Donnerstag, 3. Dezember 2015

Deep Purple – The Battle Rages On…




Deep Purple – The Battle Rages On…


Besetzung:

Ian Gillan – vocals
Ritchie Blackmore – guitar
Jon Lord – organ, keyboards
Roger Glover – bass
Ian Paice – drums


Label: Sony Music


Erscheinungsdatum: 1993


Stil: Hard Rock


Trackliste:

1. The Battle Rages On (5:57)
2. Lick It Up (4:00)
3. Anya (6:32)
4. Talk About Love (4:07)
5. Time To Kill (5:51)
6. Ramshackle Man (5:34)
7. A Twist In The Tale (4:17)
8. Nasty Piece Of Work (4:36)
9. Solitaire (4:42)
10. One Man's Meat (4:38)

Gesamtspieldauer: 50:17




„The Battle Rages On...“ heißt es, das vierzehnte Studio-Album der Rock-Formation Deep Purple. Und zum zweiten Mal hatte sich die „klassische“ Deep Purple Besetzung wiedervereinigt, die das Meisterwerk „Child In Time“ 1970 erschaffen hatte und aus den Musikern Ian Gillan, Ritchie Blackmore, Jon Lord, Roger Glover und Ian Paice bestand. Und nun, dreiundzwanzig Jahre danach, wollten sie es also auch noch zum dritten Mal wissen, nachdem in den 80er Jahren noch „Perfect Strangers" und „The House Of Blue Light" in dieser Besetzung eingespielt worden waren.

Allerdings stand diese Wiedervereinigung wohl unter keinem guten Stern, denn die Musiker waren sich anscheinend immer noch spinnefeind, vor allem Ian Gillan und Ritchie Blackmore hatten da ihre Probleme. Ian Gillan war auf Bitten von Lord, Paice und Glover zurückgekehrt, gegen den Willen des Ritchie Blackmore. Dies gipfelte schließlich in dem Umstand, dass man tunlichst versuchte sich im Studio nicht über den Weg zu laufen. Das Ganze eskalierte schließlich später auf der Tour zum Album, während der Ritchie Blackmore darum bat, aus der Band entlassen zu werden und auch nicht mehr zu einem Weitermachen überzeugt werden konnte. Ersetzt wurde er schließlich auf dieser Tour durch Joe Satriani, der zunächst auch als vollständiger Nachfolger Ritchie Blackmores gehandelt wurde, jedoch aufgrund von Verträgen nicht festes Bandmitglied werden konnte. Das wurde schließlich Steve Morse, jedoch ist das eine andere Geschichte.

Die Musik auf „The Battle Rages On...“ hat leider nur noch bedingt etwas mit den früheren Werken von Deep Purple zu tun. Die Musik stammt hauptsächlich von Ritchie Blackmore, Ian Gillan und Roger Glover. Jon Lord wird lediglich bei drei Titeln als Co-Autor erwähnt. Diese haben es allerdings durchaus in sich, denn darunter befindet sich der Titeltrack „The Battle Rages On“, ein wirklich überzeugender Rocker, melodiös, abwechslungsreich, hart und zugleich eingängig. Dann ist da noch „Anya“, welches so herrlich verträumt mit spanischer Gitarre eingeleitet wird und sich dann ebenfalls zu einem überzeugenden und eingängigen Hard Rock Titel entwickelt. Und schließlich wird „Nasty Piece Of Work“, das dritte Lied mit Jon Lord-Beteiligung, von einem fetten Orgelsound dominiert, der Erinnerungen an längst vergangene Zeiten aufkommen lässt.

Allgemein klingt „The Battle Rages On...“ jedoch irgendwie relativ wenig nach Deep Purple. Klar hört man es am Gesang des Ian Gillan, an manchem Solo des Ritchie Blackmore oder am Orgelsound des Jon Lord, doch größtenteils klingt die Platte ein wenig austauschbar zu anderen Rock Bands. Die Aura des Besonderen haben Deep Purple auf „The Battle Rages On...“ ein klein wenig verloren. Was allerdings nicht heißen soll, dass das Album so gar nicht zünden würde. Neben den bereits erwähnten Stücken ist das, was die fünf Musiker hier ihren Hörern bieten durchaus noch hörenswert. Gut gemachter Hard Rock eben, der mal mehr, mal weniger mitreißend klingt. Allerdings erreicht diese Musik eben nicht mehr ganz die Klasse mancher Vorgängeralben.

Fazit: Durchaus überzeugenden Hard Rock gibt es auf „The Battle Rages On...“ zu hören, wenn auch keinen mitreißenden mehr. An vielen Stellen wird einem einfach nicht mehr bewusst, dass das gerade Deep Purple sind, die man da zu hören bekommt. Für Deep Purple Fans ist diese Platte natürlich von Bedeutung und auch Freunde des Hard Rocks dürften Gefallen an dem Album finden. Wer jedoch in den Kosmos dieser stilprägenden Band einsteigen möchte, der oder dem seien frühere Alben etwas mehr ans Herz gelegt. Neun Punkte.

Anspieltipps: The Battle Rages On, Anya, Solitaire



Mittwoch, 2. Dezember 2015

Gift – Gift




Gift – Gift


Besetzung:

Helmut Treichel – Gesang
Rainer Baur – Gitarre
Uwe Patzke – Bass
Hermann Lange – Schlagzeug


Label: Warner Music


Erscheinungsdatum: 1972


Stil: Hard Rock, Krautrock


Trackliste:

1. Drugs (5:20)
2. You'll Never Be Accepted (6:42)
3. Groupie (3:17)
4. Time Machine (3:16)
5. Game Of Skill (5:34)
6. Don't Hurry (5:12)
7. Your Life (4:39)
8. Bad Vibrations (3:38)

Gesamtspieldauer: 37:42




Die Augsburger Band Gift entstand, wie so viele Bands zur damaligen und auch noch heutigen Zeit, aus einer Schülerband Ende der 60er Jahre. Krautrock heißt das Genre, in welches alle deutschen Bands zur damaligen Zeit „eingruppiert“ wurden, wenn sich deren Musik denn ein wenig rockig anhörte. Und falls dann auch noch ein anderes Instrument außer Gitarre, Bass und Schlagzeug mit Verwendung fand, dann stand es auch endgültig fest: Das ist progressiver Krautrock, ganz bestimmt. Nun, auf „Gift“ von Gift hört man auch mal eine Querflöte, wer diese spielt, erschließt sich einem allerdings leider nicht. Trotzdem ist die Musik von Gift deutlich eher im Rock beheimatet und das „Label“ Krautrock weist hier wirklich hauptsächlich auf den deutschen Ursprung hin.

Gift rocken ordentlich los. Manchmal geht das durchaus in den Bereich des Hard Rock, richtig sanft wird es dabei nur selten. Die Musik ist gerade noch so mit „eingängig“ zu umschreiben, ohne jedoch, dass hier Gift einen Ohrwurm nach dem anderen vorzuweisen hätten. Man benötigt definitiv ein paar Durchläufe der Scheibe, um mit ihr „wärmer“ zu werden, denn vieles klingt auf dem Debut der Augsburger auch durchaus etwas herb. Dabei experimentieren die Jungs auch mit der Perkussion und den Sounds, wobei hier für die damalige Zeit nichts Neues zu hören ist, interessant wird es jedoch dann, wenn man selbst mal eine etwas andere Ausrichtung des Hard Rock genießen möchte.

Was heutzutage allerdings ein wenig seltsam kling, ist das häufig eingesetzte Stilmittel, anstatt irgendwelche Worte zu singen „Na’an da da dada“ oder ähnliches ins Mikrophon zu intonieren. Das klingt wahrlich heute etwas schräg und manches Mal leider auch ein wenig unfreiwillig komisch – oder ob es da keine Einfälle für den Text gegeben hat? Egal, Gift hätten es da lieber manchmal als Instrumentalstück laufen lassen sollen, als ein Lied mehrmals so aufzubereiten.

Fazit: Gift war sicherlich nicht die Speerspitze der Deutschen Krautrock Bewegung und gehört für mich auch eher in die Hard Rock Abteilung eines Plattenladens. Die Musik der Augsburger klingt niemals langweilig, restlos überzeugend jedoch auch nicht, da die meisten Lieder eben Hard Rock Stücke darstellen, die man so aus dieser Zeit schon öfters gehört hat. Richtige Höhepunkte weist das Debut-Album der Band, dem noch eine zweite Scheibe folgen sollte, auch nicht auf. Für Musikfreunde, die musikalisch in der damaligen Zeit schwelgen möchten sicherlich dann geeignet, wenn man keinen progressiven Krautrock erwartet. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Groupie



Dienstag, 1. Dezember 2015

Rome – Masse Mensch Material




Rome – Masse Mensch Material


Besetzung:

Jerome Reuter – music & lyrics


Label: Trisol


Erscheinungsdatum: 2008


Stil: Experimental Folk, Neofolk


Trackliste:

1. Sonnengötter (4:18)
2. Der Brandtaucher (4:16)
3. Das Feuerordal (3:08)
4. Der tote Spielmann (1:49)
5. Wir Götter der Stadt (5:05)
6. Die Nelke (4:06)
7. Der Erscheinungen Flucht (3:30)
8. Die Brandstifter (3:32)
9. Kriegsgötter (3:09)
10. Wir Moorsoldaten (4:23)
11. Neue Erinnerung (3:55)
12. Nachklang (5:05)

Gesamtspieldauer: 46:22




Mystisch und geheimnisvoll beginnt es und hört es auch auf, das dritte Album von Rome. Rome, diese Band, die im Jahr 2008 nur aus Jerome Reuter bestand, dem Soundtüftler aus Luxemburg. Auf „Masse Mensch Material“ geht es allgemein wieder sehr geheimnisvoll zu, die Musik ist erneut sehr dunkel, düster, traurig und manchmal klingt es fast schon martialisch. Auf „Masse Mensch Material“ gibt es nur noch deutsche Lied-Titel, wohingegen der Gesang völlig in Englisch gehalten ist. Lediglich die meisten Sprechpassagen sind ebenfalls in Deutsch eingesprochen worden.

Irgendwie hat man manches Mal sogar das Gefühl, dass Jerome Reuter seine Stücke ganz nach Belieben noch düsterer und trauriger gestalten kann – bei diesem Umstand scheint es für den Luxemburger keinerlei Grenzen zu geben. Das Album „Masse Mensch Material“ wird erneut von der warmen und sonoren Stimme des Jerome Reuter dominiert, die so perfekt zu dieser Art des Neofolk passt. Und dabei wandert der Musiker nicht über eingetretene Pfade, sondern er kreiert seinen ganz eigenen und unverwechselbaren Sound. Das klingt immer spannend, manchmal sogar experimentell, weil es auch wahrlich ungewöhnlich ist, was man da zu hören bekommt. Eben noch wunderschöne, eingängige Abschnitte werden plötzlich zu sphärischen Klängen, die auf einmal plötzlich ganz andere Atmosphären transportieren.

Neben diesen sphärischen Parts gibt es allerdings eben auch wieder diese wundervoll harmonischen, melodiösen Abschnitte und Titel, die sofort ins Ohr gehen und sich dort festsetzen. Das ist wahrlich beeindruckend, wie Jerome Reuter es schafft, in dieser Häufigkeit, solch beeindruckende Musik zu komponieren, die einen wahrlich trifft – und das im allerpositivsten Sinn. Mit Rome testet Jerome Reuter Grenzen aus, überschreitet diese und fängt anschließend seine Hörer wieder mit sehr viel Wärme ein. Das ist durchaus etwas Besonderes.

Fazit: Tieftraurige, melodiöse, dann wieder sphärisch experimentelle Töne und durchaus auch progressive Ansätze gibt es auf „Masse Mensch Material“ zu hören. Das Ganze ist spannend aufbereitet, geht ins Ohr, lässt dann Hörerin und Hörer jedoch wieder mit ungewöhnlichen Klängen aufhorchen. Dazu immer wieder diese gesprochenen Einspielungen, die zusätzlich zur Spannung der Scheibe beitragen. Jerome Reuter macht auch auf „Masse Mensch Material“ Musik, die irgendwie mit nichts verglichen werden kann. Elf Punkte.

Anspieltipps: Der Brandtaucher, Das Feuerordal, Wir Götter der Stadt



Montag, 30. November 2015

Flash And The Pan – Flash Hits




Flash And The Pan – Flash Hits


Besetzung:

George Young
Harry Vanda

(Sonst keine weiteren Angaben)

Gastmusiker:

Keine Angaben


Label: Cha Cha Records


Erscheinungsdatum: 1988


Stil: Pop


Trackliste:

1. Waiting For A Train (4:45)
2. The African Shuffle (4:12)
3. Hole In The Middle (4:16)
4. Media Man (5:57)
5. Love Is A Gun (3:00)
6. Walking In The Rain (3:29)
7. Hey St. Peter (4:21)
8. Man In The Middle (3:13)
9. Where Were You (3:22)
10. Down Among The Dread Man (4:46)
11. Restless (3:46)
12. Lights In The Night (4:29)

Gesamtspieldauer: 49:42




Wie immer bei “Best Of…”-Alben kann man auch bei dieser, 1988 erschienenen Scheibe der Australier von Flash And The Pan, ganz unterschiedlicher Meinung sein, welches Lied denn nun auf so eine Kompilations-Platte gepresst gehört. Alles reine Geschmackssache also und auch ich hätte mir den einen oder anderen Titel im Austausch zu manch einem gewünscht, der hier vertreten ist. Allerdings zeigt dieses Album durchaus gelungen, auf welche Musik man sich bei Flash And The Pan einzustellen hat.

Sehr eingängigen Pop gibt es hier zu hören, manches Mal in die Richtung des New Wave driftend, dann wieder im Synthie-Pop beheimatet. Die Lieder werden dabei oftmals gesanglich von einer „Telefonstimme“ dominiert, welche der Musik von Flash And The Pan durchaus den Stempel des „hohen Wiederkennungswertes“ verleiht. Ganz bestimmt ist das jedoch keine Musik für den reinen Rockfreund, denn bei Flash And The Pan stehen eher die synthetischen Klänge im Vordergrund. Das wiederum ist durchaus ein erwähnenswerter Umstand, denn George Young ist nicht nur der ältere Bruder den beiden AC/DC Gitarristen Angus und Malcolm Young, sondern produzierte zusammen mit Harry Vanda auch einige derer Alben.

Fazit: Synthetischen Pop bekommt man bei Flash And The Pan zu hören. Oftmals durchaus gelungen, manchmal allerdings auch ein wenig langweilig geraten. Um eine Übersicht über die Musik der Band zu erhalten, dazu ist diese Scheibe jedoch gut geeignet. Da einige überzeugende Lieder von Flash And The Pan hier jedoch nicht mit vertreten sind, lohnt im Grunde genommen der Kauf der Originalalben noch ein wenig mehr, wenn man denn hier „seine“ Musik entdeckt. Neun Punkte.

Anspieltipps: Hey St. Peter, Lights In The Night



Sonntag, 29. November 2015

Fool’s Garden – Dish Of The Day




Fool’s Garden – Dish Of The Day


Besetzung:

Peter Freudenthaler – vocals
Volker Hinkel – guitars, backing vocals, programming
Roland Röhl – keyboards
Thomas Mangold – bass
Ralf Wochele – drums, backing vocals


Gastmusiker:

Gitte Haus – backing vocals
Tina Müller – backing vocals
Julia Noch – backing vocals
Karin Rossow – backing vocals


Label: Intercord


Erscheinungsdatum: 1995


Stil: Pop


Trackliste:

1. Ordinary Man (3:30)
2. Meanwhile (4:41)
3. Lemon Tree (3:11)
4. Pieces (3:55)
5. Take Me (4:17)
6. Wild Day (3:46)
7. The Seal (4:22)
8. Autumn (3:43)
9. The Tocsin (2:50)
10. Finally (4:30)
11. One Fine Day (7:02)

Gesamtspieldauer: 45:51




Nicht ganz, aber doch zumindest ein klein wenig, passt das dritte Album der Pforzheimer Band Fool’s Garden in die Schublade „One Hit Wonder“. Besser gesagt nicht das 1995 erschienene ganze Album „Dish Of The Day“, sondern die ganze Band „Fool’s Garden aufgrund des Hits des Albums, der Hit für Fool’s Garden schlechthin, das Lied „Lemon Tree“. Ein absoluter Ohrwurm, den man einmal gehört, nicht mehr vergisst.

„Dish Of The Day“ ist das dritte Album von insgesamt acht Platten, die die Band bis jetzt veröffentlichte und nicht zuletzt durch diesen einen Song, auch die mit Abstand erfolgreichste Scheibe. Allerdings auch sonst haben die fünf Jungs, bei denen sich Gitarrist Volker Hinkel und Sänger Peter Freudenthaler für das Song-Writing verantwortlich zeigen, jede Menge „Gute-Laune-Pop“ auf die Platte gepackt. Dieser erreicht zwar nicht ganz diesen Ohrwurmcharakter, wie das bereits erwähnte „Lemon Tree“, lässt sich allerdings auch unbeschwert hören.

Die Musik von Fool’s Garden auf „Dish Of The Day“ ist weder sehr kompliziert noch fordernd, geht jedoch allgemein schnell ins Ohr. Nicht bestreiten dürften die Musiker auch den Umstand, dass sie wohl große Beatles-Fans sind, denn die vier Liverpooler hört man immer wieder ein klein wenig heraus. Nicht immer so deutlich wie beim Opener „Ordinary Man“, ein Stück, welches unweigerlich Vergleiche zu „Strawberry Fields“ heraufbeschwört, allerdings immer wieder latent vorhanden. Nun, so läuft sie durch die Platte, absolut unaufgeregt und man kommt auch nicht in Versuchung die Fernbedienung in die Hand zu nehmen, da irgendwie alles ganz „nett“ klingt. Und das letzte Lied „One Fine Day“ ist natürlich auch keine sieben Minuten lang. Wir befinden uns mit der Platte in den 90ern des letzten Jahrhunderts und da war es durchaus hip, sogenannte „Hidden Tracks“ am Ende solch einer Silberscheibe zu verstecken. Dass dieses versteckte Lied jetzt gar kein Lied mehr ist und nur drei Sekunden lang dauert, ist da auch zu verschmerzen.

Fazit: „Gute-Laune-Pop“, der ein wenig an britischen Pop und die Beatles erinnert, den gibt es auf „Dish Of The Day“ von Fool’s Garden zu hören. Ein wahrer Ohrwurm befindet sich mit „Lemon Tree“ auch auf der Platte, die ansonsten sehr unspektakulär, jedoch sehr melodiös und eingängig musikalisch gestaltet wurde. Kann man gut hören. Neun Punkte.

Anspieltipps: Lemon Tree, One Fine Day



Samstag, 28. November 2015

Chris de Burgh – Man On The Line




Chris de Burgh – Man On The Line


Besetzung:

Chris de Burgh – guitar, vocals


Gastmusiker:

Tina Turner – vocals
Rupert Hine – synthesizer, vocals, orchestral arrangements
John Giblin – bass
Howard Jones – piano
Ian Kojima – synthesizer, guitar, saxophone
Al Marnie – bass, vocals
Danny McBride – guitar
Trevor Morais – drums
Glenn Morrow – synthesizer
Phil Palmer – guitar
Jeff Phillips – drums, percussion


Label: A&M Records


Erscheinungsdatum: 1984


Stil: Pop


Trackliste:

1. The Ecstasy Of Flight (I Love The Night) (4:01)
2. Sight And Touch (3:14)
3. Taking It To The Top (4:00)
4. The Head And The Heart (3:59)
5. The Sound Of A Gun (4:29)
6. High On Emotion (4:26)
7. Much More Than This (2:57)
8. Man On The Line (4:25)
9. Moonlight And Vodka (3:39)
10. Transmission Ends (5:59)

Gesamspieldauer: 41:04




Mit seinem siebten Album, „Man On The Line“ räumte der Ire Chris de Burgh einmal mehr charttechnisch so richtig ab, denn auch diese Platte belegte in Deutschland Platz Eins der Album-Hitparaden und wurde mit Platin ausgezeichnet. Gleichzeitig war Chris de Burgh allerdings nochmal sehr viel angepasster geworden, das ganze Album klingt geradezu so, als wolle jeder einzelne Titel darauf dauernd im Radio gespielt werden. War das Vorgängeralbum „The Getaway“ schon ein großer Schritt in diese Richtung des kommerziellen Pops, so war Chris de Burgh mit diesem Album hier jetzt angekommen.

So, damit könnte ich jetzt im Grunde genommen schon aufhören. „Man On The Line“ ist ein Mainstream-Pop-Album, welches einfach nur nervt. Darauf klingt Chris de Burgh mal poppig, in einer Art und Weise, die man auch in Discos auflegen könnte. Dann allerdings hört sich das alles sehr, sehr süßlich an, irgendwie klebrig. Spaß macht das definitiv keinen mehr, zumindest nicht, wenn man auf etwas anspruchsvollere Musik steht oder diese Scheibe mit früheren Werken des Iren vergleicht. Aber was soll es schon, der Erfolg gab ihm ja Recht. Stromlinienförmig muss es sein, ganz schnell ins Ohr gehend, ohne Ecken und Kanten. All das, genau diese Musik gibt es auf „Man On The Line“. Erfolgreicher Pop sicherlich, jedoch keine begeisternde Musik mehr.

Fazit: Wenn ich gefragt werde, welches Album langweilt Dich, dann kann es durchaus sein, das mir ganz spontan „Man On The Line“ von Chris de Burgh einfällt – wundern würde es mich zumindest nicht. Die Platte ist angefüllt bis oben hin mit Kommerz-Pop. Lieder befinden sich darauf, die geradezu danach schreien im Radio in der Endlosschleife zu laufen. Die dazu notwenige Länge haben sie, diese schnelle Eingängigkeit ohne jegliche Tiefe auch. So kreiert man musikalische Verkaufsschlager. Fünf Punkte.

Anspieltipps: Sight And Touch, The Sound Of A Gun, Moonlight And Vodka



Freitag, 27. November 2015

Dazerdoreal – Hard Disc To Hell




Dazerdoreal – Hard Disc To Hell


Besetzung:

Jörg Stotz – Gitarre
Michael Elzer – Chapman Stick, Bass, Gitarre, Synthesizers
Mario Matthias – Drums
Aydo Abay – Gesang


Label: Nois-O-Lut / EFA


Erscheinungsdatum: 2000


Stil: Trip Hop


Trackliste:

1. Amber (4:01)
2. Can't Afford Betty Ford (5:14)
3. Contro Epilessia (4:30)
4. Zen Kaya (4:56)
5. Pigtrash (3:57)
6. Midye (2:23)
7. Lost In Phase (4:44)
8. Bugwhipping Cream (7:47)
9. Zetlander (4:54)
10. Ru 486 (4:17)
11. Apocalyptic Happiness (4:11)
12. Wirehead (4:37)

Gesamtspieldauer: 55:38




Ich frage mich manchmal wirklich, warum eine Band denn so überaus erfolgreich wird, eine andere dagegen nicht. Gut, manchmal hört man das durchaus, dass das nichts werden kann. Umso überraschter ist man jedoch manchmal durchaus, wenn es etwas wirklich abgrundtief Schlechtes in irgendwelche Hitparaden schafft oder sich verkauft bis zum Abwinken – und da geht es wahrlich nicht immer nur um den eigenen Musikgeschmack. Manche Bands sind einfach grottenschlecht und trotzdem erfolgreich.

Dazerdoreal war wohl nie sonderlich erfolgreich. Dazerdoreal ist eine deutsche Band, die sich anschickte Trip Hop zu spielen. Aktiv waren die vier Jungs aus Koblenz wohl in den Jahren 1995 bis 2002. Das alles etwas im Konjunktiv geschrieben, da dies mal wieder eines jener Alben in meiner Sammlung ist, auf welches ich im Rahmen dieser Seiten eher „zufällig“ gestoßen bin und nicht mehr nachvollziehen kann, woher ich es habe. Und im Internet findet man auch nicht mehr allzu viel über Dazerdoreal.

In der Zeit ihres Bestehens veröffentlichte die Band zwei Studio-Alben. „Hard Disc To Hell“ ist die erste davon und erschien im Jahr 2000 auf dem Label Nois-O-Lut. Ich hatte die obige Einleitung deshalb geschrieben, da Dazerdoreal sicherlich etwas mehr Aufmerksamkeit verdient gehabt hätten, als ihnen wohl zuteil wurde. „Hard Disc To Hell“ ist zwar kein Überalbum, jedoch eine durchaus spannende Scheibe, auf der die Musiker sich auch trauen mal zu experimentieren. Dann klingt die Band sogar ein wenig spacig und genau das trägt auch mit zur Auflockerung der Platte bei.

Denn diese ist ansonsten sogar sehr melodiös geraten. Viele Nummern gehen schnell ins Ohr, andere grooven mehr, wieder andere verbreiten hauptsächlich Atmosphäre. Das macht durchaus immer wieder Spaß, klingt manchmal eben auch ein klein wenig abgefahren, was in diesem Fall jedoch nichts Schlechtes bedeuten muss. Die Musiker verstehen was von ihren Instrumenten und die Stimme des Aydo Abay klingt so herrlich unaufgeregt sympathisch, dass man dieser gerne lauscht. Trip Hop ist das durchaus und ich glaube nicht, dass sich viele deutsche Musiker überzeugend dieser Stilrichtung angenommen haben – zumindest kenne ich da wohl zu wenige. Die Füße sollten beim Zuhören auf jeden Fall etwas Beinfreiheit haben, denn nur dann kann auch ungestört mitgewippt werden – und das wird es.

Fazit: Nein, „Hard Disc To Hell“ ist kein „Überalbum“ geworden. Muss es auch nicht, das passiert sowieso nur ganz selten. Allerdings ist „Hard Disc To Hell“ eine sehr hörenswerte Platte geworden, die spannend ist, ins Ohr geht und mit Abwechslungsreichtum punkten kann. Dazerdoreal gibt es schon lange nicht mehr. Eigentlich schade. Neun Punkte.

Anspieltipps: Amber, Bugwhipping Cream, Apocalyptic Happiness



Donnerstag, 26. November 2015

The Blues Brothers – The Blues Brothers




The Blues Brothers – The Blues Brothers


Besetzung (Blues Brothers Band):

John Belushi – lead vocals, backing vocals
Dan Aykroyd – harmonica and lead vocals, backing vocals
Steve Cropper – lead guitar, rhythm guitar and vocals
Donald  Dunn – bass guitar
Murphy Dunne – keyboards
Willie Hall – drums and percussion
Tom Malone – trombone, tenor saxophone, and backing vocals
"Blue Lou" Marini – alto saxophone and tenor saxophone, and backing vocals
Matt Murphy – lead guitar
Alan Rubin – trumpet, percussion and backing vocals


Gastmusiker:

Ray Charles – vocals, backing vocals
James Brown – vocals, backing vocals
Chaka Khan– additional choir vocals
Aretha Franklin – vocals, backing vocals
Brenda Corbett – backing vocals
Margaret Branch – backing vocals
Carolyn Franklin – backing vocals
Cab Calloway – vocals, backing vocals


Label: Atlantic Records


Erscheinungsdatum: 1980


Stil: Blues, Blues Rock


Trackliste:

1. She Caught The Katy (4:13)
2. Peter Gunn Theme (3:49)
3. Gimme Some Lovin' (3:09)
4. Shake A Tail Feather (2:52)
5. Everybody Needs Somebody To Love (3:25)
6. The Old Landmark (2:58)
7. Think (3:16)
8. Theme From Rawhide (2:38)
9. Minnie The Moocher (3:26)
10. Sweet Home Chicago (7:51)
11. Jailhouse Rock (3:18)

Gesamtspieldauer: 41:00




Den zugehörigen Film zum Album kennt wohl fast jeder und der ist absolut Kult. Und die Musik ohne die dazugehörigen bewegten Bilder zu bewerten scheint einigermaßen unmöglich, denn die gehören einfach zusammen. Wenn jemand auf „Big Band Blues“ steht, dann geht das jedoch wohl auch ohne den Film. Von Country bis Rhythm & Blues ist alles auf dieser Scheibe vertreten. Die Spannbreite ist also groß, vor dem geistigen Auge laufen jedoch immer die entsprechenden Szenen des Films beim Hören ab.

Nun und wenn man auf diese Genres, Country sowie Rhythm & Blues nicht so steht, wie das zum Beispiel bei mir definitiv der Fall ist, dann wird das Album alleine plötzlich völlig sinnlos, man legt es einfach nicht mehr auf. Die einzelnen Stücke sind im Film mitreißend, hört man sie nur auf dem Album, dann sind sie okay – zumindest zum größten Teil. Damit ist zu dieser Platte eigentlich schon alles gesagt. Wer sich für diese Musik interessiert, die oder der sollte sie sich im Film anhören. Auf Platte lohnt sich so etwas vielleicht mal für eine Party, jedoch nicht zum Auflegen und Durchhören.

Fazit: Manche Sachen gehören einfach zusammen und sollten niemals getrennt werden. Eines dieser Dinge ist der Film „The Blues Brothers“ und die dazugehörige Musik. Mehr gibt es dazu einfach nicht zu sagen. Film super, Album alleine… Acht Punkte.

Anspieltipps: Think, Theme From Rawhide



Mittwoch, 25. November 2015

Coppelius – Hertzmaschine




Coppelius – Hertzmaschine


Besetzung:

Nobusama – Schlagzeug
Simon Michael – Percussions, Sprecher
Graf Lindorf – Cello, Gesang, Sprecher, Kontrabass (akustisch)
Max Coppella – Klarinette, Gesang, Cembalo
Le Comte Caspar – Klarinette, Gesang, Klavier
Bastille –Gesang, Sprecher
Baron von Ede – Sprecher
Sissy Voss – Kontrabass (galvanisiert)


Label: F.A.M.E. Recordings


Erscheinungsdatum: 2015


Stil: Kammer Metal


Trackliste:

1. Tragisches Ende Eines Luftpiraten (0:30)
2. Der Luftschiffharpunist (3:31)
3. Moor (3:20)
4. Harmonie (3:25)
5. Herzmaschine (3:41)
6. Sternenstaub (3:12)
7. Reise (4:40)
8. Ein Experiment (2:49)
9. Glad To Be Dead (2:51)
10. Contenance (1:08)
11. Killers (4:38)
12. Es Fiel Ein Himmelstaue (3:02)
13. Des Bettlers Traum (3:09)
14. Black Is The Colour (2:40)
15. Der Musenkuss (4:01)
16. Konzert (2:33)

Gesamtspieldauer: 49:18




„Hertzmaschine“ nannten die Musiker der Berliner Coppelius ihr sechstes Studioalbum, welches im Januar 2015 veröffentlicht wurde. Nun, Coppelius sind schon irgendwie eine ganz besondere Band, was nicht nur an der Instrumentierung ihrer Lieder liegt, auch die Art der Musik ist etwas Besonderes, ebenso wie die Texte, die kleine Geschichten erzählen und soweit von Liebesliedern entfernt sind wie Dieter Bohlen von anspruchsvoller Musik.

Die einzelnen Titel legen die ganze Spannbreite der Musik dar, wenn es zumindest um Geschwindigkeit und Tempo geht. Da wird zum einen gerockt, die Musik kommt tatsächlich dem Metal nahe, wie zum Beispiel beim rasanten „Killers“. Andererseits gibt es auf „Hertzmaschine“ allerdings auch viele langsame Stücke zu bewundern, die ganz eindeutig zum Nachdenken, zum Entspannen, zum Träumen einladen. Ein gutes Beispiel für diese Ausprägung in der Musik von Coppelius wäre der Titel „Sternenstaub“. Das eine Mal möchte man vielleicht sogar tanzen, das andere Mal einfach nur die Augen schließen und zuhören. Allen Titeln ist dabei zu eigen, dass sie melodiös klingen und ins Ohr gehen. Dabei besitzen einzelne Lieder richtiggehenden Ohrwurmcharakter. Und trotz dieser Vielfalt, diesen laut-leise, schnell-langsam Variationen, hört man diese Scheibe gerne in einem durch, wobei die Zusammenstellung mit jedem Durchgang ein passenderes Bild erzeugt.

Allerdings wird diese Platte wahrscheinlich nicht bei jeder Hörerin, bei jedem Hörer Anklang finden. Das wiederum liegt daran, dass die Band hier des Öfteren mit mittelalterlichen Klängen spielt und experimentiert, die schon ein wenig an den Minnegesang längst vergangener Tage erinnern. Ein gutes Beispiel dafür wäre die Nummer „Es Fiel Ein Himmelstaue“. Garantiert nichts für jedermann. Allerdings ist dies nur eine Variation auf dieser „Hertzmaschine“, auf der Rock-Musik in ganz vielen verschiedenen Schattierungen ausgelebt wird.

Fazit: Man muss manchmal öfters beziehungsweise genauer hinhören, um zu entdecken, dass das Gehörte Instrument wirklich keine Gitarre darstellt. Und trotzdem, auch ohne Keyboard und Gitarre rockt es auf „Hertzmaschine“. Dazu gibt es sanfte Klänge und auch mittelalterliche Töne. Das alles zusammen bildet ein überaus gelungenes Potpourri an deutsch und englisch gesungener Musik, die überaus melodiös ins Ohr geht. Spannend ist das und außergewöhnlich. Elf Punkte.

Anspieltipps: Harmonie, Sternenstaub, Der Musenkuss, Konzert



Dienstag, 24. November 2015

Calexico – Selections From Road Atlas 1998 - 2011




Calexico – Selections From Road Atlas 1998 - 2011


Besetzung:

Joey Burns – vocals, guitars, bass, upright bass, keyboards, organ, percussion, accordion, cello, contrabass, slide guitar, nylon guitar, pump organ
John Convertino – drums, percussion, vibes, accordion, vibraphone, marimba


Gastmusiker:

Nick Luca – slide guitar, organ, pedal steel guitar
Jacob Valenzuela –ö vibes
Martin Wenk – acoustic guitar
Volker Zander – upright bass
Marco Rosano – baritone saxophone


Label: City Slang


Erscheinungsdatum: 2011


Stil: Independent Rock, Americana


Trackliste:

1. Half A Smidge (aus "The Book And The Canal") (1:49)
2. Waitomo (Aaus "Tool Box") (3:29)
3. Griptape (aus "The Book And The Canal") (2:57)
4. Glowing Heart Of The World (aus "98 - 99 Road Map") (4:50)
5. Entrenando A Los Tigres (aus "Circo") (1:13)
6. All The Pretty Horses (aus "Aerocalexico") (4:02)
7. Inch By Inch (aus "Aerocalexico") (1:02)
8. Lost in Space (aus "Scraping")  (4:27)
9. Boletos (aus "Circo") (1:30)
10. El Morro (aus "98 - 99 Road Map") (4:44)
11. Gift X-Change (aus "Aerocalexico") (3:11)
12. Detroit Steam (aus "Tool Box") (3:16)
13. Ghostwriter (aus "The Book And The Canal") (2:59)
14. Cachaca (from "Travelall") (4:19)
15. Crystal Frontier (aus "Aerocalexico") (4:20)
16. Man Made Lake (aus "Ancienne Belgique - Live In Brussels 2008") (4:20)

Gesamtspieldauer: 52:35




Aus EP’s, aus Soundtracks, aus Live-Alben und aus dem Album „Aerocalexico", welches nur einmal während einer Tour von der Band-Homepage heruntergeladen werden konnte, wurde dieses Kompilationsalbum zusammengestellt. Und da wundert man sich schon sehr, was für überzeugende Musik die beiden Musiker von Calexico, Joey Burns und John Convertino anscheinend noch so ganz „nebenbei“ komponieren.

„Selections From Road Atlas 1998 – 2011” ist ein absolut überzeugendes Album geworden, angereichert mit jeder Menge sehr melodischem Alternative Rock, der nie nach mexikanischen Klängen klingt, dafür ab und an mal auch Teil eines Western Soundtracks sein könnte. Die Musik ist eher von der ruhigen Sorte, was jedoch nicht heißt, dass die Lieder langsam oder gar langweilig wären. Mitreißend klingt das sogar immer wieder und absolut ins Ohr gehend. Ab und an wird sogar auch mal ordentlich gerockt, sodass man Schwierigkeiten hat, seine Füße still zu halten.

Ganz egal, ob sie mal lauter werden oder – wie meistens – eher ruhig gehalten sind, überzeugend klingen die einzelnen Stücke auf dieser Zusammenstellung immer. Dabei ist die Musik auch durchaus außergewöhnlich. Alternative Rock in dieser Ausprägung gibt es wahrlich nicht allzu häufig zu hören. Oftmals sind die Stücke nur sehr spärlich instrumentiert, klingen jedoch immer äußerst voll und kraftvoll. Und auch das Experimentelle kommt in dieser Musik nicht zu kurz. Zwar wird dieses Moment an keiner Stelle auf „Selections From Road Atlas 1998 – 2011” übertrieben, doch ist auch diese Spielart der Musik durchaus vorhanden.

Fazit: Eine schöne Zusammenstellung wirklich rarer Titel stellt „Selections From Road Atlas 1998 – 2011” dar. Die Musik klingt, geht ins Ohr und auch wenn hier und da mal ungewöhnliche Sachen ausprobiert werden, über allem schwebt eine Melodiösität, die einfach in Ohr geht. Für Freunde der Band ein unbedingtes „Must Have“. Für Fans gefühlvoller Musik ebenfalls bestens geeignet. Macht Spaß. Elf Punkte.

Anspieltipps: All The Pretty Horses, El Morro, Gift X-Change



Montag, 23. November 2015

Deep Purple – Slaves And Masters





Deep Purple – Slaves And Masters


Besetzung:

Ritchie Blackmore – guitars
Jon Lord – organ, keyboards, string arrangements
Ian Paice – drums
Roger Glover – bass, backing vocals
Joe Lynn Turner – vocals


Gastmusiker:

Jesse Levy – string orchestra conduction


Label: Sony Music


Erscheinungsdatum: 1990


Stil: Hard Rock


Trackliste:

1. King Of Dreams (5:28)
2. The Cut Runs Deep (5:42)
3. Fire In The Basement (4:43)
4. Truth Hurts (5:14)
5. Breakfast In Bed (5:17)
6. Love Conquers All (3:47)
7. Fortuneteller (5:48)
8. Too Much Is Not Enough (4:18)
9. Wicked Ways (6:33)

Gesamtspieldauer: 46:54




„Slaves And Masters“ heißt das dreizehnte Studioalbum von Deep Purple, welches in der fünften Besetzung der Band im Oktober 1990 veröffentlicht wurde. Es ist die einzige Platte der Band, auf der Sänger Joe Lynn Turner zu hören ist. Bei Fans wie bei Kritikern wird die Scheibe nicht besonders hoch gehandelt und innovativ ist das auch nicht, was man da auf „Slaves And Masters“ zu hören bekommt. Wenn man allerdings Hard Rock mag, wird man als Musikkonsument schon durchaus ordentlich bedient.

Joe Lynn Turner hatte vorher schon mit Ritchie Blackmore zusammengearbeitet. Drei Alben von Rainbow hatten beide zusammen aufgenommen und jetzt, nachdem Ian Gillan mal wieder ausgestiegen war, wurde diese Zusammenarbeit erneuert. Nun, das Ergebnis kann sich zwar durchaus hören lassen, man muss jedoch auch zugeben, dass „Slaves And Masters“ eines der langweiligsten Alben von Deep Purple geworden ist. Richtig begeisternd klingt auf dieser Scheibe nichts, auch wenn es wie gesagt noch nicht mal eine schlechte Platte ist – allerdings auch keine richtig gute.

Auf „Slaves And Masters“ hört man Hard Rock der eher konventionellen Art und Weise. Nichts Spektakuläres, nichts Außergewöhnliches. Alles ist handwerklich durchaus gut und überzeugend gemacht, jedoch dieses knieerweichende Gitarrensolo des Ritchie Blackmore oder der fette und volle Orgelsound den Jon Lord, all das fehlt leider. Stattdessen hört man etwas angepasst klingende Gitarren und jede Menge unspektakulären Keyboardsound. Die Lieder gehen zwar durchaus auch ins Ohr, hinterlassen dort jedoch leider nicht allzu viele Spuren.

Fazit: „Slaves And Masters“ ist das einzige Deep Purple Album, bei dem man Joe Lynn Turner singen hört. Und es liegt ganz bestimmt nicht an ihm, dass „Slaves And Masters“ irgendwie nicht so restlos überzeugen kann. Es sind die Titel selbst, die einfach nicht mehr die Qualität vergangener Jahre besitzen. Das klingt alles so unglaublich rund und geschliffen, ganz nett eben, jedoch nicht mehr mitreißend. Leider klingt „Slaves And Masters“ noch maximal nach Durchschnitt. Acht Punkte.

Anspieltipps: The Cut Runs Deep, Wicked Ways



Sonntag, 22. November 2015

Peter Hammill – Fireships




Peter Hammill – Fireships


Besetzung:

Peter Hammill – voice, guitar, keyboards


Gastmusiker:

David Lord – keyboards
David Jackson – saxophone, flute
Nic Potter – bass
Stuart Gordon – violin
John Ellis – guitar


Label: Fie! Records


Erscheinungsdatum: 1992


Stil: Art Rock


Trackliste:

1. I Will Find You (4:48)
2. Curtains (5:49)
3. His Best Girl (5:05)
4. Oasis (5:44)
5. Incomplete Surrender (6:43)
6. Fireships (7:27)
7. Given Time (6:38)
8. Reprise (4:22)
9. Gaia (5:34)

Gesamtspieldauer: 52:14




Ruhig, ganz ruhig ist das achtzehnte Studio-Album des Peter Hammill geraten, welches 1992 bei Fie! Records veröffentlicht wurde. Ganz ungewöhnlich ist diese Musik zwar nicht für den Briten, doch in diesem Ausmaß an ruhiger Musik stellt „Fireships“ schon eine Besonderheit dar. Denn auf „Fireships“ gibt es sie überhaupt nicht mehr, die gesanglichen oder musikalischen Explosionen, welche den regelmäßigen und treuen Hörerinnen und Hörern des Peter Hammill so vertraut sind.

Nun, experimentell oder aber progressiv wirkt „Fireships“ wahrlich nicht. Sanft ist sie, diese Platte und ruhig und melodiös. Und ich kann auch durchaus nachempfinden, wenn diese Scheibe bei vielen Fans als eine der langweiligsten gehandelt wird, die der Brite jemals veröffentlichte. Ich hatte mir die Scheibe im April 1992 gekauft, etwa einen Monat nach dem Erscheinen. Und zugegebenermaßen erinnerte mich hauptsächlich die Stimme des Peter Hammill an eben jenen Peter Hammill, der immer mit seiner Musik zu überraschen verstand. Allerdings war der ganze Rest, die Musik selbst also, schon relativ ungewöhnlich für den Sänger und Gitarristen von Van Der Graaf Generator. So gar keine Aufregung? So gar kein Ausbruch? Nur noch sanfte Musik? Und dann blieb das Album lange im Plattenschrank stehen und wurde von mir hauptsächlich aufgrund des tollen und wirklich sehenswerten Covers bewundert.

Jetzt, viele Jahre später – und speziell für diese Seiten hier – wird alles noch mal sehr genau durchgehört. Nun, die Musik ist immer noch dieselbe, jedoch erscheint sie mir sehr viel spannender, als noch vor zwanzig Jahren. Klar wirkt das immer noch alles sehr langsam, gesetzt und getragen, jedoch nun auch schön, melodiös und das Ohr umgarnend. „Fireships“ ist plötzlich ein eingängiges Album geworden, welches das Spektrum des Peter Hammill noch um einige Facetten erweitert. Und „His Best Girl“ ist auf einmal ein Lied, welches man nicht mehr missen möchte, welches den Songkatalog des Peter Hammill um einen weiteren Höhepunkt erweitert.

Fazit: Nicht das beste Album des Peter Hammill, ganz klar, jedoch ein anderes. Sanfte Töne, keinerlei Aufregung und viel Melodiösität kennzeichnen das achtzehnte Album des Peter Hammill. „Fireships“ mag auf das erste Hören hin durchaus langweilig klingen. Immer wieder gehört oder sehr viel später noch mal genossen, wirkt jedoch auch diese Scheibe. Manches Mal lohnt es sich wirklich, eine Platte mal ruhen zu lassen und sie später noch mal intensiv zu entdecken. Neun Punkte.

Anspieltipps: Curtains, His Best Girl



Samstag, 21. November 2015

Rome – Confessions D’Un Voleur D’Ames




Rome – Confessions D’Un Voleur D’Ames


Besetzung:

Jerome Reuter – music and lyrics


Gastmusiker:

Jos Boggiani – additional spoken words
Rupert Kraushofer – additional spoken words
Michel Reuter – additional spoken words


Label: Trisol


Erscheinungsdatum: 2007


Stil: Experimental Folk, Neofolk


Trackliste:

1. Ni Dieu Ni Maitre (2:41)
2. The Consolation Of Man (2:32)
3. Le Carillon (0:54)
4. Der Wolfsmantel (3:26)
5. Querkraft (4:56)
6. The Torture Detachment (6:01)
7. Le Voile De L'Oubli (3:05)
8. The Joys Of Stealth (3:30)
9. This Twisted Crown (2:26)
10. Novemberblut (5:15)
11. Wilde Lager (4:03)
12. L'Adieu Aux Anciens (4:11)

Gesamtspieldauer: 43:07




„Ave Caesar, morituri te salutant“. Übersetzt heißt das „Heil dir, Caesar, die Todgeweihten grüßen dich!“ Diese Worte wurden den Gladiatoren zugeschrieben, wenn sie in die Arena traten, um dort um ihr Leben zu kämpfen – stimmt wohl nicht ganz, klingt jedoch überzeugend. Nun, wenn in den Köpfen der Gladiatoren dann noch entsprechende Musik benötigt worden wäre, die diese vielleicht vorhandene Verzweiflung widerspiegeln würde, dann wäre das vielleicht „Confessions D’Un Voleur D’Ames“ von der luxemburgischen Band Rome gewesen. Viel trauriger, trister, maroder und auch verzweifelter kann Musik wohl kaum entsprechende Atmosphären darstellen.

„Confessions D’Un Voleur D’Ames“ ist das zweite Album von Rome, dieser Band, die damals nur aus Jerome Reuter bestand, der alles selbst einspielte und sich nur beim gesprochenen Wort, wohl aus Gründen der Abwechslung, noch Hilfe in Form anderer Sprecher suchte. Veröffentlicht wurde das Album im Jahr 2007 auf dem Label Trisol. Die Musik ist ruhig, sehr ruhig und eben, wie bereits erwähnt, sehr traurig gehalten. Die Instrumentierung ist niemals aufdringlich, wirkt niemals „laut“, ohne dabei jedoch leise zu sein. Immer zurückhaltend, passt sich der allgemeinen Nachdenklichkeit, dieser schweren Melancholie bestens an. Man hört viele Stimmen, Hintergrundgeräusche und ein Titel wird dann auch schon mal mittels des Geräuschs eines Schusses beendet. Alles auf „Confessions D’Un Voleur D’Ames“ klingt irgendwie nach Vergänglichkeit.

Die einzelnen Lieder auf dieser zweiten Platte des Jerome Reuter sind zumeist sehr melodiös, gehen ins Ohr. Trotzdem erreichen sie noch nicht diese Eingängigkeit, für die die Musik von Rome in späteren Jahren stehen wird. Nichtsdestotrotz sind die zwölf Titel auf dieser Platte zumeist zarte harmonische Stücke, in denen manches Mal ein etwas martialischeres Fünkchen aufflammt, um danach sofort wieder zu verglimmen. Packend ist das auf jeden Fall. Die Lieder werden wieder in Englisch eingesungen, auch wenn die einzelnen Titel auch deutsche und französischen Namen tragen. Allerdings finden sich diese Sprachen dann bei den gesprochenen Worten.

Fazit: Sehr intensive Musik hat Jerome Reuter auf „Confessions D’Un Voleur D’Ames“ gepackt. Sehr traurige und bewegende Musik. Wieder mal etwas, was Menschen mit depressiven Episoden definitiv meiden sollten, denn diese Lieder gehen unter die Haut. Zwar erreichen sie noch nicht ganz die Qualität späterer Werke, lohnenswert zu hören ist das jedoch auf alle Fälle. Am besten allerdings an einem schönen sonnigen Juni Tag, denn dann kann echt nichts passieren. Zehn Punkte.

Anspieltipps: The Consolation Of Man, Querkraft, The Torture Detachment, The Joys Of Stealth



Freitag, 20. November 2015

Cutters – Sonic Wave Love




Cutters – Sonic Wave Love


Besetzung:

Pete Wilhoit – drums, percussion, backing vocals
Bill Maki – keyboards, sampler, percussion
Rob Calder – bass, backing vocals, twelve string guitar
Tommy Berry – vocals, acoustic and electric guitars


Gastmusiker:

Dave Cocalis – backing vocals
Darren Chertkoff – backing vocals


Label: BMG Entertainment


Erscheinungsdatum: 1999


Stil: Alternative Rock


Trackliste:

1. Satisfied (3:59)
2. Plot Line (3:34)
3. Freedom Runs (4:39)
4. Hero (4:03)
5. Watching (3:02)
6. As I Fly (3:44)
7. Genie (5:52)
8. Gilgamesh (3:04)
9. Big Top (3:34)
10. Belly Down (3:03)
11. Happy Water (4:25)
12. 26 Days (6:12)

Gesamtspieldauer: 49:17




Ich weiß manches Mal ehrlich gesagt gar nicht mehr, wie in an dieses oder jenes Album kam. Und ab und an wird es noch schwieriger, da ich noch nicht mal mehr die Band eines bestimmten Albums kenne. Das passiert zwar nur sehr selten, sehr, sehr selten sogar, aber es passiert. Nun, dann informiere ich mich noch mal über die Band im Internet, höre das Album intensiv und mehrmals durch und mache mir auf diese Weise ein Bild. Blöde nur, wenn man dann auch im Internet nichts über diese Band findet… So ging es mir bei den Cutters und ihrem Album „Sonic Wave Love“. Die Band stammt aus den USA und ich habe das Album wohl am 17.10.1999 gekauft. Das Datum stimmt, das Kaufen wohl auch, da am 17. Oktober weder Weihnachten noch mein Geburtstag stattfindet – und so unter der Zeit bekomme ich selten Musik geschenkt.

Egal, jetzt zur Musik, denn die ist gar nicht mal schlecht. Alternative Rock spielen die Cutters und zwar einen der Sorte, der sehr schnell ins Ohr geht. Gleich beim ersten Durchlauf fällt das auf. Auf „Sonic Wave Love“ findet man nichts, was irgendwie nervt oder störend wirkt. Die vier Musiker haben sehr viel Wert auf Eingängigkeit gelegt. Die Melodien sind allesamt absolut harmonisch gehalten und wirken nach. Dabei gibt es auf dieser Scheibe mitunter zwar sehr getragene Musik zu hören, durchaus von Gitarren dominiert, jedoch wird überwiegend gerockt. Zwar nicht auf die ganz harte Tour, doch ganz sicher in einer Art und Weise, die Freunde der härteren Töne sanft lächelnd nicken lässt.

Fazit: Alles hat seine Qualität auf „Sonic Wave Love“ von den Cutters. Der Stil kann bestens mit melodischem Alternative Rock umschrieben werden und Ausfälle gibt es keine zu beklagen. Die Scheibe schafft es sogar noch mit den weiteren Durchgängen zu wachsen. Auch wenn es vielleicht keinen absolut herausragenden Titel gibt, so lohnt sich das Album trotzdem vor allem für Leute, die auf radiotauglichen Alternative Rock stehen. Viel Erfolg scheint die Band damit allerdings nicht gehabt zu haben, denn „Sonic Wave Love“ kann man für bereits einen Cent käuflich erworben werden. Und wenn man in der heutigen Zeit auch so wenig Spuren im Internet hinterlässt… Acht Punkte.

Anspieltipps: Plot Line, Freedom Runs, Hero, 26 Days



(Leider ist auf You Tube nichts zu finden…)