Donnerstag, 3. November 2016

Tangerine Dream – Rubycon




Tangerine Dream – Rubycon


Besetzung:

Edgar Froese – mellotron, organ, guitar, gong and vcs 3 synthesizer
Christopher Franke – double moog synthesizer, synthi a, gong, organ, modified elka organ and prepared piano
Peter Baumann – organ, ems synthi a, electric piano (fender rhodes), prepared piano, voice and arp 2600


Label: Virgin Records


Erscheinungsdatum: 1975


Stil: Elektronische Musik


Trackliste:

1. Rubycon, Part One (17:20)
2. Rubycon, Part Two (17:34)

Gesamtspieldauer: 35:55




„Rubycon“ heißt das sechste Studioalbum der Berliner Band Tangerine Dream, die mit ihrer elektronischen Musik auch international eine Fangemeinde um sich sammelte. „Rubycon“ wurde im März 1975 auf dem Label Virgin Records veröffentlicht und kletterte sogar bis auf Platz 10 der britischen Albumcharts. Kein anderes Album von Tangerine Dream war davor oder danach erfolgreicher. Die Platte stellt eine Art Bindeglied unterschiedlicher Phasen der Band dar. Zum einen hört man darauf noch Abschnitte mit sehr sphärischer bis spaceiger Musik, zum anderen sind hier bereits Passagen mit Sequencer-lastiger Musik zu hören, welche im weiteren Verlauf der 70er Jahre eine zentrale Rolle in der Musik von Tangerine Dream einnehmen sollten.

„Rubycon“ gilt für viele Freunde der Musik von Tangrine Dream als eines oder das beste ihrer Alben. Durchaus verständlich, denn das Album ist ein mystische Reise durch Stimmungen und Atmosphären, die die Hörerin beziehungsweise den Hörer immer wieder umschweben, einhüllen und vorsichtig wegtragen. Und lässt man sich in diese sphärischen Bereiche der Musik fallen, so wird man kurze Zeit später von rhythmischen Geflechten aufgefangen, die einen in das Hier und Jetzt zurückführen. Alles klingt perfekt ineinander verwoben und berührt. Die Grundstimmung auf „Rubycon“ ist zumeist eine mystisch verwunschene, ein in gewisser Weise hypnotischer Effekt der Klänge ist dabei nicht von der Hand zu weisen.

Beim Hören entstehen Bilder vor dem geistigen Auge, die sicherlich jeder anders wahrnehmen wird. Auf jeden Fall werden es Reisen sein, zu bisher noch nie gesehenen Orten, noch nie besuchten Welten. Bewusstseinserweiternde Musik nennt man das wohl, Musik ganz ohne Nebenwirkungen, jedoch mit diversen Phantasie-Effekten. Na, wenn das nicht mal was Besonderes ist.

Fazit: „Rubycon“ von Tangerine Dream ist sphärisch und gleichzeitig auch rhythmisch. Hier kombiniert die Berliner Band irgendwie geartete kosmische Klänge mit Sequenzer-Rhythmen. Das passt alles perfekt zusammen, ergibt ein rundes und spannendes Gesamtergebnis und Erlebnis. Klar, diese Art der Musik ist ganz bestimmt nicht für jede und jeden geeignet. Wer allerdings elektronische Musik mag, die oder der sollte ganz bestimmt mal bei „Rubycon“ reinhören. Elf Punkte.

Anspieltipps: Rubycon Part One, Rubycon Part Two



Mittwoch, 2. November 2016

Savatage – Streets: A Rock Opera




Savatage – Streets: A Rock Opera


Besetzung:

Jon Oliva – vocals, piano, keyboard, drums
Criss Oliva – guitar, backing vocals, bass
Johnny Lee Middleton – bass, backing vocals
Steve "Doc" Wacholz – drums


Gastmusiker:

Robert Kinkel – keyboards
John Zahner – keyboards, rhythm guitar, backing vocals
Abi Reid – female background vocals
Mozart's Magic Flute – child background intro (on "Streets"): 
Elena Doria - director of children's choir
Bob Kinkel – children's choir conductor


Label: Atlantic Records


Erscheinungsdatum: 1991


Stil: Progressive Metal


Trackliste:

1. Streets (6:50)
2. Jesus Saves (5:13)
3. Tonight He Grins Again (3:29)
4. Strange Reality (4:58)
5. A Little Too Far (3:26)
6. You're Alive (1:51)
7. Sammy And Tex (3:08)
8. St. Patrick's (4:18)
9. Can You Hear Me Now? (5:11)
10. New York City Don't Mean Nothing (4:02)
11. Ghost In The Ruins (5:33)
12. If I Go Away (5:17)
13. Agony And Ecstasy (3:34)
14. Heal My Soul (2:36)
15. Somewhere In Time (3:17)
16. Believe (5:42)

Gesamtspieldauer: 1:08:34




„Streets: A Rock Opera“ heißt das sechste Studio-Album der US-amerikanischen Band Savatage aus Florida. Veröffentlicht wurde die Platte im Oktober 1991 auf dem Label Atlantic Records. Produzent Paul O'Neill hatte die Idee hierzu, allerdings bereits im Jahr 1979, denn damals schrieb er die Story zu dem Stück, welches er eigentlich mal am Broadway veröffentlichen wollte. Doch nun lag das irgendwo bei ihm herum und zufällig wurde Gitarrist Chris Oliva darauf aufmerksam, der sogleich begeistert war und schließlich vorschlug, das Stück zur Grundlage des nächsten Savatage-Albums zu machen. Somit wurde alles nochmals überarbeitet, das Komponieren übernahmen Paul O'Neill, Jon Oliva und Criss Oliva, wohingegen die Texte von Paul O'Neill und Jon Oliva stammen. Erzählt wird auf „Streets: A Rock Opera“ die Geschichte des DT Jesus, der zunächst auf den Straßen New Yorks Cities als Drogendealer seinen Lebensunterhalt verdient. Schließlich meint es das Schicksal aber gut mit ihm und er steigt zum Rockstar auf. Nun, ein wenig Tragödie muss eben sein, denn der Aufstieg des DT Jesus ist nicht von allzu langer Dauer und er stürzt erneut ab auf den Straßen New Yorks.

Eine „Rock-Oper“ sollte es also sein, was immer dieser Begriff auch bedeuten soll, so ganz erschließt er sich mir allerdings nicht. Schon gar nicht beim Hören von „Streets: A Rock Opera“. Das Besondere an dem Album ist sicherlich, dass es das erste richtige Konzeptalbum des Genres Metal war. Nun, die Geschichte hinter dem Album wird auch konsequent durchgezogen und erzählt, musikalisch gesehen ist da aber nur wenig Zusammenhang zu erkennen. Wie bei anderen Savatage-Alben auch gibt es hier die klavierdominierte Ballade, neben dem harten Rocker und immer wieder wird eine ordentliche Prise Bombast mit eingestreut. Soweit also nichts Neues. Was Sänger Jon Oliva wahrlich gut gelingt ist jedoch, in die verschiedenen Rollen des Stücks zu schlüpfen, die er auch stimmlich voneinander sehr gut differenziert umzusetzen versteht.

Mit einmal kurz hören ist bei „Streets: A Rock Opera“ absolut nichts zu machen. Um mit der Musik vertrauter zu werden und diese auch etwas für sich zu erschließen, dafür bedarf es schon ein paar mehr Durchläufe. Nun, die Platte ist Kult bei den Fans der Band und rangiert auch auf Platz 310 der Liste der 500 besten Rock & Metal Alben aller Zeiten des Rock Hard Magazines. Auch wenn ich mich persönlich nicht als Fan in vorderster Reihe der Band sehe, so gefallen und begeistern mich doch einige Alben von Savatage sehr. Bei „Streets: A Rock Opera“ ist das jedoch deutlich schwieriger. Irgendwie wollen viele der Titel auf diesem Album einfach nicht so zünden, wie sie es auf Vorgänger- beziehungsweise Nachfolgealben der Band gemacht haben.

Das Zusammenspiel aus Härte und weichen Momenten, dann zumeist in der Verbindung mit warmen Pianoklängen, das versteht die Band schon immer perfekt umzusetzen und somit auch die ganze Breite des Metal bestens abzudecken. Nur dieses Mal gelingt ihnen das in meinen Ohren leider nur zum Teil. Es sind vor allen Dingen die härteren Stücke, die bei diesem Album irgendwie nicht so ganz mitreißen können, die auf anderen Savatage-Platten deutlich mehr zu überzeugen verstehen. So sind die herausragenden Titel auf „Streets: A Rock Opera“ eher die sanften Balladen, für die Savatage schon immer das perfekte Gefühl hatten. Hier lohnt es sich dann sehr, sich fallen zu lassen und ganz tief einzutauchen in den Klangkosmos der Band.

Fazit: Wahrlich keine schlechte Scheibe, dieses „Streets: A Rock Opera“, das erste Metal-Konzeptalbum. Am überzeugendsten klingt dies dann, wenn die Musiker in die weichen und sanften Balladen eintauchen. Die härteren Rockstücke klingen hier nicht ganz so überzeugend, wie auf mancher Scheibe davor und danach. Trotzdem, wie bereits geschrieben, absolut keine schlechte Scheibe. Neun Punkte.

Anspieltipps: Streets, Tonight He Grins Again, A Little Too Far, Can You Hear Me Now? Heal My Soul



Dienstag, 1. November 2016

Neil Young – Everybody Knows This Is Nowhere




Neil Young – Everybody Knows This Is Nowhere


Besetzung:

Neil Young — guitar, lead vocals


Gastmusiker:

Danny Whitten – guitar, vocals
Billy Talbot – bass guitar
Ralph Molina – drums, vocals
Bobby Notkoff – violin on “Running Dry (Requiem For The Rockets)”
Robin Lane – harmony vocal on “Round And Round (It Won't Be Long)”


Label: Reprise Records


Erscheinungsdatum: 1969


Stil: Folk Rock, Country Rock, Blues Rock


Trackliste:

1. Cinnamon Girl (3:01)
2. Everybody Knows This Is Nowhere (2:31)
3. Round & Round (It Won't Be Long) (5:54)
4. Down By The River (9:27)
5. The Losing End (When You're On) (4:08)
6. Running Dry (Requiem For The Rockets) (5:36)
7. Cowgirl In The Sand (10:06)

Gesamtspieldauer: 40:47




„Everybody Knows This Is Nowhere“ heißt das zweite Studioalbum des Neil Young. Gleichzeitig ist es das erste, welches er mit seiner Begleitband Crazy Horse eingespielt hat. Noch etwas Besonderes gibt es von dieser Platte zu berichten, die am 22. Mai 1969 auf Reprise Records veröffentlicht wurde. Die Scheibe wurde noch nicht einmal vier Monate nach dem selbstbetitelten Debut-Album des Neil Young veröffentlicht. So etwas nennt man dann wohl „produktiv“.

Bei vielen Neil Young Fans ist diese Platte absoluter Kult und wird in den allerdhöchsten Tönen gelobt. Nun, das kann man zum Teil auch sehr gut nachvollziehen, denn die Scheibe hat durchaus Höhepunkte, die unbedingt gehört gehören. Und dies sind gleichzeitig drei der vier längsten Stücke auf „Everybody Knows This Is Nowhere“. Das über neunminütige „Down By The River“ klingt alleine schon wegen dem witzigen Hintergrundgesang gelungen. Allerdings ist es nicht dieser, der das Lied zu etwas Besonderem werden lässt. Es ist der lange Instrumentalteil, der sich wie eine lange Jam-Session anhört und dabei doch so wunderbar ins Ohr wie in die Füße geht. Noch etwas eingängiger und auch noch etwas intensiver im langen, bluesigen Instrumentalpart, ist das etwas rockigere und über zehnminütige „Cowgirl In The Sand“. Eine grandiose Nummer, die man allerdings unbedingt mehrmals hören sollte, um ganz darin eintauchen zu können.

Ganz anders überzeugt dagegen „Running Dry (Requiem For The Rockets)“. Dies ist ein sanftes Folk-Lied, sehr melodiös, welches seinen Reiz aus dem Spiel der Violine zu den anderen Instrumenten zieht. Absolut eingängig und sehr gelungen, wenn auch etwas tragend. Nun, dann gäbe es da noch eines der bekannteren Lieder des Neil Young, „Cinnamon Girl“. Ein rockiges Lied, allerdings nichts großartig Besonderes mehr. Und die restlichen drei Stücke? Die fallen stark gegenüber dem Rest der Platte ab und haben ihren absoluten Tiefpunkt in der Nummer „The Losing End (When You're On)“. Ein unsäglicher Folk-Country-Titel, wobei die Betonung sehr stark auf „Country“ und noch mehr auf „unsäglich“ liegt. Das wiederum lässt die gesamte Scheibe leider ein wenig uneinheitlich wirken, macht es schwer, in die Atmosphäre der Musik eintauchen zu können, da sie mit dem nächsten Lied bereits wieder beendet sein kann.

Fazit: Tolle Höhepunkte und grandiose Tiefpunkte gibt es auf „Everybody Knows This Is Nowhere“ zu hören. Sicherlich überwiegen die Höhepunkte, da diese Lieder glücklicherweise auch über die deutlich längere Laufzeit verfügen. Neil Young klingt auf seiner zweiten Platte immer dann gut, wenn er sich rockig und bluesig anhört, sich in langen Soli zu verlieren scheint. Die Country-Ansätze auf der Scheibe nerven jedoch stark. Insgesamt bleibt „Everybody Knows This Is Nowhere“ allerdings ein sehr lohnenswertes Hör-Erlebnis. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Down By The River, Running Dry (Requiem For The Rockets), Cowgirl In The Sand



Montag, 31. Oktober 2016

Thirty Seconds To Mars – A Beautiful Lie




Thirty Seconds To Mars – A Beautiful Lie


Besetzung:

Jared Leto – vocals, guitar, programming
Shannon Leto – drums, percussion
Tomo Miličević – guitar, synthesizer
Matt Wachter – bass guitar, synthesizer


Gastmusiker:

Miguel Atwood-Ferguson – viola on track 10
Caroline Campbell – violin on track 10
Steve Dress – strings contractor and double bass on track 10
Vanessa Freebairn-Smith – cello on track 10
Oliver Goldstein – additional synthesizer on tracks 1, 6–7
Neel Hammond – violin on track 10
Wataru Hokoyama – string arranger on track 10
Jeremy Rubolino – programming on track 12
Matt Serletic – piano on track 3


Label: Virgin Records


Erscheinungsdatum: 2005


Stil: Alternative Rock


Trackliste:

1. Attack (3:09)
2. A Beautiful Lie (4:05)
3. The Kill (3:51)
4. Was It A Dream? (4:15)
5. The Fantasy (4:29)
6. Savior (3:24)
7. From Yesterday (4:08)
8. The Story (3:55)
9. R-Evolve (3:59)
10. A Modern Myth (Includes Hidden Track "Praying For A Riot") (14:14)

Bonus Tracks:

11. Battle Of One (2:47)
12. Hunter (3:54)

Gesamtspieldauer: 56:14




„A Beautiful Lie“ heißt das zweite Studioalbum der US-amerikanischen Alternative Rock Band Thirty Seconds To Mars. Veröffentlicht wurde die Platte am 30. August 2005 in den USA und Kanada auf dem Musiklabel Virgin Records. In Deutschland erschien „A Beautiful Lie“ allerdings erst im Frühjahr 2007. Vier Singles wurden aus dem Album ausgekoppelt, die da wären „Attack“, „The Kill“, „From Yesterday“ sowie der Titeltrack „A Beautiful Lie“. Die Musik zum Album wurde auf vier verschiedenen Kontinenten und in fünf verschiedenen Ländern eingespielt, dies alles über einen Zeitraum von drei Jahren hinweg. Diese Vorgehensweise war notwendig aufgrund der Schauspielkarriere von Sänger Jared Leto, der sich zu Film-Aufnahmen immer wieder an anderen Orten aufhielt.

Die Musik der Band hatte sich zum Vorgänger- und Debut-Album verändert. Sie war geradliniger geworden, durchaus härter, sodass man bei vielen Titeln gar nicht mehr von Alternative Rock sprechen kann, sondern bereits Hard Rock hört. Das Album ist von Josh Abraham perfekt produziert worden, der sich vorher schon Linkin Park angenommen hatte. Alles passt diesbezüglich und auch die Musik klingt kraftvoll, die zumeist von Jared Leto geschrieben wurde. An vielen Stellen gehen die einzelnen Titel sofort ins Ohr. Dies übrigens schon beim ersten Mal des Hörens. Die Produktion ist dabei fast zu perfekt geraten, sodass das ein oder andere Lied Gefahr läuft, auch mal ein klein wenig steril zu klingen. Allerdings nur fast, denn ein „Überproduzieren“ von „A Beatiful Lie“ haben die Band wie Produzent noch verhindert.

Einzelne Lieder besonders hervorzuheben scheint hier fasst sinnlos, denn die Titel verfügen über eine gleichleibende, gelungene Qualität. Die beiden bekanntesten Nummern des Albums dürften die Stücke „The Kill“ und vor allen Dingen „From Yesterday“ sein. Gerade letztgenanntes Lied hat viel zum Erfolg des ganzen Albums, als auch zum endgültigen Durchbruch der Band beigetragen.

Fazit: Alternative Rock bis Hard Rock gibt es auf „A Beautiful Lie“ von Thirty Seconds To Mars zu hören. Dieser ist, bei aller Härte, immer auch sehr melodiös gehalten und geht ins Ohr. Dieses Album bewirkte den Aufstieg der Band, die von nun an auch die großen Hallen problemlos füllen konnte. Etwas Neues gibt es auf „A Beatiful Lie“ nur in Bezug auf die Band selbst zu hören, da sich ihr Stil gegenüber dem Debut-Album noch mal verändert hat. Ansonsten nichts Neues, das allerdings gut gemacht. Neun Punkte.

Anspieltipps: From Yesterday



Sonntag, 30. Oktober 2016

Simple Minds – Street Fighting Years




Simple Minds – Street Fighting Years


Besetzung:

Jim Kerr – vocals
Charlie Burchill – acoustic & electric guitars
Mick MacNeil – piano, accordion, keyboards


Gastmusiker:

John Giblin – fretted and fretless bass guitar
Stephen Lipson – bass guitar, producer
Mel Gaynor – drums
Manu Katché – drums
Stewart Copeland – drums
Lou Reed – vocals on "This Is Your Land"
Lisa Germano – violin
Lorna Bannon – backing vocals
Maureen Kerr – penny whistle, bodhran
Sidney Thiam, Abdul M'boup, Leroy Williams – percussion
William Lithgow, Sheena McKenzie – cellos
Roger Sharp – bagpipes
John Altman – orchestral arrangements


Label: A&M Records


Erscheinungsdatum: 1989


Stil: Pop, Rock


Trackliste:

1. Street Fighting Years (6:26)
2. Soul Crying Out (6:07)
3. Wall Of Love (5:20)
4. This Is Your Land (6:22)
5. Take A Step Back (4:23)
6. Kick It In (6:11)
7. Let It All Come Down (4:56)
8. Mandela Day (5:45)
9. Belfast Child (6:42)
10. Biko (7:34)

Bonus Track der CD Ausgabe des Albums:

11. When Spirits Rise (2:01)

Gesamtspieldauer: 1:01:51




„Street Fighting Years“ heißt das achte Studioalbum der schottischen Rock Band Simple Minds. Veröffentlicht wurde das Album im Mai 1989 auf dem Musiklabel A&M Records. Mit dem Titel „Don't You (Forget About Me)“, enthalten auf dem Soundtrack zum 1985 erschienen Film „The Breakfast Club“ und dem im selben Jahr veröffentlichten siebten Album „Once Upon A Time“, hatten die Simple Minds weltweit endgültig den Durchbruch geschafft. „Street Fighting Years“ sollte nun daran anknüpfen und dazu wurde extra Trevor Horn als Produzent engagiert, der mit den Buggles und auch Yes bereits Erfolge gefeiert hatte. Und die Platte wurde auch sehr erfolgreich, erreichte jeweils die ersten Plätze der Charts in Deutschland, dem Vereinigten Königreich, den Niederlanden, der Schweiz und Italien. In den USA allerdings kletterte die Platte lediglich bis auf Platz 70 der Charts, konnte beim amerikanischen Publikum nicht so überzeugen wie noch der Vorgänger.

Auf „Street Fighting Years“ gibt es eingängigen Pop bis Rock zu hören, immer melodiös, manchmal sanft, manchmal etwas rauer, jedoch fast immer mit einer Melodie ausgestattet, die sich im Ohr der Hörerin beziehungsweise des Hörers zu verankern versteht. Das bekannteste Lied der Scheibe heißt „Belfast Child“. Die Musik des Titels wurde dem irischen Folk-Song „She Moved Through The Fair“ entnommen, der Text handelt laut Jim Kerr vom Wahnsinn, der Traurigkeit und der Leere, die der Nordirland-Konflikt bei den dort lebenden Menschen hinterlässt. Eine schöne und ergreifende Nummer, die ebenfalls Platz 1 erreichte, dieses Mal in den britischen Single-Charts.

Auf „Street Fighting Years“ findet sich auch die Cover-Version zu Peter Gabriels „Biko“. Diese klingt im Original etwas gelungener, dies mag aber die- oder derjenige anders sehen, die oder der diese Version vor dem Original kennenlernte. Dass sich gerade dieser Titel auch mit auf der Platte befindet wundert jedoch keineswegs, denn die Scheibe ist angefüllt mit politischen Aussagen und Statements zu sozialen Problemen. Musikalisch sehr gelungen ist dazu noch der Titeltrack, gleich das erste Lied des Albums. Nun, Ausfälle gibt es allerdings sowieso nicht zu beklagen, sodass Freunde des rockigen Pops beziehungsweise poppigen Rocks durchaus auf ihre Kosten kommen dürften.

Fazit: „Street Fighting Years“ von den Simple Minds ist ein sehr abwechslungsreiches und unterhaltsames Album geworden. Die Titel auf der Scheibe gehen allesamt gut ins Ohr, die musikalischen Stimmungen variieren genau wie die Arrangements, wodurch jede Menge Abwechslung garantiert ist. Die textlichen Aussagen auf „Street Fighting Years“ sind meist etwas anklagend und vielleicht manchmal etwas zu „Simple“ gestrickt. Trotzdem macht das Album Spaß. Neun Punkte.

Anspieltipps: Street Fighting Years, Belfast Child



Samstag, 29. Oktober 2016

Lynyrd Skynyrd – Vicious Cycle




Lynyrd Skynyrd – Vicious Cycle


Besetzung:

Johnny Van Zant – lead vocals harmonica
Gary Rossington – guitars
Billy Powell – keyboards
Ean Evans – bass guitar
Michael Cartellone – drums
Rickey Medlocke – guitars & vocals, harmonica
Hughie Thomasson – guitars & background vocals
Leon Wilkeson – bass guitar on “The Way" and "Lucky Man”


Gastmusiker:

Carol Chase – background vocals
Dale Krantz-Rossington – background vocals
Kid Rock – vocals in “Gimme Back My Bullets”


Label: Sanctuary Records


Erscheinungsdatum: 2003


Stil: Southern Rock, Blues Rock, Country Rock


Trackliste:

1. That's How I Like It (4:33)
2. Pick Em Up (4:20)
3. Dead Man Walkin' (4:30)
4. The Way (5:32)
5. Red, White, & Blue (5:31)
6. Sweet Mama (3:59)
7. All Funked Up (3:33)
8. Hell Or Heaven (5:14)
9. Mad Hatter (5:38)
10. Rockin' Little Town (3:36)
11. Crawl (5:09)
12. Jake (3:41)
13. Life's Lessons (5:59)
14. Lucky Man (5:35)
15. Gimme Back My Bullets (3:41)

Gesamtspieldauer: 1:10:40




„Vicious Cycle“ heißt das zwölfte Studio-Album von Lynyrd Skynyrd, dieses wurde im Mai 2003 auf Sanctuary Records veröffentlicht. Es ist das erste Album, welches die Band nach dem Tod von Gründungsmitglied und Bassist Leon Wilkeson veröffentlichte. Der Titel „Mad Hatter“ ist ihm gewidmet. Er starb während der Aufnahmen zu „Vicious Cycle“ und ist noch auf den Liedern „The Way“ und „Lucky Man“ zu hören. Gleichzeitig hört man auf „Vicious Cycle“ zum ersten Mal Ean Evans am Bass und Michael Cartellone am Schlagzeug. Außerdem ist es die letzte Platte von Lynyrd Skynyrd, auf der das weitere Gründungsmitglied und gleichzeitig Gitarrist Hughie Thomasson zu hören ist. Er starb am 9. September 2007 an einem Herzinfarkt.

Auf „Vicious Cycle“ bekommt man Southern Rock zu hören, der mitunter auch Anleihen des Country und des Blues in sich enthält. Mit diesen musikalischen Genres sollte man nicht nur vertraut sein, man sollte sie auch durchaus verinnerlicht, sie als seine Musik entdeckt haben, um diese Platte uneingeschränkt genießen zu können. Ansonsten läuft das Ganze leider oftmals nur so an einem vorbei. Sonst klingt alles „ganz nett“, die richtigen Höhepunkte fehlen nun allerdings. Aber natürlich kann man nicht regelmäßig Titel wie „Free Bird“ oder „Tuesday's Gone“ schreiben.

Doch Höhepunkte gibt es durchaus auf „Vicious Cycle“. Für mich heißen diese „The Way“, „Red, White, & Blue“ und vor allen Dingen „Crawl“. Gerade bei letzter Nummer holen die Südstaatler noch mal alle Zutaten hervor, die sie zu Beginn ihrer Karriere auch in so manchen Song steckten. Tolle Melodie mit Ohrwurmcharakter, eine deutlich erweiterte Instrumentierung, neben den klassischen Rock-Instrumenten und einen Text, der im Refrain geradezu prädestiniert ist, mitgesungen zu werden. Macht Spaß. Und auch gegen Ende der Scheibe finden sich mit „Life's Lessons“ und „Lucky Man“ zwei sehr überzeugende Nummern. Immer wenn es allerdings zu sehr in die Richtung Rock’n’Roll geht, am Ende noch vermischt mit Country-ähnlichen Tönen, dann wird es sehr viel schwieriger, der Platte folgen zu können und dann klingen Lynyrd Skynyrd längst nicht mehr so innovativ, wie sie früher einmal klangen. Der Niederschlag folgt dann leider mit der allerletzten Nummer „Gimme Back My Bullets“, in der Kid Rock beim Gesang zu hören ist. Klar die Nummer ist härter, bringt Abwechslung in die Scheibe, trotzdem klingen Lynyrd Skynyrd hier eher seltsam denn inovativ.

Fazit: Der Grundsound von Lynyrd Skynyrd ist auch noch auf deren zwölftem Album mit dem Titel „Vicious Cycle“ zu hören. Dass ist immer noch Southern Rock, ganz klar. Alle Freunde dieser Musik werden die Scheibe lieben. Mir persönlich gefiel die Band immer dann besser, wenn sie außergewöhnlich klang. Wenn sie das Piano mit in ihre Musikwelt einbaute, den Pfad des Southern Rock nicht verließ, jedoch auch mal über den Tellerrand hinaussah. Das gibt es hier auf „Vicious Cycle“ weniger zu hören. Deswegen werden alle Freunde des Südstaaten-Rocks ihre helle Freude an dieser Scheibe haben, für mich klingt das allerdings nun etwas langweiliger. Trotzdem sicher ein gutes Album in der Tradition von Lynyrd Skynyrd. Acht Punkte.

Anspieltipps: The Way, Red, White, & Blue, Crawl, Life's Lessons, Life's Lessons, Lucky Man



Freitag, 28. Oktober 2016

R.E.M. – Green




R.E.M. – Green


Besetzung:

Bill Berry – drums, percussion, backing vocals, bass guitar
Peter Buck – guitar, mandolin, drums
Mike Mills – bass guitar, keyboards, accordion, backing vocals
Michael Stipe – vocals


Gastmusiker:

Bucky Baxter – pedal steel guitar on “World Leader Pretend“
Keith LeBlanc – percussion on “Turn You Inside-Out“
Jane Scarpantoni – cello on “World Leader Pretend“


Label: Warner Brothers


Erscheinungsdatum: 1988


Stil: Alternative Rock, Pop


Trackliste:

1. Pop Song 89 (3:05)
2. Get Up (2:40)
3. You Are the Everything (3:46)
4. Stand (3:12)
5. World Leader Pretend (4:19)
6. The Wrong Child (3:36)
7. Orange Crush (3:51)
8. Turn You Inside-Out (4:17)
9. Hairshirt (3:55)
10. I Remember California (5:03)
11. Untitled (3:11)

Gesamtspieldauer: 41:01




„Green“ heißt das sechste Studioalbum der US-amerikanischen Alternative Rock Band R.E.M.. Veröffentlicht wurde die Scheibe im November 1988 auf dem Musiklabel von Warner Brothers und stellt gleichzeitig das erste Album von R.E.M. dar, welches auf einem der Major-Label veröffentlicht wurde. Und das hört man der Musik von R.E.M. auch ein klein wenig an. Die Lieder sind etwas glatt geschliffener, etwas massentauglicher produziert und komponiert geworden, als dies noch zuvor der Fall war.

Das wiederum hat nicht allzu viel zu bedeuten, zumindest nichts unbedingt Negatives, denn für Freunde von R.E.M. hat die Scheibe sehr viel zu bieten, die zu 100% nach genau eben dieser Band klingt. Da ist zum einen der unverwechselbare Gesang des Michael Stipe, man hört hier zum ersten Mal Peter Buck an der Mandoline und schließlich steht da über allem der Gesamtsound, dieses Zusammenspiel aus Gitarre und Keyboards und Gesang, welches den musikalischen Auftritt von R.E.M. so unverwechselbar werden lässt. Allerdings werden sich Freunde der Band der ersten Alben deutlich schwerer tun mit dieser Scheibe. Alles auf „Green“ ist auf Radiotauglichkeit getrimmt. Das meiste davon geht auch gut ins Ohr, einiges davon allerdings nicht allzu lange. Die Musik insgesamt ist eine Mischung aus Alternative Rock mit ganz klarem Pop-Einschlag. Radiotauglich eben.

Die erfolgreichen Single-Hits der Scheibe heißen „Stand“ und „Orange Crush“. Doch das sind wahrlich nicht die überzeugendsten Titel der Platte. Diese wiederum heißen „The Wrong Child“ und „I Remember California“. Während „The Wrong Child“ mit tollem mehrstimmigen Gesang glänzen kann und dabei immer wieder auch ein klein wenig schräg klingt, so ist es bei „I Remember California“ der rockige Charakter, der das Lied zu einem Höhepunkt werden lässt. Dazu gesellt sich eine Melodie, die hängenbleibt und fertig ist das Highlight der ganzen Scheibe.

Fazit: „Green“ war der bis dahin größte Erfolg von R.E.M. und gleichzeitig das Album, welches die Band auf einem der größeren Musiklabel einspielte. Das hört man an jeder Stelle der Platte, die auf Eingängigkeit und Radiotauglichkeit hin produziert wurde. Das klingt nicht immer spannend, jedoch immer melodiös. Manches an Atmosphäre geht bei solch etwas glatt geschliffenen Titeln jedoch verloren. Trotzdem, R.E.M. haben mit „Green“ endgültig ihren Sound gefunden, womit noch tolle Platten später ausgestattet werden sollten. Acht Punkte.

Anspieltipps: The Wrong Child, I Remember California



Donnerstag, 27. Oktober 2016

Meat Loaf – Bat Out Of Hell




Meat Loaf – Bat Out Of Hell


Besetzung:

Meat Loaf – lead vocals, backing vocals, percussion


Gastmusiker:

Todd Rundgren – guitar, percussion, keyboards, backing vocals
Kasim Sulton – bass guitar, backing vocals
Roy Bittan – piano, keyboards
Steve Margoshes – piano
Cheryl Hardwick – piano
Jim Steinman – keyboards, percussion, lascivious effects, dialogue intro
Roger Powell – synthesizer
Edgar Winter – saxophone
Max Weinberg – drums
John "Willie" Wilcox – drums
Marcia McClain – dialogue intro
Phil "Scooter" Rizzuto – play-by-play
Ellen Foley – featured vocal, backing vocals
Rory Dodd – backing vocals
Gene Orloff – concert master
Members of New York Philharmonic and Philadelphia Orchestra – orchestra


Label: Epic Records


Erscheinungsdatum: 1977


Stil: Mainstream Rock, Musical


Trackliste:

1. Bat Out Of Hell (9:48)
2. You Took The Words Right Out Of My Mouth (Hot Summer Night) (5:04)
3. Heaven Can Wait (4:38)
4. All Revved Up With No Place To Go (4:19)
5. Two Out Of Three Ain't Bad (5:23)
6. Paradise By The Dashboard Light (8:28)
I. Paradise
II. Let Me Sleep On It
III. Praying For The End Of Time
7. For Crying Out Loud (8:45)

Gesamtspieldauer: 46:33




„Bat Out Of Hell“ von Meat Loaf ist eines der erfolgreichsten Alben überhaupt und wurde weltweit bisher um die 43 Millionen Mal verkauft. 200.000 Stück kommen weiterhin jedes Jahr aufs Neue hinzu. Damit rangiert die Scheibe auf Platz 5 der meistverkauften Alben überhaupt. Das Rolling Stones Magazine führt die Platte, in seiner 2003 veröffentlichten Liste der besten Platten überhaupt, auf Platz 343. Und auch das Buch „1001 Albums You Must Hear Before You Die“ führt die Scheibe von Meat Loaf. Oder sollte man eher sagen: „Das Album von Jim Steinman“? Wäre wohl angebrachter, denn genau dieser US-amerikanische Musik-Produzent und Musical-Komponist schrieb die Musik und die Texte zu dem Album – und das hört man natürlich.

Das hört man sogar überaus gut heraus. Die Platte klingt wie ein Musical, welches mit etwas härterer Musik ein klein wenig aufgepeppt wurde. Auf „Bat Out Of Hell“ hört man Hard Rock im Musical-Gewand. Manches Mal wird auf den Rock auch mehr oder weniger verzichtet und die Lieder bewegen sich ganz auf dem Musical-Niveau. Dazu gesellt sich eine unfassbar große Ladung Bombast und fertig ist die massentaugliche Scheibe, die sich noch viel besser verkauft, als das legendäre geschnittene Brot. Jim Steinman fühlt sich nach eigener Aussage in seinem Wirken stark beeinflusst von Richard Wagner, nun damit wäre sein Hang zum „Bombast“ zumindest auch geklärt.

Die Musik auf „Bat Out Of Hell“ ist durchaus melodiös und harmonisch, allerdings absolut und bis ins letzte Detail hinein auf die schnelle Eingängigkeit getrimmt. Mitunter klingt das richtiggehend anbiedernd, wie bei allen anderen Musicals eben auch. Und jetzt kommen tatsächlich manche Menschen auf die Idee, dieses Werk in einem Atemzug mit dem musikalischen Genre des Progressive Rock zu nennen. Wahrscheinlich, weil hier auch mal ein paar andere Instrumente als Gitarre, Bass und Schlagzeug zu hören sind oder es Lieder von über fünfminütiger Laufzeit gibt. Nein, das ist garantiert kein Progressive Rock, den es hier zu hören gibt. Auf „Bat Out Of Hell“ bekommt man eine Mischung aus Mainstream Rock und Musical Musik serviert, die zwar eingängig klingt, aber nichts an Innovation oder Progression aufweist. Schließlich kommt noch hinzu, dass man sich an diesem bombastischen Allerlei allzu leicht überhören kann.

Fazit: Wem Musical gefallen, die oder der dürfte mit „Bat Out Of Hell“ von Meat Loaf beziehungsweise Jim Steinman sehr viel Spaß haben. Steht man auf eher handgemachten Rock, wird das schon deutlich schwieriger. Obwohl man hier auch diverse Gitarrensoli hört, so wirkt das Ganze doch immer ein wenig aufgesetzt, nicht überzeugend, einfach nicht nach Rock Musik. Ein Freund sagte mal zu mir, „Bat Out Of Hell“ würde für ihn wie die Oper des Rock klingen. Gut möglich, für mich klingt das alles aber eher nach Musical. Und Musicals... Sechs Punkte.

Anspieltipps: Bat Out Of Hell



Mittwoch, 26. Oktober 2016

Radar Bros. – Radar Bros.




Radar Bros. – Radar Bros.


Besetzung:

Steve Goodfriend – drums, percussion
Jim Putnam – vocals, guitar, keys
Senon Williams – bass, vocals


Gastmusiker:

Walt Sevareid – guitar (track 11)


Label: Restless Records


Erscheinungsdatum: 1997


Stil: Independent Rock


Trackliste:

1. Lose Your Face Again (4:23)
2. Capital Gain (4:55)
3. Wise Mistake Of You (4:16)
4. Stay (5:19)
5. Supermarket Pharmacy (5:04)
6. On The Floor (3:32)
7. We're Over Here (4:23)
8. Distant Mine (5:09)
9. Underwater Culprits (1:55)
10. This Drive (3:13)
11. Take Stuff (3:58)
12. Goddess (5:11)

Gesamtspieldauer: 51:23




Das selbstbetitelte Album „Radar Bros.“ ist das erste Studioalbum der Independent Rock Band Radar Bros. aus Los Angeles, Kalifornien. Im Jahr 1997 erschien die Scheibe auf dem Musiklabel Restless Records. Darauf zu hören gibt es überaus zerbrechlich wirkende Musik, deren Atmosphäre durch eine sehr zurückhaltende Instrumentierung, wie durch den, am besten mit „sanft und unsicher klingend“ zu umschreibenden Gesang des Jim Putnam transportiert wird.

Laut und hektisch wird es auf „Radar Bros.“ an keiner Stelle der Scheibe. Vielmehr hört man auf dem Album auch den ein oder anderen „schrägen“ Ton, der die Musik der Radar Brothers, wie sie auch genannt werden, noch ein wenig aufpeppt. Die einzelnen Stücke sind melodisch und gehen ins Ohr, ohne sich dabei gleich zu Ohrwürmern zu entwickeln. Auch scheint man sich diese Platte erst etwas erarbeiten zu müssen, die verschiedenen Titel wirken und klingen nach mehreren Durchläufen deutlich besser, als beim ersten Auflegen. Ein klein wenig klingt die Musik der „Radar Bros.“ dabei wie die von Pink Floyd zu Beginn derer Karriere. Hier sind allerdings nicht die experimentellen und psychedelischen Lieder der Engländer gemeint, sondern ihre, auf den ersten Platten auch enthaltenen ruhigen Pop-Songs, die mal von Syd Barrett, mal von David Gilmour und mal von Rick Wright eingesungen wurden. Lediglich zu diesen Liedern lassen sich hier kleinere Parallelen finden, ansonsten klingt die Musik der beiden Bands absolut unterschiedlich.

Einige Titel auf „Radar Bros.“ überzeugen deutlich mehr, als andere. Steht die Nummer „Wise Mistake Of You“ beispielhaft dafür, dass die Radar Bros. teilweise so wie die ganz frühen Pink Floyd klingen, so sind es vor allen Dingen die Nummern „Lose Your Face Again“, „Stay“, „This Drive“ und „Goddess“, die am meisten überzeugen können. Hier hört man nun tolle Lieder, die sanft das Ohr umspielen und dort durchaus etwas nachhallen. Da sich allerdings auch unter den restlichen Stücken keine Ausfälle befinden, kann man die Scheibe genießen, ohne irgendwann aus dieser melancholisch bis sentimentalen Stimmung herausgerissen zu werden, die dieses Album sehr stark ausstrahlt.

Fazit: Für Freunde der sanften Musik ist „Radar Bros.“ von „Radar Bros.“ definitiv gut geeignet. So manche oder mancher mag sich beim Hören an die frühen Pink Floyd erinnert fühlen, die zu Beginn ihrer Karriere in den ruhigeren Stücken vielleicht die Blaupausen für die Musik der Radar Bros. lieferten. Aufgeregt klingt die Musik der Kalifornier niemals, immer ruhig und sanft und zerbrechlich. Wieder mal was für die ruhigen Stunden des Tages. Neun Punkte.

Anspieltipps: Lose Your Face Again, Stay, This Drive, Goddess



Dienstag, 25. Oktober 2016

Pressurehed – Explaining The Unexpected




Pressurehed – Explaining The Unexpected


Besetzung:

Tommy Grenas – lead vocals, rhythm guitar, analog synths, cryptozoology
Len Del Rio – drums, keyboards, samples, loops, tronics, programming, ufology
Doaran Shelly – lead guitar, backing vocals, a.r.p. omni & lead vocal on “We Come In waves”, bass on “Berezovka”, telepathy
Paul Fox – bass guitar, synths, guitar, exorcism


Label: Brain Squid Music


Erscheinungsdatum: 1997


Stil: Electronica, Rock, Ambient, Techno


Trackliste:

1. Explaining The Unexplained (Intro) (3:36)
2. Altitude (4:36)
3. Bluff Creek, And Beyond (6:02)
4. Black Mantra (8:07)
5. One Who Has Seen (2:22)
6. Oxygen Mask (6:38)
7. The Long Count (4:48)
8. Time Stops Breathing (3:21)
9. Mokele-Mbembe (5:25)
10. Incubus (Part 1) (3:30)
11. Transgression (Part 2) (6:18)
12. Berezovka (4:37)
13. The Great Orm (3:06)
14. We Come In Waves (3:08)
15. Valiant Thor (3:54)
16. I Predict (7:02)

Gesamtspieldauer: 1:16:37




Pressurehed ist eine 1989 in Hollywood, Kalifornien gegründete Band, die für Musik steht, welche irgendwo zwischen Alternative Rock und elektronischer Musik angesiedelt ist. Die Scheibe „Explaining The Unexpected“ erschien im Jahr 1997 auf dem Label Brain Squid Music und ist dabei das dritte und bisher wohl auch letzte Album der Band, die es allerdings immer noch gibt.

Mit Space Rock, für den Pressurehed wohl am Anfang ihrer Karriere standen, hat die Musik auf „Explaining The Unexpected“ allerdings nur noch am Rande zu tun. Elektronische Klänge stehen nun im Vordergrund, die mitunter auch sehr hart eingespielt worden sein können. „Berezovka“ ist ein gutes Beispiel dafür, wie knallhart und rockig Pressurehed auch klingen können. „Incubus“ hört sich dagegen absolut experimentell an. Ein Beat, der mit jeder Menge hypnotisch klingenden Sound sowie Sprachfetzen unterlegt wurde. Mit „Oxygen Mask“ bewegt sich die Band bereits im Genre des Techno, wohingegen Lieder wie „Time Stops Breathing“ und „The Great Orm“ eher dem Ambient zugerechnet werden können.

Eine ganz schön krude Mischung bekommt man hier also zu hören, die dabei oftmals leider auch nicht richtig überzeugen kann. Aber abwechslungsreich ist sie zumindest, diese Scheibe. Spannend und dabei wahrlich gelungen klingt allerdings lediglich „Bluff Creek, And Beyond“. Eine Nummer, die es sogar schafft ein klein wenig ins Ohr zu gehen. Das Lied startet sanft, klingt sphärisch, man hört eine tiefe Männerstimme und dann steigert sich der Titel in Bezug auf Rhythmik und Lautstärke enorm. Mantra-artig wird hier ein Gitarrenriff wiederholt, die Beats treiben und alles wird immer wieder von kleinen, durchaus gelungenen Auflockerungen unterbrochen. Diese Nummer lohnt sich. Mit dem ganzen Rest ist das schon deutlich schwieriger, obwohl sich unter den insgesamt sechzehn Titeln kein absoluter Ausfall befindet. Freude an elektronischen Klängen sollte man beim Hören des Albums allerdings definitiv mitbringen.

Fazit: Ziemlich schwierig, diese Scheibe musikalisch einzuordnen, da sich auf ihr sehr viele musikalische Genres vereinigt haben. Vom Hard Rock über Trance zu Techno, zurück zur elektronischen Musik bis hin zum Ambient und Pop ist auf „Explaining The Unexpected“ alles vertreten. Richtig einstellen kann man sich auf dieses Album kaum, was eher wie eine gewagte und aufregende musikalische Reise wirkt. Doch trotz aller Vielfalt, richtig mitreißen, das schaffen Pressurehed auf „Explaining The Unexpected“ leider nur an wenigen Stellen. Sechs Punkte.

Anspieltipps: Bluff Creek, And Beyond



(Leider kein Video verfügbar)



Montag, 24. Oktober 2016

Geist – Für alle Zeit




Geist – Für alle Zeit


Besetzung:

Tim Born – Gitarre
Lars Dittrich – Schlagzeug
Fares Rahmun – Gesang & Worte
Oliver Ratty – Bass


Label: Danse Macabre Records


Erscheinungsdatum: 2007


Stil: Alternative Rock


Trackliste:

1. Wer Wenn Nicht Ich (4:40)
2. Wahnsinn (5:37)
3. Wertvoll (3:47)
4. So Viele Wie Du (6:42)
5. Leider (6:30)
6. Rhino (4:02)
7. Für alle Zeit (8:03)
8. Achtung (4:38)
9. Zauber (1:44)
10. Einssein (19:09)

Geamtspieldauer: 1:04:57




„Für alle Zeit“ heißt das zweite vollständige Studio-Album der Kölner Band Geist. Im Jahr 2007 wurde es bei Danse Macabre Records veröffentlicht. Liest man im Netz über diese Band nach, so wird dort immer von Progressive Rock gesprochen, welchen diese Band angeblich spielt. Hört man „Für alle Zeit“ fragt man sich, wo, an welcher Stelle man auf diesem Album von Progressive Rock sprechen könnte. Klar, hier und da mal ein etwas krummer Takt, aber das war es auch schon, was diesem musikalischen Genre entsprechen würde. Progressive Rock ist das noch nicht. Geist machen auf „Für alle Zeit“ guten Alternative Rock, der bis in den Hard Rock hineinreicht. Aber dazu später mehr. Kommen wir zunächst zu einem weiteren Punkt, der von dieser Band behauptet wird, wenn man Kommentare oder Rezensionen im Netz liest: „Geist klingen wie Tool!“ Definitiv nicht! Dies muss auch nichts Schlechtes bedeuten, es ist oftmals nämlich gar nicht so überzeugend, wie jemand anderes zu klingen. Keiner mag ein „Me Too“ sein. In meinen Ohren klingen Tool und Geist definitiv unterschiedlich und ich würde niemals auf die Idee zu kommen, diese beiden Bands auch nur ansatzweise zu vergleichen beziehungsweise als „ähnlich“ einzustufen. Aber ich bin auch nur ein Musikliebhaber, der viel hört. Kein Musikwissenschaftler oder Profi-Rezensent.

Doch kommen wir nun zur Musik von Geist auf „Für alle Zeit“, die sich absolut hören lassen kann, auch wenn sie nicht wie Tool klingt. Auf der Scheibe gibt es wahrlich guten Alternative bis Hard Rock zu hören, der ins Ohr und in die Beine geht. Vielleicht sogar auch in den Kopf, denn die Head-Banging-Passagen sind ebenfalls vorhanden. Also Freunde, lasst das Haupthaar fliegen. Die Musik ist definitiv keine 08/15-Musik, abwechslungsreich, vielleicht kommen dadurch auch die Assoziationen zum Progressive Rock auf, die ich hier trotzdem nicht erkennen und heraushören kann. Kein Lied ist hier stumpf nach der Devise Strophe – Refrain – Strophe – Refrain aufgebaut. Da sind die vier Musiker schon deutlich kreativer.

Ebenfalls positiv – sehr positiv sogar – zu bewerten ist der Umstand, dass Geist Deutsch singen. Dies gibt es in dem musikalischen Genre, in dem die Musiker Zuhause sind, so nicht allzu oft zu hören. Auch das hebt die ganze Band ein klein wenig höher und diesbezüglich klingen Geist überzeugend und interessanter. Nun, vielleicht haben Geist in ihren Texten ein bisschen zu viel das Thema „Liebe“ auf dem Radar. Das mag allerdings subjektiv von mir so wahrgenommen werden, platt klingen die Texte von Geist auch bei diesem Thema nämlich nicht. Positiv dabei zu erwähnen ist auch der Gesang des Fares Rahmun, dessen Stimme wahrlich zu überzeugen weiß. Nun, die anderen Musiker klingen auf „Für alle Zeit“ ebenfalls richtig gut, was für eine Band, die dies nicht hauptberuflich betreibt, zusätzlich nicht selbstverständlich ist. Allerdings, dass es auf der Platte noch einen Hidden Track gibt, eine Dekade nach der Hochzeit dieser Unsitte, das nervt etwas. Ach was, das sei den vier Musikern von Geist verziehen.

Fazit: Man hört hier zwar weder Tool noch Progressive Rock auf „Für alle Zeit“ von Geist, trotzdem macht die Musik Spaß. Guten und eingängigen und mitunter auch mitreißenden Alternative Rock gibt es auf der Scheibe zu hören. Lieder, die auch mit jedem weiteren Durchgang wachsen, was in meinem musikalischen Weltbild auch ein Qualitätsmerkmal darstellt. Macht Spaß. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Für alle Zeit



Sonntag, 23. Oktober 2016

Mike Oldfield – Man On The Rocks




Mike Oldfield – Man On The Rocks


Besetzung:

Mike Oldfield – electric & acoustic guitars, bass guitar, backing vocals, keyboards


Gastmusiker:

Luke Spiller – lead vocals
John Robinson – drums
Leland Sklar – bass guitar
Matt Rollings – piano, hammond b-3
Michael Thompson – electric & acoustic guitars
Stephen Lipson – electric & acoustic guitars
Davy Spillane – whistles on "Moonshine"
Paul Dooley – violin on "Moonshine"
Bill Champlin – backing vocalist
Alfie Silas Durio – backing vocalist
Carmel Echols – backing vocalist
Rochelle Gilliard – backing vocalist
Judith Hill – backing vocalist
Kirsten Joy – backing vocalist
Jason Morales – backing vocalist
Louis Price – backing vocalist
Tiffany Smith – backing vocalist


Label: Virgin Records


Erscheinungsdatum: 2014


Stil: Pop, Rock


Trackliste:

CD1: 

1. Sailing (4:46)
2. Moonshine (5:49)
3. Man On The Rocks (6:10)
4. Castaway (6:34)
5. Minutes (4:51)
6. Dreaming In The Wind (5:28)
7. Nuclear (5:04)
8. Chariots (4:38)
9. Following The Angels (7:04)
10. Irene (3:59)
11. I Give Myself Away (5:10)


CD2 (Deluxe Edition):

1.Sailing (Instrumental) (4:47)
2. Moonshine (Instrumental) (5:49)
3. Man On The Rocks (Instrumental) (6:11)
4. Castaway (Instrumental) (6:38)
5. Minutes (Instrumental) (4:52)
6. Dreaming In The Wind (Instrumental) (5:33)
7. Nuclear (Instrumental) (5:04)
8. Chariots (Instrumental) (4:26)
9. Following The Angels (Instrumental) (7:06)
10. Irene (Instrumental) (3:59)
11. I Give Myself Away (Instrumental) (5:08)


Gesamtspieldauer CD1 (59:39) und CD2 (59:37): 1:59:16




„Man On The Rocks“ heißt das inzwischen bereits 25. Studioalbum des britischen Musikers Mike Oldfield. Am 3. März 2014 wurde die Scheibe auf dem Musiklabel Virgin EMI veröffentlicht, welche inzwischen einer Tochter der Universal Musik Group ist. Auf dieser Platte hört man Mike Oldfield, wie er irgendwie einen Bogen zurück in die 80er Jahre zu schlagen versucht, als er die Pop-Musik für sich entdeckte und mit jeder neuen Platte gleichzeitig auch eine Hitsingle à la „Five Miles Out“ oder „Shadow On Te Wall“ veröffentlichte.

Soweit, so gut. Nur, dass es dieses Mal mit „Man On The Rocks“ einfach nicht funktioniert. Auf diesem Album hört man Pop- bis Rock-Musik, die absolut radiotauglich ist und dabei im Mainstream der Bedeutungslosigkeit versinkt. Und das bedeutet noch nicht einmal, dass die hierauf enthaltenen Lieder schlecht sind. Sind sie nicht, aber sie sind langweilig, einfach belanglos. Großartig hängenzubleiben, das schafft keiner der Titel. Alles ist im Fluss, dieser ist jedoch begradigt und fließt in einem Betonbett. Kurz ist eine bestimmte Stelle da und dann auch schon wieder weg, einfach vergessen.

Mitunter wird das Ganze sogar richtiggehend unangenehm. Man hört das erste Stück „Sailing“ und fühlt sich an den deutschen Schlager erinnert. Im weiteren Verlauf der Nummer hört man schließlich auch die so typisch klingende Gitarre des Mike Oldfield, jedoch retten kann dies das Lied auch nicht mehr, wenn hier gleichzeitig weiter fröhlich ein fröhliches „Sähähäling, au, au, Sähähäling“ angestimmt wird. Schlimm. Richtig Überzeugendes kann ich auf „Man On The Rocks“ leider nicht ausmachen. Am besten klingt in meinen Ohren noch „Nuclear“. Ein Lied, welches wenigstens noch beim Hören selbst aufhorchen lässt. Der ganze Rest ist nicht immer katastrophal, allerdings immer sehr anbiedernd, dem Mainstream entsprechend, irgendwo im Niemandsland zwischen Pop und Rock angesiedelt. Mit dem Erwerb der Deluxe-Version des Albums bekommt man noch eine zweite CD mitgeliefert, auf der alle Titel nochmals instrumental nachzuhören sind. Ein klein wenig fragt man sich hier schon nach dem „Warum“. Oder versteht man die ganze Patte völlig falsch und diese ist für den Einsatz in einer Karaoke-Bar gedacht?

Fazit: „Man On The Rocks“, das fünfundzwanzigste Studio-Album des Mike Oldfield, ist alles andere als ein überzeugendes Album geworden. Darauf zu hören gibt es Allerwelts-Pop und -Rock. Langweilig zumeist, nichts enthaltend, was länger hängenbleibt. Klar, es gibt sehr viel schlechteren Pop, doch ein wenig traurig stimmt einen diese Platte dann schon. Nichtn weil sie so melancholisch oder sentimental wäre, sondern weil man weiß, was dieser Mike Oldfield schon für geniale Alben veröffentlichte. Sechs Punkte.

Anspieltipps: Man On The Rocks, Castaway, Nuclear



Samstag, 22. Oktober 2016

Neil Young – Neil Young




Neil Young – Neil Young


Besetzung:

Neil Young – vocals, guitars, piano, synthesizer, harpsichord, pipe organ


Gastmusiker:

Ry Cooder – guitar
Jack Nitzsche – electric piano
Jim Messina, Carol Kaye – bass
George Grantham – drums
Earl Palmer – drums
Merry Clayton – backing vocals
Brenda Holloway – backing vocals
Patrice Holloway – backing vocals
Gloria Richetta Jones – backing vocals
Sherlie Matthews – backing vocals
Gracia Nitzsche – backing vocals


Label: Reprise Records


Erscheinungsdatum: 1969


Stil: Folk Rock


Trackliste:

1. The Emperor Of Wyoming (2:19)
2. The Loner (3:55)
3. If I Could Have Her Tonight (2:21)
4. I've Been Waiting For You (2:34)
5. The Old Laughing Lady (6:05)
6. String Quartet From Whiskey Boot Hill (1:05)
7. Here We Are In The Years (3:19)
8. What Did You Do To My Life? (2:29)
9. I've Loved Her So Long (2:47)
10. The Last Trip To Tulsa (9:27)

Gesamtspieldauer: 36:26




Nachdem Neil Young im Jahr 1968 bei Buffalo Springfield ausgestiegen war, machte er sich sofort an die Arbeit, ein eigenes Album zu veröffentlichen. Nun eben als Solo-Künstler. Noch im selben Jahr wurde dieses aufgenommen und schließlich am 22. Januar 1969 veröffentlicht. Wie bei vielen Musikern und Bands wurde diese erste Scheibe nach dem hier zu hörenden Künstler benannt, kurz „Neil Young“ eben.

Etwas unschuldig klingt Neil Young hier schon noch. Zu allermeist ist es Folk Rock, den man hier zu hören bekommt. Immer wieder gibt es auch kleine, glücklicherweise sehr kurze Ausflüge in das Genre der Country Music. Zudem hört man auf „Neil Young“ manchmal auch äußerst unaufgeregten Pop, der absolut typisch für die damalige Zeit klingt. Die Stimme des Neil Young – später absolut unverwechselbar – klingt hier noch gar nicht einheitlich. Fast scheint es so, dass Neil Young auf seinem ersten Album noch auf der Suche ist, nach dem typischen und später so unverwechselbaren Klang seiner Stimme.

Das Album war zur Zeit seiner Veröffentlichung nicht gerade ein Verkaufserfolg. Verwundern muss das nicht weiter, denn die Scheibe ist eine eher langweilige geworden. Dabei ist die darauf zu hörende Musik ganz bestimmt keine schlechte, allerdings erzeugen die zu hörenden Stücke auch keinerlei Aufregung oder Verzücken. Alles läuft so ein wenig durch und natürlich ist es ganz interessant, wie der Kanadier Neil Young zu Beginn seiner Karriere klang. Und genau das, aber auch nur das, macht diese Platte zu einer, die man mal gehört haben sollte. Obwohl? Nicht ganz! „The Old Laughing Lady“ ist definitiv ein Lied, welches sich lohnt gehört zu werden und der Höhepunkt der ganzen Scheibe.

Fazit: Das Debut-Album des Neil Young ist eine sehr unaufgeregte Platte geworden. Langsam und bedächtig fließt die Musik darauf dahin. Mal ist es mehr Folk, dann ein wenig Country und auch 60ies-Pop-Klänge kann man auf „Neil Young“ vernehmen. Schlecht ist das freilich alles nicht, nur eben auch nichts Besonderes – wenn es denn nicht die erste Platte des Neil Young wäre. Acht Punkte.

Anspieltipps: The Loner, I've Been Waiting For You, The Old Laughing Lady