunter befindet sich der Titeltrack „The Battle Rages On“, ein wirklich überzeugender Rocker, melodiös, abwechslungsreich, hart und zugleich eingängig. Dann ist da noch „Anya“, welches so herrlich verträumt mit spanischer Gitarre eingeleitet wird und sich dann ebenfalls zu einem überzeugenden und eingängigen Hard Rock Titel entwickelt. Und schließlich wird „Nasty Piece Of Work“, das dritte Lied mit Jon Lord-Beteiligung, von einem fetten Orgelsound dominiert, der Erinnerungen an längst vergangene Zeiten aufkommen lässt.

Allgemein klingt „The Battle Rages On...“ jedoch irgendwie relativ wenig nach Deep Purple. Klar hört man es am Gesang des Ian Gillan, an manchem Solo des Ritchie Blackmore oder am Orgelsound des Jon Lord, doch größtenteils klingt die Platte ein wenig austauschbar zu anderen Rock Bands. Die Aura des Besonderen haben Deep Purple auf „The Battle Rages On...“ ein klein wenig verloren. Was allerdings nicht heißen soll, dass das Album so gar nicht zünden würde. Neben den bereits erwähnten Stücken ist das, was die fünf Musiker hier ihren Hörern bieten durchaus noch hörenswert. Gut gemachter Hard Rock eben, der mal mehr, mal weniger mitreißend klingt. Allerdings erreicht diese Musik eben nicht mehr ganz die Klasse mancher Vorgängeralben.

Fazit: Durchaus überzeugenden Hard Rock gibt es auf „The Battle Rages On...“ zu hören, wenn auch keinen mitreißenden mehr. An vielen Stellen wird einem einfach nicht mehr bewusst, dass das gerade Deep Purple sind, die man da zu hören bekommt. Für Deep Purple Fans ist diese Platte natürlich von Bedeutung und auch Freunde des Hard Rocks dürften Gefallen an dem Album finden. Wer jedoch in den Kosmos dieser stilprägenden Band einsteigen möchte, der oder dem seien frühere Alben etwas mehr ans Herz gelegt. Neun Punkte.

Anspieltipps: The Battle Rages On, Anya, Solitaire



Mittwoch, 2. Dezember 2015

Gift – Gift




Gift – Gift


Besetzung:

Helmut Treichel – Gesang
Rainer Baur – Gitarre
Uwe Patzke – Bass
Hermann Lange – Schlagzeug


Label: Warner Music


Erscheinungsdatum: 1972


Stil: Hard Rock, Krautrock


Trackliste:

1. Drugs (5:20)
2. You'll Never Be Accepted (6:42)
3. Groupie (3:17)
4. Time Machine (3:16)
5. Game Of Skill (5:34)
6. Don't Hurry (5:12)
7. Your Life (4:39)
8. Bad Vibrations (3:38)

Gesamtspieldauer: 37:42




Die Augsburger Band Gift entstand, wie so viele Bands zur damaligen und auch noch heutigen Zeit, aus einer Schülerband Ende der 60er Jahre. Krautrock heißt das Genre, in welches alle deutschen Bands zur damaligen Zeit „eingruppiert“ wurden, wenn sich deren Musik denn ein wenig rockig anhörte. Und falls dann auch noch ein anderes Instrument außer Gitarre, Bass und Schlagzeug mit Verwendung fand, dann stand es auch endgültig fest: Das ist progressiver Krautrock, ganz bestimmt. Nun, auf „Gift“ von Gift hört man auch mal eine Querflöte, wer diese spielt, erschließt sich einem allerdings leider nicht. Trotzdem ist die Musik von Gift deutlich eher im Rock beheimatet und das „Label“ Krautrock weist hier wirklich hauptsächlich auf den deutschen Ursprung hin.

Gift rocken ordentlich los. Manchmal geht das durchaus in den Bereich des Hard Rock, richtig sanft wird es dabei nur selten. Die Musik ist gerade noch so mit „eingängig“ zu umschreiben, ohne jedoch, dass hier Gift einen Ohrwurm nach dem anderen vorzuweisen hätten. Man benötigt definitiv ein paar Durchläufe der Scheibe, um mit ihr „wärmer“ zu werden, denn vieles klingt auf dem Debut der Augsburger auch durchaus etwas herb. Dabei experimentieren die Jungs auch mit der Perkussion und den Sounds, wobei hier für die damalige Zeit nichts Neues zu hören ist, interessant wird es jedoch dann, wenn man selbst mal eine etwas andere Ausrichtung des Hard Rock genießen möchte.

Was heutzutage allerdings ein wenig seltsam kling, ist das häufig eingesetzte Stilmittel, anstatt irgendwelche Worte zu singen „Na’an da da dada“ oder ähnliches ins Mikrophon zu intonieren. Das klingt wahrlich heute etwas schräg und manches Mal leider auch ein wenig unfreiwillig komisch – oder ob es da keine Einfälle für den Text gegeben hat? Egal, Gift hätten es da lieber manchmal als Instrumentalstück laufen lassen sollen, als ein Lied mehrmals so aufzubereiten.

Fazit: Gift war sicherlich nicht die Speerspitze der Deutschen Krautrock Bewegung und gehört für mich auch eher in die Hard Rock Abteilung eines Plattenladens. Die Musik der Augsburger klingt niemals langweilig, restlos überzeugend jedoch auch nicht, da die meisten Lieder eben Hard Rock Stücke darstellen, die man so aus dieser Zeit schon öfters gehört hat. Richtige Höhepunkte weist das Debut-Album der Band, dem noch eine zweite Scheibe folgen sollte, auch nicht auf. Für Musikfreunde, die musikalisch in der damaligen Zeit schwelgen möchten sicherlich dann geeignet, wenn man keinen progressiven Krautrock erwartet. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Groupie