Donnerstag, 28. Dezember 2017

PJ Harvey – Is This Desire?




PJ Harvey – Is This Desire?


Besetzung:

PJ Harvey – vocals, guitar


Gastmusiker:

Mick Harvey – bass, keyboards
John Parish – guitar, keyboards
Rob Ellis – drums, percussion
Eric Drew Feldman – piano, keyboards
Joe Gore – guitar
Jeremy Hogg – guitar
Terry Edwards – trumpet (10)
Richard Hunt – violin (11)


Label: Island Records


Erscheinungsdatum: 1998


Stil: Alternative Rock, Electronic Rock


Trackliste:

1. Angelene (3:34)
2. The Sky Lit Up (1:52)
3. The Wind (4:01)
4. My Beautiful Leah (1:59)
5. A Perfect Day Elise (3:06)
6. Catherine (4:05)
7. Electric Light (3:04)
8. The Garden (4:12)
9. Joy (3:40)
10. The River (4:52)
11. No Girl So Sweet (2:45)
12. Is This Desire? (3:25)

Gesamtspieldauer: 40:42




„Is This Desire?“ heißt das fünfte Studioalbum der englischen Musikerin PJ Harvey und es erschien am 28. September 1998 auf dem Plattenlabel Island Records. Das Album wurde zwischen April 1997 und April 1998 in Dorset und London eingespielt. Alle Lieder komponierte erneut Polly Jean Harvey selbst, die auch die entsprechenden Texte schrieb. „Is This Desire?“ zeigt einen musikalischen Weg weg, vom stark gitarrenorientierten Rock früherer Veröffentlichungen, hin zu mehr subtileren und atmosphärischeren Tönen, die oftmals auch vom Keyboard dominiert werden.

Düstere und beklemmende Atmosphären werden auf „Is This Desire?“ geschaffen und verströmt. Polly Jean Harvey gönnt ihren Hörerinnen und Hören nur sehr wenig Harmonie und Entspannung auf dem Album, welches mit Schwermut und Intensität aufwartet. Getragen werden die Lieder entweder durch dichte Soundteppiche oder aber sie werden nur ganz dezent instrumentiert. Allen Stücken heftet dabei eine dunkle, manchmal fast schon unheimliche Stimmung an. Beispielhaft dafür steht solch ein Lied wie „Catherine“. Dumpf und düster, ohne großartige Melodiestruktur und doch ins Ohr gehend, sehr intensiv.

Weiterer Höhepunkt, neben dem bereits erwähnten „Catherine“, ist das etwas aufgelockerte „Angelene“ gleich zu Beginn des Albums. Ein Lied, welches schnell ins Ohr geht. Dann sollte an dieser Stelle auch noch die Nummer „A Perfect Day Elise“ Erwähnung finden. Eines der rockigeren Stücke des Albums, bei dem der Fuß automatisch mitwippt. Ebenfalls sehr gelungen sind die Lieder „The River“ sowie das Titellied „Is This Desire?“. „The River“ wird von einem schönen Pianolauf beherrscht und klingt wunderschön melancholisch. „Is This Desire?“ bildet schließlich den würdigen Abschluss der Platte. Ein ebenfalls dunkles, fast schon bluesiges Lied, welches die traurige Stimmung des gesamten Albums sehr schön zusammenfasst.

Fazit: Polly Jean Harvey weiß auch mit ihrem fünften Studioalbum, „Is This Desire?“ zu überzeugen. Die Musik klingt irgendwie besonders, ist intensiv, atmosphärisch dicht und dunkel gehalten. Die Gitarren spielen nicht mehr dieselbe dominante Rolle der ersten Veröffentlichungen, die Musik der PJ Harvey ist elektronischer geworden. Auch bei dieser Scheibe der Engländerin zeigt sich, dass man ihr Zeit geben sollte im Ohr zu reifen. Ein Album, welches wächst. Neun Punkte.

Anspieltipps: Angelene, A Perfect Day Elise, Catherine, The River, Is This Desire?



Mittwoch, 27. Dezember 2017

Can – Monster Movie




Can – Monster Movie


Besetzung:

Irmin Schmidt – keyboards
Jaki Liebezeit – drums
Holger Czukay – bass
Michael Karoli – guitar
Malcolm Mooney – vocals, harmonica


Label: Spoon Records


Erscheinungsdatum: 1969


Stil: Krautrock, Psychedelic Rock


Trackliste:

1. Father Cannot Yell (7:06)
2. Mary, Mary So Contrary (6:22)
3. Outside My Door (4:11)
4. Yoo Doo Right (20:27)

Gesamtspieldauer: 38:07



Nachdem Michael Karoli bereits im Jahr 2001 verstorben war, starben im Jahr 2017 auch der Bassist Holger Czukay sowie Schlagzeuger Jaki Liebezeit der legendären Kölner Krautrock-Band Can. Ende der 60er Jahre startete die Karriere von Can, die sich offiziell im Jahr 1979 auflösten und danach noch unregelmäßig zusammenfanden. Die letzte Zusammenarbeit fand im Jahr 1999 statt. Im August des Jahres 1969 veröffentlichte die Formation ihr erstes Album unter dem Titel „Monster Movie“. Erschienen ist diese Scheibe auf dem Plattenlabel Spoon Records.

Auf „Monster Movie“ hört man keinen Krautrock à la Grobschnitt oder Jane, die Musik von Can ist stark vom Jazz beeinflusst, klingt sehr viel rauer und ungezügelter, als die jener Bandkollegen der damaligen Zeit. Richtig ins Ohr gehen mag da nur wenig, auf „Monster Movie“ am ehesten noch der Titel „Mary, Mary So Contrary“, der sich textlich an einen englischen Kinderreim anlehnt. Ansonsten stehen auch musikalisch repetitive bis monotone Wiederholungen im Vordergrund, die mitunter schrill und sogar etwas atonal klingen können. Zudem verbreitet die Platte an mancher Stelle eine gewisse Aggressivität, die so bis zur damaligen Zeit in der Musikszene noch nicht zu hören war. Can gehen hier in Bezug auf den Gesang des Amerikaners Malcolm Mooney sowie auf das Gitarrenspiel des Michael Karoli durchaus ganz neue, innovative Wege.

Manches auf „Monster Movie“ klingt nach ausgedehnter Improvisation, in die man tief versinken kann. Durch das ständige Wiederholen eines Themas erzeugt die Band eine Art akustischen Rauschzustand, der immer weiter an Intensität gewinnt. Der Ehrlichkeit halber soll an dieser Stelle jedoch auch nicht unerwähnt bleiben, dass viele Hörerinnen und Hörer diese Art der Musik wohl eher schräg und langweilig finden könnten. Ganz bestimmt machen Can auf „Monster Movie“ keine Musik für die breite Masse an Musikkonsumenten – das war weder Ende der 60er Jahre so, noch ist es heute der Fall.

Fazit: Die Musik von Can auf „Monster Movie“ klingt experimentell, teilweise improvisiert, wenig eingängig, manchmal aggressiv und immer fordernd. Andererseits bekommt man auf „Monster Movie“ auch sehr spannende Musik geboten, welche zwar an mancher Stelle monoton klingt, dabei jedoch niemals langweilig wird, da sie wirkt. Can inszenieren auf „Monster Movie“ ein Musikerlebnis, auf das man sich einlassen können muss. Laut und mit der entsprechenden Anlage gehört gibt es hier sehr viel zu entdecken. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Mary Mary So Contrary, Yoo Doo Right



Dienstag, 26. Dezember 2017

Dave Matthews Band – Crash




Dave Matthews Band – Crash


Besetzung:

Dave Matthews – vocals, acoustic guitar
Carter Beauford – drums, percussion, backing vocals
Stefan Lessard – bass, tac piano
LeRoi Moore – saxophones, flute, whistles
Boyd Tinsley – electric and acoustic violins


Gastmusiker:

Tim Reynolds – acoustic and electric guitars


Label: RCA Records


Erscheinungsdatum: 1996


Stil: Funk Rock, Rock


Trackliste:

1. So Much To Say (4:06)
2. Two Step (6:27)
3. Crash Into Me (5:16)
4. Too Much (4:21)
5. #41 (6:39)
6. Say Goodbye (6:11)
7. Drive In, Drive Out (5:54)
8. Let You Down (4:07)
9. Lie In Our Graves (5:42)
10. Cry Freedom (5:53)
11. Tripping Billies (5:00)
12. Proudest Monkey (9:10)

Gesamtspieldauer: 1:08:51



„Crash“ heißt das zweite Studioalbum der US-amerikanischen Rock Band Dave Matthews Band. Die Scheibe erschien am 30. April 1996 auf dem Plattenlabel RCA Records. Lediglich vier Jahre später, im Frühjahr des Jahres 2000, waren von „Crash“ allein in den USA bereits über sieben Millionen Kopien verkauft worden, wodurch das Album von der Recording Industry Association of America auch mit sieben Mal Platin ausgezeichnet wurde. „Crash“ ist das mit Abstand erfolgreichste Album der Dave Matthews Band.

Zu hören gibt es auf „Crash“ Rock Musik, die niemals zu hart wird, dafür öfters mal etwas funkig klingt. Dave Matthews hat auf dem Album zwölf Ideen für ein Lied und diese werden manchmal fast schon „durchgewalzt“. Lange und ohne Kompromisse. Zum Teil wirkt das auch, klingt dabei dann fast schon ein wenig hypnotisch, aber es passt nicht immer. Die Funk Rock Lieder wie „So Much To Say“ oder „Too Much“ können deutlich weniger punkten, klingen gequält und konstruiert. Ganz anders hört sich das bei solch einer mitreißenden Gitarrennummer wie „Two Step“ an. Wenn Dave Matthews hier in die Saiten seiner akustischen Gitarre greift und den Rhythmus vorgibt, dann klingt das wahrlich mitreißend und weiß zu begeistern.

Nur leider gibt es diese Stellen auf „Crash“ nicht allzu häufig. Die Funk Rock Lieder langweilen eher und ansonsten findet sich auch jede Menge Musik auf dem Album, welche so ein klein wenig mit durchläuft, ohne hängenzubleiben. So klingt es dann durchaus an der einen oder anderen Stelle unterhaltsam, jedoch nicht mehr mitreißend. Neben der Nummer „Two Step“ überzeugt ebenfalls noch das Lied „Lie In Our Graves“, da es gut ins Ohr geht, abwechslungsreich aufgebaut ist, aus mehreren Teilen besteht, die schön ineinander übergehen und sich ergänzen.

Fazit: Die Palette der Musik der Dave Matthews Band auf ihrem zweiten Album „Crash“ ist breit gestreut und variantenreich. Von Funk Rock über härteren Rock, hin zu etwas weicheren Tönen bis zu sanften Folk Anspielungen hört man eine ganze Menge unterschiedlicher musikalischer Genres auf dieser Scheibe. Nicht alles davon überzeugt wirklich, manches allerdings schon. „Crash“ ist vielleicht nicht aufgrund seiner Gesamtheit, allerdings aufgrund seiner Höhepunkte hörenswert. Acht Punkte.

Anspieltipps: Two Step, Lie In Our Graves, Proudest Monkey



Montag, 25. Dezember 2017

The Hoosiers – The Trick Of Life




The Hoosiers – The Trick Of Life


Besetzung:

Irwin Sparkes – yodeling, / geetar (mainly stings e and b)
Martin Skarendahl – lead bass
Alphonso Sharland – stick ferret


Gastmusiker:

Tony Smith – keys (1, 2, 3, 4, 6, 7, 9, 10)
Dury Darms – additional keys (1, 2, 3, 8, 10)
Kwame Yeboah – more additional keys (4)
Sam Swallow – even more additional keys (12)
Sam Miller – guiro / whistle
Your Mum – percussion
Irwin, Toby and Alph….but mainly Irwin – backing vocals
Mike Smith – sax (4)
Fayyaz Virji – trombone (4
Chris Storr – trumpet (4)
Matt Holland – trumpet / flugelhorn (7, 12)
Trevor Miers – trombone / euphonium (7, 12)
Martin Winning – sax / flute (12)
Jonny Byers – cello (5, 8, 11, 12)
Chris Brown – viola (8, 11, 12)
Matthew Denton – violin (8, 11)
Tamasin Healey – violin (8, 11)
Heather Babke – violin (12)
Emma Parker – violin (12)


Label: RCA Records


Erscheinungsdatum: 2007


Stil: Indie Pop, Indie Rock


Trackliste:

1. Worried About Ray (2:46)
2. Worst Case Scenario (2:35)
3. Run Rabbit Run (3:13)
4. Goodbye Mr A (4:27)
5. A Sadness Runs Through Him (3:13)
6. Clinging On For Life (2:39)
7. Cops And Robbers (4:00)
8. Everything Goes Dark (3:37)
9. Killer (3:49)
10. The Trick To Life (2:49)
11. Money To Be Made (2:03)
12. The Feeling You Get When (Hidden Track) (4:22)

Gesamtspieldauer: 39:45



The Hoosiers sind eine englische Pop-Rock Band, die 2003 gegründet wurde. Bis heute haben die Hoosiers vier Studioalben veröffentlicht, von denen „The Trick Of Life“ das Debut-Album darstellt. Dieses erschien am 22. Oktober 2007 auf dem Plattenlabel RCA Records, ist bis zum heutigen Tag auch die erfolgreichste Veröffentlichung der Hoosiers und kletterte in Großbritannien sogar bis auf Platz 1 der Album-Charts. Der Name der Band leitet sich vom Wort „Hoosier“ ab, wie die Bewohner des US-Bundesstaates Indiana genannt werden. Irwin Sparkes und Alphonso Sharland verbrachten dort einige Zeit während des Studiums an der Universität, wobei sie den Namen mit zurück nach England nahmen.

Auf „The Trick Of Life“ hört man eine Mischung aus Independent Pop und Independent Rock, die an jeder Stelle des Albums eine positive Stimmung verbreitet. Die Melodien sind freundlich, gehen ins Ohr. Dazu hört man den Gesang des Irwin Sparkes, welcher im Booklet als „Jodeln“ betitelt wird und fertig ist das Gute-Laune-Album. Die gesangliche Spannbreite des Irwin Sparkes ist wahrlich groß und genau diese zeigt er auch in diversen Liedern auf „The Trick Of Life“, wobei die Höhe seiner Stimme immer wieder beeindruckt.

Es gibt auf „The Trick Of Life“ eine ganze Menge an Titeln, die sich lohnen gehört zu werden. Da ist zunächst das wohl bekannteste Lied der Hoosiers, „Worried About Ray“. Klasse, lustige Nummer mit Ohrwurmeigenschaften. „Run Rabbit Run“ fällt ebenfalls in diese Kategorie. „Clinging On For Life“ klingt dann fast schon ein wenig nach Folk. Dass die Briten sich auch mit den sanfteren Atmosphären der Musik auskennen zeigen sie schließlich einmal mehr mit dem Titel „Everything Goes Dark“. Im Grunde genommen hätte ich an dieser Stelle auch jeden anderen der zwölf Titel erwähnen können, denn diese wirken alle auf die eine oder andere Weise. Eine Besonderheit stellt noch die letzte Nummer, „Money To Be Made“, dar. Diese dauert lediglich zwei Minuten und drei Sekunden und an sie schließt sich wenige Sekunden später der ebenfalls sehr hörenswerte Titel „The Feeling You Get When“ an, der auf der CD nicht erwähnt wird und einen sogenannten „Hidden Track“ darstellt.

Die „versteckten Schätze“, die der Multimedia-Ausgabe des Albums hinzugefügt wurden, funktionieren allerdings nicht mehr. Klickt man diese an, so wird man auf eine Homepage weitergeleitet, die jedoch nicht mehr betrieben wird.

Fazit: Ein sehr gelungenes Debut-Album ist den Hoosiers mit „The Trick Of Life“ gelungen. Die Musik ist fröhlich und macht Spaß. Ganz egal ob schneller oder langsamer eingespielt, die Lieder sind melodiös und eingängig und gehen ins Ohr. Die Texte sind zudem größtenteils sehr witzig und lohnen auch Beachtung zu finden. Independent Pop-Rock der guten Sorte. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Worried About Ray, Run Rabbit Run, Clinging On For Life, The Feeling You Get When



Sonntag, 24. Dezember 2017

Leonard Cohen – Greatest Hits




Leonard Cohen – Greatest Hits


Besetzung:

Keine weiteren Angaben


Gastmusiker:

Keine weiteren Angaben


Label: Columbia Records


Erscheinungsdatum: 1975


Stil: Folk


Trackliste:

1. Suzanne (3:50)
2. Sisters Of Mercy (3:36)
3. So Long, Marianne (5:40)
4. Bird On The Wire (3:27)
5. Lady Midnight (2:58)
6. The Partisan (3:25)
7. Hey, That's No Way To Say Goodbye (2:57)
8. Famous Blue Raincoat (5:09)
9. Last Year's Man (5:59)
10. Chelsea Hotel No. 2 (3:07)
11. Who By Fire (2:32)
12. Take This Longing (4:05)

Gesamtspieldauer: 46:51



„Greatest Hits“ ist das erste Kompilationsalbum des Kanadiers Leonard Cohen. Diese „Best Of…“-Platte wurde im Jahr 1975 auf dem Plattenlabel Columbia Records veröffentlicht. Leonard Cohen stimmte der Veröffentlichung nur zu, da er die volle Kontrolle über die Zusammenstellung hatte. So suchte er die Lieder aus, genau wie das Cover, was ihn 1968 in einem Hotel in Mailand zeigt. Das Album verkaufte sich in Europa und Australien gut, hatte jedoch keinen Erfolg in Amerika.

Die Lieder stammen allesamt von den ersten vier Studio-Alben des Leonard Cohen. „Songs Of Leonard Cohen“ aus dem Jahr 1967 ist viermal vertreten, von seinem zweiten Album „Songs From A Room“ aus dem Jahr 1969 stammen drei Titel. Das dritte Album, „Songs Of Love And Hate“ aus dem Jahr 1971 steuerte zwei Lieder dazu und vervollständigt wurde die Zusammenstellung mit dem 1974er Album „New Skin For The Old Ceremony“, dem drei Titel entnommen wurden. Fast sind die Lieder auch chronologisch angeordnet. Lediglich das Lied „Hey, That's No Way To Say Goodbye“, was vom ersten Album stammt, ist hier nach dem zweiten, „Songs From A Room“, eingereiht.

Besitzt man die Originalalben, ist dieses „Greatest Hits“-Album selbstverständlich absolut überflüssig. Natürlich werden die einzelnen Lieder, falls man die vier zugrundeliegenden Alben kennt, auch nicht unbedingt die eigenen „Greatest Hits“ sein, aber immerhin erfährt man auf diese Weise, welche seiner Lieder Leonard Cohen am besten gefielen. Möchte man sich dagegen unvoreingenommen einen Überblick über das Schaffen des Leonard Cohen zu Beginn seiner Karriere verschaffen, so erhält man diesen sehr gut mit diesem Kompilationsalbum. Leonard Cohen zelebriert hier sanften und melancholischen Folk, der an jeder Stelle, mit jedem Akkord ins Ohr gehrt. Weich und sanft klingt diese Musik durchgehend. Absolut untanzbar, dazu gedacht sich zurückzulehnen, zuzuhören und all das Gehörte wirken zu lassen. Man wird den Stress des Alltags vergessen.

Fazit: Lediglich zum „Antesten“ der Musik des Leonard Cohen ist dieses Kompilationsalbum geeignet. Gefällt diese Musik, lohnt sich sehr wohl der Erwerb der Originalalben, denn die Atmosphäre der Musik des Leonard Cohen zu Beginn seiner Karriere wird auf diesem „Greatest Hits“-Album sehr gut widergegeben. Besitzt man die Originalalben bereits, ist die Scheibe völlig sinnlos. Die Musik, sanfter und melodischer Folk, macht Spaß. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Suzanne, Sisters Of Mercy, The Partisan



Samstag, 23. Dezember 2017

Robbie Williams – Greatest Hits




Robbie Williams – Greatest Hits


Besetzung:

Robbie Williams – vocals, vocals (background)

Gastmusiker:

Kristel Adams – vocals (background)
André Barreau – guitar, vocals (background)
Dave Bishop – brass
Winston Blissett – bass
Pauline Boeykens – tuba
Richard Boothby – loops
Andy Caine – vocals (background)
Richard Campbell – loops
Dave Catlin-Birch – bass, guitar (acoustic), vocals (background)
Guy Chambers – clavinet, guitar, guitar (acoustic), guitar (electric), keyboards, mellotron, moog synthesizer, omnichord, organ, piano, sampling, synthesizer bass
David Clayton keyboards, synthesizer
B.J. Cole – pedal steel
Alex Dickson – autoharp
Melvin Duffy – pedal steel
Stephen Duffy – bass, guitar (acoustic), harmonica
Geoff Dugmore – drums, percussion
Andy Duncan – drum programming, percussion
Fil Eisler – bass, bass slide, guitar, slide guitar
Richard Flack – drum loop, drum programming
Claudia Fontaine – vocals (background)
Derek Green – vocals (background)
Neil Hannon – vocals (background)
Marielle Herve – vocals (background)
Edgar Herzog – clarinet
Kerry Hopwood – programming
Sylvia Mason James – vocals (background)
Luis Jardim – percussion
Chester Kamen – guitar
Paul Kegg – loops
Katie Kissoon – vocals (background)
Bob Lanese – trumpet
Nick Littlemore – programming
Brian May – guitar (electric)
Steve McEwan – guitar, guitar (acoustic), guitar (electric), vocals (background)
Kylie Minogue – vocals
Tessa Niles – vocals (background)
Gary Nuttall – guitar, guitar (electric), vocals (background)
Boots Ottestad – keyboards
Phil Palmer – guitar (acoustic), guitar (electric)
Nicole Patterson – vocals (background)
Daniel Pierre – keyboards, piano
Tony Pleeth – loops
Steve Power – glockenspiel, keyboards, programming, vocoder
Johnny Rockstar – drum loop
Zenia Santini – vocals (background)
Chris Sharrock – drums, percussion, sounds
J. Neil Sidwell – brass
Steve Sidwell – brass, brass conductor, piccolo trumpet, soloist, trumpet
Anne Skates – choir director
Beverley Skeete – vocals (background)
Mark Cooper Smith – bass, programming
Phil Spalding – bass, fuzz bass, guitar (electric)
Jeremy Stacey – drums
Neil Taylor – guitar (acoustic), guitar (electric), slide guitar
Neil Tennant – vocals (background)
Carroll Thompson – vocals (background)
Andy Wallace – piano
Derek Watkins – soloist, trumpet
Paul "Hucklebuck" Williams – vocals (background)
Claire Worrall – piano, vocals (background)
Gavyn Wright – orchestra leader


Label: EMI


Erscheinungsdatum: 2004


Stil: Pop, Rock


Trackliste:

1. Old Before I Die (3:53)
2. Lazy Days (3:53)
3. Angels (4:27)
4. Let Me Entertain You (4:22)
5. Millennium (3:46)
6. No Regrets (4:43)
7. Strong (4:19)
8. She's The One (4:19)
9. Rock DJ (4:16)
10. Kids (4:19)
11. Supreme (4:15)
12. Let Love Be Your Energy (4:06)
13. Eternity (5:00)
14. The Road To Mandalay (3:18)
15. Feel (3:43)
16. Come Undone (3:54)
17. Sexed Up (4:10)
18. Radio (3:51)
19. Misunderstood (4:01)

Gesamtspieldauer: 1:18:44



„Greatest Hits“ heißt das zweite „Best Of…“-Album des englischen Sängers Robbie Willliams. Es erschien am 18. Oktober 2004 auf dem Plattenlabel EMI und stellte im Vereinigten Königreich einen neuen Rekord auf. Dort war es das Album, welches bis zu diesem Zeitpunkt mit 320.000 Kopien in der ersten Woche die meisten Verkaufszahlen aufweisen konnte. Neben siebzehn bereits veröffentlichten Titeln enthält „Greatest Hits“ mit „Radio“ und „Misunderstood“ auch zwei neue Lieder, die jeweils als Single veröffentlicht wurden und sich auch beide in den Charts platzierten. Der Spruch auf der Rückseite des Booklets: „...si quid habet mammas vel rotas, res habebis difficiles aliquando“ bedeutet auf Deutsch: „Wenn es Brüste oder Räder hat, macht es das Leben schwierig.“

Die ersten vier Lieder stammen vom 1997er Album „Life Thru A Lens“. Es folgen vier Lieder vom 1998er Album „I've Been Expecting You“. Die Titel neun bis vierzehn wurden der Platte „Sing When You're Winning“ entnommen, die im August 2000 veröffentlicht worden war. Die Ausnahme stellt Lied Nummer 13, „Eternity“, dar, eine Single-Veröffentlichung, die bisher auf keinem Album zu hören war. Die nächsten drei Lieder stammen vom 2002er Album „Escapology“. Schließlich folgen noch die beiden bereits erwähnten und bisher noch nicht veröffentlichten Stücke „Radio“ sowie „Misunderstood“.

Nun, es sind alle Hits des Robbie Williams bis zu diesem Zeitpunkt auf dem Kompilationsalbum enthalten. Man hört auf dieser Zusammenstellung zumeist eingängigen Pop, der ab und an in den Gefilden des Rocks fischt. Melodiös klingt hier viel, die Musik geht ins Ohr. Besonders anspruchsvoll sind die einzelnen Lieder dabei jedoch sicherlich nicht. Sie sollen unterhalten und das bereits mit dem ersten Mal des Hörens. Und das schaffen die neunzehn Titel auch. Zudem bekommt man mit „Greatest Hits“ eine schöne Übersicht über die Musik des Robbie Williams auf seinen ersten Vier Solo-Platten, die allesamt um die Jahrtausendwende entstanden.

Fazit: Wer auf eingängigen, poppigen Rock steht, die oder der kann mit diesem „Greatest Hits“-Album von Robbie Williams kaum etwas falsch machen. Die Musik klingt und geht schnell ins Ohr. Alles ist auf die Eingängigkeit hin getrimmt, Experimente werden dabei sicherlich keine gewagt. Man erhält einen Überblick über die ersten Solo-Veröffentlichungen des Robbie Williams und wird unterhalten. Neun Punkte.

Anspieltipps: Angels, She's The One, Supreme, The Road To Mandalay, Feel



Freitag, 22. Dezember 2017

Leftfield – Leftism




Leftfield – Leftism


Besetzung:

Neil Barnes – keyboards, guitar, drum programming
Paul Daley – keyboards


Gastmusiker:

Stuart Lock – additional keyboards & drums
Earl Sixteen – vocals
Cheshire Cat – vocals
Papa Dee – vocals
Djum Djum – vocals
Toni Halliday – vocals
Danny Red – vocals
John Lydon – vocals
Lemn Sissay – vocals
Kevin Hayes – berimbau


Label: Columbia Records


Erscheinungsdatum: 1995


Stil: House


Trackliste:

1. Release The Pressure (7:40)
2. Afro-Left (7:34)
3. Melt (5:12)
4. Song Of Life (7:03)
5. Original (6:22)
6. Black Flute (3:46)
7. Space Shanty (7:15)
8. Inspection (Check One) (6:29)
9. Storm 3000 (5:44)
10. Open Up (6:51)
11. 21st Century Poem (5:45)

Gesamtspieldauer: 1:09:46



Leftfield ist eine britische Band, die im Jahr 1989 gegründet wurde und sich der elektronischen Musik verschrieben hatte. Die Band begann als Duo, bestehend aus Neil Barnes und Paul Daley. Zwei Alben wurden in dieser Besetzung in den Jahren 1995 und 1999 veröffentlicht. Neil Barnes belebte Leftfield schließlich erneut im Jahr 2010, dieses Mal allerdings ohne Paul Delay und veröffentlichte 2015 sogar ein weiteres, drittes Album. „Leftism“ heißt das Debut-Album der Band und es erschien am 30. Januar 1995 auf dem Plattenlabel Columbia Records. Darauf enthalten sind neue Stücke und überarbeitete Versionen von Liedern, bereits vorher als Single veröffentlicht worden waren. Die Platte lief vor allen Dingen im Heimatland der Musiker, Großbritannien, sehr gut und wurde dort mit zweimal Platin ausgezeichnet.

Legt man das Album auf, so glaubt man zunächst beim Hörern der ersten Takte von „Release The Pressure“ eine Jean Michel Jarre Platte aufgelegt zu haben. Im weiteren Verlauf des Liedes wird allerdings schnell klar, dass es sich bei der Musk von Leftfield um House handelt, bei der die Beats im Vordergrund stehen und zum Abtanzen auffordern. Club Musik ist zu hören, die oftmals relativ sphärisch eingeleitet wird, um dann den Rhythmus aufzunehmen und fortzutragen. Selten kommt es wie beim Stück „Melt“ vor, dass die Musik länger im eher atmosphärisch schwebenden Bereich verbleibt. Hier werden dann auch erneut Parallelen zu Jean Michel Jarre hörbar.

Die Lieder klingen in den Instrumentalpassagen oder bei den reinen Instrumentalstücken deutlich besser, überzeugender und mitreißender, als wenn Gesang zu hören ist, der manchmal auch im Bereich des Hip Hop angesiedelt ist. In diesen Instrumentalpassagen kann man zudem das musikalische Genre nachvollziehen, dem dieses Album auch oftmals zugerechnet wird, dem Progressive House. Bis zum ersten Hören von „Leftism“ wusste ich ehrlich gesagt noch nicht einmal, dass es solch ein Genre überhaupt gibt, beim Anhören der Scheibe erscheint einem diese Wortschöpfung allerdings durchaus logisch – zumindest bei einzelnen Titeln, wenn auch nicht bei allen.

Fazit: House, Progressive House und Hip Hop House gibt es auf „Leftism“, dem Debut-Album der englischen Band Leftfield zu hören. Selbstverständlich sollte man beim Hören der Scheibe dem Genre der elektronischen Musik etwas abgewinnen können, um die einzelnen Lieder besser genießen und darin eintauchen zu können. Insgesamt gesehen ist das Album mehr eines für die Clubs, da diese Art der Musik zu Hause, in den eigenen vier Wänden gehört, deutlich weniger wirkt. Ein gewisser Lautstärkepegel ist beim Hören sowieso angesagt. Manches auf „Leftism“ klingt spannend, anderes dagegen eher langweilig und oberflächlich. Für House-Freunde jedoch sicherlich eine Bereicherung. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Melt, Black Flute



Donnerstag, 21. Dezember 2017

Simon And Garfunkel – The Definitive Simon And Garfunkel




Simon And Garfunkel – The Definitive Simon And Garfunkel


Besetzung:

Keine weiteren Angaben


Gastmusiker:

Keine weiteren Angaben


Label: Columbia Records


Erscheinungsdatum: 1992 (Musik von 1964 - 1970)


Stil: Rock, Progressive Rock


Trackliste:

1. Wednesday Morning, 3 A.M. (2:12)
2. The Sound Of Silence (3:03)
3. Homeward Bound (2:26)
4. Kathy's Song (Live) (3:23)
5. I Am A Rock (2:50)
6. For Emily, Whenever I May Find Her (Live) (2:14)
7. Scarborough Fair / Canticle (3:07)
8. The 59th Street Bridge Song (Feelin' Groovy) (1:38)
9. Seven O'Clock News / Silent Night (1:58)
10. A Hazy Shade Of Winter (2:17)
11. El Condor Pasa (If I Could) (3:08)
12. Mrs. Robinson (3:54)
13. America (3:32)
14. At The Zoo (2:21)
15. Old Friends (2:33)
16. Bookends Theme (1:22)
17. Cecilia (2:50)
18. The Boxer (5:09)
19. Bridge Over Troubled Water (4:49)
20. Song For The Asking (1:49)

Gesamtspieldauer: 56:46




Das US-amerikanische Sänger- und Songwriter Duo Simon & Garfunkel hat seit dem Jahr 1964 fünf Studioalben, fünfzehn Kompilationsalben, vier Live-Platten, eine EP (Extended Play) sechsundzwanzig Singles, einen Soundtrack sowie vier Boxen veröffentlicht. Schon sehr beeindruckend, was man aus fünf Alben mit jeweils einer Laufzeit um die halbe Stunde alles herausholen kann. „The Definitive Simon And Garfunkel“ ist eines jener fünfzehn Kompilationsalben, enthält zwanzig Titel unter denen sich auch alle der bekanntesten Nummern des Duos befinden und wurde im Jahr 1992 auf dem Plattenlabel Columbia Records veröffentlicht.

Einige Ohrwürmer, um die man im Laufe eines Lebens in der westlichen Welt kaum herumkommt, befinden sich auf diesem „Best Of…“-Album. „The Sound Of Silence”, „Scarborough Fair”, „El Condor Pasa”, „Mrs. Robinson” oder auch „The Boxer“, um nur einige zu nennen. All diese Titel sind enthalten, neben anderen mehr oder weniger berühmten Stücken. Dies ist auch ein Unterscheidungsmerkmal der verschiedenen Kompilationsveröffentlichungen. Während die bekannten „Hits“ immer vorhanden sind, unterschieden sich die jeweiligen Platten immer in der Zusammenstellung der etwas unbekannteren Titel. Verkauft haben sich diese Alben allesamt gut, sodass vor allen Dingen Paul Simon, der die allermeisten Lieder schrieb, bei etwaigen Geldsorgen nur solch eine neue Veröffentlichung in Auftrag geben muss, und es läuft wieder.

Sanften und weichen Pop bis Folk hört man bei Simon And Garfunkel. Viele der Lieder gehen ins Ohr und werden dort zu Ohrwürmern. Das Schöne an der Musik von Simon And Garfunkel ist dabei auch, dass man diese immer wieder hören kann. Auch nach jetzt bald 50 Jahren seit der Entstehung der Lieder, wirken sie immer noch. Dies gilt nicht für jeden Titel, doch zumindest für sehr viele, der hier auf „The Definitive Simon And Garfunkel“ enthaltenen Nummern.

Fazit: Pop der 60er, Folk, Oldie, ganz egal wie man die Musik der beiden US-Amerikaner umschreibt, sie bleibt immer melodiös, eingängig, sanft und weich. Und sie geht vor allen Dingen ins Ohr. Man benötigt dazu jedoch keine zig Kompilationsalben, um in die musikalische Welt des Duos eintauchen zu können. Eines genügt im Grunde genommen, denn auf allen sind die „Hits“ der beiden vertreten. Der Rest ist dann eher die Auswahl einer Marketingabteilung und muss nicht mehr unbedingt mit dem eigenen Geschmack übereinstimmen. Nichtsdestotrotz, „schön“ klingen Simon And Garfunkel immer. Elf Punkte.

Anspieltipps: The Sound Of Silence, Scarborough Fair, El Condor Pasa, Mrs. Robinson



Mittwoch, 20. Dezember 2017

Various Artists – The Spirit Of Sireena




Various Artists – The Spirit Of Sireena


Besetzung:

Keine weiteren Angaben


Gastmusiker:

Keine weiteren Angaben


Label: Sireena Records


Erscheinungsdatum: 2001


Stil: Alternative Rock, Rock & Roll, Punk, Psychedelic Rock, Prog Rock


Trackliste:

1. The Strangemen – Diane (5:01)
2. The Shiny Gnomes – What Ulli Says (5:35)
3. The Perc – Good Grass, Bad Bay (4:57)
4. The Perc Meets The Hidden Gentleman – The Infant King (5:08)
5. Barbara Gosza – Harder Than That (3:01)
6. Hermann Lammers-Meyer & Willie Nelson – The Part Where I Cry (2:54)
7. The Flying Klassenfeind – Sin City (4:26)
8. The Pachinko Fake – Wrong Notes Don't Exist (4:29)
9. The Electric Family – Bricks Of Time (7:04)

Gesamtspieldauer: 42:38




„The Spirit Of Sireena“ heißt ein Kompilationsalbum, welches einige Bands des im Jahr 2000 gegründeten Labels Sireena Records vorstellt. Man erhält mit dieser Scheibe einen weit ausgebreiteten Fächer verschiedener Stilrichtungen des Genres Rock. Die einzelnen Titel wurden dabei bereits veröffentlichten Alben entnommen. Erschienen ist diese Zusammenstellung im Jahr 2001.

Solch ein Kompilationsalbum ist immer dann eine nette Sache, wenn man es als Informationsquell betrachtet, um neue Bands beziehungsweise neue Musik für sich zu entdecken, die in das eigene „Beuteschema“ passen. So gibt es für Rock-Freundinnen und Rock-Freunde gerade zu Beginn der Scheibe eine ganze Menge Musik zu entdecken von Bands, die nicht ganz so bekannt sind, sich jedoch definitiv lohnen gehört zu werden.

Zu Beginn der Scheibe macht noch jeder Titel Spaß. Die Shiny Gnomes mit ihrem “What Ulli Says” seien an dieser Stelle positiv herausgehoben und auch Barbara Gosza mit dem Titel „Harder Than That“. Einmal etwas mehr rockig, Barbara Gosza in Richtung Folk driftend. Schöne Lieder, die ins Ohr gehen. Das kann man von der zweiten Hälfte des Albums – bis auf den letzten Titel „Bricks Of Time“ von The Electric Family – nicht mehr behaupten. Hermann Lammers-Meyer & Willie Nelson machen natürlich Country und sowohl The Flying Klassenfeind wie auch The Pachinko Fake versuchen mit atonaler und anstrengender Musik Hörerinnen und Hörer zu überzeugen, die man jedoch nicht mehr unbedingt kennen muss. Von daher möchte ich dem Titel von The Pachinko Fake, „Wrong Notes Don‘t Exist“, auch vehement widersprechen.

Fazit: Eine interessante Zusammenstellung verschiedener musikalischer Stile bietet das Kompilationsalbum „The Spirit Of Sireena“ des Plattenlabels Sireena Records. Man sollte diese Scheibe als Informations- und Inspirationsquell sehen, als was sie wohl auch gedacht ist. Einige schöne Nummern tummeln sich da neben kaum hörbaren Stücken. Welche das jeweils sind, das bleibt selbstverständlich jeder und jedem selbst überlassen. Acht Punkte.

Anspieltipps: What Ulli Says, Harder Than That



Dienstag, 19. Dezember 2017

A-ha – Headlines And Deadlines - The Hits Of A-ha




A-ha – Headlines And Deadlines - The Hits Of A-ha


Besetzung:

Keine weiteren Angaben


Gastmusiker:

Keine weiteren Angaben


Label: Warner Brothers Records


Erscheinungsdatum: 1991


Stil: Pop, New Wave, Synthie Pop


Trackliste:

1. Take On Me (3:48)
2. Cry Wolf (4:08)
3. Touchy! (4:37)
4. You Are The One (3:47)
5. Manhattan Skyline (4:50)
6. The Blood That Moves The Body (4:06)
7. Early Morning (2:59)
8. Hunting High And Low (3:47)
9. Move To Memphis (4:17)
10. I've Been Losing You (4:26)
11. The Living Daylights (4:16)
12. Crying In The Rain (4:24)
13. I Call Your Name (4:53)
14. Stay On These Roads (4:46)
15. Train Of Thought (4:16)
16. The Sun Always Shines On T.V. (5:05)

Gesamtspieldauer: 1:08:33



Im Jahr 1991 veröffentlichte die norwegische Pop Band A-ha ihr erstes weltweit erscheinendes „Best Of…“-Album mit dem Titel „Headlines And Deadlines - The Hits Of A-ha“. Darauf enthalten sind Lieder der ersten vier Studioalben des skandinavischen Trios. „Hunting High And Low“ aus dem Jahr 1985 ist viermal vertreten. Drei Beiträge wurden vom 1986 erschienen Album „Scoundrel Days“ hinzugefügt. Von „Stay On These Roads“ aus dem Jahr 1988 stammen mit fünf Liedern die meisten Titel und schließlich ist auch das vierte Album von A-Ha, „East Of The Sun, West Of The Moon“, aus dem Jahr 1990 mit drei Nummern vertreten. Dazu gesellt sich noch der Titel „Move To Memphis“, der bisher noch gar nicht veröffentlicht worden war. Einmal mehr fragt man sich, was ein bisher unveröffentlichtes Lied auf einem „Greatest Hits“-Album verloren hat, aber so scheint das Geschäft wohl zu laufen und die Fans kaufen die Platte dann eben für diese eine Nummer auch noch. Heute, in Zeiten des Downloads, wird das sicherlich nicht mehr so einfach und wirkungsvoll funktionieren. „Headlines And Deadlines - The Hits Of A-ha“ erschien am 4. November 1991 auf dem Plattenlabel Warner Brothers Records.

A-ha waren mit ihrer Debut-Platte „Hunting High And Low“ weltweit überaus erfolgreich. Nicht zuletzt auch das Video zum Lied „Take On Me“ trug mit zum Erfolg der Scheibe bei. Aber auch das Titellied „Hunting High And Low“ oder „The Sun Always Shines On T.V.“ waren alles sehr eingängige und melodiöse Pop Nummern, die durchaus ins Ohr gingen und hängenblieben. Der kommerzielle Erfolg der Band nahm jedoch von Platte zu Platte deutlich ab und mit diesem Kompilationsalbum kann man auch sehr gut nachvollziehen, warum das so war. Alles, was nach „Hunting High And Low“ kam – zumindest auf dieser Zusammenstellung – klingt höchstens noch durchschnittlich, wenn es nicht sogar langweilt. Die drei Norweger schienen ihre Ideen schnell verbraucht zu haben.

Somit ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass die Höhepunkte dieses Greatest Hits Albums drei Lieder von der ersten Veröffentlichung von A-ha sind. Die Nummern „Take On Me“, „Hunting High And Low“ sowie „The Sun Always Shines On T.V.“ wären hier zu nennen, wobei das schönste Lied von A-ha, „Hunting High And Low“, auf „Headlines And Deadlines - The Hits Of A-ha“ in einem neuen Remix zu hören ist, der durch zu viel Orchester etwas überfrachtet wirkt und klingt. Der Remix von „The Sun Always Shines On T.V.“ klingt leider auch sehr viel synthetischer, als das Original. Eine weitere Unsitte, einem „Best Of“-Album einen Remix und nicht das Original hinzuzufügen. Und ansonsten? Unaufgeregter Pop, nichts mehr, was heraussticht oder begeistern könnte. Weitere Höhepunkte sind da leider nicht mehr auszumachen. Wenn das allerdings die besten Lieder der Platten zwei, drei und vier sein sollen…

Fazit: Mit „Headlines And Deadlines - The Hits Of A-ha“ erhält man eine schöne Übersicht über das Schaffen der norwegischen Band A-ha auf ihren ersten vier Studioalben. Interessant klingen auf diesem Kompilationsalbum jedoch lediglich die Nummern von der ersten Platte „Hunting High And Low“. Der ganze Rest ist höchstens noch durchschnittlicher Pop, der einfach so durchrauscht, ohne Spuren zu hinterlassen. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Take On Me, Hunting High And Low, The Sun Always Shines On T.V.



Montag, 18. Dezember 2017

Elton John – Songs From The West Coast




Elton John – Songs From The West Coast


Besetzung:

Elton John – piano, harmonium, vocals


Gastmusiker:

Rusty Anderson – guitars, electric guitars, bozouki
Gary Barlow – backing vocals
Jay Bellerose – percussion
Paul Buckmaster – horn and string arrangements, conductor
Paul Bushnell – bass guitar, backing vocals
Matt Chamberlain – drums, percussion
David Channing – acoustic guitar, dobro
Bruce Gaitsch – acoustic guitar
Davey Johnstone – acoustic and electric guitars, mandolin, backing vocals
Kudisan Kai – backing vocals
Patrick Leonard – hammond b3 organ, mellotron, keyboards
Nigel Olsson – drums, backing vocals
Billy Preston – electric and hammond b3 organs
Tata Vega – backing vocals
Rufus Wainwright – harmony vocals on "American Triangle"
Stevie Wonder – clavinet and harmonica on "Dark Diamond"


Label: Mercury Records


Erscheinungsdatum: 2001


Stil: Pop


Trackliste:

1. The Emperor's New Clothes (4:28)
2. Dark Diamond (4:26)
3. Look Ma, No Hands (4:22)
4. American Triangle (4:49)
5. Original Sin (4:49)
6. Birds (3:52)
7. I Want Love (4:35)
8. The Wasteland (4:21)
9. Ballad Of The Boy In The Red Shoes (4:52)
10. Love Her Like Me (3:58)
11. Mansfield (4:56)
12. This Train Don't Stop There Anymore (4:40)

Gesamtspieldauer: 54:11




„Songs From The West Coast“ nannte der englische Musiker Elton John sein 26. Studioalbum. Die Platte wurde am 1. Oktober 2001 veröffentlicht und stellt eine kleine Zäsur dar. Mit „Songs From The West“ Coast kehrte Elton John wieder zurück zu seinem Piano-basierten Pop der früheren Jahre seiner Karriere. Die Platte verkaufte sich auch durchaus erfolgreich, in Europa ein wenig besser, als in den USA.

Zwölf Lieder finden sich auf „Songs From The West Coast“. Alle zwölf Stücke sind Lieder, die ins Ohr gehen. Eingängigen und melodiösen Pop bietet Elton John hier seinen Fans. Neben seiner Stimme steht dabei ganz klar sein Piano-Spiel im Zentrum der Musik. Nicht zuletzt durch dieses Instrument entsteht ein warmer und weicher Pop-Sound, der mit Harmonien angefüllt ist. Auch wenn auf „Songs From The West Coast“ kein ganz großer Hit des Elton John vertreten ist, so macht es doch das Gesamterlebnis dieses Albums, welches es zu einer hörenswerten Platte werden lässt.

Einen Titel des Albums besonders herauszuheben ist nicht ganz einfach, da alle zwölf Lieder klingen und unterhalten. Elton John hat mit „Songs From The West Coast“ ein Album von gleichbleibender Qualität vorgelegt. Auch die Texte sind durchdacht und abwechslungsreich, handeln nicht nur vom Thema der Liebe. Um hier trotzdem drei ganz typische Nummern des Albums zu nennen, seinen an dieser Stelle die Lieder „Look Ma, No Hands“, „American Triangle“ und „Original Sin“ erwähnt. Vor allen Dingen das letztgenannte Lied hat durchaus das Potential zum Ohrwurm.

Fazit: Ein schönes Pop-Album hat Elton John mit „Songs From The West Coast“ im Jahr 2001 veröffentlicht. Die Musik erinnert dabei sehr stark an seine, vom Piano dominierte Schaffensphase Ende der 70er und Anfang der 80er Jahre. Die Lieder gehen gut ins Ohr und klingen. Freilich ist „Songs From The West Coast“ kein „Überalbum“, doch wer auf Pop steht, dürfte mit diesem Album jede Menge Spaß haben. Neun Punkte.

Anspieltipps: Look Ma No Hands, American Triangle, Original Sin



Sonntag, 17. Dezember 2017

Chris De Burgh – Spark To A Flame - The Very Best Of Chris De Burgh




Chris De Burgh – Spark To A Flame - The Very Best Of Chris De Burgh


Besetzung:

Keine weiteren Angaben


Gastmusiker:

Keine weiteren Angaben


Label: A&M Records


Erscheinungsdatum: 1989


Stil: Pop


Trackliste:

1. This Waiting Heart (4:09)
2. Don't Pay The Ferryman (3:24)
3. Fire On The Water (4:27)
4. Sailing Away (4:59)
5. The Lady In Red (4:17)
6. Borderline (4:33)
7. Say Goodbye To It All (5:04)
8. One Wort (Straight To The Heart) (4:31)
9. A Spaceman Came Travelling (5:02)
10. Ship To Shore (3:48)
11. Missing You (4:08)
12. Diamond In The Dark (3:31)
13. Tender Hands (4:28)
14. The Getaway (3:50)
15. Where Peaceful Waters Flow (3:53)
16. High On Emotion (4:25)

Gesamtspieldauer: 1:08:36



„Spark To A Flame - The Very Best Of Chris De Burgh“ ist das dritte Kompilationsalbum des Iren Chris de Burgh und erschien im Jahr 1989. Inzwischen gibt es eine zweistellige Anzahl solcher „Best Of…“-Alben des irischen Musikers. „Spark To A Flame - The Very Best Of Chris De Burgh“ wurde auf A&M Records veröffentlicht und beinhaltet hauptsächlich die doch sehr poppigen Stücke der 80er Jahre aus den Alben „The Getaway“, „Man On The Line“, „Into The Light“ und „Flying Colours“, um die Karriere des Iren nochmals so richtig anzukurbeln.

Selbstverständlich konnte es sich das Management des Chris de Burgh nicht verkneifen, diesem „The Very Best Of Chris De Burgh“ gleich noch zwei bisher unveröffentlichte Titel beizumischen. „This Waiting Heart“ und „Diamond In The Dark“ heißen diese und sind ganz bestimmt keine Hits, sondern sehr viel eher unterdurchschnittlicher Pop. Langweilige Pop-Liedchen, die diesem Album beigefügt wurden, damit die Fans, die die anderen Studioalben des Iren bereits besitzen, nochmals dazu verleitet werden, sich auch diese Scheibe zuzulegen. Nicht nett, aber wenn die Kunden es kaufen, trotzdem alles richtig gemacht.

Am ehesten kann man diese Platte noch mit deutschem Schlager, der auf Englisch eingesungen wurde, vergleichen. So klingt die Musik an vielen Stellen, die Aussagen der Texte weisen ebenso darauf hin. Viel zu häufig hört man hier ein synthetisches Schlagzeug und die ganze Musik driftet in die unendliche Belanglosigkeit ab. Lediglich ein paar ältere Stücke heben hier noch das Niveau – ganz schaffen sie dies allerdings auch nicht mehr, denn auch bei diesen Titeln lässt die Auswahl, bis auf „A Spaceman Came Travelling“, sehr zu wünschen übrig. Natürlich sind die „Hits“ des Chris de Burgh aus der Zeit der 80er Jahre vorhanden. Lieder wie „The Lady In Red“, „Ship To Shore“ oder „High On Emotion“ fehlen nicht. Wenn einen Chris de Burgh mit derartigen Liedern allerdings bereits als Hörer verloren hatte, man genau diese Titel jedoch hier als positive Nummern heraushört, dann sagt dies einiges über den Rest dieses Kompilationsalbums aus. Der Rest ist nämlich wahrlich schlecht, absolut kommerzieller Radio-Pop, langweilig bis in den letzten Takt hinein. Die 80er Jahre konnten musikalisch gesehen wahrlich hart sein.

Fazit: Ein weiteres „Greatest Hits“-Album stellt „Spark To A Flame“ dar. Dieses Mal liegt der Fokus mehr auf den 80er Jahren der Karriere des Chris de Burgh. Das bedeutet nichts Gutes, wenn man diesen einfallslosen und banalen Pop nicht so mag. Klar, man kann das irgendwie nebenbei hören, doch das ist wahrlich selten der Sinn von Musik. „Spark To A Flame - The Very Best Of Chris De Burgh“ ist ein rein kommerzielles Marketingprodukt, welches noch um zwei neue Lieder ergänzt wurde, um einen zusätzlichen Kaufanreiz zu schaffen. Zu allermeist langweilt das Ganze sehr. Fünf Punkte.

Anspieltipps: A Spaceman Came Travelling



Samstag, 16. Dezember 2017

Bon Jovi – Greatest Hits




Bon Jovi – Greatest Hits


Besetzung:

Keine weiteren Angaben


Gastmusiker:

Keine weiteren Angaben


Label: Island Records


Erscheinungsdatum: 2010


Stil: Rock, Pop Rock


Trackliste:

1. Livin' On A Prayer (4:10)
2. You Give Love A Bad Name (3:43)
3. It's My Life (3:44)
4. Have A Nice Day (3:48)
5. Wanted Dead Or Alive (5:08)
6. Bad Medicine (5:16)
7. We Weren't Born To Follow (4:04)
8. I'll Be There For You (5:46)
9. Born To Be My Baby (4:40)
10. Bed Of Roses (6:35)
11. Who Says You Can't Go Home (4:40)
12. Lay Your Hands On Me (3:49)
13. Always (5:53)
14. In These Arms (5:19)
15. What Do You Got? (3:47)
16. No Apologies (3:44)

Gesamtspieldauer: 1:14:13



„Greatest Hits“ ist ein Kompilationsalbum der US-amerikanischen Band Bon Jovi, welches am 29. Oktober 2010 veröffentlicht wurde. Es ist bereits die fünfte derartige Veröffentlichung der Amerikaner und umfasst die Alben „Bon Jovi“ (1984), „Slippery When Wet“ (1986), „New Jersey“ (1988), „Keep The Faith“ (1992), „Crush“ (2000), „Have A Nice Day“ (2005) und „The Circle“ (2009). Ergänzt wird diese Zusammenstellung durch den Titel „Always“, der als neues Lied dem ersten „Best Of…“-Album „Cross Road“ im Jahr 1994 beigegeben worden war. Und schließlich wird das Ganze noch durch die beiden Nummern „What Do You Got?“ sowie „No Apologies“ vervollständigt. Zwei völlig neue Lieder, damit auch diejenigen Fans das Album kaufen, die die anderen Platten der Band bereits besitzen.

Bon Jovi machen zum allergrößten Teil ziemlich anbiedernden Pop Rock, bei dem die dauergewellten Haare ordentlich durch die Luft gewirbelt werden. Diese Art der Musik gefällt sehr vielen Menschen, da sie auch wirklich schnell ins Ohr geht, eingängig und melodiös klingt. Auf die Texte hört sowieso kaum jemand. Diese sind größtenteils unfassbar schmalzig und man kann kaum glauben, dass erwachsene Männer solch einen Stuss von sich geben können, ohne dabei rot anzulaufen. Nun, vielleicht bin auch nur ich nicht romantisch genug. Der Hauch des Hard Rock haftet der Musik von Jon Bon Jovi und seiner Band an, im Grunde genommen ist alles von Bon Jovi allerdings nur eine zum Teil etwas härtere Variante des Pop Rock.

Keinesfalls kann man behaupten, dass diese Musik schlecht wäre. Sie klingt und sie unterhält. Sie ist auf die schnelle Eingängigkeit hin produziert worden und diesen Anspruch erfüllen Bon Jovi auch. Allerdings kann dies schnell einen gewissen Grad der Langweile aufkommen lassen. Denn auch wenn die Lieder nicht unbedingt alle exakt gleich klingen, die Machart ist immer dieselbe – und das über mehrere Jahrzehnte hinweg. Die Hits der Band sind jedoch größtenteils vertreten, wenn auch solch eine Nummer wie „Runaway“ zum Beispiel leider fehlt. Doch die Schmachtwerke der 80er und 90er Jahre sind vollständig vertreten.

Fazit: Mit diesem „Greatest Hits“-Album von Bon Jovi erhält man eine sehr schöne Übersicht über das Schaffen und Wirken der US-amerikanischen Pop-Rock-Band. Schnell stellt man fest, egal aus welchem Jahrzehnt ein Lied auch stammt, es klingt nach derselben Machart, hört sich ähnlich an. Allerdings ist diese Ähnlichkeit zugleich auch eingängig, vielen Hörerinnen und Hörern wird das sehr gut gefallen. Mir ist es leider viel zu langweilig. Und diese Texte, die lösen bei mir Kopfschütteln und tiefe Betroffenheit aus. Aber schlecht? Nein, schlecht ist das alles nicht. Nur fast schlecht. Fünf Punkte.

Anspieltipps: Have A Nice Day, Wanted Dead Or Alive