Sonntag, 21. August 2011

Tangerine Dream – Stratosfear





Tangerine Dream – Stratosfear


Besetzung:

Edgar Froese – mellotron, synthesizer, guitar, piano, bass, harmonika
Chris Franke – synthesizer, organ, percussion, mellotron, cembalo
Peter Baumann – synthesizer, rhythmcomputer, e-piano, mellotron


Label: Virgin Records


Erscheinungsdatum: 1976


Stil: Electronic Rock / Ambiente


Trackliste

1. Stratosfear (10:35)
2. The big sleep in search of Hades (4:26)
3. 3 am at the border of the marsh from Okefenokee (8:49)
4. Invisible limits (11:24)



Nein, Angst verbreitet diese CD nicht, wie das Wortspiel im Titel vielleicht vermuten lassen könnte. Der Titeltrack „Stratosfear“ ist sehr rhythmisch angelegt und wirkt bei einer Länge von über zehn Minuten nie langweilig. Das Stück ist perfekt durchkomponiert. Ist zu Beginn der Rhythmus des Stückes dominierend, so sind die letzten beiden Minuten dann sehr sphärisch gehalten.

„The big sleep in search of Hades” lebt anschließend zu Beginn vom Zusammenspiel der Gitarre Froeses mit einem flötenähnlichen Sound. Nach einem wiederum sehr sphärischen Mittelteil, geht das Stück wieder in die Anfangsinstrumentierung über und weiß durchaus an die griechische Mythologie zu erinnern.

Auf „3 am at the border of the marsh from Okefenokee” kommt dann für Tangerine Dream ganz ungewöhnlich, sogar eine Mundharmonika zum Einsatz. Auch hier bekommt man im Laufe des Liedes wieder ein flötenähnlichen Sound zu hören, der dem Stück einen ganz verträumten Touch gibt.

Bliebe noch das längste Stück des Albums: „Invisible limits“. Der Track beginnt sehr langsam und steigert sich dann immer mehr, um schließlich wieder sanft auszuklingen. Für mich das typischste Stück der ursprünglichen Tangerine Dream Bandbesetzung, Froese, Franke und Baumann auf der Platte. Richtig klasse finde ich bei diesem Stück das Klavierspiel gegen Ende des Liedes. Dieses auch wieder in Kombination mit einem Flötensound.

Fazit: Man muss elektronische Musik mögen, um mit dieser Veröffentlichung etwas anfangen zu können. Wem Klaus Schulze gefällt und wer die früheren Veröffentlichungen von Tangerine Dream mag, der wird auch mit dieser Scheibe aus dem Jahr 1976 seinen Spaß haben. Von mir gibt es dafür 7 Punkte.

Anspieltipps: Schwierig bei nur vier Stücken. Deshalb: In alle mal reinhören.



Samstag, 20. August 2011

Anthony Phillips – Missing Links Volume IV: Pathways & Promenades





Anthony Phillips – Missing Links Volume IV: Pathways & Promenades


Besetzung:

Anthony Phillips – all instruments


Label: Voiceprint


Erscheinungsdatum: 2.11.2009


Stil: Ambiente


Trackliste

1. The golden road to Samarkand (1:33)
2. Promenade (4:02)
3. Sceptred isle (2:46)
4. Danza cuccaracha (5:43)
5. Fallen idol (2:22)
6. Cascades (2:08)
7. Sky dawn (6:17)
8. Misty mountains (2:34)
9. It’s all Greek to me (2:27)
10. Haven from the sea (2:23)
11. Heavenly gene (2:18)
12. Ironclad (2:38)
13. Water gardens (2:36)
14. Night train (1:02)
15. Sleeping giant (1:39)
16. Sombrero (2:37)
17. Irish lament (1:26)
18. Aurora (3:03)
19. Without you (1:39)
20. Sad exodus (2:30)
21. Summer of love (3:10)
22. Light rain (3:20)
23. Halycon days (5:55)



Mit „Pathways & Promenades“ legte Anthony Phillips in seiner Reihe „Missing Links“, als vierte Veröffentlichung, eine reine Ambiente-Platte vor. Auf der CD ist Musik zu hören, die perfekt zu Yoga-Übungen oder aber zu einer Meditation passen würde. Spielt bei den ersten Tracks noch die Gitarre eine Rolle, so taucht sie bei den späteren Stücken auf der CD gar nicht mehr auf, diese Stücke sind reine Synthesizer-Kompositionen, die zwar sphärisch sind, jedoch meistens keine Melodieführung aufweisen. Diese Stücke können nur als Hintergrundmusik dienen oder, wie schon erwähnt, eine Meditation unterstützen. Mich würde es auch nicht wundern, wenn „Pathways & Promenades“ von einem Masseur bei seiner Tätigkeit aufgelegt werden würde.

Die Musik auf „Pathways & Promenades“ hat also nichts mit den ersten Veröffentlichungen Anthony Phillips zu tun, bei denen er sein früheres Engagement bei Genesis als Steve Hackett Vorreiter, nicht leugnen konnte.

Welche Titel sind auf der CD hervorzuheben, beziehungsweise stechen aus dem sphärischen Allerlei heraus? Das sind sicher die Titel, die zumindest noch über eine eigenständige Melodie verfügen, die Phillips auf der Gitarre spielt. Die da wären: „Promenade“, „Danza cuccaracha“ und „Sky dawn“. Auch noch gelungen sind die Tracks 6 und 13, „Cascades“ und „Water gardens“ sowie das kurze Klavierstück „Irish lament“. Der Rest der Stücke setzt einzig und allein auf, auf dem Synthesizer erzeugte Atmosphäre, die allerdings ein Klaus Schulze wesentlich besser zu produzieren versteht.

Fazit: Auch wenn die meisten Stücke sehr kurz sind, so schaffen sie es doch sehr oft Langeweile zu erzeugen. Die ist sicherlich kein Album, welches man intensiv hört, sondern eine CD, die größtenteils im Hintergrund läuft. Mit Genesis-Musik hat die Scheibe überhaupt nichts zu tun. Vielleicht liegt es daran, dass ich nicht meditiere, aber mir ist das ganze deutlich zu langatmig und langweilig geraten, das können die paar Highlights auch nicht ausbügeln. Mehr als fünf Punkte kann ich für „Pathways and Promenades“ nicht vergeben.

Anspieltipps: Die schon genannten Stücke mit etwas Abwechslung: Promenade, Danza cuccaracha, Sky dawn, Cascades, Water gardens und Irish lament. Der Rest ist „Sphäre“ pur.





Freitag, 19. August 2011

Tangerine Dream – Force Majeure





Tangerine Dream – Force Majeure


Besetzung:

Edgar Froese – keyboards, guitar
Chris Franke – keyboards
Klaus Krieger – drums


Label: Virgin Records


Erscheinungsdatum: 1979


Stil: Electronic Rock / Ambiente


Trackliste

1. Force Majeure (18:17)
2. Cloudburst Flight (7:27)
3. Thru Metaphoric Rocks (14:30)



Ungewohnter Rock findet auf dieser Veröffentlichung von Tangerine Dream seinen Einzug in die Musik der Band. Dies wiederum bewirkt, dass „Force Majeure“ sich deutlich von seinen Vorgängern unterscheidet. Das merkt man sofort beim Titeltrack, der zwar sehr sphärisch beginnt, dann setzen jedoch Gitarre, Klavier und Schlagzeug ein und das Ganze wirkt eher wie ein Rocksong, und wurde bisher von Tangerine Dream so noch nicht gehört. Das erste Stück wirkt dabei wie eine Aneinanderreihung verschiedener kurzer Songs, die zwar verbunden, jedoch an sich nichts miteinander zu tun haben. Was allerdings nichts über die Qualität der einzelnen Teile aussagen soll, denn die sind meist sehr melodiös und haben durchaus ihren Reiz, sodass es sich lohnt diese auf dem Kopfhörer intensiv zu hören.

Das zweite Stück „Cloudburst Flight“ beginnt mit Gitarrenspiel und das Keyboard hält sich zunächst noch im Hintergrund. Nach einer kurzen Einleitungsphase übernimmt dann aber wieder das Keyboard die Melodieführung. Das Stück ist mit seinen siebeneinhalb Minuten Länge sicherlich radiotauglicher als andere Stücke von Tangerine Dream, hat allerdings den Nachteil, dass es etwas langweilig wirkt und nicht an die erste Komposition heranreicht, die dann doch viel mehr Ideen aufweist.

Das letzte Stück, „Thru Metaphoric Rocks“, hat dann wieder eine für Tangerine Dream schon typischere Länge, von vierzehneinhalb Minuten. Klavier und Synthesizer dominieren das Stück am Anfang, bis erneut die E-Gitarre einsetzt und den Track zu einer Rocknummer macht. Nach vier Minuten wird es dann wieder sehr sphärisch, die Gitarre verstummt und die Keyboards übernehmen die Rolle der Melodieführung. Ab hier wird es nun wieder ein typisches Tangerine Dream Lied, wenn auch als Stilmittel eine verzerrte Stimme sowie Hunde- bzw. Wolfsgeheul Einzug in das Lied finden, was nun gar nicht mehr so typisch für Tangerine Dream ist. Wie schon beim ersten Track, so wirkt allerdings auch dieses Stück aus verschiedenen, in diesem Fall drei Teilen, zusammengesetzt, die an sich nichts miteinander zu tun haben.

Fazit: „Force Majeure“ ist eine CD, die anders ist, als die bisherigen Veröffentlichungen von Tangerine Dream, da es sehr viel mehr rockige Anteile enthält. Wem die anderen Alben der Formation zu elektronisch sind, der findet vielleicht über dieses Album einen Zugang zu der Berliner Band. Auf mich wirkt dieses Album oftmals von schönen Melodien getragen, allerdings auch ein wenig zusammengeschustert und in manchen Passagen zu langweilig. Ich vergebe daher sieben Punkte an „Force Majeure“.

Anspieltipps: Force Majeure


Donnerstag, 18. August 2011

Kula Shaker – Peasants, Pigs And Astronauts






Kula Shaker
– Peasants, Pigs And Astronauts



Besetzung:

Crispian Mills – vocals, electric and acoustic guitars, harmonica, loud cannon
Alonza Bevan – bass, backing vocals, acoustic guitar loops
Jay Darlington – hammond organ, wurlitzer piano, farfisa & acetone electric organs and creamy analog keyboards
Paul Winter-Hart – drums and symbols
Graham Pattison – loops and soundcapes assembled and evolved


Gastmusiker:

Hariprasad Chaurasia – bamboo flute on “Namami Nanda – Nandana“ and „Stotra“
Himangshu Goswami – vocals on „Timeworm“ and „Stotra“, tabla on “Great Hosannah”
Gouri Choudhury – vocals on “Rhade Rhade and “Namami Nanda – Nandana“
A.K. Durvesh – shenai on “Shower Your Love” and “Timeworm”
Kamal – sarungi on “Mystical Machine Gun”
The Mighty Horn Assortment – all brass
Ed Shearmur – sting arrangements on “Shower Your Love” and “Great Hosannah”


Label: Columbia


Erscheinungsdatum: 1999


Stil: Psychedelic Rock, Rock


Trackliste:

1. Great Hosannah (6:08)
2. Mystical Machine Gun (5:41)
3. S.O.S. (2:55)
4. Radhe Radhe (2:49)
5. I'm Still Here (1:31)
6. Shower Your Love (3:40)
7. 108 Battles (Of The Mind) (3:16)
8. Sound Of Drums (4:28)
9. Timeworm (4:02)
10. Last Farewell (2:47)
11. Golden Avatar (4:30)
12. Namami Nanda – Nandana (12:31)




Mit „Peasants, Pigs And Astronauts” haben die vier Briten ein klasse Album vorgelegt, auf dem sie fast schon in perfekter Weise BritPop, Psychedelic Rock und indische Musik miteinander verweben. Gleich mi dem ersten Lied “Great Hosannah“ wird klar, dass man auf dieser Scheibe Außergewöhnliches zu hören bekommt. Ein tolles Lied, welches sofort ins Ohr geht – kraftvoll und dabei doch sehr melodiös. Perfekt sind dabei auch die Hintergrundgesänge arrangiert, die dem Lied die nötige Fülle geben.

Weiter geht es mit „Mystical Machine Gun“. Ein deutlich ruhigeres Lied als der Opener, welches in der Strophe fast mit einem Sprechgesang vorgetragen und nur im Refrain gesungen wird. Auch hier machen die Details das Lied, in diesem Fall die Bläser, zu einem sehr guten Track. „S.O.S.” beginnt dann mit einem Gimmick und ist das härteste Stück auf dem Album. Zu Beginn sagt eine Stimme: „It’s two o’clock“. Und diese Stimme klingt wie die eines Mainzelmännchens, obwohl selbiges den Musikern von Kula Shaker wohl kaum ein Begriff sein dürfte. Das Lied strotzt nur so vor Kraft und ist eine klasse Rocknummer.

Dann wird es mit „Radhe Radhe“ richtig indisch. Ich habe mir nie viel aus indischer Musik gemacht, aber hier passt alles perfekt, sodass auch dieses Lied zu einem Highlight eines sehr interessanten Albums wird. „I'm Still Here”, ist mit 1:31 Minuten das kürzeste Lied auf dem Album und bei diesem Track beweisen die Mannen von Kula Shaker, dass sie auch ruhigere Stücke schreiben können. Eine sehr schöne Ballade. „Shower Your Love” wird anschließend auch wieder “indisch” eingeleitet und dieses Stück ist am ehesten der Überschrift „BritPop“ zuzuordnen. Es erinnert sogar ein wenig an die Beatles.

„108 Battles (Of The Mind)” beginnt mit Donnergrollen und ist wieder ein etwas schnellerer Track, welches auch wieder dem „BritPop“ zugeordnet werden kann, wohingegen „Sound Of Drums” durch das Keyboardspiel wohl am ehesten an die Doors erinnert. Auch wenn die Anleihen unüberhörbar sind, so klingen die Lieder trotzdem nicht abgekupfert, sondern lediglich vom Stil her ans Ende des Jahrtausends übertragen und durchaus eigenständig.

“Timeworm” ist anschließend ein sehr schönes und ruhiges Lied, klasse hier die Melodieführung. „Last Farewell” erinnert dann erneut an die Doors, eine Reminiszenz. „Golden Avatar” ist ebenfalls ein schönes BritPop-Lied und auch hier kommt man automatisch zum Vergleich mit den Beatles. Das Lied hätte perfekt auf das Weiße Album gepasst.

Bliebe zum Abschluss noch „Namami Nanda – Nandana“. Das Stück ist natürlich keine zwölfeinhalb Minuten lang, das Lied dauert etwas über fünf Minuten, der Rest besteht aus Ruhe, nur ganz zum Schluss hört man dann noch einen „Hidden Track“, der wiederum indisch klingt und in dieser Sprache auch gesungen wird. Sicherlich kein Highlight des Albums, das verbirgt sich jeoch in den ersten fünf Minuten. Die Nummer beginnt sehr sphärisch mit Flötenklängen und weiß sich dann zu steigern. Der Gesang wird ebenfalls immer weiter gesteigert, bis ihn schließlich ein ganzer Chor intoniert. Ein toller Abschluss für ein richtig gutes Album.

Fazit: Die Kombination aus BritPop und indischer Musik gibt es nicht häufig. Hier, auf diesem Album, ist sie nun in Perfektion zu hören. Wer auf eingängige Musik steht, die allerdings nicht 08/15-mäßig, sondern immer wieder überraschend aus den Boxen quillt, der wird an diesem Album sehr viel Freude haben. Da sich auf der CD praktisch kein Ausreißer nach unten befindet und jeder Titel seinen ganz eigenen Reiz besitzt, vergebe ich für dieses Werk 12 Punkte.

Anspieltipps: Alle Titel, da sie alle interessant und doch völlig unterschiedlich sind.



Mittwoch, 17. August 2011

Eloy – Dawn





Eloy – Dawn


Besetzung:

Frank Bornemann – lead vocals, all electric and acoustic guitars
Klaus-Peter Matziol – bass guitars, vocals
Detlev Schmitchen – hammond organ, mini moog, mellotron, rmi keyboard computer, guitars, vocals
Jürgen Rosenthal – ludwig drums, paiste cymbals, glockenspiel, gongs, timbales, roto-toms, kettle-drums, temple blocks, voices, steps


Label: EMI


Erscheinungsdatum: 1976


Stil: Progressive Rock / Krautrock


Trackliste:

1. Awakening (2:39)
2. Between The Times (6:07)
a. Between The Times
b. Memory Flash
c. Appearance Of The Voice
3. The Sun-Song (4:24)
4. The Dance In Doubt And Fear (4:28)
5. Lost? (Introduction) (5:20)
6. Lost? (The Decision) (5:01)
7. The Midnight Fight / The Victory Of Mental Force (8:07)
8. Gliding Into Light And Knowledge (4:16)
9. Le Réveil Du Soleil / The Dawn (6:48)




Mit dem Album “Dawn” haben Eloy 1976 eine klasse Scheibe vorgelegt. Das Album enthält nur Hörenswertes. „Awakening“ beginnt mit Donnergrollen und Regengeprassel, dann setzen die Streicher ein und der starke Beginn der Silberscheibe ist perfekt. Fließend geht es dann über in „Between The Times“. Hier halten schließlich schwerere Gitarren Einzug. Toll ist bei diesem Stück vor allem der zweite Teil: „Memory Flash“, wunderbar melodiös und schwebend klingt dieses Stück Musik. Im dritten Teil gibt es dann unter anderem einen weiblichen Sprechgesang, wobei die Sängerin nicht in den Credits aufgeführt wird. Und auch dieses Stilmittel passt perfekt zur Stimmung und Abwechslung des Liedes.

Es folgt mit dem „Sun-Song“, ein weiteres Highlight der Platte. Die vier Hannoveraner schaffen es nahezu perfekt auf diesem Album, wunderschöne Melodien zu kreieren, die fast frei schwebend aus den Boxen fließen und zum Tagträumen einladen. Weiter geht es mit „The Dance In Doubt And Fear“ und den beiden „Lost?“-Stücken, von denen nur „Lost? (Introduction)“ nicht ganz an die Qualität der anderen Stücke heranreicht, ohne wirklich schlecht zu sein.

Bei dem achtminütigen Track „The Midnight Fight / The Victory Of Mental Force“, fällt das immer wiederkehrende Manko der Band dann allerdings doch wieder sehr negativ auf: Der Gesang Frank Bornemanns. Bei diesem Track, bei dem er den Text schneller singen muss, fällt die schlechte Aussprache am deutlichsten auf: Als Beispiel sei hier nur sein „Sssru sse times“ erwähnt.

Die beiden letzten Stücke: „Gliding Into Light And Knowledge” und “Le Réveil Du Soleil / The Dawn“ sind dann aber wieder echte Highlights des Albums. Auch hier gibt es erneut wunderschöne Melodien zu hören, die perfekt instrumentiert sind.

Fazit: „Dawn“ ist ein fast durchweg gelungenes Album von Eloy und zeigt die Band auf dem Höhepunkt ihres Schaffens. Wer wunderschöne Melodien und perfekte Arrangements mit viel Atmosphäre mag, der kann hier getrost zugreifen. Einziger Kritikpunkt ist, wie so oft bei Eloy, dieser verdeutschte, englische Gesang. Aber vielleicht kann man sich daran auch gewöhnen? Von mir gibt es für dieses Werk satte ZWÖLF Punkte. Wer Krautrock und progressive Rockmusik mag, der wird dieses Album sehr wahrscheinlich auch klasse finden.

Anspieltipps: Alle Titel.




Dienstag, 16. August 2011

Eloy – Silent Cries And Mighty Echoes





Eloy – Silent Cries And Mighty Echoes


Besetzung:

Frank Bornemann – lead vocals, all electric, acoustic and effect guitars
Klaus-Peter Matziol – vocals, thunderbird and fender fretless bass guitars
Detlev Schmitchen – Hammond organ, mini moog and arp synthesizers, mellotron, rmi keyboard computer, xylophone, angelic voices
Jürgen Rosenthal – sonor genuine rosewood drums, paiste cymbals, timbales, roto-toms, temple blocks, kettle-drums, tubular bells, morse key, voice triangles, paper and flute


Label: EMI


Erscheinungsdatum: 1979


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

1. Astral Entrance (3:03)
2. Master Of Sensation (6:01)
3. The Apocalypse (14:55)
a. Silent Cries Divide The Night
b. The Vision – Burning
c. Force Majeure
4. Pilot To Paradise (7:03)
5. De Labore Solis (5:06)
6. Mighty Echoes (7:13)


Bonus Tracks:

7. Child Migration (4:05)
8. Let The Sun Rise In My Brain (3:29)




Eloy waren in den 70ern eine der angesagtesten Bands in Deutschland. Und sogar in England hatten sie Erfolg. „Silent Cries And Mighty Echoes“ aus dem Jahre 1979 stellte dabei bereits die siebte LP-Veröffentlichung der Hannoveraner dar.

Gleich beim ersten Track können die vier Musiker nicht verheimlichen, dass Pink Floyd eine ihrer Lieblingsbands ist. Das klingt schon sehr nach „Shine On You Crazy Diamond“ und ein wenig Alan Parsons mit „The Fall Of The House Of Usher“ ist zu Beginn des Stücks auch mit dabei. Aber immerhin haben sie das ganz gut adaptiert.

Kraftvoll und melodiös geht es dann weiter mit „Master Of Sensation“. Ein schönes Lied mit ordentlichem „Groove“, welches auch das Highlight der kompletten Silberscheibe darstellt. Anschließend folgt mit „The Apocalypse“ das längste Lied des Albums. Es wird sehr langsam eingeleitet und hier macht sich gleich zu Beginn des Stücks das Manko, welches Eloy allgemein anhaftet, am deutlichsten bemerkbar: Der Gesang von Frank Bornemann! Sicherlich muss man nicht fließend Englisch sprechen können und vielleicht kann er das sogar, aber die Aussprache Bornemanns ist so was von „Denglisch“, dass es nur sehr schwer fällt, darüber hinwegzusehen. Der knapp 15-Minüter gehört aber auch ansonsten nicht zu den besten Stücken, die Eloy bisher veröffentlicht haben. Das Lied will nicht so recht ins Ohr gehen und stellt gerade mal Durchschnitt dar. Und das, obwohl sich in dem Song einige schöne Tempowechsel finden lassen.

„Pilot To Paradise“ klingt anschließend sehr sphärisch und das Lied schafft es auch, zumindest zu Beginn, dass man sich beim Zuhören wie auf einer Reise durch das Weltall fühlt. Unabhängig davon, ob man dort überhaupt das Paradies findet. „De Labore Solis“ weiß durch sein Gitarrenspiel in Verbindung mit einem sehr breiten Synthesizer-Sound zu gefallen. Irgendwie ganz nett, allerdings zünden auch hier wieder bei mir die Melodien nicht so, wie sie es noch auf „Dawn“ oder „Ocean“ getan haben. Und genau das war immer die Stärke von Eloy: Klasse Sound und wunderschöne Melodien, wobei auf "Silent Cries And Mighty Echoes" letztere immer nur in Ansätzen zu finden sind.

Das letzte „offizielle Lied“ heißt dann „Mighty Echoes“. Dieses beginnt sehr schön mit einer tollen Keyboardsequenz. Wenn der Track dann allerdings nach knapp einer Minute an Fahrt gewinnt, wird er gleichzeitig auch langweilig. Und das kann dann Bornemanns Gitarrensolo auch nicht mehr ausgleichen.

Blieben noch, die auf der CD vorhandenen Bonustracks: „Child Migration“ und „Let The Sun Rise In My Brain“. Die erste der beiden Zugaben beginnt sehr sphärisch und als Gimmick befindet sich in diesem Stück eine Chorpassage, die überrascht. Ansonsten gibt dieses Stück jedoch nicht viel her. Deutlich besser gelungen ist da schon der letzte Track, der eine schöne Melodieführung aufweist und bei dem auch eine Jethro Tull-mäßige Querflöte zum Einsatz kommt.

Fazit: „Silent Cries And Mighty Echoes“ ist mit Sicherheit eine der schwächeren Veröffentlichungen Eloys in den 70ern. Sicherlich ein Muss für Fans und immer wieder mal mit ganz überraschenden und auch guten Ideen, die allerdings nicht ausgebaut werden. Da hat Eloy schon sehr viel Besseres produziert. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Astral Entrance, Master Of Sensation, The Apocalypse, Let The Sun Rise In My Brain.



Sonntag, 14. August 2011

Jethro Tull – Thick As A Brick





Jethro Tull – Thick As A Brick


Besetzung:

Ian Anderson - Querflöte, Gesang, akustische Gitarre, Violine, Saxophon, Trompete
Barriemore Barlow - Schlagzeug, Tympani
Martin Barre - Elektrische Gitarre, Laute
John Evan - Klavier, Hammond-Orgel, Cembalo
Jeffrey Hammond-Hammond - Bass, Gesang


Label: Chrysalis Records


Erscheinungsdatum: 1972


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

1. Thick As A Brick (22:45)
2. Thick As A Brick (21:05)




Die Band „Jethro Tull“, die sich nach einem Agrarwissenschaftler des 18. Jahrhunderts benannt hat, hat mit „Thick As A Brick“ wohl ihr Meisterwerk vorgelegt. „Thick As A Brick“, was übertragen in etwa so viel heißt wie „Dumm wie Stroh“, ist ein Konzeptalbum, dessen Text angeblich von einem achtjährigen Jungen aus Manchester, Gerald Bostock, an die Band gesendet wurde. Allerdings steckt in Wirklichkeit der Kopf der Band, Ian Anderson, hinter dem Text und der Musik. Als Gimmick und Unterstreichung dieser Geschichte, wurde die Platte bei Erscheinen sogar in der fiktiven Zeitung „The St. Cleve Chronicle & Linwell Advertiser“ eingewickelt und ausgeliefert.

Zur Musik: Diese kann klar dem Progressive Rock zugeordnet werden, enthält allerdings auch Einflüsse des Folk bis hin zum Jazz. Eine zentrale Stellung nimmt auf dieser Veröffentlichung auch wieder das Querflötenspiel des Ian Anderson ein. Das Konzeptalbum weist zahlreiche Stil und Tempiwechsel auf und weiß immer wieder mit neuen, wunderschönen Melodien zu überraschen. Alles ist fließend und perfekt durchkomponiert. Vor allem das Zusammenspiel des schweren Keyboardsounds mit dem fast schwebenden Flötenspiel erzeugt eine Atmosphäre, die ihresgleichen sucht.

Wer die progressive Rockmusik der 70er Jahre mag, der wird dieses Album ebenfalls lieben. Das Album enthält keinerlei Längen und immer wieder sprudeln die neuen Ideen quasi aus den Boxen. So hört man zu Beginn des zweiten Stückes sogar ein Drumsolo, was man sonst nur auf „Live-Veröffentlichungen hört und welches perfekt in die Musik integriert ist. Danach geht es wieder weiter mit fast schon „süßlichen“, auf der Gitarre gespielten Melodien, kombiniert mit dem Querflötenspiel Ian Andersons.

Fazit: „Thick As A Brick“ ist das „Foxtrot-Album“ von Jethro Tull. Ein ganz tolles Stück Musik, welches immer wieder zu begeistern weiß und am besten mit Kopfhörern gehört werden sollte, um auch wirklich alle Nuancen dieses Werks in voller Pracht genießen zu können.

Dieses Meisterwerk und beste Stück Jethro Tulls enthält von mir vierzehn Punkte und schrammt nur ganz knapp an den fünfzehn Punkten vorbei.

Anspieltipps: Man kann die beiden Tracks nur insgesamt hören. Daher Kopfhörer auf und los geht die musikalische Reise durch die Klangwelten Jethro Tulls.



Samstag, 13. August 2011

The Eels – Souljacker





The Eels – Souljacker


Besetzung:

Marc Oliver Everett – vocals, guitar, mellotron, clavinet, piano, baritone guitar, wurlitzer, etc.


Gastmusiker:

Butch – drums and percussion
John Parrish – guitars, drums, percussion, stylophone, keyboards, melodica, etc., programming on 2, 6, 7, 10
Koool G. Murder – bass, synthesizer, clavinet, guitar
Joe Gore – guitar on 8 & 12
Adam Siegel – bass on 5
Ryan Boesch – programming on 4, 5, 7, 8, 10 & 12


Label: Universalmusic


Erscheinungsdatum: 2001


Stil: Rock


Trackliste:

1. Dog faced boy (3:17)
2. That’s not really funny (3:19)
3. Fresh feeling (3:37)
4. Woman driving, man sleeping (3:30)
5. Souljacker part I (3:15)
6. Friendly ghost (3:22)
7. Teenage witch (4:44)
8. Bus stop boxer (3:42)
9. Jungle telegraph (3:39)
10. World of shit (3:29)
11. Souljacker part II (1:58)
12. What is this note? (2:28)

Gesamtspieldauer: 40:35




Eins gleich vorweg: Wer die Eels mag, der wird auch dieses Album lieben. Denn hier finden sich wahrhaft richtige „Perlen“. Diese kommen daher in den Songs „Woman driving, man sleeping“, „Friendly ghost“, „Souljacker part II“ und vor allem in dem genialen „Bus stop boxer“.

Aber auch „Souljacker part I“ und „World of shit” sind richtige Highlights des Albums. Wer Musik mag, die nicht immer “radiokonform” ist, wird mit diesem Album seinen Spaß haben. Die Musik quillt meistens leise aus den Boxen - leise, aber bewegend. Marc Oliver Everett hat einfach ein Gespür für tolle Melodien, die er ins richtige Licht zu setzen versteht. Hier hört man nicht 08/15 Melodien und Texte, sondern Musik, die eindeutig anspruchsvoller zu sein scheint und auch ist.

Weniger gelungen sind da lediglich „Dog faced boy“, „Teenage witch“ und „Jungle telegraph“, die zum Teil sehr atonal und übersteuert daherkommen. Das aber natürlich absichtlich. Allerdings muss und kann ich „E“ dabei nicht immer folgen. Für mich schießt er mit diesen Songs ein wenig zu weit über das Ziel hinaus.

Fazit: „Souljacker“ ist für Eels-Fans ein „Muss“. Es gibt allerdings andere Alben von den „Eels“, die den Einstieg zu dieser Musik erleichtern. Wer aber das Außergewöhnliche mag, der wird hier richtig bedient. Etwas quere Musik, die teilweise richtig zu begeistern weiß. Da sie das allerdings nicht über das ganze Album hinweg schafft, gibt es von mir dafür acht Punkte.

Anspieltipps: Die oben erwähnten Highlights in Form von: „Woman driving, man sleeping“, „Friendly ghost“, „Souljacker part II“ und „Bus stop boxer“.



Samstag, 6. August 2011

Sølyst - Sølyst





Sølyst - Sølyst

Manchmal bekomme ich Cds zugeschickt, die mich restlos begeistern. Und dann sitze ich an meinem Schreibtisch, das Album läuft und ich versuche das in Worte zu fassen, was ich gerade höre. Doch irgendwie lässt sich das gerade nicht fassen. Sølyst, das Soloprojekt von Kreidler Drummer Thomas Klein. Es ist Elektronik, es ist Ethno, es ist weltoffen, hypnotisierend, ergreifend….ein bisschen Krautrock, ein bisschen Buschtrommeln, mal düster, mal ganz nah und sehr persönlich. Und dann wieder voller Beat und Drums, distanziert, wie in einem berauschenden Diafilm mit Momentaufnahmen. Das Label, selbst nach Worte suchend, umschreibt diese Musik als “Tribal Dub Krautrock” und das zeigt schon die Schwierigkeit, diese Klangweiten in eine Schublade zu pressen.

Ja, es ist die ideale Musik für einen Afrikafilm. Ich denke an Bilder und Momente, die ich in Ruanda, Kongo, Uganda gesehen und erlebt habe. Sølyst wäre der ideale Soundtrack dazu gewesen. Steppe, Weite, Sonne, wunderschöne Landschaft, erbärmliche Armut, reiche Natur, Grausamkeiten der Menschheit, Gesichter, alt und jung. Sølyst unterlegt diesen Film…meinen und ich denke jeden Erinnerungsstreifen, egal ob Afrika oder hoch im Norden. Es ist diese persönliche Weite, die die Musik von Thomas Klein auszeichnet. Für mich ist dieses Album eines der absoluten Höhepunkte in diesem Jahr. Sehr, sehr empfehlenswert. 14 Punkte.



Sonntag, 10. Juli 2011

Billy Joel – Storm Front




Billy Joel – Storm Front


Besetzung:

Billy Joel – vocals, piano, clavinet, percussion, accordion, harpsichord, hammond organ, synthesizer


Gastmusiker:

Liberty Devitto – drums and percussion
David Brown – guitars
Schuyler Deale – bass
Jeff Jacobs – synthesizers, horn arrangement
Don Brooks – harmonica
Joey Hunting - guitar
John Mahoney – keyboards
Crystal Taliefero – percussion, background vocals
Sammy Merendino – electronic percussion
Kevin Jones – keyboard programming
Doug Kleeger – sound effects
Dominic Cortese – accordion
World Famous Incognito Violinist – fiddle
Mick Jones – guitar
Lenny Picket – saxophone
Andrew Love, Wayne Jackson – The Memphis Horns
Bill Zampino – choral arrangement
Chuck Arnold – choral leader
Arif Mardin – orchestral arrangement
Billy Joel, Mick Jones, Richard Marx, Crystal Taliefero, Jeff Jacobs, Patti Darcy, Frank Floyd, Brian Ruggles, Joe Lynn Turner, Ian Lloyd, Chuck Arnold, Members of the Hicksville High School Chorus, Brenda White King, Curtis King – background vocals


Label: CBS Records


Erscheinungsdatum: 1989


Stil: Pop bis Rock


Trackliste:

1. That’s Not Her Style (5:08)
2. We Didn’t Start The Fire (4:48)
3. The Downeaster “Alexa” (3:48)
4. I Go To Extremes (4:22)
5. Shameless (4:26)
6. Storm Front (5:16)
7. Leningrad (4:04)
8. State Of Grace (4:29)
9. When In Rome (4:46)
10. And So It Goes (3:28)




„Storm Front“ aus dem Jahr 1989 ist die elfte Veröffentlichung von Billy Joel. Und wie alle seine Alben aus den 80er Jahren des letzten Jahrtausends, so kann sich auch „Storm Front“ nicht mit den Veröffentlichungen aus den 70ern messen - obwohl auch dieses Album sehr viel besser gelungen ist, als sein absoluter Tiefpunkt „An Innocent Man“ von 1983.

Der Titeltrack“ „Storm Front“ ist wieder eines jener Lieder, bei denen uns Billy Joel mit einer Art Big Band beglückt. Aber wie auch bei seinen bisherigen Versuchen, so funktioniert es auch diesmal nicht. Irgendwie passt diese Art Sound nicht zum Rest der Lieder von Billy Joel. Und noch ein Lied befindet sich auf der ehemaligen zweiten Seite der Platte, was so gar nicht überzeugen kann: „When In Rome“ ist fast schon eine Art Funk-Nummer, bei der man ebenfalls nicht so ganz genau weiß, warum dieses Stück unbedingt mit auf der Platte veröffentlicht werden musste.

Das war es aber auch schon, mit den schlechteren Nummern. Der Rest kann sich wirklich hören lassen. Allgemein ist Storm Front rockiger als seine Vorgänger. So ist zum Beispiel gleich der erste Track „That’s Not Her Style“ eine richtige Rocknummer, die nur während des Refrains die Popmusik streift. „We Didn’t Start The Fire“ ist anschließend eine Aufzählung verschiedener Ereignisse ab dem Jahr 1949, dem Geburtsjahr Billy Joels. Ein Lied, das sowohl durch den Text, wie auch durch seine rockige Melodie gefallen kann. Der Song ist wohl auch einer der bekanntesten von Billy Joel.

„The Downeaster Alexa“ ist dann eine typische Billy Joel Ballade, die durchaus zu gefallen weiß, schön getragen versetzt uns Herr Joel hier in eine traurige und melancholische Stimmung. „I Go To Extremes“ ist anschließend wieder deutlich rockiger und gefällt auch wegen seines sehr melodiösem Refrains. Auch etwas rockiger und sogar mit ein paar schrägen Tönen aufwartendm, hört man dann schließlich „Shameless“. Ein richtig guter Track, der einfach Spaß macht.

„Leningrad“ kennen wohl ebenfalls die meisten Musikinteressierten. Mir ist der Song ein wenig zu schnulzig, obwohl er wirklich perfekt arrangiert wurde und die Botschaft, die er transportieren will oder soll, auch perfekt rüberbringt. Allerdings eben sehr, sehr getragen.

Blieben noch die beiden Titel: „State Of Grace und „And So It Goes“. Erstere Nummer klingt für mich dabei ein wenig wie ein Füllsong. Ist irgendwie weder ein Ausfall noch ein Höhepunkt des Albums. Das Stück ist einfach da und wird wieder schnell vergessen. Die letzte Nummer der CD ist das bereits erwähnte „And So It Goes“, quasi ein Piano Solo Stück, welches Billy Joel auch schon mal besser hinbekommen hat, ohne, dass man auch hier von einem totalen Ausfall reden könnte.

Fazit: „Storm Front“ ist beileibe kein ganz schlechtes Album, dafür sind auf der Platte viel zu viele gute Nummern vertreten. Wer Billy Joel Musik mag, wird auch „Storm Front“ mögen, da die Platte irgendwie das Schaffen des Billy Joels der letzten, na sagen wir mal 12 Jahre, sehr gut widerspiegelt. Für Fans ein „Muss“. Dafür gibt es von mir acht Punkte.

Anspieltipps: We Didn’t Start The Fire, The Downeaster “Alexa”, Leningrad







Samstag, 9. Juli 2011

Billy Joel – The Bridge





Billy Joel – The Bridge


Besetzung:

Billy Joel – piano and synthesizers


Gastmusiker:

Liberty Devitto – drums and percussion
Doug Stegmeyer – bass
Russel Javors –guitars
David Brown – guitars
Peter Hewlitt – background vocals
Bob Mounsey – additional synthesizers and orchestration
Jeff Bova – additional synthesizers and orchestration
Jimmy Bralower – percussion
Mark Rivera – tenor sax, alto sax
Ray Charles – vocals, piano
Vinny Calaiuta – drums
Neil Stubenhaus – bass
Dean Parks – guitar
Ron Carter – acoustic bass
Eddie Daniels – alto sax
Michael Brecker – tenor sax
Ronnie Cuber – baritone sax
Marvin Stam – trumpet
Alan Rubin – trumpet
Dave Bargeron – trombone
Philippe Saisse – orchestration
Cyndi Lauper – vocals
David Brown – accoustic 12 string and electric guitars
Don Brooks – harmonica
Steve Winwood – hammond B3
Neil Jason – bass
John McCurry – guitars


Label: CBS Records


Erscheinungsdatum: 1986


Stil: Rock bis Pop


Trackliste:

1. Running On Ice (3:14)
2. This Is The Time (4:58)
3. A Matter Of Trust (4:08)
4. Modern Woman (3:48)
5. Baby Grand (4:01)
6. Big Man On Mulberry Street (5:24)
7. Temptation (4:12)
8. Code Of Silence (5:13)
9. Getting Closer (4:59)




Auch auf seiner zehnten Veröffentlichung, aus dem Jahre 1986, schwimmt Billy Joel erneut auf der Mainstream Pop-Rock-Welle. Allerdings weist „The Bridge“ gegenüber dem Vorgängeralbum „An Innocent Man“ eine deutlich bessere Songauswahl auf. Und auf dem Album unterstützen Billy Joel mit Cyndie Lauper, Ray Charles und Steve Winwood drei bekannte Musikerkollegen.

Zur Musik: Die Platte fängt gleich mit einem „Gute-Laune-Lied an. „Running On Ice“ hat einen schönen Rhythmus und weiß auch durch seine Melodieführung zu gefallen. Der nächste Song „This Is The Time“ erinnert an frühere Billy Joel Veröffentlichungen und hätte auch gut auf „52nd Street“ gepasst. Überzeugen kann der Song aber trotzdem nicht völlig. Er ist irgendwie zu vorhersehbar und damit zu langweilig.

„A Matter Of Trust“ ist das dritte Lied auf der Platte und sicher eines der bekanntesten Stücke von Billy Joel. Ein klasse Lied, was mit einer für Joel völlig untypischen „schweren Gitarre“ aufwartet. Dazu kommt ein toller Rhythmus, der das Lied zu einem der Höhepunkte der CD werden lassen. Dann wird es mit „Modern Woman“ allerdings ganz schlecht. Ein Lied, was wie so oft, dem Big Band Sound nahe kommt. Dies mag man mögen oder nicht, ich finde, es passt einfach nicht zu Billy Joel und wirkt irgendwie aufgesetzt. Bei „Baby Grand“ hat dann Ray Charles seinen Auftritt, sowohl gesanglich wie auch am Piano. Das Lied ist ein Blues und klingt sehr viel typischer nach Ray Charles als nach Billy Joel - und hätte dementsprechend eher auf eine Ray Charles Platte mit Billy Joel Unterstützung gepasst, als umgekehrt.

Die ehemalige zweite Seite beginnt dann mit „Big Man On Mulberry Street“, ebenfalls wieder Big Band Sound, der so gar nicht zu Billy Joel passen will. „Temptation“ ist anschließend etwas getragen und sehr mainstreammäßig. Letzteres ist sicherlich auch „Code Of Silence“, kann allerdings durch den Doppelgesang mit Cyndie Lauper überzeugen. Ein schönes Lied zum Mitsingen und Mitwippen, was man von der letzten Nummer, „Getting Closer“ überhaupt nicht mehr sagen kann, da das Lied trotz der Beteiligung von Steve Winwood irgendwie nur langweilig klingt.

Fazit: „The Bridge“ ist ein deutlich besseres Album als sein Vorgänger „An Innocent Man“, da Billy Joel hier wieder sein Gespür für schöne Melodien zeigt. Das Album reicht nicht mehr an die ersten Veröffentlichungen der 70er Jahre heran, weiß aber immerhin mit ein paar Titeln zu überzeugen. Sicher nicht die beste Veröffentlichung von Billy Joel, allerdings wieder ein Schritt in die richtige Richtung und wem die Musik von Billy Joel allgemein gefällt, der wird auch auf „The Bridge“ einige Perlen für sich entdecken können. Dafür gibt es von mir sieben Punkte.

Anspieltipps: Running On Ice, A Matter Of Trust, Code Of Silence



Freitag, 8. Juli 2011

Bush – Razorblade Suitcase




Bush – Razorblade Suitcase


Besetzung:

Garvin Rossdale – guitar and vocals
Nigel Pulsford – guitar
Dave Parsons – bass
Robin Goodridge – drums


Gastmusiker:

Garyn Wright – violin
Perry Montagne-Mason – violin
Bill Hawkes – violo
Frank Schaefer – cello
Winston – voice


Label: Kirtland Records


Erscheinungsdatum: 2004


Stil: Rock


Trackliste:

1. Personal Holloway (3:24)
2. Greedy Fly (4:30)
3. Swallowed (4:51)
4. Mouth (4:26)
5. Insect Kin (6:00)
6. Cold Contagious (4:05)
7. A Tendency To Start Fires (5:45)
8. Straight No Chaser (4:00)
9. History (4:37)
10. Synapse (4:50)
11. Communicator (4:23)
12. Bonedriver (4:32)
13. Distant Voices (6:21)




Wenn jemand Lust auf Rock hat, richtig „straightem Rock“, von der ersten bis zur letzten Sekunde eines Albums, dann kann er mit dem Album „Razorblade Suitcase“ von Bush nicht viel falsch machen. Denn genau das befindet sich auf der Silberscheibe aus dem Jahr 2004: Gut gemachter Rock. Dabei klingen die vier Engländer mehr wie Amerikaner und die CD wie ein „Grunge-Album“ aus den 1990er Jahren. Abgerundet wird dieses Bild noch durch den leicht verzweifelten Gesang Garvin Rossdales, welcher ebenso perfekt in diese Zeit, zehn Jahre zuvor, passen würde.

Dass die Musik der vier Briten von Nirvana beeinflusst ist, kann einfach nicht abgestritten werden und ist mit Sicherheit auch kein Nachteil. Konsequent wird auf dem Album gerockt. Das heißt allerdings nicht, dass sich auf dem Album nicht auch ruhigere Stücke befinden würden. Die gibt es mit „Swallowed“, „A Tendency To Start Fires“, „Straight No Chaser“, “Communicator”, “Bonedriven” und “Distant Voices” in fast gleicher Anzahl wie die schnelleren Stücke.

„Bonedriven“ weiß von den etwas ruhigeren Liedern dabei noch mit schönen Streichereinsätzen zu gefallen. Eine klasse Melodie und Steigerung weist das knapp fünfminütige „Swallowed“ auf, welches bei der Bewertung der besten Songs auf der Platte ganz weit vorne landet. Dort findet sich auch „Mouth“ wieder, ein richtig guter „Kracher“, bei dem erneut die so schön verzweifelte Stimme von Garvin Rossdale zum Tragen kommt.

Nun kommt aber bereits das Handicap dieses Albums zu tragen. Es findet sich darauf kein richtig schlechter Track, allerdings Lieder, die einen länger beschäftigen, die hängenbleiben und dieses „Wow-Gefühl“ auslösen, die finden sich ebenso wenig auf der Silberscheibe.

Fazit: „Razorblade Suitcase“ von Bush ist mit Sicherheit kein schlechtes Rockalbum geworden, aber es sticht auch nicht übermäßig weit aus der Masse hervor, sodass es eher dem Durchschnitt zuzuordnen ist. Wer allerdings Spaß hat an Musik in alter „Grunge-Tradition“, der wird auch an diesem Album viel Gefallen finden. Dafür gibt es von mir acht Punkte.

Anspieltipps: Swallowed, Mouth, Bonedriven



Montag, 4. Juli 2011

INXS – Welcome To Wherever You Are




INXS – Welcome To Wherever You Are


Besetzung:

Michael Hutchence – vocals
Tim Farriss – guitar
Kirk Pengilly – guitar, saxophone
Andrew Farriss – guitar, keyboard, harmonica
Garry Gary Beers – bass
Jon Farriss – drums


Label: Mercury


Erscheinungsdatum: 1992


Stil: Rock


Trackliste:

1. Questions (2:08)
2. Heaven Sent (3:16)
3. Communication (5:19)
4. Taste It (3:22)
5. Not Enough Time (4:11)
6. All Around (3:18)
7. Baby Don’ (4:46)
8. Beautiful Girl (3:28)
9. Wishing Well (3:25)
10. Back On Line (3:13)
11. Strange Desire (4:09)
12. Men And Women (4:34)




Mit ihrem 1992 erschienen Album „Welcome To Wherever You Are“ haben INXS ein kleines Rockmusik-Meisterwerk vorgelegt. 12 Lieder befinden sich auf der CD und es sind jede Menge Perlen darunter.

Es beginnt mit „Questions“ und arabischen Tönen. Ein schöner und für INXS ziemlich ungewöhnlicher Song, der gerade durch seine außergewöhnliche Instrumentierung überzeugen kann. Dann geht es gleich rockig weiter. „Heaven Sent“ ist eine typische INXS-Rocknummer, perfekt arrangiert und zum Mitwippen anregend. Nicht viel anders verhält es sich bei „Communication“, mit etwas mehr als fünf Minuten auch der längste Track auf dem Album.

Schließlich folgt „Taste It“, ein absoluter Kracher. Der Song fängt gleich toll an. Die komplette Rhythmusfraktion legt los und wird von einer fast „schreienden“ Mundharmonika begleitet. Und vom Rhythmus lebt das ganze Lied. Genial hier auch der Saxophoneinsatz, der besser nicht hätte sein könnte. Absolut toll gemacht. Wer Leute zum Tanzen bringen will, der legt in der Diskothek „Taste It“ auf - es wird allen schmecken.

Weitere Höhepunkte auf der CD sind das orchestrale , fast hymnenhafte „Baby Don’t Cry“ oder das so wunderschön beschwingte „Beautiful Girl“. „Back On Line“ und „Strange Desire“, der drittletzte und vorletzte Song sind dann die schwächsten Stücke auf dieser sonst so überzeugenden Veröffentlichung. Diesen beiden Stücken fehlt irgendwie das gewisse Etwas, was alle anderen Stücke auf der Silberscheibe aufweisen, und bleiben so ein wenig langweilig zurück.

Abgeschlossen wird dieses gute Album dann mit dem genialen „Men And Women“, auf dem auch wieder ein ganzes Orchester zum Einsatz kommt und das eine völlig eigene, getragene Stimmung kreiert und einen würdigen Abschluss für dieses Album darstellt.

Fazit: Ein klasse Rockalbum haben INXS hier 1992 vorgelegt, das einige ganz starke Stücke und überhaupt keine ganz schlechten Songs enthält. Hier findet der Hörer getragene, manchmal sogar bombastische Musik, genau wie sehr gute Rocksongs. Und all das passt wie aus einem Guss zusammen und ist niemals ein Stilbruch. Wer gut gemachte Rockmusik mag, die auch mal die eigenen Grenzen verlässt, der kann mit diesem Album absolut nichts falsch machen. Und dafür gibt es von mir zwölf Punkte.

Anspieltipps: Questions, Taste It, Baby Don’t Cry, Beautiful Girl, Men And Women