Mittwoch, 18. November 2015

BAP – Zwesche Salzjebäck un Bier




BAP – Zwesche Salzjebäck un Bier


Besetzung:

Wolfgang Niedecken – Gesang, Gitarre 
Klaus Heuser – Gitarre, Gesang
Steve Borg – Bass
Jan Dix – Schlagzeug
Manfred Boecker – Perkussion, Gesang 
Alexander Büchel – Keyboard


Label: EMI


Erscheinungsdatum: 1984


Stil: Kölsch-Rock


Trackliste:

1. Bahnhofskino (6:48)
2. Drei Wünsch frei (5:25)
3. Diss Naach ess alles drinn (5:32)
4. Sendeschluss (5:48)
5. Alexandra, nit nur do (5:50)
6. Jojo (4:43)
7. Zofall un e janz klei' bessje Glöck (3:48)
8. Deshalv spill' mer he (5:08)
9. Schloof Jung, schloof joot (3:12)

Gesamtspieldauer: 46:27




„Zwesche Salzjebäck un Bier“ heißt das fünfte Studioalbum der Kölner Band BAP. 1984 wurde es veröffentlicht und hier stimmt noch alles. Für die Musik zeichnet sich zum größten Teil Klaus Heuser verantwortlich, die Texte stammen aus der Feder des Wolfgang Niedecken. Und diese Kombination lohnt sich, selbst wenn man des kölschen Dialekts nicht mächtig ist, die Texte kann man mitlesen, in die Musik vollständig eintauchen.

Was dieses Album jedoch hauptsächlich zu etwas Besonderem macht, das sind die Melodien, das ist die Musik selbst. Diese trifft die Hörerin beziehungsweise den Hörer einfach. Jede Menge sehr überzeugende Harmonien, Instrumentierungen, Melodien gibt es hier zu genießen, die sich fest im Musikzentrum verankern, zu Ohrwürmern werden, die auch Jahre überstehen. Höhepunkte sind dabei das so abwechslungsreiche „Bahnhofskino“, eines der besten Stücke, die BAP jemals veröffentlicht haben. Auch klasse das mitreißende „Drei Wünsch frei“, welches auch als Single veröffentlicht wurde. Ein weiterer Beweis dafür, dass begeisternde Rock Musik durchaus auch aus Deutschland stammen kann.

Ein anderes Highlight, wenn nicht sogar der beste Titel der Platte, heißt „Sendeschluss“. Hier transportieren die Kölner ganz fein und zart das Gefühl der Traurigkeit und Verzweiflung, auch gut ohne Kölsch-Kenntnisse zu verstehen und grandios instrumentiert. Zwar ist die Musik hier oftmals orchestral gehalten, allerdings am zarten Gitarrenspiel, da spürt man den Einfluss des Klaus Heuser, nach dessen Weggang, Ende der 90er Jahre, BAP nur noch eine „normale“ Band war.

Ausfälle gibt es keine auf dieser Scheibe. Klar zündet der eine Titel etwas besser als der andere, aber das läuft alles unter der Überschrift „Geschmackssache“ ab. Alle Lieder besitzen Potential und hier muss man keineswegs den Plattenarm weiterbewegen beziehungsweis die Skip-Taste betätigen.

Fazit: Neun überzeugende Lieder haben es auf „Zwesche Salzjebäck un Bier“ geschafft, wobei der Titel des Albums einer Zeile des Liedes „Sendeschluss“ entnommen ist. Ein ganz klein wenig besser gelungen sind dabei die Lieder auf der ehemaligen ersten Plattenseite, allerdings ist dies auch ein Jammern auf hohem Niveau. Auf „Zwesche Salzjebäck un Bier“ gibt es die nachdenklichen Titel wie die mitreißenden Rock Nummern. Ein Album welches von vorne bis hinten Spaß macht. Man ist dabei auch wieder einmal überrascht, wie klasse Kölsch zu dieser Art der Musik passt. So denkt man, dass deutsche Bands sich allgemein viel öfters trauen sollten in Deutsch oder eben ihrem Dialekt ihre Musik zu präsentieren – BAP wurden auch deutschlandweit erfolgreich. Die Sprache scheint also keineswegs ein Hinderungsgrund zu sein. Elf Punkte.

Anspieltipps: Bahnhofskino, Drei Wünsch frei, Sendeschluss



Dienstag, 17. November 2015

Anne Clark – Joined Up Writing / The Sitting Room





Anne Clark – Joined Up Writing / The Sitting Room


Besetzung:

Anne Clark – words, keyboards, electronic percussion


Gastmusiker:

Domonic Appleton – keyboards
Andrea Laschetti – keyboards, electronic percussion
Gary Mundy – guitar, effects, second voice
Patrik Fitzgerald – keyboards


Label: Virgin Records


Erscheinungsdatum: 1984 / 1982


Stil: Electronic, New Wave, Avantgarde


Trackliste:

(Joined Up Writing)

1. Nothing At All (2:30)
2. Weltschmerz (3:36)
3. Killing Time (4:47)
4. True Love Tales (5:05)
5. Self Destruct (4:57)
6. Our Darkness (5:24)

(The Sitting Room)

7. The Sitting Room (2:26)
8. Swimming (1:39)
9. An Ordinary Life (2:35)
10. Shades (2:05)
11. Short Story (1:57)
12. The Power Game (0:49)
13. All We Have To Be Thankful For (4:16)

Gesamtspieldauer: 26:21 + 15:51: 42:12




Gleich zwei Platten bekommt man hier auf einer CD geliefert. Das Album „The Sitting Room“, die erste Veröffentlichung der Britin Anne Clark aus dem Jahr 1982. Dazu gibt es dann noch die EP „Joined Up Writing“, erschienen zwei Jahre später, also 1984. Seltsam ist dabei, dass diese beiden Veröffentlichungen zusammen noch nicht einmal eine dreiviertel Stunde Laufzeit haben. Hörerinnen und Hörer scheinen damals sehr genügsam gewesen zu sein. Egal, in dieser Kombination passt es dann auch bezüglich der Länge des Albums. Und nicht nur das, auch die Musik kann an vielen Stellen punkten.

Damals, Anfang der 80er Jahre, war das durchaus sehr experimentelle Musik, die die gebürtige Croydonerin auf Platte pressen ließ. Oftmals transportieren die Lieder lediglich Atmosphären. Da hört man einen Synthesizer im Hintergrund, elektronische Beats und dazu spricht Anne Clark ihre Worte in reinstem Englisch. Andererseits gibt es auch solche Titel wie „Our Darkness“ zu hören, eine absolut pulsierende Nummer, entstanden zu einer Zeit, in der noch niemand von Techno sprach. Wahrlich sehr überzeugend. Und dann, das genaue Gegenteil. Schwer, mystisch und düster klingt „The Sitting Room“, geht ins Ohr und man denkt ganz zwangsläufig an 1000 Tage Regen, an Tod, an Vergänglichkeit. Hier ist Anne Clark nun sehr intensiv.

Ansonsten hört man auf diesen beiden Platten die bereits erwähnten, mehr atmosphärischen Stücke, sowie einige Nummern, die dann schon ein klein wenig in die Richtung New Wave gehen. Ein Beispiel hierfür ist gleich der Opener „Nothing At All“. Auch dieses Lied geht ins Ohr, jedoch wiederum auf eine ganz andere Art und Weise. Zwar immer noch etwas schwermütig, jedoch ist hier bereits deutlich der Silberstreif am Horizont auszumachen.

Fazit: Menschen, die auf gitarrenorientierte Musik stehen, werden mit Anne Clark wohl wahnsinnig werden. Eine große Bandbreite bekommt man auf „The Sitting Room“ und „Joined Up Writing“ geboten – jedoch keine Gitarren. Hier gibt es sehr atmosphärische Musik zu hören, die durchaus auch experimentell ist. Dann Lieder, auf denen es sich bestens Abtanzen lässt und andererseits auch sehr traurige Stücke, Lieder die für die ruhigen Momente des Lebens gedacht sind. Interessant ist das alles durchaus, weltbewegend jedoch auch nicht. Acht Punkte.

Anspieltipps: Our Darkness, The Sitting Room



Montag, 16. November 2015

Candlebox – Candlebox




Candlebox – Candlebox


Besetzung:

Kevin Martin – lead vocals
Peter Klett – guitars
Bardi Martin – bass guitar
Scott Mercado – drums


Gastmusiker:

Scott Heard – backing vocals
Randy Gane – hammond organ
Laurie Lewis – backing vocals


Label: Warner Brother Records (Maverick)


Erscheinungsdatum: 1993


Stil: Alternative Rock, Hard Rock, Grunge, Blues


Trackliste:

1. Don't You (3:12)
2. Change (6:24)
3. You (4:56)
4. No Sense (4:49)
5. Far Behind (4:59)
6. Blossom (4:30)
7. Arrow (3:13)
8. Rain (6:58)
9. Mothers Dream (4:31)
10. Cover Me (4:46)
11. He Calls Home (5:03)

Gesamtspieldauer: 53:26




„Candlebox“ ist das selbstbetitelte Album der US-Amerikanischen Band aus Seattle, Washington, welches ursprünglich im Juli 1993 auf dem Label Maverick Recordings veröffentlicht wurde. Wirklich alles, was Anfang bis Mitte der 90er Jahre von einer Band aus dem Nordwesten der USA veröffentlicht wurde und etwas härter klang, wurde damals unter der Überschrift „Grunge“ verkauft. So natürlich auch Candlebox, zumal diese Band auch noch aus Seattle stammt, dem Ursprung dieser musikalischen Richtung. Die Musik von Candlebox kann jedoch auch gut und getrost mit Alternativ Rock mit einem Hang zum Hard Rock sowie einigen Blues-Einflüssen umschrieben werden.

Candlebox gibt es heute noch. Im Jahr 2012 wurde das bisher letzte und fünfte Album veröffentlicht, das hier vorliegende war die erste Platte der Band. Gleichzeitig war diese Scheibe auch die mit Abstand erfolgreichste der vier Musiker, danach wurde es immer ruhiger um die US-Amerikaner, die musikalisch gesehen zu Beginn ihrer Karriere noch auf einer Welle mitschwammen, die alles aus dem Nordwesten der USA kommende in großem Maße hypte.

Dieser hier zu hörende Hard Rock klingt auch manchmal wirklich gut, dann jedoch auch leider wieder, an anderer Stelle, gar nicht mehr so überzeugend. Irgendwie schaffen es die Lieder nicht ganz und restlos zu begeistern. Immer wieder gibt es Passagen, die eben lediglich so mitlaufen und da kann man die Scheibe so oft hören wie man will, irgendwie besser wird es dadurch auch nicht. Das wiederum soll jedoch nicht bedeuten, dass die Musik von Candlebox auf „Candlebox“ völlig missraten ist. Nein, das ist sie nicht, jedoch ist sie auch nichts Besonders. Es fehlen einfach jene Lieder, die eine Platte zu einer guten machen. Viele dieser Lieder heben ein Album dann noch auf ganz andere Podeste. All das findet sich hier irgendwie nur angedeutet. Handwerklich gut gemacht, manchmal auch gelungen klingend, jedoch immer wieder in Vergessenheit geratend. Das sagt irgendwie schon viel über ein Album aus.

Fazit: Wer auf härtere Musik steht, der oder dem dürfte das Debut-Album von Candlebox durchaus gefallen. Wer hier jedoch Grunge erwartet, die oder der dürfte enttäuscht werden. Die Musik auf „Candlebox“ ist hart, jedoch zu keiner Zeit übertrieben, Balladen gibt es zudem auch. Manche Stücke zünden durchaus, jedoch nicht alle. Ein eher durchschnittliches Hard Rock Album. Acht Punkte.

Anspieltipps: Change, Arrow, Cover Me



Sonntag, 15. November 2015

Coppelius – Extrablatt




Coppelius – Extrablatt


Besetzung:

Max Coppella – Klarinette, Gesang
Comte Caspar – Klarinette, Gesang
Nobusama – Schlagzeug, manchmal Gesang
Graf Lindorf – Cello, Gesang
Sissy Voss – Kontrabass
Bstille – Diener, Gesang, Schlagzeug, Erfrischungen, Korrespondenz, Erledigungen des täglichen Lebens


Label: F.A.M.E. Recordings


Erscheinungsdatum: 2013


Stil: Kammer Metal


Trackliste:

1. Spieldose (4:13)
2. Welt im Wahn (3:50)
3. Reichtum (3:17)
4. Bitten Danken Petitieren (3:27)
5. Locked Out (4:13)
6. Butterblume (2:07)
7. Keine Kamera (3:06)
8. I'd Change Everything (3:04)
9. Glanz und Eleganz (3:37)
10. Glaubtet Ihr? (5:33)
11. Mitten ins Herz (3:23)
12. Running Free (3:19)
13. Geschwind (4:05)


Bonus Titel der CD-Ausgabe:

14. Maria (2:41)

Gesamtspieldauer: 50:00




Extrablatt heißt das vierte Studioalbum der Berliner Band Coppelius. „Eigentlich“ muss man aber eigentlich sagen, denn bei den Berlinern läuft diese Scheibe unter der Nummer 5, was wohl daran liegt, dass die ersten drei EP’s der Band, im Jahr 2005, als „Frühe Werke“ veröffentlicht wurden und somit diese Platte für die Band als Ausgangspunkt ihrer Album-Veröffentlichungen gilt. Allerdings vollkommen egal, ob Nummer 4 oder Nummer 5, was zählt ist das Ergebnis und das ist mit „Extrablatt“ überaus gelungen.

Es ist durchaus faszinierend, wie man mit dieser Besetzung – mit dieser Instrumentierung – solch kraftvolle Musik hervorzaubern kann. Das klingt nicht selten richtiggehend mitreißend und begeisternd. Das wiederum bedeutet jedoch keinesfalls, dass die ruhigeren Titel weniger überzeugend ausgefallen wären. Auch hier wissen die sechs Musiker zu überzeugen. Und dies schaffen Coppelius, weil sie das Gespür für die Harmonie, für die eingängige Melodie haben. Sie kreieren auf „Extrablatt“ jede Menge Musik, die ins Ohr geht. Dabei ist es völlig egal, ob das Tempo angezogen oder aber schleifen gelassen wird. Es klingt eben – überraschenderweise bereits beim ersten Durchhören des Albums, welches dann jedoch mit den weiteren Durchgängen noch zu wachsen weiß.

Das Besondere an Coppelius ist allerdings die bereits erwähnte Instrumentierung. Celli, Klarinetten, Kontrabass und Schlagzeug tragen diese Musik, die manches Mal nach Metal klingt, dann wieder den ganz, ganz sanften Auftritt wählt und ein anderes Mal allerdings auch den Touch mittelalterlicher Musik in sich trägt. Eine große Vielfalt erwartet also die Hörerin beziehungsweise den Hörer. Dazu gesellen sich noch verschiedene Sänger, die die Musik von Coppelius nochmals etwas mehr abwechslungsreich gestalten und erscheinen lassen.

Fazit: Menschen, die nur diese Radio-Sender mit den Dauerschleifen hören, verpassen so viel, weil sie niemals über den Tellerrand hinaussehen. Es gibt auch etwas abseits dieses Mainstreams so viel interessante Musik, so viel „andere“ Musik. Da wird dann natürlich auch viel dabei sein, welches den eigenen Musikgeschmack nicht trifft, jedoch auch jede Menge, was durchaus zu begeistern versteht. Letzteres trifft für Coppelius auf all jene Musikhörer zu, die gerne etwas härtere Musik hören, jedoch auf aufgeschlossen den etwas anderen „Tönen“ sind. Hier kann man jetzt eine völlig andere Ausprägung des Begriffs „Metal“ genießen. Lohnt sich. Elf Punkte.

Anspieltipps: Spieldose, Locked Out, Butterblume, Geschwind



Samstag, 14. November 2015

CocoRosie – Heartache City




CocoRosie – Heartache City


Besetzung:

Bianca Casady – vocals, ohne weitere Instrumentenangabe
Sierra Casady – vocals, ohne weitere Instrumentenangabe


Gastmusiker:

Takenya Nakamura – trumpet, keys
Tez – beatbox
Tarahn Ghazi – singing bowls


Label: Eigenveröffentlichung


Erscheinungsdatum: 2015


Stil: Post Rock, Art Pop, Freak Pop


Trackliste:

1. Forget Me Not (5:29)
2. Un Beso (4:18)
3. Lost Girls (5:20)
4. Heartache City (3:14)
5. The Tower Of Pisa (3:19)
6. Bed Bugs (3:46)
7. Tim And Tina (4:14)
8. Big And Black (5:54)
9. Lucky Clover (5:23)
10. No One Knows (3:29)

Gesamtspieldauer: 44:30




Seltsam klingt sie die Musik von CocoRosie, wieder mal sehr seltsam. Diese so zerbrechlich klingenden Stimmen der zwei Schwestern Casady, dazu eine irgendwie geartete minimalistische Musik, das hat schon irgendwie etwas ganz Besonderes. Bianca und Sierra spielten das Album fast ganz allein in ihrem Tonstudio im Süden Frankreichs ein. Ein Umstand, der nicht weiter verwundert, denn wer könnte außer den beiden Musikerinnen zu dieser Musik noch Input einbringen? Wohl kaum jemand, denn zu anders klingt das alles. Ein seltsames, trauriges Flair prägt das sechste Album der zwei US-Amerikanerinnen, welches sie unter dem Titel „Heartache City“ im Jahr 2015, ohne Plattenfirma, im Selbstvertrieb veröffentlichten.

„Heartache City“ klingt wieder mehr wie die ersten Veröffentlichungen von CocoRosie. Es hört sich nicht mehr so poppig an, ist deutlich weniger Synthesizer-dominiert. Manches Mal etwas roh, blank, minimalistisch eben. Die Melodien und Harmonien eröffnen sich einem auch nicht gleich beim ersten Hören der Scheibe. Da bedarf es schon einiger Durchläufe der Platte, die dann allerdings immer mehr an Charme und Eingängigkeit gewinnt. Vor allem in der Mitte des Albums verstecken sich einige wahre Perlen, die es zu entdecken lohnt. Mit Freak Folk wird diese Musik auch manchmal umschrieben, eine Umschreibung, die bereits eine ganze Menge darüber aussagt, auf was man sich bei der Musik der beiden Schwestern einzustellen hat – nämlich auf etwas ganz Anderes, durchaus irgendwie Besonderes.

CocoRosie klingen einmal mehr schräg, verdreht, seltsam, manchmal auch irgendwie verwirrt und so gar nicht von dieser Welt stammend. Da laufen vor dem geistigen Auge mystische und verwunschene Szenen ab, in denen Elfen eine große Rolle zu spielen scheinen. Auch könnte man sich vorstellen, dass J.R.R. Tolkien gerne seine Elben so gehört hätte. Das alles deutet schon darauf hin, dass man sich für dieses Werk wahrlich Zeit nehmen muss. Definitiv keine Musik für das „Nebenbeihören“. Und sicherlich wird es auch genug Hörerinnen und Hörer geben, die bereits nach den ersten Takten entnervt zur Fernbedienung greifen, um zwei, drei Mal die Skip-Taste zu betätigen, um „Heartache City“ schließlich dann doch ganz zum Schweigen zu bringen. Nachvollziehbar, jedoch „zu früh aufgegeben“ möchte man diesen Menschen dann zurufen. Allerdings ist es wirklich so, dass man mit dieser Art der Musik immer nur wenige Hörerinnen und Hörer erreichen wird, dazu sind CocoRosie einfach zu anders.

Fazit: Ja, CocoRosie klingen echt seltsam. Auf „Heartache City“ hört man sowas von unkommerzieller Musik, dass man den Mut der beiden Schwestern gar nicht hoch genug einschätzen und würdigen kann. Allerdings finden sich für diese Art der Musik auch Menschen, denen so etwas gefällt, die hier gerne Zuhören. Was CocoRosie allerdings wieder mal nicht können, das ist ein interessantes Album Cover zu gestalten – obwohl, dieses schrullige Bild passt dann doch irgendwie in das Gesamtkonzept. Ich finde CocoRosie klingen auf „Heartache City“ wie ein Märchen, in dem ganz seltsame Gestalten viele Abenteuer erleben, die allerdings nicht immer gut auszugehen scheinen. Gute Unterhaltung. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Lost Girls, Heartache City, The Tower Of Pisa, Bed Bugs



Freitag, 13. November 2015

David Bowie – The Platinum Collection




David Bowie – The Platinum Collection


Besetzung:

Ohne Angaben, da wohl Hunderte


Label: EMI


Erscheinungsdatum: 2005


Stil: Pop


Trackliste:

CD1 (1969-1974):

1. The Jean Genie (4:08)
2. Space Oddity (5:15)
3. Starman (4:18)
4. Ziggy Stardust (3:16)
5. John, I'm Only Dancing" (Sax version) [Non-Album Single, released in 1973] (2:42)
6. Rebel Rebel (4:30)
7. Let's Spend The Night Together (3:07)
8. Suffragette City (3:27)
9. Oh! You Pretty Things (3:14)
10. Velvet Goldmine [B-side of the 1975 Single Reissue of "Space Oddity] (3:11)
11. Drive-In Saturday (4:29)
12. Diamond Dogs (6:05)
13. Changes (3:34)
14. Sorrow (2:55)
15. The Prettiest Star (Marc Bolan Stereo Version) (3:14)
16. Life On Mars? (3:52)
17. Aladdin Sane (5:10)
18. The Man Who Sold The World (3:56)
19. Rock 'n' Roll Suicide (3:00)
20. All The Young Dudes (Studio Version) [Für Mott The Hoople geschrieben, 1972] (4:11)


CD2 (1974-1979):

1. Sound And Vision (3:02)
2. Golden Years (Single Version) (3:28)
3. Fame (4:13)
4. Young Americans (U.S. Single Version) (3:12)
5. John, I'm Only Dancing (Again) [Non-Album Single, 1979; 1974 re-recorded version of "John, I'm Only Dancing" from 1972/1973] (6:59)
6. Can You Hear Me? (5:05)
7. Wild Is The Wind (5:59)
8. Knock On Wood (Live) (2:58)
9. TVC 15 (Single version) (3:52)
10. 1984 (3:25)
11. It's Hard To Be A Saint In The City [recorded in 1975 for "Station To Station"] (3:46)
12. Look Back In Anger (3:06)
13. The Secret Life Of Arabia (3:45)
14. DJ (4:02)
15. Beauty And The Beast (3:34)
16. Breaking Glass (1:51)
17. Boys Keep Swinging (3:18)
18. Heroes (Single version) (3:33)


CD3 (1980-1987):

1. Let's Dance (Single Version) (4:07)
2. Ashes To Ashes (Single Version) (3:36)
3. Under Pressure (with Queen) [Non-Album Single, 1981; Veröffentlicht auf dem Queen-Album "Hot Space"] (4:05)
4. Fashion (Single version) (3:26)
5. Modern Love (Single version) (3:58)
6. China Girl (Single version) (4:17)
7. Scary Monsters (And Super Creeps) (Single Version) (3:32)
8. Up The Hill Backwards (3:15)
9. Alabama Song (Non-Album Single) (3:52)
10. The Drowned Girl (2:26)
11. Cat People (Putting Out Fire) (Single Version) (4:12)
12. This Is Not America (With The Pat Metheny Group) (3:51)
13. Loving The Alien (7:08)
14. Absolute Beginners (Single Version) (5:37)
15. When The Wind Blows (3:34)
16. Blue Jean (3:11)
17. Day-In Day-Out (Single Version) (4:11)
18. Time Will Crawl (4:18)
19. Underground (Single Version) (4:26)

Gesamtspieldauer CD1 (1:17:45), CD2 (1:09:32) und CD3 (1:17:13): 3:44:30




„The Platinum Collection” ist eine Zusammenstellung dreier „Best Of…-Alben“ des David Bowie. Die erste davon wurde unter dem Titel „The Best Of David Bowie 1969/1974” im Jahr 1997 veröffentlicht. CD Nummer 2 erschien 1998 unter dem Titel „The Best Of David Bowie 1974/1979“. Dann wurde dieses hier vorliegende Dreieralbum „Platinum Collection“ im Jahr 2005 veröffentlicht. Schließlich, im Nachgang erst, wurde auch noch die dritte Scheibe unabhängig von dieser Zusammenstellung hier, im Jahr 2007, unter dem Titel „The Best Of David Bowie 1980/1987” auf den Markt geworfen. Anscheinend kann man mit allem Geld machen.

Jede Menge Alben sind auf diesem Kompilationsalbum also vertreten, über die entsprechende Musik muss ich dabei auch nur noch wenige Worte verlieren. Diese ist immer dann toll und sehr überzeugend, wenn es sich um die früheren Werke des David Bowie handelt. Wird dann auf den CDs zwei und drei etwas schwieriger, weil sich hier nun zwar ebenfalls sehr gelungene Nummern jedoch mit solchen treffen, die nur noch nach Kommerz und manchmal leider auch billigem Pop klingen. Nun, aber genau dies brachte David Bowie noch größeren Erfolg ein. Sei’s drum, wie immer alles Geschmackssache.

Sich darüber auszulassen, dass dieses oder jenes Lied auf diesen „Best Of…“-Scheiben nicht vertreten ist bringt auch nichts, denn auch dies liegt natürlich ganz am Geschmack der Konsumentin beziehungsweise des Konsumenten, wie sehr hier die einzelnen Vorlieben getroffen werden. Was allerdings zu bemängeln ist, ist der Umstand, dass hier zwar ab und an zumindest alternative Versionen dazu gepackt wurden oder sonst auf keinem regulären Album vertretene Lieder. Jedoch geschah dies lediglich in sehr zurückgehaltenem Maße, sodass sich diese Zusammenstellung für Menschen, die die Alben des David Bowie sowieso schon besitzen, überhaupt nicht lohnt.

Fazit: Um eine Übersicht über das Wirken von David Bowie in diesem Zeitraum, von 1969 bis 1987 zu erhalten, da lohnt sich diese Scheibe beziehungsweise diese drei CDs. Allerdings ist sie sinnlos für Menschen, die die regulären Platten des David Bowie käuflich erworben haben, denn etwas Neues gibt es nicht, nur vielleicht mal eine alternative Version, dieses oder jenes Liedes. Von daher für manche Hörer sinnvoll, für andere gewiss überflüssig. Nun, die Musik wurde auf diesen Seiten schon besprochen, die reicht auf dieser Zusammenstellung von „genial“ bis hin zu „Oh, muss das jetzt wirklich sein?“. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Fast alles auf CD1



Donnerstag, 12. November 2015

Clockhammer – Clockhammer




Clockhammer – Clockhammer


Besetzung:

Byron Bailey – guitars, vocals
Ken Coomer – drums
Matt Swamson – bass


Label: First Warning Records


Erscheinungsdatum: 1991


Stil: Alternative Metal


Trackliste:

1. Mother Truth (3:39)
2. Trial By Fire (3:41)
3. Boys in Blue (5:30)
4. Bridges Burn (6:06)
5. Extra Crispy (4:35)
6. Lament (4:16)
7. Wither (4:16)
8. No Show (5:19)
9. Calypso (2:58)
10. Sun Goes Black (5:38)
11. Girl From Ipanema (2:51)

Gesamtspieldauer: 48:54




Clockhammer war eine Alternative Metal Band aus Nashville, Tennessee, die in den Jahren 1991 bis 1994 insgesamt drei Studioalben veröffentlichte. Die hier vorliegende Platte ist dabei ihr Debutalbum aus dem Jahr 1991, trägt schlicht den Bandnamen Clockhammer und wurde auf dem Label First Warning Records veröffentlicht.

Etwas „seltsame“ Musik ist das schon, welche die drei US-Amerikaner, die anscheinend auch alle gleichberechtigt am Prozess des Komponierens teilnahmen, hier auf Platte pressten. Meistens ist das Ganze nicht sehr eingängig und wenn man beim Abspielen nicht die Titelnummer im Blick hat, verliert man vollends den Überblick. Dies liegt daran, dass die Band – auch in kurzen Liedern – manchmal völlig die Richtung wechselt. Das bedeutet nichts anderes, als dass Stimmung und die Musik, zu Beginn eines Liedes eine andere, als am Ende sein können. Schon sehr überraschend und eigenwillig.

Natürlich sollte man die etwas härtere Musik mögen, wenn man mit Clockhammer etwas anzufangen gedenkt. Die drei Musiker rocken was das Zeug hält, sind dabei auch in keinster Weise zimperlich. Des Weiteren scheinen auch manchmal Melodien für die Mitglieder von Clockhammer lediglich unnötigen Ballast darzustellen, denn eingängig klingt das alles wahrlich nicht immer – eigentlich sogar nur sehr selten. Dazu gesellt sich noch der Gesang des Byron Bailey, welcher die Spannbreite zwischen Melancholie und Wahnsinn abzudecken scheint.

Ganz einfach ist sie also wirklich nicht, die Musik von Clockhammer. Diese klingt mal hart, dann mal sanft und verschroben und schließlich manches Mal sogar ein wenig jazzig. Nichts an der Musik ist irgendwie vorhersehbar, alles ist überraschend, jedoch nicht nur positiv überraschend. Denn ab und an klingt das Ganze etwas zu eigenwillig und eröffnet sich der Hörerin beziehungsweise dem Hörer auch noch nicht nach sehr vielen Durchläufen der Scheibe. Richtig gelungen sind allerdings die Titel „Extra Crispy“, eine Instrumentalnummer, sowie „Lament“, ein Lied, welches nun auch ins Ohr geht und teilweise Erinnerungen an King Crimson hervorruft. Auch hier gibt es verschiedene Parts zu hören, die miteinander verschachtelt wurden. Dies klingt in diesem Fall dann sehr überzeugend.

Fazit: Ganz einfach ist diese Scheibe „Clockhammer“ von Clockhammer nicht. Manch ein Titel darauf schafft es auch niemals zu zünden, zu überzeugen. Eigenwillig ist das auf jeden Fall, was die drei US-Amerikaner hier auf Platte pressen ließen. Erfolgreich war es dabei auch nicht sonderlich, sodass sich die Band sich kurze Zeit nach Veröffentlichung der zweiten Platte mit dem Namen „Klinefelter“ wieder auflöste. Kurze Zeit später kam es dann nochmals zu einer Reunion mit etwas anderer Besetzung, in der erneut ein Album veröffentlicht wurde, um sich dann jedoch schließlich endgültig aufzulösen. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Extra Crispy, Lament



Mittwoch, 11. November 2015

Rome – Nera




Rome – Nera


Besetzung:

Ohne Angaben, jedoch mit Jerome Reuter


Label: Cold Meat Industry


Erscheinungsdatum: 2006


Stil: Experimental Folk, Neofolk


Trackliste:

1. Der Zeitsturm (1:46)
2. A Burden Of Flowers (3:04)
3. Reversion (4:41)
4. A La Faveur De La Nuit (4:58)
5. Das Unbedingte (4:17)
6. Rape Blossoms (1:50)
7. Beasts Of Prey (3:54)
8. The Blade Unmasked (2:48)
9. Hope Dies Painless (6:08)
10. Nera (2:04)
11. Birds Of Prey (4:35)
12. Les Hirondelles (4:27)

Gesamtspieldauer: 44:36




„Nera” heißt die erste Platte der luxemburgischen Band um den Sänger, Songschreiber und Gitarristen Jerome Reuter. Das Album wurde im Jahr 2006 auf dem schwedischen Independent Label „Cold Meat Industry“ veröffentlicht und ist gekennzeichnet durch eine überaus marode Stimmung, welche über das ganze Album hinweg, von der ersten bis zur letzten Nummer transportiert wird.

Nein, lustig oder fröhlich klingt nichts auf diesem Erstlingswerk von Rome. Eher genau das Gegenteil ist der Fall, alles wirkt trüb, traurig, grau, düster, enttäuscht, trist und auch verzweifelt. Stimmung kann hier nur im negativen Sinn aufkommen, wenn man sich ganz seiner Traurigkeit, seiner Verzweiflung widmet oder gedenkt sich dieser ganz hingeben zu müssen. Selbst das Wort „Melancholie“ ist hier nicht mehr angebracht. Melancholisch klingt es nicht auf „Nera“, sehr viel eher hört es sich nach Untergang, nach Vergängnis oder auch nach Tod an.

Die einzelnen Lieder tragen englische, deutsche oder französische Namen, gesungen wird allerdings nur in englischer Sprache. Jedoch gibt es jede Menge „Hintergrundgeräusche“, die dann, wenn es sich um gesprochenes Wort handelt, auch in anderen Sprachen dargebracht werden. Die Atmosphäre auf „Nera“ ist also eindeutig dunkel und darin sehr konsequent, die Texte variieren sprachlich zumindest an mancher Stelle. Musikalisch herrschen fast ausschließlich sanfte und ruhige Töne und Melodien vor. Allerdings packen einen diese Melodien noch nicht ganz so, wie auf späteren Alben des Jerome Reuter und seiner Band Rome. Zwar gehen die einzelnen Nummern auch hier – zumindest zum Teil, wie beim wirklich überzeugenden „Beasts Of Prey“ – schnell ins Ohr, begeistern jedoch mitunter noch nicht ganz so, wie dies später der Fall sein wird. Zudem bleiben die Lieder auch noch nicht so sehr hängen. Es ist auf „Nera“ ganz klar die Stimmung, die im Vordergrund steht, noch nicht in dem Maße die Harmonie in der Musik.

Fazit: Ein irgendwie schwarzes und schweres Album ist das Debut-Werk von Rome geworden. Durchaus melodisch, jedoch auch nicht zu eingängig. Diese düstere Atmosphäre will und muss „erarbeitet“ werden. Ich könnte mir vorstellen, dass solche Musik für Menschen, die an einer Depression leiden, gefährlich werden könnte. Ich kenne kaum düstere und verzweifelter klingende Alben. „Nera“ ist spannend, zweifelsohne, jedoch garantiert nichts für Menschen, die auf „Radiomusik“ und Dauerschleifen stehen. Neun Punkte.

Anspieltipps: Reversion, Das Unbedingte, Beasts Of Prey, Hope Dies Painless



Dienstag, 10. November 2015

Oysterband – Granite Years (Best Of 1986 To 1997)




Oysterband – Granite Years (Best Of 1986 To 1997)


Besetzung:

John Jones – lead vocal, melodeon, accordion, piano
Alan Prosser – guitars, mandolin, banjo, violin, vocal
Chopper – bass, cello, vocal
Lee – drums, vocal
Ian Telfer – violin, concertina


Gastmusiker:

Keine Angaben


Label: Cooking Vinyl


Erscheinungsdatum: 2000


Stil: Britischer Folk Rock


Trackliste:

CD1:

1. When I'm Up I Can't Get Down (3:29)
2. Road To Santiago (3:30)
3. Nantive Son (4:40)
4. By Northern Light (3:48)
5. We Could Leave Right Now (5:35)
6. Rambling Irishman (5:04)
7. Be My Luck (2:45)
8. Shouting End Of Life (3:26)
9. We'll Be There (3:21)
10. Mississippi Summer (3:18)
11. Deserter (5:11)
12. Love Vigilantes (4:06)
13. We Shall Come Home (4:18)
14. Hal An Tow (4:26)
15. Molly Bond (4:31)


CD2:

1. Granite Years (4:19)
2. Everywhere I Go (3:49)
3. One Green Hill (3:14)
4. Another Quiet Night In England (3:22)
5. Put Out The Lights (3:34)
6. Voices (4:44)
7. Here's To You (3:15)
8. Blood Wedding (4:04)
9. Milford Haven (3:43)
10. Jam Tomorrow (4:08)
11. Sailor's Bonnet (2:20)
12. 20th Of April (3:38)
13. All That Way For This (4:21)
14. Oxford Girl (4:08)
15. Coal Not Die / The Bells Of Rhymney (7:12)

Gesamtspieldauer CD1 (1:01:36) und CD2 (59:58): 2:01:34




Wer Spaß an typisch britischem Folk hat, so mit Fiddeln und Akkordeon und allem Drum und Dran, manchmal auch irisch klingend, die oder der dürfte an diesem Kompilationsalbum der englischen Formation Oysterband sehr viel Spaß haben. Die Band aus Canterbury, die unter den Namen Fiddler's Dram, Oyster Ceilidh Band, Oyster Band und eben Oysterband seit 1978 bereits 23 Studioalben veröffentlichte, ist hier, auf „Granite Years“, mit Liedern aus den Jahren 1986 bis 1997 vertreten.

Manchmal klingt die Musik der Oysterband sehr, sehr britisch. Dann allerdings glaubt man eher wieder irgendwelche Westernhelden à la John Wayne im Wilden Westen mit einer eng geschnürten Schönheit das Tanzbein schwingen zu sehen. Im Grunde genommen jedoch ganz egal. Immer klingt es nach englischsprachiger Folklore und den einzelnen Liedern kann eine gewisse Eingängigkeit keinesfalls abgesprochen werden. Das klingt durchaus alles sehr melodiös und oftmals auch mitreißend, sodass Menschen, die solche Musik mögen und dazu noch gerne tanzen, hiermit wohl ihren Himmel auf Erden finden dürften. Keine Westernparty also ohne die Oysterband.

Der Schwerpunkt liegt ganz klar auf den etwas schnelleren Titeln, obwohl jedoch auch ruhigere Nummern mit auf diesem Kompilationsalbum vertreten sind. Bei letzteren fühlt man dann schon manchmal diese britische Melancholie, die vielleicht durch das Wetter begründet zu sein scheint – oder doch eher durch diese Leere im Norden der Insel? Ganz egal, durchaus gelungen ist das auf jeden Fall. Wenn es allerdings zu lustig, zu fröhlich wird, dann schrammt das Ganze manches Mal etwas knapp am aufgesetzten Kitsch vorbei, an überbunter Folklore, die Eingeborene darbieten, wenn die Touristenmassen mal wieder einfallen.

Fazit: Das klingt wahrlich nicht schlecht, was die Oysterband hier in diesem zwölfjährigen Zeitraum von 1986 bis 1997 auf Platte presste. Was wirklich dabei überzeugt, das ist, neben all dieser Melodiösität und Eingängigkeit, die Spannbreite, die die Musiker hier ihren Hörern bieten – auch wenn nicht immer alles gleich gut gefallen kann. Manchmal klingt es ein wenig zu sehr aufgesetzt, irgendwie gar nicht mehr authentisch. Dann wird es schwierig. Aber bei dreißig Titeln ist auch genug dabei, was gefällt. Lieder, die mal nachdenklich klingen, mal mitreißend, mal sanft, mal rockig – und eben auch überzeugend. Zehn Punkte.

Anspieltipps: We Could Leave Right Now, 20th Of April, Coal Not Die / The Bells Of Rhymney



Montag, 9. November 2015

Counting Crows – Hard Candy




Counting Crows – Hard Candy


Besetzung:

Dave Bryson – acoustic guitar, electric guitar
Adam Duritz – piano, vocals, horn arrangements, string arrangements, string samples
Charlie Gillingham – synthesizer, piano, oboe, hammond organ, mellotron, omnichord, fender rhodes, horn arrangements, string arrangements, wurlitzer, tack piano, vocals
David Immerglück – acoustic guitar, bass, mandolin, electric guitar, vocals, slide guitar, electric sitar
Matt Malley – bass, vocals, upright bass
Ben Mize – drums, percussion, vocals, drum loops
Dan Vickrey – acoustic guitar, banjo, electric guitar, vocals


Gastmusiker:

Ryan Adams – backing vocalist on "Butterfly In Reverse"
Vanessa Carlton - backing vocalist on "Big Yellow Taxi"
Sheryl Crow – backing vocalist on "American Girls"
Dave Gibbs – backing vocalist
Leona Naess – backing vocalist
Matthew Sweet – backing vocalist
Carole Castillo – viola
Jacqueline Brand – violin
Mario de Leon – violin
Brian Dembow – viola
Stephen Erdody – cello
Ron Fair – string arrangements
Richard Feves – bass
Alan Grunfeld – violin
Jerry Hey – flugelhorn, horn arrangements, string arrangements
Paula Hochhalter – cello
Ethan Johns – conga
Karen Jones – violin
Natalie Leggett – violin
Alan Mautner – violin
Ed Meares – bass
Ralph Morrison – violin
Robin Olson – violin
Sara Parkins – violin
Katia Popov – violin
John Scanlon – viola
Tina Soule – cello
Cecilia Tsan – cello
Josephina Vergara – violin


Label: Geffen Records


Erscheinungsdatum: 2002


Stil: Alternative Rock


Trackliste:

1. Hard Candy (4:20)
2. American Girls (4:32)
3. Good Time (4:24)
4. If I Could Give All My Love -or- Richard Manuel Is Dead (3:52)
5. Goodnight L.A. (4:17)
6. Butterfly In Reverse (2:48)
7. Miami (5:01)
8. New Frontier (3:51)
9. Carriage (4:04)
10. Black And Blue (3:53)
11. Why Should You Come When I Call? (4:38)
12. Up All Night (5:07)
13. Holiday In Spain (3:50)
14. White Stallions (4:21)
15. Big Yellow Taxi (3:46)

Gesamtspieldauer: 1:02:50




„Hard Candy“ heißt das vierte Studioalbum der Counting Crows aus Berkeley, Kalifornien und es wurde im Jahr 2002 auf dem Label Geffen Records veröffentlicht. Auf dieser Platte hört man wieder sehr eingängigen Alternative Rock, der erneut durch die ausdrucksstarke Stimme des Adam Duritz geprägt ist. Genau dieser Gesang ist auch irgendwie das Markenzeichen der US-Amerikaner, ein Siegel, welches diese Band bereits nach wenigen Takten unverwechselbar zu den Counting Crows werden lässt.

So hört man also wieder sehr sanften, eingängigen und melodiösen Alternative Rock auf „Hard Candy“ und fragt sich, warum die Band diesen Titel für ihr Album gewählt hat. Dem Wort „Candy“ also „Süßigkeit“, kann man dabei schon durchaus noch zustimmen, denn irgendwie „süß“ ist diese Musik schon geartet. Etwas mit Zucker überzogen, so klingen die Lieder hier wahrlich. Allerdings ist hier nichts „hart“. Die Musik der Counting Crows ist absolut weich, sodass sich „Soft Candy“ als Titel deutlich besser gemacht hätte und sehr viel deutlicher gezeigt hätte, was auf die geneigte Hörerin, auf den geneigten Hörer zukommen wird.

Die Scheibe läuft über eine Stunde, die einmal eingeschlagene Richtung wird konsequent weiterverfolgt, sodass man auf diesen Album 62 Minuten lang irgendwie berieselt wird – ohne große Ausschläge nach oben oder nach unten. Zugegeben klingt das alles sehr melodiös und auch eingängig und diese Platte ist alles andere als eine schlechte Scheibe, nur leider ist sie auch ein klein wenig langweilig geraten. Denn auch wenn das alles auf „Hard Candy“ „ganz nett“ klingt, irgendwie herausstechend ist da nichts, auf dieser Scheibe. Höchstens vielleicht mal nach unten – zugegebenermaßen allerdings auch nur bei einem Titel. Diese Nummer heißt „Butterfly In Reverse“, ist so etwas zugekleistert mit Streichern, das es anfängt klebrig zu werden. Der Titel würde dabei klasse in eines dieser grausamen Musicals passen. Schlimm. Das gegenteilige Beispiel ist für mich das Lied „Miami“. Hier gibt es auch wieder Streicher, dieses Mal wurden sogar noch einige Bläser hinzugefügt, jedoch klingt die Nummer nach Rock Musik, was nicht nur an dem hier mal vorhandenen Gitarren-Solo liegt. Sehr gelungen.

Fazit: Nein, „Hard Candy“ ist kein schlechtes Album geworden – leider jedoch auch kein gutes. Dazu ist diese Platte einfach zu einseitig „süß“ geworden. Die einzelnen Lieder auf „Hard Candy“ gehen dabei durchaus ins Ohr, sehr schnell sogar, verbleiben dort jedoch nicht, es scheint irgendwie gar keinen Sinn zu geben, sich länger damit zu befassen. Trotzdem legt man diese Scheibe sicherlich gerne auf, denn sie klingt ja – nur leider viel zu selten wie bei „Miami“. Acht Punkte.

Anspieltipps: Miami, Carriage



Sonntag, 8. November 2015

The Byrds – The Best Of




The Byrds – The Best Of


Besetzung:

Keine Angaben


Label: Universe Records


Erscheinungsdatum: 1992


Stil: Pop


Trackliste:

1. Mr. Tambourine Man (2:17)
2. All I Really Want To Do (2:02)
3. Turn! Turn! Turn! (3:33)
4. Eight Miles High (3:35)
5. Mr. Spaceman (2:09)
6. I'll Feel A Whole Lot Better (2:33)
7. Fifth Dimension (2:32)
8. Chimes Of Freedom (3:51)
9. So You Want To Be A Rock 'N Roll Star (2:04)
10. My Back Pages (3:07)
11. The Bells Of Rhymney (3:30)
12. Set You Free This Time (2:44)
13. Lay Down Your Weary Tune (3:33)
14. He Was A Friend Of Mine (2:29)
15. The Times They Are A - Changing (2:20)
16. It Won't Be Wrong (1:59)

Gesamtspieldauer: 44:25




Dieses Kompilationsalbum der Byrds beinhaltet Titel der ersten vier Platten der Band. Dabei sind die Alben „Mr. Tambourine Man“ (1965) fünf Mal, „Turn! Turn! Turn!“ (1965) sechs Mal, „Fifth Dimension“ (1966) drei Mal sowie die Scheibe „Younger Than Yesterday“ (1967) zwei Mal vertreten. Das bedeutet also nichts anderes, als dass dieses „The Best Of…-Album“ der Byrds nur die Pop-Alben der Band enthält, von Country-Einflüssen, die auf den späteren Platten dieser Band vermehrt oder ganz Einzug hielten, ist hier glücklicherweise noch nichts zu vernehmen.

Nun, die Musik der Byrds klingt in der Zwischenzeit nach Oldies, was an sich noch nichts Schlechtes bedeuten muss. Denn in diesen „Oldies“ verstecken sich echte Klassiker, Lieder, die wohl jede oder jeder kennt, wenn sie oder er zumindest ab und an mal Musik hört. Diese Stücke stammen dabei oftmals aus der Feder von Bob Dylan, und auch Pete Seeger unter anderem ist hier mit Liedern vertreten. Allerdings gibt es auch wirklich sehr gelungene Eigenkompositionen, wie zum Beispiel „Mr. Spaceman“ oder das beeindruckende „Eight Miles High“, was Jahre später durch die niederländische Band Golden Earring noch veredelt werden sollte. Die Musik ist sanft, immer absolut unaufgeregt und gerade die Titel zu Beginn dieser Zusammenstellung, gehen sofort beim ersten Hören ins Ohr und verbleiben auch dort – viele, viele Jahre, wenn nicht sogar Jahrzehnte. Jede Menge Ohrwürmer also, die einen zwar nicht vor Dankbarkeit auf die Knie nie sinken lassen, allerdings gut gemacht sind und einen in die 60er Jahre des letzten Jahrhunderts eintauchen lassen.

Fazit: Wenn sich jemand für die Byrds interessiert, wie sie zu Beginn ihrer Karriere klangen, dann ist diese Zusammenstellung bestens dafür geeignet. Kein unsäglicher Country, sondern 60ies Pop in Reinkultur gibt es hier zu hören. Alles absolut entspannt, melodiös und eingängig. Der Musik hört man sehr stark an, in welcher Zeit sie entstand, diese musikalische Patina wird beim Hören jederzeit offenkundig. Macht jedoch nichts, denn hiermit wird ebenfalls die Atmosphäre der 60er bestens transportiert und auch dies kann sich lohnen. Nett, acht Punkte.

Anspieltipps: Eight Miles High, Mr. Spaceman



Samstag, 7. November 2015

Within Temptation – The Heart Of Everything




Within Temptation – The Heart Of Everything


Besetzung:

Sharon den Adel – vocals
Robert Westerholt – electric guitars
Ruud Jolie – electric guitars, acoustic guitars, mandolin, backing vocals
Martijn Spierenburg – keyboards, orchestral arrangements
Jeroen van Veen – bass guitar
Stephen van Haestregt – drums


Gastmusiker:

Keith Caputo – vocals on "What Have You Done"
Jonas Pap – cello on "The Cross", "All I Need" and "Forgiven"
Tom Salisbury – piano on "Frozen", "All I Need" and "Forgiven", choir and orchestral arrangements
Siard de Jong – fiddle on "Hand Of Sorrow" and "Forgiven"
The City of Prague Philharmonic Orchestra conducted by Richard Hein


Label: Sony Music


Erscheinungsdatum: 2007


Stil: Symphonic Metal


Trackliste:

1. The Howling (5:33)
2. What Have You Done (5:13)
3. Frozen (4:28)
4. Our Solemn Hour (4:17)
5. The Heart Of Everything (5:35)
6. Hand Of Sorrow (5:36)
7. The Cross (4:51)
8. Final Destination (4:43)
9. All I Need (4:51)
10. The Truth Beneath The Rose (7:05)
11. Forgiven (4:54)

Gesamtspieldauer: 57:11




„The Heart Of Everything“ heißt das vierte Album der niederländischen Band „Within Temptation“, die im Symphonic Metal zu Hause ist. Und symphonisch klingt es allemal auf „The Heart Of Everything“, welches im Jahr 2007 bei Sony Music veröffentlicht wurde. Sehr kraftvollen, oftmals bombastischen Rock bekommt man hier zu hören. Soundmäßig gibt es die volle Breitseite, das klingt alles sehr beeindruckend und lässt mit der richtigen Anlage gehört, durchaus die Wände etwas wackeln.

Im Grunde genommen gehen die einzelnen Titel bereits bei ersten Mal ins Ohr. Man benötigt also keinerlei Anlaufzeit für diese Platte, die knapp eine Stunde ordentlich durchrockt. Auch die Stimme der „Sharon den Adel“ wird erneut bestens in Szene gesetzt, überzeugt in den sehr hohen, wie den tieferen Abschnitten. Dazu dieser treibende und volle Power-Metal und fertig ist die durchaus massenkompatible Scheibe. Auf „The Heart Of Everything“ klingt alles rund und geschliffen.

Und gleichzeitig stellt dies auch das Manko dieses Albums dar. Es klingt gut, wahrlich. Jedoch klingt es manchmal auch irgendwie sehr einseitig. Das liegt eben an diesem Schliff, der alle Ecken und Kanten beseitigte, die so manches Lied zu etwas Besonderem werden lassen. Ach was, die ein ganzes Album bereichern können. Auf „The Heart Of Everything“ klingt es leider ein wenig so, als ob diese Platte gemacht wurde, um möglichst viele Menschen anzusprechen. Das macht sie sicherlich auch, jedoch zeigt sich einmal mehr, dass diese Vorgehensweise verhindert, dass viele Menschen auf dieser Scheibe ihre Lieblingslieder der Band wiederfinden. Diese befinden sich dann nämlich eher auf den Alben, die musikalisch deutlich abwechslungsreicher geraten sind und eben nicht nur ein Programm abzuspielen scheinen.

Fazit: „The Heart Of Everything“ klingt überzeugend und macht auch Spaß. Das beste Album von Within Temptation ist es jedoch sicherlich nicht, da es einfach oftmals ein wenig zu angepasst wirkt und klingt. Trotzdem, die Nummern gehen ins Ohr und haben durchaus das Potential, einem den Tag zu versüßen. Der Sound ist klasse, Sharon den Adel singt wieder sehr überzeugend. Zudem gibt es auf „The Heart Of Everything“ kein Lied, welches so gar nicht zu überzeugen weiß. Allen, die mit dieser musikalischen Richtung, mit symphonisch, bombastischen Metal etwas anzufangen wissen, wird diese Scheibe sicherlich gefallen. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Hand Of Sorrow, The Cross



Freitag, 6. November 2015

Creedence Clearwater Revival – The Very Best Of…




Creedence Clearwater Revival – The Very Best Of…


Besetzung:

John Fogerty – lead guitar, lead vocals
Tom Fogerty – rhythm guitar, vocals
Stu Cook – bass guitar, vocals
Doug Clifford – drums, vocals


Label: ZYX Music


Erscheinungsdatum: 1986


Stil: Rock, Pop, Country


Trackliste:

CD1:

1. Suzy Q (4:40)
2. I Put A Spell On You (4:35)
3. Proud Mary (3:11)
4. Bad Moon Rising (2:25)
5. Lodi (3:13)
6. Green River (2:35)
7. Commotion (2:46)
8. Down On The Corner (2:45)
9. Fortunate Son (2:21)
10. Travelin' Band (2:11)
11. Who'll Stop The Rain (2:32)
12. Up Around The Band (2:46)
13. Run Through The Jungle (3:11)
14. Lookin' Out My Back Door (2:36)
15. Long As I Can See The Light (3:37)
16. I Heard It Through The Grapevine (3:55)
17. Have You Ever Seen The Rain? (2:42)
18. Hey Tonight (2:47)
19. Sweet Hitch-Hiker (3:02)
20. Somebody Never Comes (4:01)


CD2:

1. Walk On The Water (4:41)
2. Suzy Q [Part 2] (4:04)
3. Born On The Bayou (5:16)
4. Good Golly Miss Molly (2:43)
5. Tombstone Shadow (3:39)
6. Wrote A Song For Everyone (4:59)
7. Night Time Is The Right Time (3:10)
8. Cotton Fields (2:58)
9. It Came Out Of The Sky (2:56)
10. Don't Look Now [It Ain't You Or Me] (2:11)
11. The Midnight Special (4:13)
12. Before You Acuse Me (3:27)
13. My Baby Left Me (2:20)
14. Pagan Baby (6:25)
15. [Wish I Could] Hide Away (3:50)
16. It's Just A Thought (3:58)
17. Molina (2:08)
18. Born To Move (5:42)
19. Lookin' For A Reason (3:29)
20. Hello Mary Lou (2:12)

Gesamtspieldauer CD1 (1:02:00) und CD2 (1:14:31): 2:16:31




Ich habe mir mal den Spaß gemacht, alle „Best Of… Alben“ von Creedence Clearwater Revival zu zählen. Ich kam auf 39 und habe dabei sicherlich noch einige übersehen. Das vorliegende Album ist dabei eines der wenigen, bei denen die „größten“ Hits beziehungsweise „besten“ Lieder der Band auf zwei CD’s gepresst wurden. Insgesamt vierzig Titel gibt es darauf zu hören, also eine ganz schön geballte Ladung Creedence Clearwater Revival. Die Band hat in den Jahren 1968 bis 1972 insgesamt sieben Alben veröffentlicht. Eine 1968, gleich drei im Jahr 1969 und 1970 wurden nochmals zwei Platten nachgeschoben. 1972 erfolgte dann schließlich die letzte Veröffentlichung und die Formation löste sich danach auf.

Für die Musik von Creedence Clearwater Revival zeichnet sich John Fogerty aus, der in dieser Zeit anscheinend den Gipfel seiner Kreativität erreicht hatte, die anschließende Solo-Karriere brachte ihm nämlich bei Weitem nicht mehr diesen Erfolg ein. Nun, ich kenne jede Menge Musik, die Ende der 60er und Anfang der 70er Jahre des letzten Jahrhunderts entstanden ist und die auch heute noch, viele Jahrzehnte später, aktuell und interessant klingt. Und jetzt höre ich hier „das Beste“ von Creedence Clearwater Revival und muss mich manchmal wahrlich fragen: „Wenn das das Beste ist, wie klingt dann das Schlechteste?“

Einige Titel der Band sind natürlich sehr bekannt. „Suzy Q”, „I Put A Spell On You”, „Proud Mary”, „Bad Moon Rising”, „I Heard It Through The Grapevine”, „Have You Ever Seen The Rain?”, „Hey Tonight“ sowie „Hello Mary Lou” wären da zu nennen. „I Put A Spell On You” und vor allem „I Heard It Through The Grapevine” – welches John Fogerty allerdings nicht selbst schrieb – sind davon auch wirklich sehr gelungen. Der Rest dieser Scheibe ist allerdings schon nicht mehr der Rede wert. Musik, die die Zeit überholt hat. Creedence Clearwater Revival klingen häufig genau so, wie man sich Oldies vorstellt. Dabei ist der Sound gar nicht mal schlecht, allerdings ist diese Musik eben viele Jahrzehnte vor heute entstanden – und das hört man sehr heftig.

Das wäre allerdings gar nicht mal so schlimm. Jedoch wenn Creedence Clearwater Revival, wie auf der zweiten CD, häufig eine Mischung aus Rock’n’Roll und Country zum Besten gibt, dann zerrt das schon sehr an den Nerven. Dazu diese Patina der Musik und es wird richtig schlimm.

Fazit: Ein paar Höhepunkte gibt es durchaus auf diesem Kompilationsalbum. Wenn jemand sich also eine Übersicht über das Werk von Creedence Clearwater Revival verschaffen möchte, vielleicht auch musikalisch in die damalige Zeit eintauchen möchte, dann ist dieses Album geradezu prädestiniert dazu, gekauft und gehört zu werden. Allerdings vom musikalischen Standpunkt aus gesehen, klingt Vieles auf diesen zwei Scheiben schon reichlich antiquiert. Und wenn dann auch noch Country mit in diesen Rock einfließt, dann wird es brutal schwierig. Vierzig Lieder sind viel und zweieinviertel Stunden sind eine lange Laufzeit. Und jetzt mal ganz ehrlich. Wer kann oder will das durchhalten? Sechs Punkte.

Anspieltipps: I Put A Spell On You, I Heart It Through The Grapevine