Mittwoch, 11. November 2015

Rome – Nera




Rome – Nera


Besetzung:

Ohne Angaben, jedoch mit Jerome Reuter


Label: Cold Meat Industry


Erscheinungsdatum: 2006


Stil: Experimental Folk, Neofolk


Trackliste:

1. Der Zeitsturm (1:46)
2. A Burden Of Flowers (3:04)
3. Reversion (4:41)
4. A La Faveur De La Nuit (4:58)
5. Das Unbedingte (4:17)
6. Rape Blossoms (1:50)
7. Beasts Of Prey (3:54)
8. The Blade Unmasked (2:48)
9. Hope Dies Painless (6:08)
10. Nera (2:04)
11. Birds Of Prey (4:35)
12. Les Hirondelles (4:27)

Gesamtspieldauer: 44:36




„Nera” heißt die erste Platte der luxemburgischen Band um den Sänger, Songschreiber und Gitarristen Jerome Reuter. Das Album wurde im Jahr 2006 auf dem schwedischen Independent Label „Cold Meat Industry“ veröffentlicht und ist gekennzeichnet durch eine überaus marode Stimmung, welche über das ganze Album hinweg, von der ersten bis zur letzten Nummer transportiert wird.

Nein, lustig oder fröhlich klingt nichts auf diesem Erstlingswerk von Rome. Eher genau das Gegenteil ist der Fall, alles wirkt trüb, traurig, grau, düster, enttäuscht, trist und auch verzweifelt. Stimmung kann hier nur im negativen Sinn aufkommen, wenn man sich ganz seiner Traurigkeit, seiner Verzweiflung widmet oder gedenkt sich dieser ganz hingeben zu müssen. Selbst das Wort „Melancholie“ ist hier nicht mehr angebracht. Melancholisch klingt es nicht auf „Nera“, sehr viel eher hört es sich nach Untergang, nach Vergängnis oder auch nach Tod an.

Die einzelnen Lieder tragen englische, deutsche oder französische Namen, gesungen wird allerdings nur in englischer Sprache. Jedoch gibt es jede Menge „Hintergrundgeräusche“, die dann, wenn es sich um gesprochenes Wort handelt, auch in anderen Sprachen dargebracht werden. Die Atmosphäre auf „Nera“ ist also eindeutig dunkel und darin sehr konsequent, die Texte variieren sprachlich zumindest an mancher Stelle. Musikalisch herrschen fast ausschließlich sanfte und ruhige Töne und Melodien vor. Allerdings packen einen diese Melodien noch nicht ganz so, wie auf späteren Alben des Jerome Reuter und seiner Band Rome. Zwar gehen die einzelnen Nummern auch hier – zumindest zum Teil, wie beim wirklich überzeugenden „Beasts Of Prey“ – schnell ins Ohr, begeistern jedoch mitunter noch nicht ganz so, wie dies später der Fall sein wird. Zudem bleiben die Lieder auch noch nicht so sehr hängen. Es ist auf „Nera“ ganz klar die Stimmung, die im Vordergrund steht, noch nicht in dem Maße die Harmonie in der Musik.

Fazit: Ein irgendwie schwarzes und schweres Album ist das Debut-Werk von Rome geworden. Durchaus melodisch, jedoch auch nicht zu eingängig. Diese düstere Atmosphäre will und muss „erarbeitet“ werden. Ich könnte mir vorstellen, dass solche Musik für Menschen, die an einer Depression leiden, gefährlich werden könnte. Ich kenne kaum düstere und verzweifelter klingende Alben. „Nera“ ist spannend, zweifelsohne, jedoch garantiert nichts für Menschen, die auf „Radiomusik“ und Dauerschleifen stehen. Neun Punkte.

Anspieltipps: Reversion, Das Unbedingte, Beasts Of Prey, Hope Dies Painless



Dienstag, 10. November 2015

Oysterband – Granite Years (Best Of 1986 To 1997)




Oysterband – Granite Years (Best Of 1986 To 1997)


Besetzung:

John Jones – lead vocal, melodeon, accordion, piano
Alan Prosser – guitars, mandolin, banjo, violin, vocal
Chopper – bass, cello, vocal
Lee – drums, vocal
Ian Telfer – violin, concertina


Gastmusiker:

Keine Angaben


Label: Cooking Vinyl


Erscheinungsdatum: 2000


Stil: Britischer Folk Rock


Trackliste:

CD1:

1. When I'm Up I Can't Get Down (3:29)
2. Road To Santiago (3:30)
3. Nantive Son (4:40)
4. By Northern Light (3:48)
5. We Could Leave Right Now (5:35)
6. Rambling Irishman (5:04)
7. Be My Luck (2:45)
8. Shouting End Of Life (3:26)
9. We'll Be There (3:21)
10. Mississippi Summer (3:18)
11. Deserter (5:11)
12. Love Vigilantes (4:06)
13. We Shall Come Home (4:18)
14. Hal An Tow (4:26)
15. Molly Bond (4:31)


CD2:

1. Granite Years (4:19)
2. Everywhere I Go (3:49)
3. One Green Hill (3:14)
4. Another Quiet Night In England (3:22)
5. Put Out The Lights (3:34)
6. Voices (4:44)
7. Here's To You (3:15)
8. Blood Wedding (4:04)
9. Milford Haven (3:43)
10. Jam Tomorrow (4:08)
11. Sailor's Bonnet (2:20)
12. 20th Of April (3:38)
13. All That Way For This (4:21)
14. Oxford Girl (4:08)
15. Coal Not Die / The Bells Of Rhymney (7:12)

Gesamtspieldauer CD1 (1:01:36) und CD2 (59:58): 2:01:34




Wer Spaß an typisch britischem Folk hat, so mit Fiddeln und Akkordeon und allem Drum und Dran, manchmal auch irisch klingend, die oder der dürfte an diesem Kompilationsalbum der englischen Formation Oysterband sehr viel Spaß haben. Die Band aus Canterbury, die unter den Namen Fiddler's Dram, Oyster Ceilidh Band, Oyster Band und eben Oysterband seit 1978 bereits 23 Studioalben veröffentlichte, ist hier, auf „Granite Years“, mit Liedern aus den Jahren 1986 bis 1997 vertreten.

Manchmal klingt die Musik der Oysterband sehr, sehr britisch. Dann allerdings glaubt man eher wieder irgendwelche Westernhelden à la John Wayne im Wilden Westen mit einer eng geschnürten Schönheit das Tanzbein schwingen zu sehen. Im Grunde genommen jedoch ganz egal. Immer klingt es nach englischsprachiger Folklore und den einzelnen Liedern kann eine gewisse Eingängigkeit keinesfalls abgesprochen werden. Das klingt durchaus alles sehr melodiös und oftmals auch mitreißend, sodass Menschen, die solche Musik mögen und dazu noch gerne tanzen, hiermit wohl ihren Himmel auf Erden finden dürften. Keine Westernparty also ohne die Oysterband.

Der Schwerpunkt liegt ganz klar auf den etwas schnelleren Titeln, obwohl jedoch auch ruhigere Nummern mit auf diesem Kompilationsalbum vertreten sind. Bei letzteren fühlt man dann schon manchmal diese britische Melancholie, die vielleicht durch das Wetter begründet zu sein scheint – oder doch eher durch diese Leere im Norden der Insel? Ganz egal, durchaus gelungen ist das auf jeden Fall. Wenn es allerdings zu lustig, zu fröhlich wird, dann schrammt das Ganze manches Mal etwas knapp am aufgesetzten Kitsch vorbei, an überbunter Folklore, die Eingeborene darbieten, wenn die Touristenmassen mal wieder einfallen.

Fazit: Das klingt wahrlich nicht schlecht, was die Oysterband hier in diesem zwölfjährigen Zeitraum von 1986 bis 1997 auf Platte presste. Was wirklich dabei überzeugt, das ist, neben all dieser Melodiösität und Eingängigkeit, die Spannbreite, die die Musiker hier ihren Hörern bieten – auch wenn nicht immer alles gleich gut gefallen kann. Manchmal klingt es ein wenig zu sehr aufgesetzt, irgendwie gar nicht mehr authentisch. Dann wird es schwierig. Aber bei dreißig Titeln ist auch genug dabei, was gefällt. Lieder, die mal nachdenklich klingen, mal mitreißend, mal sanft, mal rockig – und eben auch überzeugend. Zehn Punkte.

Anspieltipps: We Could Leave Right Now, 20th Of April, Coal Not Die / The Bells Of Rhymney



Montag, 9. November 2015

Counting Crows – Hard Candy




Counting Crows – Hard Candy


Besetzung:

Dave Bryson – acoustic guitar, electric guitar
Adam Duritz – piano, vocals, horn arrangements, string arrangements, string samples
Charlie Gillingham – synthesizer, piano, oboe, hammond organ, mellotron, omnichord, fender rhodes, horn arrangements, string arrangements, wurlitzer, tack piano, vocals
David Immerglück – acoustic guitar, bass, mandolin, electric guitar, vocals, slide guitar, electric sitar
Matt Malley – bass, vocals, upright bass
Ben Mize – drums, percussion, vocals, drum loops
Dan Vickrey – acoustic guitar, banjo, electric guitar, vocals


Gastmusiker:

Ryan Adams – backing vocalist on "Butterfly In Reverse"
Vanessa Carlton - backing vocalist on "Big Yellow Taxi"
Sheryl Crow – backing vocalist on "American Girls"
Dave Gibbs – backing vocalist
Leona Naess – backing vocalist
Matthew Sweet – backing vocalist
Carole Castillo – viola
Jacqueline Brand – violin
Mario de Leon – violin
Brian Dembow – viola
Stephen Erdody – cello
Ron Fair – string arrangements
Richard Feves – bass
Alan Grunfeld – violin
Jerry Hey – flugelhorn, horn arrangements, string arrangements
Paula Hochhalter – cello
Ethan Johns – conga
Karen Jones – violin
Natalie Leggett – violin
Alan Mautner – violin
Ed Meares – bass
Ralph Morrison – violin
Robin Olson – violin
Sara Parkins – violin
Katia Popov – violin
John Scanlon – viola
Tina Soule – cello
Cecilia Tsan – cello
Josephina Vergara – violin


Label: Geffen Records


Erscheinungsdatum: 2002


Stil: Alternative Rock


Trackliste:

1. Hard Candy (4:20)
2. American Girls (4:32)
3. Good Time (4:24)
4. If I Could Give All My Love -or- Richard Manuel Is Dead (3:52)
5. Goodnight L.A. (4:17)
6. Butterfly In Reverse (2:48)
7. Miami (5:01)
8. New Frontier (3:51)
9. Carriage (4:04)
10. Black And Blue (3:53)
11. Why Should You Come When I Call? (4:38)
12. Up All Night (5:07)
13. Holiday In Spain (3:50)
14. White Stallions (4:21)
15. Big Yellow Taxi (3:46)

Gesamtspieldauer: 1:02:50




„Hard Candy“ heißt das vierte Studioalbum der Counting Crows aus Berkeley, Kalifornien und es wurde im Jahr 2002 auf dem Label Geffen Records veröffentlicht. Auf dieser Platte hört man wieder sehr eingängigen Alternative Rock, der erneut durch die ausdrucksstarke Stimme des Adam Duritz geprägt ist. Genau dieser Gesang ist auch irgendwie das Markenzeichen der US-Amerikaner, ein Siegel, welches diese Band bereits nach wenigen Takten unverwechselbar zu den Counting Crows werden lässt.

So hört man also wieder sehr sanften, eingängigen und melodiösen Alternative Rock auf „Hard Candy“ und fragt sich, warum die Band diesen Titel für ihr Album gewählt hat. Dem Wort „Candy“ also „Süßigkeit“, kann man dabei schon durchaus noch zustimmen, denn irgendwie „süß“ ist diese Musik schon geartet. Etwas mit Zucker überzogen, so klingen die Lieder hier wahrlich. Allerdings ist hier nichts „hart“. Die Musik der Counting Crows ist absolut weich, sodass sich „Soft Candy“ als Titel deutlich besser gemacht hätte und sehr viel deutlicher gezeigt hätte, was auf die geneigte Hörerin, auf den geneigten Hörer zukommen wird.

Die Scheibe läuft über eine Stunde, die einmal eingeschlagene Richtung wird konsequent weiterverfolgt, sodass man auf diesen Album 62 Minuten lang irgendwie berieselt wird – ohne große Ausschläge nach oben oder nach unten. Zugegeben klingt das alles sehr melodiös und auch eingängig und diese Platte ist alles andere als eine schlechte Scheibe, nur leider ist sie auch ein klein wenig langweilig geraten. Denn auch wenn das alles auf „Hard Candy“ „ganz nett“ klingt, irgendwie herausstechend ist da nichts, auf dieser Scheibe. Höchstens vielleicht mal nach unten – zugegebenermaßen allerdings auch nur bei einem Titel. Diese Nummer heißt „Butterfly In Reverse“, ist so etwas zugekleistert mit Streichern, das es anfängt klebrig zu werden. Der Titel würde dabei klasse in eines dieser grausamen Musicals passen. Schlimm. Das gegenteilige Beispiel ist für mich das Lied „Miami“. Hier gibt es auch wieder Streicher, dieses Mal wurden sogar noch einige Bläser hinzugefügt, jedoch klingt die Nummer nach Rock Musik, was nicht nur an dem hier mal vorhandenen Gitarren-Solo liegt. Sehr gelungen.

Fazit: Nein, „Hard Candy“ ist kein schlechtes Album geworden – leider jedoch auch kein gutes. Dazu ist diese Platte einfach zu einseitig „süß“ geworden. Die einzelnen Lieder auf „Hard Candy“ gehen dabei durchaus ins Ohr, sehr schnell sogar, verbleiben dort jedoch nicht, es scheint irgendwie gar keinen Sinn zu geben, sich länger damit zu befassen. Trotzdem legt man diese Scheibe sicherlich gerne auf, denn sie klingt ja – nur leider viel zu selten wie bei „Miami“. Acht Punkte.

Anspieltipps: Miami, Carriage



Sonntag, 8. November 2015

The Byrds – The Best Of




The Byrds – The Best Of


Besetzung:

Keine Angaben


Label: Universe Records


Erscheinungsdatum: 1992


Stil: Pop


Trackliste:

1. Mr. Tambourine Man (2:17)
2. All I Really Want To Do (2:02)
3. Turn! Turn! Turn! (3:33)
4. Eight Miles High (3:35)
5. Mr. Spaceman (2:09)
6. I'll Feel A Whole Lot Better (2:33)
7. Fifth Dimension (2:32)
8. Chimes Of Freedom (3:51)
9. So You Want To Be A Rock 'N Roll Star (2:04)
10. My Back Pages (3:07)
11. The Bells Of Rhymney (3:30)
12. Set You Free This Time (2:44)
13. Lay Down Your Weary Tune (3:33)
14. He Was A Friend Of Mine (2:29)
15. The Times They Are A - Changing (2:20)
16. It Won't Be Wrong (1:59)

Gesamtspieldauer: 44:25




Dieses Kompilationsalbum der Byrds beinhaltet Titel der ersten vier Platten der Band. Dabei sind die Alben „Mr. Tambourine Man“ (1965) fünf Mal, „Turn! Turn! Turn!“ (1965) sechs Mal, „Fifth Dimension“ (1966) drei Mal sowie die Scheibe „Younger Than Yesterday“ (1967) zwei Mal vertreten. Das bedeutet also nichts anderes, als dass dieses „The Best Of…-Album“ der Byrds nur die Pop-Alben der Band enthält, von Country-Einflüssen, die auf den späteren Platten dieser Band vermehrt oder ganz Einzug hielten, ist hier glücklicherweise noch nichts zu vernehmen.

Nun, die Musik der Byrds klingt in der Zwischenzeit nach Oldies, was an sich noch nichts Schlechtes bedeuten muss. Denn in diesen „Oldies“ verstecken sich echte Klassiker, Lieder, die wohl jede oder jeder kennt, wenn sie oder er zumindest ab und an mal Musik hört. Diese Stücke stammen dabei oftmals aus der Feder von Bob Dylan, und auch Pete Seeger unter anderem ist hier mit Liedern vertreten. Allerdings gibt es auch wirklich sehr gelungene Eigenkompositionen, wie zum Beispiel „Mr. Spaceman“ oder das beeindruckende „Eight Miles High“, was Jahre später durch die niederländische Band Golden Earring noch veredelt werden sollte. Die Musik ist sanft, immer absolut unaufgeregt und gerade die Titel zu Beginn dieser Zusammenstellung, gehen sofort beim ersten Hören ins Ohr und verbleiben auch dort – viele, viele Jahre, wenn nicht sogar Jahrzehnte. Jede Menge Ohrwürmer also, die einen zwar nicht vor Dankbarkeit auf die Knie nie sinken lassen, allerdings gut gemacht sind und einen in die 60er Jahre des letzten Jahrhunderts eintauchen lassen.

Fazit: Wenn sich jemand für die Byrds interessiert, wie sie zu Beginn ihrer Karriere klangen, dann ist diese Zusammenstellung bestens dafür geeignet. Kein unsäglicher Country, sondern 60ies Pop in Reinkultur gibt es hier zu hören. Alles absolut entspannt, melodiös und eingängig. Der Musik hört man sehr stark an, in welcher Zeit sie entstand, diese musikalische Patina wird beim Hören jederzeit offenkundig. Macht jedoch nichts, denn hiermit wird ebenfalls die Atmosphäre der 60er bestens transportiert und auch dies kann sich lohnen. Nett, acht Punkte.

Anspieltipps: Eight Miles High, Mr. Spaceman



Samstag, 7. November 2015

Within Temptation – The Heart Of Everything




Within Temptation – The Heart Of Everything


Besetzung:

Sharon den Adel – vocals
Robert Westerholt – electric guitars
Ruud Jolie – electric guitars, acoustic guitars, mandolin, backing vocals
Martijn Spierenburg – keyboards, orchestral arrangements
Jeroen van Veen – bass guitar
Stephen van Haestregt – drums


Gastmusiker:

Keith Caputo – vocals on "What Have You Done"
Jonas Pap – cello on "The Cross", "All I Need" and "Forgiven"
Tom Salisbury – piano on "Frozen", "All I Need" and "Forgiven", choir and orchestral arrangements
Siard de Jong – fiddle on "Hand Of Sorrow" and "Forgiven"
The City of Prague Philharmonic Orchestra conducted by Richard Hein


Label: Sony Music


Erscheinungsdatum: 2007


Stil: Symphonic Metal


Trackliste:

1. The Howling (5:33)
2. What Have You Done (5:13)
3. Frozen (4:28)
4. Our Solemn Hour (4:17)
5. The Heart Of Everything (5:35)
6. Hand Of Sorrow (5:36)
7. The Cross (4:51)
8. Final Destination (4:43)
9. All I Need (4:51)
10. The Truth Beneath The Rose (7:05)
11. Forgiven (4:54)

Gesamtspieldauer: 57:11




„The Heart Of Everything“ heißt das vierte Album der niederländischen Band „Within Temptation“, die im Symphonic Metal zu Hause ist. Und symphonisch klingt es allemal auf „The Heart Of Everything“, welches im Jahr 2007 bei Sony Music veröffentlicht wurde. Sehr kraftvollen, oftmals bombastischen Rock bekommt man hier zu hören. Soundmäßig gibt es die volle Breitseite, das klingt alles sehr beeindruckend und lässt mit der richtigen Anlage gehört, durchaus die Wände etwas wackeln.

Im Grunde genommen gehen die einzelnen Titel bereits bei ersten Mal ins Ohr. Man benötigt also keinerlei Anlaufzeit für diese Platte, die knapp eine Stunde ordentlich durchrockt. Auch die Stimme der „Sharon den Adel“ wird erneut bestens in Szene gesetzt, überzeugt in den sehr hohen, wie den tieferen Abschnitten. Dazu dieser treibende und volle Power-Metal und fertig ist die durchaus massenkompatible Scheibe. Auf „The Heart Of Everything“ klingt alles rund und geschliffen.

Und gleichzeitig stellt dies auch das Manko dieses Albums dar. Es klingt gut, wahrlich. Jedoch klingt es manchmal auch irgendwie sehr einseitig. Das liegt eben an diesem Schliff, der alle Ecken und Kanten beseitigte, die so manches Lied zu etwas Besonderem werden lassen. Ach was, die ein ganzes Album bereichern können. Auf „The Heart Of Everything“ klingt es leider ein wenig so, als ob diese Platte gemacht wurde, um möglichst viele Menschen anzusprechen. Das macht sie sicherlich auch, jedoch zeigt sich einmal mehr, dass diese Vorgehensweise verhindert, dass viele Menschen auf dieser Scheibe ihre Lieblingslieder der Band wiederfinden. Diese befinden sich dann nämlich eher auf den Alben, die musikalisch deutlich abwechslungsreicher geraten sind und eben nicht nur ein Programm abzuspielen scheinen.

Fazit: „The Heart Of Everything“ klingt überzeugend und macht auch Spaß. Das beste Album von Within Temptation ist es jedoch sicherlich nicht, da es einfach oftmals ein wenig zu angepasst wirkt und klingt. Trotzdem, die Nummern gehen ins Ohr und haben durchaus das Potential, einem den Tag zu versüßen. Der Sound ist klasse, Sharon den Adel singt wieder sehr überzeugend. Zudem gibt es auf „The Heart Of Everything“ kein Lied, welches so gar nicht zu überzeugen weiß. Allen, die mit dieser musikalischen Richtung, mit symphonisch, bombastischen Metal etwas anzufangen wissen, wird diese Scheibe sicherlich gefallen. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Hand Of Sorrow, The Cross



Freitag, 6. November 2015

Creedence Clearwater Revival – The Very Best Of…




Creedence Clearwater Revival – The Very Best Of…


Besetzung:

John Fogerty – lead guitar, lead vocals
Tom Fogerty – rhythm guitar, vocals
Stu Cook – bass guitar, vocals
Doug Clifford – drums, vocals


Label: ZYX Music


Erscheinungsdatum: 1986


Stil: Rock, Pop, Country


Trackliste:

CD1:

1. Suzy Q (4:40)
2. I Put A Spell On You (4:35)
3. Proud Mary (3:11)
4. Bad Moon Rising (2:25)
5. Lodi (3:13)
6. Green River (2:35)
7. Commotion (2:46)
8. Down On The Corner (2:45)
9. Fortunate Son (2:21)
10. Travelin' Band (2:11)
11. Who'll Stop The Rain (2:32)
12. Up Around The Band (2:46)
13. Run Through The Jungle (3:11)
14. Lookin' Out My Back Door (2:36)
15. Long As I Can See The Light (3:37)
16. I Heard It Through The Grapevine (3:55)
17. Have You Ever Seen The Rain? (2:42)
18. Hey Tonight (2:47)
19. Sweet Hitch-Hiker (3:02)
20. Somebody Never Comes (4:01)


CD2:

1. Walk On The Water (4:41)
2. Suzy Q [Part 2] (4:04)
3. Born On The Bayou (5:16)
4. Good Golly Miss Molly (2:43)
5. Tombstone Shadow (3:39)
6. Wrote A Song For Everyone (4:59)
7. Night Time Is The Right Time (3:10)
8. Cotton Fields (2:58)
9. It Came Out Of The Sky (2:56)
10. Don't Look Now [It Ain't You Or Me] (2:11)
11. The Midnight Special (4:13)
12. Before You Acuse Me (3:27)
13. My Baby Left Me (2:20)
14. Pagan Baby (6:25)
15. [Wish I Could] Hide Away (3:50)
16. It's Just A Thought (3:58)
17. Molina (2:08)
18. Born To Move (5:42)
19. Lookin' For A Reason (3:29)
20. Hello Mary Lou (2:12)

Gesamtspieldauer CD1 (1:02:00) und CD2 (1:14:31): 2:16:31




Ich habe mir mal den Spaß gemacht, alle „Best Of… Alben“ von Creedence Clearwater Revival zu zählen. Ich kam auf 39 und habe dabei sicherlich noch einige übersehen. Das vorliegende Album ist dabei eines der wenigen, bei denen die „größten“ Hits beziehungsweise „besten“ Lieder der Band auf zwei CD’s gepresst wurden. Insgesamt vierzig Titel gibt es darauf zu hören, also eine ganz schön geballte Ladung Creedence Clearwater Revival. Die Band hat in den Jahren 1968 bis 1972 insgesamt sieben Alben veröffentlicht. Eine 1968, gleich drei im Jahr 1969 und 1970 wurden nochmals zwei Platten nachgeschoben. 1972 erfolgte dann schließlich die letzte Veröffentlichung und die Formation löste sich danach auf.

Für die Musik von Creedence Clearwater Revival zeichnet sich John Fogerty aus, der in dieser Zeit anscheinend den Gipfel seiner Kreativität erreicht hatte, die anschließende Solo-Karriere brachte ihm nämlich bei Weitem nicht mehr diesen Erfolg ein. Nun, ich kenne jede Menge Musik, die Ende der 60er und Anfang der 70er Jahre des letzten Jahrhunderts entstanden ist und die auch heute noch, viele Jahrzehnte später, aktuell und interessant klingt. Und jetzt höre ich hier „das Beste“ von Creedence Clearwater Revival und muss mich manchmal wahrlich fragen: „Wenn das das Beste ist, wie klingt dann das Schlechteste?“

Einige Titel der Band sind natürlich sehr bekannt. „Suzy Q”, „I Put A Spell On You”, „Proud Mary”, „Bad Moon Rising”, „I Heard It Through The Grapevine”, „Have You Ever Seen The Rain?”, „Hey Tonight“ sowie „Hello Mary Lou” wären da zu nennen. „I Put A Spell On You” und vor allem „I Heard It Through The Grapevine” – welches John Fogerty allerdings nicht selbst schrieb – sind davon auch wirklich sehr gelungen. Der Rest dieser Scheibe ist allerdings schon nicht mehr der Rede wert. Musik, die die Zeit überholt hat. Creedence Clearwater Revival klingen häufig genau so, wie man sich Oldies vorstellt. Dabei ist der Sound gar nicht mal schlecht, allerdings ist diese Musik eben viele Jahrzehnte vor heute entstanden – und das hört man sehr heftig.

Das wäre allerdings gar nicht mal so schlimm. Jedoch wenn Creedence Clearwater Revival, wie auf der zweiten CD, häufig eine Mischung aus Rock’n’Roll und Country zum Besten gibt, dann zerrt das schon sehr an den Nerven. Dazu diese Patina der Musik und es wird richtig schlimm.

Fazit: Ein paar Höhepunkte gibt es durchaus auf diesem Kompilationsalbum. Wenn jemand sich also eine Übersicht über das Werk von Creedence Clearwater Revival verschaffen möchte, vielleicht auch musikalisch in die damalige Zeit eintauchen möchte, dann ist dieses Album geradezu prädestiniert dazu, gekauft und gehört zu werden. Allerdings vom musikalischen Standpunkt aus gesehen, klingt Vieles auf diesen zwei Scheiben schon reichlich antiquiert. Und wenn dann auch noch Country mit in diesen Rock einfließt, dann wird es brutal schwierig. Vierzig Lieder sind viel und zweieinviertel Stunden sind eine lange Laufzeit. Und jetzt mal ganz ehrlich. Wer kann oder will das durchhalten? Sechs Punkte.

Anspieltipps: I Put A Spell On You, I Heart It Through The Grapevine



Donnerstag, 5. November 2015

Cheap Trick – Collections




Cheap Trick – Collections


Besetzung:

Robin Zander – lead vocals, rhythm guitar
Rick Nielsen – lead guitar, vocals
Tom Petersson – bass guitar, vocals
Bun E. Carlos – drums


Label: Sony Music


Erscheinungsdatum: 2005


Stil: Rock


Trackliste:

1. Dream Police (3:53)
2. I Want You To Want Me (3:46)
3. Don't Be Cruel (3:10)
4. Downed (4:12)
5. Stop This Game (3:59)
6. Southern Girls (3:35)
7. Way Of The World (3:39)
8. On Top Of The World (4:04)
9. Oh, Candy (3:07)
10. Voice (4:21)

Gesamtspieldauer: 37:50




Auch von der US-amerikanischen Band Cheap Trick aus dem Bundesstaat Illinois, gibt es natürlich auch ein Best Of… Album. Eines? Nein, inzwischen sind es derer 13! Collections heißt eines davon, stammt aus dem Jahr 2005 und beinhaltet – mit Ausnahme der 1988 entstandenen Elvis Cover-Version von „Don't Be Cruel“, Titel aus den Anfangsjahren der Band.

Cheap Trick machen Rock, manchmal auch sogenannten Power Pop. Das muss nicht immer unbedingt sehr anspruchsvolle Musik sein, ins Ohr geht es allerdings meistens schon. Ich habe mir dieses Album gekauft, da ich den Titel „Stop This Game“ haben wollte. Eine coole Nummer, die rockt und sehr ins Ohr geht. Da ich allerdings auch schon Sachen von Cheap Trick gehört hatte, die mir deutlich weniger zusagten, dachte ich mir, dass in diesem Fall ein Kompilationsalbum zum kleinen Preis eine gute Alternative wäre, um die Band doch mal etwas besser kennenzulernen.

Nun, es verstecken sich einige ganz nette Nummern auf dieser Zusammenstellung, darunter auch das wohl bekannteste Lied der US-Amerikaner „I Want You To Want Me“. Das Lied liegt hier in einer Live-Version vor und ich kenne es auch nur so. Das Gekreische der Fans macht den Titel noch ein wenig mehr zur Partynummer, die wirklich sofort ins Ohr geht – egal ob man das will oder nicht. Alle anderen Titel auf „Collections“ sind natürlich Studio-Aufnahmen. Von diesen ist noch der Opener, also das erste Lied der Platte, „Dream Police“ sehr hörenswert. Auch so ein Stück, welches sich schnell festsetzt und so einen – zumindest kleinen – Ohrwurmcharakter aufweist. Dann ist natürlich noch das bereits erwähnte „Stop This Game“ unbedingt hörenswert. Klasse Titel, der für mich der Beste ist, den Cheap Trick jemals geschrieben haben. Die restlichen Lieder sind ebenfalls alle „hörbar“, auch wenn das dann wahrlich nicht mehr unbedingt etwas Besonderes darstellt. Das ist dann häufig doch schon sehr angepasste Radio-Musik, solche die weder nervt noch begeistert. Es läuft eben einfach durch.

Fazit: Einen guten Überblick, über die Schaffensphase der ersten Jahre von Cheap Trick, erhält man durchaus mit dieser Zusammenstellung. Die Musik pendelt dabei häufig zwischen Pop und Rock, ist eingängig, nicht zu anspruchsvoll und kommt schnell auf den Punkt. Cheap Trick hauen einen nicht unbedingt aus den Socken, aber schlechte Musik klingt definitiv auch anders. Acht Punkte.

Anspieltipps: Dream Police, I Want You To Want Me, Stop This Game



Mittwoch, 4. November 2015

The Cars – Greatest Hits




The Cars – Greatest Hits


Besetzung:

Ric Ocasek – lead vocals, rhythm guitar
Benjamin Orr – bass guitar, lead vocals on tracks 1, 6 & 10
David Robinson – drums
Greg Hawkes – keyboards, vocals
Elliot Easton – electric guitar, vocals


Label: Elektra


Erscheinungsdatum: 1985


Stil: Pop, Rock


Trackliste:

1. Just What I Needed (3:45)
2. Since You're Gone (3:30)
3. You Might Think (3:05)
4. Good Times Roll (3:44)
5. Touch And Go (4:55)
6. Drive (3:55)
7. Tonight She Comes (3:53)
8. My Best Friend's Girl (3:42)
9. Heartbeat City (4:30)
10. Let's Go (3:33)
11. I'm Not The One (4:10)
12. Magic (3:56)
13. Shake It Up (3:33)

Gesamtspieldauer: 50:16




Manches Mal können auch Kompilationsalben eine durchaus lohnende Investition darstellen. Dann zum Beispiel, wenn man sich wirklich nur für die Höhepunkte einer Band interessiert, jene zumindest, die eine Single-Auskopplug darstellen oder jene, die eine Band zusammen mit seiner Plattenfirma zusammengestellt beziehungsweise als „Höhepunkt“ deklariert hat. Wenn man alle fünf Platten der Cars besitzt, aus denen sich dieses „Best Of…-Album“ zusammensetzt, lohnt sich der Kauf natürlich weniger. Und außerdem, dann hätte wohl jede oder jeder sowieso eine ganz andere Zusammenstellung gewählt.

Zwölf der dreizehn Titel auf „Greatest Hits“ befinden sich auf den ersten fünf Alben der Band. Das wären „The Cars" (1978), „Candy-O" (1979), „Panorama" (1980), „Shake It Up" (1981) und „Heartbeat City" (1984). Dabei sind die Platten „The Cars“ und „Shake It Up“ drei Mal, „Candy-O“ und „Panorama“ ein Mal, sowie „Heartbeat City“ vier Mal vertreten. Als kleinen Bonus, als bisher unveröffentlichtes Lied, gibt es dazu noch die Nummer „Tonight She Comes“, die allerdings nicht großartig auffällt. Wenn dieses Lied auf einem der genannten Alben vertreten gewesen wäre, wäre es wohl allerdings nicht für diese Zusammenstellung in Frage gekommen, da einfach nichts Besonderes. Die Nummer sollte wohl wirklich nur einen zusätzlichen Kaufanreiz darstellen für Leute, die bereits alle Scheiben der Cars besitzen, jedoch auch wirklich jeden noch so kleinen Schnipsel dieser Band ihr Eigen nennen wollen.

Ein Jahr nach „Heartbeat City“, also 1985, wurde dieses Kompilationsalbum veröffentlicht und es zeigt sich deutlich, dass eben jenes „Heartbeat City“ das Album schlechthin der Cars war. Die Titel, die daraus auf dieser Platte verewigt sind, stellen auch gleichzeitig mit die Höhepunkte von „Greatest Hits“ dar. Die Musik der Cars, bei denen sich Ric Ocasek für das Komponieren und Texten auszeichnete, spiegeln dabei übrigens sehr überzeugend die Musik der 80er Jahre wieder, obwohl die ersten beiden Platten sogar noch in den 70er Jahren entstanden. Man kann das Ganze auch mit „Gute Laune Musik“ umschreiben, denn alles klingt fröhlich und eben gut gelaunt. Der Stil liegt irgendwo zwischen Pop und Rock, obwohl sich Leute, die mehr dem Rock frönen, mit manchen Titeln wohl definitiv Schwierigkeiten bekommen dürften. Dies liegt darin begründet, dass die 80er Jahre des letzten Jahrhunderts eben auch manchmal sehr synthetisch klingen konnten – und genau so klingen auch manchmal The Cars. Trotzdem, die Lieder gehen ins Ohr, richtig krasse Ausfälle gibt es auch nicht, kann man durchaus alles noch gut hören.

Fazit: Ihren größten Erfolg feierten die Cars mit „Heartbeat City“, einer Platte, die hier auch am Deutlichsten vertreten ist. Auf dieser Zusammenstellung klingt alles „leicht und flockig“, trübe Stimmung sollte mit dieser Musik wahrlich nicht geschaffen werden. Um einen Überblick über die Musik dieser Band zu erlangen, dazu eignet sich die Platte ebenfalls bestens. Die Cars haben zwei Jahre später noch eine Platte veröffentlicht, danach spielten sie wieder in Clubs vor sehr wenigen Zuschauern und lösten sich schließlich auf. 2010 fanden sie jedoch nochmals zusammen und veröffentlichten im Jahr darauf sogar noch ein weiteres Studio-Album, ihr insgesamt siebtes. Seitdem ist es jedoch wieder ruhig geworden um diese US-amerikanische Band, die seit 2011 noch nicht mal mehr ihre Homepage aktualisierte und The Cars wohl nun ruhen lässt. Sei es drum, wer einen Überblick über diese Band erhalten möchte, erhält diesen mit „Greatest Hits“ – auch wenn hier natürlich nicht alle besten Lieder dieser Band vertreten sind. Acht Punkte.

Anspieltipps: Good Times Roll, Drive, Heartbeat City



Dienstag, 3. November 2015

John Cale – Music For A New Society




John Cale – Music For A New Society


Besetzung:

John Cale – vocals, guitars, keyboards


Gastmusiker:

Allen Lanier – guitar
David J. Young – guitar
David Lichtenstein – drums
John Wonderling – autoharp
Mike McLintock – background vocals
Robert Elk – bagpipes
Pipe Major Tom Fitzgibbon – bagpipes
Chris Spedding – acoustic guitar
Risé Cale – vocals on "Risé, Sam And Rimsky-Korsakov"


Label: FNAC Music


Erscheinungsdatum: 1982


Stil: Art Rock


Trackliste:

1. Taking Your Life In Your Hands (4:47)
2. Thoughtless Kind (2:41)
3. Sanities (5:58)
4. If You Were Still Around (3:29)
5. (I Keep A) Close Watch (3:09)
6. Broken Bird (4:44)
7. Chinese Envoy (3:10)
8. Changes Made (3:14)
9. Damn Life (5:15)
10. Risé, Sam And Rimsky-Korsakov (2:13)
11. In The Library Of Force (5:58)

Gesamtspieldauer: 44:43




„Music For A New Society” heißt das achte Solo-Album des Briten John Cale, der durch sein kurzes Mitwirken bei The Velvet Underground so etwas wie einen musikalischen Kultstatus erlangte. „Music For A New Society” erschien 1982 und hat so gar nichts zu tun mit jener gängigen Musik, die damals in den Radios lief. Bei John Cale hört man keinen Pop oder New Wave, keine radiotaugliche Musik. Die Lieder des John Cale gehen vielmehr in die Richtung Avantgarde, klingen experimentell, selten eingängig, manchmal durchaus auch etwas verschroben.

All diese Umstände machen „Music For A New Society” zu wahrlich keinem einfachen oder leichten Album. Ganz im Gegenteil, die Musik darauf ist äußerst sperrig und es wird sich wohl keine Hörern, kein Hörer finden, die oder der nach dem ersten Genuss dieser Scheibe behaupten wird: „Doch, das ist jetzt echt mal sehr melodiöse Musik.“ Diese melodiöse Musik gibt es zwar auf „Music For A New Society“, jedoch spielt diese eine nur untergeordnete Rolle. Am stärksten sind die Harmonien noch beim wahrlich schönen „(I Keep A) Close Watch” ausgeprägt. Diese sanfte Nummer geht wirklich in Ohr. Mit Abstrichen hört man diese Melodiösität auch noch beim Opener „Taking Your Life In Your Hands“ und bei einigen wenigen Stücken etwa in der Mitte des Albums.

Ansonsten ist diese Scheibe angefüllt mit experimenteller Musik, die manchmal auch entfernt an Soundkollagen erinnert, ohne jedoch den Rahmen eines Liedes vollkommen aufzugeben. Das klingt mitunter auch mal atonal, andererseits ist sich John Cale auch nicht zu schade, Beethovens „Freude schöner Götterfunken“ mit zu „verwursten“. Allerdings nur eine Spielerei, sehr viel mehr steht diese zunächst vorhandene Unzugänglichkeit der Musik im Vordergrund, die erst nach vielen Durchläufen des Albums durchbrochen werden kann, jedoch auch nicht in allen Fällen.

Fazit: Ich mag so etwas „Seltsames“ bis „Schräges“ im Grunde genommen gerne. Spannend ist das wahrlich, absolut keine 08/15-Musik. Manche Sachen erschließen sich mir allerdings auch absolut nicht. Das stoße ich an meine Grenzen. Nun, die Platte wird von vielen Fans als die beste angesehen, der John Cale jemals veröffentlichte. Preise von über 100 Euro werden für die CD inzwischen bezahlt. Jedoch, an der Musik kann das wirklich nicht liegen. Die ist interessant, jedoch sicherlich kein Meilenstein in der Musikgeschichte, womit solche Preise auch nur annähernd gerechtfertigt wären. Naja, die nächste Auflage der Scheibe folgt bestimmt… Und vielleicht gibt es diese neue Gesellschaft ja auch noch gar nicht, immer noch nicht, für die „Music For A New Society” geschaffen wurde. Sieben Punkte.

Anspieltipps: (I Keep A) Close Watch, Chinese Envoy, Risé Sam And Rimsky-Korsakov



Montag, 2. November 2015

Peter Hammill – In A Foreign Town




Peter Hammill – In A Foreign Town


Besetzung:

Peter Hammill – vocals, guitar, keyboards, percussion


Gastmusiker:

Stuart Gordon – violin


Label: Enigma Records


Erscheinungsdatum: 1988


Stil: Art Rock


Trackliste:

1. Hemlock (6:29)
2. Invisible Ink (4:19)
3. Sci-Finance (Revisited) (4:22)
4. This Book (5:14)
5. Time To Burn (3:44)
6. Auto (3:58)
7. Vote Brand X (4:03)
8. Sun City Nightlife (4:34)
9. The Play's The Thing (4:54)
10. Under Cover Names (4:19)


Bonus Tracks der remasterten Wiederveröffentlichung:

11. Smile (5:18)
12. Time To Burn (Instrumental) (3:43)

Gesamtspieldauer: 55:01




Es ist schon so eine Sache, wenn man als Musiker alles alleine machen möchte. Und das hat Peter Hammill nach „And Close As This“ mit „In A Foreign Town”, seinem bereits sechszehnten Solo-Album aus dem Jahr 1988, erneut gemacht. War das Vorgängeralbum allerdings noch sehr „spartansich” und zurückhaltend instrumentiert, so greift Peter Hammill auf „In A Foreign Town” durchaus in die Vollen. Das Album klingt dicht und kraftvoll, ist deutlich intensiver instrumentiert, als die Scheibe zuvor. Da allerdings Peter Hammill kein Schlagzeug spielen kann, hört auf „In A Foreign Town” auch manchmal deutlich die synthetischen Drums des Synthesizers heraus. Nicht immer, jedoch ab und an und das mag eben nicht jeder so.

Mitunter merkt man Peter Hammill auch auf dieser Scheibe an, dass ihm manchmal ein oder mehrere Partner ganz gut zur Seite gestanden hätten. Seine ehemaligen Van Der Graaf Generator Kollegen scheinen durchaus auch einen Einfluss auf die Musik des Peter Hammill gehabt zu haben, wenn sie denn dabei waren. Die Musik ist hier jedoch wahrlich nicht schlecht und es gibt auch deutlich weniger geglückte Alben des Briten, jedoch befindet sich auf „In A Foreign Town” auch nichts, was einen vom Hocker reißen würde. Zu Alltäglich ist das Gehörte, fast nicht experimentell, durchaus allerdings auch eingängig, jedoch eben nichts Besonderes mehr. Und es zeigt sich auch, dass die einzelnen Lieder mit der Dauer der Platte noch an Qualität verlieren. Wissen solche Nummern wie der Opener „Hemlock“, gleichzeitig auch mit das rockigste Lied des Albums, oder das sanfte „This Book“ noch durchaus zu überzeugen, so findet sich in der zweiten Hälfte der Scheibe lediglich noch der Titel „The Play's The Thing“, der da so richtig gefallen kann.

Fazit: „In A Foreign Town” ist sicherlich kein essentielles Album des Peter Hammill. Man merkt der Platte an, dass es in den 89er Jahren entstand – und dies nicht nur, wegen dem Sound selbst, auch die Ideen, die Art der Musik selbst, passt perfekt in dieses Jahrzehnt. „In A Foreign Town” ist zu keiner Zeit kompliziert, experimentell oder besonders anspruchsvoll. Irgendwie eine Scheibe, die so mitläuft. Acht Punkte.

Anspieltipps: Hemlock, This Book, The Play's The Thing



Sonntag, 1. November 2015

Rome – Nos Chants Perdus




Rome – Nos Chants Perdus


Besetzung:

Jerome Reuter – vocals, guitars and accordion
Patrick Damiani – guitars, bass, cello, drums and percussion and various instruments
Nicos Mavridis – violin, viola, cello


Gastmusiker:

Jörg Richter – dulcitone
Christian Auer – berimbau, water drums, waterphone
Olivier Tirpandzian – spoken words
Rupert Kraushofer – piano
Borislav Ivanov – accordion on “La Rose Et La Hache”


Label: Trisol Music


Erscheinungsdatum: 2010


Stil: Experimental Folk, Neofolk


Trackliste:

1. L'Homme Révolté (1:06)
2. Les Déracinés (4:09)
3. Le Châtiment Du Traître (3:44)
4. L'Assassin (4:07)
5. Le Vertige Du Vide (3:39)
6. Les Exigences De La Foi (1:57)
7. La Commune (3:12)
8. Sous La Dague (4:16)
9. Les Îles Noires (3:41)
10. Un Adieu À La Folie (3:53)
11. La Rose Et La Hache (4:01)
12. Chanson De Gestes (6:01)

Gesamtspieldauer: 43:52




Dunkel, düster, mystisch und geheimnisvoll, so klingt auch das fünfte Album der Luxemburger Band Rome, bei der es sich um das Projekt des Jerome Reuter handelt, der sich für alle Kompositionen, musikalisch wie textlich, verantwortlich zeigt. Und dies ist ihm auch auf „Nos Chants Perdus” aus dem Jahr 2010 wieder sehr überzeugend gelungen. Und tragen Album-Titel sowie die einzelnen Liednamen noch etwas zur Verwirrung bei, so bleibt doch festzuhalten, dass diese zwar in französischer Sprache gehalten sind, Jerome Reuter die Lieder jedoch allesamt auf Englisch einsingt – lediglich einige Sprechpassagen sind mit französischen Worten und Sätzen versehen worden.

Auch der Nachfolger von „Flowers From Exile” weiß also zu überzeugen, jedoch nicht mehr in dem Maße, wie eben dieses Vorgängeralbum. Zwar hört man auf „Nos Chants Perdus” wieder sehr eingängigen Neofolk, den Jerome Reuter mit seiner warmen und weichen Stimme bestens mitzutransportieren weiß, jedoch befinden sich unter den zwölf Titeln auch einige, die dann nicht mehr ganz so überzeugen können, lediglich so ein wenig mitschwimmen. Was ich jetzt hier betreibe ist allerdings „Jammern auf allerhöchstem Niveau“. Solche Lieder wie Les Déracinés“, „Le Châtiment Du Traître“, „L'Assassin“ oder „La Commune“ sind einfach zum Knieerweichen schön und man darf diesen Luxemburgern im Grunde nur sehr dankbar sein, solche Musik, die wahrlich alles andere als kommerziell ist und klingt, auch noch im zweiten Jahrzehnt des neuen Jahrhunderts zu erschaffen.

Es gibt sie also wieder – auch auf „Nos Chants Perdus” – diese Melodien, in die sich vollständig einzutauchen lohnt. Das Album klingt sehr melodiös und eingängig, ist angefüllt mit Harmonien. Und natürlich schwebt über allem wieder diese etwas traurige, düstere und auch irgendwie verletzlich wirkende Atmosphäre, die diese Platte durchaus zu einer Gefahr für Menschen macht, die sowieso gerade nicht vor Optimismus sprühen oder – noch schlimmer – zur Depression leiden. Aufmunternd klingen diese sanften Töne niemals, sehr viel eher dazu geeignet in seine eigene süße Melancholie zu versinken und sich darin zu verlieren.

Fazit: Auch wenn ich das Vorgängeralbum „Flowers From Exile” noch einen Tick besser gelungen finde, so überzeugt doch auch „Nos Chants Perdus”. Auf dieser Platte hört man ruhige Musik, sanft und weich und immer mit einer etwas traurigen Note versehen. Perfekt zum Abtauchen und zum Zeit für sich selbst haben. Zwölf Punkte.

Anspieltipps: Les Déracinés, Le Châtiment Du Traître, L'Assassin, La Commune



Samstag, 31. Oktober 2015

Blue Öyster Cult – Blue Öyster Cult




Blue Öyster Cult – Blue Öyster Cult


Besetzung:

Eric Bloom – lead vocals, stun guitar, keyboards
Albert Bouchard – drums, lead vocals ("Cities On Flame With Rock And Roll")
Joe Bouchard – bass, lead vocals ("Screams")
Allen Lanier – rhythm guitar, keyboards
Donald "Buck Dharma" Roeser – lead guitar, lead vocals ("Then Came The Last Days Of May" and "Before The Kiss, A Redcap")


Label: Columbia Records


Erscheinungsdatum: 1972


Stil: Hard Rock


Trackliste:

1. Transmaniacon MC (3:20)
2. I'm On The Lamb But I Ain't No Sheep (3:10)
3. Then Came The Last Days Of May (3:30)
4. Stairway To The Stars (3:42)
5. Before The Kiss, A Redcap (4:56)
6. Screams (3:10)
7. She's As Beautiful As A Foot (2:56)
8. Cities On Flame With Rock And Roll (4:02)
9. Workshop Of The Telescopes (4:00)
10. Redeemed (3:50)

Gesamtspieldauer: 36:41




Manchmal scheint es fast so, als könne man sich manche Alben, manche Band, „schönhören“. Je öfters man das Album auflegt, desto besser gefällt es einem plötzlich. Irgendwie geht es mir so bei der ersten Scheibe von Blue Öyster Cult aus dem Jahr 1972. Lief dieses selbstbetitelte Album zuerst nur so durch, ohne auch nur die geringsten Spuren in meinem musikalischen Kosmos zu hinterlassen, änderte sich das jedoch mit der Zeit, nachdem die Platte einige Durchläufe hinter sich hatte und ihr garantiert bereits schwindelig war, nach so vielen Umdrehungen.

Leider wird dieses Album jedoch trotzdem nie zu meinen Favoriten zählen, denn das verhindern zwei ganz wichtige Umstände. Zum einen ist da etwas, was ich sonst wirklich nur ganz selten bemängele, nämlich der Sound. „Blue Öyster Cult“ von Blue Öyster Cult ist wahrlich schlecht abgemischt, das klingt alles irgendwie dumpf und unterdrückt. Und das Schlimme an der Sache ist, dass die remasterte CD-Fassung praktisch denselben Sound bietet, wie die Albumausgabe von 1972. Auch 1972 konnten Platten bereits brillant klingen, dafür gibt es genügend Beispiele, jedoch ist das nicht so bei „Blue Öyster Cult“, die dann wohl zwar digital remastert wurde, jedoch denselben, sehr misslungenen Sound auch auf CD aufweist.

Punkt Nummer zwei, warum dieses Album zwar okay ist, jedoch – zumindest bei mir – niemals Kultstatus erreichen kann, ist das Liedmaterial selbst auf der Platte. Zwar wachsen die einzelnen Nummer durchaus, jedoch so einen richtigen Ohrwurm, solch ein Lied, an welches man sich immer wieder erinnert, denkt man an das Debut von Blue Öyster Cult, das haben die fünf US Amerikaner aus Long Island, New York hier nicht hinterlassen. Alles nett und mit der Zeit auch eingängiger Hard Rock aus den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts, jedoch leider keiner, der einen die Knie erweichen lässt. Dazu ist die Musik der Band hier auch viel zu „normal“, hat wenig Überraschendes zu bieten. Etwas härterer Rock eben, das war es dann aber leider auch schon.

Fazit: Ein handwerklich gut gemachtes Album ist das Debut von Blue Öyster Cult sicherlich. Handwerklich gut gemacht, wenn es um die Instrumente geht, jedoch nicht mehr, wenn damit die Abmischung, der Sound selbst gemeint ist, denn dieser ist deutlich zu dumpf geraten. Die einzelnen Titel sind in Ordnung, wachsen mit den Durchläufen der Scheibe, ohne wirklich ganz große Lieder zu werden. So ist für mich diese Scheibe kein großartiges Album geworden. Eher eine Platte, auf der Hard Rock aus den 70ern zu hören ist, der in genau dieser Zeit beheimatet ist und nur wenig auffällt. Acht Punkte.

Anspieltipps: Then Came The Last Days Of May, Screams, She's As Beautiful As A Foot



Freitag, 30. Oktober 2015

Crème 21 – 30% Mehr




Crème 21 – 30% Mehr


Besetzung:


Udo Selber – Gesang
Michael Scheuber – Gitarre
Christoph Schirmer – Schlagzeug
Soosoo Sunbeam – Bass


Gastmusiker (ohne Instrumentenangabe):

Axel Wernecke
Andreas Herbig
Bejamin Hüllenkremer
Maik Bösenberg
Herbert Böhme


Label: Sony Music


Erscheinungsdatum: 1996


Stil: Pop


Trackliste:

1. Ich Will Auch Mit (2:59)
2. Wann Wird's Mal Wieder Richtig Sommer (3:25)
3. Traumfrau (3:38)
4. Ich Mag Tiere (3:09)
5. Farbspiralen (3:10)
6. Liebe In Den Neunzigern ('96) (3:04)
7. Ich Kann Mich Nicht Entscheiden (3:02)
8. Wie Lange? (4:10)
9. Lüg Mich Bitte An (1:57)
10. Nur Von Hinten (2:53)
11. Ich (4:11)
12. Schlafen (3:28)

Gesamtspieldauer: 39:11




„30% Mehr“ ist die Wiederveröffentlichung des ersten Creme 21 Albums, welches zwei Jahre zuvor treffenderweise mit dem Album-Titel Creme 21 veröffentlicht wurde. Einige Titel wurden nun, 1996, noch hinzugefügt, deswegen jetzt auch der passende Name „30% Mehr“. Auf dieser Scheibe hört man eine Mischung aus Pop, Neuer Deutscher Welle, Punk und Deutschem Schlager. Eine ganz schön gewagte Mixtur also, die auch bis etwa zur Mitte der Platte ganz gut funktioniert, dann stürzt das Ganze jedoch leider völlig ab.

Bekannteste Lieder sind wohl das Rudi Carrell Cover „Wann Wird's Mal Wieder Richtig Sommer“ in einer etwas punkigen Version. Macht allerdings Spaß und ist so eine Art „Gute Laune Lied“. Absoluter Höhepunkt der Platte ist jedoch das wirklich witzige „Ich Mag Tiere“. Klasse Titel, der absolut ins Ohr geht. Dazu passend ein witziger Text, welcher sogar eine Botschaft bereithält. Und auch das Video mit dem unvergessenen Dirk Bach zaubert einem ein Lächeln auf das Gesicht. Ebenfalls noch gelungen ist die Nummer „Farbspiralen“. Hier ist es erneut wieder die Melodie, die überzeugt und ins Ohr geht.

Dann wird es allerdings sehr schwierig, die ganze Scheibe scheint wahrlich plötzlich abzustürzen. Nichts ist mehr überzeugend, weder die Musik selbst, die ganz klar in die Richtung „Belanglosigkeit“ driftet, noch die Texte, die oftmals zwischen platt und peinlich zu pendeln scheinen. Hier bewegen sich Creme 21 jetzt auf einem ganz schmalen Grat, der die Platte zu einer werden lässt, die man nicht mehr öffentlich hören kann, ohne verwunderte Blicke zu ernten: „Was hörst Du denn da? Hätte niemals gedacht, dass Dir so etwas gefällt.“ Stellvertretend dafür sollte man sich mal die Nummer „Nur Von Hinten“ reinziehen. Ganz schlimm.

Fazit: Ein paar ganz nette Stücke gibt es durchaus auf „30% Mehr“. Die machen auch Spaß, doch dann ist da eben auch noch dieser größtenteils nichtsagende Rest, der zum Teil sogar in die Peinlichkeit abdriftet. Aber egal, die Nummer „Ich Mag Tiere“ hat es in sich, sie lohnt die Anschaffung. Und der Rest? Ach was, Schwamm drüber. Sechs Punkte.

Anspieltipps: Wann Wird's Mal Wieder Richtig Sommer, Ich Mag Tiere, Farbspiralen