Sonntag, 4. Juni 2017

BAP – Da Capo




BAP – Da Capo


Besetzung:

Wolfgang Niedecken – Gesang
Manfred “Schmal” Boecker – Percussion
Alexander “Effendi” Büchel – Keyboards
Steve Borg – Bass
Klaus “Major” Heuser – Gitarre
Jürgen “Jürgens” Zöller – Schlagzeug
Fonz Wohllrath – Sounds


Label: EMI


Erscheinungsdatum: 1988


Stil: Kölsch-Rock


Trackliste:

1. Stadt im Niemandsland (5:42)
2. Fortsetzung folgt (5:41)
3. Shanghai (4:37)
4. Op dä Deckel vum Clown (3:43)
5. Rääts un links vum Bahndamm (5:31)
6. Sandino (5:27)
7. Dat däät joot (4:32)
8. Saison der Container (4:25)
9. Flüchtig (3:30)

Gesamtspieldauer: 43:08




„Da Capo“ heißt ist das siebte Studioalbum der Kölner Rockband BAP. Es wurde im August des Jahres 1988 auf dem Label EMI Electrola veröffentlicht und hielt sich insgesamt fünf Wochen, vom 16. September bis zum 20. Oktober 1988 auf Platz Nr. 1 der deutschen Albumcharts. Zwei Jahre waren inzwischen seit der letzten Veröffentlichung „Ahl Männer, Aalglatt“ vergangen, dem Erfolg der Scheibe stand dies jedoch nicht im Wege. Auch die erste Single-Auskopplung des Albums mit dem Lied „Fortsetzung folgt“ kletterte bis auf Platz 10 der Charts. Die weiteren Singles waren „Saison der Container“ sowie „Dat däät joot“, sie erreichten allerdings nur noch die Plätze 65 beziehungsweise 75 der Charts.

Insgesamt ist die Stimmung auf „Da Capo“ zumindest wieder etwas zurückhaltender, ruhiger geworden. Zwar griffen die Musiker erneut auf das bereits bewährte Konzept zurück, sanfte und rockige Lieder sich abwechseln zu lassen, doch die Grundstimmung des Albums ist insgesamt eine etwas ruhigere, als noch auf dem Vorgänger. Als Beispiel für härtere Rock-Stücke sei zum Beispiel die Cover-Version des Kinks Stückes „Death Of A Clown“, hier „Op dä Deckel vum Clown“ genannt, erwähnt oder der Opener der ehemaligen zweiten Plattenseite „Rääts un links vum Bahndamm“. Ganz sanft klingt das Album dagegen mit dem Titel „Flüchtig“ aus, ein Lied, das dem ein Jahr zuvor an Krebs verstorbenen Ex-Schlagzeuger der Band, Pete King, gewidmet ist.

Die Abwechslung war und ist also durchaus noch gegeben. Sanftere Titel wechseln sich mit etwas härteren ab und umgekehrt. Es wird mit Lautstärken und Stimmungen wie mit Atmosphären gespielt, sodass beim Hören der Scheibe keinesfalls Langeweile aufkommt. Allerdings kann „Da Capo“ leider nicht mehr so begeistern, wie es das noch so manches Album aus den Anfängen der Band schaffte. Das wiederum liegt an den Liedern in ihrer Gesamtheit, die einfach nicht mehr ganz so gut „zünden“, nicht mehr so ins Ohr gehen wollen und dort auch nicht mehr ganz so hängenbleiben, wie manch Titel auf den vorherigen Alben. Schlecht, seicht oder auch anbiedernd klingt auf „Da Capo“ freilich nichts, jedoch fehlen die absoluten Höhepunkte und das Album läuft somit häufig einfach nur durch.

Fazit: Erneut einen Gang zurückgeschaltet haben BAP auf ihrem siebten Studio-Album „Da Capo“. Immer noch wird zwar zwischen rockigeren und sanfteren Stücke hin- und herjongliert, trotzdem ist die Grundstimmung eine etwas gedämpftere geworden. Was dem Album ein wenig fehlt, das sind Höhepunkte, Ohrwürmer, allgemein Lieder, die auch länger hängenbleiben. Ganz sicher keine schlechte Platte, jedoch auch keine mitreißende Scheibe. Trotzdem für BAP-Fans natürlich eine Bereicherung. Acht Punkte.

Anspieltipps: Flüchtig



Samstag, 3. Juni 2017

Genesis – Genesis With Peter Gabriel




Genesis – Genesis With Peter Gabriel


Besetzung:

Tony Banks – keyboards, piano, vocals
Peter Gabriel – vocals, flute, percussion
Anthony Phillips – guitars, vocals
John Silver – drums
Mike Rutherford – bass guitar, vocals
Chris Steward – drums


Gastmusiker:

Keine weiteren Angaben


Label: Decca


Erscheinungsdatum: 1981 (Musik aus den Jahren 1968 und 1969)


Stil: Pop, Rock


Trackliste:

1. The Silent Sun (2:13)
2. Where The Sour Turns To Sweet (3:12)
3. Fireside Song (3:25)
4. The Serpent (4:35)
5. Am I Very Wrong? (3:25)
6. In The Wilderness (3:15)
7. The Conqueror (3:30)
8. In Hiding (2:35)
9. One Day (3:10)
10. Window (3:25)
11. A Winter's Tale (3:29)
12. That's Me (2:38)

Gesamtspieldauer: 38:52




Im Jahr 1981 kam die Plattenfirma Decca auf die Idee, das erste Album der Band Genesis erneut aufzulegen. Allerdings wurde hierzu die Liederliste etwas verändert, die ursprüngliche Anordnung variiert, Titel dazu genommen, andere weggelassen und alle ursprünglich vorhandenen Lieder um wenige Sekunden gekürzt. Der Sinn dahinter erschließt sich einem auch mit viel Nachdenken keinesfalls. Als Titel für das Album wurde „Genesis With Peter Gabriel“ gewählt, wohl um vor allen Dingen die Fans der progressiven Ära der Band anzusprechen.

Den Großteil der Lieder, die bereits auf dem Album „From Genesis To Revelation“ – so der ursprüngliche Name der ersten Genesis-Platte – vorhanden waren, gibt es auch auf „Genesis With Peter Gabriel“ zu hören. Allerdings fehlen dort die letzten beiden Nummern „A Winter's Tale“ sowie „That's Me“. Andererseits waren auf „From Genesis To Revelation“ die Lieder „In The Beginning“, „In Limbo“ sowie „A Place To Call My Own“ zu hören, die nun wiederum auf „Genesis With Peter Gabriel“ nicht zu hören sind.

Musikalisch besteht zwischen diesen beiden Veröffentlichungen natürlich kein Unterschied. Auch dieses Album hat so gar nichts mit der Musik zu tun, mit der die Band bereits ein Jahr später erste Erfolge verzeichnen sollte. Progressiven Rock hört man hier noch nicht, sondern sehr viel mehr unaufgeregten 60er Jahre Pop bis Rock, durchaus eingängig, allerdings noch nichts Besonderes. Nun, ein paar ganz nette Titel lassen sich auf der Platte durchaus finden und so richtig schlecht klingt dabei auch nichts – kein Lied fällt auf „Genesis With Peter Gabriel“ total durch. Der Musik hört man allerdings das Alter durchaus an, allerdings kann man mit dieser Scheibe zumindest in das Flair der Musik der 60er Jahre bestens einsteigen und hört die Ursprünge dieser stilbildenden Band.

Fazit: Als Genesis-Fan besitzt man diese Platte dann, wenn man alles von „seiner“ Band besitzen möchte. Die beiden zusätzlichen Lieder lohnen ansonsten nicht die Anschaffung des Albums. Wenn jemand die Musik von Genesis kennenlernen möchte, dann wäre diese Platte mit Sicherheit eine der schlechtesten Einstiege, die man wählen könnte, da die Musik auf „Genesis With Peter Gabriel“ nicht der entspricht, für welche die Band Genesis sonst steht – egal welche weitere Schaffensphase man hier zum Vergleich heranzieht. Acht Punkte.

Anspieltipps: Am I Very Wrong?



Freitag, 2. Juni 2017

Rainhard Fendrich – Ich wollte nie einer von denen sein




Rainhard Fendrich – Ich wollte nie einer von denen sein


Besetzung:

Rainhard Fendrich – Gesang


Gastmusiker:

Dieter Frank – Gitarre
Rens Nieuwland – Gitarre
Hans Jäger – Bass
Joris Dudley – Drums
Herwig Gratzer – Klavier und Keyboards
Guiseppe Solera – Tenor-Saxophon, Klarinette, Flöte, Piccolo
Peter Klinger – Tenor-Saxophon, Klarinette, Flöte, Piccolo
Hannes Kottek – Trompete
Maria Wolf – Oboe
Kurt Andress – Fagott
Richard Harrand – Cello
Streichergruppe der Wiener Volksoper, Konzertmeister: Hans Grötzer


Label: Phonogram


Erscheinungsdatum: 1980


Stil: Liedermacher


Trackliste:

1. Heut sauf i mi an (3:10)
2. Mundgeruch (2:01)
3. Halt mi net für'n Narrn (3:30)
4. Kommune (2:35)
5. Menschen (3:15)
6. Leben (5:35)
7. Disco-Baby (1:54)
8. Zweierbeziehung (3:36)
9. Du sitzt vor mir (3:49)
10. Angst (3:21)
11. Kinder (3:50)
12. Ich wollte nie einer von denen sein (3:18)

Gesamtspieldauer: 39:54




1980 erschien das erste Studio-Album des Musikers und Liedermachers Rainhard Fendrich aus Österreich. Der Titel des Albums, „Ich wollte nie einer von denen sein“, entspricht dabei dem Namen des letzten Liedes auf der Platte und gibt den textlichen Inhalt der Lieder des Rainhard Fendrich sehr gut wieder. Auf dem Erstlingswerk des Rainhard Fendrich geht es um Menschen und deren Charaktere, um das Leben mit unseren Mitmenschen und entsprechenden Situationen. Erschienen ist das Album auf Metronome Musik und konnte sich seinerzeit nur in Österreich für vier Wochen in den Charts platzieren.

Großartig überraschend ist dieser nicht ganz so große Erfolg keineswegs. Nicht alle Texte sind interessant, manches klingt übertrieben, anderes sogar etwas platt. Dazu kommt noch die Musik selbst, die hier so gar nicht überzeugen kann. Die Idee, in der Musik ein Saxophon einzusetzen ist sicherlich keine schlechte, wird dies allerdings ein Stilmittel, welches in fast jedem Titel auftaucht, so kann das sogar letztendlich Langeweile hervorrufen. Werden die Streicher eingesetzt, wie zum Beispiel beim Lied „Du sitzt vor mir“, so klingt es in dieser Art und Weise fast schon kitschig, da viel zu überladen und getragen. Irgendwie hört sich Vieles auf „Ich wollte nie einer von denen sein“ nach ein wenig zu viel Pathos, nach einer Prise zu viel gut gemeinter Idee an. All dies kumuliert schließlich, textlich wie musikalisch, im letzten und gleichzeitigen Titellied des Albums „Ich wollte nie einer von denen sein“.

Und dann gibt es auf der Scheibe auch noch Titel, die ein wenig nach Calypso klingen, womit man auch nicht so ohne Weiteres klarkommt, wenn man sich der Musik eher von der Pop- oder gar Rock-Seite her nähert. Auch überwiegend orchestral instrumentiert ist das Lied „Angst“. Diese Nummer stellt allerdings einen Höhepunkt, wenn nicht gar das Highlight auf „Ich wollte nie einer von denen sein“ dar, was sicherlich an der Melodie des Stücks liegt, welche nun wirklich mal ins Ohr geht. Allerdings ist in diesem Fall auch der Text gelungen, den man wohl am besten mit „Anti-Kriegslied“ umschreibt.

Fazit: Ein wenig zu viel des Guten hat Rainhard Fendrich in sein erstes Album mit dem Titel „Ich wollte nie einer von denen sein“ gepackt. Dies gilt sowohl für die Texte, die genau wie die Instrumentierung mitunter etwas übertrieben und pathetisch klingen. Nur wenig auf diesem Erstlingswerk geht ins Ohr und leider ändert sich dieser Umstand auch nicht nach mehreren Durchläufen der Scheibe. Ganz im Gegenteil sogar. Sechs Punkte.

Anspieltipps: Angst, Kinder



Donnerstag, 1. Juni 2017

Rammstein – Mutter




Rammstein – Mutter


Besetzung:

Till Lindemann – vocals
Richard Z. Kruspe – electric guitar
Paul H. Landers – electric guitar
Oliver "Ollie" Riedel – bass guitar
Christoph "Doom" Schneider – drums
Christian "Flake" Lorenz – keyboards


Label: Universal Music


Erscheinungsdatum: 2001


Stil: Neue Deutsche Härte, Industrial Metal


Trackliste:

1. Mein Herz brennt (4:39)
2. Links 2-3-4 (3:36)
3. Sonne (4:33)
4. Ich will (3:37)
5. Feuer frei! (3:11)
6. Mutter (4:32)
7. Spieluhr (4:46)
8. Zwitter (4:17)
9. Rein raus (3:10)
10. Adios (3:50)
11. Nebel (4:54)

Gesamtspieldauer: 45:09




„Mutter“ heißt das dritte Studioalbum der deutschen Band Rammstein. Es erschien im April des Jahres 2001 auf dem Label Motor Music, einer Tochter von Universal Music. Im Gegensatz zum Vorgängeralbum ist die Musik auf „Mutter“ sehr viel eingängiger geworden und einen weiteren Unterschied gibt es auch bei den Texten festzustellen. Diese sind nicht mehr ganz so provokativ geraten, wie noch auf der Vorgängerscheibe und damit auch für jüngere Musikhörerinnen und Musikhörer gut hörbar.

Der Stil der Neuen Deutschen Härte ist auf „Mutter“ zwar durchaus noch vorhanden, doch deutlich mehr Stücke sind auf diesem Album sanfter und nachdenklicher gehalten, haben mitunter gar balladeske Züge. Lieder wie „Mutter“, „Spieluhr“ und „Nebel“ zeigen auf dem Album die eher musikalisch sanfte Seite der Band. Über die Inhalte der Texte, die alle einigermaßen Spekulationsspielraum übrig lassen, gibt es ganz unterschiedliche Deutungsversuche. Aussagen in irgendeine Richtung werden dabei von der Band zumeist nicht weiter kommentiert.

Gerade diese eher ruhigen Stücke gehen gut ins Ohr und hallen dort auch nach. Doch auch die härteren Nummern können dieses Mal überzeugen. „Sonne“, was ursprünglich als Einlauflied für die Klitschko-Brüder gedacht war, spielt ebenso mit Tempi, Rhythmen und Stilen wie „Ich will“. Dabei sind die beiden Stücke allerdings immer melodiös und eingängig – auch in den sehr rockigen Abschnitten. Im Grunde genommen kann man dies allerdings auf fast jedes Lied auf „Mutter“ übertragen, sodass eine Heraushebung sicherlich eine reine Geschmackssache ist. Festzuhalten bleibt dabei jedoch immer, dass Rammstein hier elf Lieder auf das Album gepackt haben, die wirklich fast ausnahmslos wirken und auch mit den weiteren Durchläufen noch an Eingängigkeit gewinnen.

Fazit: „Mutter“ von Rammstein macht Spaß. Dies gilt nicht nur für Freunde der Neuen Deutschen Härte, denn auf dem Album befinden sich auch Nummern, die im eingängigen Rock verwurzelt sind. Die Musik auf „Mutter“ ist abwechslungsreich und geht fast durchgängig ins Ohr. Dazu übertreibt es Till Lindemann dieses Mal auch nicht mit seinem Gesang, der zwar häufig noch martialisch klingt, jedoch auf „Mutter“ in einer durchaus akzeptablen Art und Weise. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Sonne, Mutter, Spieluhr, Nebel



Mittwoch, 31. Mai 2017

R.E.M. – This Film Is On (DVD)




R.E.M. – This Film Is On (DVD)


Besetzung:

Bill Berry
Peter Buck
Mike Mills
Michael Stipe


Label: Warner Music


Erscheinungsdatum: 1991


Stil: Alternative Rock


Trackliste:

1. Intro
2. Losing My Religion
3. Shiny Happy People
4. Near Wild Heaven
5. Radio Song
6. Love Is All Around
7. Losing My Religion (acoustic)
8. Low
9. Belong
10. Half A World Away
11. Country Feedback
12. Credits

Gesamtspieldauer: ~ 50:00




„This Film Is On“ ist eine Zusammenstellung von Videos der US-amerikanschen Band R.E.M, die alle in Zusammenhang mit ihrem Album „Out Of Time“ stehen, welches im selben Jahr erschienen war. Im Jahr 1991 erschien die Video-Fassung dieser Veröffentlichung auf VHS, im August des Jahres 2000 gab es dann eine Wiederveröffentlichung auf DVD. Der Titel der DVD, „This Film Is On“, ist dem Lied „Country Feedback“ entnommen.

Auf dem Film enthalten sind alle vier Videos der Single-Auskopplungen des Albums „Out Of Time“. Dies waren die Videos zu den Liedern „Losing My Religion“, „Shiny Happy People“, „Near Wild Heaven“ sowie „Radio Song“. Dazu gibt es Videos zu den Liedern „Low“, „Belong“, „Half A World Away“ und „Country Feedback“. Des Weiteren ist eine Live-Akustik-Version des Stücks „Losing My Religion“ enthalten, die in der The Late Show eingespielt wurde. Ebenso eine Live-Akustik-Version des Liedes „Love Is All Around“ von MTV Unplugged. Im Abspann gibt es schließlich noch das Instrumentalstück „Endgame“ zu hören. Somit sind lediglich die beiden „Out Of Time“-Stücke „Texarkana“ und „Me In Honey“ nicht auf diesem Video-Album enthalten. Zwischen den einzelnen Stücken werden immer kurze schwarzweiß Videos eingeblendet, die weder mit der Band, noch mit der Musik von R.E.M. etwas zu tun haben und zum Beispiel verfallenen Gebäude zeigen.

Fazit: Für Freunde von R.E.M. und auch für Fans des Albums „Out Of Time“ eine schöne Erweiterung, die durchaus unterhaltsam ist und das Album noch ein wenig weiter abrundet. Allerdings sicherlich nichts, was man sich öfters ansieht. Ab und an dann vielleicht dann aber doch, denn die Videos haben ihren Reiz. Für R.E.M.-Fans. Neun Punkte.



Dienstag, 30. Mai 2017

The Who – The Who




The Who – The Who


Besetzung:

Roger Daltrey – lead vocals, trombone and bass drum
John Entwistle – bass guitar, french horn, trumpet, keyboards, lead vocals, backing vocals
Pete Townshend – lead and rhythm guitars, penny-whistle, keyboards, vocals
Keith Moon – drums, percussion, tuba, vocals


Label: Polydor


Erscheinungsdatum: 1966


Stil: Rock, Pop


Trackliste:

1. Run Run Run (2:41)
2. Heatwave (1:50)
3. In The City (2:20)
4. Boris The Spider (2:26)
5. I Need You (2:19)
6. Circles (2:27)
7. Don't Look Away (2:48)
8. You See My Way (1:50)
9. Whiskey Man (2:53)
10. Cobwebs And Strange (2:27)
11. Disguises (3:18)
13. I'm A Boy (2:35)

Gesamtspieldauer: 29:54




„The Who“ von The Who ist nicht die erste Platte der britischen Band, wie man vielleicht meinen könnte, es ist überhaupt keine der „regulären“ Alben der Band. Doch auch das stimmt nicht so ganz, denn die Scheibe ist eine alternative Version des Albums „A Quick One“, welches ebenfalls im Jahr 1966 veröffentlicht worden war. Doch diese hier vorliegende Ausgabe war wohl für den deutschen und den australischen Markt gedacht. Eine Platte mit denselben Liedern, nur in anderer Reihenfolge, wurde in Japan unter dem Titel, „I’m A Boy“ veröffentlicht.

Zu „A Quick One“ unterscheidet sich „The Who“ insofern, dass die sich dort befindlichen letzten beiden Titel, „So Sad About Us“ und „A Quick One, While He's Away“, hier fehlen. Dafür enthält „The Who“ die Lieder „Circles“, „Disguises“ sowie „I'm A Boy“, die wiederum auf „A Quick One“ nicht vorhanden sind. Musikalisch gesehen gilt ansonsten hier, was auch für „A Quick One“ gilt: Nie wieder wurde das Songwriting bei The Who auf so vielen Schultern verteilt, alle vier Musiker haben sich hier kompositorisch eingebracht. Der Titel „Heatwave“, der hier entgegen anderen Veröffentlichungen zusammengeschrieben wird, ist dagegen eine Cover-Version – die einzige des Albums.

„The Who“ ist mit nicht mal 30 Minuten Spieldauer sehr kurz geraten, genau wie die zwölf darauf enthaltenen Lieder, die nur in einem Fall die Dreiminutengrenze überschreiten. Zu hören ist auf dem Album ziemlich unaufgeregter 60ies Pop, der nur bei dem Titel „Boris The Spider“, aufgrund von Keith Moons Refrain-Gesang, besonders auffällt und mit der von Keith Moon komponierten Nummer „I Need You“ seinen melodischen Höhepunkt besitzt.

Fazit: „The Who“ von The Who ist wirklich nur was für Komplettisten, die alles von „ihrer“ Band besitzen möchten. Die Musik auf dem Album klingt für heutige Ohren bereits etwas überholt, ihren musikalischen Höhepunkt sollte die Band erst einige Jahre später haben. Wer The Who Fan ist und die Platte „A Quick One“ bereits besitzt, die oder der braucht diese Ausgabe hier ganz bestimmt nicht mehr. Acht Punkte.

Anspieltipps: I Need You



Montag, 29. Mai 2017

Red Hot Chili Peppers – Greatest Videos (DVD)




Red Hot Chili Peppers – Greatest Videos (DVD)


Besetzung:

Keine weiteren Angaben


Gastmusiker:

Keine weiteren Angaben


Label: Warner Brothers Records


Erscheinungsdatum: 2003


Stil: Rock


Trackliste:

1. Higher Ground
2. Suck My Kiss
3. Give It Away
4. Under The Bridge
5. Soul To Squeeze
6. Aeroplane
7. My Friends
8. Around The World
9. Scar Tissue
10. Otherside
11. Californication
12. Road Trippin'
13. By The Way
14. The Zephyr Song
15. Can't Stop
16. Universally Speaking

Sowie diverse Features

Gesamtspieldauer: ~162 Minuten




Im Jahr 2003 wurde die DVD „Greatest Videos“ mit den Videos der Red Hot Chili Peppers auf Warner Brothers Records veröffentlicht. Wie immer bei einer noch aktiven Band, kann solch eine Veröffentlichung immer nur eine Bestandsaufnahme des damaligen Ist-Zustandes sein, womit der Titel „Greatest Videos“ unter Umständen nicht mehr der Realität entspricht.

Nun, auf „Greatest Videos“ erhält man immerhin einen sehr schönen Überblick über die Video-Hits der Red Hot Chili Peppers bis zu diesem Zeitpunkt. Nicht alle Videos sind dabei wirklich sehenswert, bei manchen trifft dies allerdings sehr zu. Natürlich sollte man jedoch etwas mit der Musik der Band anzufangen wissen, sonst wird das Ganze sicherlich nicht ganz so einfach. Die Hits der Band bis zu diesem Zeitpunkt sind vorhanden, nicht alles kann davon musikalisch überzeugen, künstlerisch mit einem Video gelingt dies auch nicht immer. Trotzdem sind hier auch sehr gelungene Videos vorhanden, interessant und witzig umgesetzt.

Dazu gibt es zu vielen Videos noch Informationen in Form von Kommentaren zur Entstehung der kurzen Musikfilme durch die Regisseure, Schauspieler oder Bandmitglieder. Zu manchen Videos gibt es auch noch die Rubrik „Behind The Scenes“, in denen die Entstehung des jeweiligen Videos genauer erklärt wird. Und schließlich kann man sich über den Ordner „Extra Features“ noch kurze Dokumentationen sowie Live Auftritte der Red Hot Chili Peppers ansehen. Diese Zugaben machen die DVD noch ein wenig „runder“.

Fazit: Für Fans der Red Hot Chili Peppers ist diese Zusammenstellung mit Sicherheit eine schöne und auch interessante Investition. Es gibt die Videos der Band zu sehen, zahlreiche Erklärungen und allerhand weitere Informationen über die Red Hot Chili Peppers können hier erfahren werden. Und wer des Englischen nicht so mächtig ist, die oder der muss sich auch nicht grämen. Alles kann in diversen Sprachen, natürlich auch in Deutsch, untertitelt werden. So eine DVD schaut man sich natürlich nicht regelmäßig an, interessant ist sie dann allerdings schon. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Calfornication, Road Trippin', By The Way



Sonntag, 28. Mai 2017

David Bowie – Alabama Song / Amsterdam (Single)




David Bowie – Alabama Song / Amsterdam (Single)


Besetzung:

David Bowie – vocals, guitar


Gastmusiker:

Adrian Belew – guitar
Carlos Alomar – guitar
Simon House – violin
Sean Mayes – piano
Roger Powell – keyboards
George Murray – bass
Dennis Davis – drums


Label: RCA Records


Erscheinungsdatum: 1980


Stil: Cabaret, Pop


Trackliste:

1. Alabama Song (3:50)
2. Amsterdam (3:20)
3. Space Oddity (4:50)

Gesamtspieldauer: 12:00




Was für ein großartiger Sänger und Künstler David Bowie war, sieht und hört man vor allen Dingen auch an seiner Interpretation von Berthold Brechts und Kurt Weills „Alabama Song“ und noch viel mehr an ebensolcher Interpretation von Jacques Brels Lied „Amsterdam“, die er zu einer Cover-Version werden lässt, die tief berührt.

David Bowie war ein Brecht Fan und sang das Stück „Alabama Song“ zum ersten Mal im Rahmen seiner Welt Tournee im Jahr 1978. Zwei Jahre später, am Ende seiner Zusammenarbeit mit RCA Records, veröffentlichte er dieses Lied als Single, wobei sich auf der B-Seite eine Akustik-Version seines Liedes „Space Oddity“ befand. Noch sehr viel interessanter ist allerdings die Veröffentlichung, die es in Deutschland gab. Hierauf war nämlich zusätzlich noch die bereits erwähnte Interpretation von Jacques Brels Lied „Amsterdam“ enthalten.

Wenn jemand Musik lebt und liebt, dann kann er diesen Titel nur auf genau diese Art und Weise singen. So viel Gefühl steckt hier in der Stimme David Bowies, dass man beeindruckt nach Worten ringt. Musik kann so unfassbar packend und mitreißend sein, was David Bowie hier mit einer Cover-Version zeigt, die niemals großes Aufsehen erregte, jedoch unbedingt gehört gehört.

Fazit: Der Hauptsong dieser Veröffentlichung, „Alabama Song“, klingt schräg und verschroben in der Version des Davids Bowie. Das wirklich beeindruckende Lied dieser Single ist allerdings „Amsterdam“, mit dem David Bowie die Herzen seiner Zuhörerinnen und Zuhörer trifft. Beeindruckend. Keine Bewertung.

Anspieltipps: Amsterdam



Samstag, 27. Mai 2017

Double – Blue




Double – Blue


Besetzung:

Kurt Maloo – lead vocals, multi-instruments
Felix Haug – multi-instruments


Gastmusiker:

Christian Ostermeier – saxophone, flute
Bob Morgan – trombone on "Woman Of The World"
Thomas Jordi – fretless bass on "Tomorrow"
Liz McComb – additional vocals on "I Know A Place" and "Your Prayer Takes Me Off"


Label: Metronome Records


Erscheinungsdatum: 1985


Stil: Pop


Trackliste:

1. Woman Of The World (3:53)
2. I Know A Place (3:40)
3. The Captain Of Her Heart (4:35)
4. Your Prayer Takes Me Off (6:20)
5. Rangoon Moon (4:01)
6. Urban Nomads (4:58)
7. Love Is A Plane (3:40)
8. Tomorrow (4:35)

Gesamtspieldauer: 35:42




Double waren eine Schweizer Band, ein Duo. Dieses gründete sich im Jahr 1983 und hatte mit ihrem ersten Album „Blue“, welches im Jahr 1985 veröffentlicht wurde, bereits ihren Höhepunkt erreicht. Zwei Jahre später folgte dann noch das deutlich weniger erfolgreiche zweite Album „DOU3LE“ und 1989 löste sich die Band schließlich wieder auf. Zum 20. Jahrestag von Double wollten die beiden Double-Musiker Kurt Maloo und Felix Haug neue Aufnahmen der Band herausbringen, doch im Jahr 2004 starb Felix Haug völlig überraschend und mit lediglich 52 Jahren an einem Herzinfarkt.

Double klingen leicht jazzig auf „Blue“, dabei immer irgendwie swingend und locker. Allerdings muss man genau diese relaxte Art der Musik auch mögen, um mit der Scheibe etwas anfangen zu können. Diese etwas poppige und jazzige Musik geht nicht unbedingt sofort ins Ohr, oftmals auch gar nicht. Cool wirkt das Ganze durchaus und klingt auch so, mitreißend ist dies allerdings nicht.

Nun, ein Titel auf „Blue“ sticht jedoch sehr aus den insgesamt acht Nummern heraus. Das ist das Lied „The Captain Of Her Heart“. Ein wunderschönes und sanftes Stück, welches jetzt wirklich gut ins Ohr geht und dabei sogar diesen gewissen Ohrwurmcharakter aufweist. Das Lied konnte sich selbst in den USA in den Charts platzieren und war das Ausrufezeichen der Band, wodurch man bei Blue durchaus von einem „One Hit Wonder“ sprechen kann. Ansonsten ist da noch der letzte Titel auf „Blue“, das Lied „Tomorrow“, welches noch halbwegs interessant und eingängig klingt. Der ganze Rest versinkt irgendwie in weicher Süße, die zumindest mich überhaupt nicht mehr zu packen versteht.

Fazit: Jazzigen Pop bekommt man auf „Blue“ von der Schweizer Band Double zu hören. Dieser umgarnt einen größtenteils mit sehr süßlicher Atmosphäre, wirkt dabei sehr relaxt und absolut entspannt, kann aber leider jedoch so gar nicht überzeugen. Das gilt allerdings nicht für das Lied „The Captain Of Her Heart“, welches einen Ohrwurm darstellt, den man so schnell nicht mehr vergisst. Ansonsten ist das absolut keine Musik für einen Rock Fan. Fünf Punkte.

Anspieltipps: The Captain Of Her Heart, Tomorrow



Freitag, 26. Mai 2017

Rush – Moving Pictures




Rush – Moving Pictures


Besetzung:

Geddy Lee – lead vocals, bass guitar, bass pedals, minimoog, oberheim polyphonic synthesizer, ob-x, moog taurus
Alex Lifeson – electric and acoustic six- and twelve-string guitar, moog taurus
Neil Peart – drums, timbales, gong, bells, glockenspiel, wind chimes, bell tree, crotales, cowbell, plywood


Gastmusiker:

Hugh Syme – synthesizer on "Witch Hunt"


Label: Mercury Records


Erscheinungsdatum: 1981


Stil: Hard Rock, Progressive Rock


Trackliste:

1. Tom Sawyer (4:33)
2. Red Barchetta (6:10)
3. YYZ (4:26)
4. Limelight (4:19)
5. The Camera Eye (11:01)
6. Witch Hunt (4:45)
7. Vital Signs (4:46)

Gesamtspieldauer: 40:03




„Moving Pictures“ heißt das achte Studio-Album der kanadischen Rock Band Rush. Es erschien im Februar des Jahres 1981 auf dem Musiklabel Mercury Records. Die Platte enthält einige der bekanntesten Stücke der Band. Vor allen Dingen die Titel „Limelight“ und „Tom Sawyer“ sind hier zu nennen, die auch in den US-Charts kletterten und für die Band kleine Hits darstellten. Nicht so jedoch das ganze Album „Moving Pictures“. Dieses stellte sich für Rush nicht nur als „kleines Hit-Album“ heraus, sondern ist die erfolgreichste Scheibe der Band überhaupt und wurde in Kanada wie in den USA mit viermal Platin ausgezeichnet und platzierte sich auch in Europa in diversen Ländern in den Charts.

Bei Fans wie bei Kritikern steht die Scheibe hoch im Kurs. „Moving Pictures“ ist eines von zwei Rush-Alben, welches in Robert Dimerys Buch „1001 Alben. Musik, die Sie hören sollten, bevor das Leben vorbei ist“ enthalten ist. Hinter „The Dark Side Of The Moon“ von Pink Floyd und „In The Court Of The Crimson King“ von King Crimson belegt „Moving Pictures“ Platz drei in der Liste des Rolling Stone Magazins über die „50 besten Progressive-Rock-Alben aller Zeiten“. Schließlich wählten die Leser der Zeitschrift „Rhythm“ „Moving Pictures“ zum besten Schlagzeug-Album in der Geschichte des Progressive Rock.

Egal wie man zu diesen Listen steht, die Scheibe klingt wirklich gut. Und dieses Album zeichnet sich auch dadurch aus, dass Rush im Jahr 1981, als die meisten anderen Progressive Rock Bands in Richtung des Pop oder gar des New Wave abdrifteten, immer noch die Fahne des Progressive Rock hochhielt. Die sieben auf „Moving Pictures“ enthaltenen Lieder sind allesamt melodiös und dabei auch sehr komplex, was der Eingängigkeit der Scheibe jedoch keinesfalls schlecht bekommt. Jeder der Titel wirkt und geht ins Ohr. Umso öfter gehört, umso deutlicher wird das. Auf „Moving Pictures“ hört man allgemein die eher im Hard Rock angesiedelte Variante dieses musikalischen Genres. Die Lieder von Rush auf dieser Platte sind energiegeladen und besitzen fast durchweg eine gewisse Härte, die im Hard Rock verwurzelt ist. Trotzdem bleibt die Musik dabei eingängig. Dies auch vor dem Hintergrund der Komplexität des Schagzeugspiels des Neil Peart, welches gar nicht hoch genug gelobt werden kann. Diverse Rhythmen werden hier gespielt, werden miteinander verwoben und alles wirkt dabei so unfassbar leicht. Gitarre und Keyboard stehen bezüglich der Melodieführung abwechselnd im Vordergrund und ergänzen sich ebenfalls sehr gut, die Mischung ist der Band dabei perfekt gelungen.

Auf „Moving Pictures“ besondere Höhepunkte herauszuheben fällt einigermaßen schwer, denn jeder der sieben Titel wirkt auf seine Art. Dabei spielt es auch keine Rolle, ob das Stück wie die Nummer „YYZ“ ein Instrumentallied ist oder ob, wie bei den übrigen sechs Titeln, gesungen wird. Alles wirkt kraftvoll und energiegeladen, abwechslungsreich und an vielen Stellen mitreißend. Nun, eine wichtige Komponente darf bei der Musik von Rush allerdings natürlich nicht unerwähnt bleiben. Das ist der Gesang des Geddy Lee. Außergewöhnlich ist seine Stimme allemal, ob diese jedoch jede Hörerin und jeden Hörer überzeugen wird, das darf zumindest einigermaßen bezweifelt werden. Dieser hohe, an manchen Stellen etwas dünn und wahrlich gewöhnungsbedürftige Gesang kann auch mich nicht immer mitreißen. Allerdings gewöhnt man sich daran, wenn man dem Album und überhaupt der Musik von Rush häufiger lauscht – immerhin. Dadurch wird alles irgendwie passender und wirkt immer mehr, wie für einander gemacht.

Fazit: „Moving Pictures“ ist ein Album mit toller Musik geworden. Musik die kraftvoll, energiegeladen und auch verspielt aus den Boxen dringt. Diese ist dabei niemals langweilig, sondern viel nehr sehr abwechslungsreich. Die Lieder tendieren eher zu einer gewissen Härte, sind dabei jedoch absolut melodiös und eingängig. Gewöhnungsbedürftig ist – wie immer bei einem Rush Album – der Gesang. Kann man sich jedoch damit arrangieren, hält man mit „Moving Pictures“ ein tolles Progressive Rock Album in Händen, welches sich aufzulegen immer wieder lohnt. Zwölf Punkte.

Anspieltipps: Limelight, The Camera Eye



Donnerstag, 25. Mai 2017

Spooky Tooth – Spooky Two




Spooky Tooth – Spooky Two


Besetzung:

Mike Harrison – keyboards, vocals
Gary Wright – keyboards, vocals
Luther Grosvenor – guitar
Greg Ridley – bass, guitar
Mike Kellie – drums


Gastmusiker:

Keine weiteren Angaben


Label: Island Records


Erscheinungsdatum: 1969


Stil: Blues Rock, Rock


Trackliste:

1. Waitin‘ For The Wind (3:44)
2. Feelin‘ Bad (3:24)
3. I‘ve Got Enough Heartaches (3:29)
4. Evil Woman (9:08)
5. Lost In My Dream (5:07)
6. That Was Only Yesterday (3:55)
7. Better By You, Better Than Me (3:41)
8. Hangman Hang My Shell On A Tree (5:50)


Bonus Tracks der remasterten Albumversion:

9. Feelin‘ Bad (Top Gear Session / BBC Radio One [Mono]) (2:54)
10. I Can‘t Quit Her (Top Gear Session / BBC Radio One [Mono]) (3:02)
11. Blues Town (Top Gear Session / BBC Radio One [Mono]) (3:34)
12. Something Got Into Your Life [Mono] (3:26)
13. When I Get Home [Mono] (4:12)
14. Waitin‘ For The Wind (First Mix) (3:30)
15. Lost In My Dream (First Mix) (5:45)
16. Better By You, Better Than Me (First Mix) (4:08)
17. Pretty Woman (B-Side Of European Single) [Mono] (3:27)

Gesamtspieldauer: 1:12:25




Spooky Tooth war eine englische Rock Band, die hauptsächlich in den Jahren von 1967 bis 1974 aktiv war. Jedoch gab es in den Jahren danach immer wieder diverse Band-Reunionen, die im Jahr 1999 sogar noch mal in der Veröffentlichung eines erneuten Studioalbums mündeten. Die ersten acht Scheiben der Band entstanden allerdings in den ersten acht Jahren des Bestehens, einer Phase, die allerdings auch von zahlreichen Umbesetzungen geprägt war. „Spooky Two“ ist das dritte Album von Spooky Tooth, jedoch gleichzeitig die zweite Platte, die unter dem Namen Spooky Tooth veröffentlicht wurde. Die erste Veröffentlichung eines Albums fand noch unter dem Bandnamen „Art“ statt. „Spooky Two“ erschien im Jahr 1969 auf dem Label Island Records.

Auf „Spooky Two“ bekommt man hauptsächlich Blues Rock zu hören, der durch den Hintergrundgesang auch mal nach Gospel klingen kann, wie die Lieder „Feelin‘ Bad“ und „I‘ve Got Enough Heartaches“ exemplarisch belegen. Besonders aufregend hört sich diese Musik heute leider nicht mehr an jeder Stelle an. Zwar verstehen es einzelne Lieder mit jedem weiteren Durchlauf der Scheibe in den Ohren noch musikalisch zu wachsen, vieles davon ist heute jedoch kaum mehr dazu in der Lage „Kultstatus“ zu erreichen, was diese Musik bei mancher Hörerin beziehungsweise manchem Hörer unter Umständen früher erreicht haben dürfte.

Am Überzeugendsten klingen das lange und durch diverse, zum Teil auch mitreißende Soli geprägte „Evil Woman“. Hier hört man die Energie und die Hingabe in der Musik von Spooky Tooth sehr schön heraus. Dabei rockt die Nummer ordentlich und ganz egal, ob gerade die Orgel oder die Gitarre ihren Solo-Auftritt haben, das Lied wirkt. Der hohe Gesang ist dabei allerdings nicht nur beim ersten Mal des Hörens gewöhnungsbedürftig. „Lost In My Dream“ ist dagegen eine zunächst deutlich langsamere Nummer, eher rockig angehaucht und dabei immer melodiös. Hier spielt die Band toll mit Geschwindigkeiten und Atmosphären.

Höhepunkt der Scheibe ist allerdings das Lied „Better By You, Better Than Me“. Ebenfalls eine rockige Nummer, in der es sanftere und schnellere Abschnitte zu hören gibt. Das Lied verfügt über eine Melodie, die sich sehr schnell im Ohr festsetzt und bereits nach dem ersten Hören einen Wiedererkennungswert aufweist. Hier ist sogar, die im Rahmen der remasterten Wiederveröffentlichung hinzugefügte Version des Stücks zu empfehlen, die mit „First Mix“ untertitelt wurde. Diese unterscheidet sich musikalisch zwar kaum von jener Fassung, die dann auf Platte gepresst wurde, ist allerdings fast eine halbe Minute länger.

Insgesamt neun „Zugaben“ wurden der remasterten Fassung des Albums beigefügt, die sich mal mehr, mal weniger lohnen gehört zu werden. Allerdings sind dies insgesamt Zugaben, die das gesamte Album durchaus nochmals aufwerten, verlängern sie doch die Scheibe auch durch weitere Titel auf fast die doppelte Laufzeit. Und da spielt es auch keine Rolle, dass viele der Lieder hier in Form von Mono-Aufnahmen hinzugefügt wurden.

Fazit: Kein Höhepunkt in der Musikgeschichte, doch durchaus ein hörenswertes Album ist „Spooky Two“ von Spooky Tooth geworden, was bei vielen Fans auch als die beste Platte der Band gehandelt wird. Nicht jeder Titel darauf ist überzeugend, andere wiederum sind es sehr. Die Band zelebrierte in dieser Phase ihres Bestehens Blues Rock, der mal härter, mal sanfter klang und dabei oftmals sehr melodiös war. Für Musikhörerinnen und Musikhörer, die sich für diese Art der Musik Ende der 60er Jahre interessieren, mit Sicherheit sehr lohnenswert. Neun Punkte.

Anspieltipps: Evil Woman, Lost In My Dream, Better By You Better Than Me



Mittwoch, 24. Mai 2017

Queen + Paul Rodgers – Live In Ukraine




Queen + Paul Rodgers – Live In Ukraine


Besetzung:

Paul Rodgers – vocals, guitar & piano
Brian May – guitar & vocals
Roger Taylor – drums & vocals


Gastmusiker:

Spike Edney – md & keyboards
Jamie Moses – rhythm guitar
Danny Miranda – bass guitar


Label: EMI


Erscheinungsdatum: 2009


Stil: Rock


Trackliste:

CD1:

1. One Vision (4:03)
2. Tie Your Mother Down (2:29)
3. The Show Must Go On (4:37)
4. Fat Bottomed Girls (5:00)
5. Another One Bites The Dust (3:35)
6. Hammer To Fall (3:42)
7. I Want It All (4:10)
8. I Want To Break Free (3:55)
9. Seagull (4:50)
10. Love Of My Life (5:45)
11. '39 (4:37)
12. Drum Solo (5:00)
13. I'm In Love With My Car (3:42)
14. Say It's Not True (4:31)


CD2:

1. Shooting Star (6:21)
2. Bad Company (5:36)
3. Guitar Solo (3:58)
4. Bijou (2:07)
5. Last Horizon (4:32)
6. Crazy Little Thing Called Love (4:04)
7. C-lebrity (3:52)
8. Feel Like Makin' Love (6:45)
9. Bohemian Rhapsody (5:53)
10. Cosmos Rockin' (4:28)
11. All Right Now (5:31)
12. We Will Rock You (2:19)
13. We Are The Champions (2:59)
14. God Save The Queen (2:05)

Gesamtspieldauer CD1 (1:00:04) und CD2 (1:00:38): 2:00:42


DVD:

1. One Vision
2. Tie Your Mother Down
3. The Show Must Go On
4. Fat Bottomed Girls
5. Another One Bites The Dust
6. Hammer To Fall
7. I Want It All
8. I Want To Break Free
9. Seagull
10. Love Of My Life
11. '39
12. Drum Solo
13. I'm In Love With My Car
14. Say It's Not True
15. Shooting Star
16. Bad Company
17. Guitar Solo
18. Bijou
19. Last Horizon
20. Crazy Little Thing Called Love
21. C-lebrity
22. Feel Like Makin' Love
23. Bohemian Rhapsody
24. Cosmos Rockin'
25. All Right Now
26. We Will Rock You
27. We Are The Champions
28. God Save The Queen

Gesamtspieldauer DVD: 2:00:34




„Live in Ukraine“ ist ein Doppel-Live-Album mit dazugehöriger DVD, welche von den beiden verbliebenen Queen-Mitgliedern Brian May und Roger Taylor sowie vom Ex-Bad Company und Ex-Free Sänger Paul Rodgers unter dem Namen Queen + Paul Rodgers veröffentlicht wurde. Das Konzert wurde im September des Jahres 2008 während der „Rock The Cosmos-Tour“ der drei Musiker auf dem Freiheitsplatz in Charkiv, Ukraine, eingespielt und erschien schließlich im Juni 2009 in verschiedenen Versionen auf dem Label EMI.

Auf diesem Konzert gab es siebzehn Lieder von Queen in der ursprünglichen Besetzung zu hören, dazu vier Lieder aus Paul Rogers Zeit mit Bad Company („Seagull“, „Shooting Star“, „Bad Company“ und „Feel Like Makin' Love“), ein Lied von Free („All Right Now“) sowie insgesamt drei Titel („Cosmos Rockin'“, „Say It's Not True“, „C-lebrity“), die auch auf dem ersten und einzigen Studioalbum der Formation Queen + Paul Rodgers, „The Cosmos Rocks“, enthalten sind und alle aus der Feder von Roger Taylor stammen. Hinzu kommen noch ein Drum-Solo, welches Roger Taylor zum Teil auf einem Bass einspielt sowie zwei Gitarrensoli von Brian May. Ersteres, kurz mit „Guitar Solo“ benannt, kennt man in ähnlicher Form von der Scheibe Live Killers, da dieses Gitarrensolo dort den größten Teil des Liedes „Brighton Rock“ ausmacht. Das zweite Gitarren-Solo heißt schließlich „Last Horizon“ und hat längst nicht mehr die Klasse des ersten.

Man darf diese Scheibe ganz bestimmt nicht mehr mit einem Queen-Konzert vergleichen. Wurde dieses hier in der Ukraine gegeben, um in Erinnerungen an Queen und Freddie Mercury zu schwelgen, so kann man das Ganze auch noch einigermaßen nachvollziehen. Bei den Titeln „Bijou“ und „Bohemian Rhapsody“ singt Freddie Mercury sogar selbst, da er auf der Videoleinwand eingeblendet wird und man seine Stimme hört. Bei den restlichen Stücken kommt man gar nicht umhin, den Gesang der Paul Rodgers mit dem von Freddie Mercury zu vergleichen. Und dieser ist nun mal sehr unterschiedlich…

Wenn man allerdings bereits Live-Aufnahmen von Queen besitzt, bekommt man von Queen + Paul Rodgers mit „Live In Ukraine“ etwas geliefert, was man wahrlich nicht mehr benötigt. Die Queen-Lieder klingen mit dem Gesang von Freddie Mercury einfach besser, die drei Stücke, die vom Album „The Cosmos Rocks“ von Queen + Paul Rodgers stammen, langweilen wahrlich. Das Lied „Bad Company“ vom Album „Bad Company“ der Band Bad Company ist ein gutes, jedoch muss man es nicht zusammen mit Queen hören. Selbiges gilt für „All Right Now“ von Free. Somit bleibt nur wenig bis gar nichts, was diese, zugegebenermaßen aufwendig gestaltete und zusammengestellte Platte irgendwie wertvoll macht. Zumindest dann nicht, wenn man Queen von früher kennt.

Fazit: Für die Menschen dort im September 2008 in Charkiv sicherlich ein ganz tolles Erlebnis. Wirklich live hätte ich dieses Konzert sicherlich auch genossen, auch wenn ich das Glück hatte Queen in jungen Jahren tatsächlich live gesehen zu haben. Als Retorte, mit einem Doppel-Live-Album und der dazugehörigen DVD, wirkt das Ganze allerdings nicht mehr. Oder bin ich jetzt da irgendwie unfair? Fünf Punkte.

Anspieltipps: Bohemian Rhapsody



Dienstag, 23. Mai 2017

Rammstein – Sehnsucht




Rammstein – Sehnsucht


Besetzung:

Till Lindemann – vocals
Richard Z. Kruspe – lead guitar, backing vocals
Paul Landers – rhythm guitar, backing vocals
Oliver Riedel – bass guitar, backing vocals (track 1)
Christoph Schneider – drums
Christian "Flake" Lorenz – keyboards


Label: Universal Music


Erscheinungsdatum: 1997


Stil: Neue Deutsche Härte, Industrial Metal


Trackliste:

1. Sehnsucht (4:04)
2. Engel (4:24)
3. Tier (3:47)
4. Bestrafe mich (3:38)
5. Du hast (3:55)
6. Bück dich (3:22)
7. Spiel mit mir (4:46)
8. Klavier (4:24)
9. Alter Mann (4:24)
10. Eifersucht (3:37)
11. Küss mich (Fellfrosch) (3:30)

Gesamtspieldauer: 43:51




„Sehnsucht“ heißt das zweite Studioalbum der deutschen Band Rammstein. Es erschien am 22. August 1997 auf dem Label Universal Music. Das Album wurde mit sechs verschiedenen Covern ausgestattet, die man durch ein speziell gefaltetes Booklet auswählen kann. Der österreichische Maler und Fotograf Gottfried Helnwein schminkte alle sechs Mitglieder der Gruppe und versah sie mit einzelnen Drahtgestellen, bei denen es sich um medizinische Originalinstrumente des Chirurgen Ferdinand Sauerbruch handelte.

Auf der Scheibe zu hören ist dieser für Rammstein so typische Sound der neuen deutschen Härte, geprägt meist durch den tiefen, sonoren und mit einem rollenden „R“ ausgestatteten Gesang des Till Lindemann. Die Scheibe brachte für Rammstein den internationalen Durchbruch. In Deutschland, Österreich und auch den USA wurde das Album aufgrund der Verkaufszahlen mit Platin ausgezeichnet.

Man kann diese Musik unmöglich ohne die dazugehörigen Texte bewerten. Und diese handeln von BDSM, Inzest, Kannibalismus, Analverkehr und was nicht noch alles. Das Ganze ist dabei natürlich bewusst provokativ gehalten und klingt auch genau so, um eben Aufsehen zu erregen. Um an solchen Texten Gefallen zu finden, darf man aber wohl noch nicht dem Teenager-Alter entwachsen sein. Mit jedem weiteren Lebensjahr setzt dann immer mehr der Trieb zum Fremdschämen ein.

Leider schafft es hier auch die Musik oftmals nicht, so richtig zu überzeugen. Neue Deutsche Härte gemischt mit Synthesizer-Klängen, die allerdings oftmals leider eben nicht ins Ohr gehen, hört man zu allermeist auf „Sehnsucht“. Begeisternd klingt das zumeist jedoch nicht. Die Höhepunkte sind von daher schnell aufgezählt. „Engel“ platzierte sich in Deutschland in den Charts, war ein Hit und kletterte dort bis auf Platz 3. Die Nummer hat auch was und besitzt sogar einen gewissen Ohrwurmcharakter. Ansonsten ist an dieser Stelle im Grunde genommen nur noch die Nummer „Klavier“ zu erwähnen. Auch diese geht ins Ohr, der Stil des Liedes ist auch ein völlig anderer, als jener der anderen auf der Scheibe enthaltenen Lieder. Sanft klingt hier die Stimme des Till Lindemann, genau wie auch die Stimmung des Liedes eine eher sanfte ist, um den dunklen Hintergrund des Titels gut zu unterstreichen. Das klingt hier auch wirklich sehr gelungen. Ansonsten kann man die Titel „Du hast“, „Spiel mit mir“ und „Alter Mann“ noch gut hören.

Fazit: Beim zweiten Studioalbum der Band Rammstein mit dem Titel „Sehnsucht“ nerven leider manchmal die Texte sehr und auch der Gesang des Till Lindemann geht einem mitunter auf die Nerven. Doch es gibt auch schöne Momente auf dieser Scheibe und zwar in Form der Titel „Engel“ und „Klavier“. Irgendwie überwiegen auf „Sehnsucht“ allerdings noch die eher negativen bis langweiligen Momente. Das machten Rammstein später noch deutlich besser. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Engel, Klavier