Freitag, 18. Dezember 2015

Nik Kershaw – The Riddle




Nik Kershaw – The Riddle


Besetzung:

Nik Kershaw – vocals, vocal percussion, guitars, bass and keyboards


Gastmusiker:

Tim Moore – keyboards
Andy Richards – keyboards
Paul (Wix) Wickens – fairlight and dmx programming
Dennis Smith – bass
Charlie Morgan – drums
Pandit Dinesh – percussion
Stuart Curtis – horns
Dave Land – horns
Sheri Kershaw – backing vocals
Don Snow – backing vocals
Mark King – bass on "Easy"


Label: MCA Records


Erscheinungsdatum: 1984


Stil: Pop, Synthie Pop, New Wave


Trackliste:

1. Don Quixote (4:55)
2. Know How (4:52)
3. You Might (3:17)
4. Wild Horses (3:59)
5. Easy (4:13)
6. The Riddle (3:52)
7. City Of Angels (3:56)
8. Roses (3:58)
9. Wide Boy (3:28)
10. Save The Whale (6:02)

Gesamtspieldauer: 42:32




Lediglich neun Monate nach der ersten, brachte Nik Kershaw im Jahr 1984 gleich seine zweite Platte heraus. Die Kuh wollte gemolken werden, solange sie noch Milch gab. Mit dem Vorgänger- und Debutalbum „Human Racing“ und ganz besonders mit dem darauf enthaltenen Hit „Wouldn't It Be Good“, war dem Briten der internationale Durchbruch gelungen. Jetzt sollte „The Riddle“ noch im Weihnachtsgeschäft punkten.

Auf diesem Album befindet sich Synthie Pop in einer sehr ausgeprägten Form. Wer auf Gitarrensound steht, hat hier sowieso schon verloren, denn Keyboards und Synthesizer stehen auf „The Riddle“ zumeist im Vordergrund. Dabei fehlen mir ganz klar die Melodien, die ins Ohr gehen. Das mag manchmal „ganz nett“ klingen, wie beim Titelsong „The Riddle“, aber sonst? Sonst wird es deutlich schwieriger.

Und so läuft diese Platte durch und noch einmal und dann noch einmal. War das was? Nein leider nicht, denn auf „The Riddle“ befindet sich im Grunde genommen nichts, was besonders lange hängenbleibt. Das bedeutet nicht, dass man beim Hören dieser Musik schlagartig den Raum verlassen muss – außer man steht vielleicht nur auf härteren Rock – aber diese Musik läuft eben nur so an einem vorbei, ist auf ihre Art leider etwas belanglos.

Fazit: Für all jene Freunde der Musik, die beim Thema „Synthie Pop“ so richtig aus sich herausgehen können. Und für all jene Freunde der 80er Jahre, die dieses Jahrzehnt auch noch mal musikalisch nachempfinden möchten, denn das geht mit „The Riddle“ vortrefflich. Ansonsten ist diese Platte ein absolut harmloses Album, welches kaum Spuren hinterlässt. Sechs Punkte.

Anspieltipps: You Might, The Riddle



Donnerstag, 17. Dezember 2015

Mark Hollis – Mark Hollis




Mark Hollis – Mark Hollis


Besetzung:

Mark Hollis – vocals, guitar


Gastmusiker:

Martin Ditcham – drums, percussion
Chris Laurence – double bass
Lawrence Pendrous – piano, harmonium
Iain Dixon – clarinet
Tim Holmes – clarinet
Mark Feltham – harmonica
Henry Lowther – trumpet
Andy Panayi – flute
Melinda Maxwell – cor anglais
Dominic Miller – guitar
Robbie McIntosh – guitar
Maggie Pollock – bassoon
Julie Andrews – bassoon


Label: Polydor


Erscheinungsdatum: 1998


Stil: ArtPop


Trackliste:

1. The Colour Of Spring (3:52)
2. Watershed (5:45)
3. Inside Looking Out (6:21)
4. The Gift (4:22)
5. A Life (1895 - 1915) (8:10)
6. Westward Bound (4:18)
7. The Daily Planet (7:19)
8. A New Jerusalem (6:49)

Gesamtspieldauer: 47:00




Mark Hollis war der treibende Kopf bei Talk Talk, mit denen er insgesamt fünf Studioalben veröffentlichte, die hier auch bereits besprochen wurden. Anfang der 90er Jahre war dann Schluss mit Talk Talk, die Musik der Band war der Plattenfirma deutlich zu unkommerziell geworden. Und so gab Mark Hollis danach nur noch ein musikalisches Lebenszeichen in Form eines Studioalbums von sich und zwar in Form dieses selbstbetitelten Soloalbums. Inzwischen hat sich Mark Hollis vollständig aus dem Musikgeschäft zurückgezogen, da er sich mehr der Familie widmen wollte und anmerkte, dass er sich zu entscheiden hatte, entweder auf Tour zu gehen oder ein guter Vater zu sein. Diese Entscheidung fiel zugunsten seiner Kinder aus…

Mark Hollis ist mit Sicherheit ein ganz besonderer Musiker. Allein schon diese Entwicklung vom Synthie Pop der beginnenden 80er Jahre, zu immer mehr minimalistischer, progressiver Musik mit Talk Talk. Nun und auf die Spitze getrieben hat es der gebürtige Londoner dann mit diesem, seinem einzigen Solo-Album. Ich kenne kein minimalistischeres Album. Die Platte beginnt mit 18 Sekunden Stille. Sie endet mit 1:40 Minuten Stille. Dazwischen liegen acht Titel, wie sie ruhiger und sanfter überhaupt nicht sein könnten. Und wer beim letzten Stück auf eine „Hidden Track“ wartet, wird definitiv enttäuscht sein.

Mark Hollis verzichtet auf dieser Platte auf den Einsatz jeglicher elektrischer Instrumente, dafür kommen jede Menge, sonst in der Pop Musik eher selten eingesetzte Musikinstrumente zum Einsatz. Auch das Schlagzeug, sowie die Perkussion hält sich größtenteils sogar sehr zurück. Alles wirkt irgendwie gehaucht, unfassbar zart und zerbrechlich. Dazu passt natürlich perfekt der Gesang des Mark Hollis, der hier ebenfalls nur mit gehaucht oder geflüstert gesungen umschrieben werden kann. Ich kann noch nicht einmal behaupten, dass die Musik des Mark Hollis auf diesem Album sehr melodiös ist, obwohl hier natürlich nichts atonal klingt. Harmonisch hört sich hier jeder Titel an, aber irgendwie doch nicht eingängig.

Das liegt zum einen daran, dass hier durchaus mal der eine oder andere „schräge“ Ton gesetzt wird, zum anderen ein „normaler“ Liedaufbau nicht vorhanden ist. Die Stücke des Mark Hollis funktionieren hier nicht mehr auf die Art: Strophe – Refrain – Strophe – Refrain – Solo – Strophe – Refrain. Herkömmliche „Konventionen“ wurden von Mark Hollis über Bord geworfen. Ist das alles nur Strophe? Oder doch alles nur Refrain? Spielt alles keine Rolle, denn in der Musik des Briten geht es um Stimmungen, um sanfte Gefühle, um mystische Atmosphären.

Fazit: Wenn jemand das ruhigste Album dieser Welt hören möchte… Wenn jemand das unkommerzionellste Album der Welt hören möchte…. Wenn jemand das Album hören möchte, bei dem ein Musiker einen unfassbaren Wandel vollzieht, dann, ja dann ist dieses Mark Hollis Solo Album ideal. Andererseits aber, wer minimalistische Musik hören möchte, die begeistert, die oder der ist hier noch viel besser aufgehoben. Elf Punkte.

Anspieltipps: Irgendwie alles… ich kann es echt nicht sagen.



Mittwoch, 16. Dezember 2015

Heroes Del Silencio – Senderos De Traición




Heroes Del Silencio – Senderos De Traición

Besetzung:

Enrique Bunbury – vocalist
Joaquin Cardiel – bass
Juan Valdivia – guitar
Pedro Andreu – drums


Label: EMI


Erscheinungsdatum: 1990


Stil: Rock


Trackliste:

1. Entre Dos Tierras (6:05)
2. Maldito Duende (4:14)
3. La Carta (3:05)
4. Malas Intenciones (3:47)
5. Sal (0:17)
6. Senda (3:50)
7. Hechizo (4:38)
8. Oración (4:06)
9. Despertar (2:50)
10. Decadencia (4:16)
11. Con Nombre De Guerra (4:18)
12. El Cuadro II (4:03)

Gesamtspieldauer: 45:34




Die spanische Band Heroes Del Silencio hat von 1988 bis zum Jahr 1995 vier Studioalben veröffentlicht. „Senderos De Traición“ ist die zweite Platte dieser Reihe und erschien im Mai 1990 auf dem Major Label EMI. Wenn man an spanische Musik denkt, dann fallen einem spanische Gitarren und Flamenco ein, jedoch in einem Zug mit Rock Musik, da werden die Iberer kaum genannt.

Zumindest für die Band Heroes Del Silencio wäre es jedoch schade, wenn diese nicht auch außerhalb der Landesgrenzen bekannt wäre. Besonders gilt das für ihr Album „Senderos De Traición“, welches mit dem Eröffnungslied „Entre Dos Tierras“ auch das wohl bekannteste Lied der Band enthält. Guten gemachten und groovenden Rock hört man hier, Rock Musik, die ins Ohr geht und die mitreißt. Jedoch ist nicht nur diese Nummer hörenswert auf „Senderos De Traición“, einem Album, welches vom ersten bis zum letzten Takt überzeugen kann.

Vorherrschend sind die rockigeren Töne, allerdings können die vier Musiker auch in den ruhigeren Abschnitten des Albums punkten, welches genau durch diese Stimmungswechsel noch an Klasse gewinnt. Sehr schön zu sehen beziehungsweise zu hören ist dies gleich beim Übergang von dem bereits erwähnten „Entre Dos Tierras“ zum zweiten Lied des Albums, „Maldito Duende“. Hier klingen die Heroes Del Silencio jetzt deutlich verträumter, sehnsüchtiger, obwohl dies alles andere als Soft Rock ist. Sehr überzeugend, denn jeder Titel hat etwas auf diesem Album, geht ins Ohr, sodass man diese Scheibe auch über die Jahre hinweg immer wieder gerne auflegt, obwohl man, wenn man des Spanischen nicht mächtig ist, sich eher auf die Stimmung als auf den Inhalt konzentriert. Und etwas Negatives? Nun, diese „Uuuuuh“-Rufe, die macht Sänger Enrique Bunbury schon recht gerne. Ein weiteres Erkennungsmerkmal dieser Band. Ob man das jedoch so häufig mit einbauen musste? Ach was, Jammern auf hohem Niveau…

Fazit: Überzeugende Rockmusik aus Spanien ist auf dem Album „Senderos De Traición“ der Heroes Del Silencio zu hören. Die Musik ist meistens rockig und trotzdem immer sehr melodiös und geht schnell ins Ohr. Wenn auch alles sehr im selben Stil gehalten ist, sorgen die unterschiedlich schnellen, lauteren oder leiseren Titel für die Abwechslung. Hörenswert. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Entre Dos Tierras, Maldito Duende, El Cuadro II



Dienstag, 15. Dezember 2015

Jane’s Addiction – Ritual De Lo Habitual




Jane’s Addiction – Ritual De Lo Habitual


Besetzung:

Perry Farrell – lead vocals
Dave Navarro – guitar
Eric Avery – bass
Stephen Perkins – drums


Gastmusiker:

Charlie Bisharat – violin (Of Course), electric violin (Then She Did...)
Ronnie S. Champagne – bass (Of Course)
John Philip Shenale – strings (Then She Did...)
Geoff Stradling – piano (Obvious, Then She Did...)
Cindy Lair – spoken word (Stop!)


Label: Warner Music


Erscheinungsdatum: 1990


Stil: Alternative Rock, Punk, Psychedelic Rock


Trackliste:

1. Stop! (4:14)
2. No One's Leaving (3:01)
3. Ain't No Right (3:34)
4. Obvious (5:55)
5. Been Caught Stealing (3:34)
6. Three Days (10:48)
7. Then She Did... (8:18)
8. Of Course (7:02)
9. Classic Girl (5:07)

Gesamtspieldauer: 51:37




Musik kann manchmal wahrlich schwierig sein, man hört in eine Platte rein, glaubt solch eine Band gefällt einem ganz bestimmt nicht und plötzlich – mitten im Album – schwenkt die Musik um und haut einen weg. Genau so erging es mir mit dieser Scheibe von Jane’s Addiction. „Ritual De Lo Habitual“ ist 1990 auf dem Label Warner Brothers erschienen und ist die zweite Veröffentlichung von Jane’s Addiction. Album Nummer 3 sollte erst dreizehn Jahre später folgen.

Die ersten fünf Titel klingen für mich wie Punk – gespielt von einer Schülerband, die sich gerade mal ausprobieren will. Auch der Gesang des Perry Farrell klingt irgendwie noch nach „kleinem Jungen“, der sich zum Job des Sängers überreden ließ und schließlich sagte: „Okay ich mach’s.“ Unfassbar grausam, allerdings nicht nur der Gesang. Und ich war wieder einmal überrascht, wie manch ein Album im Internet gehypt wird. Dann plötzlich startet „Three Days“. Der Gesang ist immer noch nicht so ganz überzeugend, klingt jedoch schon mal deutlich besser und es entwickelt sich schließlich eine psychedelische Nummer, die es absolut in sich hat. Plötzlich passt dieser Gesang perfekt. Alles vibriert, alles rockt… sehr mitreißend – und dies knappe elf Minuten lang.

Gerade so, als ob die vier Kalifornier aus Los Angeles jetzt erst in Fahrt gekommen wären, legen sie mit „Then She Did…“ noch eine weitere sehr überzeugende Nummer nach. Hier klingen Jane’s Addiction zunächst noch psychedelischer und sogar etwas schräg, dann setzen die Gastmusiker in Form der Streicher ein und langsam, ganz langsam wird die Spannung immer weiter aufgebaut. Perry Farrell sinkt inzwischen richtig gut und das Lied steigert und steigert sich. Dieses Stück wird im weiteren Verlauf sehr viel experimenteller, schräge Piano- und Violinen-Tönen paaren sich mit melodischen Hintergrundakkorden. Dazu gesellt sich jetzt ein sehr kraftvoller Gesang. Hier sind Jane’s Addiction nun richtig spannend und rocken schließlich wieder weiter. Das machen sie im Anschluss daran bei dem Titel „Of Course“ deutlich weniger. Diese Nummer klingt wie eine etwas seltsame Folk-Nummer. Hier scheint irgendwie nicht jeder Ton immer ganz zu passen, allerdings hoffentlich natürlich gewollt. Trotzdem geht auch dieses Lied ins Ohr. Das Album klingt schließlich mit einem etwas hymnischen Stück aus, nicht der Höhepunkt der Platte, jedoch deutlich besser, als der Beginn von „Ritual De Lo Habitual“.

Fazit: Hätte dieses Album weiter so geklungen, wie auf den ersten fünf Titeln, nämlich nach Punk Rock einer Schülerband, ich hätte diese Scheibe nie wieder aufgelegt. Aber dann passiert es eben in der Mitte der Platte, hier gibt es dann psychedelisch angehauchten Alternative Rock zu hören, der durchaus zu begeistern weiß. Dieser ist melodisch und rhythmisch mitreißend. Jetzt klingen Jane’s Addiction anders, nicht alltäglich, etwas verschroben, experimentell, spannend eben. Diese letzten vier Lieder sind so gelungen, dass sie den Gesamteindruck dieser Scheibe sehr aufwerten. Für Freunde, die auf die psychedelische Seite des Alternative Rocks stehen, lohnt es sich alleine wegen „Three Days“ und „Then She Did...“. Wenn dieses Album nur aus solchen Titeln bestanden hätte, wären das zwölf Punkte geworden, jetzt sind es immerhin noch neun Punkte.

Anspieltipps: Three Days, Then She Did...



Montag, 14. Dezember 2015

Jane – Together




Jane – Together


Besetzung:

Klaus Hess – lead guitar
Charly Maucher – bass, vocals
Werner Nadolny – organ, flute
Peter Panka – drums, percussion
Bernd Pulst – vocals


Label: Brain


Erscheinungsdatum: 1972


Stil: Krautrock, Progressive Rock


Trackliste:

1. Daytime (8:10)
2. Wind (4:57)
3. Try To Find (5:27)
4. Spain (11:57)
5. Together (3:46)
6. Hangman (9:30)

Gesamtspieldauer: 43:49




„Together“ nannten die fünf Musiker aus Hannover ihr erstes Album, welches 1972 auf dem Label Brain veröffentlicht wurde. Darauf zu hören ist rockiger und melodischer Krautrock, der durchaus zu gefallen und überzeugen weiß. Man könnte die Musik auch mit hartem Progressive Rock umschreiben, der auf zu komplizierte Parts verzichtet. Auch das würde den Inhalt dieser Scheibe ziemlich gut umschreiben.

Auf „Together“ wird also gerockt und wer gerne Mal in dieses längst vergangene musikalische Zeitalter eintauchen möchte, der oder dem sei dieses Album wärmstens zu empfehlen. Meistens sind die Titel mit einem fetten Orgelsound des Werner Nadolny untermalt, der mal in die Richtung eines Jon Lords von Deep Purple weist, in den stilleren Abschnitten manches Mal auch leicht an das Keyboard-Spiel des Rick Wright bei Pink Floyd erinnert. Zu dieser Unterlage gesellen sich dann meist kurze Gesangs- und lange Instrumentalpassagen, wobei letztere oftmals von sehr melodischen Gitarrensoli dominiert werden. Meistens klingt das durchaus hart, also in die Richtung des Hard Rock weisend, allerdings wird dieses musikalische Genre immer nur gestreift, nie ganz erreicht.

Es sind genau diese langen Instrumentalpassagen, die die Musik von Jane dominieren, die auch wirklich gelungen sind und den Spaß an dieser Band begründen. Solch eine Nummer wie „Spain“ hat einfach was, wenn sich alles Mantra-artig steigert und steigert und dann doch wieder in ganz sanften Klängen mündet. Sehr hörenswert. Oder auch „Daytime“, eines der bekanntesten Stücke von Jane und ein immer wieder in den Live-Auftritten auftauchender Titel. Auch hier ist es die Steigerung, die die Musik innerhalb des Stücks erfährt, die diese Nummer so mitreißend werden lässt.

Negativ gibt es auf „Together“ kaum was zu meckern. Klar gibt es Bands, die eine deutlich vertracktere und kompliziertere Variante des Progressive Rock spielen, langweilig ist deshalb Jane jedoch noch lange nicht. Warum die Musiker allerdings eine leicht abgewandelte Version von „House Of The Rising Sun“ in ihr „Wind“ zu Beginn und am Ende mit eingebaut haben, das wird wohl das Geheimnis der Musiker von Jane bleiben.

Fazit: Jane vermitteln auf „Together“ sehr atmosphärisch die deutsche Krautrock-Musikland der damaligen Zeit. Wer einmal in diese Epoche hineinhören möchte, dem wird das mit dem Debut von Jane recht gut gelingen, auch wenn diese Band aus Hannover nur eine von mehreren war, die damals für „Furore“ sorgten. Die Musik auf „Together“ ist rockig und melodiös. Es gibt kompliziertere Ausprägungen dieses Genres, spannend sind Jane auf „Together“ jedoch allemal. Zwölf Punkte.

Anspieltipps: Daytime, Spain



Sonntag, 13. Dezember 2015

Michael Jackson – Dangerous




Michael Jackson – Dangerous


Besetzung:

Michael Jackson – vocals


Gastmusiker:

John Bahler – vocals
Michael Boddicker – keyboards, programming, sequencers, synthesizer
Bill Bottrell – bass, drums, guitar, vocals, mellotron, percussion, synthesizer
Brad Buxer – drums, keyboards, percussion, programming, synthesizer
Cleveland Orchestra – orchestration
Cleveland Orchestra Chorus – vocals
Larry Corbett – cello
The Andraé Crouch Singers – vocals
Paulinho Da Costa – percussion
Ashley Farell – vocals
Siedah Garrett – vocals
Kevin Gilbert – sequencers
Linda Harmon – vocals
Heavy D – rap
Paul Jackson, Jr. – guitar
Terry Jackson – bass
Louis Johnson – bass
Abraham Laboriel, Sr. – bass
Christa Larson – vocals
Rhett Lawrence – drums, percussion, synthesizer
Bryan Loren – drums, percussion
L.T.B. – rap
Andres McKenzie – vocals
René Moore – keyboards
David Paich – keyboards, programming, synthesizer
Greg Phillinganes – keyboards
Tim Pierce – guitar
Jeff Porcaro – drums
Steve Porcaro – keyboards, programming, synthesizer
Teddy Riley – drums, guitar, keyboards, synthesizer
Slash – guitar
Bruce Swedien – drums, keyboards, percussion
Shanice Wilson – vocals
Jai Winding – bass, keyboards, piano, programming


Label: Epic Records


Erscheinungsdatum: 1991


Stil: Pop, Disco, Rock


Trackliste:

1. Jam (5:39)
2. Why You Wanna Trip On Me (5:24)
3. In The Closet (6:31)
4. She Drives Me Wild (3:41)
5. Remember The Time (4:00)
6. Can't Let Her Get Away (4:58)
7. Heal The World (6:25)
8. Black Or White (4:15)
9. Who Is It (6:34)
10. Give In To Me (5:29)
11. Will You Be There (7:40)
12. Keep The Faith (5:57)
13. Gone Too Soon (3:23)
14. Dangerous (6:57)

Gesamtspieldauer: 1:17:00




Okay, ich gebe es gerne zu, Michael Jackson machte Musik, mit der man als Freund der Rock Musik nicht immer hundertprozentig klar kam. Genau so verhält es sich auch bei seinem achten Solo-Album „Dangerous“ aus dem Jahr 1991, welches auf dem Label Epic Records veröffentlicht wurde. Die technische Grenze der Bespielbarkeit wurde dabei vom erfolgreichsten Solo-Künstler dieser Erde, fast vollständig ausgenutzt und so bekommen Hörerin und Hörer 77 Minuten Pop und rhythmische Discomusik, funkig dargeboten.

Weia, das muss man Abkönnen, diese Gesäusel. Ich schätze mal, wem Xavier Naidoo gefällt, die oder der ist gleichzeitig auch Michael Jackson Fan. Dieser Gesang ist mit der Zeit so etwas von nervend und dazu noch diese schleimigen Texte, Musik kann wahrlich hart sein. Solch eine Nummer wie „Heal The World“ testet vollständig die Grenzen des erträglichen aus. Dass Michael Jackson allerdings auch ein ganz anderes Gesicht haben kann, das zeigt er mit „Black Or White“. Zwar auch sehr poppiger Rock, aber eine einprägsame Nummer, die hängenbleibt und immerhin ist das Rock. Dies gilt auch für den folgenden Titel „Who Is It“, der jetzt allerdings wieder deutlicher im Pop beheimatet ist. Und dann wird es mit „Give In To Me“ sogar noch mal richtig rockig. Auch dieser Titel weiß zu überzeugen, bleibt hängen und gehört mit zu den besten Nummern, die Michael Jackson jemals geschrieben hat. Nun und auch das Gitarrensolo des Slash ist dabei überaus hörenswert.

Um diese drei Nummern herum, ist die ganze andere Seite des Michael Jackson herumdrapiert. Hier wird dann diese süßliche Atmosphäre verströmt, die charttechnisch sicherlich zum Erfolg führt, wie man beim schmalzigen „Give In To Me“ bestens hört. Doch wieder einmal mehr beweist dieser Umstand, dass Hitparaden nichts, aber auch gar nichts mit guter Musik zu tun haben.

Fazit: So ganz nachvollziehen kann ich es wirklich nicht, warum Michael Jackson so viele Alben verkaufte. Manchmal klingt das wirklich überzeugend – zugegebenermaßen, allerdings oftmals auch so unfassbar gestellt und platt. Leider überwiegen in meinem Ohr ganz deutlich diese letztgenannten, gar nicht so gelungenen und schmalzigen Stellen und Lieder. Michael Jackson hat in seiner Musik eine sehr große Spannbreite, sodass es wohl einfach so sein muss, dass man mit manchen Titeln nichts anzufangen weiß. Sechs Punkte.

Anspieltipps: Black Or White, Who Is It, Give In To Me



Samstag, 12. Dezember 2015

Rome – Die Æsthetik Der Herrschaftsfreiheit – Aufruhr




Rome – Die Æsthetik Der Herrschaftsfreiheit – Aufruhr


Besetzung:

Jerome Reuter – words and music


Gastmusiker:

Rupert Kraushofer – spoken words


Label: Trisol


Erscheinungsdatum: 2011


Stil: Experimental Folk, Neofolk


Trackliste:

1. The Brute Engine (5:59)
2. Seeds Of Liberation (3:58)
3. To Each His Storm (3:49)
4. Sons Of Aeeth (4:14)
5. August Spies (3:21)
6. To Be Governed (2:18)
7. Families Of Eden (3:34)
8. Red Years, Black Years (4:28)
9. Little Rebel Mine (4:25)
10. The Breaking Part (3:53)
11. Eagle And Serpent (2:43)
12. A Cross Of Fire (9:16)

Gesamtspieldauer: 52:05




Drei Alben veröffentlichte Jerome Reuter im Jahr 2012 zeitgleich unter der Überschrift „Die Æsthetik Der Herrschaftsfreiheit“ auf dem Label Trisol. Dies hier ist der zweite Teil dieser Trilogie mit dem zusätzlichen Titel „Aufruhr“. Im beiliegenden Booklet kann man nachlesen, dass die gesprochenen Texte auf diesem Album unter anderem von Berthold Brecht, Peter Weiss, Pablo Neruda, Abel Paz, Hans Magnus Enzensberger, Georg Büchner, Friedrich Nietzsche, Reinaldo Arenas, Pierre-Joseph Proudhon und Gustav Landauer stammen. Man begibt sich also auf eine kleine literarische Reise mit dieser Scheibe, die sich mit dem Streben des Menschen nach Freiheit beschäftigt.

Gesungen wird wieder in Englisch, gesprochen zum größten Teil in Deutsch. Und diese Sprechparts spielen eine große Rolle auf „Die Æsthetik Der Herrschaftsfreiheit – Aufruhr“. Immer wieder gibt es auf dieser Platte Titel, die aus gesprochenem Wort bestehen, versehen mit sphärischer bis mystischer Hintergrundmusik. Dazu gesellen sich auch atmosphärisch dichte Nummern, die durchaus mit experimentell zu bezeichnen sind. Und schließlich gibt es sie natürlich auch noch, diese Lieder, die die Musik von Rome so unfassbar eingängig werden lassen. Das sind Neofolk Nummern, die überaus melodiös und eingängig sofort ins Ohr gehen.

Allerdings bedarf es dieses Mal einiger Durchgänge, bis sich einem diese Platte vollends erschließt. Das liegt wiederum an den bereits erwähnten „experimentelleren“ Nummern, die nun gar nicht so melodiös klingen, wie manch anderer Titel auf diesem Album. Die Spannbreite hat Jerome Reiter auf „Die Æsthetik Der Herrschaftsfreiheit – Aufruhr“ deutlich ausgeweitet. Hier findet sich Musik von Ohrwurm bis zu Soundkollage, die nicht immer sofort überzeugt, an manchen Stellen schwerer zu verstehen ist, als viele andere Scheiben von Rome, jedoch mit jedem Durchlauf weiter wächst.

Fazit: Düster, stimmungsvoll, martialisch, experimentell, atmosphärisch und dicht, so klingt „Die Æsthetik Der Herrschaftsfreiheit – Aufruhr“. Dieses Album lässt sich nicht genau eingrenzen, ist manchmal lieblich melodiös, will an anderer Stelle erarbeitet werden. Allerdings lohnt sich auch das wieder, diesem Album genug Zeit zum Reifen einzuräumen. Man wird nicht enttäuscht werden von der Musik des Jerome Reuter. Definitiv nicht. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Seeds Of Liberation, August Spies, Eagle And Serpent


(leider sind alle Videos hierzu im Internet gesperrt)

Freitag, 11. Dezember 2015

Deep Purple – Purpendicular




Deep Purple – Purpendicular


Besetzung:

Jon Lord – organ, keyboards
Ian Paice – drums
Ian Gillan – vocals, harmonica
Roger Glover – bass guitar
Steve Morse – guitar


Label: Sony Music


Erscheinungsdatum: 1996


Stil: Hard Rock


Trackliste:

1. Vavoom: Ted The Mechanic (4:17)
2. Loosen My Strings (5:59)
3. Soon Forgotten (4:47)
4. Sometimes I Feel Like Screaming (7:31)
5. Cascades: I'm Not Your Lover (4:43)
6. The Aviator (5:20)
7. Rosa's Cantina (5:12)
8. A Castle Full Of Rascals (5:11)
9. A Touch Away (4:36)
10. Hey Cisco (5:53)
11. Somebody Stole My Guitar (4:09)
12. The Purpendicular Waltz (4:43)

Gesamtspieldauer: 1:02:28




Das erste Album nach der endgültigen Demission des Ritchie Blackmore, die erste Scheibe mit Steve Morse als Gitarristen, das fünfzehnte Album von Deep Purple überhaupt, dieses Album erschien im Jahr 1996 mit dem Titel „Purpendicular“. Diese Platte ist durchaus nicht ganz unumstritten bei den Fans der Band. Das liegt sicherlich daran, dass Deep Purple nicht mehr so klingen, wie sie zuvor geklungen haben. Nun, das ist eine unbestreitbare Tatsache, „Purpendicular“ klingt nicht mehr nach den „alten“ Deep Purple. Man kann sogar noch einen Schritt weiter gehen, denn beim Durchhören der Scheibe fällt sofort auf, dass die Band sich etwas weiter vom Hard Rock entfernt hat, Deep Purple wurden auf „Purpendicular“ etwas poppiger.

Das soll jedoch nicht heißen oder bedeuten, dass die Band gar nicht mehr wiederzuerkennen wäre. An manchen Stellen hört man dann doch noch die für Jon Lord so typische Orgel oder auch der Gesang des Ian Gillan schafft eindeutig Verbindungen zu früheren Werken von Deep Purple. Trotzdem klingt die Band hier anders. Sie ist wirklich weicher und durchaus auch etwas poppiger geworden. All dies bedeutet jedoch nicht zwangsläufig etwas Negatives. Denn Deep Purple klingen auf „Purpendicular“ sehr abwechslungsreich. Die härteren Nummern gibt es ja noch, nur dazu gesellen sich nun eben auch etwas gemäßigtere Töne.

Gerade der Anfang dieses Albums ist dabei sehr gelungen. Ist „Vavoom: Ted The Mechanic” durchaus noch ein Rocker, ist „Loosen My Strings“ bereits etwas sanfterer aufgezogen – wir sprechen hier aber immer noch von Rock! – und dieses Stück weiß gerade wegen der Melodie zu überzeugen, die wirklich schnell ins Ohr geht. Der Refrain selbst besitzt dabei durchaus Ohrwurmcharakter. „Soon Forgotten“ beginnt mit einem fetten Orgelsound des Jon Lord und klingt dann so herrlich schräg. Solch einen Titel hat es auf den vierzehn zuvor erschienen Platten der Band noch nicht gegeben. Den Gesang vollführen dabei ganz viele Ian Gillans gleichzeitig. Das klingt auf seine Art witzig und auf jeden Fall außergewöhnlich. Sehr hörenswert. Es folgen noch neun weitere Lieder. Klar wird hier dem einen dieses, der anderen vielleicht jenes Lied besser gefallen. Geschmackssache mal wieder. Das ist allerdings auch das Schöne an dieser Platte, die jede Menge Facetten aufweist und gerade dadurch interessant wird.

Fazit: Seit „Purpendicular“ ist Ritchie Blackmore, der Deep Purple unzweifelhaft sehr stark mitgeprägt hat, Geschichte. Die Musik hat sich verändert, zweifelsohne. Steve Morse hält sich auf „Purpendicular“ auch noch irgendwie zurück. Die Nummern haben alle fünf Musiker zusammen geschrieben, vielleicht trug dies auch zum anderen Sound und zur anderen Stimmung der Platte bei. Und auch wenn Deep Purple hier nicht mehr so hart klingen, finde ich hier jede Menge Musik, die mich überzeugt. Nicht alles, klar, aber es kann ja auch irgendwie kein zweites „April“ oder „Child In Time“ mehr geben und –Weia – das ist doch schon so lang vorbei. Neun Punkte.

Anspieltipps: Loosen My Strings, Soon Forgotten, A Touch Away



Donnerstag, 10. Dezember 2015

Dream Theater – Train Of Thought




Dream Theater – Train Of Thought


Besetzung:


James LaBrie – lead vocals
John Petrucci – guitar, backing vocals
Jordan Rudess – keyboards
John Myung – bass
Mike Portnoy – drums, backing vocals


Gastmusiker:

Eugene Friesen – cello on "Vacant"


Label: East West Records


Erscheinungsdatum: 2003


Stil: Progressive Metal


Trackliste:

1. As I Am (7:47)
2. This Dying Soul (11:28)
1. IV: Reflections Of Reality (Revisited) 
2. V: Release 
3. Endless Sacrifice (11:24)
4. Honor Thy Father (10:14)
5. Vacant (2:57)
6. Stream Of Consciousness (11:16)
7. In The Name Of God (14:14)

Gesamtlaufzeit: 1:09:22




„Train Of Thought“ ist das siebte Studioalbum der US-amerikanischen Progressive Metal Band Dream Theater. Im Jahr 2003 wurde die Platte bei East West Records veröffentlicht und unterscheidet sich durchaus von seinen Vorgängern. Angeblich hatten die Musiker auf der letzten Tour die Erfahrung gemacht, dass ihre Fans vor allen Dingen dann besonders auf ihre Musik abfuhren, wenn diese schwer und kraftvoll ist. Heavy Metal eben und so hat diese Platte auch kaum mehr was mit Progressive Metal zu tun, „Train Of Thought“ bläst einem, laut genug gehört, den Raum zwischen den Ohren gründlich durch.

Die Musik auf „Train Of Thought“ ist geprägt von ziemlich einseitigem, hartem Rock, der einfach geradlinig und sehr schnörkellos aus den Boxen oftmals fast schon herausexplodiert. Progressive Ansätze scheinen hier nur noch schmückendes Beiwerk darzustellen, welche in einer Art Alibifunktion fast völlig an den Rand gedrängt wurden. Oftmals erinnert die Musik von Dream Theater auf diesem Album auch an Metallica, bei deren konsequent harten Stücken. Keine Schnörkel mehr, keine Ablenkung, einfach nur hart und schnell sollte es wohl sein und man kann nur feststellen: Ziel absolut erfüllt.

Handwerklich ist das alles freilich perfekt gemacht und auch der Sound lässt da keinerlei Wünsche offen. Aber der Sound macht leider nicht alles. Irgendwie wollen die einzelnen Titel nicht so recht ins Ohr gehen. Sind längst nicht so eingängig und auch nicht so raffiniert wie jene auf dem Meisterwerk „Metropolis Pt. 2: Scenes From A Memory“. Zugegebenermaßen scheint sich die Musik im Laufe der Zeit noch mal im Ohr von Hörerin und Hörer zu verändern. Sie wird mit jedem weiteren Durchlauf melodiöser, allerdings geschieht dies auch nur bis zu einem gewissen Grad, ab dem es irgendwie nicht mehr weiterzugehen scheint.

Fazit: Das härteste Dream Theater Album welches ich kenne, ist „Train Of Thought“ geworden. Gerade so eben wird noch nicht gegrowlt, kurz davor ist an mancher Stelle der Gesang des James LaBrie allerdings. Nun was soll es. Heavy Metal Fans kommen bei dieser Scheibe voll auf ihre Kosten und werden das Album lieben. Freunde der progressiven Ansätze im Metal, werden sicherlich etwas enttäuscht sein nach dem ersten Hören. Aber es lohnt sich der Scheibe drei, vier, fünf Chancen mehr einzuräumen. Die Platte wächst definitiv. Acht Punkte.

Anspieltipps: In The Name Of God



Mittwoch, 9. Dezember 2015

Rome – Die Æsthetik Der Herrschaftsfreiheit – Aufgabe




Rome – Die Æsthetik Der Herrschaftsfreiheit – Aufgabe


Besetzung:

Jerome Reuter – words and music


Gastmusiker:

Rupert Kraushofer – spoken words


Label: Trisol


Erscheinungsdatum: 2011


Stil: Experimental Folk, Neofolk


Trackliste:

1. The Conquest Of Violence (7:11)
2. All For Naught (5:14)
3. You Threw It At Me Like Stones (3:14)
4. Automation (4:38)
5. Time And Tide (3:18)
6. Dawn And The Darkest Hour (3:23)
7. Years Of Abalone (3:24)
8 Petrograd Waltz (4:43)
9. Disbandment (1:27)
10. Ballots And Bullets (3:11)
11. Appeal To The Slaves (4:31)
12. A Cross Of Flowers (4:43)

Gesamtspieldauer: 49:02




Was man Jerome Reuter und seiner „Band” Rome wahrlich nicht vorwerfen kann, das ist „nicht konsequent zu sein“. Auch das sechste bis irgendwie achte Album des Luxemburgers klingt ähnlich, wie die vorherigen Scheiben. Im Jahr 2012 wurde „Die Æsthetik Der Herrschaftsfreiheit“ auf dem Label Trisol veröffentlicht und ist erneut angefüllt mit viel Schwermut und tiefer, kräftiger Düsterness. Und dieses Mal hat es Jerome Reuter sogar noch geschafft, diese überaus traurige Stimmung zu verdreifachen, denn diese hier jetzt besprochene Scheibe ist Band 3, also der dritte Teil der Trilogie „Die Æsthetik Der Herrschaftsfreiheit“, trägt die Überschrift „Aufgabe“ und wurde wie Band 1 und 2 im Januar 2012 veröffentlicht.

Nun, diese gerade erwähnte „Aufgabe“, die den dritten Teil der Trilogie ausmacht, besteht darin, sich selbst zu verwirklichen, das eigene Leben selbst zum Kunstwerk zu machen, sich über das Materielle stellen, Werte ethischer Natur zu erschaffen und sich dadurch zu erhöhen. Diese Musik auf Band 3 der Ästhetik der Herrschaftsfreiheit passt perfekt zu diesen hehren Vorsätzen beziehungsweise Aufgaben. Sanft ist sie erneut, tiefgründig, unglaublich melodiös und eben auch wieder oftmals so unfassbar traurig, dass man sich wirklich schwer überlegen sollte, diese tiefgründigen Lieder in Phasen psychischer Angeschlagenheit oder bei tristem Wetter zu hören.

Absolut gelungen dabei ist erneut eine Melodiösität, die die Musik des luxemburgischen Musikers mit jedem Akkord, mit jedem einzelnen Ton zu verströmen weiß. Hier lohnt sich das Eintauchen in die Musik definitiv, im Grunde genommen kann man sich kaum dagegen wehren, in den klanglichen Kosmos des Jerome Reuter gezogen zu werden. Erneut werden die einzelnen Lieder auf Englisch eingesungen, haben dieses Mal auch englische Titel. Die Hintergrundsprache ist allerdings wieder Deutsch und es gibt viel zu hören, abseits des eigentlichen Liedes. Geräusche, Schreie, kurze Statements und kleinere und größere Monologe werden hier mit eingestreut und mit der Musik verwoben. Dies alles bewirkt, dass „Die Æsthetik Der Herrschaftsfreiheit“ auch in Band 3 „Aufgabe“ wahrlich keine leichte Kost ist. Kaum Musik zum Nebenbeihören, eher Musik zum darauf Konzentrieren. Musik, die Beschäftigen möchte.

Fazit: „Die Æsthetik Der Herrschaftsfreiheit“ Band 3 mit der Überschrift „Aufgabe“ kommt ganz in der Tradition früherer Werke des Jerome Reuter daher. Trotzdem werden diese Lieder nie langweilig, bleiben immer ergreifend, weil der luxemburger Künstler es perfekt schafft, Atmosphären aufzubauen, Stimmungen zu kreieren, die einen einhüllen und in die sich einzutauchen lohnt. Alles ist melodiös auf diesem Album, alles wirkt und überzeugt. Sicherlich keine 08/15 Musik und garantiert Musik, die spaltet – und trotzdem so unglaublich überzeugend ist. Zumindest für mich. Zwölf Punkte.

Anspieltipps: All For Naught, Years Of Abalone


(Leider sind hierzu keine Videos zu finden)

Dienstag, 8. Dezember 2015

Asterix – Asterix




Asterix – Asterix


Besetzung:

John Lawton – vocals
Tony Cavanna – vocals
Peter Hesslein – guitar, vocals
Peter Hecht – organ, piano, keyboards
Dieter Horns – bass, vocals
Joachim Rietenbach – drums, percussion


Gastmusiker:

George Monroe – vocals (auf den Bonus Tracks)


Label: Warner Music


Erscheinungsdatum: 1970


Stil: Krautrock, Rock


Trackliste:

1. Look Out (3:04)
2. Gone From My Life (3:02)
3. Broken Home (3:09)
4. Time Again (3:30)
5. Jump Into My Action (4:26)
6. Open Up Your Mind (3:08)
7. Corner Street Girl (3:28)
8. Change In You (3:16)
9. Morning At My Dawn (4:06)


Bonus Tracks der remasterten Albumfassung:

10. Everybody (4:08)
11. If I Could Fly (6:54)

Gesamtspieldauer: 42:16




Asterix, so heißt die Vorgängerband der deutschen Hard Rock Combo Lucifer’s Friend. Noch im selben Jahr des Erscheinens dieser einzigen Platte von Asterix, löste sich die Band wieder auf, um sich dann als eben jene Lucifer’s Friend neu zu gründen. Die Besetzung blieb, die Musik sollte sich nun jedoch in Richtung Metal bewegen. Bei Asterix ist das noch eher herkömmlicher Rock, der heute schon ein wenig angestaubt klingt – jedoch ist seit 1970 natürlich auch schon jede Menge Zeit vergangen…

Was allerdings natürlich nichts heißen muss, im Falle von Asterix aber scheint diese Zeit sehr, sehr lang zurückzuliegen. Zwar sind das hier keine typischen Oldies, die die Hamburger Musiker auf dem Debut und gleichzeitigen Abschluss dieser Band zum Besten geben, jedoch gerade bei den ersten Stücken, die oftmals einen chorartigen Gesang aufweisen, klingt das nach der etwas härteren Ausgabe der Les Humphries Singers. Ziemlich schwer verdaulich. Dieses fröhliche, gemeinsame Gesinge, geht einem bereits nach dem ersten Hören tierisch auf den Senkel.

Und auch wenn es dann doch mal zumindest stimmlich erträglicher wird, dann kann die Musik von Asterix, wobei man sich auch fragt, wie man nur auf solch einen Bandnamen kommen kann, meistens auch nicht richtig überzeugen. Früher nannte man das wohl Beat Musik, allerdings ist es hier jene der etwas langweiligeren Sorte geworden. Und so zieht die Scheibe ihre Kreise auf dem Plattenteller, beim Gesang läuft es einem manchmal eiskalt den Rücken runter, ansonsten werden jedoch nicht allzu viele Spuren hinterlassen – auch wenn die Musik in der zweiten Hälfte der Platte durchaus ein wenig mehr überzeugen kann. Allerdings nur einmal so richtig. Und das ist bei „Tim Again“ der Fall. Ein rockiges Lied, dominiert im Gesangsteil von Piano und E-Gitarre, welches jetzt allerdings mal wirklich ins Ohr geht. Nun und dann das Piano-Solo, richtiggehend mitreißend.

Fazit: Ein einziges tolles Lied genügt leider nicht, um aus Asterix eine Superband zu machen. Kein Zaubertrank, keine Zaubermusik. Die Platte läuft einfach durch, ohne großen Eindruck zu hinterlassen. Meistens klingt das rockig und wurde auch mal mit interessanten Arrangements versehen und trotzdem hört es sich viel zu oft einfach nur „okay“ an. Für Menschen, die sich für die Musik der damaligen Zeit interessieren sicherlich interessant. Für die restlichen Leute dieser Erde weniger. Sechs Punkte.

Anspieltipps: Time Again



Montag, 7. Dezember 2015

Message – Message




Message – Message


Besetzung:


Tom McGuigan – vocals, saxophone, flute
Alan Murdoch – guitars
Horst Stachelhaus – bass
Manfred von Bohr – drums, percussion


Label: Warner Music


Erscheinungsdatum: 1975


Stil: Rock, Progressive Rock, Jazz Rock, Funk Rock


Trackliste:

1. Before The Dawn (6:08)
2. Thoughts (5:46)
3. Is That The Way (4:17)
4. I Can See The World (3:19)
5. Waters (6:07)
6. Horrorscope (3:32)
7. Back Home (4:55)
8. Train To Nowhere (4:04)

Gesamtspieldauer: 38:11




Mit ihrem eigenen Namen betitelte die deutsch-amerikanische Band Message ihr drittes Album. Darauf zu hören ist Rock Musik, die mal etwas in die progressive Richtung driftet, jedoch auch mal funkig bis soulig klingt. Letzteres allerdings glücklicherweise nicht durchgängig, aber solch Titel wie „I Can See The World“, bei denen auch noch ein weiblicher Background Chor zu hören ist, wollen trotzdem erst mal ausgehalten werden.

Ansonsten klingt Message auf „Message“ alles in allem eher harmlos. Mal wird etwas mehr gerockt, dann klingt es sogar ein wenig jazzig, richtig überzeugend ist das allerdings nie, höchstens vielleicht noch mit „ganz nett“ zu umschreiben. Die Musik geht auch keinesfalls sofort ins Ohr, einen paar Durchläufen des Albums bedarf es da schon. Dann werden die einzelnen Stücke jedoch durchaus auch vertrauter und eingängiger – allerdings wieder, ohne restlos zu überzeugen.

Überzeugen können für mich am ehesten noch die Stücke zu Beginn der Platte. Die ersten beiden Nummern sind gut rockig und eingängig. Dann folgt als drittes Lied die Nummer „Is That The Way“. Dieses hat zwar auch nur am Rand etwas mit Progressive Rock zu tun, geht aber zumindestens ins Ohr. Und nach dem entspannten und sanften Rock Teil folgt schließlich sogar noch ein Part, der ein Lied dem gerade erwähnten Genre etwas näher bringt. Oder ist das die Vorstufe des Jazz? Egal, es wirkt auf jeden Fall. Und zwar überzeugend. Im Anschluss an dieses Lied wird die Musik auf „Message“ deutlich belangloser. „Waters“ und „Back Home“ kann man hier vielleicht noch ausnehmen, aber das war es dann auch schon.

Fazit: „Message“ von Message ist sicherlich ein Album, der damals unter der Überschrift „Krautrock“ laufenden deutschen Rock Musik. Und wenn man hier wirklich alles aus der damaligen Zeit sammelt, dann lohnt sich sicherlich auch dieses Album, um seine Sammlung zu vervollständigen. Für mich allerdings ist das weder „Krautrock“, wie ich ihn definiere, noch eine Art Progressive Rock. Für mich ist das angefunkter und angejazzter Rock, der mich nicht vollends zu überzeugen weiß. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Thoughts, Is That The Way, Waters



Sonntag, 6. Dezember 2015

Parzival – Legend




Parzival – Legend


Besetzung:

Lothar Siems – Gitarre, Gesang
Walter Quintus – Violine, Bass, Orgel, Klavier
Thomas Olivier – Schlagzeug


Gastmusiker:

Matthias Müller-Menckens – Flöte, Klavier
Joachim Reichhold – Cello
Hans Jaspers – Viola


Label: Warner Music


Erscheinungsdatum: 1971


Stil: Progressive Rock, Krautrock


Trackliste:

1. One Day (3:39)
2. Marshy Legend (2:30)
3. Resignation (2:55)
4. 8 Years Later (4:40)
5. Senseless No. 6 (4:54)
6. Wall Bungalow (2:41)
7. Empty Land (5:11)
8. Groove Inside (16:02)


Bonus Titel der remasterten CD-Veröffentlichung:

9. Change Your Mind (2:11)
10. Sarah Girl (2:06)

Gesamtspieldauer: 46:53




Wie so ein kleines Märchenbuch kommt das Cover des ersten Albums von Parzival daher. „Legend“ heißt es, wurde 1971 veröffentlicht und war eines der zwei Veröffentlichungen der Bremer Band Anfang der 70er Jahre. Die Parzival läuft unter der Überschrift „Krautrock“, das allerdings wohl nur durch das Herkunftsland Deutschland. Auf „Legend“ hört man durchaus Progessive Rock, sogar einen der interessanteren und durchaus auch eigenwilligeren Art.

Die Gitarre hält sich bei Parzival auf „Legend“ im Hintergrund. Im Vordergrund steht vor allen Dingen die Querflöte, die von Matthias Müller-Menckens gespielt wird, der noch nicht einmal festes Bandmitglied war. Dazu hört man Violine, Viola und Cello. Auch die Tasteninstrumente halten sich etwas versteckt, sodass die Musik von Parzival einen ganz eigenen Sound aufweist. Dieser klingt mal nach einer Art Kammer Rock, dann wieder sehr progressiv. Da gibt es sie schon mal, die schrägen Töne und krummen Takte, die die Musik von Parzival auf „Legend“ zusätzlich spannend werden lässt.

Sehr melodiös sind sie zudem, diese meist sanften Lieder. Schnell gehen sie ins Ohr und haben dort durchaus eine gewisse Verweilzeit. Alle Lieder wirken auf „Legend“, einen Ausreißer nach unten gibt es glücklicherweise nicht zu beklagen. Alles wirkt, alles klingt. Nicht unerwähnt soll hier allerdings der ursprünglich letzte Titel der Platte bleiben. „Groove Inside“ hat eine Spielzeit von über sechzehn Minuten und kann wohl nur unter Zuhilfenahme von bewusstseinserweiternden Substanzen eingespielt worden sein. Hier klingen Parzival jetzt gar nicht mehr so melodiös, eher experimentell und an manchen Stellen des Liedes auch improvisiert. Und das werden die Musiker hier auch gemacht haben, improvisieren nämlich. Das Lied klingt somit wahrlich experimentell und ist durchaus fordernd. Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass die Musiker bei dessen Erstellung hofften, dass ihre Hörerinnen und Hörer ebenfalls „ganz entspannt“ lauschen würden, um deutlich mehr in diese „Atmosphären“ eintauchen zu können. Kurz wird darin sogar mal die Nationalhymne angestimmt, um dieses musikalische Thema dann jedoch sofort wieder zu verlassen. Warum allerdings am Ende des Stücks für fünfzehn Sekunden der Beatles-Titel „When I'm Sixty Four“ in einem sächsischen Englisch intoniert wird, das werde ich wohl nie erfahren. Muss aber wahrscheinlich auch nicht sein.

Als Zugabe zur remasterten Album-Fassung wurden noch zwei Titel hinzugefügt, die allerdings eher poppig klingen und wohl aus der Anfangszeit der Band stammen. Stilistisch haben diese beiden Nummern nichts mit dem Rest der Platte zu tun und zeigen höchstens, dass sich aus einer Pop-Band durchaus eine Progressive Rock Band entwickeln kann – und nicht nur umgekehrt.

Fazit: „Legend“ von Parzifal ist eine tolle Platte geworden. Sie ist auch deshalb so überzeugend, da sie eben anders klingt, als vieles, was man davor so gehört hat, was nicht zuletzt an der Instrumentierung liegt. Die Musik ist zum größten Teil sehr melodiös und eingängig, klingt beim Titel „Groove Inside“ allerdings sehr experimentell und psychedelisch. Alles in allem ein sehr abwechslungsreiches und überzeugendes Album. Elf Punkte.

Anspieltipps: 8 Years Later, Groove Inside



Samstag, 5. Dezember 2015

Dream Theater – Metropolis Pt. 2: Scenes From A Memory




Dream Theater – Metropolis Pt. 2: Scenes From A Memory


Besetzung:


James LaBrie – lead vocals
John Petrucci – guitar, background vocals, programming
Jordan Rudess – keyboard, choir arrangement and conducting
John Myung – bass
Mike Portnoy – drums, background vocals


Gastmusiker:

Theresa Thomason – additional vocals
Mary Canty – additional background vocals
Shelia Slappy – additional background vocals
Mary Smith – additional background vocals
Jeanette Smith – additional background vocals
Clarence Burke Jr. – additional background vocals
Carol Cyrus – additional background vocals
Dale Scott – additional background vocals
Terry Brown – voice of the “Hypnotherapist”
David Bottrill – voice of “Edward”


Label: East West Records


Erscheinungsdatum: 1999


Stil: Rock, Progressive Metal


Trackliste:

Act I:
     1. Scene One: Regression (2:06)
     2. Scene Two: I. Overture 1928 (3:37)
     3. Scene Two: II. Strange Deja Vu (5:12)
     4. Scene Three: I. Through My Words (1:02)
     5. Scene Three: II. Fatal Tragedy (6:49)
     6. Scene Four: Beyond This Life (11:22)
     7. Scene Five: Through Her Eyes (5:29)

Act II
     8. Scene Six: Home (12:53)
     9. Scene Seven: I. The Dance Of Eternity (6:13)
     10. Scene Seven: II. One Last Time (3:46)
     11. Scene Eight: The Spirit Carries On (6:38)
     12. Scene Nine: Finally Free (11:59)

Gesamtspieldauer: 1:17:12




Im Jahr 1992 wurde das zweite Album der US-amerikanischen Progressive Metal-Band Dream Theater veröffentlicht. Und auf diesem Album mit dem Titel „Images And Words“, befand sich ein sehr umfangreiches und aufwendig gestaltetes Lied mit dem Namen „Metropolis Pt.1: The Miracle And The Sleeper“. Dieses Album, sowie der genannte Titel, sollten den internationalen Durchbruch für Dream Theater darstellen. Sieben Jahre später veröffentlichten Dream Theater dann die Fortsetzung dieses Songs in Form eines ganzen Konzeptalbums. Der Titel dieser schließlich 1999 auf East West Records erschienenen Platte lautet „Metropolis Pt. 2: Scenes From A Memory“.

Das Stück ist in zwei Akte und neun Szenen aufgeteilt, die zu zwei verschiedenen Zeiten spielen – einmal in der Gegenwart und im Jahr 1928. Die Handlung vollzieht sich in der fiktiven Stadt Metropolis. Inhaltlich wird quasi die Geschichte einer Wiedergeburt erzählt. Nicholas, die Hauptperson, wird von Alpträumen gequält, in der immer wieder eine Frau mit Namen Victoria Page auftaucht. Durch einen Hypnotiseur taucht er immer mehr in die Geschichte dieser Victoria ein, die schließlich zusammen mit ihren Liebhaber erschossen wird. Und es stellt sich heraus, dass er selbst, Nicholas, in einem früheren Leben diese Victoria war. Erleichtert, dass ihre / seine Seele weiterlebt bedeutet das natürlich auch, dass die Seele ihres Mörders ebenfalls weiterlebt…

Nun, musikalisch hat die Scheibe alles zu bieten, was man sich von einem Progressive Metal Album erhofft. Maximale Abwechslung in der Musik. Von bretterhartem Rock bis hin zu wolkig zarten Klängen. Manchmal aggressiv und fast schon verstörend, dann wieder lieblich und melodiös, wobei die Melodiösität der einzelnen Stücken im kompositorischen Prozess der Band eine große Rolle gespielt hat. Die Lieder gehen einfach ins Ohr, viele davon schon beim ersten Hören, die anderen bereits nach wenigen weiteren Durchgängen. Das macht durchaus jede Menge Laune und ist bei geschlossenen Augen eine Art Reise, auf die man sich begibt und die es lohnt anzutreten.

Doch die Musik auf „Metropolis Pt. 2: Scenes From A Memory“ zeichnet noch durch etwas ganz Besonderes aus, was man heutzutage wirklich nur noch sehr selten in populärer Musik zu hören bekommt. Es ist die Einheit aus Musik und Text. Die Handlung wird hier von Dream Theater musikalisch nicht nur begleitet, sondern auch umgesetzt. Man hört auf dem Album das Verträumte, die Spannung, die Verzweiflung und auch die Hoffnung, die gleichzeitig auf diesem Konzeptalbum die Geschichte ausmacht, in Tönen und Akkorden wiedergegeben. Schon sehr beeindruckend.

Fazit: „Metropolis Pt. 2: Scenes From A Memory“ wird von vielen Fans der Band als das beste Album angesehen, welches die New Yorker Musiker jemals veröffentlichten. Zwar ist es wohl kaum das beste Album aller Zeiten – wie auch immer wieder ohne jegliches Augenzwinkern behauptet wird – allerdings ist es sicherlich eines der besten Alben dieses Genres „Progressive Metal“. Wer diese Musik gerne mal kennenlernen möchte, der oder dem sei dieses Album wärmstens ans Herz gelegt. Außerdem ist es für all diejenigen Hörerinnen und Hörer geeignet, die auf melodiösen und sehr abwechslungsreichen harten und dann wieder weichen Rock stehen. Zwölf Punkte.

Anspieltipps: Scene Six: Home, Scene Seven: I. The Dance Of Eternity