Samstag, 7. Juli 2018

Frank Zappa – Sheik Yerbouti




Frank Zappa – Sheik Yerbouti


Besetzung:

Frank Zappa – lead guitar, lead (1-3, 9, 12, 15-18) and backing vocals


Gastmusiker:

Davey Moire – lead (6, 8) and backing vocals, engineer
Napoleon Murphy Brock – lead (17) and backing vocals
Andre Lewis – backing vocals
Randy Thornton – lead (17) and backing vocals
Adrian Belew – rhythm guitar, lead (5, 14) and backing vocals, Bob Dylan impersonation (2)
Tommy Mars – keyboards, backing and lead (17) vocals
Peter Wolf – keyboards, butter, flora margarine
Patrick O'Hearn – bass, lead (3, 6, 8) and backing vocals
Terry Bozzio – drums, lead (3, 4, 6, 8, 13, 17) and backing vocals
Ed Mann – percussion, backing vocals
David Ocker – clarinet


Label: Zappa Records


Erscheinungsdatum: 1979


Stil: Experimental Rock, Comedy Rock


Trackliste:

1. I Have Been In You (3:34)
2. Flakes (6:40)
3. Broken Hearts Are For Assholes (3:41)
4. I’m So Cute (4:27)
5. Jones Crusher (2:49)
6. What Ever Happened To All The Fun In The World (0:33)
7. Rat Tomago (5:14)
8. We’ve Got To Get Into Something Real (0:33)
9. Bobby Brown (2:49)
10. Rubber Shirt (2:45)
11. The Sheik Yerbouti Tango (3:55)
12. Baby Snakes (1:49)
13. Tryin’ To Grow A Chin (3:31)
14. City Of Tiny Lites (5:30)
15. Dancin’ Fool (3:42)
16. Jewish Princess (3:18)
17. Wild Love (4:09)
18. Yo’ Mama (12:41)

Gesamtspieldauer: 1:11:48



Wenn man viel Musik hört, möchte man sich selbstverständlich auch einen Überblick über die Größen der populären Musik verschaffen, an denen man bisher noch immer wieder vorbeigegangen ist. Also her mit dem erfolgreichsten Album des Frank Zappa, auf dem auch das Lied „Bobby Brown“ enthalten ist, welches den US-Amerikaner einem breiteren Publikum bekannt gemacht hat. „Sheik Yerbouti“ heißt dieses, verkaufte sich inzwischen über zwei Millionen Mal und ist die 26. Studio-Platte von insgesamt 62, die der US-amerikanische Musiker zu Lebzeiten veröffentlichte. Der Titel „Sheik Yerbouti“ ist eine Art Lautmalerei und steht für Shake Your Booty, was so viel bedeutet wie „Schüttel Deinen Hintern“, ein Disco-Titel der KC And The Sunshine Band aus dem Jahr 1976. Das Album erschien am 3. März 1979 in Form eines Doppelalbums und war gleichzeitig die erste Platte von Frank Zappa, die nach seinem Weggang von Warner Bros. Records auf dem eigenen Label Zappa Records erschien. Alle Titel auf „Sheik Yerbouti“ wurden live eingespielt und anschließend im Studio überarbeitet.

Man hört auf „Sheik Yerbouti“ eine Mischung aus experimentellem Rock und einer Art Spaß Rock. Dies alles wurde in ganz unterschiedliche musikalische Genres verpackt. Rock, Blues, Pop, Punk und noch viel mehr gibt es auf der Platte zu hören, kaum ein musikalisches Genre, welches auf „Sheik Yerbouti“ nicht auf die ein oder andere Art und Weise umgesetzt wurde. Manches davon klingt gewollt dissonant, anderes wieder gebiert sich als Ohrwurm, wie auch der Single-Hit „Bobby Brown“, der sich überall in den Charts platzieren konnte – bis auf in den USA. Den Radio-Stationen dort war das Stück zu vulgär und obszön, sodass es kurzerhand boykottiert wurde.

Die Texte des Frank Zappa sind auch auf dieser Platte häufig sehr witzig gehalten, ein genaues Hinhören lohnt sich da definitiv. Die Musik allerdings spaltet selbstverständlich. Diesbezüglich werden nämlich alle Grenzen und Konventionen ausgelotet und man hört manchmal erstaunt zu, was Frank Zappa da alles zusammen auf eine Schallplatte presste. Hier zum Beispiel das comic-hafte und auf den Punkt kommende „Baby Snakes“ und dann wieder solch eine, zwischenzeitlich fast schon an eine Improvisation erinnernde Nummer wie „Yo’ Mama“. Nicht jeder humoristische Ausflug des Frank Zappa muss da dem eigenen Humorverständnis entsprechen und so sind es gerade die rockig-experimentellen Stücke der Platte, die am meisten überzeugen. Hierin liegt auch begründet, dass das Album im weiteren Verlauf sehr viel besser wird. Sind die ersten Lieder noch sehr schräg und erinnern mitunter an Comedy, wenn zum Beispiel Adrian Belew Bob Dylan imitiert, so gestaltet sich die zweite Hälfte des Albums rockiger und auch interessanter. Des Weiteren gilt auch hier einmal mehr, wie es häufig bei guter Musik ist: Umso öfters gehört, umso interessanter und besser klingt das alles.

Fazit: Ein ganzes Füllhorn an Ideen schüttet Frank Zappa mit dem Doppelalbum „Sheik Yerbouti“ über seine Hörerinnen und Hörer aus. Manches darauf klingt nach „Spaß Rock“, anderes wiederum sehr experimentell. Am Überzeugendsten hören sich dabei die relativ unkonventionellen Rock-Stücke an, die ruhig auch die ein oder andere dissonante Stelle aufweisen können. Die Texte sind häufig sehr witzig gehalten, zu prüde sollte man beim Erkunden dieser allerdings nicht sein. Spannend klingt das alles wahrlich, geniale Musik höre ich hier allerdings nicht heraus, da vor allen Dingen der Beginn der Scheibe sehr zäh ist. Acht Punkte.

Anspieltipps: Bobby Brown, Tryin’ To Grow A Chin, Yo’ Mama, Wild Love



Freitag, 6. Juli 2018

Gnidrolog – In Spite Of Harry’s Toe-Nail




Gnidrolog – In Spite Of Harry’s Toe-Nail


Besetzung:

Colin Goldring – lead vocals, guitars, recorders, tenor sax, horn, harmonica
Stewart Goldring – lead guitar, vocals
Peter Cowling – bass, cello
Nigel Pegrum – percussion, flute, oboe, piano


Label: Beat Goes On Records (ursprünglich RCA Records)


Erscheinungsdatum: 1972


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

1. Long Live Man Dead (9:44)
2. Peter (3:28)
3. Snails (7:15)
4. Time And Space (7:34)
5. Who Spoke (2:23)
6. In Spite Of Harry's Toenail (9:27)

Gesamtspieldauer: 39:54




Gnidrolog war eine englische Progressive Rock Band, die lediglich im Jahr 1972 insgesamt zwei Alben veröffentlichte und sich anschließend wieder auflöste. Gegründet wurde Gridnolog im Jahr 1969 von den Zwillingen Colin und Stewart Goldring sowie Peter Cowling und Nigel Pegrum. Der etwas seltsame Name ist ein Anagramm des Nachnamens der beiden Goldring-Zwillinge. Zuerst absolvierte die Band zahlreiche Auftritte in den einschlägigen Clubs und erst drei Jahre später erschien die erste Platte mit dem Namen „In Spite Of Harry’s Toe-Nail“ auf dem Plattenlabel RCA.

Auf dieser Scheibe ist Musik zu hören, die schon sehr an jene von Gentle Giant erinnert. Zumeist allerdings an jede der harmonische Ausflüge von Gentle Giant. Ein weiteres Kennzeichen der Musik der vier Engländer, welches ebenfalls auf Gentle Giant hindeutet, ist die nicht ganz alltägliche Instrumentenauswahl. Neben den eher „normalen“ Rock-Instrumenten kommen auch Saxophon, Horn, Harmonika, Cello, Flöte, und Oboe zum Einsatz. Das macht die Musik von Gnidrolog an sich schon mal besonders. Und in welcher Band gibt es noch einen Schlagzeuger, der zusätzlich auch Piano, Flöte und Oboe spielt?

All diese Instrumente deuten auf sehr viel Harmonie und Melodiösität in der Musik von Gnidrolog hin. Diese melodiösen Harmonien gibt es durchaus, doch Gnidrolog haben noch wesentlich mehr zu bieten. Manchmal klingt das Ganze auch einfach nur schräg und gewollt dissonant und kann sogar am Ende eines Liedes in ein fürchterliches Chaos münden. Somit kommt beim Hören des Albums niemals Langeweile auf, da Melodiösität und auch die Atonalität sich abwechseln. Dies ist auch der Grund, warum die Platte ganz eindeutig keine massentaugliche ist. Dementsprechend schlecht gestalteten sich auch die Verkäufe, was wohl zur Kurzlebigkeit der Band beitrug.

Die ersten Titel auf „In Spite Of Harry’s Toe-Nail“ sind ganz im Progressive Rock verhaftet. Sehr abwechslungsreiche Musik, mitunter sehr melodisch, dann jedoch wieder sehr dissonant. Spannend klingt das an jeder Stelle der Scheibe. Der Titeltrack, der in den ersten Ausgaben des Albums noch genauso in zwei Teile unterteilt war wie der Opener „Long Live Man Dead“, ist schließlich jedoch eine rockige Nummer, die nur noch Anleihen des Progressive Rock aufweist und so ähnlich von Wishbone Ash hätte stammen können. Allerdings auch das klingt in meinen Ohren.

Fazit: „In Spite Of Harry’s Toe-Nail“ ist ein spannendes und abwechslungsreiches Progressive Rock Album der englischen Band Gnidrolog geworden. Alle Facetten des klassischen Progressive Rock gibt es auf dieser Platte zu erhören. Von außergewöhnlicher Instrumentierung über wunderschöne Melodiösität bis zu atonalen Passagen, alles ist hier enthalten, was das Herz des Fans des Progressive Rocks der ersten Hälfte der 70er Jahre höherschlagen lässt. Spannende sowie abwechslungsreiche Musik, die zudem noch mit den Durchgängen wächst. Alles andere als alltäglich. Elf Punkte.

Anspieltipps: Long Live Man Dead, Who Spoke



Donnerstag, 5. Juli 2018

Queensrÿche – Promised Land




Queensrÿche – Promised Land


Besetzung:

Geoff Tate – vocals, saxophone, keyboards
Chris DeGarmo – lead guitar, piano, cello, sitar
Michael Wilton – rhythm guitar
Eddie Jackson – bass guitar
Scott Rockenfield – drums, percussion, tape effects


Label: EMI


Erscheinungsdatum: 1994


Stil: Progressive Metal


Trackliste:

1. 9:28 A.M. (1:43)
2. I Am I (3:57)
3. Damaged (3:58)
4. Out of Mind (4:35)
5. Bridge (3:30)
6. Promised Land (7:58)
7. Dis Con Nect Ted (4:44)
8. Lady Jane (4:14)
9. My Global Mind (4:21)
10. One More Time (4:18)
11. Someone Else? (5:00)


Bonus Tracks der Wiederveröffentlichung im Jahr 2003:

12. Real World (vom Soundtrack zum Film „Last Action Hero”) (4:23)
13. Someone Else? (Gesamte Band Version) (7:13)
14. Damaged (Live, The Astoria Theatre, London, UK am 20. Oktober 1994) (4:03)
15. Real World (Live, The Astoria Theatre, London, UK am 20. Oktober 1994) (3:42)

Gesamtspieldauer: 1:07:47




„Promised Land“ heißt das fünfte Studioalbum der US-amerikanischen Heavy Metal Band Queensrÿche. Die Platte erschien am 18. Oktober 1994 auf dem Plattenlabel EMI. „Promised Land“ ist das Album von Queensrÿche, welches in den USA mit Platz 8 die höchste Chart-Platzierung erreichte. Gleichzeitig ist es die Platte, die sich in der Historie von Queensrÿche am zweitbesten verkaufte – nach dem Vorgänger-Album „Empire“ und noch vor der wohl bekanntesten Platte der Band, „Operation: Mindcrime“. Am 10. Juni 2003 erfolgte eine Wiederveröffentlichung des Albums mit insgesamt vier Bonus-Titeln.

Auf „Promised Land“ hört man den für Queensrÿche so typischen ProgMetal, der sich deutlich vom Metal anderer Bands unterscheidet. Die Lieder von Queensrÿche sind vielschichtiger und deutlich abwechslungsreicher, als so manch dumpfes Gestampfe mit der Grundordnung Strophe – Refrain – Strophe – Refrain – Solo – Strophe – Refrain. Dabei schaffen es die Musiker von Queensrÿche wunderbar mit Atmosphären und Stimmungen zu spielen. Sanften und sehr harmonischen Passagen stehen kompromissloser Metal gegenüber, der konsequent und geradlinig rockt.

Das Manko dieses Albums ist allerdings, dass der Platte die wirklich großartigen Lieder abgehen. Vieles auf „Promised Land“ klingt gut, doch nichts so richtig überragend. Soll heißen, das Album unterhält, schafft es jedoch nicht wirklich zu begeistern. Es gibt keine Ausfälle auf der Scheibe, allerdings eben auch keine echten Höhepunkte, die sich längerfristig im Gehör festsetzen. Um hier doch wenigstens ein kleineren Höhepunkt zu erwähnen, sei an dieser Stelle das Titellied und mit knapp acht Minuten auch längste Stück des Albums erwähnt. Beim Titel „Promised Land“ klingen Queensrÿche für das Album ungewöhnlich anders, dunkel und spannend. Das Lied ist dabei eine durchaus eingängige und abwechslungsreiche Rock-Nummer, während der dem Saxophon eine größere Rolle zugedacht wurde. Besonders gelungen klingt dabei der volle, dichte und doch auch sphärische Ausklang des Liedes, der sich über fast die letzten drei Minuten hinzieht.

Vier Zugaben enthält die Wiederveröffentlichung der Scheibe, wobei vor allen Dingen die Nummer „Real World“ aus dem Soundtrack zum Film „Last Action Hero“ sehr überzeugt. Rockband trifft auf ein Orchester. Ein wenig pathetisch klingt das Ganze freilich, trotzdem setzt sich der Melodiebogen sofort fest, die Musik nimmt Fahrt auf und klingt am Schluss schließlich wieder sanft aus. Das Lied hört man auch noch mal in einer Live-Einspielung, natürlich nun weniger aufwendig arrangiert, dafür in einer deutlich rockigeren Version. Auch so wirkt die Nummer. Dazu gibt es noch die Live-Ausgabe des Titels „Damaged“ sowie das Lied „Someone Else?“, welches nun von der gesamten Band eingespielt wurde und nicht nur in Form von Gesang, der vom Piano begleitet wird. Die offizielle, ruhigere Version überzeugt mich in diesem Fall mehr.

Fazit: Man bekommt mit „Promised Land“ ein durchaus typisches Album von Queensrÿche zu hören, wenn man zumindest an die erste Hälfte der 90er Jahre denkt. Die Musiker schaffen es einmal mehr schöne Atmosphären zu erschaffen. Abwechslungsreich und melodiös klingt das Album ebenfalls. Was ein wenig fehlt, das sind die absoluten Höhepunkte, an die man sich sofort erinnert, wenn man an „Promised Land“ denkt. Trotzdem ist die Scheibe wahrlich keine schlechte. Neun Punkte.

Anspieltipps: Promised Land, Someone Else?, Real World



Mittwoch, 4. Juli 2018

Gazpacho – Molok




Gazpacho – Molok


Besetzung:

Jan Henrik Ohme – vocals
Thomas Alexander Andersen – keyboards
Jon Arne Vilbo – guitars
Mikael Krømer – violin & mandolin
Kristian „Fido“ Torp – bass
Lars Erik Asp – drums


Gastmusiker:

Gjermund Kolltveit – aga singing, stone and assorted bones, stones and harps
Stian Carstensen – accordions, kaval and bulgarian fiddle
Marianne Pentha – backing vocals
Børge Are Halvorsen – various saxophones
Stig Espen Hundsnes – trumpet


Label: KScope


Erscheinungsdatum: 2015


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

1. Park Bench (6:44)
2. The Master’s Voice (4:08)
3. Beta Kiss (2:45)
4. Know Your Time (6:07)
5. Choir Of Ancestors (4:44)
6. ABC (3:26)
7. Algorithm (3:10)
8. Alarm (3:54)
9. Molok Rising (9:38)

Gesamtspieldauer: 44:39



„Molok“ nannte die norwegische Progressive Rock Band Gazpacho ihr neuntes Studio-Album. Im Jahr 2015 wurde es auf dem Plattenlabel KScope veröffentlicht. Stilistisch macht „Molok“ da weiter, wo ein Jahr zuvor mit „Demon“ aufgehört wurde. Dichten und fesselnden Progressive Rock bis Art Rock bekommt man auf der Platte geboten, der eher traurig denn fröhlich klingt. Dazu werden die Hörerin und der Hörer mit abwechslungsreichen und eingängigen Melodien überschüttet.

„Molok“ ist ein Brett, soll heißen, dass hier auf einer Dreiviertelstunde Musik zelebriert wird, die einen absolut fesseln kann. Die einzelnen Lieder sind atmosphärisch absolut dicht und weisen dabei viele Variationen auf – obwohl es sich dabei immer ganz eindeutig um die Musik von Gazpacho handelt. Was man auf „Molok“ zu hören bekommt, klingt einmal fein und zart, dann wieder rauschend und mitreißend. Musik, die in jede Pore des Körpers dringt, wenn man sie denn lässt. Das schafft diese umso besser, wenn man ihr genügend Zeit zum Reifen einräumt. Wie so oft bei einem Gazpacho-Album, benötigt die Musik etwas Anlaufzeit, obwohl sie bereits beim ersten Hören sehr gut und überzeugend klingt – im Laufe der Zeit jedoch immer noch ein wenig besser. „Molok“ wirkt vielleicht nicht ganz so dramatisch wie der Vorgänger „Demon“, doch setzt die Musik eindeutig genau dort an und ergänzt diese.

Es gibt auf diesem Album keinen „Übertitel“. Alles wirkt auf „Molok“ und weiß zu packen. Die Höhepunkte der Platte heißen „Park Bench“, „Know Your Time“, „Choir Of Ancestors“, „ABC“ und „Molok Rising“. Wenn ich ehrlich bin, hätte ich an dieser Stelle jedoch auch die restlichen vier Nummern aufzählen können. Alle neun Stücke auf dieser Platte transportieren eine dunkle bis mystische Stimmung, die sehr gut zum Thema „Religionen“ passt, welches dieses Mal im Vordergrund steht. Düsternis macht sich breit und bahnt sich ihren Weg aus den Boxen in die Ohren der Zuhörer. Allerdings so harmonisch, dass man gerne in das Dunkel eintaucht.

Fazit: Auch das neunte Album der norwegischen Band Gazpacho mit dem Titel „Molok“ ist ein sehr überzeugendes und auch ergreifendes geworden. Dieses Mal klingt die Musik der Band atmosphärisch allerdings nicht nach Melancholie, sondern nach Finsternis bis Dunkelheit. Alles wirkt auf seine Art mystisch und etwas entrückt. Eine Platte in die man völlig eintauchen kann und die für Leute mit Depressionen definitiv gefährlich ist. „Molok“ ist sanft, traurig, aber intensiv. Dreizehn Punkte.

Anspieltipps: Park Bench, Know Your Time, Choir Of Ancestors, ABC, Molok Rising



Dienstag, 3. Juli 2018

Patrick Bishop – Minor Lakes




Patrick Bishop – Minor Lakes


Besetzung (ohne Instrumentenangabe):

Roman Bühlmann
Fredy Bünter
Lukas Iselin
Markus Neuweiler
Ronja Rinderknecht
Nadja Stoller
Peter Zemp


Label: Accidental Conspiracies


Erscheinungsdatum: 2014


Stil: Art Pop, Pop


Trackliste:

1. Mallory (3:43)
2. Wake (3:40)
3. Teraphim (2:46)
4. Golden (3:20)
5. Weary Pond (0:51)
6. Northern Lights (4:08)
7. High Vaults (4:22)
8. Seneca Lake (0:54)
9. Redoubt (3:45)
10. Peigneur (3:12)
11. Lake Of The Clouds (1:25)
12. Closer (4:05)
13. An Anatomy Of The World (8:17)

Gesamtspieldauer: 44:34




Patrick Bishop ist eine Schweizer Band aus Bern, die im Jahr 2011 gegründet wurde. Das Debut-Album der Band mit dem Titel „Minor Lakes“ erschien am 26. September 2014 auf dem Plattenlabel Accidental Conspiracies. Darauf hört man überaus sanfte, ruhige und an manchen Stellen fast schon entrückt klingende Musik, die aus irgendwelchen Traumwelten emporzusteigen scheint.

Patrick Bishop, das ist das Pseudonym des Schweizer Musiker Roman Bühlmann, der weitere Musiker um sich geschart hat, um mit ihnen sehr ruhige aber auch sehr intensive Musik zu komponieren, aufzunehmen und aufzuführen. In den Liedern der Schweizer kommen elektronische wie akustische Instrumente zum Einsatz. Das Ergebnis ist Pop der Unterkategorie Art Pop, der bis in den Bereich des Kammer-Pop hineinreicht. Ist die Musik an sich schon sanft, so wird das noch die Stimme des Roman Bühlmann unterstrichen, die man zuerst gar nicht richtig einem Mann zuordnen kann. Dies liegt keineswegs an der Gesangshöhe der Stimme, sondern sehr viel eher an deren sanftem Klang. In dieser Kombination klingt die Musik von Patrick Bishop auf „Minor Lakes“ fast schon entrückt, in anderen Sphären schwebend und dabei an jeder Stelle des Albums überaus harmonisch und sehr melodiös.

Alle Lieder auf „Minor Lakes“ sind stilistisch gleich gehalten. Es handelt sich um warme, sanfte und intensive Lieder, die ins Ohr gehen und wirken. Musik zum Eintauchen, zum Träumen und zum Ausruhen hört man auf dem Album, das zum Innehalten einlädt. Die Platte ist reich an Höhepunkten, bei denen man vielleicht die Stücke „Teraphim“, „Golden“ und „An Anatomy Of The World“ herausheben kann. Letztgenannter Titel ist allerdings keineswegs über acht Minuten lang, sondern enthält einen „Hidden Track“, der jedoch bereits nach wenigen Sekunden der Stille beginnt und ebenfalls sehr überzeugt. Im Grunde genommen ist die Erwähnung gerade dieser drei Lieder allerdings auch sehr willkürlich gewählt, denn alles klingt gut auf „Minor Lakes“. Positiv sollte an dieser Stelle ebenfalls die Aufmachung der CD erwähnt werden. In der Hülle mit Fenster befindet sich ein Päckchen mit insgesamt fünfzehn viereckigen Kunst-Karten. Jede Karte steht für ein Lied, zwei für die Credits. Auf der Vorderseite jeder Karte gibt es ein Photo oder ein gemaltes Bild, auf der Rückseite dann den entsprechenden Liedtext dazu. Solch eine Gestaltung eines Albums habe ich bisher noch nicht gesehen und es wirkt mit viel Liebe zum Detail zusammengestellt.

Fazit: Ein sehr gelungenes Debut stellt „Minor Lakes“ der Schweizer Band Patrick Bishop dar. Art Pop und Kammer-Pop der sehr einprägsamen Art hört man auf der Platte. Die Musik ist eine Mischung aus akustischen und elektronischen Klängen, die überaus melodiös ins Ohr gehen. Gerockt wird hier nur selten, eher in Harmonien geschwelgt. Für die ruhigen Momente des Tages – oder um diese einzuleiten – bestens geeignet. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Teraphim, Golden, An Anatomy Of The World



Montag, 2. Juli 2018

Chris Rea – New Light Through Old Windows




Chris Rea – New Light Through Old Windows


Besetzung:

Chris Rea – vocals, guitar, producer


Gastmusiker:

Robert Ahwai – guitar
Eoghan O'Neill – bass
Max Middleton – keyboards
Martin Ditcham – drums


Label: Magnet Records


Erscheinungsdatum: 1988


Stil: Adult-Oriented Rock (AOR)


Trackliste:

1. Let's Dance (4:14)
2. Working On It (4:24)
3. Ace of Hearts (4:53)
4. Josephine (4:35)
5. Candles (4:44)
6. On The Beach (6:51)
7. Fool (If You Think It's Over) (4:04)
8. I Can Hear Your Heartbeat (3:24)
9. Shamrock Diaries (4:12)
10. Stainsby Girls (4:08)
11. Windy Town (4:05)
12. Driving Home For Christmas (3:59)
13. Steel River (6:47)

Gesamtspieldauer: 1:00:27




„New Light Through Old Windows“ ist das erste Kompilationsalbum des englischen Sängers und Gitarristen Chris Rea. Das Album erschien am 17. Oktober im Jahr 1988 auf dem Plattenlabel Magnet Records. Auf diesem „Best Of…“-Album befinden sich elf Neueinspielungen von Liedern, die bereits auf früheren Veröffentlichungen des Chris Rea erschienen waren. Dazu gibt es mit der Nummer „Driving Home For Christmas“ ein Lied zu hören, was bisher nur als Single erschienen war. Und schließlich packte der Engländer auch gleich noch einen ganz neuen Titel mit dazu. Das Lied „Working On It“ sollte wohl bewirken, dass alle Fans, die die anderen Lieder bereits besaßen, nochmals einen Kaufanreiz verspüren würden. Umsatz ist alles.

Die Platte enthält diesen, für Chris Rea so typisch dahinplätschernden Adult-Oriented Rock, den es nur in der sanften Ausführung zu hören gibt – böse Stimmen behaupten, in der einschläfernden Ausführung. Man würde Chris Rea manches Mal wirklich wünschen, er würde den Rhythmus etwas anziehen, die Gitarre etwas stärker verzerren und endlich beginnen zu rocken. Doch genau das passiert nicht. Man hört die raue und immer gleiche Stimme des Engländers zu rhythmisch immer gleicher Musik. Die Lieder verfügen dabei über keinerlei Abwechslung und beinhalten in ihrer konsequenten Monotonie und ewig gleichen Atmosphäre auch keine schöne Melodien.

An Höhepunkten müsste man an dieser Stelle entweder alle Lieder oder keines davon aufführen, zu sehr ähneln sich die Titel und sind in ihrer Art der Monotonie wahrlich alles andere als spannend, dafür umso langweiliger geraten. Klar versucht Chris Rea auf der Scheibe auch mal funkig zu klingen, doch selbst das scheint aus irgendwelchen Gründen nicht so richtig zu funktionieren, sodass die Scheibe lediglich durchläuft und keinerlei Spuren hinterlässt. Zweifelsohne hinterlässt allerdings der Marketing-Trick, mit der Zugabe eines neuen Liedes einen sehr faden Beigeschmack beim Hören der Platte. Vor allem auch, weil gerade jener Titel, „I Can Hear Your Heartbeat“, einer der besseren auf „New Light Through Old Windows“ ist und gleichzeitig auch mit einer der bekanntesten Lieder des Chris Rea. Umso gemeiner fast schon, ihn hier zuerst mit zu veröffentlichen.

Fazit: Chris Rea steht für Rock Musik der sanften Sorte. Adult Oriented Rock mit Schmusefaktor. Auch auf diesem „Best Of…“-Album mit dem Titel „New Light Through Old Windows“ gibt es diesen zu hören. Der Album-Titel weist bereits darauf hin, dass ältere Titel für diese Platte neu eingespielt wurden. Kann man mögen, muss man aber nicht. Dass sich hierauf ein ganz neuer Titel befindet, ist eine Marketing-Masche, die etwas aufstößt. Packen kann mich diese Musik nicht, überhaupt nicht. Alles klingt irgendwie monoton und langweilig und nervt sogar manchmal ein wenig. Fünf Punkte.

Anspieltipps: Candles, I Can Hear Your Heartbeat, Windy Town



Sonntag, 1. Juli 2018

Ronan Keating – Turn It On




Ronan Keating – Turn It On


Besetzung:

Ronan Keating – vocals


Gastmusiker:

Paul Barry – guitar, vocals (background)
Liam Bradley – drums, percussion, vocals (background)
Paul Bushnell – bass
Brandon Christy – guitar, programming
Rob Davis – guitar, keyboards, programming
Terence Elliott – guitar (electric)
David Frank – drums, keyboards, pipe organ
Reece Gilmore – programming
James Hallawell – keyboards, programming
Wayne Hector – vocals (background)
Steve Jones – guitar
Charles Judge – keyboard programming
Kieran Kiely – accordion
Shawn Lee – drums, percussion
Yvonne John Lewis – vocals (background)
Peter Lockett – percussion, programming
London Session Orchestra – orchestration
Calum MacColl – guitar, vocals (background)
Wil Malone – string arrangements, string conductor
Cliff Masterson – piano, string arrangements, string conductor
Paul Meehan – programming
Dominic Miller – guitar
Richard Niles – string arrangements, string conductor
Adam Phillips – guitar
Tim Pierce – guitar (electric)
Janet Ramus – vocals (background)
Brian Rawling – drums
Mark Read – vocals (background)
LeAnn Rimes – vocals
Steve Robson – guitar, keyboards
Mark Smith – bass
Ren Swan – programming
Rohan Thomas – keyboards
Paul Turner – bass
John Wood – guitar, programming
Gavyn Wright – string conductor


Label: Polydor


Erscheinungsdatum: 2003


Stil: Pop


Trackliste:

1. Turn It On Again (3:18)
2. Lost For Words (3:48)
3. She Gets Me Inside (3:19)
4. First Time (4:13)
5. Last Thing On My Mind (3:57)
6. Let Her Down Easy (4:33)
7. Back In The Day (3:17)
8. She Believes (In Me) (4:08)
9. On My Way (4:15)
10. The Best Of Me (3:53)
11. Hold You Now (4:00)
12. This Is Your Song (4:02)
13. I Wouldn't Change A Thing (3:44)
14. Give You What You Want (3:29)

Gesamtspieldauer: 54:02




„Turn It On“ heißt das dritte Studio-Solo-Album des irischen Sängers und Ex-Boyzone Frontmanns Ronan Keating. Das Album erschien am 17. November 2003 auf dem Plattenlabel Polydor, eine Woche nach der ersten Single-Auskopplung „Lost For Words“, welche bis auf Platz 9 der britischen Charts kletterte. Zwei weitere Singles wurden aus dem Album veröffentlicht. Zum einen das Kenny Rogers Cover „She Believes (In Me)“ und das Duett mit der US-amerikanischen Country-Sängerin LeAnn Rimes, „Last Thing On My Mind“. Auch diese beiden Nummern erreichten die Top Ten der britischen Charts. Anders sieht das schon mit dem Album „Turn It On“ selbst aus, welches nur bis auf Platz 21 der britischen Charts stieg und bis heute das Album ist, welches sich von Ronan Keating am schlechtesten verkaufte. Seltsam, denn es ist besser als die beiden Vorgänger, zumindest minimal.

Es hatte sich ein klein wenig getan in der Musik des Iren. Unter anderem hatte Ronan Keating selbst viele Lieder auf „Turn It On“ mitkomponiert. Der kompositorische Beitrag des Gregg Alexander, der das vorherige Album fast vollständig im Alleingang komponiert hatte und hier noch als Produzent in Erscheinung tritt, war stark zurückgefahren worden. Dazu gibt es auf „Turn It On“ erste rockige Ansätze. Nicht viele, allerdings sind sie vorhanden. Das war es allerdings dann auch schon an „Neuigkeiten“. Die Musik selbst ist immer noch unglaublich belanglos und langweilig, schwülstig und auf die schnelle Eingängigkeit hin getrimmt. Da helfen auch ein paar rockigere Töne nicht unbedingt weiter, die es aber immerhin gibt. Zumindest etwas Abwechslung. Nicht geändert haben sich allerdings die textlichen Grausamkeiten, die hier den Hörerinnen und Hörern geboten werden. Immer nur das Thema „Liebe“. Glückliche Liebe, traurige Liebe, erfüllende Liebe, verzweifelte Liebe und so weiter und so fort. Es ist einfach schlecht, so unglaublich schlecht.

Ich kann bei solcher Musik keine Höhepunkte erkennen, da es auch keine gibt. Die Lieder ähneln sich sehr. Vielleicht sind sie sogar identisch, wer weiß das schon, das Thema „Liebe“ übertüncht alles. An dieser Stelle sei allerdings dann doch das Lied „On My Way“ erwähnt, da es über ein Gitarrensolo verfügt. Ansonsten viele Streicher, Schleim… Ach, das hatten wir ja schon. Nun, genauso wenig wie es Höhepunkte gibt, so gibt es Ausreißer nach unten, denn viel tiefer geht es einfach nicht. Schlimm.

Fazit: Die Musik des Ronan Keating wurde für junge Mädchen gemacht und hat dort auch ihre Spuren in Form von guten Verkaufszahlen hinterlassen. Wer einen gewissen Anspruch an die Musik stellt, wird ihn in vielen Liedern und Alben finden, sicher jedoch nicht in denen des Ronan Keating. Möchte man gute Musik und keinen kommerziellen Einheitsbrei erleben, so macht man beim Hören von „Turn It On“ einen großen Fehler. Die Lieder des Iren sind praktisch durchgehend langweilig und belanglos. Musik kann schön, jedoch auch grausig sein. Drei Punkte.

Anspieltipps: On My Way



Samstag, 30. Juni 2018

Kaipa – In The Wake Of Evolution




Kaipa – In The Wake Of Evolution


Besetzung:

Patrik Lundström – vocals
Aleena Gibson – vocals
Per Nilsson – electric and acoustic guitars
Morgan Ågren – drums
Hans Lundin – electric and acoustic keyboards, vocals
Jonas Reingold – electric basses


Gastmusiker:

Fredrik Lindqvist – recorders (tracks 2,3, 4, 5, & 8)
Elin Rubinsztein – violin (tracks 1, 4, 5, & 7)


Label: InsideOut Music


Erscheinungsdatum: 2010


Stil: RetroProg


Trackliste:

1. In The Wake Of Evolution (10:57)
2. In The Heart Of Her Own Magic Field (5:12)
3. Electric Power Water Notes (17:50)
4. Folkia´s First Decision (2:32)
5. The Words Are Like Leaves (5:36)
6. Arcs Of Sound (8:21)
7. Smoke From A Secret Source (9:23)
8. The Seven Oceans Of Our Mind (10:08)

Gesamtspieldauer: 1:10:03



„In The Wake Of Evolution“ heißt das zehnte Studio-Album der schwedischen Progressive Rock Band Kaipa. Am 16. März des Jahres 2010 wurde das Album auf dem Plattenlabel InsiceOut Music veröffentlicht. Obwohl Roine Stolt Kaipa bereits vor dem letzten Album wieder verlassen hatte, klingen Kaipa auf „In The Wake Of Evolution“ immer noch wie eine zweite Band mit dem Namen Flower Kings. Viel hat sich trotz des Verlustes einer der Song-Schreiber also nicht mehr geändert an der Musik der Schweden.

Wieder gibt es eher frickeligen bis etwas konstruiert klingenden Progressive Rock zu hören, der so eindeutig aus Schweden zu stammen scheint. Sehr melodiös ist das nicht unbedingt, die einzelnen Lieder gehen auch nicht unverzüglich gut ins Ohr. Mitunter läuft die Scheibe so durch und klingt leider auch an manchen Stellen etwas langweilig. Dann gibt es allerdings auch wieder sehr viel mitreißendere Passagen, in denen die Musiker nur so von Spielfreude beseelt zu sein scheinen. Zugutehalten muss man der Platte auch, dass sie im Laufe der Zeit wächst, wenn man ihr denn die Zeit zum Reifen einräumt. Bis auf den Gesang, der eindeutig ein Manko in der Musik von Kaipa ist. Egal ob hier Patrik Lundström oder Aleena Gibson singen. Es klingt in beiden Fällen wenig überzeugend, manchmal sogar geradezu komisch.

Drei Höhepunkte enthält das Album mit den Titeln „Electric Power Water Notes“, „Arcs Of Sound“ und „The Seven Oceans Of Our Mind“. Ersteres Stück ist eine sehr abwechslungsreiche Progressive Rock Nummer, die in vielen Facetten aufleuchtet. Hier klingen Kaipa spannend und überaus gelungen. Das Lied „Arcs Of Sound“ beginnt einigermaßen hektisch und wird dann zu einem melodiösen und eingängigen Titel, welcher einen ausnahmsweise bereits beim ersten Mal des Hörens aufhorchen lässt. Dieses Lied hallt auch nach und klingt nach spannendem Progressive Rock. Die kleine Einschränkung bei dieser Nummer ist leider der Refrain, der wie ein x-beliebiges Rock Lied klingt und gegen den Rest des Stücks deutlich abfällt. „The Seven Oceans Of Our Mind“ beginnt schließlich wie ein Folk-Song, ehe dieser auch in die eher progressive Richtung einbiegt. Ein sehr abwechslungsreiches Lied, welches sich steigert, aus verschiedenen Abschnitten aufgebaut ist und zudem über schöne und melodiöse Melodien verfügt, die sich festsetzen.

Fazit: „In The Wake Of Evolution“ klingt ganz klar nach schwedischem Progressive Rock und dabei ist automatisch die Nähe zur Band Flower Kings gegeben. Nicht alles überzeugt auf dem Album bis ins letzte Detail, einige Stücke muss man auch öfters hören, sich vielleicht sogar Schönhören. Doch hat das Album definitiv auch Höhepunkte, die Spaß machen und hängenbleiben. Ganz sicher keine schlechte Platte, die neben dem Progressive Rock auch so manche Folk-Anleihe enthält. Neun Punkte.

Anspieltipps: Electric Power Water Notes, Arcs Of Sound, The Seven Oceans Of Our Mind



Freitag, 29. Juni 2018

Motorpsycho – Behind The Sun




Motorpsycho – Behind The Sun


Besetzung:

Bent Sæther – vocals, bass, 12- & 6-string acoustic and electric guitars, mellotron, percussion
Hans Magnus Ryan – vocals, electric and acoustic guitars
Kenneth Kapstad – drums


Gastmusiker:

Reine Fiske – electric and acoustic guitars, mellotron
Thomas Henriksen – piano on „The Magic & The Wonder“
Ole Henrik Moe – saw on „Cloudwalker“, viola on „Ghost“ and „Kvæstor“
Kari Rønnekleiv – violin on „Ghost“ and „Kvæstor“


Label: Stickman Records


Erscheinungsdatum: 2014


Stil: Psychedelic Rock, Alternative Rock


Trackliste:

1. Cloudwalker (A Darker Blue) (6:05)
2. Ghost (6:37)
3. On A Plate (4:08)
4. The Promise (4:40)
5. Kvæstor (incl. Where Greyhounds Dare) (7:09)
6. Hell, Part 4-6: Traitor / The Tapestry / Swiss Cheese Mountain (12:24)
7. Entropy (7:22)
8. The Magic & The Wonder (A Love Theme) (4:40)
9. Hell, Part 7: Victim Of Rock (7:35)

Gesamtspieldauer: 1:00:45




„Behind The Sun“ ist bereits das siebzehnte Studioalbum der norwegischen Rock Band Motorpsycho, die sich im Jahr 1989 in Trondheim, Norwegen gegründet hat. Mit Bent Sæther und Hans Magnus Ryan sind noch zwei der drei Gründungsmitglieder in der Band aktiv und legen mit „Behind The Sun“ ein Album vor, welches stilistisch ganz nah am Vorgänger angesiedelt ist. Das Album wurde am 7. März 2014 veröffentlicht, weniger als ein Jahr nach dem Vorgänger „Still Life With Eggplant“. Das Plattenlabel, auf dem „Behind The Sun“ erschien, hieß einmal mehr Stickman Records. Die Scheibe wurde in zwei unterschiedlichen Versionen veröffentlicht. Als Doppel-LP und einfache CD. Die LP-Ausgabe enthält dabei auf der ersten Plattenseite zu Beginn zwei knapp vierminütige Instrumentaltitel, die parallel angeordnet sind und somit zufällig angespielt werden, je nachdem welche Rille die Nadel erwischt. Auf der CD-Ausgabe des Albums fehlen diese beiden Nummern.

Hinweise, dass die beiden Platten „Still Life With Eggplant“ und „Behind The Sun“ ein musikalisches sowie stilistisches Pärchen bilden, gibt es einige. So ist das Lied „Hell“ mit den Teilen 1-3 auf „Still Life With Eggplant“ vertreten und auf „Behind The Sun“ folgen die Teile 4-7. Schließlich bekommen Motorpsycho erneut durch Reine Fiske Unterstützung, der bereits auf dem Vorgängeralbum an zahlreichen Titeln beteiligt war. Auf „Behind The Sun“ hört man ihn – bis auf bei „The Promise“ – auf jedem Lied an der Gitarre oder dem Mellotron. „Behind The Sun“ unterscheidet sich stilistisch nicht allzu sehr vom Vorgänger, wirkt jedoch gleich beim ersten Mal des Hörens etwas eingängiger, als noch „Still Life With Eggplant“. Dies passiert allerdings ein wenig zu Lasten der musikalischen Bandbreite der Scheibe, die etwas glatter und weniger kantig und rauer wirkt. Dieser leicht jazzige Einschlag mancher Titel, der auf „Still Life With Eggplant“ mitunter zu hören war, ist auf „Behind The Sun“ nicht mehr so gegenwärtig.

Die meisten musikalischen Zutaten, die „Still Life With Eggplant“ ausmachten, gibt es jedoch eben auch wieder auf „Behind The Sun“. Dieses Spiel mit den Stimmungen, mit Angespanntheit, Fokussierung und Entspannung. Freie, rockende und treibende Passagen, stehen einmal mehr sanften, mitunter sogar sphärischen Abschnitten gegenüber. All das wird von den Musikern auf eine perfekte Art und Weise miteinander verbunden und harmonisiert auch dieses Mal wunderbar miteinander.

Höhepunkte des Albums sind für mich die wunderschöne, sanfte und dunkle Nummer „Ghost“, die beim sonstigen Lied-Katalog der Band fast schon aus dem Rahmen fällt. Alles klingt weich und harmonisch, fast ein wenig verwunschen und geht sofort ins Ohr. Das machen auch die Parts vier bis sechs des Liedes „Hell“. Jedoch auf eine völlig andere Art und Weise. Dieses Mal ist es wieder diese Variation mit den Emotionen und Atmosphären, welche fasziniert und sich im Ohr festsetzt. Freilich ist das alles kein richtiger Progressive Rock, sehr viel eher eine Fusion von Psychedelic mit Alternative Rock. Dies allerdings absolut überzeugend und mitreißend miteinander verwoben. Und schließlich sei hier auch noch das andere Extrem in der Musik von Motorpsycho erwähnt, welches in Form des letzten „Hell-Teils“, Part 7, seinen Ausdruck findet. In diesem Lied wird Part 2 des Liedes, der sich auf dem Vorgängeralbum befindet, wieder aufgegriffen und exzessiv und kompromisslos auf die Spitze getrieben. Jetzt knallt die Nummer brachial aus den Boxen, der Gesang verschwimmt, klingt schräger, womit letztendlich auch dem psychedelischen Faktor erneut Rechnung getragen wurde.

Fazit: „Behind The Sun“ ist vielleicht nicht ganz so gelungen wie noch der Vorgänger „Still Life With Eggplant“, da Moorpsycho hier ein klein wenig braver klingen, sieht man mal vom letzten Titel ab. Trotzdem ist auch dieses Album ein sehr überzeugendes Album geworden, welches Fans der Band jede Menge Freude bereiten wird. Die Ingredienzien eines Motorpsycho-Albums sind alle vorhanden. Rockig und psychedelisch und packend klingt auch „Behind The Sun“. Das Genre des Psychedelic Rock sollte man zumindest auch erwarten können – bei dem Bandnamen. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Ghost, Hell Part 4-6



Donnerstag, 28. Juni 2018

Westlife – Where We Are




Westlife – Where We Are


Besetzung:

Nicky Byrne – vocals
Kian Egan – vocals
Mark Feehily – vocals
Shane Filan – vocals


Gastmusiker:

Vanessa Addo-Yeboah – vocals
Steve Anderson – string arrangements
David Angell – violin
Jesse Astin – egg shaker
Paul Beard – piano
Louis Biancaniello – guitar, keyboards, programming
Steve Booker – bass, keyboards, programming
Jeff Bova – string arrangements, strings
Karl Brazil – drums
John Catchings – cello
Nikolaj Juel Christiansen – guitar
Scott Cutler – egg shaker, guitar, programming
David Davidson – orchestration, violin
Sophie Delila – piano
Althea Edwards – vocals
Mark Feehily – vocals
John Garrison – bass
Simon Hale – strings
Heard But Not Seen Choir – choir, chorus
Christian Howes – strings
Henrik Janson – string arrangements
Candace Johnson – vocals
Lawrence Johnson – vocal arrangement
Bryon Jones – vocals
Priscilla Jones – vocals
Jim Jonsin – keyboards, programming
Brian Kennedy – guitar, programming
Emanuel Kiriakou – programming
Josef Larossi – programming
Peter Ljung – piano
The London Session Orchestra – strings
The Love Sponge Strings – strings
Will Malone – keyboards, programming, string arrangements, synthesizer
Subrina McCalla – vocals
Millennia Strings – strings
Candice Mimi-Appiah – vocals
Esbjörn Öhrwall – guitar
Andreas Olsson – keyboards, programming
John Parricelli – guitar
Doug Petty – bass, drum programming, acoustic & electric guitar, keyboards, percussion, piano
Simon Petty – acoustic guitar
Ian Pitter – vocals
Luke Potashnick – guitar
Zac Rae – guitar, programming
Carol Riley – vocals
Andreas "Quiz" Romdhane – programming
Edward Shearmur – strings
Bobby Shin – strings
Kristoffer Sonne – drums
Stockholm Session Strings – strings
Ryan Tedder – guitar, piano, programming, strings
Martin Terefe – bass
Nikolaj Torplarsen – keyboards, piano
Jeremy Wheatley – string arrangements
Wayne Wilkins – keyboards, programming
Kris Wilkinson – viola, violin
Neal Wilkinson – drums


Label: RCA Records


Erscheinungsdatum: 2009


Stil: Pop


Trackliste:

1. What About Now (4:11)
2. How To Break A Heart (4:05)
3. Leaving (3:58)
4. Shadows (4:02)
5. Talk Me Down (4:02)
6. Where We Are (3:58)
7. The Difference (3:31)
8. As Love Is My Witness (4:08)
9. Another World (3:16)
10. No More Heroes (3:58)
11. Sound Of A Broken Heart (3:52)
12. Reach Out (3:57)
13. I’ll See You Again (5:17)

Gesamtspieldauer: 52:20




„Where We Are“ heißt das neunte und gleichzeitig vorletzte Studio-Album der irischen Boy Group Westlife, die sich im Jahr 2012 auflöste. „Where We Are“ erschien – wie all die anderen Alben der „Band“ bereits zuvor – kurz vor Weihnachten. Dieses Mal war der Veröffentlichungstermin der 27. November 2009. Das Album erschien einmal mehr auf den Plattenlabels RCA Records und Sony BMG.

Die Produzenten der Lieder heißen Ryan Tedder, Steve Robson, Jim Jonsin, Greg Wells, Emanuel Kiriakou, Louis Biancaniello, Sam Watters und Conner Reeves. Obwohl so viele Produzenten an der Platte mitmischten, dazu noch zahlreiche Komponisten und Texter – natürlich außer den Sängern von Westlife – an der Entstehung der Platte beteiligt waren, so ist es doch sehr überraschend, dass die Musik von Westlife auf jedem Album fast identisch klingt. Mal ein bisschen mehr Elektronik, mal etwas mehr Rock, aber im Zentrum steht immer dieser seichte Pop, der von der Liebe handelt und nur ganz wenig variiert wird.

„Where We Are“ war das erste Album, seit dem Frank Sinatra Cover Album „Allow Us To Be Frank“, welches nicht auf Platz 1 der britischen Charts startete. Als Song-Schreiber waren allerdings Steve Mac und Wayne Hector und nicht mehr mit an Bord des Komponistenpools, vielleicht liegt darin begründet, dass sich die Platte etwas weniger süßlich anhört, gleichzeitig jedoch auch schlechtere Verkaufszahlen aufwies. „Weniger“ süßlich ist dabei allerdings sehr relativ zu verstehen. Auch auf „Where We Are“ hört man schmalzigen Pop, doch die ein oder andere Melodie geht dieses Mal einfach besser ins Ohr. An den überwiegend sehr grausamen Texten hat sich allerdings leider rein gar nichts geändert.

„What About Now“ und „Another World“ gehen ganz nett ins Ohr und bei diesen Stücken klingt auch der extrem schleimige Gesang etwas erträglicher. Insgesamt bekam dieses Album aufgrund der Tatsache, dass sich bei Westlife alles gleich anhört, überwiegend schlechte Kritiken. Auch andere Sängerinnen und Sänger wie Eminem, Christina Aguilera, Bob Geldof, Liam Gallagher und Noel Gallagher hatten sich inzwischen über die Musik der Band schlecht geäußert – allerdings nicht bezogen auf dieses Album „Where We Are“, sondern auf die langweilige und immer gleiche Musik von Westlife überhaupt. Alles nachvollziehbar, trotzdem ist es in meinem Ohren gerade dieses vorletzte Album von Westlife, was zumindest die etwas besseren Melodien bereithält. Die Texte bleiben einfach schlecht und dieses ewige Liebes-Gesülze nervt sehr.

Fazit: Das neunte und gleichzeitig vorletzte Studio-Album der irischen Boy Group Westlife mit dem Titel „Where We Are“ ist etwas melodiöser geworden, als die Platten zuvor. Eingängig waren auch diese bereits, doch jetzt gehen auch Melodien ins Ohr. Trotzdem ist die Platte weit davon entfernt, ein gutes Album zu sein. Dazu klingt einfach alles viel zu sehr nach Kommerz. Zudem glaubt man das Meiste bereits auf Vorgängerplatten gehört zu haben und die Texte… Aber lassen wir das. Vier Punkte.

Anspieltipps: What About Now, Another World



Mittwoch, 27. Juni 2018

Darius – Dive In




Darius – Dive In


Besetzung:

Darius Danesh – vocals, guitar, background vocals


Gastmusiker:

Gini Ball – strings, violin
Dinah Beamish – cello, strings
Ellen Blair – strings
Chris Braide – guitar, piano, background vocals
Jon Cohen – string programming
Phil da Costa – drum programming
Pete Davies – programming
Pete Davis – keyboards, programming
Martin Ditchum – percussion
Pete Glenister – bass, guitar, string arrangements
Sophie Harris – strings
Sally Herbert – strings, violin
Alex James – programming
Corky James – guitar
Denny Lew – background vocals
Jamie Maher – programming
Ruben Martinez – vocals, background vocals
Claire Orsler – strings, viola
Dave Ruffy – drums
Makoto Sakamoto – drums
Sparx – background vocals
Anne Stephenson – strings
Brian G. Wright – strings


Label: Mercury Records


Erscheinungsdatum: 2002


Stil: Pop


Trackliste:

1. Colourblind (3:35)
2. Rushes (3:43)
3. Incredible (What I Meant To Say) (3:37)
4. Girl In The Moon (4:02)
5. I'm Not Buying (4:23)
6. Dive In (3:40)
7. Gotta Know Tonight (4:13)
8. Sliding Doors (4:24)
9. Simple Like The Truth (3:59)
10. Better Than That (3:33)
11. Mockingbird (4:03)
12. Mercury Rising (4:59)
13. Gotta Know Tonight (Hidden Track & Songwriting Demo) (4:13)

Gesamtspieldauer: 52:34




„Dive In“ heißt das erste von zwei Studio-Alben des Darius Campbell-Danesh. Das Album erschien am 2. Dezember 2002 auf dem Plattenlabel Mercury Records und war in Großbritannien überaus erfolgreich, erreichte dort Platz 6 der Charts sowie Platin-Status mit 300.000 verkauften Kopien. Dass Darius Danesh in Großbritannien durchstartete, jedoch in anderen europäischen Ländern eher unbekannt ist, liegt wahrscheinlich an seiner Teilnahme an diversen Talentwettbewerben im britischen Fernsehen, die er auch gewann. Nach „Dive In“ folgte zwei Jahre später noch das Album „Live Twice“. Danach veröffentlichte Darius Campbell-Danesh bis zum heutigen Tag nichts mehr und ist in der Zwischenzeit ein gut beschäftigter Musical-Sänger und hat das „Danesh“ in seinem Namen erst mal gestrichen.

Die Lieder auf „Dive In“ komponierte der Brite alle mit, wenn auch keines alleine. Die erste Single des Albums, „Colourblind“ schaffte es bis auf Platz 1 der britischen Charts. Weitere Singles waren „Rushes“ (Platz 5), „Incredible (What I Meant To Say)“ (Platz 9) und als vierte Auskopplung das Lied „Girl In The Moon“, welches noch Platz 21 der Charts erreichte. Allerdings ist stellt gerade dieses letztgenannte Lied eines der schlechtesten Stücke des Albums dar.

Auf „Dive In“ hört man Pop-Musik, die sich ab und an dem Rock annähert, ohne diesen wirklich zu erreichen. Manche der Stücke klingen gefährlich nach Boy Group Musik, andere sind dann wieder zumindest hörbare Pop-Lieder, die keinem wehtun, allerdings auch über den Status der Unwichtigkeit nicht hinausreichen. Somit läuft die Platte einfach so durch, ohne großartige Spuren zu hinterlassen oder Aufsehen zu erregen. „Dive In“ hat nicht das Zeug zur Lieblingsplatte. Und auch wenn es sehr schmalzig klingt, das schönste Lied auf der Platte heißt „Mercury Rising“.

Fazit: Zumeist sanften Pop, der ab und an in den Gefilden des Rocks fischt, gibt es auf „Dive In“ des Briten Darius Campbell-Danesh zu hören. Die Musik ist zum überwiegenden Teil langweilig und austauschbar. Seichter Pop, der keiner und keinem den Tag versaut, diesen allerdings auch nicht aufzuhellen weiß. Mancher Titel klingt leider sehr nach Boy Group, andere dann wieder leicht erwachsener. Hat man „Dive In“ nicht gehört, hat man definitiv nichts verpasst. Vier Punkte.

Anspieltipps: Mercury Rising



Dienstag, 26. Juni 2018

Beardfish – The Void




Beardfish – The Void


Besetzung:

Rikard Sjöblom – lead vocals, guitar, keyboards & percussion
Magnus Östgren – drums, percussion, vocals & guitar solo on "Turn To Gravel"
Robert Hansen – bass & vocals
David Zackrisson – guitar, vocals, keyboard on "Where The Lights Are L ow" & percussion


Gastmusiker:


Andy Tillison – intro narration


Label: InsideOut Music


Erscheinungsdatum: 2012


Stil: Hard Rock, Progressive Rock


Trackliste:

1. Introduction (0:28)
2. Voluntary Slavery (6:35)
3. Turn To Gravel (5:28)
4. They Whisper (6:09)
5. This Matter Of Mine (7:10)
6. Seventeen Again (7:41)
7. Ludvig & Sverker (8:05)
8. He Already Lives In You (6:39)
9. Note (15:56)
I. Note
II. Descending
III. The Void
IV. Note (Reprise)
10. Where Lights Are Low (5:32)

Gesamtspieldauer: 1:09:47



„The Void“ nannte die schwedische Band Beardfish ihr siebtes Studio-Album. Lediglich eines sollte noch folgen, bevor die Musiker am 11. Juli 2016 bekanntgaben, dass sie von nun an getrennte Wege gehen werden. „The Void“ erschien im Jahr 2012 auf dem Plattenlabel InsideOut Records und ging den Weg, der mit dem Vorgängeralbum „Mammoth“ bereits eingeschlagen worden war, weiter. Auch auf „The Void“ hört man Hard Rock bis Metal – allerdings in beiden Fällen eben auch nicht nur.

„The Void“ startet zu Beginn jedoch mit Hard Rock durch. Da wird gerockt, als ob es kein Morgen geben würde, die Riffs sausen aus den Boxen und ab und an nähert sich die Band passagenweise sogar dem Genre Speed-Metal an. Glücklicherweise sind das allerdings immer nur kurze Ausflüge, die harte Grundstimmung bleibt jedoch praktisch immer erhalten. So läuft das Album in der ersten Hälfte ein wenig durch, aufhorchen lässt da am ehesten noch die Nummer „They Whisper“, die komplexer, vielschichtiger und trotzdem auch eingängiger klingt.

„This Matter Of Mine“ ist dann ein weiterer Rocker inklusive der bereits erwähnten Ausflüge in den Speed Metal. Mit der Nummer „Seventeen Again“ ändert sich nun allerdings die Musik auf „The Void“ deutlich. Dieses Lied stellt einen jazzigen und kurzweiligen Ausflug dar, der dann auch in den Außenbezirken des Progressive Rock fischt. Das Lied ist allerdings beim ersten Mal des Hörens nicht ganz einfach zu verstehen und genauso wenig zugämglich. Diese Nummer bedarf gewiss mehrerer Durchläufe, bis sie zündet. Dies geht beim folgenden Titel „Ludvig & Sverker“ deutlich schneller. Jetzt bewegen sich die Schweden auf den Pfaden des Progressive Rock. Das Lied ist verschachtelt und verspielt und verfügt auch über Melodien, die gerne hängenbleiben. „He Already Lives In You“ startet anschließend sanft mit einem Piano, um dann allerdings erneut wieder mächtig loszurocken und somit den ersten Teil des Albums nochmal aufleben zu lassen.

Der Longtrack auf „The Void“, das Lied „Note“, ist in vier Abschnitte unterteilt und nun ganz eindeutig im Progressive Rock beheimatet. Sehr abwechslungsreich werden einem hier Melodien und Rhythmen serviert. Dazu erklingt immer wieder ein fetter Orgelsound – wie übrigens auch bei „They Whisper“ – der dem Ganzen das i-Tüpfelchen aufsetzt. Zwar ist dieses Lied nicht durchgängig mitreißend, Langeweile kommt jedoch ganzbestimmt nie auf und im weiteren Verlauf umschmeicheln auch noch sehr harmonische Piano-Klänge das Ohr. Beendet wird „The Void“ mit einem Rock-Titel, der jedoch sanft eingespielt wurde und genau so das Album ausklingen lässt.

Fazit: Ein Hard Rock Album mit größeren (Progressive Rock) und kleineren (Jazz Rock) Ausflügen ist „The Void“ der schwedischen Band Beardfish geworden. Den Vorwurf langweilig zu sein, kann man den vier Musikern wahrlich nicht machen. Allerdings fischen schon sehr viel andere Bands im Bereich des Hard Rock, was nicht unbedingt das Metier der Schweden ist. Somit klingen Beardfish immer dann am Besten, wenn sie anders und progressiver als der Mainstream sein wollen und auch sind. Manchmal funktioniert das auch auf „The Void“ ganz gut. Neun Punkte.

Anspieltipps: They Whisper, Ludvig & Sverker, Note