Freitag, 12. Dezember 2014

Sigrid und Marina – Heimatgefühle zur Weihnachtszeit




Sigrid und Marina – Heimatgefühle zur Weihnachtszeit


Besetzung:

Sigrid Hutterer – Gesang
Marina Hutterer – Gesang


Gastmusiker: 

Christian Zierhofer – Keyboards, Akkordeon, Chor
Harald Pairits – Keyboards
Manfred Gradwohl – Keyboards, Chor
Wolfgang Lindner – Keyboards
Fritz Koch – Gitarre, Chor
Edith Prock – Chor
Michaela Kollar – Chor
Herbert Moser – Chor
Sabine Gabriel – Chor
Enjoya Flaschberger – Chor


Label: Telamo


Erscheinungsdatum: 2014


Stil: Volksmusik, volkstümlicher Schlager


Trackliste:

1. Advent, der stille Weg zum Fest (3:38)
2. Des Jahr macht langsam zua (2:57)
3. Wenn es weisse Sterne schneit (2:54)
4. Werst mei Liacht ume sein (2:43)
5. Christrose (3:50)
6. Die stillste Zeit in unseren Bergen (3:19)
7. Es ist Winterzeit (3:16)
8. Boid is Weihnacht (3:16)
9. Da drinnen im Stalle (3:09)
10. Auf der ganzen Welt ist Weihnacht (3:17)
11. Hergottsjodler (3:28)
12. Die Rosen der Madonna (3:04)
13. Jetzt ist sie da (2:19)
14. Andachtsjodler (2:54)
15. Hoerst du den Klang (3:32)

Gesamstspieldauer: 47:35




Wieder mal so eine CD über die ich schreiben muss, da ich sie eben besitze. Ich habe sie mir nicht selbst gekauft, es war ein Geschenk… Gut, was ich dieser Platte von Sigrid und Marina nicht absprechen möchte ist die Tatsache, dass die Scheibe durchaus weihnachtlich klingt. Alpenländische Weihnachtsstimmung wird hier sehr wohl bedient. Da mag so manches ältere Semester und so manches Kinderauge feucht werden, denn das Christkind ist nahe, das merkt man hier. Und wenn man Bescherung hat und das Album einlegt, fällt das vielleicht noch nicht einmal negativ beim Rest der Familie auf, da dieser die Stimmung vielleicht nicht verderben will. „Naja, es ist ja Weihnachten und so klingt es doch auch.“

Das Problem an „Heimatgefühle zur Weihnachtszeit“ ist die Instrumentierung. Denn wenn ich schon mal für Volksmusik stehe, dann sollten hier auch entsprechende Instrumente zum Einsatz kommen. Machen sie aber nicht. Hier gibt es die volle Breitseite vom Synthesizer. Das klingt vielleicht mal nach Horn oder nach Violinen, es sind aber keine. Und das hört man leider sehr. Klar, das Album kann man bisher noch nicht einmal in den bekannten Online-Shops erwerben, ist wohl nicht so erfolgreich und vielleicht gab das Budget nicht mehr her. Trotzdem stehen die beiden Österreicherinnen immer wieder auf der Bühne und sind auch im Fernsehen präsent, sodass man sich da schon irgendwie ein wenig mehr Engagement bezüglich der Umsetzung der Titel gewünscht hätte.

Fazit: Freunde des volkstümlichen Schlagers werden diese Scheibe lieben. Dass die Platte weihnachtliche Stimmung verbreitet, kann man ihr auch nicht absprechen. Trotzdem hört man eben immer diese Keyboards heraus, was die Musik ein wenig unglaubwürdig werden lässt. Irgendwie gibt es dazu auch nicht mehr zu sagen. Fast schon ein Wunder, dass ich doch ein paar Zeilen zusammengebracht habe. Vier Punkte.

Anspieltipps: Die stillste Zeit in unseren Bergen



Donnerstag, 11. Dezember 2014

Änglagård – Epilog




Änglagård – Epilog


Besetzung:

Tord Lindman – vocals and guitars
Johan Högberg – bass and mellotron effects
Anna Holmgren – flute
Tomas Jonson – hammond, mellotron and keyboards
Jonas Engdegård – guitars
Mattias Olsson – drums and percussion


Gastmusiker:

Åsa Eklund – vocals
Martin Olofsson – violin
Karin Hansson – viola
Jan C. Norlander – cello


Label: Exergy Music


Erscheinungsdatum: 1994


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

1. Prolog (2:00)
2. Höstsejd (15:32)
3. Rösten (0:14)
4. Skogsranden (10:48)
5. Sista Somrar (13:10)
6. Saknadens Fullhet (2:00)

Gesamtspieldauer: 43:48




Dass skandinavische Bands auch im Progressive Rock einiges zu bieten haben, das beweist nicht nur die schwedische Band Änglagård – diese allerdings irgendwie ganz besonders. „Epilog“ ist die zweite Veröffentlichung der Schweden, welches 1994, ziemlich genau zwei Jahre nach dem Erstlingswerk „Hybris“ erschien. Nun sollte es allerdings ganze achtzehn Jahre dauern, bis mit „Viljans Öga“ das dritte Werk der Skandinavier veröffentlicht werden sollte.

Nun, im Grunde genommen könnte ich mein Schreiben hier ganz stark verkürzen und eigentlich sofort wieder beenden. Ich musste nur eintippen: „Epilog“ ist ein Meisterwerk! Nun, das habe ich jetzt auch getan und es kann durchaus auch einfach so stehen bleiben. Allerdings möchte ich noch kurz erläutern, warum diese Platte von dieser so unbekannten Band ein Meisterwerk ist: Sie beinhaltet alles, was den Progressive Rock zu einem der spannendsten Genres in der Musik hat werden lassen – so einfach ist das.

Auf „Epilog“ gibt es wunderschöne, melodiöse Parts, in denen die Querflöte im Vordergrund steht. Mal wird diese begleitet von der akustischen Gitarre, mal vom Piano, mal von der Hammond Orgel oder aber dem Mellotron. Dann allerdings auch wieder von allen Instrumenten zusammen. Dabei ist das Gehörte so harmonisch und melodiös, dass man einfach nur noch Dahinzuschmelzen gedenkt. Alles passt so unglaublich gut zusammen und verschwindet in einem Meer aus Harmonien. Andererseits gibt es dann auch wieder treibende und manchmal sogar verstörende Parts, die hier jedoch immer auf wenige Augenblicke begrenzt werden. Dann klingt die Musik von Änglagård keinesfalls mehr zerbrechlich, schwebend, lieblich oder harmonisch. Dann klingen die Takte und Akkorde zerrissen, treibend, fordernd und auf ihre Art fast schreiend. Ein absoluter Gegenpol zu den melodiösen Abschnitten. Damit wird hier eine Spannung bis in die höchsten Höhen aufgebaut, um schließlich wieder im musikalischen Wohlklang zu münden. Wahrlich meisterhaft komponiert, arrangiert und auch gespielt und umgesetzt.

Besonders hervorzuheben in den treibenderen Abschnitten, sind nun das perfekte Bass- und Schlagzeugspiel von Johan Högberg und Mattias Olsson. Alle Musiker von Änglagård sind absolute Meister ihrer Instrumente, dies hört man in jedem Takt, mit jedem Akkord. Irgendwie klingt das alles sehr perfekt, ohne sich dabei auch nur einen Hauch von steril anzuhören.

Fazit: „Epilog“ ist eines der intensivsten Alben, welches ich kenne. Wer Progressive Rock liebt, der wird dieses Album vergöttern. Moderne Musik auf dem Höhepunkt. Trotzdem bekommt „Epilog“ nicht die absolute Höchstpunktzahl, da hier bis auf ein paar „Aaahs“ und „Ooohs“ vollständig auf den Gesang verzichtet wurde. Eine tolle Stimme und eine gute Geschichte können eine Platte durchaus auch sehr stark aufwerten. Trotzdem ist das hier zu Hörende natürlich genial gemacht und überaus gelungen. Schade, dass nur wenige die Musik von Änglagård kennen, denn diese hätte wahrlich ein größeres Publikum verdient. Vierzehn Punkte.

Anspieltipps: Höstsejd



Mittwoch, 10. Dezember 2014

Orchestral Manoeuvres In The Dark – Crush




Orchestral Manoeuvres In The Dark – Crush


Besetzung:

Paul Humphreys – vocals, electronic keyboards, piano
Andy McCluskey – vocals, guitar, bass guitar, electronic keyboards
Malcolm Holmes – drums, electronic and acoustic percussion
Martin Cooper – vocals, saxophone, electronic keyboards
Kyle Green – additional vocals, piano, electronic keyboards
Stephen Hague – electronic keyboards, guitar
Graham Weir – trombone, electric guitar
Neil Weir – trumpet
Maureen Humphreys – additional vocals


Label: Virgin Records


Erscheinungsdatum: 1985


Stil: Synthie Pop


Trackliste:

1. So In Love (3:29)
2. Secret (3:56)
3. Bloc Bloc Bloc (3:28)
4. Women III (4:26)
5. Crush (4:27)
6. 88 Seconds In Greensboro (4:15)
7. The Native Daughters Of The Golden West (3:58)
8. La Femme Accident (2:49)
9. Hold You (4:00)
10. The Lights Are Going Out (3:57)

Gesamtspieldauer: 38:37




„Crush“ heißt das sechste Studioalbum von Orchestral Manoeuvres In The Dark und wurde 1985 veröffentlicht. Irgendwie scheint es genau die Zeit, Mitte der 70er Jahre des letzten Jahrhunderts widerzuspiegeln – zumindest musikalisch gesehen. Auf “Crush” findet man Synthie Pop in Reinkultur. Genau jene Musik also, die damals ihre Hochzeit hatte und dabei ist jetzt nicht eine irgendwie geartete Ehe gemeint.

Die Nummern klingen allesamt sehr synthetisch, auch wenn auf dem Album sogar ein Piano und diverse Blasinstrumente ihren Einsatz finden. Das mag damals in den 80ern vielleicht „in“ gewesen sein, heutzutage klingt es allerdings ein wenig seltsam. Und leider ist die Musik auch sehr unaufgeregt, alles, was man hier zu hören bekommt, wirkt ein klein wenig belanglos, hat nichts mehr mit dieser Zeit heute zu tun. Titel reiht sich an Titel und wenn man dann schon mal Schwierigkeiten mit einer Drum-Machine hat, dann steigt man ganz schnell aus, aus dieser Aneinanderreihung synthetischer Klänge.

Trotzdem gibt es auch etwas Positives zu vermelden. Die Nummer „La Femme Accident” hat was. Erinnert ein klein wenig an „Talking Loud And Clear“, obwohl sie nicht ganz an diese heranreicht. Aber das war es dann leider auch schon. Der ganze Rest läuft einfach so durch. Aber nur, wenn man mit diesem Genre „Synthie Pop“ etwas anzufangen weiß. Ansonsten ist die Platte durchaus anstrengend.

Fazit: Okay, einen guten Titel gibt es auf „Crush“ und der heißt „. La Femme Accident”. Freunde des Synthie Pop werden hier allerdings noch sehr viel mehr Höhepunkte finden. Rock Fans werden Reißaus nehmen, alle anderen werden sich fragen: „War da was?“. Obwohl ich auch vielen musikalischen Strömungen gegenüber aufgeschlossen bin, hier versagt dann anscheinend mein Musikgeschmack. „Crush“ klingt irgendwie sehr belanglos – zumindest heutzutage. Fünf Punkte.

Anspieltipps: La Femme Accident



Dienstag, 9. Dezember 2014

Gentle Giant – The Power And The Glory




Gentle Giant – The Power And The Glory


Besetzung:

Derek Shulman – vocals, tenor saxophone
Kerry Minnear – hammond organ, piano, minimoog, clavinet, electric piano, mellotron, marimba, vibraphone, cello, vocals
Ray Shulman – bass, violin, electric violin, acoustic guitar, vocals
Gary Green – electric guitars, acoustic guitars, vocals
John Weathers – drums, tambourine, sleigh bells, cymbals


Label: EMI


Erscheinungsdatum: 1974


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

1. Proclamation (6:47)
2. So Sincere (3:52)
3. Aspirations (4:41)
4. Playing The Game (6:46)
5. Cogs In Cogs (3:08)
6. No God's A Man (4:29)
7. The Face (4:13)
8. Valedictory (3:17)

Gesamtspieldauer: 37:13




Ich weiß genau, warum Gentle Giant nicht so viel Erfolg hatten, wie zum Beispiel Yes, Genesis, Emerson Lake & Palmer, King Crimson – um nur einige Bands des Progressive Rock zu nennen. Es liegt an solch einer Platte wie „The Power And The Glory”, dem sechsten Studioalbum von Gentle Giant aus dem Jahr 1974. Die Musik auf der Platte ist wahrlich, nun sagen wir mal „seltsam“ geraten. Da ist nichts mehr eingängig, obwohl alles doch irgendwie melodiös klingt.

Doch wie kann man zum Beispiel einen Titel wie „So Sincere“ besser umschreiben als mit „seltsam“? Irgendwie komische Gesangslinien, komisches Saxophon, komischer Rest. Alles wirkt abgehackt und man kann sich sicher sein, selbst wenn man diesen Titel tausend Mal hört, wird einem der Zugang immer noch verschlossen sein. Man hört hier keinen Free Jazz oder ähnliches, sondern progressive Rock in seiner stärksten Ausprägung. Kein Wunder dann auch, dass dieses Album bei absoluten Progressive Rock Fans so hoch im Kurs steht.

Trotzdem stößt man als einigermaßen „durchschnittlicher“ Musikkonsument, der dem Progressive Rock trotzdem sehr zugetan ist, hier an seine Grenze. Auf „The Power And The Glory” kann man sich die Musik nicht mehr erarbeiten. Sie bleibt auch nach vielen Durchgängen das was sie ist: schwierig. Der Titel „Aspirations” bildet da schon die Ausnahme, denn hier hört man durchaus so was wie Melodiösität heraus. Aber dies ist wahrlich die Ausnahme. Ansonsten klingt das Album überaus schräg und verschroben, seltsam eben.

Inhaltlich befasst sich die Platte mit Macht und Korruption. Natürlich keine einfachen Inhalte, von daher haben Gentle Giant hier irgendwie doch alles richtig gemacht, die Musik ist nämlich auch nicht einfach. Überhaupt nicht sogar. Auch ist auf „The Power And The Glory” eine Tendenz bei Gentle Giant weg von den akustischen, hin zu den elektrischen Instrumenten festzustellen. Dieser Umstand wirkt allerdings in keinster Weise nachteilig oder negativ.

Fazit: Bei „The Power And The Glory” stoße ich wahrlich an meine Grenzen. Einerseits lassen sich auf der Platte einige wahrlich gelungene Abschnitte finden, andererseits auch Passagen oder sogar ganze Lieder, zu denen ich niemals Zugang finden werde. Und ich dachte immer von mir, dass Progressive Rock mein Musikgenre ist. Ist es wohl auch, denn ich höre die Scheibe immer wieder. Ich bin mir sicher, dass das nicht allzu viele andere von sich behaupten können und ich bin mir auch sicher, dass das in meinem Falle nicht allzu viel bringen wird. Aber ich mache es weiter. Ich will es doch endlich verstehen… Neun Punkte.

Anspieltipps: Aspirations



Montag, 8. Dezember 2014

Eloy – Colours




Eloy – Colours


Besetzung:

Klaus-Peter Matziol – bass, vocals
Jim McGillivray – drums, percussion
Hannes Arkona – electric guitar, acoustic guitar
Hannes Folberth – keyboards and other key instruments
Frank Bornemann – lead vocals, electric guitar, acoustic guitar


Label: EMI


Erscheinungsdatum: 1980


Stil: Progressive Rock, Rock


Trackliste:

1. Horizons (3:23)
2. Illuminations (6:21)
3. Giant (6:08)
4. Impressions (3:11)
5. Child Migration (7:20)
6. Gallery (3:11)
7. Silhouette (7:14)
8. Sunset (2:56)


Bonus Tracks der remasterten Fassung: 

9. Wings Of Vision (4:14)
10. Silhouette (Single Edit) (3:31)

Gesamtspieldauer: 47:28




In den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts haben viele ehemalige progressive Bands einen völligen Stilwechsel vollzogen. Meistens hin zum gar nicht mal so guten Pop, denn das konnten sie einfach nicht und andere eben besser. Bei Eloy war das anders – zumindest zum Teil. Den Stilwechsel haben sie ebenfalls vollzogen, jedoch eher hin zum Rock als zum Pop. „Colours“, das achte Studioalbum der Hannoveraner, ist deutlich rockiger geraten als noch die Vorgänger. Vielleicht lag dies auch an dem Umstand, dass es mal wieder einige Umbesetzungen in der Band gab. Keyboarder Detlev Schmidtchen und Schlagzeuger Jürgen Rosenthal hatten Eloy verlassen, um sich bei „Ego On The Rocks“ auszutoben. Neu zu Eloy wechselten nun Hannes Folberth und Jim McGillivray. Und die Besetzung wurde sogar noch durch einen zweiten Gitarristen erweitert, Hannes Arkona stieß nun ebenfalls zu Eloy.

Nun, dieser Stilwechsel ist als durchaus gelungen zu beschreiben. „Colours“ ist ein wirklich gutes und abwechslungsreiches Album geworden. Und natürlich erkennt man an der Musik, dass es sich dabei um Eloy handelt. Allerdings eben mit dieser etwas härteren Ausrichtung. Obwohl, das ist zumindest beim ersten Song dann doch etwas schwieriger. Ist das noch Eloy? Auf „Horizons“, dem Opener, singen einige Damen im Chor, dazu gibt es eine treibende Synthesizerspur. Das wirkt wahrlich, ist jedoch so im Grunde genommen nicht mehr als Eloy erkennbar. Diese Art der Musik erinnert ein wenig an das Alan Parsons Project.

Nun und dann gibt es da diese bereits erwähnten rockigen Lieder. „Child Migration” weist immer wieder starke Hard Rock Tendenzen auf, um dann allerdings auch wieder in progressive Abschnitte überzugehen. Das macht durchaus Spaß. Dann hört man mal ein Querflötensolo und fühlt sich an Jethro Tull erinnert oder es werden wunderschöne Klangteppiche aufgebaut, zum Teil eingeleitet mit der akustischen Gitarre, wie beim ehemaligen letzten Lied der Platte, „Sunset“. Das erinnert dann schon sehr an das Album „Silk Road“ des Japaners Kitaro.

Fazit: „Colours“ ist ein sehr abwechslungsreiches Album geworden, welches nun so gar nicht mehr typisch ist für Eloy. Diese ganz langen Tracks fehlen und es liegt eine rockigere Grundstimmung vor, auch wenn sich diese nicht durch jeden Titel zieht. Übrigens singt Frank Bornemann inzwischen auch sehr viel besser. Nicht von seiner Stimmlage oder seinem Ausdruck her, die und der waren schon immer okay. Nein, es ist sein Englisch, seine Aussprache, an der er kräftig gearbeitet zu haben scheint. Man erkennt ihn zwar noch als Deutschen, jedoch klingt er hier sehr viel besser, als noch wenige Alben zuvor. „Denglisch“ gibt es nicht mehr – jedenfalls nicht mehr in dieser Ausprägung. Und das ist schön. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Horizons, Child Migration, Sunset



Sonntag, 7. Dezember 2014

Klaus Schulze – Timewind




Klaus Schulze – Timewind


Besetzung:

Klaus Schulze – arp 2600, arp odyssey, ems synthi-a, elka string synthesizer, farfisa professional duo organ and piano, synthanorma sequencer


Label: Brain Records


Erscheinungsdatum: 1975


Stil: Elektronische Musik, Instrumentalmusik


Trackliste:

1. Bayreuth Return (30:28)
2. Wahnfried 1883 (28:44)

Gesamtspieldauer: 59:12




Wie die Namen der beiden ursprünglichen Titel (inzwischen gibt es die CD-Version des Albums mit drei Bonustiteln – ohne diesen Bezug) bereits verkünden, nimmt Klaus Schulze hier Bezug auf einen, für ihn sehr prägenden Komponisten, Richard Wagner. Hier sei allerdings auch gleich angeführt, es sind die Titel der beiden Tracks, die an Richard Wagner erinnern. Mit der Musik Richard Wagners hat „Timewind“ überhaupt nichts zu tun.

„Timewind“ ist das fünfte Soloalbum von Klaus Schulze und wurde im Jahr 1975 veröffentlicht. Es ist auch das erste Album, auf dem Klaus Schulze in seiner Musik Sequenzer verwendet. Die Musik ist dabei sehr minimalistisch, Klang- oder Sphärenwelten werden vor dem Hörer entwickelt und ausgebreitet. Klangteppiche und musikalische Landschaften entstehen, verschwimmen wieder oder gehen ineinander über. Mit den Sequenzern legt Klaus Schulze Schicht über Schicht, Soundteppich über Soundteppich. Dabei passiert nicht allzu viel, die Musik wird voller und intensiver, ohne dabei jedoch aufgeregter zu wirken. Alles ist sphärisch, etwas abstrakt und durchaus einnehmend, wenn man denn eine Ader für sehr elektronische Musik besitzt.

Fazit: Voller und voller wird die Musik auf „Timewind“. Mal glaubt man auch den Wind zu vernehmen, dann wieder hört man Meeresrauschen – allerdings natürlich aus dem Synthesizer. Alles wirkt dabei sehr melodisch und völlig unaufgeregt. Sehr entspannend. Gute Musik also, um die Gedanken auf Reisen zu schicken, sich zu entspannen und geistig in andere Sphären vorzudringen. Für jemanden, der mit elektronischer Musik nichts anzufangen weiß jedoch definitiv zu langweilig. Neun Punkte.

Anspieltipps: Beide Stücke



Samstag, 6. Dezember 2014

John Lennon – Shaved Fish




John Lennon – Shaved Fish


Besetzung:

Jede Menge, nicht einzeln aufgeführte Musiker


Label: Apple


Erscheinungsdatum: 1975


Stil: Rock


Trackliste:

1. Give Peace A Chance (0:57)
2. Cold Turkey (5:01)
3. Instant Karma (3:21)
4. Power To The People (3:21)
5. Mother (5:03)
6. Woman Is The Nigger Of The World (4:37)
7. Imagine (3:02)
8. Whatever Gets You Thru The Night (3:03)
9. Mind Games (4:12)
10. Nine Dream (4:47)
11. Happy Xmas (War Is Over) (4:15)

Gesamtspieldauer: 41:55




„Shaved Fish“ nannte John Lennon sein erstes „Best Of-Album“ und gleichzeitig die einzige Kompilation, die noch zu seinen Lebzeiten erschien. Heutzutage gibt es fast schon unzählige davon. Die Platte beinhaltet alle, bis dahin von ihm als Solo-Künstler in den USA veröffentlichten Singles. Zusätzlich stellt „Shaved Fish“ auch die letzte Veröffentlichung John Lennons auf dem Apple Label dar.

Musikalisch ist die ursprüngliche Platte in zwei Hälften geteilt. Auf der ehemaligen ersten Seite der Schallplatte findet man, mit Ausnahme von „Instant Karma“, eher etwas sperrige Stücke und dazu noch das rudimentäre „Give Peace A Chance“, was nach knapp einer Minute ausgeblendet wird. Irgendwie seltsam und nicht so völlig nachvollziehbar. Die zweite Seite hält dagegen diese Ohrumschmeichler für den Hörer parat, für die John Lennon eben auch immer stand. Das geniale „Imagine“ ist hier genauso vertreten, wie das weihnachtliche „Happy Xmas (War Is Over)“, welches schließlich als letztes Lied der Platte in eine Live-Version von „Give Peace A Chance“ übergeht. So etwas nennt man dann wohl einen Ringschluss.

Zwei Sachen sind neben den nicht immer ganz überzeugenden Songs, damit meine ich die ehemalige erste Plattenseite, noch negativ anzuführen. John Lennon war ein sehr politischer Mensch. Das muss man vertragen können. Die hier gesendeten Botschaften erinnern in dieser geballten Form schon sehr an einen erhobenen Zeigefinger. Kann man irgendwie nicht immer haben. Und weiter fällt leider die Soundqualität sehr negativ auf. Solch einen dumpfen Sound muss es heutzutage nicht mehr geben. Obwohl ich die LP schon sehr lange besitze, habe ich auch in die CD mal hineingehört, ohne großartige Unterschiede feststellen zu können.

Fazit: John Lennon war ein ganz besonderer Musiker, dessen Werk man sich nicht so einfach entziehen kann. Dies merkt und hört man auch auf „Shaved Fish“. Durchgängig musikalisch überzeugen kann diese Zusammenstellung allerdings nicht. Dazu gesellt sich noch ein sehr dumpfer und schwer zu durchdringender Sound, der das Hörerlebnis leider deutlich schmälert. Acht Punkte.

Anspieltipps: Instant Karma, Imagine, Happy Xmas (War Is Over)



Freitag, 5. Dezember 2014

Led Zeppelin – Coda




Led Zeppelin – Coda


Besetzung:

John Bonham – drums, percussion
John Paul Jones – bass guitar, piano, keyboards
Jimmy Page – acoustic and electric guitars, electronic treatments, production
Robert Plant – lead vocals, harmonica


Label: Swan Song Records


Erscheinungsdatum: 1982


Stil: Hard Rock, Blues Rock, Folk Rock


Trackliste:

1. We're Gonna Groove (2:37)
2. Poor Tom (3:02)
3. I Can't Quit You Baby (4:18)
4. Walter's Walk (4:31)
5. Ozone Baby (3:36)
6. Darlene (5:07)
7. Bonzo's Montreux (4:19)
8. Wearing And Tearing (5:31)

Gesamtspieldauer: 33:02




„Coda“ heißt das neunte und letzte Album Led Zeppelins. Es wurde am 19. November 1982, etwas über zwei Jahre nach dem Tod John Bonhams, veröffentlicht. Die Band war zur damaligen Zeit bereits länger aufgelöst, jedoch bestand die Verpflichtung gegenüber der Plattenfirma, insgesamt fünf Platten auf Swan Song Records herauszubringen. Vier Veröffentlichungen hatte es auf dem Label bereits gegeben und so setzte sich Jimmy Page daran, aus altem Material, welches es bei den diversen vorherigen Plattenveröffentlichungen doch nicht auf die jeweiligen Alben geschafft hatte, zu sichten und mit diesem eine weitere, neunte und letzte Led Zeppelin Platte zu veröffentlichen.

Allzu viel hatte es anscheinend doch nicht mehr gegeben, wie bereits die sehr kurze Laufzeit der Platte von nur dreiunddreißig Minuten zeigt. Leider sind auch die Lieder selbst kaum mehr als Durchschnitt. Es hatte schon seinen Grund gehabt, dass diese nicht veröffentlicht worden waren. Die ersten vier Titel entstammen dabei der Zeit von 1970 bis 1972. „Bonzo’s Montreux“ wurde 1976 im Studio aufgenommen und ist ein Drum-Solo, welches anschließend noch mit einigen Effekten versehen wurde. Die restlich drei Nummern entstammen den Sessions zu „In Through The Out Door“, also dem Vorgängeralbum.

Nun, was man der Scheibe wahrlich nicht absprechen kann ist, dass die Musik nach Led Zeppelin klingt. Eindeutig sogar. Allerdings ist das irgendwie nicht mehr allzu interessant, mitunter sogar relativ langweilig geworden, was man hier zu hören bekommt. Egal, ob es sich dabei um Blues, Rock oder auch ein wenig Pop handelt. Die Nummern laufen so durch, plätschern vor sich hin. Ich nehme auch an, die Scheibe verkaufte sich lediglich dadurch, da es eben die letzte Led Zeppelin Platte darstellt. Mit den darauf enthaltenen Nummern wäre Led Zeppelin keinesfalls der Durchbruch gelungen. Ist allerdings nur eine Vermutung meinerseits.

Fazit: Nun, langweilig und belanglos ist das alles ein wenig geworden. Auch bei den eingefleischten Fans von Led Zeppelin wird diese Platte meistens genannt, wenn es darum geht, die schlechteste Led Zeppelin Scheibe zu benennen. Schlechte Musik ist das allerdings natürlich auch nicht, was man hier zu hören bekommt, allerdings auch keine gute mehr. Langweilige eben. Sechs Punkte.

Anspieltipps: Ozone Baby



Donnerstag, 4. Dezember 2014

Yes – 90125




Yes – 90125


Besetzung:

Jon Anderson – vocals
Chris Squire – bass guitars, vocals
Trevor Rabin – guitars, keyboards, vocals
Alan White – drums, percussion
Tony Kaye – keyboards


Label: ATCO


Erscheinungsdatum: 1983


Stil: ArtPop


Trackliste:

1. Owner Of A Lonely Heart (4:30)
2. Hold On (5:18)
3. It Can Happen (5:30)
4. Changes (6:20)
5. Cinema (2:08)
6. Leave It (4:14)
7. Our Song (4:18)
8. City Of Love (4:52)
9. Hearts (7:43)


Bonus Tracks der remasterten Version:

10. Leave It (Single Remix) (3:57)
11. Make It Easy (6:12)
12. It Can Happen (Cinema Version) (6:05)
13. It’s Over (5:41)
14. Owner Of A Lonely Heart (Extended Remix) (7:05)
15. Leave It (“A Capella” Version) (3:19)

Gesamtspieldauer: 1:17:13




Genau wie so viele andere Bands des Genres Progressive Rock der 70er Jahre, so verfiel auch Yes dem Glauben, nun unbedingt besonders poppig klingen zu müssen. Die Platte „90125“ stellt hier den eindeutigen Beweis für diese Behauptung dar. Yes produzieren auf ihrem bereits elften Studioalbum aus dem Jahr 1983 Pop in Reinkultur. Klar gibt es hier auch immer wieder mal kleinere Passagen, die für das Ohr des „normalen“ Pop-Hörers dann etwas ungewohnt klingen, als Ergebnis bleibt jedoch lediglich das Siegel „Pop“ übrig. Diese Vorgehendweise sollte den Bandmitgliedern allerdings Recht geben, denn bis heute ist „90125“ die erfolgreichste Scheibe der Band. Der etwas seltsam wirkende Name rührt dabei von der Nummer her, mit der die Platte im Katalog ihrer Plattenfirma ATCO abgelegt wurde: 90125 eben.

Diverse „Hits“ hatte die Platte zu bieten. Da ist zum einen „Owner Of A Lonely Heart“, welche zu damaligen Zeit in den Radios rauf- und runterlief und auch in mehreren Ländern die Position 1 der Charts eroberte. Zudem fand die Nummer in den Diskotheken vermehrten Einsatz. Das Lied geht schnell ins Ohr, groovt ganz nett und brachte Yes nun auch Erfolg bei Musikhörern, die mit der vorherigen Musik der Band nur sehr bedingt etwas anzufangen wussten. Ebenfalls einen kleinen Single-Hit stellte „Hold On“ dar. Ein wenig rockiger, ebenfalls wieder eingängig, aber wenn man ehrlich ist, einfach belanglos. Nun und dann kommt ab 2:30 ein kurzer Part mit mehrstimmigem Gesang, den man sich irgendwie für die ganze Platte gewünscht hätte. Hier klingen Yes wieder interessant. Die dritte Singleauskopplung hieß „Leave It“. Beinhaltet einen ganz netten à Capella Einstieg, aber ansonsten auch eher gewöhnungsbedürftig. Genau wie „Our Song“. Hier klingen Yes wie eine Mainstream Rockband. Diese Auskopplung hatte auch den geringsten verkaufstechnischen Erfolg.

Aber es gibt durchaus auch Positives zu berichten, von „90125“. Da ist zum Beispiel eine weitere und auch die letzte Singleauskopplung, das wirklich überragende „Changes“. Mit dem Xylophon wird hier ein wahrlich gelungener Titel eingeleitet. Jetzt bewegen wir uns nun auch mehr auf dem Terrain des Rock, als noch des Pop. Abwechslungsreich, treibend, ins Ohr gehend und damit ungemein melodiös ist „Changes“ ein Lied, welches durchaus auch mit zu den Höhepunkten in der Yes-Welt zählt. Sicherlich nicht an erster Stelle, doch durchaus mit unter den besten dreißig Titeln zu finden ist – und Yes haben viel Musik geschrieben. Ebenfalls noch lohnenswert sind „It Can Happen“ und „Hearts“. Beides wieder eingängige Nummern, erstere deutlich rockiger als „Hearts“ und beide ebenfalls überaus hörenswert.

Fazit: Ganz misslungen finde ich diese Platte nicht, auch wenn das immer wieder behauptet wird. Klar ist das oftmals poppiger bis rockiger Mainstream geworden, allerdings enthält die Scheibe durchaus auch drei Höhepunkte, bei deren Hören manch sich wünscht, dass populäre Musik doch immer so klingen müsste. Kein Überalbum, aber auch kein schlechtes. Durchschnitt eben. Acht Punkte.

Anspieltipps: It Can Happen, Changes, Hearts



Mittwoch, 3. Dezember 2014

Jethro Tull – Minstrel In The Gallery




Jethro Tull – Minstrel In The Gallery


Besetzung:

Ian Anderson – flute, acoustic guitar, vocals
Martin Barre – electric guitars
John Evan – piano and organ
Jeffrey Hammond – bass guitar and string bass
Barriemore Barlow – drums, percussion


Gastmusiker:

David Palmer – orchestral arrangements and conduction
Rita Eddowes – violin
Elizabeth Edwards – violin
Patrick Halling – violin
Bridget Procter – violin
Katharine Tullborn – cello


Label: Chrysalis


Erscheinungsdatum: 1975


Stil: Folk Rock, Hard Rock, Progressive Rock


Trackliste:

1. Minstrel In The Gallery (8:17)
2. Cold Wind To Valhalla (4:20)
3. Black Satin Dancer (6:53)
4. Requiem (3:46)
5. One White Duck/010 = Nothing At All (4:39)
6. Baker St Muse (Medley) (16:42)
7. Grace (0:38)

Gesamtspieldauer: 45:14




„Minstrel In The Gallery“ ist das achte Studioalbum von Jethro Tull und wurde im September 1975 veröffentlicht. Sehr viel härter klingen Jethro Tull hier, als auf vielen anderen Platten. Zum Teil geht das dieses Mal wahrlich bis hin zum Hard Rock. Ian Anderson ist im Nachhinein mit dem Album jedoch nicht ganz so zufrieden, da er es zu sehr für ein Solo-Album hält, wie er in diversen Interviews geäußert hat. Das lässt sich aus den ersten Titeln wahrlich nicht ableiten, denn hier klingen Jethro Tull so, als ob die fünf Musiker sehr viel Spaß am zusammen Musizieren hätten. In der zweiten Hälfte der Platte kann man das dann schon eher nachvollziehen, denn nun ist Ian Anderson allgegenwärtig und sehr dominierend mit seinem Gesang und der Querflöte.

Auch die „Perlen“ des Albums liegen an dessen Anfang. Der Titelsong „Minstrel In The Gallery“ ist eine aus mehreren Teilen zusammengesetzte Nummer, bei der Martin Barre alles aus seiner Gitarre herausholen darf. Sehr rockig das Ganze. „Cold Wind To Valhalla“ startet wunderschön mit der Akustikgitarre und entwickelt sich dann im weiteren Verlauf ebenfalls zu einem Hard Rocker. Das klingt alles sehr überzeugend und sehr gelungen. Auch die weiteren Titel warten mit sehr viel Melodiösität auf. Die Musik geht sofort ins Ohr, klingt absolut typisch für Jethro Tull und sehr viel näher an einer Platte wie „Thick As A Brick“ als wie am Vorgänger „War Child“. Aber, die Härte macht dann doch den Unterschied zu den früheren Werken aus.

Fazit: Eine sehr gelungene Platte ist „Minstrel In The Gallery“ geworden. Wer Hard Rock mag und auch die musikalische Welt von Ian Anderson zu schätzen weiß, die oder der wird diese Platte lieben. Dazu gesellen sich einige sehr nette Einfälle, wieder jede Menge Melodiösität und auch ein Schuss Skurrilität, ebenfalls etwas, was der Musik nur gut tun kann. Sehr empfehlenswert. Elf Punkte.

Anspieltipps: Minstrel In The Gallery, Cold Wind To Valhalla



Dienstag, 2. Dezember 2014

Yes – Tormato




Yes – Tormato


Besetzung:

Jon Anderson – vocals, percussion, puerto rican cuatro
Steve Howe – gibson les paul custom, martin 00045, spanish guitar, fender broadcaster, acoustic gibson guitar, gibson es-175, mandolin, vocals
Chris Squire – rickenbacker bass guitar, gibson thunderbird bass guitar, piano, bass pedals, vocals
Rick Wakeman – piano, hammond organ, polymoog synthesizer, birotron, harpsichord, rmi electra piano
Alan White – drums, glockenspiel, crotales, cymbals, bell tree, drum synthesizer, gongs, vibraphone, vocals


Label: Rhino Records


Erscheinungsdatum: 1978


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

1. Future Times/Rejoice (6:47)
2. Don't Kill The Whale (3:58)
3. Madrigal (2:27)
4. Release, Release (5:49)
5. Arriving UFO (6:09)
6. Circus Of Heaven (4:32)
7. Onward (4:05)
8. On The Silent Wings Of Freedom (7:52)


Bonus Tracks der 2004 remasterten Album-Version:

9. Abilene (B-side of "Don't Kill The Whale") (4:03)
10. Money (3:15)
11. Picasso (2:12)
12. Some Are Born (5:43)
13. You Can Be Saved (4:20)
14. High (4:30)
15. Days (demo) (1:01)
16. Countryside (3:12)
17. Everybody's Song (early demo of "Does It Really Happen") (6:48)
18. Onward (hidden track) (3:06)

Gesamtspieldauer: 1:19:49




„Tormato“ heißt das neunte Studioalbum der britischen progressive Rockband Yes, welches im Jahr 1978 veröffentlicht wurde. Der auf „Going For The One“ einmal eingeschlagene Weg wurde mit diesem Album konsequent fortgesetzt. Die langen und ausufernden Titel gibt es nicht mehr auf einem Yes Album. Stattdessen befinden sich nun je vier Titel auf jeder Seite der ursprünglichen Schallplatte. Fast hat man ein wenig das Gefühl, Yes wollten endlich eine ganz „normale“ Band werden.

Sind sie aber natürlich nicht, denn bei jedem einzelnen Ton hört man auch hier, dass die Band, die hier spielt, nur Yes sein kann. Klar, der Gesang des Jon Anderson ist verräterisch und diesem eindeutig zuzuordnen, doch das ist es nicht alleine. Es sind die Arrangements, der Sound, die Gitarre des Steve Howe und auch das Bassspiel des Chris Squire, die auch „Tormato“ eindeutig als Yes-Album überführen und kennzeichnen.

Leider ist jedoch das vorliegende Songmaterial nicht das allerbeste im kreativen Schaffen der Musiker. Leider muss man sogar noch einen Schritt weitergehen und diese Platte als jene kennzeichnen, die bisher die schwächste ist in der Geschichte der Band, von der Entstehung bis hin zum Jahr 1978. Auszunehmen von dieser Kritik ist dabei ganz eindeutig der Titel „Don’t Kill The Whale“, mit dem die Band sogar einen Charterfolg verzeichnen konnte. Ein richtig guter Pop-Rock-Titel, eingängig und dabei doch auch ein wenig verschroben. Die nächste Nummer, „Madrigal“, ist wieder eine für Yes so typische, ruhige Ballade und ebenfalls durchaus gelungen. Auch sehr überzeugend ist „Onward“ geworden. Hier klingen Yes nun auch so, wie sie vorher in diesem Jahrzehnt geklungen hatten. Das Lied ist dabei relativ ruhig gehalten und ebenfalls sehr melodiös und eingängig geworden.

Nun, die restlichen fünf Lieder sind noch nicht einmal besonders schlecht oder gar grauenvoll. Aber sie verstehen es nicht mehr, den Hörer irgendwie zu treffen. Wobei die Nummer „Release, Release“, ein etwas rockiger Titel, jedoch leider sogar ein wenig nervt mit diesem „Release, Release“-Gerufe und diesem fast schon penetranten Keyboardsound. Dieser wird übrigens sogar noch mal getoppt und zwar gegen Ende der ursprünglich letzten Titels „On The Silent Wings Of Freedom”. Wie Rick Wakeman diesen Sound gut finden konnte, wird sich mir wohl niemals erschließen.

Positive Erwähnung finden sollte hier allerdings, die mit zehn Bonus-Titeln mehr als üppige Ausstattung der remasterten CD. Auch wenn das Material ebenfalls nicht sonderlich weltbewegend ist, so ist es doch interessant zu hören, was Yes so alles ausprobierten. Manchmal klingt das sehr poppig, ein anderes Mal eher nach einem Rock’n’Roll. Klar wird auf jeden Fall, warum es so mancher Titel nie oder nur in stark abgeänderter Form auf ein Yes-Album geschafft hat. Zum Teil klingt das nämlich noch nicht einmal nach Yes-Musik. Trotzdem irgendwie interessant.

Fazit: „Tormato“ ist das schlechteste Yes-Album bisher in der Diskographie der Band. Trotzdem gibt es hier auch Höhepunkte zu erhören, die durchaus Spaß machen. Allerdings haben die einzelnen Lieder über die gesamte Platte hinweg gesehen nicht mehr ganz die Qualität vorheriger Veröffentlichungen. Irgendwie wirkt manche Nummer einfach nach Füllmaterial oder noch nicht ganz ausgereift. Klar ist die Scheibe ein Muss für alle Yes-Fans und „Don’t Kill The Whale“ sollte man als Rock-Fan auch mal gehört haben. Allerdings ist „Tormato“ kein Meilenstein in der Diskographie von Yes. Durchschnitt eben. Acht Punkte.

Anspieltipps: Don’t Kill The Whale, Madrigal, Onward



Montag, 1. Dezember 2014

Eloy – Ocean




Eloy – Ocean


Besetzung:

Frank Bornemann – lead vocals, all electric, acoustic and effect guitars
Klaus Peter Maziol – vocals, thunderbird and fender fretless bass guitars
Detlev Schmidtchen – hammond orga, mini moog and arp synthesizers, Mellotron, rmi keyboard computer, xylophone, angelic voices
Jürgen Rosenthal – sonor genuine rosewood drums,paiste cymbals, timbales, roto-toms, temple blocks, kettle drums, tubular bells, morse key, voice triangles, paper and flute


Label: EMI


Erscheinungsdatum: 1977


Stil: Krautrock, Progressive Rock


Trackliste:

1. Poseidon’s Creation (11:43)
2. Incarnation Of Logos (8:27)
3. Decay Of Logos (8:19)
4. Atlantis’ Agony At June 5th -8498, 13 p.m. Gregorian Earthtime (15:40)

Gesamtspieldauer: 44:08




Im Jahr 1977 veröffentlichte die deutsche Progressive Rockband Eloy ihr sechstes Studioalbum unter dem Titel „Ocean“. Wieder einmal schafften es die Musiker um Frank Bornemann dabei, sehr melodiösen progressiven Rock auf ein Album zu pressen und erneut wurde diese Musik mit einer inhaltlichen Story versehen. Die Texte auf der Platte erzählen dieses Mal die Geschichte vom Untergang der Stadt Atlantis und dabei werden auch Parallelen zur heutigen Zeit gezogen.

Somit stellt „Ocean“ ein sehr typisches Eloy-Album für die damalige Zeit dar. Kauft man eine Scheibe aus den mittleren bis späteren 70er Jahren von Eloy, dann muss einem klar sein, dass hier der sehr melodiösen Form des Progressive Rocks gefrönt wird. Dazu gesellen sich futuristische oder phantastische Fantasy-Geschichten. Die Musik ist immer etwas mehr vom Keyboard als von den Gitarren dominiert, obwohl Gitarrist Frank Bornemann sicherlich maßgeblich am Sound von Eloy mit beteiligt war.

Das Album wurde zum erfolgreichsten Album für Eloy überhaupt. Hatte sich „Dawn“ bereits gut verkauft, so toppte „Ocean“ diese Verkaufszahlen spielend. Allerdings war Eloy niemals ein Liebling der Musikkritiker, diese „zerpflückten“ regelmäßig die Alben der Hannoveraner bis zum letzten Takt. Trotzdem verkaufte sich Eloy zu dieser Zeit sehr gut, den Hörern schien also das Gehörte sehr zu gefallen und die Meinung der diversen Musikkritiker keinerlei Rolle zu spielen.

Nun, auch wenn die Musik nicht ganz an jene auf „Dawn“ heranreicht, dort klangen Eloy für mich noch ein wenig innovativer, eingängiger, ideenreicher, so ist auch „Ocean“ kein schlechtes Album geworden. Wahrlich nicht. Warum es in der Musikpresse so schlecht wegkam, kann man sich im Grunde genommen nur über den Gesang erklären. Frank Bornemann hat noch nicht mal ein schlechte Stimme, nur er kann eben nicht Englisch singen. Wenn man statt „Earth“ dann „Öass“ hört, dann gruselt es einen schon ein wenig und dies mindert durchaus auch ein bisschen den Hörgenuss. Trotzdem hat die Musik etwas.

Fazit: Wieder Mal gibt es melodischen und progressiven Rock aus dem Hause Eloy. Wer diese Ausrichtung dieses Musikgenres mag, wird auch die Platte „Ocean“ lieben. Durchaus hörenswert die Scheibe. Sie reicht musikalisch nicht ganz an „Dawn“ heran, aber das stellt natürlich eine Geschmacksfrage dar, die Grenzen sind hier sehr fließend. Negativ fällt auf „Ocean“ einmal mehr der Gesang auf, „Denglisch“ ist einfach nicht jedermanns Sache. Sei’s drum, „Ocean“ lohnt gehört zu werden. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Poseidon’s Creation



Sonntag, 30. November 2014

The Hooters – Nervous Night




The Hooters – Nervous Night


Besetzung:

Eric Bazilian – lead vocals, guitars, bass, mandolin, saxophone
Rob Hyman – lead vocals, keyboards, melodica
Andy King – bass guitar, vocals
John Lilley – guitar
David Uosikkinen – drums


Label: CBS


Erscheinungsdatum: 1985


Stil: Rock, Pop


Trackliste:

1. And We Danced (3:48)
2. Day By Day (3:24)
3. All You Zombies (5:58)
4. Don't Take My Car Out Tonight (3:55)
5. Nervous Night (3:58)
6. Hanging On A Heartbeat (4:20)
7. Where Do The Children Go (5:29)
8. South Ferry Road (3:43)
9. She Comes In Colors (4:12)
10. Blood From A Stone (4:13)

Gesamtspieldauer: 43:07




„Nervous Night” heißt das zweite Studioalbum der amerikanischen Rockband The Hooters und wurde im Jahre 1985 veröffentlicht. Oder sollte man besser Pop-Band sagen, denn die Übergänge zwischen diesen Musikgenres in der Musik der Hooters sind durchaus fließend. Nun, „Nervous Night“ ist das mit Abstand erfolgreichste Album der US-Amerikaner und hält gleich zu Beginn des Albums, mit die größten Hits der Band für ihre Hörer parat.

War es in Deutschland der Titel „All You Zombies“, der den größten Erfolg als Single einfuhr, so waren es in den USA „And We Danced“ und vor allen Dingen „Day By Day“, welche die höchsten Chartplatzierungen erreichten. Und genau so wie die beiden letztgenannten Titel, so klingen die Hooters im Grunde genommen durchweg, über die ganze Scheibe hinweg. Ziemlich geradlinig ins Ohr gehend, absolut unkompliziert, ein wenig fröhlich, etwas rockig, jedoch nicht zu sehr und durchaus melodiös.

„All You Zombies“ klingt dagegen etwas anders. Sehr viel dunkler und rockiger und auch rhythmischer, mit einem etwa stärkeren Groove versehen. Zudem auch genau so schnell eingängig, wie die anderen Nummern auf dem Album. Nun, die restlichen Stücke sind, wie bereits angedeutet, eher mit den ersten beiden Nummern zu vergleichen. Fröhlicher und unkomplizierter Pop-Rock ist hier zu hören, der keinem etwas antut. Leider läuft das dann manches Mal allerdings auch einfach so durch, ohne irgendwelche Spuren zu hinterlassen, denn ganz so zünden können die Melodien nun doch nicht mehr. Als leichte Hintergrundmusik durchaus geeignet – und das ist jetzt noch nicht einmal böse oder abwertend gemeint.

Fazit: Ein „nettes” Album ist „Nervous Night” geworden. Durchaus auch eine Scheibe, die unterhalten kann. Wer eher auf anspruchsvolle Musik steht, der ist hier, mit dieser Scheibe, allerdings ganz schlecht bedient. Die Hooters wollen hier sanft und unkompliziert unterhalten, das gelingt ihnen auch mit der Platte. Dabei ist „All You Zombies“ auch noch ein toller Song. Was will man mehr? Neun Punkte.

Anspieltipps: And We Danced, Day By Day, All You Zombies



Samstag, 29. November 2014

Led Zeppelin – In Through The Out Door




Led Zeppelin – In Through The Out Door


Besetzung:

John Bonham – drums
John Paul Jones – bass guitar, mandolin, keyboards, synthesizer, piano
Jimmy Page – electric & acoustic guitars, gizmotron, production
Robert Plant – lead vocals


Label: Swan Song Records


Erscheinungsdatum: 1979


Stil: Rock


Trackliste:

1. In The Evening (6:51)
2. South Bound Saurez (4:14)
3. Fool In The Rain (6:13)
4. Hot Dog (3:17)
5. Carouselambra (10:34)
6. All My Love (5:56)
7. I'm Gonna Crawl (5:30)

Gesamtspieldauer: 42:36




„In Through The Out Door” ist das achte Studioalbum von Led Zeppelin und irgendwie auch das letzte offizielle. Denn „Coda“, die Platte die 1982 noch nachgeschoben wurde, war nur noch eine Pflichterfüllung nach dem Tode John Bonhams, der etwas über ein Jahr nach der Veröffentlichung von „In Through The Out Door” verstarb. Und diese Scheibe ist äußerst umstritten bei den Fans der Band. Meistens belegt diese gerade erwähnte Platte „Coda“ den letzten Platz, wenn es um das schlechteste Led Zeppelin Album geht. Oftmals findet sich dann allerdings auch „In Through The Out Door” auf dem vorletzten Platz.

Nun, was Led Zeppelin hier vielleicht ein wenig übertrieben haben ist die Tatsache, dass auf dieser Platte unglaublich viele verschiedene Musikgenres bedient werden. Rock, Pop, Rock’n’Roll, Country, Blues, Boogie Woogie und was weiß ich nicht noch alles. Ach ja, brasilianischer Samba ist auch dabei, wie man auf „Fool In The Rain“ hören kann. Das ist natürlich eine ganz heftige Mixtur, bei der auch noch zu bedenken ist, dass die Gitarren hier deutlich in den Hintergrund treten und die Platte dieses Mal durchaus vom Keyboard dominiert wird.

Trotzdem ist die Scheibe nicht so schlecht, wie viele sie sehen. Gleich die erste Nummer „In The Evening“ hat es bereits in sich. Ein wirklich guter Rock Song, der sofort ins Ohr geht. Kraftvoll und im Mid-Tempo angesiedelt, wäre die Nummer auch auf früheren Platten ein Höhepunkt gewesen. Weiteres Highlight ist sicherlich der Titel „All My Love”, den Robert Plant für seinen, mit fünf Jahren verstorbenen Sohn geschrieben hat. Bis auf diese doch etwas seltsame Keyboardfanfare in der Mitte des Liedes, eine wirklich gelungene Nummer. Ohrwurmcharakter inklusive.

Nun und der Rest? Da gibt es immer wieder Höhepunkte, wenn auch nicht durchgängig. Und klar, Boogie Woogie oder auch Samba-Töne, mag man von Led Zeppelin irgendwie nicht hören. Von daher ist diese Platte nicht durchgängig uneingeschränkt zu genießen. Allerdings stellt sich bei mehrmaligem Hören durchaus ein Gewöhnungseffekt ein, wie immer man diesen auch werten möchte.

Fazit: Ein paar Höhepunkte, ein paar seltsame Ausflüge und auch eine ganze Menge Mittelmaß kennzeichnen dieses letzte Studioalbum Led Zeppelins, bei dem noch alle vier Musiker unter den Lebenden weilten. Trotzdem bekommt man hier wahrlich keine schlechte Musik geboten, sondern zum Teil eben unbekannte Seiten von Led Zeppelin. Durchaus interessant. Neun Punkte.

Anspieltipps: In The Evening, All My Love