Donnerstag, 6. Oktober 2016

Kraftwerk – Concert Classics




Kraftwerk – Concert Classics


Besetzung:

Ralf Hutter – electric organ, strings
Florian Schneider-Esleben – flute, echo unit, strings
Klaus Roeder – violin guitars
Wolfgang Flur – percussion


Label: EMI


Erscheinungsdatum: 1998 (Aufnahmen von 1975)


Stil: Elektronische Musik


Trackliste:

1. Kometenmelodie (11:49)
2. Autobahn (21:54)
3. Kling Klang (10:10)
4. Tanzmusik (4:16)

Gesamtspieldauer: 48:10




„Concert Classics“ ist ein Bootleg von Kraftwerk, den Pionieren der elektronischen Musik, welches im Jahr 1975 aufgenommen wurde. Interessanterweise kann man das Album in jedem Laden oder Online-Shop erwerben – wenn auch im Moment zu horrenden Preisen – obwohl es kaum vorstellbar scheint, dass die Musiker dies auch nur ansatzweise genau so genehmigt haben könnten. Die Aufnahmen entstanden während einer Tour um das Album „Autobahn“ herum und man hört neben der Musik auch jede Menge Unterhaltungen der Musiker. Allein dieser Umstand macht die Scheibe schon ein wenig interessanter, neben der Musik, da immer mal wieder etwas nicht so ganz funktionieren will, der Drum-Computer zum Beispiel ausfällt und man hört, wie Ralf Hutter und Co. darauf reagieren.

Die vier Musiker toben sich auf der Bühne aus, dies allerdings nicht körperlich, sondern rein musikalisch. Es ist dabei interessant zu hören, wie Kraftwerk hier versuchen, sehr synthetische Musik live auf die Bühne zu bekommen. Und dieses Unterfangen klingt durchaus gelungen. Nicht mitreißend zwar, was bei der Musik von Kraftwerk wohl sowieso nur schwer umzusetzen wäre, jedoch spannend hört sich das durchaus an. Bei der Platte handelt es sich allerdings wohl nur um Auszüge aus einem Konzert, wie man den Ansagen entnehmen kann.

Qualitativ gibt es definitiv bessere Aufnahmen, solch ein Bootleg kann selbstverständlich nicht die Klangqualität eines Studioalbums und auch nicht die einer geplanten Live-Aufnahme erreichen. Der Hintergrund rauscht fast durchgängig. Nicht zu stark, aber immerhin. Somit ist „Concert Classics“ eher als ein zeitliches Dokument, denn als ein „wichtiges“ Album anzusehen, welches sicherlich auch nur interessant für Kraftwerk-Anhänger sein dürfte.

Fazit: Die Soundqualität auf „Concert Classics“ ist akzeptabel, jedoch nicht überragend. Die einzelnen Stücke gefallen dann, wenn einem Kraftwerk gefällt. Interessant sind dabei auch die Nebengeräusche, die Unterhaltungen der Musiker, die einfach mal mit auf die Platte gepresst wurden. Aber das ist alles nichts, was man sich so nebenbei mal anhört. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Kometenmelodie



Mittwoch, 5. Oktober 2016

Tom Petty & The Heartbreakers – Greatest Hits




Tom Petty & The Heartbreakers – Greatest Hits


Besetzung:

Tom Petty – vocals, guitar, piano, harmonica, percussion
Mike Campbell – guitar, bass guitar, keyboards, accordion
Benmont Tench – keyboards, piano, backing vocals
Ron Blair – bass guitar on tracks 1-4 and 6-7
Howie Epstein – bass guitar, backing vocals on 10-12 and 15-18
Stan Lynch – drums, percussion, backing vocals on tracks 1-11 and 15-18
Alan "Bugs" Weidel – "wild dog" piano on track 11, roadie for all sessions


Gastmusiker:

Jeff Lynne – bass guitar, guitar, guitar synthesizer, piano, keyboards, backing vocals on tracks 12-16
George Harrison – acoustic guitar, backing vocals on track 12
David A. Stewart – sitar, keyboards, backing vocals on track 11
Phil Seymour – backing vocals on tracks 1-2
Jeff Jourard – guitar on track 2
Jim Keltner – percussion on track 5
Phil Jones – percussion on tracks 6–14, drums on tracks 12-14
Chris Trujillo – percussion on tracks 17-18
Dean Garcia – intro bass guitar on track 11
Daniel Rothmuller – cello on track 11
Sharon Celani – backing vocals on track 11
Marilyn Martin – backing vocals on track 11
Stephanie Sprull – backing vocals on track 11


Label: MCA Records


Erscheinungsdatum: 1993


Stil: Rock


Trackliste:

1. American Girl (3:32)
2. Breakdown (2:42)
3. Anything That's Rock & Roll (2:24)
4. Listen To Her Heart (3:03)
5. I Need To Know (2:23)
6. Refugee (3:22)
7. Don't Do Me Like That (2:42)
8. Even The Losers (3:38)
9. Here Comes My Girl (4:25)
10. The Waiting (3:59)
11. You Got Lucky (3:36)
12. Don't Come Around Here No More (5:04)
13. I Won't Back Down (2:56)
14. Runnin' Down A Dream (4:23)
15. Free Fallin' (4:15)
16. Learning To Fly (4:01)
17. Into The Great Wide Open (3:44)
18. Mary Jane's Last Dance (4:33)
19. Something In The Air (3:17)

Gesamtspieldauer: 1:08:07




Im Jahr 1993 veröffentlichte Tom Petty, zusammen mit seiner Begleitband The Heartbreakers, sein erstes „Greatest Hits“-Album. Darauf vertreten sind viele der „Hits“ des Tom Petty, sodass sich die Scheibe bestens verkaufte und allein in den USA mit bereits zwölf Mal „Diamant“ ausgezeichnet wurde. Nun, wie bereits öfters an dieser Stelle erwähnt, trifft solch ein Best-Of-Album natürlich nicht immer genau den eigenen Geschmack, da eben nicht alle „Hits“ darauf vertreten sind, die man sich gerne darauf gewünscht hätte, aber sei es drum.

Aus den bisherigen neun Studioalben wurden die Lieder ausgewählt und da spielte es keine Rolle, ob diese unter „Tom Petty & The Heartbreakers“ oder nur unter der Überschrift „Tom Petty“ veröffentlicht wurden. Etwas ärgerlicher als der Fakt, dass man vielleicht eines der besonderen Lieblingslieder des Tom Petty auf dieser Zusammenstellung vermisst, ist das schon der Umstand, dass auf dieses Album zwei neue, bisher nicht veröffentlichte Titel gepackt wurden. Dabei ist die Nummer „Mary Jane's Last Dance“ einer der Höhepunkte der Platte. Und auch die Coverversion des Thunderclap-Newman-Klassikers, „Something In The Air“, kann sich hier durchaus hören lassen. Ein bisschen riecht das leider schon nach Geldmacherei auf Kosten der Fans, da diese beiden Titel auch sehr gut auf das nächste Album „Wildflowers“ gepasst hätten, während dessen Aufnahmezeit „Mary Jane's Last Dance“ auch entstand.

Zum Erfolg des Albums hat sicherlich gerade auch diese Nummer „Mary Jane's Last Dance“ mit beigetragen. Das Video zum Lied gewann den MTV Video Music Award für das beste Video eines männlichen Künstlers des Jahres 1994. Die hübsche Kim Basinger spielt darin eine Leiche, die Tom Petty ganz gerne wieder zum Leben erwecken möchte. Kein Wunder, dass dieses Musikvideo Aufsehen erregte und die gute Musik noch zusätzlich puschte.

Fazit: Nun, man bekommt einen ganz guten Überblick über das Schaffen des Tom Petty bis zum Jahr 1992. Wer die Studioalben bereits besitzt, für die oder den wäre der Erwerb dieser Platte natürlich sinnlos, wenn es eben diesen einen Titel darauf nicht geben würde. „Mary Jane's Last Dance“ ist eine tolle Nummer, für die sich der Kauf fast schon alleine lohnt. Mist, diese Geldmacherei. Elf Punkte.

Anspieltipps: Refugee, You Got Lucky, Runnin' Down A Dream, Into The Great Wide Open, Mary Jane's Last Dance



Dienstag, 4. Oktober 2016

Jethro Tull – Living In The Past




Jethro Tull – Living In The Past


Besetzung:

Ian Anderson – flute, voice, mandolin, tin whistle, guitar, 12 string guitar, acoustic guitar, balalaika, hammond organ, violin.
Glenn Cornick – bass guitar, hammond organ
Mick Abrahams – electric guitar
Martin Barre – electric guitar, acoustic guitar, percussion, backing vocals
John Evan – piano, hammond organ, mellotron, harpsichord, celeste, percussion, backing vocals
Jeffrey Hammond – bass guitar
Clive Bunker – drums, percussion, backing vocals
Barriemore Barlow – drums


Gastmusiker:

David Palmer – string and orchestra conductor
Lou Toby – string arrangement and conductor


Label: Chrysalis


Erscheinungsdatum: 1972


Stil: Rock, Progessive Rock


Trackliste:

1. Song For Jeffery (3:24)
2. Love Story (3:07)
3. Christmas Song (3:09)
4. Living In The Past (3:23)
5. Driving Song (2:43)
6. Sweet Dream (4:06)
7. Singing All Day (3:07)
8. Witches Promise (3:49)
9. Inside (3:52)
10. Just Trying To Be (1:37)
11. By Kind Permission Of (10:10)
12. Dharma For One (9:58)
13. Wond’ring Again (4:15)
14. Locomotive Breath (4:28)
15. Life Is A Long Song (3:21)
16. Up The Pool (3:15)
17. Dr. Bogenbroom (3:01)
18. For Later (2:08)
19. Nursie (1:35)

Gesamtspieldauer: 1:14:35




„Living In The Past“ ist ein Kompilationsalbum, welches von der englischen Band Jethro Tull bereits nach der vierten Studio-Veröffentlichung herausgegeben wurde. Im Jahr 1972 veröffentlichte die Band die Scheibe in Form eines Doppelalbums auf dem Label Chrysalis. Die hier vorliegende CD-Ausgabe ist um vier Titel gegenüber dem Original gekürzt, da die Laufzeit der beiden Platten jene der CD überstieg. „Living In The Past“ ist dabei kein „Best Of…“-Album, obwohl es zum Beispiel den Titel „Locomotive Breath“ enthält, der auf keiner „Best Of…“-Scheibe von Jethro Tull fehlen darf. Auf „Living In The Past“ befinden sich viel mehr hauptsächlich Stücke, die es vorher nur auf Singles oder kurzen EP’s zu erwerben gab, die also größtenteils nicht auf einem der vier bisher dorthin veröffentlichten Studioalben vertreten waren.

Die Musik auf der Scheibe passt sich sehr deutlich dem Stil der ersten Album-Veröffentlichungen von Jethro Tull an. Zu progressiv klingt das hier alles noch nicht. Vielmehr gibt es auf „Living In The Past“ Rock zu hören, der mal härter, mal sanfter ausfällt. Besonders schön dabei auch die zarten akustischen Nummern, die allesamt schnell ins Ohr gehen. Schließlich gibt es auch drei Lieder, bei denen ein Orchester an der Instrumentierung teilnimmt. Im Falle von „Christmas Song“ und „Sweet Dream“ wurde das von David Palmer arrangiert und dirigiert. Bei dem Titelstück „Living In The Past“ war es Lou Toby, der diese Aufgaben übernahm. Bei den zwei längsten Stücken, „By Kind Permission Of“ und „Dharma For One“, handelt es sich um Live-Aufnahmen, die am 4. November 1970 in der Carnegie Hall eingespielt wurden. Im ersten Fall klingt das sogar leicht jazzig, im zweiten Fall sehr energiegeladen und beide Male sehr überzeugend.

Mit „Song For Jeffrey“, „Inside“ sowie „Locomotive Breath“ befinden sich lediglich drei Titel auf „Living In The Past“, die bereits auf den vorherigen Alben veröffentlicht wurden. Ansonsten gibt es hier viel Schönes und Neues aus der Frühzeit der Band zu entdecken, wenn man denn die Musik des Ian Anderson und seiner Band Jethro Tull mag. Diese klingt auch hier verspielt, sehr eingängig und melodiös und lohnenswert.

Fazit: Für Jethro Tull-Freunde im Grunde genommen ein Pflichtkauf. „Living In The Past“ ist zwar ein Kompilationsalbum, da sich darauf jedoch sehr viele Titel befinden, die sonst auf keinem anderen Album vertreten sind, wirkt das Ganze eher wie das fünfte Studioalbum von Jethro Tull. Die Musik darauf ist abwechslungsreich und wer Jethro Tull mag, der beziehungsweise dem wird auch diese Platte sehr zusagen. Macht Spaß. Elf Punkte.

Anspieltipps: Just Trying To Be, By Kind Permission Of, Life Is A Long Song



Montag, 3. Oktober 2016

Muse – The Resistance




Muse – The Resistance


Besetzung:

Matthew Bellamy – lead vocals, lead and rhythm guitars, keyboards, piano, synthesizers, programming
Christopher Wolstenholme – bass, backing vocals
Dominic Howard – drums, percussion, synthesizers, programming


Gastmusiker:

Edodea Ensemble – orchestra, conducted by Audrey Riley and led by concertmaster Edoardo de Angelis
Enrico Gabrielli – bass clarinet on "I Belong to You"
Tom Kirk – handclaps and football hooligan noises on "Uprising"


Label: Warner Brothers Records


Erscheinungsdatum: 2009


Stil: Art Rock


Trackliste:

1. Uprising (5:02)
2. Resistance (5:46)
3. Undisclosed Desires (3:56)
4. United States Of Eurasia (+ Collateral Damage) (5:47)
5. Guiding Light (4:13)
6. Unnatural Selection (6:55)
7. MK Ultra (4:06)
8. I Belong To You (+ Mon Cœur S'ouvre A Ta Voix) (5:38)
9. Exogenesis: Symphony Part 1 (Overture) (4:18)
10. Exogenesis: Symphony Part 2 (Cross-Pollination) (3:56)
11. Exogenesis: Symphony Part 3 (Redemption) (4:37)

Gesamtspieldauer: 54:18




„The Resistance“ heißt das fünfte Studioalbum der englischen Band „Muse“. Die Scheibe wurde im September 2009 bei Warner Brothers Records veröffentlicht und kletterte in zahlreichen Ländern bis auf den Spitzenplatz der Charts. Im Zusammenhang mit Muse und dieser Platte wird auch immer von Progressive Rock gesprochen. Dies ist es allerdings wohl nicht, eher eine ganz bestimmte und Muse-typische Art Rock-Variante gibt es hier zu hören, die so typisch ist für die englische Band. Und ganz zum Schluss, da unternehmen die drei Musiker noch den Brückenschlag von der Pop Musik hin zur modernen Klassik. Das ist es natürlich nicht, moderne Klassik, aber es scheint zumindest so, als ob gerade dies das Ziel der Band um Sänger, Gitarrist und Songschreiber Matthew Bellamy gewesen wäre.

Auf „The Resistance“ hört man zunächst einmal mehr, den so typischen Sound von Muse, voll, melodiös und manches Mal auch bombastisch. Und selbstverständlich besitzt dieser Sound der Band auch durch den Gesang des Matthew Bellamy eine gewisse Einzigartigkeit. Nicht viele Sänger haben eine solch große Spannbreite in ihrer Stimme, sodass der Gesang auch in den höheren Lagen noch so eindrucksvoll klingt. Ein klein wenig scheint die Musik von Muse auf „The Resistance“ auch poppiger und noch eingängiger geworden zu sein. Dass die Band sich auch von Queen inspirieren lässt, dies hört man sehr eindrucksvoll am Chor in dem Stück „United States Of Eurasia (+ Collateral Damage)“, welcher so klingt, als sei er 1:1 aus einem Queen-Album übernommen worden.

Und schließlich folgt am Ende dann die dreisätzige „Exogenesis“-Sinfonie. Nun, zum Teil klingt es wirklich wie eine Sinfonie, im zweiten Teil aber auch wie ein Piano Solo Stück. Das Ganze ist alles sehr eingängig gestaltet, absolut melodiös und irgendwie schon einmalig. Zu viele andere Bands würden sich an so etwas kaum herantrauen. In dieser „Sinfonie“ wird durchaus auch mal gerockt und die Streicher geben ihr Bestes, um an diesen Stellen den sinfonischen Ansatz des Stückes nicht ganz aus den Augen beziehungsweise Ohren zu verlieren.

Fazit: Wenn auch ein wenig angepasster, so ist „The Resistance“ doch ein gutes und unterhaltsames Album geworden. Und angepasst klingt es dann in den drei letzten Titeln sowieso nicht mehr. Die einzelnen Lieder wirken und gehen ins Ohr. Manch eine oder einer kann hier sicherlich auch etwas Schmalz im Gesamtgefüge entdecken, dem kann man fast nicht widersprechen. Stört allerdings nicht weiter, denn eine nicht ganz alltägliche Platte bleibt „The Resistance“ von Muse trotzdem. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Undisclosed Desires, Exogenesis: Symphony Part 1 (Overture), Exogenesis: Symphony Part 2 (Cross-Pollination), Exogenesis: Symphony Part 3 (Redemption)



Sonntag, 2. Oktober 2016

Freddie Mercury – The Freddie Mercury Album




Freddie Mercury – The Freddie Mercury Album


Besetzung:

Keine Angaben


Gastmusiker:

Keine Angaben


Label: EMI


Erscheinungsdatum: 1992


Stil: Rock, Pop


Trackliste:

1. The Great Pretender (3:28)
2. Foolin' Around (3:36)
3. Time (3:50)
4. Your Kind Of Lover (3:59)
5. Exercises In Free Love (3:58)
6. In My Defence (3:52)
7. Mr. Bad Guy (3:56)
8. Let's Turn It On (3:46)
9. Living On My Own (3:39)
10. Love Kills (4:29)
11. Barcelona (5:37)

Gesamtspieldauer: 44:14




Am 24. November 1991 war Freddie Mercury seiner Immunschwäche erlegen. Ein Jahr später, am 16. November 1992 in Europa und am 24. November 1992 in den USA, wurde nun „The Freddie Mercury Album“ veröffentlicht, welches die Hits enthält, die Freddie Mercury in seiner Solo-Karriere, neben seinem Queen-Engagement, hatte. In den USA heißt die Scheibe allerdings „The Great Pretender“ und weist eine andere Titelanordnung auf.

Bei diesen Nummern griff Freddie Mercury – ganz im Gegensatz zu Queen – auch gerne mal auf Cover-Versionen zurück. „The Great Pretender“, „Time“ und „In My Defence“ wären auf diesem Kompilationsalbum Beispiele dafür. Allgemein klingen hier die Kompositionen des Freddie Mercury sehr viel poppiger, als jene bei Queen, bei denen auf den meisten Platten doch eher Rock zu hören ist. Nun, alleine das ist bereits eine Umstellung für den Queen-Freund. Auf dieser Zusammenstellung, „The Freddie Mercury Album“, sind nun mit „The Great Pretender“, „Exercises In Free Love“, „Love Kills“ und „Barcelona“ allerdings lediglich noch vier Stücke vertreten, die so auch im Original klangen. Bei den anderen handelt es sich leider um Remixe.

Das ist einigermaßen ärgerlich und meistens auch nicht besonders gelungen, da die einzelnen Lieder nun meist noch poppiger klingen und im Falle von „Mr. Bad Guy“ ist es gar eine einzige Katastrophe geworden. Aus diesem Titel, der ursprünglich mit Orchester eingespielt worden war, wurde nun – ganz entgegengesetzt zu den anderen Remixen – eine Rock-Nummer. Das Lied ist dadurch immer noch gut, verliert allerdings deutlich an Atmosphäre, auch wenn das Orchester nicht ganz eliminiert wurde. Nun, alle „Hits“ des Freddie Mercury sind jedoch enthalten und den krönenden Abschluss bildet dann sein Duett mit Montserrat Caballé, welches Freddie Mercury für die Olympischen Spiele in Barcelona schrieb, die er dann allerdings leider nicht mehr erlebte.

Fazit: Die Lieder sind zum größten Teil überzeugend, auch wenn Freddie Mercury in seiner Solo-Karriere sehr viel poppiger klang, als bei Queen. Das Remixen der einzelnen Titel verhunzt diese allerdings zum Teil. Viel schöner wäre es gewesen, die Lieder hier im Original zu hören. Sei es drum, seine Höhepunkte hat auch diese Scheibe, die für Freddie Mercury- und Queen-Fans sowieso ein Muss darstellt. Acht Punkte.

Anspieltipps: Barcelona



Samstag, 1. Oktober 2016

Marius Müller-Westernhagen – Radio Maria




Marius Müller-Westernhagen – Radio Maria


Besetzung:

Marius Müller-Westernhagen – lead vocals, harmonica, omnichord


Gastmusiker:

Jay Stapley – acoustic and electric guitars
Nico Ramsden – acoustic and electric guitars
Pete Wingfield – piano, keyboards
Helmut Zerlett – Hammond organ
Julian Crampton – bass
Blair Cunningham – drums
Martin Dutcham – percussion
Madeleine lang – backing vocals
Billy King
Rolf Köhler
Marion Schweiger
Gavyn Wright – solo violin
Nick Ingman – orchestral arrangements
Isobel Griffiths – contractor
Perry Montague-Mason – violin
Dave Woodcock – violin
Pat Kiernan – violin
Vaughn Armon – violin
Eddie Roberts – violin
Boguslav Kostecki – violin
Tom Bowes – violin
Alison Doods – violin
Pete Lale – viola
Garfield Jackson – viola
Kate Wilkinson – viola
Martin Loveday – cello
Tony Lewis – cello
Paul Kegg – cello
Julie Andrews – bassoon
Katie Clemmow – cor anglais
Dick Morgan – cor anglais
Chris Lawrence – string bass


Label: Warner Music


Erscheinungsdatum: 1998


Stil: Deutsch Rock, Pop


Trackliste:

1. Jesus (4:04)
2. Lola Blue (4:51)
3. Supermann (4:43)
4. Walkman (2:46)
5. Hoffnung (4:29)
6. Alleine (3:08)
7. Durch Deine Liebe (6:12)
8. Rosamunde (3:41)
9. Du Hast Dich Nie Gewehrt (4:33)
10. Wo Ist Behle? (3:08)
11. Wieder Hier (6:33)
12. Kind Von Gestern (4:36)

Gesamtspieldauer: 52:49




„Radio Maria” nannte Marius Müller-Westernhagen sein fünfzehntes Studioalbum. Der Albumtitel bezieht sich dabei auf den katholischen Radiosender „Radio Maria“, den der gebürtige Düsseldorfer wohl ab und zu hörte, als er die Texte und Musik, während eines längeren Italienaufenthalts, für dieses Album komponierte. Die Platte ist mit deutlich über einer Million verkaufter Exemplare eine der erfolgreichsten des Marius Müller-Westernhagen und auch eine der erfolgreichsten deutschsprachigen Alben überhaupt.

Richtig frenetisch wurde die Scheibe allerdings nicht angenommen – weder von den Fans, noch von den Kritikern. Dies liegt eindeutig daran, dass man auf „Radio Maria“ nichts Neues hört. „Radio Maria“ ist eine grundsolide Platte geworden, die ganz nett anzuhören ist, Hörerin und Hörer allerdings nur an einigen wenigen Stellen so richtig zu begeistern und mitzureißen weiß. Dazu übertreibt es Marius Müller-Westernhagen, der sich hier nur noch Westernhagen nennt, nun immer mehr mit dem Pressen seiner Stimme. Gerade bei den rockigeren Titeln klingt das hier schon einigermaßen befremdlich und viel zu kehlig. Bei den sanfteren Liedern klingt die Stimme des Marius Müller-Westernhagen dagegen wie ehedem und weiß hier auch zu überzeugen.

Die schönsten Nummern auf „Radio Maria“ sind für mich die eher langsamen Stücke. Da ist das weiche und fast zerbrechlich wirkende „Hoffnung“, welches sehr schnell ins Ohr geht. Nicht viel anders funktioniert ebenfalls „Du Hast Dich Nie Gewehrt“, auch wenn es hier einiger mehrerer Durchgänge bedarf, um dieses Lied genau so schätzen zu können. Und schließlich befindet sich mit „Wieder Hier“ auch noch eines der bekanntesten Stücke des Marius Müller-Westernhagen auf diesem Album. Tolle Nummer, mit Ohrwurmcharakter, die sich dabei auch immer noch weiter steigert. Und nein, schmalzig klingt das alles nicht, sehr viel eher einfach nur schön.

Fazit: Nun, ein zweites „Mit Pfefferminz bin ich Dein Prinz“ ist „Radio Maria“ nicht geworden. Aber auch diese Scheibe hat ihre Höhepunkte, die dieses Mal eher in den sanften Liedern liegen. Dazu gibt es mit „Wieder Hier“ noch einen wirklich herausragenden Titel, der die ganze Platte nochmals aufwertet. Leider übertreibt es Marius Müller-Westernhagen auf „Radio Maria“ des Öfteren mit seinen gutturalen Lauten, die meist einfach übertrieben und aufgesetzt klingen. Ansonsten hat die Scheibe – neben wenigen schwächeren Liedern – aber eben auch ihre Stärken. Neun Punkte.

Anspieltipps: Hoffnung, Du Hast Dich Nie Gewehrt, Wieder Hier, Kind Von Gestern



Freitag, 30. September 2016

Morrissey – Dreams I’ll Never See




Morrissey – Dreams I’ll Never See


Besetzung:

Keine Angaben


Gastmusiker:

Keine Angaben


Label: M.G.R. Records


Erscheinungsdatum: 1992


Stil: Indie Pop


Trackliste:

1. Suedehead (5:33)
2. Sister I'm A Poet (2:14)
3. You Just Haven't Earned It Yet, Baby (3:47)
4. You're The One For Me, Fatty (3:08)
5. Certain People I Know (4:10)
6. Alsatian Cousin (2:44)
7. Seasick, Yet Still Docked (4:52)
8. Such A Little Thing Makes Such A Big Difference (4:36)
9. Everyday Is Like Sunday (3:40)
10. Interesting Drug (3:41)
11. The National Front Disco (5:11)
12. November Spawned A Monster (4:52)
13. Mute Witness (2:57)
14. The Last Of The Famous International Playboys (3:39)
15. We Hate It When Our Friends Become Successful (2:42)
16. Disappointed (2:55)

Gesamtspieldauer: 1:00:47




Manchmal kann man einfach nicht die Musik selbst für sich einordnen, weil ein anderer Punkt an einem Album viel wichtiger wird. Im Falle von „Dreams I’ll Never See“ von Morrissey ist das die Klangqualität. Bei dieser Scheibe handelt es sich nicht um ein offizielles Album des Ex-Smiths-Frontmanns, sondern um ein Bootleg, welches auf dem Leysin Rock Festival in der Schweiz am 9. Juli 1992 aufgenommen worden ist.

Nun, ich mache es kurz. Die Klangqualität ist für ein Bootleg zwar durchaus akzeptabel, trotzdem brabbeln da immer wieder Zuschauer nebenher, was nervt. Und dünn klingt der Sound nichtsdestotrotz. Gut zu hören sind aber mal die Verspieler, die auf solch einer Aufnahme natürlich nicht mehr verdeckt und retuschiert werden konnten. Aufgrund der Qualität nur schwer durchzuhören, wenn man nicht gerade Morrissey Fan ist oder gar selbst bei diesem Konzert dabei war.

Fazit: Ich besitze dieses Album seit 1995 und wusste damals gar nicht, dass es sich um ein Bootleg handelt. Komisch, was man alles in ganz normalen Plattenläden zu kaufen bekommt. Das Fazit dieser Scheibe habe ich bereits oben vorweggenommen: Das Album ist nur etwas für Leute, die eingefleischte Morrissey-Fans sind oder selbst bei diesem Konzert anwesend waren. Vier Punkte.

Anspieltipps: Alles



Donnerstag, 29. September 2016

Marilyn Manson – The High End Of Low




Marilyn Manson – The High End Of Low


Besetzung:

Marilyn Manson – vocals, percussion, guitars
Twiggy Ramirez – guitars, bass, keyboards


Gastmusiker:

Chris Vrenna – keyboards, programming, programmed drums
Ginger Fish – piano on "Into the Fire"


Label: Interscope Records


Erscheinungsdatum: 2009


Stil: Alternative Rock


Trackliste:

1. Devour (3:45)
2. Pretty As A Swastika (2:45)
3. Leave A Scar (3:54)
4. Four Rusted Horses (5:00)
5. Arma-Goddamn-Motherfuckin-Geddon (3:39)
6. Blank And White (4:27)
7. Running To The Edge Of The World (6:25)
8. I Want To Kill You Like They Do In The Movies (9:01)
9. WOW (4:55)
10. Wight Spider (5:32)
11. Unkillable Monster (3:43)
12. We're From America (5:04)
13. I Have To Look Up Just To See Hell (4:11)
14. Into The Fire (5:14)
15. 15 (4:20)
16. Arma-Goddamn-Motherfuckin-Geddon (Teddy Bears Remix - Bonus Track) (3:29)

Gesamtspieldauer: 1:15:33




„The High End Of Low“ heißt das siebte Studioalbum der US-amerikanischen Rock Band Marilyn Manson. Im Mai des Jahres 2009 wurde die Platte veröffentlicht und sie war die letzte, die auf dem langjährigen Musiklabel der Band, Interscope Records, erschien. Bassist und Gitarrist Twiggy Ramirez ist zum ersten Mal seit „Holy Wood“ wieder mit von der Partie, der sich zusammen mit Chris Vrenna auch für die musikalischen Kompositionen auszeichnet. Lediglich die Nummer „Wight Spider" wurde von Ramirez, Vrenna und Manson geschrieben. Die Texte stammen alle von Sänger Marilyn Manson.

Es kann sich durchaus sehen oder besser noch hören lassen, was Marilyn Manson hier ihren Hörerinnen und Hörern präsentieren. Guten und überzeugenden Alternative Rock bekommt man auf dieser Scheibe geboten, der mal härter, mal sanfter dargeboten wird. Zum überwiegenden Teil sind die Kompositionen sehr melodiös gehalten und gehen dementsprechend auch schnell ins Ohr. Einzige Ausnahme ist das Lied „Wow“, was wohl eher einen Kontrapunkt auf dieser Scheibe setzen soll, das es zum Teil ziemlich atonal und verschroben aus den Boxen wabert.

Das war es allerdings schon, die anderen Nummern können da durchaus allesamt überzeugen. Die Höhepunkte finden sich dabei in drei sehr ruhigen und langsamen Nummern, für die Marilyn Manson früher gar nicht so standen. Für manche mag das „verweichlicht“ klingen, aber die drei Titel „Four Rusted Horses“, „Running To The Edge Of The World“ und „Into The Fire“ klingen so etwas von harmonisch, dass sie einem einfach gefallen müssen. „Into The Fire“ wirkt dabei sogar fast schon ein wenig hymnisch. Allerdings gibt es auf „The High End Of Low“ natürlich auch die schnelleren und härteren Nummern, sodass die Scheibe eine sehr gelungene Mischung sehr verschiedener Lieder aufweist, die in ihrer Gesamtheit zu überzeugen wissen.

Fazit: Eine abwechslungsreiche und gute Platte ist „The High End Of Low“ von Marilyn Manson geworden. Spannenden Alternative Rock gibt es darauf zu hören, der mal weicher und mal härter klingt, auf den man sich allerdings nie ganz einstellen kann. Und so gleicht die Platte irgendwie einem Spaziergang durch eine fremde Stadt, bei dem man nie weiß, was hinter der nächsten Ecke auf einen wartet – man wird dabei jedoch immer wieder positiv überrascht. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Four Rusted Horses, Running To The Edge Of The World, Into The Fire



Mittwoch, 28. September 2016

Peter Murphy – Holy Smoke




Peter Murphy – Holy Smoke


Besetzung:

Peter Murphy – vocals, guitar, keyboards


Gastmusiker:

Terl Bryant – drums, percussion
Eddie Branch – bass
Paul Statham – bass, acoustic guitar, keyboards
Peter Bonas – guitar, acoustic guitar
Gini Ball – strings
Jonathan Carney – strings
Zoe Caryl – backing vocals
Alison Limerick – vocals
Chris Pitsillides – strings
Audrey Riley – strings
Rick Shaffer – guitar
John Vartan – ney, zurna, tambura,
Mike Thorne – synclavier


Label: Beggars Banquet Records


Erscheinungsdatum: 1992


Stil: Rock


Trackliste:

1. Keep Me From Harm (4:26)
2. Kill The Hate (4:48)
3. You're So Close (5:29)
4. The Sweetest Drop (6:55)
5. Low Room (4:22)
6. Let Me Love You (3:33)
7. Our Secret Garden (5:45)
8. Dream Gone By (6:05)
9. Hit Song (5:31)
10. Untitled (Hidden Track) (0:49)

Gesamtspieldauer: 47:47




„Holy Smoke“ nannte der Ex-Sänger der Band Bauhaus, Peter Murphy, sein viertes Solo-Album, welches am 14. April 1992 auf dem Musiklabel Beggars Banquet Records veröffentlicht wurde. Die musikalischen wie textlichen Kompositionen stammen dabei von Peter Murphy selbst. Unterstützung holte er sich jedoch, bei einigen Liedern, bei seiner damaligen Begleitband The Hundred Men, bestehend aus Terl Bryant, Eddie Branch, Paul Statham und Peter Bonas, wobei hier vor allen Dingen Paul Statham in den Kompositionsprozess mit eingebunden war.

Die Scheibe war längst nicht mehr so erfolgreich, wie noch das Vorgängeralbum „Deep“, konnte aber zumindest noch bis auf Platz 108 der amerikanischen Billboard-Charts klettern. Dies liegt wohl vor allen Dingen daran, dass „Holy Smoke“ ein zwar solides Album geworden ist, jedoch eines, welches ohne allzu große Höhepunkte auskommt, die auf „Deep“ noch definitiv und häufiger vertreten sind. Höhepunkte auf diesem vierten Solo-Album des Briten sind „The Sweetest Drop“, welches sogar zu einem kleinen „Hit“ wurde und vor allen Dingen der wirkliche „Hit“ der Platte: „Hit Song“. Hier wird es nun richtiggehend hymnisch, dazu sehr melodiös und die Nummer setzt sich ziemlich schnell im Ohr fest.

Der ganze Rest ist, wie bereits erwähnt, durchaus solide, allerdings nicht überragend. Peter Murphy präsentiert hier seinen Hörerinnen und Hörer zwar keine Mainstream Musik, trotzdem fehlt irgendwie der letzte Kick, die Idee, die Melodie oder die Textzeile, die ein Album manchmal zu etwas ganz Besonderem werden lässt. Zum Schluss der Platte gibt es mit dem kurzen Hidden Track, der auch manches Mal völlig zurecht „Aaaaah Ah Ah Aaaaaahhhhh“ genannt wird, wenigstens noch eine witzige Interpretation dieser, in den 90er Jahren so ausgeprägten Nutzung der CD-Laufzeit.

Fazit: Ein durchaus hörenswertes Album ist Peter Murphy mit „Holy Smoke“ gelungen. Es gibt auf der Scheibe zudem keine Ausfälle, die Höhepunkte sind allerdings auch nicht zu weit gestreut. Von daher ist die Platte ganz nett anzuhören, geht nicht immer gleich ins Ohr, mit jedem Male des Hörens aber etwas mehr. Für Freunde der Musik von Bauhaus und von Peter Murphy jedoch bestens geeignet. Acht Punkte.

Anspieltipps: The Sweetest Drop, Hit Song



Dienstag, 27. September 2016

Sigrid und Marina – Von Herzen




Sigrid und Marina – Von Herzen


Besetzung:

Sigrid Hutterer – Gesang
Marina Hutterer – Gesang


Gastmusiker:

Christian Zierhofer – Keyboards, Programming, Akkordeon, Chor
Harald Pairits – Keyboards, Programming
Charles Hörnemann – Gitarre
Thomas Wallisch – Gitarre
Manuel Lopez – Gitarre
Fritz Koch – Gitarre
Gerhard Zwickl – Trompete
Andreas Pirringer – Saxophon
Tini Keinrath – Chor
Michaela Kollar – Chor
Enjoya Flaschberger – Chor
Edith Prock – Chor
Herbert Moser – Chor


Label: Hofbauer Music


Erscheinungsdatum: 2016


Stil: volkstümlicher Schlager


Trackliste:

1. Pure Lust am Leben (2:58)
2. Verführt von der Liebe (3:40)
3. Rosensommer (3:14)
4. Endlich der Richtige (3:11)
5. Weil wir Sterne sind (3:12)
6. Du bist mein Dahoam (3:10)
7. Aus diesem Funken wird ein Feuer (3:26)
8. Die Heimat gibt mir Berge (3:32)
9. Ein kleines Stück vom Himmel (3:09)
10. In jedes Herz passt eine Liebe (3:35)
11. Träumen war gestern (3:35)
12. Mit Vollgas durch die Nacht (3:08)
13. Geiger der Berge (2:55)
14. Die Rosen der Madonna (3:05)
15. Lieder sind wie Freunde (3:15)
16. Yo te quiero (3:26)
17. Dein Lachen ist wie Sonnenschein (3:16)
18. Das Schwalbenlied (2:56)
19. Hoamatstolz (3:07)
20. Ave Maria, beschütz' die Heimat (2:44)

Gesamtspieldauer: 1:04:43




Erneut habe ich eine Sigrid & Marina CD erhalten. Und erneut habe ich mir echt die Mühe gemacht, diese auch wirklich ganz (!) durchzuhören – mehrmals sogar. Es ist wahrlich irgendwie unfassbar, womit man heutzutage Geld verdienen kann. „Von Herzen“ ist die sechzehnte Veröffentlichung von Sigrid & Marina seit dem Jahr 2004. Und da muss man gar nicht bewundernd mit dem Kopf nicken, denn die Musik schreiben die beiden Damen aus Österreich sowieso nicht selbst. Dafür haben sie jede Menge Texter und Komponisten, die ihnen diese volkstümlichen Weisen auf den Leib schreiben.

Allerdings ist diese Scheibe deswegen eine Mogelpackung, weil hier Lieder zu hören sind, die es bereits auf andere Veröffentlichungen der beiden Schwestern geschafft haben. Schon eine ganz schön seltsame Vorgehensweise, da es sich hierbei ja nicht um ein „Best Of Sigrid und Marina“-Album handelt. Aber dies ist durchaus auch eine Möglichkeit, ein Album zu füllen. Nur keine besonders kundenfreundliche Art und Weise und das Ganze trägt den Geruch des absoluten Kommerzes in sich. Man könnte es auch einfach „dreist“ nennen. Ob sich die Hersteller dieses Werks zudem wirklich Mühe gegeben haben, wird auch beim Betrachten des Booklets und der darin enthaltenen Informationen in Frage gestellt. Schöne Dirndl tragen die beiden Sängerinnen und werden dabei von exakt denselben Leuten im Chor und bei der Instrumentierung begleitet, die dies schon auf dem letztjährigen Album taten. Zufall oder einfach abgeschrieben, da sich dafür wohl niemand der Kundschaft interessiert?

Nun, zur Musik muss man glaube ich gar nicht viel sagen. Ich kann diese sowieso nicht „fair“ beurteilen, da sich mir schon beim Lesen solcher Lied-Titel wie „Weil wir Sterne sind“, „Die Heimat gibt mir Berge“, „Geiger der Berge“, „Die Rosen der Madonna“, „Hoamatstolz“ oder „Ave Maria, beschütz' die Heimat“ die Fußnägel aufrollen. Dazu gesellt sich dann noch diese unsägliche Synthesizer-Perkussion und zwanzig Lieder, die alle fast identisch klingen, schmalzen aus den Boxen. Trotzdem gefällt das einigen Menschen und das sei ihnen auch gegönnt. Musik mit Anspruch ist das alles aber wahrlich nicht.

Fazit: Volkstümlichen Schlager in Reinkultur gibt es auf „Von Herzen“ der beiden Schwestern Sigrid und Marina Hutterer zu hören. Für Menschen, die sich so etwas kaufen, ist es etwas gemein, dass hier Lieder enthalten sind, die es bereits auf vorherige Veröffentlichungen geschafft haben. Für mich absolut nicht nachvollziehbar, wie man sich so etwas antun kann und hier zuhört – aber das Schöne ist doch, dass die Geschmäcker eben verschieden sind. Hier merke ich das ganz deutlich. Ach ja und dieses Dauergrinsen in den Videos mag ich auch nicht. Ein Punkt.

Anspieltipps: Ein kleines Stück vom Himmel



Montag, 26. September 2016

Isis – Oceanic




Isis – Oceanic


Besetzung:

Jeff Caxide – bass guitar
Aaron Harris – drums
Michael Gallagher – guitar
Bryant Clifford Meyer – electronics, guitar, vocals on the first section of "Hym"
Aaron Turner – vocals, guitar


Gastmusiker:

Maria Christopher – vocals on "The Beginning And The End", "Weight" and “Carry”
Ayal Naor – additional instrumentation on "The Beginning And The End" and "Weight"


Label: Ipecac Recordings


Erscheinungsdatum: 2002


Stil: Post Metal


Trackliste:

1. The Beginning And The End (8:01)
2. The Other (7:15)
3. False Light (7:43)
4. Carry (6:45)
5. - (2:05)
6. Maritime (3:03)
7. Weight (10:45)
8. From Sinking (8:24)
9. Hym (9:08)

Gesamtspieldauer: 1:03:12




Isis war eine Post-Metal Band aus Boston, Massachusetts, die in den Jahren von 1997 bis 2010 aktiv war. In dieser Zeit veröffentlichte die Band insgesamt fünf Alben, „Oceanic“ das zweite Album dieser Reihe und erschien am 17. September 2002 beim Musiklabel Ipecac Recordings. Auf „Oceanic“ gibt es eine ganz interessante musikalische Mischung von musikalischen Stilen zu hören, die einen immer wieder aufhorchen lässt. Post Rock oder noch besser Post Metal, der ab und an durch etwas sphärischere oder sanftere Passagen unterbrochen wird.

Das Album startet mit kompromisslosen und harten Riffs, die einem schnell in die Füße fahren und auch Kolleginnen und Kollegen, die dem Headbanging frönen, jede Menge Betätigungsmöglichkeiten eröffnen. Ganz schlechte Zeiten für Föhn Frisuren. Die Musik ist konsequent und hart und gerade in den Passagen, in denen nicht gesungen wird, sogar melodiös und ins Ohr gehend. Apropos Ohren. Diese werden in den Gesangspassagen nicht umschmeichelt, sondern eher ordentlich malträtiert. Man kann dabei manchmal fast schwerlich von „Gesang“ sprechen, ein bisschen mehr klingt das Ganze mitunter nach Geschrei, wobei man den Inhalt der Texte kaum verstehen kann.

Doch Isis können es auch anders, wie man zunächst bei der Nummer „Carry“ vernehmen darf. Dieses Lied beginnt sphärisch mit verzerrten Gitarrenklängen und einem breiten Synthesizer-Hintergrund. Das Schlagzeug steigt ein, es entwickelt sich eine Melodie, der Klang wird voller, das Tempo gesteigert und… richtig, auch diese Nummer schlägt noch brachial zu. Das kurze, sich anschließende und unbetitelte Lied Nummer 5, stellt dann eher eine Art Klangkollage dar. Man hört ein irgendwie geartetes Meeresrauschen und seltsame Töne, die wohl etwas an die Gesänge der Buckelwale erinnern sollen. Als Zugabe gibt es diverse andere, nicht immer ganz zu identifizierende Geräusche. Die Musiker gönnen ihren Hörerinnen und Hörern eine Verschnaufpause. Gelungen klingt das allerdings ebenfalls.

Es folgt die lockere und leicht beschwingte Instrumentalnummer „Maritime“, welche von der Stimmung her zunächst gar nicht zum Rest des Albums passen will, dann jedoch ebenfalls in sphärische Weiten abdriftet und einen Übergang zum folgenden Titel „Weight“ darstellt. „Weight“ ist nicht nur das längste Lied der Platte, sondern auch der beeindruckendste Titel auf „Oceanic“. Wie diese Nummer langsam, ganz langsam, immer weiter gesteigert wird, das hat was. Das Lied startet mit einem undurchsichtigen Klangnebel, in dem bald Aaron Harris seine Drums eindrücklich positioniert und Maria Christopher ihr „All in... all in... all in a day“ Mantra-artig einsingt. Die Nummer steigert sich immer mehr, bis sie sich zu einem mitreißenden und intensiven Rockstück entwickelt, wahrlich gelungen und begeisternd. Freilich passiert in dem Stück nicht allzu viel, fast schon hypnotisierend wird bei „The Weight“ ein Motiv immer weiter gesteigert und trotzdem wird und wirkt das Ganze niemals monoton, eher mitreißend und ergreifend. Sehr gelungen. Gegen Ende des Stücks kommt es schließlich auch noch zu einem sehr überzeugenden gesanglichen „Duell“. Maria Christopher verbreitet wieder ihre oben erwähnte Botschaft, die schließlich zu „A day... it changes everything“ mutiert und bei der Sänger Aaron Turner, der ansonsten gerne schreit und growlt, die letzten beiden Worte mit viel Hall versehen in die Welt entlässt. Den Ringschluss zum Beginn des Albums vollziehen die Musiker von Isis, indem sie mit den letzten beiden Titeln wieder den überwiegend sehr harten Tönen frönen.

Fazit: Sehr überzeugend und abwechslungsreich klingt „Oceanic“ von Isis. Um an der Scheibe Gefallen zu finden, ist ein wenig Spaß an knallhartem Metal sicherlich kein Hindernis. Aber auch für Freunde der gemäßigteren und sphärischeren Töne hält „Oceanic“ einiges parat. Die Lieder gehen unabhängig ob Härte oder Sphäre ins Ohr und das Album enthält mit „Weight“ zudem einen wahrlich lohnenden Titel. Doch, macht Laune. Zehn Punkte.

Anspieltipps: False Light, Carry, Maritime, Weight



Sonntag, 25. September 2016

Marillion – Anorak In The UK




Marillion – Anorak In The UK


Besetzung:

Steve Hogarth – vocals
Steve Rothery – guitars
Mark Kelly – keyboards
Pete Trewavas – bass
Ian Mosley – drums


Label: EMI


Erscheinungsdatum: 2002


Stil: Rock


Trackliste:

1. Intro / Separated Out (6:36)
2. Quartz (9:27)
3. Map Of The World (5:04)
4. Out Of This World (7:09)
5. Between You And Me (6:11)
6. The Great Escape (5:56)
7. King (7:48)
8. If My Heart Were A Ball It Would Roll Uphill (9:22)
9. Waiting To Happen (5:43)
10. Easter (7:03)

Gesamtspieldauer: 1:10:24




„Anorak In The UK“ ist das vierte Live-Album der englischen Progressive Rock-Band Marillion, gleichzeitig auch das zweite, welches mit Sänger Steve Hogarth aufgenommen wurde. Veröffentlicht wurde die Ein-CD-Version im April 2002 auf dem EMI-Label, wobei es auch eine Zwei-CD-Variante des Albums gibt, welche man nur über die Bestellseite der Band selbst beziehen konnte. Diese Besprechung bezieht sich auf die Version mit lediglich einer CD. Aufgenommen wurden die Lieder während dreier Konzerte im Mai des Jahres 2001 (Manchester Academy, 19. Mai; Wolverhampton Civic Hall, 20. Mai und London Forum, 22. Mai).

Fünf der Titel stammen vom 2001 veröffentlichten Album „Anoraknophobia“. Die Platte „Afraid Of Sunlight“, aus dem Jahr 1995, ist mit zwei Titeln vertreten. Die drei weiteren Lieder stammen von den Platten „Brave (1994), „Holidays In Eden“ (1991) sowie „Seasons End“ (1989). Zur Musik ist zu sagen, dass die Briten eben nicht mehr so klingen, wie noch in den Zeiten, als der Sänger von Marillion noch Fish hieß. Und dies wiederum liegt nicht nur daran, dass Steve Hogarth eine ganz andere Stimme hat, ganz anders singt, sondern auch an dem Umstand, dass Marillion musikalisch nur noch entfernt etwas mit jener Band zu tun haben, die Platten wie „Script For A Jester's Tear“ oder „Fugazi“ veröffentlichten. Einerseits ist das schade, andererseits öffnen die Musiker hier eine ganz neue Tür, die die Musik der Band auch anderen näherbringt.

Die Musik auf „Anorak In The UK“ weiß nämlich durchaus zu überzeugen und kann an vielen Stellen auch gefallen. Sie geht ins Ohr, klingt dabei sehr, sehr nahe an den Original-Studio-Aufnahmen angelehnt und der Live-Charakter der Scheibe, der hier exzellent transportiert wird, kommt sehr gut beim Konsumenten an. Allerdings ist das kein Progressive Rock mehr, für den die Briten ursprünglich standen. Auf „Anorak In The UK“ hört man Rock-Musik, die zwar an manchen Stellen noch etwas komplexer klingt als so mancher 08/15-Rock, trotzdem haben sich Marillion weit von ihren Wurzeln entfernt. Marillion klingen hier nach einer gar nicht mehr so außergewöhnlichen Band und sind auch mit dieser Scheibe sehr deutlich in Richtung Mainstream-Rock gerutscht. Trotzdem macht das durchaus Spaß, was man auf „Anorak In The UK“ zu hören bekommt. Die Lieder wirken, klingen rockig und gehen ins Ohr. Rocker-Herz, was willst Du mehr?

Fazit: Marillion ist nicht mehr das Marillion Anfang bis Mitte der 80er Jahre. Das liegt nicht nur am Verlust des „Frontmans“ Fish, auch die Musik der Band hat sich verändert. Dies ist nun sehr viel eher Mainstream Rock denn Progressive Rock, den Marillion hier spielen. Spaß macht das trotzdem, wenn auch ein klein wenig Wehmut mitschwingt. Trotzdem wird die Musik auf „Anorak In The UK“ alle diejenigen Hörerinnen und Hörer begeistern, die auf gut gemachten und eingängigen Rock stehen, der – ganz bestimmt nicht – anbiedernd für die Dauerplaylist der meisten Radiostationen dieser Welt geschrieben wurde. Zudem wird die Live-Atmosphäre des Albums sehr gut transportiert. Neun Punkte.

Anspieltipps: Intro / Separated Out, King, Easter



Samstag, 24. September 2016

Robert Palmer – Classic




Robert Palmer – Classic


Besetzung:

Keine Angaben


Gastmusiker:

Keine Angaben


Label: Universal Music


Erscheinungsdatum: 2009


Stil: Rock, Pop, Reggae, Blues


Trackliste:

1. Addicted To Love (5:59)
2. Pressure Drop (5:18)
3. Sneakin' Sally Through The Alley (4:45)
4. Bad Case Of Loving You (Doctor, Doctor) (3:10)
5. Johnny And Mary (3:53)
6. From A Whisper To A Scream (3:33)
7. Every Kinda People (3:44)
8. Give Me An Inch (2:57)
9. Man Smart, Woman Smarter (2:30)
10. Spanish Moon (5:50)
11. Best Of Both Worlds (3:50)
12. Looking For Clues (4:52)
13. You Are In My System (4:26)
14. Want You More (3:15)
15. Riptide (2:24)
16. Discipline Of Love (6:11)
17. Woke Up Laughing (3:34)
18. What's It Take? (3:26)

Gesamtspieldauer: 1:14:00




„Classic“ ist ein Kompilationsalbum des Briten Robert Palmer, welches im Jahr 2009 auf dem Label Universal Music veröffentlicht wurde. Robert Palmer ist am 26. September 2003 mit lediglich 54 Jahren in Paris an einem Herzinfarkt verstorben und auf dieser Scheibe bekommt man sehr schön die ganze Breite der Musik des Robert Palmer präsentiert. Da gibt es neben den musikalischen Genres Rock und Pop auch jene des Blues, des Funks sowie auch kurze Ausflüge, die an Cabaret, Musical oder Westernsaloon erinnern, ohne dabei einen negativen Eindruck zu hinterlassen.

Eine große Variation an musikalischen Stilen gibt es also auf „Classic“ zu hören, trotzdem wirkt die Musik des Robert Palmer sehr einheitlich. Natürlich sind auf „Classic“ die Hits des Engländers vertreten. „Addicted To Love“, „Looking For Clues“ und natürlich das geniale „Johnny And Mary“ dürfen da nicht fehlen. Alles bekannte Lieder, die zu ihrer Zeit in den diversen Radiostationen rauf- und runterliefen und es auch heutzutage noch in so manche Playlist schaffen.

Nicht alle Lieder auf dieser Zusammenstellung waren jedoch „Hits“, die im Radio gespielt wurden. Somit gibt es auch noch einiges „Neues“ auf „Classic“ zu entdecken, wenn man nicht bereits die vierzehn regulären Studioalben des Robert Palmer besitzt. Und genau da lohnt es sich durchaus hinzuhören, denn einige dieser eher unbekannten Nummern sind ebenfalls sehr hörenswert, gehen ins Ohr, grooven und wissen zu überzeugen. Erwähnt sei an dieser Stelle das funkige „Spanish Moon“, das wunderschön getragene und einfach gehaltene „Want You More“ sowie „Woke Up Laughing“. Letzteres Lied ist dabei eine fröhlich, beschwingte Nummer, die erneut schnell ins Ohr geht. Einige wenige der Titel auf „Classic“ sind in Form von Remixen auf die CD gepresst worden. Ich kenne die ursprünglichen Album-Versionen von „Sneakin' Sally Through The Alley“, „Every Kinda People“ und „Give Me An Inch“ zwar nicht, halte allerdings solch ein Gebaren für sehr schade, da es den ursprünglichen Titel durchaus verfälscht.

Fazit: Eine schöne Übersicht über das Schaffen des Robert Palmer ist „Classic“ geworden. Neben den Musikgenres des Rock und Pop werden hier diverse weitere Stile bedient, ohne dabei dieses Album zerrissen klingen zu lassen. Nicht alles, aber Vieles auf „Classic“ kann überzeugen. Neun Punkte.

Anspieltipps: Johnny And Mary, Spanish Moon, Want You More, Woke Up Laughing