Donnerstag, 13. Dezember 2018

The Catch – 25 Years




The Catch – 25 Years


Besetzung:

Keine weiteren Angaben


Gastmusiker:

Keine weiteren Angaben


Label: Repertoire Records


Erscheinungsdatum: 1983 / 2014


Stil: Synthie Pop


Trackliste:

CD1:

1. 25 Years (Single Version) (3:58)
2. Voices (Single Version) (3:30)
3. On The Road Again (Single Version) (3:34)
4. Understood (Single Version) (4:22)
5. Under The Skin (Single Version) (3:32)
6. The End Of The Day (Single Version) (3:44)
7. Find The Love (Single Version) (3:38)
8. Across The Great Divide (Single Version) (3:08)
9. The Difference (Single Version) (3:30)
10. The Power To Change (Single Version) (4:01)
11. Soul Information (Single Version) (4:08)
12. Beyond Suspicion (Single Version) (3:39)
13. 25 Years (1991 Single Version) [Radio Mix] (3:59)
14. Style (The 1991 Version) (4:00)
15. A Man’s Gotta Do (What A Man’s Gotta Do) [Single Version] [Radio Mix] (3:32)
16. Against The Grain (4:51)
17. Balance On Wires (5:37)
18. 25 Years (Album Version 1991) (5:40)
19. 25 Years (1996 Version) (3:49)

CD2:

1. 25 Years (12 Inch Special Disco Version) (6:43)
2. On The Road Again (12 Inch Version) (6:19)
3. Under The Skin (12 Inch Version) (6:24)
4. Find The Love (12 Inch Version) (6:36)
5. Soul Information (Remix - 12 Inch Mix) (6:07)
6. The Difference (Remix - 12 Inch Mix) (6:06)
7. A Man’s Gotta Do (What A Man’s Gotta Do) [12 Inch Mix] (6:39)
8. 25 Years (Uk Mix) (5:06)
9. 25 Years (Breatbeat Mix) (7:04)
10. 25 Years (Mega Club Blast) [Version 96] (6:09)
11. 25 Years (25 Trips) [Version 96] (8:12)
12. 25 Years (Both Worlds Mix) [Version 96] (6:25)

Gesamtspieldauer CD1 (1:16:23) und CD2 (1:17:56): 2:34:19



Don Snow, der am 13. Januar 1957 in Nairobi, Kenia geboren wurde, ist ein Sänger, Hammond-Organist, Pianist, Gitarrist, Bassist, Schlagzeuger und Saxophonist, der an mehreren Bands beteiligt war. Squeeze, The Sinceros oder auch Procol Harum seien hier genannt. Zudem tourte er häufig mit Van Morrison und spielte auf drei seiner Alben Hammond Orgel und Klavier. In den 80er Jahren hatte der die New Wave Combo The Catch gegründet, die im Grunde genommen lediglich aus ihm selbst bestand. Diese ist – auch wenn es im Begleittext zu dem vorliegenden Album anders steht – eine dieser One-Hit-Wonder-Bands, die einen Hit hatte und anschließend wieder in der Versenkung verschwand. Dieser Hit heißt „25 Years“, genau wie diese Zusammenstellung, die im Jahr 2014 in Form einer Doppel-CD erschien. Das Lied selbst stammt aus dem Jahr 1983 und war vor allen Dingen in Deutschland sehr erfolgreich, wo es bis auf Platz 3 der deutschen Charts kletterte, eine halbe Million Exemplare verkaufte und 40 Wochen lang in den Charts verblieb.

Das Lied „25 Years“ ist ein Ohrwurm. Der Titel verfügt über eine sehr eingängige Melodie zu der Don Snow, der sich inzwischen übrigens Jonn Savannah nennt und in Medford, New Jersey lebt, mit seiner Falsett-Stimme den Text zelebriert. Dazu gesellt sich eine Rhythmusfraktion, die erst nach knapp einer Minute einsetzt und im Video zum Lied unter anderem aus einem Hammer besteht, der einen Ambos leicht zeitversetzt malträtiert. Gerade diese Perkussion stellt ebenfalls etwas Besonderes dar und macht das Lied mit aus und zu dem Ohrwurm, zu dem es wird. Das Lied „25 Years“ ist auf dieser Zusammenstellung insgesamt zehn Mal (!) enthalten. Zehn verschiedene Ausführungen des Titels gibt es da zu erhören, von denen solche wie „25 Years (Mega Club Blast) [Version 96]“ nicht mehr als das ursprüngliche Lied zu erkennen sind. Auch sonst gibt es auf dieser Zusammenstellung einige Versionen, die einem fast das Herz bluten lassen. Richtig gelungen sind die Originalversion, die Versionen von „25 Years (1991 Single Version) [Radio Mix]“ sowie „25 Years (12 Inch Special Disco Version)“. Nicht jede Version ist also hörenswert.

Dasselbe kann man über den Rest auf diesem Kompilationsalbum sagen. Da hört man Lieder, welche noch mit dem Label „ganz nett“ umschrieben werden können wie die Nummer „Voices“ oder auch mit „gelungen“, wie das Canned Heat Cover „On The Road Again“ (nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Lied von Willie Nelson). Der ganze Rest der Scheibe bewegt sich zwischen den Genres Disco, Funk und Soul. Auch diese Lieder sind zum Teil in mehreren Versionen enthalten. Kann man vielleicht mögen, muss man aber nicht. Das meiste klingt zumeist sehr langweilig, besitzt triefende Texte und machte The Catch oder Don Snow auch nicht berühmt. Es ist das Lied „25 Years“, welches den Erfolg dieser kurzlebigen „Band“ begründete. Der Text des Titels handelt übrigens auch nicht von Liebe und Herzschmerz. Bei „25 Years“ geht es um verschenkte und versäumte Zeit, um einen Neuanfang und dass jetzt eben nochmals 25 Jahre kommen, in denen etwas anders laufen kann als zuvor. Es ist immer genügend Zeit vorhanden, sich neu zu orientieren und zu verwirklichen – zumindest für den Protagonisten des Titels „25 Years“.

Fazit: Das Lied „25 Years“ ist eine schöne Nummer, ein Ohrwurm, typisch im Stil der 80er Jahre gehalten. Mit der Falsett-Stimme des Don Snow muss man natürlich zurechtkommen, das Lied selbst geht allerdings ins Ohr. Eingängige Melodie, besonderer Rhythmus. Alles andere, auch die diversen Mixe des Titelsongs, scheinen eher überflüssig. Wer jedoch mal wieder musikalisch intensiv in die 80er Jahre einsteigen möchte, die oder der wird mit vielem auf dieser Kompilation Spaß haben. Acht Punkte.

Anspieltipps: 25 Years (Single Version), 25 Years (12 Inch Special Disco Version)



Mittwoch, 12. Dezember 2018

The Jimi Hendrix Experience – Electric Ladyland




The Jimi Hendrix Experience – Electric Ladyland


Besetzung:

Jimi Hendrix – lead vocals, guitar, piano, percussion, comb and tissue paper kazoo, electric harpsichord, bass on "Have You Ever Been (To Electric Ladyland)", "Long Hot Summer Night", "Gypsy Eyes", "1983", "House Burning Down", and "All Along The Watchtower"
Noel Redding – backing vocals, bass on "Crosstown Traffic", "Little Miss Strange", "Come On (Let The Good Times Roll)", "Burning Of The Midnight Lamp", and "Voodoo Child (Slight Return)", acoustic guitar and lead vocals on "Little Miss Strange"
Mitch Mitchell – backing vocals, drums (except on "Rainy Day Dream Away" and "Still Raining, Still Dreaming"), percussion, lead vocals on "Little Miss Strange"


Gastmusiker:

Jack Casady – bass on "Voodoo Chile"
Brian Jones – percussion on "All Along The Watchtower"
Al Kooper – piano on "Long Hot Summer Night"
Dave Mason – twelve-string guitar on "All Along The Watchtower", backing vocals on "Crosstown Traffic"
The Sweet Inspirations – backing vocals on "Burning Of The Midnight Lamp"
Steve Winwood – Hammond organ on "Voodoo Chile"
Chris Wood – flute on "1983... (A Merman I Should Turn To Be)"
Larry Faucette – congas on "Rainy Day, Dream Away" and "Still Raining, Still Dreaming"
Mike Finnigan – organ on "Rainy Day, Dream Away" and "Still Raining, Still Dreaming"
Buddy Miles – drums on "Rainy Day, Dream Away" and "Still Raining, Still Dreaming"
Freddie Smith – tenor saxophone on "Rainy Day, Dream Away" and "Still Raining, Still Dreaming"


Label: Sony Music (ursprünglich: Reprise Records / Track Records)


Erscheinungsdatum: 1968


Stil: Psychedelic rock


Trackliste:

1. And The Gods Made Love (1:22)
2. Have You Ever Been (To Electric Ladyland) (2:10)
3. Crosstown Traffic (2:26)
4. Voodoo Chile (14:59)
5. Little Miss Strange (2:52)
6. Long Hot Summer Night (3:27)
7. Come On (Let The Good Times Roll) (4:09)
8. Gypsy Eyes (3:43)
9. Burning Of The Midnight Lamp (3:39)
10. Rainy Day, Dream Away (3:42)
11. 1983... (A Merman I Should Turn To Be) (13:39)
12. Moon, Turn The Tides...Gently Gently Away (1:01)
13. Still Raining, Still Dreaming (4:25)
14. House Burning Down (4:32)
15. All Along The Watchtower (4:00)
16. Voodoo Child (Slight Return) (5:13)

Gesamtspieldauer: 1:15:28




„Electric Ladyland“ heißt das dritte und letzte Studioalbum der Englisch-US-amerikanischen Rockband The Jimi Hendrix Experience. Das Doppelalbum, welches ursprünglich am 16. Oktober 1968 auf den Plattenlabeln Reprise Records in Nordamerika und Track Records in Europa veröffentlicht wurde, war die einzige Platte der Band, die Jimi Hendrix auch selbst produzierte. Bis Mitte November hatte das Album in den Vereinigten Staaten Platz 1 erreicht, wo es sich zwei Wochen lang an der Spitze halten konnte. „Electric Ladyland“ war die kommerziell erfolgreichste Veröffentlichung der Jimi Hendrix Experience und ihr einziges Nummer 1 Album in den USA. In Großbritannien erreichte das Album immerhin den sechsten Platz; in Deutschland Platz 12. „Electric Ladyland“ enthält das Bob Dylan Cover „All Along The Watchtower“, was zur meistverkauften Single der Band wurde. Die ursprünglich als Doppel-LP veröffentlichte Platte ist auf vielen Listen vertreten, wenn es darum geht die besten Alben aller Zeiten zu küren. So belegt Electric Ladyland“ Platz 55 in der Liste des Rolling Stone Magazines der „500 größten Alben aller Zeiten“.

Die Musik auf „Electric Ladyland“ ist sehr breit gefächert. Von Pop über Rock, hin zu Psychedelic und Blues gibt es auf dieser Platte jede Menge unterschiedlicher musikalischer Genres zu hören. Genau dies macht diese Scheibe auch so spannend. Solch einen Titel wie „Voodoo Chile“, der irgendwo zwischen den Genres Psychdelic Rock und improvisiertem Blues angesiedelt ist, den gab es so zuvor noch nie. Gleiches gilt für den zweiten Longtrack „1983... (A Merman I Should Turn To Be)“ eine tolle und abgefahrene Nummer, bei der man nur selten Abschnitte mit Eingängigkeit entdeckt. Sehr viel mehr hört man sphärische Klänge oder auch mal ein Schlagzeug-Solo. Das ist Psychedelic Rock, in den man sehr tief eintauchen kann und sich darin zu verlieren scheint, wenn man denn das Außergewöhnliche sucht. Solche Musik war wahrlich neu für die damalige Zeit.

Es gibt allerdings noch weitere Höhepunkte auf diesem Album. Das bereits erwähnte Bob Dylan Cover „All Along The Watchtower“ ist nicht nur eines der bekanntesten Lieder des Jimi Hendrix. Es wertet auch die ursprüngliche Version von Bob Dylan selbst um Klassen auf. Und schließlich sollte an dieser Stelle auch noch die Nummer „Burning Of The Midnight Lamp“ Erwähnung finden. Psychdelic Rock in sehr melodiöser Form, wie er schnell und ohne Umwege ins Ohr geht. Auch dieses Lied wurde als Single ausgekoppelt und erreichte im Vereinigten Königreich immerhin Platz 18 der Charts. Der Rest der Scheibe ist ebenfalls abwechslungsreich, kann vielleicht nicht mehr ganz so beeindrucken, wie die bereits erwähnten Nummern, lohnenswert ist das jedoch allemal.

Fazit: „Electric Ladyland“ ist wohl das bekannteste und auch das erfolgreichste Album der Jimi Hendrix Experience geworden. Und das auch nicht ohne Grund, denn es gibt viel zu entdecken auf dieser Scheibe, die mit den musikalischen Genres spielt und immer wieder Überraschungen für die Hörerin und den Hörer parat hält. Für Menschen, die mit der heutigen Musik des Radios sozialisiert wurden, mag das ein oder andere oder vielleicht sogar das meiste auf „Electric Ladyland“ neu oder gar seltsam klingen. Für Menschen, die der Musik offen gegenüberstehen, überwiegen dagegen die spannenden und mitreißenden Abschnitte. Zwölf Punkte.

Anspieltipps: Voodoo Chile, Burning Of The Midnight Lamp, 1983... (A Merman I Should Turn To Be), All Along The Watchtower



Dienstag, 11. Dezember 2018

Bob Dylan – The Times They Are a-Changin’




Bob Dylan – The Times They Are a-Changin’


Besetzung:

Bob Dylan – vocals, acoustic guitar, harmonica


Label: Columbia Records


Erscheinungsdatum: 1964


Stil: Folk


Trackliste:

1. The Times They Are a-Changin' (3:15)
2. Ballad Of Hollis Brown (5:06)
3. With God On Our Side (7:08)
4. One Too Many Mornings (2:41)
5. North Country Blues (4:35)
6. Only A Pawn in Their Game (3:33)
7. Boots Of Spanish Leather (4:40)
8. When The Ship Comes In (3:18)
9. The Lonesome Death Of Hattie Carroll (5:49)
10. Restless Farewell (5:32)

Gesamtspieldauer: 45:41




„The Times They Are a-Changin‘“ ist das dritte Studioalbum des amerikanischen Sängers und Songwriters Bob Dylan, das am 13. Januar 1964 auf dem Plattenlabel Columbia Records veröffentlicht wurde. Während seine vorherigen Alben „Bob Dylan“ und „The Freewheelin‘ Bob Dylan“ noch aus Originalmaterial und Coversongs bestanden, ist „The Times They Are a-Changin‘“ die erste Platte des in Duluth, Minnesota geborenen Musikers, welche nur noch Eigenkompositionen enthält. Auf der Platte hört man sanfte, nur durch die akustische Gitarre und die Mundharmonika begleitete Balladen, zu denen Bob Dylan seine Gedanken zu Themen wie Krieg, Rassismus, Armut und den sozialen Wandel singt.

Die Lieder gehen ins Ohr, mitunter nicht sofort beim ersten Mal des Hörens, doch spätestens beim zweiten Durchlauf. Es lohnt sich dabei wahrlich die Texte des Bob Dylan zu verfolgen. Diese sind emotional (was ganz bestimmt nicht durch seinen Gesang transportiert wird), spannend und auf den Punkt kommend. Zudem geben sie den Geist der damaligen Zeit wieder, den neuen Geist des Aufbruchs, der die Jugend damals erfasste. Der Titel des Albums „The Times They Are a-Changin‘“ gibt dies bereits sehr gut wieder. Die Inhalte der Lieder beherbergen keine Zeilen wie „I love you and I hope you love me too“. Bob Dylan erzählt Geschichten und Gedanken und stellt dabei Fragen – und das sehr eindringlich. Ein Beispiel möchte ich an diese Stelle einfach anfügen, denn es erklärt viel von der Musik des Robert Allen Zimmerman.

Text, Bob Dylan „With God On Our Side“



Oh my name it ain't nothin'
My age it means less
The country I come from
Is called the Midwest
I was taught and brought up there
The laws to abide
And that land that I live in
Has God on its side

Oh, the history books tell it
They tell it so well
The cavalries charged
The Indians fell
The cavalries charged
The Indians died
Oh, the country was young
With God on its side

The Spanish-American
War had its day
And the Civil War, too
Was soon laid away
And the names of the heroes
I was made to memorize
With guns in their hands
And God on their side

The First World War, boys
It came and it went
The reason for fighting
I never did get
But I learned to accept it
Accept it with pride
For you don't count the dead
When God's on your side

The Second World War
Came to an end
We forgave the Germans
And then we were friends
Though they murdered six million
In the ovens they fried
The Germans now, too
Have God on their side

I've learned to hate the Russians
All through my whole life
If another war comes
It's them we must fight
To hate them and fear them
To run and to hide
And accept it all bravely
With God on my side

But now we got weapons
Of chemical dust
If fire them, we're forced to
Then fire, them we must
One push of the button
And a shot the world wide
And you never ask questions
When God's on your side

Through many a dark hour
I've been thinkin' about this
That Jesus Christ was
Betrayed by a kiss
But I can't think for you
You'll have to decide
Whether Judas Iscariot
Had God on his side.

So now as I'm leavin'
I'm weary as Hell
The confusion I'm feelin'
Ain't no tongue can tell
The words fill my head
And fall to the floor
That if God's on our side
He'll stop the next war



Fazit: „The Times They Are a-Changin‘“ ist ein schönes, ruhiges und einfühlsames Album geworden, welches gleichzeitig packt. Die Melodien gehen ins Ohr, das Besondere sind jedoch die Texte, die sich lohnen gehört und vielleicht sogar nachgelesen zu werden. Das dritte Album des Bob Dylan ist ein Zeitdokument von einem Sänger und Musiker, der über den eigenen Horizont hinausblickt. Elf Punkte.

Anspieltipps: Ballad Of Hollis Brown, With God On Our Side, North Country Blues



Montag, 10. Dezember 2018

Man – Be Good To Yourself At Least Once A Day




Man – Be Good To Yourself At Least Once A Day


Besetzung:

Micky Jones – guitars, vocals
Clive John – guitars, vocals
Phil Ryan – keyboards, vocals
Will Youatt – bass, vocals
Terry Williams – drums, percussion


Gastmusiker:

Dave Edmunds – pedal steel guitar on "C'mon"


Label: Parlophone


Erscheinungsdatum: 1972


Stil: Rock


Trackliste:

1. C’mon (11:04)
2. Keep On Crinting (8:17)
3. Bananas (9:28)
4. Life On The Road (7:17)

Gesamtspieldauer: 36:07



„Be Good To Yourself At Least Once A Day” heißt das fünfte Studioalbum der walisischen Rockband Man. Es erschien 1972 ursprünglich auf dem Plattenlabel United Artists gerade einmal einen Monat nach dem Vorgängeralbum, der Live-Platte „Live At The Padget Rooms, Penarth“. Die Besetzung der Band hatte sich stark verändert. Martin Ace hatte Man verlassen und Deke Leonard war gefeuert worden. Dafür kehrte Clive John zurück und brachte Phil Ryan und Will Youatt mit, mit denen er die Band Iorwerth Pritchard And The Neutrons gegründet hatte, als er im Jahr 1971 Man verließ. Dies ist das einzige Studioalbum von Man, welches in dieser Besetzung eingespielt wurde.

Auf „Be Good To Yourself At Least Once A Day” hört man nur noch ganz am Rande und ansatzweise Psychedelic beziehungsweise Progressive Rock. Die Musik auf dem Album besteht zum allergrößten Teil aus relativ geradlinigem Rock, der lange Instrumentalpassagen aufweist und dabei sehr oft auch sehr unstrukturiert wird. Das wiederum wäre nicht weiter schlimm und könnte sogar sehr spannend werden, wenn denn die einzelnen Titel wenigstens ein wenig interessant oder gar eingängig klingen würden. Machen sie allerdings leider nicht – maximal phasenweise wie der recht gechillte Instrumentalteil auf „C’mon“. Ansonsten hört sich die Musik von Man auf „Be Good To Yourself At Least Once A Day” meist ein wenig bieder, durchschnittlich und sehr unspektakulär an.

Damit wären wir bei den Höhepunkten der Scheibe, die es so nicht gibt. Zwar gibt es unter den vier Liedern der Platte keinen starken Ausreißer nach unten, genauso wenige allerdings nach oben. Das bereits erwähnte „C’mon“ klingt in der ersten Instrumentalpassage durchaus spannend. Selbiges gilt für das wesentlich rockigere „Bananas“, was ebenso noch in den instrumentalen Abschnitten am besten gefällt. Doch ansonsten gibt es auf diesem Album kaum etwas, was einem ein Lächeln auf die Lippen zaubern würde, da alles so unfassbar gewöhnlich klingt.

Fazit: Das Besondere, das Experimentelle in der Musik von Man war auf dem Weg vom vierten zum fünften Studioalbum verloren gegangen. Auf „Be Good To Yourself At Least Once A Day” hört man eher langweiligeren Rock, der zur Zeit seiner Entstehung schon nichts Besonderes darstellte, heutzutage noch sehr viel weniger. Kein ganz schlechtes Album, aber eine belanglose und austauschbare Platte. Sieben Punkte.

Anspieltipps: C’mon, Bananas



Sonntag, 9. Dezember 2018

The Temperance Movement – A Deeper Cut




The Temperance Movement – A Deeper Cut


Besetzung:

Phil Campbell – vocals
Paul Sayer – guitars
Nick Fyffe – bass
Matt White – guitars
Simon Lea – drums


Label: Earache


Erscheinungsdatum: 2018


Stil: Rock, Blues Rock


Trackliste:

1. Caught In The Middle (2:40)
2. Built-In Forgetter (4:22)
3. Love And Devotion (3:23)
4. A Deeper Cut (3:44)
5. Backwater Zoo (3:54)
6. Another Spiral(3:28)
7. Beast Nation (3:23)
8. The Way It Was And The Way It Is Now (3:17)
9. Higher Than The Sun (3:21)
10. Children (4:08)
11. There‘s Still Time (3:31)
12. The Wonders We‘ve Seen (4:00)

Gesamtspieldauer: 43:18



„A Deeper Cut“ heißt das dritte Studioalbum der britischen Rockband The Temperance Movement. Am 16. Februar 2018 wurde das Album auf dem Plattenlabel Earache veröffentlicht. Die Musik auf der Scheibe bewegt sich erneut im Bereich zwischen eher geradlinigem Rock, Blues Rock und einer Prise Rock’n’Roll, wenn auch der Rock-Anteil, der im Mainstream anzusiedeln ist, ein wenig die Vorherrschaft eingenommen hat. Am Schlagzeug und an der Gitarre hat es zwei Umbesetzungen nach dem letzten Album gegeben, was jedoch keine allzu große Veränderung in musikalischer Hinsicht bewirkt hat.

Ansonsten bleibt also fast alles beim Alten bei The Temperance Movement. Auch auf „A Deeper Cut“ hört man Musik, die eher aus den USA denn aus Großbritannien zu kommen scheint. Dazu wirkt und klingt sie fast so, als ob sie in den 70er oder 80er Jahren in den Südstaaten der USA komponiert worden wäre. Dadurch wären wir erneut bei dem „Problem“, welches die Titel von The Temperance Movement oftmals beinhalten. Das hört sich zu häufig zu allgemein und längst und oft gehört an. Etwas Neues gibt es auch auf „A Deeper Cut“ definitiv nicht zu hören. Titel, wie sie so schon oft von anderen Bands erklungen sind, erklingen auf dem Album in leicht abgewandelter Form. Das mag den Blues Fan und Freund des Südstaaten Rocks gefallen, mich lässt es oftmals noch nicht einmal mehr aufhorchen. Mein Problem, ich weiß.

Gelungen klingen für mich das Titellied „A Deeper Cut“, eine schöne und gelungene Ballade, die dann doch mal etwas mehr Melodiösität verströmt und ins Ohr geht. „Beast Nation“ ist dagegen eine Mid-Tempo-Nummer, die es ebenfalls schafft sich festzusetzen, dabei sogar mit jedem weiteren Durchlauf zu wachsen scheint. Der Höhepunkt auf „A Deeper Cut“ ist allerdings das Lied „There‘s Still Time“. Ebenfalls eine eher ruhigere Nummer, die zunächst das Ohr bestens umschmeichelt und sich schließlich steigert und sogar zu grooven beginnt. Jetzt macht die Musik von The Temperance Movement sehr viel Spaß. Ach würde doch viel mehr auf „A Deeper Cut“ so klingen.

Fazit: Auch „A Deeper Cut“ ist ein Album geworden, welches gerade bei Blues- und Südstaaten-Rock-Fans Eindruck hinterlassen dürfte. Neues gibt es auf der Scheibe nicht zu bewundern beziehungsweise zu erhören, dennoch Altbewährtes, was heutzutage noch genauso wirkt wie damals vor dreißig Jahren. Für Freundinnen und Freunde progressiverer Töne vielleicht etwas langweilig geraten, für Fans der genannten Genres eine Ausweitung ihrer Lieblingsmusik. Acht Punkte.

Anspieltipps: A Deeper Cut, Beast Nation, There‘s Still Time



Samstag, 8. Dezember 2018

Iron Butterfly – Metamorphosis




Iron Butterfly – Metamorphosis


Besetzung:

Ron Bushy – drums
Lee Dorman – bass guitar
Doug Ingle – organ, vocals
Mike Pinera – guitar, vocals
Larry "Rhino" Reinhardt – guitar


Gastmusiker:

Richard Podolor – sitar, twelve-string guitar
Bill Cooper – twelve-string guitar


Label: ATCO


Erscheinungsdatum: 1970


Stil: Rock, Psychedelic Rock, Acid Rock


Trackliste:

1. Free Flight (0:50)
2. New Day (3:20)
3. Shady Lady (3:57)
4. Best Years Of Our Life (3:59)
5. Slower Than Guns (3:49)
6. Stone Believer (4:25)
7. Soldier In Our Town (3:22)
8. Easy Rider (Let The Wind Pay The Way) (3:06)
9. Butterfly Bleu (13:57)

Gesamtspieldauer: 40:49



„Metamorphosis“ nannte die US-amerikanische Rockband Iron Butterfly ihr viertes Studioalbum. Veröffentlicht wurde „Metamorphosis“ am 13. August 1970, wie auch die vorherigen Alben der Band, auf dem Plattenlabel ATCO, was inzwischen zu Rhino Records und damit zur Warner Music Group gehört. „Metamorphosis“ war nicht mehr so erfolgreich wie das Vorgängeralbum „Ball“, erreichte allerdings immer noch Platz 16 in den US-Charts. Erik Brann hatte aufgrund von Streitigkeiten die Band verlassen und war durch vier Session-Gitarristen ersetzt worden. Zwei von ihnen, Mike Pinera und Larry „Rhino“ Reinhardt, wurden vor der Veröffentlichung des Albums feste Mitglieder bei Iron Butterfly. Das Lied „Easy Rider (Let The Wind Pay The Way)“ wurde als Single ausgekoppelt und erreichte Platz 66 der Billboard-Charts. Die Besonderheit auf „Metamorphosis“ ist, dass es eines der ersten Rockalben darstellt, auf dem die Talkbox zum Einsatz kommt.

Auf „Metamorphosis“ hat sich stilistisch ein großer Wandel in der Musik von Iron Butterfly vollzogen. Von Psychdeleic Rock ist auf dem Album nur noch sehr wenig zu hören, auch wenn der letzte Titel „Butterfly Bleu“ immer noch Ansätze dieses Genres enthält. Doch hört man insgesamt auf der Platte Rock, Blues und sogar Soul, was die Scheibe sehr viel gewöhnlicher werden lässt. Klar wird auf „Butterfly Bleu“ auch noch ein wenig experimentiert, es bleibt allerdings eine Nummer, die wie Stückwerk wirkt und dabei überhaupt nicht ins Ohr gehen mag. Das Lied ist aus mehreren Teilen zusammengesetzt, die mal rockiger, mal sphärischer und schließlich nur noch experimentell klingen und man versteht die Zusammenhänge überhaupt nicht, da die einzelnen Passagen fast schon wie willkürlich aneinandergehängt wirken. Das hört sich fast so an, als ob die Musiker mal wieder ein langes Lied machen wollten und nachgesehen haben, sie denn da noch so im Archiv finden würden. Klingt irgendwie sehr seltsam. Daran ändert leider auch nichts der hier bereits erwähnte Einsatz der Talkbox nichts. Schade. Leider kann auch der Rest der Platte nur in Ausnahmefällen etwas mehr gefallen allerdings kaum überzeugen, da auch dieser alles andere als eingängig klingt und in diesen hier bedienten Genres zudem keineswegs überzeugt.

So muss als Höhepunkt das etwas schmachtende und ein wenig im Folk angesiedelte „Slower Than Guns“ herhalten. Ein ganz „nettes“ Lied mit angenehmer Melodieführung, durch den Einsatz der Sitar auch etwas exotisch klingend. Die weiteren Lieder hören sich dann immer noch ganz interessant an, wenn sie rocken, ansonsten bleibt Vieles auf „Metamorphosis“ leider nur Stückwerk.

Fazit: Nachdem Erik Brann Iron Butterfly verlassen hatte ging es mit der Band musikalisch gesehen deutlich bergab. Nur noch sehr wenig kann auf „Metamorphosis“, dem vierten Album von Iron Butterfly noch überzeugen. Die meisten Titel laufen einfach durch und überraschen den Iron Butterfly Fan, da es sich dabei keineswegs mehr um Psychedelic Rock, sondern um Blues, Soul oder gewöhnlichen Rock handelt. Daran kann auch leider der Longtrack „Butterfly Bleu“ nichts ändern. Sechs Punkte.

Anspieltipps: Slower Than Guns



Freitag, 7. Dezember 2018

The Flower Kings – Desolation Rose




The Flower Kings – Desolation Rose


Besetzung:

Roine Stolt – electric & acoustic guitars, vocals, additional keyboards
Jonas Reingold – electric basses, vocals
Tomas Bodin – grand piano, hammond b3, minimoog, fender rhodes, electric keyboards
Hasse Fröberg –vocals & electric guitars
Felix Lehmann – drums & percussion


Label: InsideOut Music


Erscheinungsdatum: 2013


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

1. Tower One (13:37)
2. Sleeping Bones (4:16)
3. Desolation Road (4:00)
4. White Tuxedos (6:30)
5. The Resurrected Judas (8:24)
6. Silent Masses (6:17)
7. Last Carnivore (4:22)
8. Dark Fascist Skies (6:05)
9. Blood Of Eden (3:12)
10. Silent Graveyards (2:52)

Gesamtspieldauer: 59:40



„Desolation Rose” heißt das zwölfte Studioalbum der schwedischen Progressive Rockband The Flower Kings. Das Album wurde am 28. Oktober 2013 auf dem Plattenlabel InsideOut Music veröffentlicht. Eingespielt wurde die Scheibe in der gleichen Besetzung wie schon der Vorgänger „Banks Of Eden“, der ein Jahr zuvor erschien.

Ob nochmals ein Album der Flower Kings veröffentlicht wird, weiß wohl lediglich Roine Stolt selbst. Umstritten sind diese letzten Veröffentlichungen der Schweden allesamt – bei Fans wie Musikkritikern. Jedoch auch diese bisher letzte Veröffentlichung ist alles andere als schlecht geraten, allerdings stellt „Desolation Rose” langsam den vierten, fünften, sechsten oder siebten Aufguss der immer gleichen Musik dar. Etwas vertrackter Progressive Rock, der mal mehr, mal weniger ins Ohr geht. Die Lieder sind verschachtelt und abwechslungsreich, weisen dabei neben krachenden Soli auch wunderschöne sanfte Passagen auf. Lieder, die dabei von vorne bis hinten absolut überzeugen gibt es jedoch nicht, da sie immer aus mehreren Versatzstücken zusammengekittet sind, die eben mal mehr, mal weniger gefallen und überzeugen. Allzu oft bewegen sich die Schweden dabei auch im Bereich des Mainstream Rocks, von dem es auf dieser Welt einfach schon zu viel gibt.

Wäre diese Platte die erste Berührung mit den Flower Kings, würde das Album sicherlich noch mehr überzeugen. Doch irgendwie scheint man als Hörer der bereits ersten Veröffentlichungen und Begleiter der Band, fast alles von den Musikern um Roine Stolt schon mal gehört zu haben. Auf „Desolation Rose” gesellen sich zu diesen offensichtlichen Wiederholungen noch solch unsägliche Schmachtitel wie „Blood Of Eden“ oder „Silent Graveyards“ und man möchte am liebsten reflexartig zur Fernbedienung greifen. „White Tuxedos“ sowie „Silent Masses“ fischen auch ganz ordentlich im Mainstream und haben mit Progressive Rock nur noch am Rande zu tun. Doch hier gehen die Melodiebögen zumindest noch ins Ohr und können von daher überzeugen. Und der ganze Rest? Geschmackssache, allerdings jedoch leider nicht mehr sonderlich progressiv.

Fazit: Die Flower Kings haben sich mit „Desolation Rose” einmal mehr kopiert. Ganz bestimmt hört man keine schlechte Musik auf der Platte, doch wenn man die Vorgängeralben ebenfalls bereits besitzt, klingt die Musik der Schweden etwas ermüdend. Nichts Neues gibt es auf dem zwölften Album der Flower Kings zu hören, nur dass der Kurs in Richtung Mainstream weiter fortgesetzt wurde. Acht Punkte.

Anspieltipps: White Tuxedos, Silent Masses



Donnerstag, 6. Dezember 2018

Spock’s Beard – The Oblivion Particle




Spock’s Beard – The Oblivion Particle


Besetzung:

Ted Leonard – lead vocals, guitars
Alan Morse – electric guitar, acoustic guitar, pedal steel guitar, lap steel guitar, mandolin, autoharp, backing vocals
Ryo Okumoto – organ, mellotron, piano, synths, clavinet, vocoder
Dave Meros – bass, backing vocals, lead vocals on "Iron Man"
Jimmy Keegan – drums, percussion, timpani, backing vocals, lead vocals on "Bennett Built A Time Machine"


Gastmusiker:

David Ragsdale – violin on "Disappear"
Nick D‘Virgilio – drums on "Iron Man"


Label: InsideOut Music


Erscheinungsdatum: 2015


Stil: Retro Prog, Melodic Rock


Trackliste:

1. Tides Of Time (7:48)
2. Minion (6:56)
3. Hell‘s Not Enough (6:23)
4. Bennett Built A Time Machine (6:55)
5. Get Out While You Can (4:58)
6. A Better Way To Fly (9:01)
7. The Center Line (7:05)
8. To Be Free Again (10:29)
9. Disappear (6:36)

Special Edition Bonus Track:

10. Iron Man (6:14)

Gesamtspieldauer: 1:12:31



„The Oblivion Particle“ nannte die US-amerikanische Progressive Rock Band Spock’s Beard ihr zwölftes Studioalbum. Dieses erschien am 21. August 2015 auf dem Plattenlabel InsideOut Music. Zum letzten Mal hört man auf dem Album den Schlagzeuger Jimmy Keegan, der die Band im Oktober 2016 aus persönlichen Gründen verließ. Dafür ist Nick D‘Virgilio auf „The Oblivion Particle“ beim Bonus Track wieder am Schlagzeug zu hören, der Spock’s Beard nach „X“ verlassen hatte.

Seltsam ist allerdings etwas anderes an diesem Album. Auf „The Oblivion Particle“ stammen die Lieder „Minion“ und „Hell's Not Enough“ aus der Feder von Sänger Ted Leonard. Der Titel „The Center Line“ wurde von Alan Morse und Ryo Okumoto komponiert. „Tides Of Time“ stammt von Stan Ausmus, einem Musiker, der schon auf vorherigen Platten von Spocks Beard Lieder beigetragen hatten. Die restlichen fünf Titel stammen von John Boegehold, ebenfalls Gastmusiker und Co-Autor auf früheren Erscheinungen von Spock’s Beard. Somit wurde überraschenderweise nur wenig auf dieser Platte vom eigentlichen Stammpersonal der Band selbst komponiert.

Der Musik tut dies allerdings keinen Abbruch, auf „The Oblivion Particle“ hört man durchaus melodischen Progressive Rock, der auch mit einer Mixtur von Melodic Rock und Neo Prog beschrieben werden kann. Viele – nicht alle – der Lieder gehen bereits beim ersten Mal des Hörens ins Ohr, klingen melodisch und eingängig. Auch gibt es für Freundinnen und Freunde eher progressiver Töne einiges auf diesem Album zu entdecken. Neben den bereits erwähnten melodischen Passagen erklingen rockigere Abschnitte, die perfekt miteinander verbunden ein spannendes Gesamthörerlebnis ergeben. Und für Liebhaber der eher frickeligen Fraktion wird an der einen oder anderen Stelle auch immer wieder etwas geboten. Langeweile kommt damit sicherlich nie auf. Als Bonus-Lied der „Special Edition“-Ausgabe der Platte gibt es noch das Black Sabbath Cover „Iron Man“ am Ende des Albums zu hören. Warum dieses noch hinterhergeschoben wurde erschließt sich mir nicht ganz. Ted Leonard versucht ein wenig wie Ozzy Osbourne zu klingen und ansonsten passt dieses Lied stilistisch überhaupt nicht zum Rest der Scheibe.

Die Höhepunkte auf „The Oblivion Particle“ heißen „Bennett Built A Time Machine“, „A Better Way To Fly“ sowie „To Be Free Again“. Zugegebenermaßen enthalten gerade diese Nummern einiges an Melodic Rock, doch gerade damit können Spock’s Beard auf dem Album am allermeisten überzeugen. Zudem variieren die Musiker in diesen Stücken, die allesamt von John Boegehold komponiert wurden, Atmosphären und Stimmungen in wunderschöner Weise, sodass man in diese Musik bestens eintauchen und sich darin verlieren kann. Und gerade die Nummer „A Better Way To Fly“ besitzt dabei auch einige progressivere Ansätze.

Fazit: Eine durchaus gelungene Platte ist das zwölfte Studioalbum der US-amerikanischen Progressive Rock Band Spock’s Beard geworden. Zu viel Progressive Rock hört man darauf zwar nicht mehr, dafür jedoch gut gemachten und eingängigen Melodic Rock, der durchaus zu gefallen und überzeugen weiß. Die Mischung aus beiden Stilrichtungen bewirkt, dass dieses Album nie langweilig wird. Leider scheint den Musikern jedoch die kreative Ader abhanden gekommen zu sein, da die Lieder mehr von außerhalb der Band stehenden Musikern geschrieben wurde, denn von den Band-Mitgliedern selbst. Doch gut klingt es trotzdem. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Bennett Built A Time Machine, A Better Way To Fly, To Be Free Again



Mittwoch, 5. Dezember 2018

Peter Gabriel – Secret World Live




Peter Gabriel – Secret World Live


Besetzung:

Peter Gabriel – lead vocals, harmonica, keyboards, rainstick
Manu Katché – drums
Tony Levin – bass, chapman stick, vocals
David Rhodes – guitar, vocals
Jean-Claude Naimro – keyboards, vocals
Shankar – violins, vocals
Levon Minassian – doudouk
Paula Cole – main vocals on "Don‘t Give Up"


Gastmusiker:

Leo Nocentelli – guitar, vocals
Daniel Lanois – dobro, telecaster
Babacar Faye – djembe
Assane Thiam – talking drum, tama
Hossam Ramzy – surdo
Tim Green – tenor saxophone
Reggie Houston – baritone saxophone
Renard Poche – trombone
Wayne Jackson – trumpet, cornet
Ayub Ogada – backing vocals
Papa Wemba – backing vocals
Reddy Amissi – backing vocals
Stino Mubi – backing vocals


Label: Real World


Erscheinungsdatum: 1994


Stil: Rock, Pop


Trackliste:

CD1:

1. Come Talk To Me (6:13)
2. Steam (7:42)
3. Across The River (5:56)
4. Slow Marimbas (1:45)
5. Shaking The Tree (9:18)
6. Red Rain (6:14)
7. Blood Of Eden (6:57)
8. Kiss That Frog (5:56)
9. Washing Of The Water (4:06)
10. Solsbury Hill (4:45)

CD2:

1. Digging In The Dirt (7:36)
2. Sledgehammer (4:59)
3. Secret World (9:11)
4. Don‘t Give Up (7:36)
5. In Your Eyes (11:34)

Gesamtspieldauer: CD1 (58:59) und CD2 (40:58): 1:39:57



„Secret World Live“ heißt das zweite Live-Album und das zehnte Album des englischen Rockmusikers Peter Gabriel insgesamt. Es wurde am 16. und 17. November 1993 im Palasport Nuovo, Modena, Italien aufgenommen und am 13. September 1994 veröffentlicht. „Secret World Live“ enthält eine Live-Version des Liedes „Across The River“, welches bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht in voller Länge auf einem anderen Peter Gabriel Album erschienen war.

„Secret World Live“ erhielt von Kritikern eher schwächere Bewertungen, was aufgrund der Lied-Auswahl auch nicht weiter verwunderlich ist. „Steam“, „Shaking The Tree“, „Kiss That Frog“ und auch „Don‘t Give Up“ in dieser Version, gehören keineswegs zu den Höhepunkten im Schaffen des Peter Gabriel. „Across The River“ ist dagegen eine schöne und sphärische Nummer, im Grunde genommen allerdings sehr untypisch für Peter Gabriel – dabei jedoch durchaus hörenswert. Das kurze „Slow Marimbas“ im Anschluss daran schwankt ebenfalls zwischen Sphäre und schließlich Weltmusik, kann dabei allerdings noch überzeugen. Höhepunkt auf der ersten Platte beziehungsweise CD ist der Titel „Red Rain“, welcher auch in dieser Live-Version mitreißend und packend klingt. „Solsbury Hill“ verliert dagegen in dieser Ausführung gegenüber dem Original.

Auf der zweiten Platte sind solch Klassiker wie „Digging In The Dirt“, „Sledgehammer“ oder auch „In Your Eyes“ vertreten. Doch auch diese Nummern klingen nicht so kraftvoll wie in den Album-Versionen. Verglichen mit dem ersten Live-Album des Peter Gabriel, „Peter Gabriel Plays Live“, fehlt auf dieser Platte deutlich an Dynamik. Die Titel reißen auf „Secret World Live“ nicht so mit, wie auf dem Vorgänger-Live-Album. Nichtsdestotrotz wissen viele der Lieder zu begeistern und fallen nur im Vergleich zu den Originalen etwa ab. Vielleicht wirken diese Titel live eingespielt auch einfach nicht so überzeugend und benötigen die ganzen Möglichkeiten eines Studios, um voll zu klingen. Und diese auf „Secret World Live“ immer wieder vorhandene Verknüpfung mit der Genre der Weltmusik reißt zudem ebenfalls nicht jeden Fan des Peter Gabriel von den Sitzen.

Fazit: „Secret World Live“ ist ein Live-Album von Peter Gabriel, welches einen etwas ratlos zurücklässt. Wunderschöne Titel gibt es auf der Platte zu hören, aber auch Lieder, die einfach nicht zu den Höhepunkten im Schaffen des englischen Musikers gehören. Dazu wirken einige Nummern in diesen Versionen nicht so überzeugend, wie in den Original-Einspielungen. Trotzdem handelt es sich bei der Musik von Peter Gabriel zu allermeist um mitreißende Lieder, so auch auf dieser Platte, die die Fans durchaus überzeugen werden. Ganz ohne Fan-Brille findet man jedoch Abstriche. Neun Punkte.

Anspieltipps: Across The River, Red Rain, Digging In The Dirt



Dienstag, 4. Dezember 2018

The Police – Ghost In The Machine




The Police – Ghost In The Machine


Besetzung:

Sting – bass guitar, lead and backing vocals, double bass, keyboards, saxophone
Andy Summers – guitar, backing vocals, synthesizer, keyboards
Stewart Copeland – drums, backing vocals (5, 11), percussion, keyboards


Gastmusiker:

Jean Alain Roussel – keyboards (2)


Label: A&M Records


Erscheinungsdatum: 1981


Stil: New Wave, Reggae Rock


Trackliste:

1. Spirits In The Material World (2:59)
2. Every Little Thing She Does Is Magic (4:20)
3. Invisible Sun (3:44)
4. Hungry For You (J'Aurais Toujours Faim De Toi) (2:52)
5. Demolition Man (5:57)
6. Too Much Information (3:42)
7. Rehumanize Yourself (3:10)
8. One World (Not Three)(4:46)
9. Ωmegaman (2:47)
10. Secret Journey (3:33)
11. Darkness (3:13)

Gesamtspieldauer: 41:09



„Ghost In The Machine“ nannte die englische Rockband The Police ihr viertes Studioalbum, welches am 2. Oktober 1981 auf dem Plattenlabel A&M Records veröffentlicht wurde. Das Album erreichte Platz 1 in der UK Album Charts und Platz 2 in den U.S. Billboard 200. In Deutschland kletterte es bis auf Platz 4 der Charts. Die Band veröffentlichte drei Singles aus dem Album: „Every Little Thing She Does Is Magic“, „Invisible Sun“ sowie „Spirits In The Material World“. „Ghost In The Machine“ belegt Platz 323 in der Rolling Stone 500 Greatest Albums Of All Time-Rangliste. Die Lieder auf dem Album stammen einmal mehr hauptsächlich von Sting. „Omegaman“ steuerte Andy Summers bei, „Darkness“ schrieb Stewart Copeland. Das Lied „Rehumanize Yourself“ ist schließlich eine Ko-Produktion aller drei Musiker.

Auch auf „Ghost In The Machine“ gestaltet es sich derart, dass sich auf dem Album einige bekannte und überzeugende Titel befinden und ebenfalls solche, die zum einen langweilig bis hin zu recht gewöhnungsbedürftig klingen. Dieses Mal befinden sich die besseren Lieder zu Beginn und am Ende der Platte, wohingegen man die mittleren Nummern deutlich schwerer ertragen kann. Dort klingt es dann gekünstelt, langatmig, jazzig angehaucht, ohne sich dabei jedoch auch nur ein kleines bisschen innovativ anzuhören. Da geht nichts mehr ins Ohr, wirkt und klingt langatmig und einfach belanglos und längst überholt.

Die Höhepunkte befinden sich – wie bereits erwähnt – eher an den Rändern der Platte, sind jedoch rar gesät. „Spirits In The Material World“ und „Every Little Thing She Does Is Magic“ sind die beiden bekanntesten Lieder der Platte. Gut gemachter, typisch nach The Police klingender Pop-Rock. Beide Lieder hören sich durchaus melodiös und eingängig an. „Invisible Sun“ sowie die letzten beiden Nummern auf „Ghost In The Machine“ klingen ebenfalls noch ganz in Ordnung, der ganze Rest ist Musik, die man nicht braucht.

Fazit: The Police sind Kult. Kult sind sie deshalb, weil die Band um den Hauptkomponisten Sting durchaus einige Ohrwürmer produzierte. Ansatzweise hört man diese auch auf „Ghost In The Machine“ – neben jeder Menge sehr langweiliger Musik. Spaß macht das Hören somit nur in Ausnahmefällen. Von daher ist diese Platte maximal noch Durchschnitt und dies ist bereits wohlwollend betrachtet. Mit ihrem letzten Album sollten die drei Musiker aus England dann aber glücklicherweise noch mal positiv überraschen. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Spirits In The Material World, Every Little Thing She Does Is Magic, Invisible Sun



Montag, 3. Dezember 2018

Gregory Alan Isakov – Evening Machines




Gregory Alan Isakov – Evening Machines


Besetzung:

Gregory Alan Isakov – vocals, electric guitar, acoustic guitar, banjo, piano, organ, mellotron, juno, moog, rhodes, wurlitzer, orcoa, drums, ukulele, bass, god noises


Gastmusiker:

Bonnie May Pine – saw, background vocals
Julie Davis – background vocals
Steve Varney – electric guitar, banjo, electronic drums, background vocals
Jeb Bows – violin, viola, background vocals
Philip Parker – cello, background vocals
John Paul Grigsby – upright bass, electric bass, background vocals
Max Barcelow – drums, percussion, background vocals
Rachel Sliker – violin, viola, background vocals
Andrew Berlin – god noises, drums, percussion, rhodes, background vocals
background vocals – background vocals
Ashlei Priest – background vocals on "Powder"
Jamie Mefford – god noises, moog, rhodes, electric guitar, juno, drums 
Jesse Bates – pedal steel
Nick Forster – pedal steel, lap steel
Ilan Isakov – rhodes, wurlitzer
Lauren Jacobson – casio, choral member on "Too Far Away"


Label: Suitcase Town Music


Erscheinungsdatum: 2018


Stil: Folk, Pop


Trackliste:

1. Berth (4:53)
2. San Luis (4:32)
3. Southern Star (2:19)
4. Powder (3:12)
5. Bullet Holes (3:29)
6. Was I Just Another One (2:57)
7. Caves (4:49)
8. Chemicals (3:19)
9. Dark, Dark, Dark (2:59)
10. Too Far Away (3:24)
11. Where You Gonna Go (4:01)
12. Wings In All Black (3:43)

Gesamtspieldauer: 43:42



Gregory Alan Isakov ist ein Musiker, der am 19. Oktober 1979 in Johannesburg, Südafrika, geboren wurde. Aufgrund der Apartheitspolitik in seinem Geburtsland wanderte seine Familie 1986 in die Vereinigten Staaten aus und somit wuchs er ab dieser Zeit in Philadelphia, Pennsylvania, auf. Sein erstes Album mit dem Titel „Rust Colored Stones“ veröffentlichte er im Jahr 2003 noch selbst. Inzwischen sind unter seinem Namen bereits sieben Studioalben erschienen. Das letzte dieser Reihe heißt „Evening Machines“ und wurde am 4. Oktober 2018 auf dem Plattenlabel Suitcase Town Music veröffentlicht.

Auf „Evening Machines“ hört man Folk, der durchaus abwechslungsreich instrumentiert ist, also nicht nur auf den Gesang und die Gitarre reduziert wird. Selbstverständlich hört man, wie fast immer bei US-amerikanischen Künstlern in diesem musikalischen Genre, auch mal eine Lap Steel Gitarre, die das Western Feeling so ein klein wenig ankurbelt. Doch ist die Musik von Gregory Alan Isakov weit davon entfernt im Country- und Western-Bereich zu fischen, das Genre ist eindeutig jenes des Folks. Und so hört man auf dieser Scheibe insgesamt zwölf Titel, alle in eher gemäßigtem Tempo gehalten, die nachdenklich bis melancholisch klingen. Musik, die bestens zu der eher dunklen Jahreszeit passt.

Alles auf „Evening Machines“ klingt eingängig und nett, ohne jedoch allzu sehr über diesen Status „nett“ hinauszukommen. Sicherlich findet man kein schlechtes Lied auf diesem Album, etwas Herausragendes allerdings auch nicht. So oder so ähnlich hat man modernen Folk bereits schon öfters gehört. Alles klingt irgendwie gut auf dieser Platte, die dann aber doch nur einfach so durchläuft. War da denn was? Auf jeden Fall kann man diese Platte gut in einem Zug durchhören, der Stil wird wenig bis gar nicht variiert. Immer ist es sanfter Folk, der maximal an der einen oder anderen Stelle bis in das Mid-Tempo hineinreicht. Bereits beim ersten Mal des Hörens waren mir zwei Nummern aufgefallen, die auch noch nach mehreren Durchläufen meine Favoriten geblieben sind. Es sind die Lieder „Caves“ und „Where You Gonna Go“. Ersteres beginnt zumindest etwas flotter, zweitgenanntes Lied ist eines der ruhigsten des ganzen Albums. Doch beide Nummern gehen eben schnell ins Ohr und besitzen einen gewissen Wiederkennungswert.

Fazit: Natürlich ist das „Jammern“ auf hohem Niveau und „Evening Machines“ ist weiß Gott kein schlechtes Album geworden. Doch ist es leider auch keines, welches allzu große Spuren hinterlassen wird. Allerdings, wenn man sich nach einem anstrengenden Tag ausruhen möchte, sich auf das Sofa drapiert, die Kopfhörer aufsetzt und „Evening Machines“ von Gregory Alan Isakov hört, dann wird man auch Entspannung finden. Manch eine oder einer wird dabei auch einschlafen, aber zumindest entspannt. Neun Punkte.

Anspieltipps: Caves, Where You Gonna Go