Donnerstag, 22. September 2016

The Inchtabokatables – Mitten Im Krieg




The Inchtabokatables – Mitten Im Krieg


Besetzung:

Jan Klemm – vio
B.Deutung – cello
Robert Beckmann – vox / vio
Titus – drums
Moch – bass


Label: Strange Ways Records


Erscheinungsdatum: 2001


Stil: Alternative Rock


Trackliste:

CD1:

1. Unsatisfied (4:07)
2. Healing Hands (7:27)
3. Rain (3:02)
4. Birthing Of A Day (8:02)
5. Escape (6:56)
6. Endless Rail (5:18)
7. Come With Me (4:30)
8. Closed Eyes (7:14)
9. Wenn Du schläfst (5:00)

Gesamtspieldauer: 51:38




Im Jahr 2001 erschien das sechste und bisher letzte Studioalbum der The Inchtabokatables mit dem Titel „Mitten Im Krieg“. Danach, im Jahr 2002, wollte die Band eine elfjährige Pause einlegen, die inzwischen allerdings nochmals verlängert wurde. Veröffentlicht wurde „Mitten Im Krieg“ auf dem Musiklabel „Strange Ways Records“. Darauf zu hören ist durchaus mitreißender Alternative Rock, der einmal mehr ohne jegliche Gitarren auskommt. Mag sein, dass die Band früher auch mal im Gene des Mittalalter-Rock beheimatet war, so ist davon auf dieser Scheibe jedoch absolut nichts mehr zu vernehmen.

Auf „Mitten Im Krieg“ hört man Alternative Rock, der zumeist sehr eingängig ist und ins Ohr geht. Oftmals wird die Musik dabei immer weiter gesteigert, was durchaus mitreißend klingen kann. Und trotz dieser Eingängigkeit fehlt auf „Mitten Im Krieg“ nicht auch ein gewisses experimentelles Element, welches die Musik von den Inchtabokatables noch ein wenig spannender macht. Diese kleineren „Experimente“ betreffen nicht nur den Sound der Musik selbst, der durch die gar nicht so rockmäßigen Instrumente erzielt wird, es sind auch die Abläufe, die nicht mehr herkömmlichen Pop- oder Rock-Konventionen entsprechen. Lieder müssen eben nicht nach der Devise „Strophe – Refrain – Strophe – Refrain – Solo – Strophe – Refrain“ funktionieren. Die Inchtabokatables beweisen das hier einmal mehr.

Einzelne Titel des Albums besonders herauszuheben ist dabei gar nicht so einfach, da alle Nummern auf der Scheibe durchaus überzeugen – keiner fällt hier besonders ab. Noch etwas mehr gelungen sind für meine Ohren jedoch die längeren Lieder auf „Mitten Im Krieg“, da hier nun die Musik noch ein wenig mehr zu etwas Besonderem wird. Irgendwo angesiedelt zwischen Industrial, experimenteller Musik, Pop und Rock klingt das einfach spannend und eben anders, als das, was man sonst so zu hören bekommt. Gelungen und außergewöhnlich eben.

Fazit: Alternative Rock ohne Gitarren ist mal etwas Anderes. Wobei man feststellen muss, dass man immer wieder glaubt, eine Gitarre zu hören. So ganz konnten oder wollten auch die Jungs von den Inchtabokatables anscheinend nicht auf den Sound dieses Instruments verzichten. Die Musik auf „Mitten Im Krieg“ klingt eingängig und anders, experimentell und vertraut. Die Texte sind bis auf den letzten Titel in English gehalten und die Musik wirkt. Hörerinnen und Hörer, die auch mal was Anderes hören wollen als „normalen“ Pop oder Rock, Musik, bei der auch dem Unerwarteten etwas Spielraum eingeräumt wird, diese wird „Mitten Im Krieg“ überzeugen. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Healing Hands, Birthing Of A Day, Endless Rail



Mittwoch, 21. September 2016

Katzenjammer – A Kiss Before You Go




Katzenjammer – A Kiss Before You Go


Besetzung:

Anne Marit Bergheim – vocals, celeste, mellotron, accordion, harmonica, piano, tack piano, carillon, mandolin, banjo, kalimba, stumping, guitar, percussion, tambourine, electric guitar
Solveig Heilo – vocals, tuba, tack piano, guitar, drums, percussion, piano, mellotron, harp, glass, bulbul, trumpet, clarinet, stumping, marimba, celeste, hammered carillon, mandolin, dobro
Turid Jørgensen – vocals, bass, bow bass, accordion, high-string guitar, zither, mandolin, carillon, marxophone
Marianne Sveen – vocals, banjo, bass, ukulele, washboard, piano, whistling, guitar, electric guitar, bulbul, tambourine, drums, mellotron, percussion, high-string guitar, domra


Gastmusiker:

Daniel Herskedal – sousaphone
Gunnhild Mathea Olaussen – violin
Mr. Orkester – percussion
Kåre Vestrheim – fx-maestro, marimba, xaphoon, harmonica
Dweezil Zappa – electric guitar


Label: Universal Music


Erscheinungsdatum: 2011


Stil: Pop


Trackliste:

1. A Kiss Before You Go (1:16)
2. I Will Dance (When I Walk Away) (3:50)
3. Cherry Pie (3:01)
4. Land Of Confusion (3:39)
5. Lady Marlene (4:35)
6. Rock-Paper-Scissors (3:28)
7. Cocktails And Ruby Slippers (3:59)
8. Soviet Trumpeter (4:11)
9. Loathsome M (2:41)
10. Shepherd's Song (3:08)
11. Gypsy Flee (2:54)
12. God's Great Dust Storm (4:06)

Gesamtspieldauer: 40:55




„Katzenjammer“, so heißt eine norwegische Band, bestehend aus vier Frauen, die sich während des Musik-Studiums am Nordischen Institut für Bühne und Studio in Oslo kennenlernten. Der Begriff „Katzenjammer“ bedeutet hier allerdings so viel wie „Katzenmusik“, für was das Wort „Katzenjammer“ in der norwegischen Sprache steht. Zu hören gibt es auf diesem zweiten Album der Norwegerinnen, die inzwischen zu einem Trio geschrumpft sind, Pop-Musik und noch viel mehr. Denn Pop Musik ist das nur zum Teil, was es auf „A Kiss Before You Go“ zu hören gibt. Auf dem im September 2011 auf Universal Music veröffentlichten Album gibt es auch Chanson, Zirkus Musik und vom Cabaret angehauchte Lieder zu hören.

Zudem hat sich auch ein Cover-Titel auf die Scheibe verirrt. Die vier Musikerinnen interpretieren das Stück „Land Of Confusion“ von Genesis. Das klingt ganz nett, wenn es auch nicht ganz an das Original heranreicht. Weitaus schwieriger ist da schon mit den Titeln, bei denen sich die vier Damen in anderen, als dem Pop Genre bewegen. Das mag zwar zur Vielfalt auf der Scheibe beitragen, überzeugen kann dies jedoch wohl nur, wenn man sich auch in den entsprechenden Musikrichtungen zu Hause fühlt. Das Lied „Cherrie Pie“, nach den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts klingend, ist dabei genau so wenig überzeugend wie die Nummer „Loathsome M“, bei der die Stimmen der Sängerinnen mitunter nur noch schrill klingen. „Shepherd's Song“ kratzt ein wenig am Country Genre und „God's Great Dust Storm“ klingt nach Gospel, allerdings ebenso wenig überzeugend.

Nun, auf „A Kiss Before You Go“ gibt es jedoch auch Höhepunkte. Genau drei an der Zahl. „Lady Marlene“ ist eine sanfte, fast verwunschen klingende Nummer, die sich sofort im Ohr festsetzt. „Rock-Paper-Scissors“, der Hit des Albums, ist ein wunderbar fröhliches Lied, ebenso mit Ohrwurmcharakter ausgestattet. Irisch klingt die Melodie, genau wie die Instrumentierung. Ein Lied, welches Tage verschönern kann. Und schließlich wäre da noch „Soviet Trumpeter“. Auch hier ist es wieder die sanfte, fast zerbrechlich wirkende Melodie, die das Lied, wie bereits „Lady Marlene“, zu einem überzeugenden werden lässt. Anschließend nimmt das Ganze Fahrt auf und klingt dabei etwas nach Zirkus und ist auch in dieser Passage nicht weniger eingängig. Sehr gelungen.

Fazit: Drei Höhepunkte gibt es auf „A Kiss Before You Go“ von Katzenjammer. Vom Rest ist manches nicht erwähnenswert, anderes stark gewöhnungsbedürftig. Steht man auf Cabaret-Musik und manch schrille Stimme, kann man vielleicht auch hier was für sich finden. Ich muss da leider manchmal etwas überspringen. Jedoch für die drei tollen Lieder hat sich die Anschaffung des Albums bereits gelohnt. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Lady Marlene, Rock-Paper-Scissors, Soviet Trumpeter



Dienstag, 20. September 2016

Iron Maiden – Rock In Rio




Iron Maiden – Rock In Rio


Besetzung:

Bruce Dickinson – lead vocals
Dave Murray – guitar
Adrian Smith – guitar
Janick Gers – guitar
Steve Harris – bass guitar, co-producer, video editor
Nicko McBrain – drums


Gastmusiker:

Michael Kenney – keyboards


Label: EMI


Erscheinungsdatum: 2002


Stil: Heavy Metal


Trackliste:

CD1:

1. Intro (1:55)
2. The Wicker Man (4:41)
3. Ghost Of The Navigator (6:48)
4. Brave New World (6:06)
5. Wrathchild (3:05)
6. 2 Minutes To Midnight (6:26)
7. Blood Brothers (7:15)
8. Sign Of The Cross (10:49)
9. The Mercenary (4:42)
10. The Trooper (4:33)


CD2:

1. Dream Of Mirrors (9:38)
2. The Clansman (9:19)
3. The Evil That Men Do (4:40)
4. Fear Of The Dark (7:40)
5. Iron Maiden (5:51)
6. The Number Of The Beast (5:00)
7. Hallowed Be Thy Name (7:23)
8. Sanctuary (5:17)
9. Run To The Hills (4:52)

Gesamtspieldauer: 1:56:11




Steht man auf Hard Rock beziehungsweise Metal, so sollte man sich das fünfte Live-Album der britischen Metal Band Iron Maiden auf gar keinen Fall entgehen lassen. „Rock In Rio“ wurde am 19. Januar 2001 in Rio de Janeiro aufgenommen und im März des darauffolgenden Jahres auf EMI veröffentlicht. Zu hören gibt es auf „Rock In Rio“, neben den Klassikern der Band aus den ersten Studio-Veröffentlichungen der 80er Jahre, auch sechs Lieder aus dem im Jahr 2000 veröffentlichten und gleichzeitig zwölften Studioalbum von Iron Maiden, „Brave New World“.

Somit hält die Scheibe einige Höhepunkte für den Freund der etwas härteren Töne bereit und es steht dem Hörgenuss nichts mehr im Wege. Gleichzeitig bietet „Rock In Rio“ auch einen sehr schönen Überblick über das bisherige musikalische Schaffen von Iron Maiden. So stehen den „alten“ Klassikern der Band wie „The Number Of The Beast“, „Hallowed Be Thy Name“, „Sanctuary“ oder „Run To The Hills“ auch neuere, sehr überzeugende Titel gegenüber. Aufzählen könnte ich hier einige Nummern, exemplarisch erwähnt seien an dieser Stelle das mitreißende und 1995 entstandene „Sign Of The Cross“ aus dem Album „The X Factor“ oder jenes, vom bereits erwähnten Album „Brave New World“ stammende „Blood Brothers“. Eine unglaublich melodische Nummer, die ganz schnell ihren Weg ins das Ohr findet. Die Musik ist allgemein mitreißend und trotz aller Härte überaus eingängig und melodiös. Hier wird gerockt und man spürt die Energie in den Liedern und auch auf der Bühne, die die begeisterten Fans ein ums andere Mal ansteckt.

Und genau hier liegt eine weitere Stärke von „Rock In Rio“. Neben den wirklich guten Live-Stücken ist es diese Live-Atmosphäre, die wunderbar, aus dem Album heraus, durch die Boxen zur Hörerin beziehungsweise zum Hörer transportiert wird. Der Funke der Begeisterung springt auf die Zuhörer während des Konzertes über. Und dieser Funke wird auch durch die Lautsprecher oder Kopfhörer zu denjenigen geleitet, die dieses Album auch noch Jahre später hören. Genau so muss ein Live-Album klingen. Auf solch einer Live-Platte möchte man die Live-Atmosphäre schnuppern, etwas hören vom Spiel des Sängers mit den Zuschauern, deren Reaktion mithören, mitfühlen. Allzu oft werden Live-Platten so sehr nachbearbeitet, dass man vom Publikum kaum mehr etwas mitbekommt, diese nur noch ein Rauschen im Hintergrund bilden. All das ist auf „Rock In Rio“ nicht der Fall. Hier spürt man diese Atmosphäre wahrlich gut und das macht dieses Album auch mit aus.

Fazit: „Rock In Rio“ ist ein sehr überzeugendes Live-Album geworden. Dazu trägt die mitreißende Musik ihren Teil bei. Mit Metal sollte man allerdings schon etwas anzufangen wissen, um diese Lieder auch genießen zu können. Zum anderen wird das Album deshalb zu einer wirklich überzeugenden Platte, da hier die Live-Atmosphäre des Konzertes beim Hören gleich mit in das Wohnzimmer schwappt. So und nicht anders sollten Live-Alben klingen. Elf Punkte.

Anspieltipps: Blood Brothers, Sign Of The Cross, Run To The Hills



Montag, 19. September 2016

Knut und die herbe Frau – Knut und die herbe Frau




Knut und die herbe Frau – Knut und die herbe Frau


Besetzung:

Knut Stenert – Gitarre, Gesang
Benedikt Filleböck – Klavier, Keyboards, Synthies, Schlagzeug-Programmierung, Gitarre


Gastmusiker:

Florian Luning – zusätzliches Schlagzeug
Tobias Siebert – zusätzliche Gitarren, Synthies, Percussion, Chorgesänge


Label: Tapete Records


Erscheinungsdatum: 2009


Stil: Pop, Elektro-Pop


Trackliste:

1. Blutiger Sonntag (3:31)
2. Loreen (4:17)
3. Wort (3:53)
4. Stille Sucht (3:02)
5. Haus am Fluss (4:02)
6. Fehlen (4:25)
7. Gewonnen (3:21)
8. Vom Glück zur Wüste (3:38)
9. True Love (3:58)
10. Prag (3:49)
11. Keine Tränen für die Opfer (3:49)

Gesamtspieldauer: 41:51




Knut und die herbe Frau ist ein Projekt, welches aus Knut Stenert und Benedikt Filleböck besteht. Eine Platte brachte dieses Duo heraus, das selbstbetitelte Album „Knut und die herbe Frau“ aus dem Jahr 2009, welches auf Tapete Records veröffentlicht wurde. Knut Stenert kennt man von der Band „Samba“, wohingegen Benedikt Filleböck in der Kölner Formation „Wolke“ aktiv ist.

Auf „Knut und die herbe Frau“ von Knut und die herbe Frau hört man deutschen Elektro-Pop, der mal mehr mal weniger ins Ohr geht. Ihre Stärken besitzt die Musik der Band dabei gerade in den Momenten, in denen diese synthetische Elektro-Pop-Atmosphäre nicht ganz so stark ausgeprägt ist. Wenn man zum Beispiel, anstatt des Synthesizers, dann doch das Piano oder die Gitarre zu hören bekommt. Ein sehr schönes Beispiel dafür und gleichzeitig die beste Nummer des Albums ist „Haus am Fluss“. Das Lied geht sofort ins Ohr und klingt nicht so elektronisch überladen. Der anfängliche Piano-Lauf erinnert zwar frappierend an „Es herrscht wieder Frieden im Land“ von Konstantin Wecker, der Eingängigkeit des Liedes schadet dies aber natürlich nicht.

Ebenfalls noch sehr überzeugend klingt „Prag“, ein schönes Liebeslied oder sollte man eher sagen, ein trauriges Liebeslied? Die Nummer geht ins Ohr und was bei diesem Stück auch einmal mehr deutlich wird, das sind die wirklich gelungenen Texte, die sogar bei diesem sehr ausgelutschten Thema noch zu überzeugen wissen. Schwierig wird es allerdings bei solchen Nummern wie „Fehlen“. Textlich auch noch in Ordnung, aber der Sound klingt einfach deutlich zu synthetisch, dabei hat hier sogar auch die akustische Gitarre ihren Einsatz, leider nur einen sehr untergeordneten.

Fazit: Ein etwas zwiespältiges Gefühl hinterlässt Knut und die herbe Frau durchaus. Da gibt es auf dieser Scheibe eine Handvoll guter Lieder und dann wiederum solche, die man nicht unbedingt hören möchte, wenn man eher auf „handgemachte“ Musik steht. Von daher ist „Knut und die herbe Frau“ von Knut und die herbe Frau eine kleine musikalische Achterbahnfahrt, die allerdings textlich immer überzeugen kann. Ein wenig schade ist es deswegen schon, dass dies ein einmaliges Projekt zu sein scheint. Acht Punkte.

Anspieltipps: Haus am Fluss, Prag



Sonntag, 18. September 2016

Rome – Coriolan




Rome – Coriolan


Besetzung:

Jerome Reuter – alle Instrumente


Gastmusiker:

Laurent Fuchs – drums on "Fragments"
Michael DE Victor – additional spoken words


Label: Trisol Music


Erscheinungsdatum: 2016


Stil: Neofolk


Trackliste:

1. Investiture (3:22)
2. Make You A Sword Of Me (1:14)
3. Broken (4:43)
4. Fragments (3:07)
5. This Light Shall Undress All (2:04)
6. Coriolan (4:06)
7. Der Krieg (3:47)
8. Funeratio (3:11)

Gesamtspieldauer: 25:36




Das elfte Album des Luxemburgers Jerome Reuter, aus dessen Vornamen sich auch der „Band-Name“ ableitet, ist eher eine EP geworden, denn ein ganzes Album, was bei einer Gesamtspieldauer von etwas über 25 Minuten nicht abzustreiten sein wird. Alles andere reiht sich jedoch perfekt in die Reihe der bisherigen Veröffentlichungen ein. Auch „Coriolan“, was im April 2016 erneut auf dem Musiklabel Trisol Music veröffentlicht wurde, hat Jerome Reuter fast im Alleingang eingespielt, die Musik und die Texte stammen sowieso wieder aus seiner Feder, wobei die Inspiration des Luxemburgers zu diesem Mini-Album von William Shakespeares „Coriolanus“ ausgeht, wie man in dem schön gestalteten Booklet nachlesen kann.

Doch dieses Mal ist das Ganze durchaus etwas anders geraten, als noch auf den vorherigen Alben von Rome. Trotz seiner kurzen Laufzeit zeichnet sich dieses Album mit noch etwas breiter gefächerter musikalischer Vielfalt aus. Da klingt es mal experimentell und etwas verschroben, eher wie eine Klangkollage, dann jedoch wieder sehr melodiös und eingängig, wie es so typisch ist für die Musik von Rome. Doch hört man auf „Coriolan“ auch mal verzerrte Gitarren oder mit „Fragments“ sogar ein Lied, was sich noch nicht ganz entscheiden kann, ob es eher nach New Wave oder nach Punk klingen möchte. Ziemlich ungewöhnliche Töne für Jerome Reuter.

Nun, Abwechslung ist wahrlich etwas Schönes, zu viel davon, noch dazu auf einem solch kurzen Album, kann allerdings auch dafür sorgen, dass man irgendwie nicht ganz so hineinkommt in diese kurze Platte – doch glaubt man das endlich geschafft zu haben, dann ist die Scheibe sowieso schon wieder ausgeklungen. Die richtig tollen Momente gibt es allerdings auch auf „Coriolan“. Das Titelstück selbst beeindruckt hier durchaus und zeigt einmal mehr, welches Gespür Jerome Reuter für die eingängige Melodie besitzt. Und auch das einzige, Deutsch vorgetragene Lied, „Der Krieg“, lohnt sich gehört zu haben.

Fazit: „Rome-Freunde“ werden sicherlich auch von diesem kurzen Album begeistert sein. Zum Einstieg selbst, in den musikalischen Kosmos des Jerome Reuter, wäre dieses kleine Album allerdings eher ungeeignet. Zu unterschiedlich sind darauf die musikalischen Stile vertreten. Diese vermögen es nicht, ein einheitliches Bild der Musik zu erzeugen, was das Eintauchen in diese Musik erschwert. Trotzdem hat die Scheibe ihre großen Stärken, ist bei einem Verkaufspreis für ein komplettes Album, allerdings definitiv zu kurz geraten. Acht Punkte.

Anspieltipps: Coriolan, Der Krieg



Samstag, 17. September 2016

Juli – Es ist Juli




Juli – Es ist Juli


Besetzung:

Eva – Gesang
Marcel – Schlagzeug
Jonas – Gitarre
Dedi – Bass
Simon – Gitarre


Gastmusiker:

Dave Andersen – Keyboards
Ingmar Süberkrüb – Streicherarrangements
Andrewas Jamin – Gesang


Label: Island Records


Erscheinungsdatum: 2004


Stil: Pop, Rock


Trackliste:

1. Warum (3:46)
2. Sterne (4:00)
3. Geile Zeit (3:47)
4. Tage wie dieser (3:25)
5. Tränenschwer (3:27)
6. Perfekte Welle (3:20)
7. Regen und Meer (3:36)
8. November (2:59)
9. Anders (3:09)
10. Kurz vor der Sonne (3:15)
11. Ich verschwinde (3:40)
12. Wenn du lachst (3:48)

Gesamtspieldauer: 42:16




Mit ihrem, im Jahr 2004 erschienenen Debut-Album „Es ist Juli“, gelang der Gießener Band Juli auch gleich der Durchbruch im deutschsprachigen Europa. Bis heute stellt die Platte, die bisher erfolgreichste Scheibe der Band dar, die in Deutschland sogar mit drei Mal Platin ausgezeichnet wurde. Das auf Island Records veröffentlichte Album enthält dabei auch den größten Hit der Band, „Perfekte Welle“, welches nach der Tsunami-Katastrophe in Südostasien im Dezember 2004, allerdings sofort von allen Radiostationen aus Pietätsgründen gemieden wurde.

Nun, dieses Lied ist der Hit des Albums, eine gelungene und eingängige Nummer, die sich freilich um das Surfen dreht – übertragen vielleicht auch vom Ausnutzen von Chancen handelt. Der Rest der Scheibe ist eher sehr konventionell geratene, deutsche Pop-Musik, die kaum irgendwelche Spuren hinterlässt. Dazu gesellen sich leider auch Texte, die zumeist das Thema „Liebe“ zum Inhalt haben. Allein dieser Umstand zeugt nicht von sehr viel Kreativität, besonders originell ist das Ganze in seiner Umsetzung dann leider auch nicht geraten. „Es ist Juli“ ist typisch für jene Art von Platten, die man einlegt, man beschäftigt sich mit irgendetwas nebenher und plötzlich herrscht um einen herum Stille – doch diese nimmt man erst nach mehreren Minuten wahr. War da denn was?

Andererseits lässt einen die Musik auf dem Debut-Album von Juli auch nicht verzweifeln. Solch Titel, die man unbedingt überspringen muss, solche Lieder fehlen glücklicherweise ebenfalls. Von daher ist es sogar ganz nette Unterhaltungsmusik, in die man zwar nicht so richtig eintauchen kann, wie in manch andere Musik, die einen aber begleitet und mit der Nummer „Perfekte Welle“ sogar einen richtigen Höhepunkt aufweist.

Fazit: „Es ist Juli“ von Juli ist mit Sicherheit kein Meilenstein der Musikgeschichte. Sollte es auch ganz bestimmt nicht werden. Die Gießener Musiker wollen mit ihrer Musik unterhalten – und das schaffen sie auch. Zwar gibt es auf diesem Planeten sehr viel bessere und spannendere Musik, jedoch hält auch diese Scheibe zumindest einen Höhepunkt für die Hörerin und den Hörer parat. Die Nummer „Perfekte Welle“ ist wahrlich gelungen. Elf weitere Lieder schwimmen mal besser, mal weniger gut, einfach so mit. Sechs Punkte.

Anspieltipps: Perfekte Welle



Freitag, 16. September 2016

Nicholas Lens – Flamma Flamma




Nicholas Lens – Flamma Flamma


Besetzung:

Gesang der einzelnen Rollen:

Claron McFadden – Luna-Serena
Na Verne Williams – Maramnan
Gary Boyce – Ismaïl
Zeger Vandersteene – Stoycé
Henk Lauwers – Lucifer
Marcello Rosca – Flammarius
The Fireflies, Lecka, Pecka & Flecka – Nadka Karadjova, Anastassia Kostova, Kera Damianova


Flemisch Radio Choir – The Anonymous Mass
Makiko Goto – Koto
Gondwana Orchestra – Chamber Orchestra


Label: BMG


Erscheinungsdatum: 1994


Stil: Zeitgenössische Klassik


Trackliste:

1. Hic Iacet I (5:42)
2. Hic Iacet II (9:08)
3. Sumus Vicinae (4:59)
4. Tegite Specula (6:06)
5. Complorate Filiae (4:14)
6. Vale Frater (4:13)
7. Amice Mi (4:41)
8. Corpus Inimici (5:26)
9. Deliciae Meae (4:54)
10. Flamma Flamma (3:19)
11. Ave Ignis (4:44)
12. In Corpore (4:59)
13. Agnus Purus (5:57)
14. Ardeat Ignis (7:17)

Gesamtspieldauer: 1:15:47




Ich höre zwar gerne klassische Musik, wenn auch deutlich weniger als populäre Musik. So habe ich mir auch immer wieder entsprechende Platten und CD’s zugelegt, sehr subjektiv und trotzdem hatte ich die Besprechung von klassischer Musik auf diesen Seiten für mich absolut ausgeschlossen. Vivaldis „Vier Jahreszeiten“ und Edvard Griegs „Peer Gynt“ sind klasse und etwas Anderes soll nicht so gut sein? Oder noch besser, die Aufnahme hier ist toll, diese andere da geht schon mal gar nicht, weil da der Dirigent oder das Orchester versagt haben? Nein, so etwas maße ich mir nicht an, so etwas könnte ich unmöglich beurteilen.

Trotzdem möchte ich hier nun ein Stück moderne Klassik vorstellen, sogar eine Oper, obwohl ich mit Opern allgemein nur ganz wenig anzufangen weiß und mich dabei maximal einzelne Arien ab und zu ansprechen. Kunstbanause, ich weiß. Aber hier ist es anders, ganz anders. Hier es geht um den ersten Teil der Trilogie „The Accacha Chronicles“ des Belgiers und zeitgenössischen Komponisten Nicholas Lens. Dieser erste Teil der Trilogie, „Flamma Flamma“, der ursprünglich im Jahr 1994 von Sony Classical veröffentlicht wurde, ist ein Stück Musik, welches beim Hören sehr viel Eindruck hinterlässt.

„Flamma Flamma“ ist ein Erlebnis. „Flamma Flamma“ ist mystisch und packend, ist abwechslungsreich und aufregend. „Flamma Flamma“ ist eingängig und muss doch erarbeitet werden. „Flamma Flamma“ ist etwas ganz Besonderes. Eine Oper, welche man einmal gehört so schnell nicht mehr vergessen wird. Da ist dieser unfassbar intensive Chorgesang, neben zahlreichen, sehr ergreifenden Soloauftritten. Da ist diese Kammerorchestrierung, die um die japanische Koto erweitert wurde. Die Instrumentierung ist dabei, auch von ihrer Art her, nur in wenigen Fällen mit der einer klassischen Oper zu vergleichen. Diese Instrumentierung wirkt hier irgendwie filigraner, feiner.

Man kann eintauchen in diese Musik, bei der es Stücke gibt, die sofort zu wirken verstehen. Bei anderen wiederum benötigt man eine gewisse Zeit, um diesen ganzen Kosmos durchsteigen zu können. Auf „Flamma Flamma“ ist ein Märchen zu hören, in dem Flammarius, der Feuergott, sich mit seinem Gefolge auf die Erde begibt und dort einiges an Unheil anrichtet. Wenn man der lateinischen Sprache nicht mächtig ist – und ich befürchte an dieser Stelle, dass hier das große Latinum, erworben vor wenigen Jahren, auch nicht mehr ausreicht – versteht man nicht viel bis gar nichts von der Story. Ist nicht weiter schlimm, denn es geht sehr viel mehr um die Stimmung, die Atmosphäre, die hier durch die verschiedenen Charaktere auf das Allerbeste transportiert wird. Die Geschichte zu dieser Musik entsteht dabei ganz wie von selbst bei der Hörerin, bei dem Hörer. Und diese wird bei jedem eine ganz andere sein. So hört man die Kraftvollen, die Leidenden, die Mahnenden, die Verzweifelten, die Anklagenden und die Erwartungsvollen. Oder interpretiere ich das alles nur hinein? Nun egal, denn dieses „Flamma Flamma“ verzaubert einen mit sehr intensiver Musik und Gesängen, wie sie es in dieser Art und Weise nur selten zu hören gibt. Die dabei entstehende Welt ist eine rein geistige, die es nur je einmal im Kopf von Hörerin und Hörer gibt, sodass jeder etwas völlig anderes damit assoziieren wird.

Fazit: „Flamma Flamma“ von Nicholas Lens ist besondere Musik. Es ist Musik die packt und inspiriert. Was jede beziehungsweise jeder Einzelne darin sehen und finden wird, hält sicher den ganzen Fächer der Emotionen parat. Kalt lassen wir einen diese Musik allerdings bestimmt nicht. Die Gesänge erinnern in manchen Bereichen an klassische Opern, in anderen Bereichen an experimentelle Musik, in wieder anderen Bereichen an eine Märchenstunde. Die Musik selbst ist angelegt zwischen Klassik und moderner Musik, alles perfekt verwoben. Lohnt sich sehr. Dreizehn Punkte.

Anspieltipps: Sumus Vicinae, Tegite Specula, Deliciae Meae, Agnus Purus



Donnerstag, 15. September 2016

New Model Army – Winter




New Model Army – Winter


Besetzung:

Justin Sullivan – vocals, guitars, keyboards
Michael Dean – drums, percussion, backing vocals
Dean White – keyboards, guitars, backing vocals
Marshall Gill – guitars, harmonica, backing vocals
Ceri Monger – bass, guitars, percussion, backing vocals


Gastmusiker:

Henning Nugel – violins and arrangements on “Winter” and “Drifts”
Tobias Unterberg – cellos and arrangements on “Devil” and “Weak And Strong”
Anna Watkins – backing vocals on “Part The Waters” and “Echo November”
Laura Shackleton – backing vocals on “Part The Waters” and “Echo November”


Label: Attack Attack Records


Erscheinungsdatum: 2016


Stil: Alternative Rock


Trackliste:

1. Beginning (6:53)
2. Burn The Castle (3:10)
3. Winter (4:20)
4. Part The Waters (4:25)
5. Eyes Get Used To The Darkness (4:40)
6. Drifts (4:28)
7. Born Feral (6:28)
8. Die Trying (3:36)
9. Devil (4:33)
10. Strogoula (4:09)
11. Echo November (3:01)
12. Weak And Strong (4:19)
13. After Something (4:01)

Gesamtspieldauer: 58:10




Ihr vierzehntes Studioalbum nannte die Band New Model Army „Winter“ und dieses wurde im September 2016 auf Attack Attack Records veröffentlicht. Die Platte reiht sich dabei nahtlos in die bisherigen überzeugenden Veröffentlichungen der Band um Justin Sullivan ein. Vom ersten bis zum letzten Takt weiß die Musik auf „Winter“ zu überzeugen und ist eindeutig der Musik, der ursprünglich in Bradford gegründeten New Model Army zuzuordnen. Es ist dabei nicht nur der Gesang des Justin Sullivan, der so unverwechselbar mit der Musik der Briten verwoben ist, es ist der Klang der Gitarre und es ist vor allen Dingen auch die Atmosphäre, die solch einem Album von New Model Army innewohnt, die die Musik dieser Band so unverwechselbar werden lässt.

Nun könnte man sagen: „Alles schon gehabt, irgendwie nichts Neues mehr von New Model Army.“ Und ganz so falsch ist diese Aussage wahrlich nicht. Die Musik der Band ist bekannt und auf „Winter“ werden auch keine Experimente unternommen oder irgendwelche neuartigen Wege gegangen. Trotzdem ist „Winter“ ein gutes und niemals langweiliges Album geworden. Und das liegt an der Qualität der einzelnen Stücke. Jede Menge Nummern auf „Winter“ wissen zu überzeugen, irgendwelches Füllmaterial lässt sich schon gar nicht auf dieser Scheibe ausmachen. Egal, ob die Lieder „Winter“, „Drifts“, „Born Feral“, „Die Trying“, „Strogoula“, „Echo November“ oder irgendwie anders heißen – ich hätte hier jetzt wahrlich alle dreizehn Lieder aufzählen können – die Musik von New Model Army auf „Winter“ wirkt einfach. Die einzelnen Stücke sind zumeist im Mid-Tempo angesiedelt, gehen ins Ohr und benötigen dafür nicht allzu viele Durchläufe, um sich endgültig bei der Hörerin beziehungsweise beim Hörer festzusetzen.

Neben den überzeugenden Melodien hält die Platte einmal mehr auch gute und interessante Texte für die Musikhörer parat, die sich lohnen mit verfolgt beziehungsweise nachgelesen zu werden. Und auch bei der Gestaltung des Albums selbst haben sich New Model Army wieder viel Mühe gegeben. Dieses gibt es in Form eines kleinen Buches. Die Texte sind auf kunstvoll, in dunklen Farben gehaltenen Seiten abgedruckt. Diese einem, auf diese Art und Weise vermittelte, etwas düstere Stimmung, setzt sich dabei durchaus auch musikalisch fort. Ein „helles“ Album ist „Winter“ mit Sicherheit nicht geworden, die hier transportierte Atmosphäre ist ein eher dunkle – aber was soll man bei diesem Album-Titel auch anderes erwarten.

Fazit: Wer New Model Army mag, wird auch dieses Album mögen. Wer diese Band liebt, dem wird es mit „Winter“ genau so gehen. New Model Army besinnen sich bei „Winter“ auf ihre Stärken. Und diese sind eingängiger Alternative Rock, eher im Mid-Tempo angesiedelt, atmosphärisch sehr dicht gestaltet und dabei immer absolut eingängig und melodiös. Gute Texte und eine schöne Aufmachung des Albums runden das Gesamtbild der Scheibe ab. Sehr überzeugend. Elf Punkte.

Anspieltipps: Winter, Born Feral, Strogoula



Mittwoch, 14. September 2016

Limp Bizkit – Greatest Hitz




Limp Bizkit – Greatest Hitz


Besetzung:

Titel 1–11

Fred Durst – vocals
Wes Borland – guitars
Sam Rivers – bass
John Otto – drums, percussion
DJ Lethal – turntables, samples, keyboards, programming, sound development


Tracks 12–17

Fred Durst – vocals, guitar, banjo
Mike Smith – guitar
Brian Welch – guitar on "Build a Bridge"
Sam Rivers – bass
John Otto – drums, percussion
DJ Lethal –turntables, keyboards, samples, programming, sound development


Label: Geffen Records


Erscheinungsdatum: 2005


Stil: Rap Metal, Nu Metal, Rock


Trackliste:

1. Counterfeit (4:48)
2. Faith (2:26)
3. Nookie (4:26)
4. Break Stuff (2:46)
5. Re-Arranged (5:54)
6. N 2 Gether Now (3:55)
7. Take A Look Around (5:19)
8. My Generation (3:41)
9. Rollin' (Air Raid Vehicle) (3:33)
10. My Way (4:33)
11. Boiler (5:44)
12. Eat You Alive (3:57)
13. Behind Blue Eyes (4:29)
14. Build A Bridge (3:56)
15. Why (4:05)
16. Lean On Me (4:27)
17. Home Sweet Home / Bittersweet Symphony (3:51)

Gesamtspieldauer: 1:11:59




Auf „Greatest Hitz“ von Limp Bizkit hört man eine Mischung aus Rap Matal und Nu Metal. Das Album stammt aus dem Jahr 205 und wurde auf dem Musiklabel Geffen Records veröffentlicht. Aber „Mischung aus Rap Matal und Nu Metal“? Nun, das stimmt doch auch nicht ganz genau, denn gerade jene Titel, die diesem Kompilationsalbum hinzugefügt wurden, die letzten drei der Scheibe, „Why“, „Lean On Me“ sowie „Home Sweet Home / Bittersweet Symphony“, gehören eher in die Rubrik Rock eingruppiert. Es ist natürlich eine Unsitte, einem „Best Of…“-Album neue Titel hinzuzufügen, damit der geneigte Fan auch dieses noch käuflich erwirbt. Besitzt man allerdings noch nichts von der Band, kann dies durchaus einen gewissen Mehrwert darstellen. Zumal, wenn – wie in diesem Fall – die Lieder dann sogar mit zu den Höhepunkten der Scheibe gehören. Gut gemachter Rock bis Pop ist das und die Verbindung von „Home Sweet Home“ der Mötley Crüe und „Bittersweet Symphony“ von The Verve ist dabei überaus gelungen.

Ansonsten gibt es jede Menge Abwechslung auf „Greatest Hitz“ zu hören. Da hört man krass abgefahrenen und explodierenden Nu Metal, genau wie Hard Core Rap. Und dazwischen betten Limp Bizkit immer wieder Lieder ein, wie das tolle „Re-Arranged“, die ebenfalls eher im Genre des Rock beheimatet sind, denn im Bereich des Nu Metal. Und natürlich darf auf dieser Zusammenstellung auch nicht „Take A Look Around“ vom 2000er Studioalbum „Chocolate Starfish And The Hot Dog Flavored Water“ fehlen, sicherlich eines der besten Stücke von Limp Bizkit überhaupt. Zentrales Element dieses Liedes ist das Riff, welches den meisten Hörerinnen und Hörern vom Film „Mission Impossible II“ bekannt sein dürfte und welches vom argentinischen Pianisten und Dirigenten Lalo Schifrin komponiert wurde. In dieser Version von Limp Bizkit ein absolut kraftvolles Stück, was begeistern kann und jederzeit und ohne Umwege ins Ohr geht.

Neben einigen guten Eigenkompositionen haben es Limp Bizkit auch immer geschafft, gut gemachte Cover-Versionen zu generieren. Eine weitere davon ist mit „Behind Blue Eyes“ von The Who ebenfalls auf dieser Scheibe vorhanden. Auch diese Version klingt sehr überzeugend, wenn sie auch nicht ganz die Wirkung des Originals erreicht. Ebenfalls noch sehr gelungen, dieses Mal allerdings eine Eigenkomposition, ist die Nummer „Build A Bridge“ vom Album „Results May Vary“. Und wer es mal so richtig krachen hören möchte, dem sei das Lied „Nookie“ der Platte „Significant Other“ empfohlen.

Fazit: Die Abwechslung wird groß geschrieben, auf dieser Scheibe der US-amerikanischen Band Limp Bizkit aus Jacksonville, Florida. Zu hören gibt es Nu Metal, Rock, Rap und auch Pop. Einige der Lieder knallen, andere überzeugen mit einer wirklich eingängigen Melodie. Und selbst diese Mischung aus New Metal und Rap kann da sogar manches Mal den Rock Freund überzeugen. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Re-Arranged, Take A Look Around, Behind Blue Eyes, Build A Bridge



Dienstag, 13. September 2016

Lynyrd Skynyrd – Southern Knights




Lynyrd Skynyrd – Southern Knights


Besetzung:

Garry Rossington – guitar
Ed King – guitar
Johnny Van Zant – vocals
Leon Wilkeson – bass
Mike Estes – guitar
Owen Hale – drums


Gastmusiker:

Dale Krantz-Rossington – backing vocals
Bebbie Davis-Estes – backing vocals


Label: CBH Records


Erscheinungsdatum: 1996


Stil: Southern Rock


Trackliste:

CD1:

1. Workin' For MCA (5:23)
2. I Ain't The One (4:10)
3. Saturday Night Special (5:46)
4. Down South Jukin' (2:46)
5. Double Trouble (4:18)
6. Devil In The Bottle (3:55)
7. T for Texas (8:39)
8. What's Your Name? (4:04)
9. That Smell (7:25)


CD2:

1. Simple Man (7:55)
2. Gimme Three Steps (6:17)
3. Sweet Home Alabama (7:48)
4. Free Bird (13:45)

Gesamtspieldauer: 1:22:17




„Southern Knights“ heißt das dritte Live-Album der US-amerikanischen Southern Rock Band Lynyrd Skynyrd. Veröffentlicht wurde das Doppelalbum im Jahr 1996 auf dem Label CBH Records. Auf „Southern Knights“ befindet sich allerdings nicht die Aufnahme eines einzelnen Auftritts, sondern die Platte besteht aus dem Zusammenschnitt sechs verschiedener Auftritte, wie im Booklet nachgelesen werden kann. Der Sound der Platte ist brillant, was auf sehr viel Nachbearbeitung im Studio hinweist. Da auch das grölende Publikum als breite dumpfe und immer gleichklingende Masse eingeblendet wird, welches anscheinend manchmal auch während der Lieder jubelt, hat die Musik auf der Scheibe nur noch sehr wenig mit der einer Live-Platte zu tun.

Nun, man muss diesen Südstaaten Blues lieben, um etwas für sich auf dieser Scheibe zu entdecken. Davon ausgenommen sind natürlich jene drei Lieder auf CD2, die mit zu den bekanntesten Stücken von Lynyrd Skynyrd gehören. „Simple Man“, „Sweet Home Alabama“ und „Free Bird“ sind absolute Klassiker der Band. Fehlt nur noch „Tuesday Gone“ und die vier besten Lieder von Lynyrd Skynyrd wären „live“ auf „Southern Knights“ vereint gewesen.

Auf der ersten Scheibe befinden sich zur knappen Hälfte Stücke, von dem zwei Jahre zuvor entstandenen, achten Studioalbum der Band, „Endangered Species“, stammen. Hier kommt dieser südliche und weiße Blues Rock am besten zum Tragen. Southern Rock in Reinkultur. Dies ist durchaus eine ganz spezielle Art der Musik, welche das Herz fast eines jeden Gitarristen höherschlagen lässt. Da gibt es lange Gitarrenläufe, immer Musik zum Mitwippen und wenn dann auch noch an der Boogie-Woogie Schraube gedreht wird, wird das Ganze sogar noch fröhlich. Muss man einfach mögen – oder man steigt eben aus.

Fazit: Ein klein wenig selbstverliebt klingen sie immer, die Südstaatenrocker, wenn sie alles in einer bluesigen Art und Weise aus ihrer Gitarre herauszuholen versuchen. Mit Platte 1 des Albums kann ich daher ein wenig weniger anfangen. Wohingegen Platte 2 die Höhepunkte von Lynyrd Synyrd für mich parat hält, die auch mich zu begeistern verstehen. Während die erste Scheibe nicht so ins Ohr geht, schafft dies die zweite Platte spielend. Alles eben reine Geschmackssache. Wegen dem fehlenden „Live-Feeling“ gibt es allerdings auf jeden Fall Abzüge. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Simple Man, Sweet Home Alabama, Free Bird


Die hier verlinkte Version von "Free Bird" ist nicht die, der Platte)

Montag, 12. September 2016

Bob Marley – 28 Great Songs




Bob Marley – 28 Great Songs


Besetzung:

Keine Angaben


Gastmusiker:

Keine Angaben


Label: San Juan Music Group


Erscheinungsdatum: 1993


Stil: Reggae (Kompilationsalbum)


Trackliste:

CD1:

1. Duppy Conquerer (3:29)
2. Lively Up Yourself (2:44)
3. Can't You See (2:43)
4. Chances Are (3:24)
5. Hammer (2:56)
6. Mellow Mood (2:37)
7. Memphis (2:56)
8. Mr. Brown (3:21)
9. Rainbow Country (5:46)
10.Reaction (2:42)
11. Soon Come (2:16)
12. Sun Is Shining (2:03)
13. There She Goes (2:36)
14. Touch Me (2:46)


CD2:

1. 400 Years (2:24)
2. Corner Stone (2:16)
3. Do It Twice (2:41)
4. African Herbsman (2:22)
5. Back Out (2:11)
6. Natural Mystic (5:43)
7. No Symphathy (1:36)
8. No Water (2:03)
9. Rebel's Shop (2:32)
10. Small Axe (3:46)
11. Soul Captive (2:02)
12. Soul Shakedown Party (2:58)
13. Treat You Right (2:17)
14. Try Me (2:46)

Gesamtspieldauer CD1 (42:26) und CD2 (37:44): 1:20:10




Wenn man Platten sammelt, dann nennt man zwangsläufig auch mal etwas sein Eigen, was mit dem eigenen Musikgeschmack nicht mehr so ganz zur Deckung gebracht werden kann. Dies ist bei mir der Fall, wenn es zum Beispiel um Reggae geht. Nicht ganz mein Ding, aber für mich gibt es definitiv Schlimmeres. Trotzdem, eine Übersicht über das Wirken von Bob Marley und seinem Werk sollte man schon ein wenig haben. Nun und auch wenn man dem Reggae nicht ganz so zugetan ist, solch Klassiker wie „Is This Love“, „No Woman, No Cry“, „Could You Be Loved“, „Get Up, Stand Up“, „Redemption Song“ oder „I Shot The Sheriff“ können auch einem eher Rock-orientierten Musikhörer gefallen. Also wird eine CD mit dem Titel „28 Great Songs“ bestellt.

Dieses Kompilationsalbum „28 Great Songs“ wurde im Jahr 1993 durch die San Juan Music Group veröffentlicht, zwölf Jahre nach dem viel zu frühen Tod des jamaikanischen Musikers. Die Scheibe ist keine „Best Of…“- Platte, was zunächst mal bedeutet, dass hierauf auch keiner der oben erwähnten Titel vorhanden ist. Das wäre allerdings noch gar nicht mal so schlimm. Die Titelauswahl ist jedoch dermaßen schlecht, dass man nicht selten am Zweifeln ist, ob das wirklich Werke dieses großartigen Musikers sein können. Nun, sie sind es, jedoch größtenteils B-Ware. Zudem sind viele der Lieder in seltsamen Fassungen vorhanden und dazu noch gekürzt worden – vielleicht ist dies auch ein Grund, warum sie nicht überzeugen können.

Nun, aber auch das wäre noch nicht einmal das Schlimmste an diesem Doppel-Album. Die Unverschämtheit schlechthin ist diese miese Qualität, die die darauf enthaltenen Titel aufweisen. Die Lieder klingen verwaschen, zum Teil sehr dumpf, alles wirkt meist matschig, ist oftmals ein einziger Brei. Nein, so macht Musikhören definitiv keinen Spaß. Genauso mies wie die Soundqualität der Lieder ist übrigens die Aufmachung der Compact Disc selber. Keinerlei Informationen gibt es in dem Booklet nachzulesen, was lediglich aus dem Cover-Bild mit weißer, unbedruckter Rückseite besteht. Wie konnte ich da nur von Booklet sprechen?

Fazit: Es sind nicht „28 Great Songs“, sondern die eher schlechteren Nummern des Bob Marley, die hier auf diesem Kompilationsalbum zu hören sind. Diese sind in einer unglaublich schlechten Qualität auf die CD gepresst worden, die die Qualität der Songs in den Hintergrund rutschen lässt. Dazu keinerlei Informationen in Form eines Booklets. Alles in allem unfassbar lieblos zusammengestellt. Nein, so etwas braucht man nicht. Drei Punkte.

Anspieltipps: Sun Is Shining


Die hier zu hörende Musik spiegelt nicht die Qualität der Musik auf der CD wider. Die Qualität auf der CD ist um ein Vielfaches schlechter.

Sonntag, 11. September 2016

Merlons – Sinn Licht




Merlons – Sinn Licht


Besetzung:

Ani,
P.G. Andreas Haensel,
Fritz Schmitz,
Peter Henrici,
Der Frank


Instrumente: Schalmeyen, Drehleyer, Gitarren, Laute, Bombarde, Violine, Fiedel, Flöte, Bass, Schlagzeug, Percussion, Samples


Gastmusiker:

Phillip Schachinger – Cello
Dana Koppen – 2 Gesang


Label: BMG


Erscheinungsdatum: 1998


Stil: Pop, Rock, Mittelalterrock


Trackliste:

1. Angst (4:34)
2. Insomnia (3:27)
3. Hass (4:05)
4. Gold (3:51)
5. Licht (5:16)
6. Wüsten. Kopf (5:58)
7. Nie wieder (4:18)
8. Feuertanz (3:03)
9. Blinder Blick (3:57)
10. Ihr. Sinn (4:47)
11. Rühr' mich nicht an (3:43)
12. Deswegesweise (3:59)
13. Salamandrina (3:46)
14. Mondenschein (2:02)

Gesamtspieldauer: 56:50




Die Merlons, die auch mal „Merlons Of Nehemiah“, „The Merlons“ oder „Merlons Lichter“ hießen, waren eine Band aus Erlangen, die sich dem Mittelalterrock verschrieben hatten. Dieser typische Klang des Mittelalters, ist zumindest auf der hier vorliegenden Scheibe „Sinn Licht“, jedoch nicht allzu stark ausgeprägt. „Sinn Licht“ wurde im Jahr 1998 auf dem Label BMG veröffentlicht und stellt gleichzeitig das siebte Studio-Album der Band da. Bis zum Jahr 2005 sollte diese Liste noch auf elf Platten anwachsen. Seitdem sind die Merlons allerdings nicht mehr großartig aktiv. Der letzte Eintrag unter den News der Bandhomepage, stammt aus dem April 2009. Die letzten Konzerte haben wohl im Jahr 2007 stattgefunden.

Auf „Sinn Licht“ hört man keinen Mittelalter-Rock mehr im herkömmlichen Sinne. Zwar kommen noch entsprechende, für diese Musik typische Instrumente zum Einsatz, jedoch ist die Musik auf dieser Scheibe sehr viel eher eine Mischung aus Pop und Rock. Das liegt nicht zuletzt auch daran, dass neben diesen Mittelalterinstrumenten sehr viel Computersound zu hören ist, der so gar nichts mehr mit dem Mittelalter zu tun hat. Die Samples sind ein fester Bestandteil der Musik der Merlons auf „Sinn Licht“. Die Platte wurde so zu einem Pop-Album. Der erhoffte Erfolg ließ dabei jedoch auf sich warten, sodass schließlich Sängerin Ani, die eigentlich Antje heißt, ein Jahr nach Fertigstellung der Platte die Band enttäuscht wieder verließ.

Nun, die Musik auf „Sinn Licht“ ist sicherlich nicht die Neuerfindung des Pop, doch gibt es da eine ganze Menge sehr viel unspektakulärerer Bands, die mit deutlich schlechteren Liedern weit mehr Erfolg haben. Die Lieder auf dieser Platte der Merlons gehen durchaus ins Ohr, klingen abwechslungsreich und auch die Texte sind sehr viel geistreicher und interessanter, als so manches Liebesgesülze. Es gibt die schnelleren Nummern neben den langsameren und man hört Einflüsse der modernen westlichen Pop-Musik genauso heraus, wie orientalische, indische, indianisch angehauchte und mittelalterliche.

Fazit: Ein durchaus interessantes und abwechslungsreiches Album ist „Sinn Licht“ von den Merlons geworden. Verschiedene musikalische Stilrichtungen werden hier miteinander verbunden, von einer Mittalalter-Rockband kann man bei den Merlons auf „Sinn Licht“ mit Sicherheit nicht mehr sprechen. Neben eingängigen Melodien hört man keine Texte vom Reißbrett, sondern durchaus intelligente und durchdachte Lyrics. Zwar fehlt der geniale Ausschlag nach oben, den nach unten sucht man allerdings auch vergeblich. Von daher ein Album, was sich gut hören lässt und mit interessantem Popunterhält. Neun Punkte.

Anspieltipps: Certain People I Know, I Know It's Gonna Happen Someday



Samstag, 10. September 2016

Morrissey – Your Arsenal




Morrissey – Your Arsenal


Besetzung:

Morrissey – vocals
Alain Whyte – guitars
Boz Boorer – guitars
Gary Day – bass guitar
Spencer Cobrin – drums


Label: Sire Records


Erscheinungsdatum: 1992


Stil: Rock, Pop


Trackliste:

1. You're Gonna Need Someone On Your Side (3:37)
2. Glamorous Glue (4:01)
3. We'll Let You Know (5:17)
4. The National Front Disco (4:23)
5. Certain People I Know (3:12)
6. We Hate It When Our Friends Become Successful (2:30)
7. You're The One For Me, Fatty (2:57)
8. Seasick, Yet Still Docked (5:07)
9. I Know It's Gonna Happen Someday (4:20)
10. Tomorrow (4:06)

Gesamtspieldauer: 39:35




„Your Arsenal“ heißt das dritte offizielle Studioalbum des Ex-The Smiths‘ Sängers Morrissey. Veröffentlicht wurde die Scheibe im Sommer des Jahres 1992 auf dem Label Sire Records. Für die Texte auf der Platte zeichnet sich Morrissey selbst aus, die Musik stammt, bis auf zwei Ausnahmen, von seinem Hauptsongschreiber und Gitarristen der Jahre 1991 bis 2004, Alain Gordon Whyte.

Nun, das Album hört sich ganz okay an. Viel mehr allerdings leider auch nicht. Es ist rockig, dabei jedoch nicht großartig abwechslungsreich. Kein Titel lässt einen spontan zur Fernbedienung greifen, allerdings läuft die Scheibe schon so ein wenig durch, etwas nebenher. Irgendetwas Aufregendes? Leider nein, Fehlanzeige! Am ehesten überzeugen kann mich noch „I Know It's Gonna Happen Someday“. Hier ist es die Steigerung in dem Lied, die überzeugt. Das Stück beginnt langsam und gerade zum Ende hin, dann ohne Gesang, wird es kraftvoll, redundant und gerade daher mitreißend.

Der ganze Rest jedoch, kann irgendwie nicht mehr so ganz überzeugen. Klar, Morrissey schreibt gut Texte und die Musik klingt auch rockig, aber dieses gewisse Etwas, das fehlt allen diesen Liedern. Man legt die Platte auf und lässt sie laufen und plötzlich herrscht wieder Stille. War da gerade was? Da dies auch noch nach sehr viele Durchläufen der Fall ist, macht dieser Umstand die Scheibe nicht mehr zu einer guten Platte.

Fazit: Es gibt so Musik, die regt einen weder positiv wie negativ auf. Ganz genau in diese Kategorie fällt „Your Arsenal“ von Morrissey. Darauf zu hören ist eine Mischung aus Pop und Rock, mal etwas weicher, öfters etwas härter, dabei nie zu hart. Ganz nett, aber es bleibt leider nichts hängen, geht nicht so ins Ohr, wie es Musik manchmal macht, wenn sie gut klingt. Leider langweilig. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Certain People I Know, I Know It's Gonna Happen Someday