Sonntag, 8. Mai 2016

Werner Schmidbauer – Schmidbauers




Werner Schmidbauer – Schmidbauers


Besetzung:

Werner Schmidbauer – Gesang, Gitarren, Mundharmonika


Gastmusiker:

Ozzy Schaller – Gitarren, Mandoline, E-Bow
Roald Raschner – Piano, Orgel, Akkordeon
Alex Klier – Bass
Tommy Eberhardt – Schlagzeug, Perkussion
Valerie McCleary – Chor
Ecco di Lorenzo – Chor
Rolf Berger – Chor, Schlagzeug auf „Haben“ und „Was Dua I“
Jens Ohly – Bass auf „Haben“ und „Was Dua I“
Oliver Ringleb – Piano auf „Haben“ und „Hätt‘ I bloß“
Karl „Bumi“ Fian – Trompete, Flügelhorn
Christian Radovan – Posaune
Martin Fuss –Saxophon
Franz Trojan – Schlagzeug auf „Schwester“
Klaus Waschke – Geige auf „Haben“


Label: BMG


Erscheinungsdatum: 1994


Stil: Liedermacher


Trackliste:

1. Loan Di An Mi (4:36)
2. I Bin Frei (4:16)
3. Strandlied (3:21)
4. I Bin Liaber I (3:48)
5. Da Drauf Drink Ma Oan (3:48)
6. Mia Gengan Alle Unsern Weg (5:41)
7. Was Dua I (Bisld Und Schnaufd) (4:14)
8. Schwester (4:27)
9. Scho Wieder So Friah Dunkel (5:01)
10. Ausrast (5:40)
11. Haben (2:29)
12. Hätt' I Bloß (4:37)
13. Da Wo De Leit San (2:31)

Gesamtspieldauer: 54:35




„Schmidbauers“, so nannte Werner Schmidbauer sein erstes Studio-Album, welches im Jahr 1994 auf dem Label BMG veröffentlicht wurde. Zu hören ist darauf Gitarren-lastige Liedermacher- bis Folk-Musik, die allerdings auch mal swingt und sogar Big-Band-Sound-Anleihen aufweisen kann und dann doch wieder im deutschen Pop mündet. Die Sprache ist dabei bayerisch. Diese zu verstehen, dürfte allerdings auch für Norddeutsche kein Problem sein.

Das klingt auch alles im ersten Moment ganz nett und eingängig, weist nur leider das Manko auf, dass mit jedem Titel, je länger er dauert, eine irgendwie geartete Langeweile entsteht und man darauf wartet, wann denn nur endlich etwas passiert. Die Scheibe läuft so durch, ohne irgendwelche Spuren zu hinterlassen, länger hängenzubleiben. Und dabei klingt das, was es auf „Schmidbauers“ zu hören gibt, durchaus eingängig und melodiös – trotzdem fehlt dem Ganzen irgendwie die letzte, so entscheidende und schwer zu beschreibende Zutat, die „normale“ Musik zu einer besonderen Musik werden lässt.

Auf „Schmidbauers“ herrscht insgesamt eine sanfte und ruhige Atmosphäre, die sich auch über die ganze Scheibe hinwegzieht. Trotzdem weist die Musik insgesamt durchaus Abwechslung auf, was nicht zuletzt an den unterschiedlichen Instrumentierungen liegt. Wenn dann allerdings so Pseudo-Country-Spaß-Klänge wir bei „Haben“ ertönen, dann wird es wirklich hart. Dazu gesellt sich dann auch noch ein unfassbar schlechter Text und es bleibt einem nichts anderes übrig, als doch zur Fernbedienung zu greifen und diesem unsäglichen Treiben ein Ende zu setzen.

Fazit: Ganz nett klingt „Schmidbauers“ von Werner Schmidbauer manchmal. Leider auch manchmal fast schon unsäglich. Zumeist ist die Musik allerdings durchaus eingängig und melodiös, wenn sie auch nie bis ganz zum Schluss überzeugen kann. Für Freundinnen und Freunde von bayrisch angehauchtem Pop sicherlich noch am ehesten geeignet – für alle anderen wohl eher nicht so wichtig. Sechs Punkte.

Anspieltipps: I bin frei, Strandlied, Ausrast



Samstag, 7. Mai 2016

Mark Knopfler – Sailing To Philadelphia




Mark Knopfler – Sailing To Philadelphia


Besetzung:

Mark Knopfler – vocals, guitars


Gastmusiker:

Richard Bennett – guitars, string instruments
Jim Cox – piano, hammond organ
Guy Fletcher – keyboard, backing vocals
Glenn Worf – bass
Chad Cromwell – drums
James Taylor – vocals
Van Morrison – vocals
Gillian Welch – vocals
David Rawlings – vocals
Glenn Tilbrook – vocals
Chris Difford – vocals
Duane Starling – vocals
Chris Willis – vocals
Aubrey Haynie – violin
Paul Franklin – pedal steel guitar, lap steel guitar
Danny Cummings – percussion
Mike Haynes – flugelhorn
Jim Hoke – autoharp, harmonica
Jim Horn – baritone saxophone, tenor saxophone
Wayne Jackson – trumpet
Harvey Thompson – tenor saxophone
Frank Ricotti – marimba


Label: Mercury Records


Erscheinungsdatum: 2000


Stil: Rock


Trackliste:

1. What It Is (4:57)
2. Sailing To Philadelphia (5:29)
3. Who's Your Baby Now (3:06)
4. Baloney Again (5:09)
5. The Last Laugh (3:22)
6. Silvertown Blues (5:32)
7. El Macho (5:29)
8. Prairie Wedding (4:26)
9. Wanderlust (3:52)
10. Speedway At Nazareth (6:23)
11. Junkie Doll (4:35)
12. Sands Of Nevada (3:58)
13. One More Matinee (4:05)

Gesamtspieldauer: 1:00:30




„Sailing To Philadelphia“ betitelte Mark Knopfler sein zweites Solo-Album, welches im September 2000 auf dem Label Mercury Records veröffentlicht wurde. Und natürlich hört man ihn heraus, den „Macher“ der Dire Straits, ihren Sänger und Gitarristen. Das liegt zum einen am Klang dieser unverwechselbaren Gitarre und natürlich auch am Gesang des Mark Knopfler, der auf seine Art und Weise sehr unspektakulär, jedoch ebenfalls ziemlich unverwechselbar klingt.

Sehr sanft hört sich die Musik des Mark Knopfler auf „Sailing To Philadelphia“ an. Dieses Album ist gleichzeitig seine mit großem Abstand erfolgreichste Solo-Platte geworden. In nahezu jedem westlichen Land platzierte sich die Scheibe in den Charts und erreichte dort dann Gold- beziehungsweise Platin-Status. Verwunderlich ist das nicht sonderlich, denn die Musik auf „Sailing To Philadelphia“ ist äußerst eingängig, wenn auch nicht sonderlich spektakulär, wie es noch die der Dire Straits immer wieder war. Aber die einzelnen Titel haben durchaus was und bleiben, zum Teil auch länger, im Ohr hängen. Dies alles natürlich immer unter der Voraussetzung, dass man mit den eher sanfteren Tönen auch etwas anzufangen weiß.

Ein Höhepunkt der Scheibe ist der durchaus etwas flottere, im Mid-Tempo gehaltene Opener „What It Is“. Schön hier auch der Einsatz der Violine, die diesen Titel deutlich aufwertet. Ebenfalls zu den Highlights kann man das Titellied „Sailing To Philadelphia“ zählen, welches die Geschichte von Charles Mason und Jeremiah Dixon erzählt, die die Grenze zwischen Pennsylvania und Maryland, Delaware sowie Virginia in den 1760er Jahren etablierten, die dann lange als die Grenze zwischen den Nord- und Südstaaten galt. Auch der „Silvertown Blues“, „Wanderlust“ und „Speedway At Nazareth“ gehen ziemlich schnell ins Ohr und gerade die Nummer „Wanderlust“ hätte mit ihrer zerbrechlichen Stimmung perfekt auf das Dire Straits-Album „Brothers In Arms“ gepasst. „Speedway At Nazareth“ streichelt dagegen fast schon das Genre Country, ohne jedoch komplett darin beheimatet zu sein. Nun, anstatt dieser Lieder hätte ich auch andere Nummern als Höhepunkte nennen können. Die Musik auf „Sailing To Philadelphia“ wirkt und dies bei durchaus bei allen der dreizehn Stücke.

Fazit: Sanfte und warme Musik gibt es auf „Sailing To Philadelphia“ zu hören. Die Melodien der einzelnen Lieder wissen durchaus zu überzeugen und gehen ins Ohr. Allgemein ist die Stimmung des Albums sehr ruhig gehalten und eindeutig Mark Knopfler zuzuordnen. Das ist zwar zumeist keine Dire Straits Musik mehr, allerdings Verweise darauf hört man in vielen Akkorden. „Sailing To Philadelphia“ macht Spaß, wenn man auf unaufgeregte und sanfte Musik steht, die für die stillen Momente des Lebens gedacht ist. Elf Punkte.

Anspieltipps: Sailing To Philadelphia, Silvertown Blues, Junkie Doll



Freitag, 6. Mai 2016

Tindersticks – Tindersticks




Tindersticks – Tindersticks


Besetzung:

Stuart Staples – vocals, guitar
David Boulter – keyboards
Neil Fraser – guitar
Dickon Hinchliffe – violin
Mark Colwill – bass guitar
Alistair Macaulay – drums


Gastmusiker:

Terry Edwards – trumpet, soprano saxophone on "The Not Knowing"
Martin Harman – oboe on "The Not Knowing"
Rosie Lindsell – bassoon on "The Not Knowing"
Ian Bishop – clarinet on "The Not Knowing"


Label: Island Records


Erscheinungsdatum: 1993


Stil: Alternative Pop, Independent Rock


Trackliste:

1. Nectar (2:40)
2. Tyed (4:10)
3. Pt 1 (0:41)
4. Whiskey & Water (5:51)
5. Blood (4:51)
6. City Sickness (4:00)
7. Patchwork (4:40)
8. Marbles (4:30)
9. The Walt Blues (1:08)
10. Milky Teeth (2:52)
11. Sweet Sweet Man Pt 2 (1:05)
12. Jism (6:03)
13. Piano Song (2:40)
14. Tie-Dye (3:59)
15. Raindrops (6:14)
16. Pt 3 (1:45)
17. Her (3:29)
18. Tea Stain (2:07)
19. Drunk Tank (4:44)
20. Paco De Renaldo's Dream (4:22)
21. The Not Knowing (4:59)


Bonus CD der remasterten Wiederveröffentlichung (Demos):

1. The Sorrow The Joy Brings (4:04)
2. Fruitless (2:02)
3. Whiskey & Water (5:39)
4. For Those... (3:58)
5. Blood (4:49)
6. City Sickness (4:14)
7. Patchwork (4:23)
8. Raindrops (5:38)
9. Piano Song (4:46)
10. A Sweet Sweet Man (4:51)
11. Visiting (5:25)
12. Drunk Tank (5:41)

Gesamtspieldauer: CD1 (1:17:01) und CD2 (55:36): 2:12:37




Das selbstbetitelte Debutalbum der Tindersticks, die ihren Namen angeblich daher haben, dass Sänger und Gitarrist Stuart Staples an einem griechischen Strand ein Päckchen deutscher Streichhölzer fand, wurde im Oktober 1993 auf dem Label „This Way Up“ veröffentlicht. Zu hören gibt es darauf wahrlich faszinierenden Alternative Pop bis Rock, der durch sein Melodiösität, wie durch den Einsatz von Instrumenten auffällt, die ansonsten in der populären Musik deutlich weniger Einsatz finden.

Oboe, Fagott, Trompete, Klarinette und Violine haben einen festen Platz in der Musik der Tindersticks, die dabei allerdings nicht versuchen, nach klassischer Musik zu klingen. Vielmehr handelt es sich bei der Musik der Band aus Nottingham um eine sehr melodiöse Ausprägung der Genre Pop bis Rock, die mit viel Gefühl Stimmungen und Atmosphären zu erzeugen versucht – was den Tindersticks auch gelingt. Manches Mal klingt dies alles sehr zerbrechlich, wenn Sänger Stuart Staples seine Worte auch eher haucht als singt. Dann jedoch kann sich das Ganze auch deutlich kraftvoller anhören, ohne dabei jedoch in die Ecke des härteren Rocks auch nur leicht zu tangieren.

Seine erste Veröffentlichung gleich in Form einer Doppel-LP beziehungsweise einer CD zu beginnen, bei der man die technisch mögliche Laufzeit fast völlig ausschöpft, ist sicherlich ein gewagtes Vorgehen. Im Falle der Tindersticks allerdings ein absolut gelungenes Unterfangen. 21sehr intensive und sehr melodiöse Titel gibt es auf der Scheibe zu hören (auf der Doppel-LP sind es 22 Lieder, da hier zwischen „Nectar“ und „Tyed“ noch der Titel „Fruitless“ eingefügt wurde, der auf der remasterten CD in Form eines Demos auf der Bonus CD hinterlegt ist). Diese wirken zumeist verträumt und sanft, allerdings immer absolut intensiv. Trotzdem klingen die Tindersticks hier auch durchaus mal experimentell, versuchen sich immer neue Wege in ihrer Musik zu erschließen. Sehr gut ist der Kontrast in der Musik der Band an den letzten beiden Titel zu hören. „Paco De Renaldo's Dream“ ist dabei eine etwas schräg klingende Nummer, angefüllt mit Sprechgesang und zahlreichen Wortfetzen aus dem Hintergrund. Kein Lied, welches sofort ins Ohr geht. Das genaue Gegenteil folgt sogleich mit „The Not Knowing“. Oboe und Fagott sind hier zu hören, man fühlt sich zurückversetzt in das 17. Jahrhundert, sanft singt Stuart Staples hierzu, die Melodie des Stücks setzt sich sofort, beim ersten Hören, im Ohr fest und verliert auch nach sehr vielen Durchgängen nichts an ihrem Reiz.

Die Höhepunkte sind reich gesät auf diesem ersten Album der Tindersticks. Neben dem bereits erwähnten „The Not Knowing“ können da das rockige „Whiskey & Water“, das deutlich sanftere, fast nach 60ies-Pop klingende „Blood“, das auch als Single veröffentlichte und treibende „Milky Teeth“, das etwas getragen und ein klein wenig verschroben klingende „Jism“ oder das bedächtige „Raindrops“ überzeugen. Oder sind es doch ganz andere Titel? Reine Geschmackssache sicherlich, festzuhalten bleibt jedoch, dass hier sämtliche Lieder zu überzeugen wissen und dieses erste Album der Tindersticks mit jedem Titel gewinnt.

Die remasterte Auflage der Platte, die im Jahr 2004 auf Island Records veröffentlich wurde, enthält auf einer Bonus CD noch zwölf Demo-Versionen, die gar nicht immer als Demos auszumachen sind. Diese Lieder bestehen aus bereits auf dem Album vorhandenen Nummern, die hier nach alternativen Versionen klingen oder auch neuen Titeln. Von daher eine durchaus gelungene Erweiterung des Albums.

Fazit: Ein sehr überzeugendes und gelungenes Debut stellt dieses Album der Tindersticks dar. Wahrlich keine 08/15-Musik gibt es hier zu hören. Oftmals verträumten und sanften Pop zelebrieren die Briten auf dieser Scheibe, dessen Markenzeichen es darüber hinaus auch ist, mit Musikinstrumenten eingespielt worden zu sein, für die populäre Musik nicht ganz so typisch sind. Das klingt alles sehr intensiv und überzeugend, melodiös und eingängig und ist für alle diejenigen geeignet, die die offen sind für Ausprägungen der Pop-Musik, die nicht immer mit dem Strom mitschwimmen, sondern auch mal neue Wege gehen. Zwölf Punkte.

Anspieltipps: Whiskey & Water, The Not Knowing



Donnerstag, 5. Mai 2016

Plexi – Cheer Up




Plexi – Cheer Up


Besetzung:

Michael Angelos – vocals, bass
Michael Barragan – guitar, noises, minimoog, rhodes 88, vocals on "56"
Norm Block – drums, percussion


Gastmusiker:

Melora Creager – cello on "Ordinary Things", "Star Star"
Paul Roessler – keyboards on "Dayglo" and various other sounds


Label: Sub Pop


Erscheinungsdatum: 1996


Stil: Noise Rock, Punk, Rock


Trackliste:

1. Forest Ranger (4:01)
2. Dimension (2:25)
3. Roller Rock Cam (3:08)
4. Peel (5:02)
5. Dayglo (3:09)
6. Ordinary Things (4:01)
7. Bunny (2:08)
8. Change (2:58)
9. Fourget (2:20)
10. Mountains (3:01)
11. Magnet (2:30)
12. 56 (2:04)
13. Star Star (3:58)

Gesamtspieldauer: 40:48




Plexi war eine US-amerikanische Noise Rock Band, die aus den Musikern Michael Angelos (Gesang, Bass), Michael Barragan (Gitarre, Keyboards) und Norm Block (Schlagzeug) bestand. Aktiv war Plexi in der Zeit von 1993 bis 1999, wobei im Jahr 1996 das einzige Album der Band mit dem Titel „Cheer Up“ auf dem Label Sub Pop veröffentlicht wurde.

Das Genre „Noise Rock“ wird dabei wohl durch Titel wie „Dimension“ oder „56“ begründet. Zu einer Art „Hintergrundrauschen“, welches durch eine punkige Gitarre, geradliniges Getrommel und einem schnell gespielten Bass erzeugt wird, wird zusätzlich noch eher gegrölt als gesungen. Das klingt dann auch alles mehr nach Punk in Reinform, als nach sonst irgendetwas. Allerdings können Plexi auch anders klingen, rockig, wie beim Eröffnungstitel „Forest Ranger“ oder den etwas sanfteren „Ordinary Things“ und „Change“. Poppig wie beim letzten Stück „Star Star“, welches sogar mit Streichern aufzuwarten weiß. Und schließlich gibt es sogar experimentelle Ausflüge auf „Cheer Up“. Beim Titel „Bunny“ geht es nun sogar mehr um Atmosphären, eine Melodie findet man bei dieser Nummer absolut nicht mehr.

Somit stellt „Cheer Up“ ein sehr abwechslungsreiches Album dar. Verschiedene musikalische Genres werden hier bedient, die auf diesem Album allerdings sehr sinnig miteinander verwoben scheinen. Nichtsdestotrotz kann die Scheibe dann allerdings doch nicht restlos überzeugen. Die Musik klingt immer wieder gut, läuft jedoch häufig auch einfach nur so vorbei. Dabei hilft es auch nicht, „Cheer Up“ immer und immer wieder einzulegen. Es bleibt ein interessantes und abwechslungsreiches Album, was jedoch nicht zu begeistern weiß.

Fazit: Eine kleine Reise durch verschiedene musikalische Genres tritt man mit „Cheer Up“ von Plexi an. Ein gesundes Maß an Freude am Punk sollte man definitiv mitbringen, um mit der Scheibe „warm“ zu werden. Ich persönlich finde die rockigen Titel darauf am Gelungensten. Schlecht klingt das alles jedoch nicht und man ist eher überrascht, dass es für diese Band nur zu einem einzigen Album reichte. Acht Punkte.

Anspieltipps: Forest Ranger, Ordinary Things



Mittwoch, 4. Mai 2016

Golden Earring – Live




Golden Earring – Live


Besetzung:

George Kooymans – guitar, vocals
Rinus Gerritsen – bass guitar, keyboards
Barry Hay – flute, vocals
Cesar Zuiderwijk – drums
Eelco Gelling – guitar


Label: Polydor


Erscheinungsdatum: 1977


Stil: Rock, Live


Trackliste:

1. Candy's Going Bad (5:06)
2. She Flies On Strange Wings (8:10)
3. Mad Love's Comin' (9:53)
4. Eight Miles High (10:01)
5. Vanilla Queen (11:45)
6. To The Hilt (6:55)
7. Fightin' Windmills (8:26)
8. Con Man (9:09)
9. Radar Love (11:17)
10. Just Like Vince Taylor (6:25)

Gesamtspieldauer: 87:07




Das 1977 auf Polydor erschienene erste Live-Album der Niederländer von Golden Earring, gibt dem Hörer eine gute Übersicht über die Musik der Band Anfang bis Mitte der 70er Jahre. Aufgenommen wurde ein Konzert im „Rainbow Theatre" in London und diese dann auf Vinyl gepresste Veröffentlichung enthält dabei Titel von vier verschiedenen Solo-Platten. Das Album „Seven Tears“ aus dem Jahr 1971 ist dabei genauso mit einem Titel vertreten, wie „To The Hilt“ aus dem Jahr 1976. Das ebenfalls 1976 erschienene Album „Contraband“ steuert drei Nummern hinzu und vier Lieder stammen vom dem Klassiker Golden Earrings schlechthin, „Moontan“, aus dem Jahr 1973. Dazu gesellt sich die nur immer live gespielte Version des Byrds-Stücks „Eight Miles High“, welches in der Version von Golden Earring allerdings so gar nichts mehr mit dem Original zu tun hat.

Das Album wurde ursprünglich als Doppelalbum veröffentlicht. Zehn Titel enthält es allerdings lediglich, was bereits einiges über die Länge der einzelnen Stücke aussagt. Sehr schön kommt hier also der Live-Charakter dieser Platte zum Tragen, denn die einzelnen Lieder unterschieden sich deutlich von den Originalen auf den Studio-Platten, da die Musiker hier ihre Spielfreude einfach ungebremst auszuleben verstehen. Soll heißen, Soli und Instrumentalparts werden ausgeweitet und ausgedehnt – und das wahrlich immer nicht zu knapp. Dazu traf es sich gut, dass sich die Band mit dem Gitarristen Eelco Gelling verstärkte und dieser sich hier dann mit George Kooymans einige „Duelle“ während der Stücke liefern konnte.

Klar, die Platte ist sehr Gitarren-lastig und all jene werden damit Schwierigkeiten haben, die von einem Lied erwarten, dass es schnell zum Punkt kommt, kurz wirkt und dann endet. Alles das trifft hier nicht zu, eher im Gegenteil. Jedes Stück wird ausgeweitet und ausgewalzt, was den Live-Charakter der Platte natürlich nur noch unterstreicht. Der Sound der Aufnahme klingt für die damalige Zeit sehr gut, ich rede hier allerdings von der Platte, da es anscheinend zur CD-Veröffentlichung des Albums sehr unterschiedliche Meinungen gibt über die Qualität der Abmischung gibt. Die Titelzusammenstellung spiegelt jedoch sehr gut die Musik der Band wider, wenn man auch persönlich sicherlich das ein oder andere Lied mehr bevorzugt hätte. Allerdings ist gerade dieser Punkte absolut und reine Geschmackssache, wobei man es hier nie allen wird recht machen können.

Fazit: Richtig guten Gitarren-Rock hört man auf „Live“, der sehr verspielt istt, meist auch durchaus „hart“ klingt, allerdings trotzdem mit tollen Melodien aufwartet, die ins Ohr gehen. Viele der hier gespielten Soli sind zudem ein Ohrenschmaus und spiegeln, neben den Laufzeiten der einzelnen Lieder, sehr gut die Live-Atmosphäre der Platte wider. Der Sound wirkt ebenfalls, sodass „Live“ von Golden Earring eine sehr gelungene Scheibe geworden ist, die sich nicht nur für die Fans der Band, sondern auch für Rock-Freunde allgemein lohnt. Zwölf Punkte.

Anspieltipps: Eight Miles High, Vanilla Queen



Dienstag, 3. Mai 2016

Steve Hackett – Till We Have Faces




Steve Hackett – Till We Have Faces


Besetzung:

Steve Hackett – guitars, guitar synth, koto, rainstick, Etruscan guitar, marimba, percussion, harmonica, vocals


Gastmusiker:

Nick Magnus – keyboards, percussion, drum programming
Rui Mota – drums
Sérgio Lima – drums
Ian Mosley – drums, percussion
Waldemar Falcão – flute, percussion
Fernando Moura – rhodes piano
Ronaldo Diamante – bass
Clive Stevens – wind synthesizer
Kim Poor – Japanese voice on "Doll"
The Brazilian Percussionists – Sidinho Moreira, Junior Homrich, Jaburu, Peninha, Zizinho, Baca


Label: Start Recordings


Erscheinungsdatum: 1984


Stil: Pop Rock, ArtPop, Worldmusic


Trackliste:

1. Duel (4:50)
2. Matilda Smith-Williams Home For The Aged (8:04)
3. Let Me Count The Ways (6:06)
4. A Doll That's Made In Japan (3:57)
5. Myopia (2:56)
6. What's My Name (7:05)
7. The Rio Connection (3:24)
8. Taking The Easy Way Out (3:49)
9. When You Wish Upon A Star (0:51)

Gesamtspieldauer: 41:02




„Till We Have Faces“ nannte der Ex-Genesis-Gitarrist Steve Hackett sein achtes Soloalbum. Es erschien im Jahr 1984 auf dem Label Start Recordings, gilt gemeinhin bei den Fans des Briten als eines seiner schlechtesten Alben überhaupt, da es noch ein wenig weiter vom Progressive Rock der 70er Jahre abrückte und er stattdessen nun auch noch Worldmusic Klänge in seiner Musik verarbeitete. Dazu gesellt sich auch hier ein sehr gekünstelt klingender Sound, der durch den massiven Einsatz von Synthesizern hervorgerufen wird – was allerdings allgemein bei Musik der 80er Jahre keinen Seltenheitswert besitzt.

Nun, man hört auf „Till We Have Faces“ neben altbekannten Klängen auch ganz neue Töne von Steve Hackett. Bei „A Doll That's Made In Japan“ klingt es logischerweise ein wenig asiatisch, bei „Matilda Smith-Williams Home For The Aged“ hört man dagegen seltsamerweise brasilianische Trommler, die man jedoch einfach nicht in einen Kontext mit dem Text des Liedes bringen kann. Dann gibt es auch solch unsägliche Blues-Versuche wie das wirklich grausame „Let Me Count The Ways“. Was den guten Steve Hackett da geritten hat, auf dieses Genre auch noch aufzuspringen, das wird wohl ewig sei Geheimnis bleiben. Wenn das Stück denn wenigstens noch gut wäre… Ganz schlimm.

„Myopia“ ist auch eine nicht gelungene Nummer, die wohl nach New Wave oder ähnlichem klingen soll. Allerdings richtig katastrophal wird die Musik auf „Till We Have Faces“ bei der Nummer „Taking The Easy Way Out“. Solch einen Kitsch hält man kaum aus. Und hier kommt auch sehr stark zur Geltung, dass Steve Hackett einfach nicht singen kann, zumindest konnte er guten Gesang hier, auf dieser Scheibe, nur sehr selten überzeugend nachweisen. „Duell“ ist eine ganz typische Steve Hackett Nummer und noch eines der gelungensten Stücke des Albums. Ein klein wenig hört man hier auch seine musikalischen Wurzeln heraus, auch wenn diese Nummer eher ein Pop-Rock-Lied ist. Die ist wohl auch „What’s My Name“, doch gestaltet sich diese Nummer sogar noch ein wenig aufwändiger. Auch dieses Lied klingt abschnittweise ein wenig asiatisch, wartet allerdings mit mehreren Abschnitten auf, geht ins Ohr und ist für mich der mit Abstand gelungenste Titel der ganzen Scheibe. Eine ewig lange Rhythmuseinleitung mündet hier schließlich in den Hauptteil, der dann, ausnahmsweise für „Till We Have Faces“, doch mal melodiös ist.

Fazit: Die Platten des Steve Hackett in den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts waren allesamt nicht sehr überzeugend. Auch „Till We Have Faces“ bestätigt diesen Eindruck. Das Album wartet mit einer kruden musikalischen Genre-Mixtur auf, die einen eher ratlos als interessiert zurücklässt. Bei „Till We Have Faces“ kann man durchaus fast schon von Worldmusic sprechen. Gelungen sind auf der Scheibe zwei Lieder. Der Opener „Duell“ sowie das wirklich gelungene „What’s My Name“. Etwas dürftig für insgesamt neun Lieder. Allerdings: Schönes und interessantes Cover. Sechs Punkte.

Anspieltipps: What’s My Name



Montag, 2. Mai 2016

Men At Work – Business As Usual




Men At Work – Business As Usual


Besetzung:

Greg Ham – flute, keyboards, saxophone, background vocals, lead vocals (Helpless Automaton)
Colin Hay – guitar, lead vocals
John Rees – bass, background vocals
Jerry Speiser – drums, background vocals
Ron Strykert – guitar, background vocals


Label: Columbia Records


Erscheinungsdatum: 1981


Stil: Pop, New Wave


Trackliste:

1. Who Can It Be Now? (3:25)
2. I Can See It In Your Eyes (3:32)
3. Down Under (3:45)
4. Underground (3:07)
5. Helpless Automaton (3:23)
6. People Just Love To Play With Words (3:33)
7. Be Good Johnny (3:39)
8. Touching The Untouchables (3:41)
9. Catch A Star (3:31)
10. Down By The Sea (6:53)

Gesamtspieldauer: 38:11




Die australische Band Men At Work wurden nach dem Erscheinen ihres ersten Albums „Business As Usual“ nur so mit Preisen überschüttet. Beste Debut-Single für „Who Can It Be Now?“, „Best New Album” für die Platte selbst, schließlich auch „Best New Artist” und es kamen noch weitere Auszeichnungen hinzu. Mit „Business As Usual“ starteten die fünf Australier also gleich so richtig international durch, nachdem die Scheibe im November 1981 auf Columbia Records veröffentlicht worden war.

Die Musik auf „Business As Usual“ ist auch durchaus gelungen und macht Laune. Vor allen Dingen die beiden Hits der Platte, „Who Can It Be Now?“ und „Down Under“ stehen dabei an erster Stelle der Unterhaltungsskala. Beides sind Lieder, richtig gute Ohrwürmer, die man einmal gehört, so schnell nicht wieder vergisst und welche auf jeder 80ies Revival Party oder entsprechender Disco zu den Höhepunkten zählen, auf welche die Zuhörer sehnsüchtig warten.

Die restlichen acht Nummern der Platte laufen dagegen manchmal leider einfach nur mehr so mit. Zwar klingen diese zum Teil auch ganz „nett“, haben allerdings längst nicht mehr das Potenzial, sich auch längerfristig bei der Hörerin beziehungsweise beim Hörer festzusetzen. Sehr lässig klingt die Band allerdings auch hier zum Teil. Am meisten gelungen sind da die beiden letzten Titel der Platte „Catch A Star“ und „Down By The Sea“ sowie das Lied „Underground“, bei dem ebenfalls dem Saxophon eine tragende Rolle zukommt und welches mit gelungenen Stimmungswechseln arbeitet.

Fazit: Men At Work haben mit „Business As Usual” ein fröhliches und sehr entspanntes Bild von ihrer Heimat gezeichnet. Die Platte enthält zwei wirklich tolle Nummern und noch einige weitere überzeugende Titel. Das Schöne an diesem Album ist des Weiteren, dass es kein Füllmaterial aufweist. Auch wenn nicht alles restlos überzeugt, gut hörbar ist jede Nummer der Platte. Zu hören gibt es auf „Business As Usual” also eine Mischung aus Pop und New Wave, die an Sommer, Sonne und Sorgenfreiheit erinnert. Eine Platte, die es schafft, einem ein Lächeln auf die Lippen zu zaubern. Neun Punkte.

Anspieltipps: Who Can It Be Now?, Down Under



Sonntag, 1. Mai 2016

Fields Of The Nephilim – Earth Inferno




Fields Of The Nephilim – Earth Inferno


Besetzung:

Carl McCoy – lead vocals
Tony Pettitt – bass
Paul Wright – lead guitar
Peter Yates – rhythm guitar
Alexander "Nod" Wright – drums
Paul Chousmer – keyboards


Label: Beggars Banquet Records


Erscheinungsdatum: 1991


Stil: Gothic Rock, Live


Trackliste:

1. Intro (Dead But Dreaming)
…For Her Light
…At The Gates Of Silent Memory
    (Paradise Regained) (16:11)
5. Moonchild (5:25)
6. Submission (7:41)
7. Preacher Man (4:51)
8. Love Under Will (6:17)
9. Sumerland (8:28)
10. Last Exit For The Lost (10:18)
11. Psychonaut (9:06)
12. Dawnrazor (9:10)

Gesamtspieldauer: 1:17:31




Auf ihrem ersten Live-Album mit dem Titel „Earth Inferno“, schaffen es die Fields Of The Nephilim gar nicht mal so gut, die Live-Atmosphäre eines Konzertes über die Schallplatte beziehungsweise die CD zu transportieren – trotzdem lohnt sich diese Scheibe. Und sie lohnt sich immer dann, wenn man als Hörerin oder Hörer auf Gothic Rock oder aber auf fast schon meditativen Rock steht. Die Platte besteht aus Liedern der ersten drei Studioalben und wurde erweitert um die Nummer „Preacher Man“, die dann auch auf der erweiterten CD-Ausgabe des ersten Albums, „Dawnrazor“, zu hören ist – nicht jedoch auf der Platten-Veröffentlichung dieser Scheibe. Schließlich gibt es hier auch noch den Titel „Psychonaut“ zu hören, der ebenfalls auf keinem Album zu hören war und auch auf den Wiederveröffentlichungen bisher keine Beachtung fand.

Die Musik auf dieser Scheibe gibt kein einzelnes Konzert wieder, sondern wurde aus drei Konzerten der „Sumerland Tour“ des Jahres 1990 zusammengesetzt. Diese Konzerte fanden statt am 4. August im Wolverhampton Civic Centre, in der Brixton Academy am 6. Oktober sowie in der Hamburger Sporthalle am 6. November 1990. Das Album wurde schließlich im April 1991 auf Beggars Banquet Records veröffentlicht und erreichte zumindest in England Platz Nummer 39 der Charts.

Zu hören ist auf „Earth Inferno“ Gothic Rock vom Feinsten. Dunkel, rockig, melodiös und ins Ohr gehend, vibrierend, immer wieder begeisternd und in den langen Instrumentalpassagen durchaus auch mal meditativ klingend. Wer auf düstere und lange rhythmische Abschnitte in der Musik steht, wird begeistert sein. Vielleicht übertreibt es Sänger Carl McCoy an der ein oder anderen Stellen mal, wenn es wirklich sehr danach klingt, dass hier gerade ein Untoter seine Weisen zum Besten gibt, jedoch passt selbst das irgendwie perfekt zur Musik von Fields Of The Nephilim auf dieser Live-Platte. Allerdings ist natürlich gerade der Umstand der Live-Musik wieder mit einem kleinen Makel behaftet, wenn ein Live-Album aus mehreren Konzerten zusammengesetzt wurde. An der Tatsache, dass es sich bei „Earth Inferno“ um eine Platte handelt, die musikalisch absolut überzeugen kann, ändert dieser Umstand jedoch nichts.

Fazit: Eine wahrlich gelungenes Live-Album ist den Fields Of The Nephilim mit „Earth Inferno“ gelungen. Es ist dabei nicht die Live-Atmosphäre selbst, die hier großartig zu überzeugen weiß. Applaus hört man lediglich am Anfang und am Ende der Lieder, von einer Live-Stimmung bekommt man also nur relativ wenig mitgeliefert. Es ist die Musik selbst, die sehr kraftvoll aus den Boxen quillt. Allzu viel Abwechslung darf man da bei den Titeln der Fields Of The Nephilim jedoch nicht erwarten. Ganz im Gegenteil sogar, es ist eher eine fast schon monotone Redundanz, die die Stücke der Band hier so überzeugend und fast schon meditativ werden lässt. Auch auf Rock der etwas härteren Sorte sollte man stehen, um die Musik der Engländer wirklich genießen zu können. Ist dem so, steht dem Hörerlebnis nichts mehr im Wege. Elf Punkte.

Anspieltipps: Preacher Man, Last Exit For The Lost, Psychonaut



Samstag, 30. April 2016

Dire Straits – Brothers In Arms




Dire Straits – Brothers In Arms


Besetzung:

Mark Knopfler – guitars, lead vocals
John Illsley – bass, vocals
Alan Clark – keyboards
Guy Fletcher – synthesizer, backing vocals
Omar Hakim – drums
Terry Williams – drums


Gastmusiker:

Michael Brecker – tenor saxophone
Randy Brecker – trumpet
Malcolm Duncan – tenor saxophone
Neil Jason – bass
Tony Levin – bass
Jimmy Maelen – percussion
Michael Mainieri – vibraphone
Dave Plews – trumpet
Jack Sonni – guitar
Sting – backing vocals


Label: Vertigo Records


Erscheinungsdatum: 1985


Stil: Rock


Trackliste:

1. So Far Away (5:12)
2. Money For Nothing (8:26)
3. Walk Of Life (4:12)
4. Your Latest Trick (6:33)
5. Why Worry (8:31)
6. Ride Across The River (6:58)
7. The Man's Too Strong (4:40)
8. One World (3:40)
9. Brothers In Arms (7:00)

Gesamtspieldauer: 55:15




„Brothers In Arms“ heißt das fünfte Album der Dire Straits, welches im Mai 1985 auf dem Label Vertigo veröffentlicht wurde. Es ist die, mit etwa 30 Millionen Verkäufen, mit Abstand erfolgreichste Platte der Band, was Platz 24 in der Liste der best-verkauften Alben bedeutet. Ist die Ursache dafür nun, dass der Titel „Money For Nothing“ beim damals immer noch neuen MTV rauf und runter lief, das Album eine der ersten Alben war, welches vollständig in digitaler Form eingespielt wurde oder ist es die Qualität der Lieder insgesamt auf „Brothers In Arms“, die das Album so erfolgreich werden ließen? Zwar spielt MTV hierbei sicherlich keine untergeordnete Rolle und das Album wurde dadurch immens gepusht, allerdings ist die Musik auf dieser Platte wirklich so gut, dass sie einfach erfolgreich sein musste und den großen Erfolg begründete. Die parallel erfolgte Veröffentlichung als Schallplatte beziehungsweise als DDD Compact Disc, hatte wohl auf den Erfolg des Albums selber weniger Einfluss, denn diese Vorgehensweise war Mitte der 80er Jahre inzwischen gängiger Usus geworden. Allerdings war „Brothers In Arms“ das erste Album, welches sich in Form der CD besser verkaufte als in der Platten-Ausgabe, was die CD-Druckereien an ihre Kapazitätsgrenzen brachte, so groß war die Nachfrage. Dies alles, obwohl hier kein Bonustitel auf der digitalen Veröffentlichung vorhanden war. Allerdings wiesen die Lieder auf der Compact Disc zum Teil eine deutlich längere Laufzeit auf, die dann wohl als Kaufargument zugunsten der CD ausschlug.

Es ist die Mischung, die „Brothers In Arms“ ausmacht. Da sind zum einen die fröhlicheren, groovenden Titel wie „So Far Away“ oder „Walk Of Life“. Dann beinhaltet diese Scheibe auch eher rockige Nummern, wie das bereits erwähnte „Money For Nothing“ oder aber „One World“. Schließlich hört man auf „Brothers In Arms“ auch noch die von diesen vier Liedern etwas abgesetzten, sanfteren, nachdenklichen und bewegenden Titel wie „Your Latest Trick“, „Why Worry“, „Ride Across The River“, „The Man's Too Strong“ und das Titellied „Brothers In Arms“, wobei gerade die letztgenannten beiden Stücke unfassbar ergreifend sind, mit zu den besten Stücken der Dire Straits gehören und auch allgemein die populäre Rockmusik wunderbar bereichern.

Was allen Liedern auf „Brothers In Arms“ auf jeden Fall gemein ist, ist die Tatsache, dass sie alle sehr schnell ins Ohr gehen und es dabei ganz egal ist, ob sie etwas schneller oder langsamer eingespielt wurden. Dabei lohnt sich immer auch ein Blick auf die Texte, die wahrlich fast ebenso bewegend sind, wie die Musik selbst. Das wiederum macht ein Lied wie „Brothers In Arms“ so wunderbar intensiv, dass man in diese Musik einfach eintauchen muss, darin aufgehen kann, sich diese wärmende Auszeit geben sollte. Der Mix aus diesen flotteren und etwas ruhigeren Stücken ist auf „Brothers In Arms“ wahrlich gelungen. Trotzdem sind es die stillen Stücke, die diese Platte zu etwas Besonderem werden lassen, was auch nach über dreißig Jahren noch absolut hörenswert ist.

Fazit: „Brothers In Arms“ ist mit „Love Over Gold“ das beste Studio-Album, welches Mark Knopfler mit seinen Dire Straits seinen Hörerinnen und Hörern schenkte. Hierauf befindet sich Musik, die bewegt, was man nur von einer ausgewählten Anzahl von Platten behaupten kann. Das Besondere an „Brothers In Arms“ ist auch, dass es in den 80er Jahren entstand, als im Grunde genommen eine völlig andere Musikkultur herrschte, in der Vieles synthetisch und einfach klingen musste und nur so angenommen wurde. Es lohnt sich durchaus auch manchmal gegen den Strom zu schwimmen und auch zu hören. „Brothers In Arms“ beweist das. Zwölf Punkte.

Anspieltipps: The Man's Too Strong, Brothers In Arms



Freitag, 29. April 2016

The Doors – Weird Scenes Inside The Gold Mine




The Doors – Weird Scenes Inside The Gold Mine


Besetzung:

Jim Morrison – vocals
Robby Krieger – guitar
Ray Manzarek – piano, organ, marimba, bass, vocals on "(You Need Meat) Don't Go No Further"
John Densmore – drums


Gastmusiker:

Douglass Lubahn – bass on tracks 2, 4, 9, 16, & 21
Harvey Brooks – bass on tracks 3 & 14
Jerry Scheff – bass on all the L.A. Woman tracks
Ray Neapolitan – bass on tracks 4 & 10-11
Leroy Vinnegar – acoustic bass on track 9
Paul Harris – orchestral arrangements on track 17
George Bohanon – trombone on tracks 14 & 17
Champ Webb – English horn on tracks 14 & 17
Jesse McReynolds – mandolin on tracks 14 & 17
James Buchanan – fiddle on track 14
Marc Benno – rhythm guitar on track 15
Lonnie Mack – acoustic bass on track 20


Label: Elektra


Erscheinungsdatum: 1972


Stil: Psychedelic Rock


Trackliste:

LP/CD1:

1. Break On Through (To The Other Side) (2:25)
2. Strange Days (3:05)
3. Shaman's Blues (4:45)
4. Love Street (3:06)
5. Peace Frog / Blue Sunday (5:00)
6. The WASP (Texas Radio And The Big Beat) (4:12)
7. End Of The Night (2:49)
8. Love Her Madly (3:18))
9. Spanish Caravan (2:58)
10. Ship Of Fools (3:06)
11. The Spy (4:15)
12. The End (11:35)


LP/CD2:

13. Take It As It Comes (2:13)
14. Runnin' Blue (2:27)
15. L.A. Woman (7:49)
16. Five To One (4:22)
17. Who Scared You (3:51)
18. (You Need Meat) Don't Go No Further (3:37)
19. Riders On The Storm (7:14)
20. Maggie M'Gill (4:25)
21. Horse Latitudes (1:30)
22. When The Music's Over (11:00)

Gesamtspieldauer: 99:02




„Weird Scenes Inside The Gold Mine” heißt das erste Kompilationsalbum der Doors, welches nach dem Tode von Jimmy Morrison, ein halbes Jahr zuvor, veröffentlicht wurde. Nach „13“ ist es das zweite „Best Of…“-Album der Band. Der Titel des Albums „Weird Scenes Inside The Gold Mine” entstammt dabei einer Zeile des Liedes „The End“. Im Januar 1972 wurde das Doppelalbum veröffentlicht und darauf wurde auf einige Hits der Band wie „Light My Fire“, „Hello I Love You“ oder zum Beispiel „People Are Strange“ verzichtet. Stattdessen gibt es einige auch weniger bekannte Stücke der Band zu hören, die auf den Studio-Platten nicht so sehr im Rampenlicht standen.

Nun, es bleibt eine Kompilation, bei der es immer unterschiedliche Meinungen über die Zusammenstellung geben wird. Die Stimmung auf „Weird Scenes Inside The Gold Mine” ist eine sehr dunkle bis düstere, was bei einem Doors-Album allerdings nicht weiter überrascht. Auch wenn einige der Klassiker der Doors fehlen, so sind doch viele Meisterwerke der Band auf der Scheibe enthalten, die sich allerdings nicht lohnt, wenn man die Studio-Alben einzeln besitzt.

Daran ändert auch der Umstand nichts, dass hier zwei Lieder beigemischt wurden, die sonst bis dorthin nicht auf Platte erschienen waren. „Who Scared You“ war die B-Seite der Single „Wishful Sinful" aus dem Jahr 1969 und wurde erst im Rahmen des „The Doors: Box Set“ 1997 erneut veröffentlicht. Eine ganz nette Nummer, allerdings nicht sonderlich spektakulär. Etwas Besonderes, deswegen jedoch nicht unbedingt überzeugender, ist die zweite neue Nummer der Zusammenstellung. „(You Need Meat) Don't Go No Further“ ist ein Willie Dixon Cover, war ursprünglich die B-Seite der Single „Love Her Madly" aus dem Jahr 1971, ist ein Blues Rock Lied und ist dahingehend überraschend, weil hier Ray Manzarek beim Gesang zu hören ist. Jim Morrison war zur Zeit der Veröffentlichung bereits in Paris, wo er wenige Monate später dann verstarb. Dieser Titel wurde dann 2006, im Rahmen der zwölf CD umfassenden „Perception“-Box, erneut veröffentlicht.

Fazit: Besitzt man die Studio-Alben, benötigt man diese Zusammenstellung nicht. Da unterscheidet sich ein „Best Of…“-Album der Doors in keinster Weise von den Kompilationsplatten anderer Bands. Die Musik darauf ist natürlich klasse, wenn auch einige gute Titel fehlen. Für die beiden bis dato unveröffentlichten Stücke lohnt sich das Album keinesfalls. Elf Punkte.

Anspieltipps: Spanish Caravan, The End, Riders On The Storm, When The Music's Over









Donnerstag, 28. April 2016

Shoc Corridor – Train Of Events




Shoc Corridor – Train Of Events


Besetzung (Ohne Instrumentenangabe):

Andy Garnham
Paul Humphries
Paul O'Carroll
Sarah Panton


Gastmusiker:

John Du-Prez – brass
Nick – drums
Dids – percussion
Peter Griffiths – synthesizer


Label: Quiet Records


Erscheinungsdatum: 1984


Stil: Synthie Pop


Trackliste:

1. Garden Of Eden (3:20)
2. The Legendary Gertie (2:55)
3. My Secret In The East (5:41)
4. Nightshift Moves (2:25)
5. Holding Treasure (3:41)
6. Green Silence (2:28)
7. Almost In Walking Distance (3:12)
8. Fever (4:02)

Gesamtspieldauer: 27:44




Shoc Corridor war eine Anfang der 80er Jahre in London gegründete Synthie Pop bis New Wave Formation, die 1983 und 1984 insgesamt zwei Platten in unterschiedlichen Band-Zusammensetzungen veröffentlichte und sich 1984, nach dem Erscheinen von „Train Of Events“ und dem Selbstmord des Paul Humphries wieder auflöste.

Manchmal bin ich wahrlich überrascht, was ich da alles im Plattenschrank herumstehen habe, bei völliger geistiger Verfassung scheine ich jedoch nicht gewesen zu sein, als ich diese Platte erwarb. Wahrscheinlich war sie aber ein Geschenk, denn der hier zu hörende Synthie Pop mag zwar ganz passend für die 80er Jahre sein, jedoch trifft dies null mein musikalisches Beuteschema – und an ein aktives Kauferlebnis kann ich mich in diesem Fall auch nicht erinnern.

Auf „Train Of Events“ hört man Synthie Pop in Reinkultur. Leider verfügen diese Nummern noch nicht einmal über Melodien, die sich lohnen würden, um die Platte anzuhören. Mit nicht einmal 28 Minuten Spieldauer ist das auch eher eine EP, denn eine ganze LP. Schlimm und künstlich klingt das alles. Zwei Titel möchte ich allerdings trotzdem positiv herausheben. Zum einen das sehr esoterische „Green Silence“, ein Instrumentalstück, wie geschaffen für die Massagebank. Und dann ist da noch das ganze nette „Holding Treasure“, was jetzt wirklich mal über eine eingängige Melodie verfügt und in dem John Du-Prez mit seiner Trompete das Stück zusätzlich aufwertet.

Fazit: Synthie Pop Fans und Freunde künstlicher Musik können hier voll drauf einsteigen. Für alle anderen wird das deutlich schwieriger. Musik, fest verwurzelt in den 80er Jahren. Alles musste damals unfassbar elektronisch klingen und macht es im Fall von Shoc Corridor mit „Train Of Events“ auch. Alles sehr gewöhnungsbedürftig, wenn man auch mal den Klang einer Gitarre mag. Dazu ist die ganze Platte auch sehr kurz geraten. Vier Punkte.

Anspieltipps: The Legendary Gertie, Holding Treasure, Green Silence



Mittwoch, 27. April 2016

The Rolling Stones – Sucking In The Seventies




The Rolling Stones – Sucking In The Seventies


Besetzung:

Mick Jagger – lead and backing vocals
Keith Richards – electric and acoustic guitars, backing vocals
Ronnie Wood – electric, acoustic and slide guitar, backing vocals
Mick Taylor – electric, acoustic, and slide guitar, backing vocals
Bill Wyman – bass guitar, synthesizer
Charlie Watts – drums


Label: CBS Records


Erscheinungsdatum: 1981


Stil: Rock


Trackliste:

1. Shattered (3:46)
2. Everything Is Turning To Gold (4:06)
3. Hot Stuff (3:30)
4. Time Waits For No One (4:25)
5. Fool To Cry (4:07)
6. Mannish Boy (4:38)
7. When The Whip Comes Down (Live Version) (4:35)
8. If I Was A Dancer (Dance Pt. 2) (5:50)
9. Crazy Mama (4:06)
10. Beast Of Burden (3:27)

Gesamtspieldauer: 42:22




„Sucking In The Seventies“ ist eine der unzähligen „Best Of…“-Platten der Rolling Stones. Darauf enthalten ist Material vom 1974er Album „It's Only Rock 'n Roll” bis hin zum 1980er Album „Emotional Rescue“. Alle einzelnen Stücke, außer „Shattered" und „Everything Is Turning To Gold" wurden dabei neu editiert oder neu abgemischt. Die Nummer „When The Whip Comes Down" wurde dagegen in einer Live-Version hinzugefügt, die 1978 in Detroit aufgenommen worden war. Der einzige Nummer 1 Hit der Rolling Stones, der auch in diesen Zeitraum fiel, „Miss You", blieb dagegen unberücksichtigt.

Die Platte erreichte in den USA immerhin Rang 15 der Charts, in England konnte sie sich allerdings überhaupt nicht platzieren. Wenn man dabei berücksichtigt, dass die Lieder hier fast alle überarbeitet sind, nichts mehr dem Original entspricht, wundert man sich über die Erfolglosigkeit der Scheibe schon weniger. Und noch weniger dann, wenn man sich diese Musik zu Gemüte führt. Die Titel sind so etwas von langweilig, dass man im Grunde genommen nur zu dem Schluss kommen kann, dass die Band zu dieser Zeit ihrer Karriere lediglich noch vom alten Ruhm zehrte. Die Songauswahl präsentiert den Hörerinnen und Hörern jede Menge unmelodiösen Rock bis hin zum Rock’n’Roll und Blues Rock, der in meinen Ohren gerade noch mit belanglos und fürchterlich langweilig zu umschreiben ist. Einzige Ausnahme vielleicht „Beast Of Burdon“, obwohl dieses Lied in der Version von Bette Midler einfach auch besser klingt.

Fazit: Völlig sinnlos und sinnfrei eine „Best Of…“-Platte herauszubringen, auf der zum einen die Hits fehlen, bei der zum anderen die ursprünglichen Titel alle verändert abgemischt wiedergegeben werden. Das mag maximal den eingefleischten Rolling Stones Fan interessieren, alle anderen deutlich weniger. Und wenn dann auch noch dazu kommt, dass diese Lieder überhaupt nicht zünden, unfassbar belanglos klingen, dann hat man einmal mehr ein Indiz auf die am meisten überschätzte Band der Welt. Mist, ich besitze dieses Rolling Stones Gen einfach nicht. Vier Punkte.

Anspieltipps: Beast Of Burden



Dienstag, 26. April 2016

Roger Hodgson – Hai Hai




Roger Hodgson – Hai Hai


Besetzung:

Roger Hodgson – vocals, synthesizer bass (1), synclavier drums (5), keyboards (3, 4, 5, 7, 8, 9, 10), piano (6), synthesizer (6, 10), guitars (1, 2, 4, 5, 8, 10), 12-string guitars (7), bass (7), backing vocals (1, 3, 4, 5, 8, 9, 10)


Gastmusiker:

Omar Hakim – drums (1)
Joseph Pomfret – drums (1, 4, 6, 7, 8) [dies ist Roger Hodgson selbst. Joseph ist sein zweiter Vorname, Pomfret der Nachname seiner Mutter]
Robbie Buchanan – synthesizer (1), synthesizer programming (4, 6, 10), synthesizer bass (5), rhodes (6), keyboards (3, 4, 5, 9)
Dan Huff – guitars (1, 3, 5, 6, 7, 8, 9, 10)
Lenny Castro – percussion (1, 2, 3, 4, 5, 6, 8, 9, 10)
Ken Allardyce – harmonica (1, 5), rhythm guitar (3), backing vocals (3, 8)
Anni McCann – backing vocals (1, 3, 4, 5, 8, 9, 10)
Jeff Porcaro – drums (2, 3, 4, 6, 9)
David Paich – synthesizer bass (2), hammond organ (2), synthesizer brass (2)
Willie Hines – backing vocals (2)
Brad Lang – backing vocals (2)
Steve Porcaro – synthesizer programming (2)
Nathan East – bass (3, 6)
Larry Williams – saxophone (3), synth Programming (7)
Mikail Graham – dx7 seetar solo (3)
Claire Diament – backing vocals (3)
Albhy Galuten – synclavier drums (5)
Bruce Albertine – synclavier drums (5)
Rhett Lawrence – fairlight programming (5, 8, 10), synthesizer (10)
Eric Persing – synthesizer programming (5, 6)
Carlos Vega – drums (7, 8)
Leland Sklar – bass (8)
Marc Russo – saxophone (8)


Label: A&M Records


Erscheinungsdatum: 1987


Stil: Pop


Trackliste:

1. Right Place (4:15)
2. My Magazine (4:30)
3. London (4:11)
4. You Make Me Love You (5:09)
5. Hai Hai (5:28)
6. Who's Afraid? (4:57)
7. Desert Love (5:26)
8. Land Ho (4:06)
9. House On The Corner (5:30)
10. Puppet Dance (5:16)

Gesamtspieldauer: 48:48




„Hai Hai“ heißt das zweite Solo-Album des Roger Hodgson. Zum einen hört man auf dieser, im September 1987 auf A&M Records veröffentlichten Scheibe, dass diese eindeutig ein Produkt des Ex-Supertramp-Mitglieds ist, zum anderen leider auch, dass es in den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts entstand, denn allzu weit sind hier die Synthie-Pop-Klänge leider nicht mehr entfernt.

Und genau daran leidet auch ein wenig die Qualität des Albums. Klar erkennt man Roger Hodgson und damit diesen wichtigen Teil der Supertramp-Erfolgsgeschichte. Allerdings erkennt man ihn weniger an seiner Musik auf „Hai Hai“, sondern sehr viel eher an seiner unverwechselbaren Stimme. Solche Lieder wie „You Make Me Love You“ klingen nicht nur vom Text her äußerst flach und haben mit seinem Songwriting zu Zeiten von Supertramp so gar nichts mehr gemein. Am ehesten nach Supertramp klingt das Lied „Land Ho“, was allerdings nicht weiter überrascht, da es bereits 1974, bei den Arbeiten zu „Crime Of The Century“ entstand.

Gelungen auf „Hai Hai“ ist sicherlich die Nummer „London“, in der Roger Hodgson, der nun in Kalifornien lebte, seiner Sehnsucht nach London Ausdruck verlieh. Ansonsten fällt noch das letzte Lied der Platte „Puppet Dance“ auf. Endlich mal ein Lied, welches schneller ins Ohr geht – und auch hier hört man zugegebenermaßen die Supertramp-Vergangenheit des Roger Hodgson etwas heraus. Das war es allerdings leider schon, der ganze Rest der Scheibe klingt höchst uninspiriert, um nicht das Wort „langweilig“ zu benutzen.

Fazit: Eine nicht allzu überzeugende Platte ist das zweite Solo-Album des Roger Hodgson mit dem Titel „Hai Hai“ geworden. Richtig überzeugend klingt darauf nur sehr wenig, die meisten Lieder plätschern so vor sich hin, ohne groß aufzufallen oder gar Eindruck zu hinterlassen. Oftmals klingen die Lieder dabei auch ein wenig zu synthetisch, was sicherlich auch der Entstehungszeit des Albums geschuldet ist. Nun, da hat Roger Hodgson schon deutlich bessere Musik gemacht, beziehungsweise bessere Lieder geschrieben. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Right Place, London, Puppet Dance