Sonntag, 2. Juni 2013

Golden Earring – Together




Golden Earring – Together


Besetzung:

George Kooymans – guitar, vocals
Rinus Gerritsen – bass guitar, keyboards
Barry Hay – flute, vocals
Cesar Zuiderwijk – drums


Label: Red Bullet


Erscheinungsdatum: 1972


Stil: Rock, Blues


Trackliste:

1. All Day Watcher (4:50)
2. Avalanche Of Love (4:15)
3. Cruisin' Southern Germany (3:02)
4. Brother Wind (7:57)
5. Buddy Joe (3:50)
6. Jangalene (5:10)
7. From Heaven, From Hell (6:07)
8. Thousand Feet Bellow You (4:10)

Gesamtspieldauer: 39:24




Das achte Studio-Album der Niederländer von Golden Earring erschien 1972 und trägt den Titel „Together“. Nichts Neues könnte man sagen, denn wie sein Vorgänger „Seven Tears“ enthält die Platte vor allem Blues-Rock, der hier ab und an vielleicht sogar mal ein wenig progressiver ist, wie auf dem längsten Stück der Platte „Brother Wind“. Dort kann man auch einem ellenlangen Drum-Solo lauschen, wie es dieses sonst wohl nur auf Live-Platten zu hören gibt.

Auch „From Heaven, From Hell“ geht ein klein wenig in die progressivere Richtung, was auch für Abwechslung auf diesem Album sorgt. Dabei ist der Song schön eingängig und melodiös und mit Sicherheit einer der Höhepunkte des ganzen Albums. Besonders gelungen ist bei diesem Stück auch immer der Einsatz der Querflöte, was für „ordentlich“ Atmosphäre sorgt. Es wird ein wenig mehr gerockt, als noch auf dem Vorgänger, häufig eben in der Blues-Variante.

Das bekannteste Stück des Albums dürfte „Buddy Joe“ sein. Ein ganz netter Rock-Song – nicht mehr, aber eben auch nicht weniger. Der Rest der Platte geht irgendwie unter, da es den meisten Titeln einfach an guten Einfällen fehlt.

Fazit: Mit dem nächsten Album „Moontan“ sollten Golden Earring ihr Meisterstück abliefern. Auf dieser Platte hier, ein Jahr zuvor entstanden, deutet noch sehr wenig auf den kommenden Meilensteil hin – außer vielleicht „From Heaven From Hell“. Ansonsten solide gemachter Blues-Rock, versehen mit hier und da einem besseren Song. Richtig überzeugend ist das jedoch noch nicht. Acht Punkte.

Anspieltipps: Brother Wind, Buddy Joe, From Heaven From Hell





Samstag, 1. Juni 2013

Nektar – Recycled




Nektar – Recycled


Besetzung:

Allan “Taff” Freeman – keyboards, backing vocals
Roye Albrighton – guitars, lead vocals
Derek “Mo” Moore – bass, backing vocals
Ron Howden – drums, percussion


Gastmusiker:

Larry Fast – synthesizers
The English Chorale conducted by Robert Howes, arranged by Christian Kolonovits


Label: Bellaphon / Bacillus Records


Erscheinungsdatum: 1975


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

1. Recycle (2:44)
2. Cybernetic Consumption (2:12)
3. Recycle Countdown (1:54)
4. Automation Horrorscope (3:02)
5. Recycling (1:50)
6. Flight To Reality (1:19)
7. Unendless Imaginations (4:37)
8. Sao Paulo Sunrise (3:04)
9. Costa Del Sol (4:04)
10. Marvellous Moses (6:35)
11. It's All Over (5:20)

Gesamtspieldauer: 36:42





„Recycled“ nannte die Band Nektar ihr sechstes Studio-Album, welches 1975 erschien. Dabei handelt es sich erneut, wie bereits des Öfteren in der Band-Geschichte, um ein Konzept-Album. Dieses Mal geht es um die Natur und die Zerstörung dieser durch den Menschen.


Das ist allerdings nicht das Besondere, nicht das Überraschende an diesem Album. Diesen Umstand findet man mehr in der Musik auf „Recycled“. Denn die ist auf dem vorliegenden Album um Klassen besser gelungen, als noch auf dem fast schon poppigen Vorgänger „Down To Earth“. Gut gemachten progressiven Rock hört man auf „Recycled“. Wahrscheinlich stellt dieses sechste Album sogar das progressivste überhaupt in der Diskographie der Band dar. Die einzelnen Lieder fließen dabei ineinander über, sodass sich alles wie ein großer und langer Song präsentiert, der viele Schattierungen aufweist. Nur nach „Unendless Imaginations“ kommt es zu wenigen Sekunden Stille, da hier die vormals erste Seite der Platte beendet war. Derselbe Sound wird aber sofort wieder aufgenommen und weiter geht es mit „Sao Paulo Sunrise“.


Es gibt sehr schöne Stellen auf „Recycled“ zu erlauschen. Melodiös und mitunter bombastisch. Manches Mal wirkt die Musik jedoch auch schräg und sehr viel weniger eingängig, allerdings hält sich dieser Aspekt der Musik auf „Recycled“ wirklich in sehr engen Grenzen. Die Songs klingen durch die Bank hinweg voll und dicht. Ein Chor trägt zusätzlich zum Pathos bei, der manchen Liedern hier ebenfalls anheftet.

„Recycled“ ist ein Album, was praktisch durchweg groovt. Richtig leise wird es nie und die Lieder sind auch fast ausnahmslos im Mid-Tempo gehalten, wobei es nichtsdestotrotz natürlich auch etwas ruhigere Abschnitte in einzelnen Titeln gibt. Der Fuß darf allerdings bei jedem Stück mitwippen, mit Hard Rock, dem sich Nektar ja auch schon mal angenähert hatte, mit diesem Genre der Musik haben die Lieder auf „Recycled“ allerdings absolut nichts gemein.

Fazit: „Recycled“ kommt nicht an das Debut-Album „Journey To The Center Of The Eye“ heran. Dazu fehlen hier die herausragenden Melodien doch ein wenig. Das, was auf diesem sechsten Album der Band zu hören ist, das kann sich allerdings auch hören lassen. „Recycled“ ist eine schöne und sehr interessante Platte geworden, welche man immer wieder gerne, auch wegen ihrer stimmungsvollen Atmosphäre einlegt. Abwechslungsreicher, progressiver Rock der klingt. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Recycle, Recycle Countdown, Recycling, Unendless Imaginations, Costa Del Sol, It's All Over






Freitag, 31. Mai 2013

Tori Amos – Under The Pink




Tori Amos – Under The Pink


Besetzung:

Tori Amos – vocals, piano


Gastmusiker:

Steve Caton – guitar
Paulinho Da Costa – percussion
Melissa "Missy" Hasin – cello
Dane Little – cello
Cynthia Morrow – viola
Carlo Nuccio – drums
George Porter, Jr. – bass
Trent Reznor – backing vocals
Jimbo Ross – viola
John Acevedo – viola
Nancy Stein-Ross – cello
John Philip Shenale – strings, organ
Chris Reutinger – violin
Michael Allen Harrison – violin
Ezra Killinger – violin
Francine Walsh – violin
John Wittenberg – violin
Nancy Roth – violin


Label: WEA


Erscheinungsdatum: 1994


Stil: Pop


Trackliste:

1. Pretty Good Year (3:27)
2. God (4:00)
3. Bells For Her (5:22)
4. Past The Mission (4:07)
5. Baker Baker (3:19)
6. The Wrong Band (3:03)
7. The Waitress (3:11)
8. Cornflake Girl (5:08)
9. Icicle (5:47)
10. Cloud On My Tongue (4:44)
11. Space Dog (5:13)
12. Yes, Anastasia (9:33)

Gesamtspieldauer: 56:51




Jede Menge ruhige und pianolastige Musik wird dem Hörer auf „Under The Pink“, dem zweiten Studioalbum der Amerikanerin Tori Amos geboten, welches im Jahr 1994 erschien. Häufig begleitet sich die Musikerin hier alleine auf dem Piano und singt oder besser gesagt haucht die Texte in das Mikrophon. Nicht immer ist das dabei Gehörte melodiös, sondern kann durchaus auch mal atonal und „ungemütlicher“ klingen, wie beim etwas schrofferen „The Waitress“. Nichtsdestotrotz überwiegen auf diesem Album, mit dem Tori Amos der internationale Durchbruch gelang, doch die sanften bis weichen und eingängigen Töne.

Dies alles hört sich mitunter auch richtig poppig an. Beispielhaft dafür steht das überragende „Cornflake Girl“, ein Lied, welches man einfach gehört haben muss, dem man sich kaum verschließen kann. Ein anderes Mal wird die Musik dann nur ganz zart akzentuiert, eine Variation, die sich bei dem nicht minder eindrucksvollen „Bells For Her“ genießen lässt. Jetzt bewegt sich die Begleitung nur noch ein Grad vor dem Nichts – und genau darin liegt nun auch die Stärke dieses Stücks. Eine zerbrechliche Atmosphäre wird erzeugt, der man am ehesten ganz entspannt lauschen sollte.

Weitere Höhepunkte des Albums finden sich in dem wieder etwas flotteren „Past The Mission“ und dem erneut überaus sanften „Icycle“. So macht auch der Mix unterschiedlicher Stimmungen eine Stärke dieses Albums aus, welches immer wieder aufs Neue angenehm überrascht und nie langweilig wird.

Fazit: „Under The Pink“ enthält mit „Cornflake Girl“ eines der besten Lieder Tori Amos‘. Die Platte allerdings nur auf diesen einen Song zu reduzieren wäre ein Fehler, denn dazu befindet sich viel zu viel gute Musik auf dem Album. Ausfälle oder Füll-Material gibt es nicht, sodass „Under The Pink“ für den Tori Amos‘ Fan natürlich ein „Must-Have“ darstellt, andererseits auch für diejenigen einen guten Einstieg darstellt, die sich die Welt der Amerikanerin erst erschließen möchten. Elf Punkte.

Anspieltipps: Bells For Her, Past The Mission, Baker Baker, Cornflake Girl, Icycle und ich könnte diese Liste noch verlängern.





Donnerstag, 30. Mai 2013

Mike Oldfield – The Songs Of Distant Earth




Mike Oldfield – The Songs Of Distant Earth


Besetzung:

Mike Oldfield – all instruments


Gastmusiker:

Mark Rutherford – additional rhythm loops
Sugar J – additional rhythm loops
Pandit Dinesh – tablas
Molly Oldfield – keyboards
Cori Josias – vocals
Ella Harper – vocals
David Nickless – vocals
Roame – vocals
Members Of "Verulam Consort" – vocals
The Tallis Scholars – vocals


Label: Warner Music UK Ltd.


Erscheinungsdatum: 1994


Stil: Instrumentalmusik, Chill-Out, New Age


Trackliste:

1. In The Beginning (1:24)
2. Let There Be Light (4:58)
3. Supernova (3:24)
4. Magellan (4:41)
5. First Landing (1:16)
6. Oceania (3:20)
7. Only Time Will Tell (4:27)
8. Prayer For The Earth (2:10)
9. Lament For Atlantis (2:44)
10. The Chamber (1:48)
11. Hibernaculum (3:33)
12. Tubular World (3:22)
13. The Shining Ones (3:00)
14. Crystal Clear (5:43)
15. The Sunken Forest (2:38)
16. Ascension (5:49)
17. A New Beginning (1:37)

Gesamtspieldauer: 55:51




„The Songs Of Distant Earth“ ist bereits das sechzehnte Studioalbum des Briten Mike Oldfield. Und diese Platte ist mal wieder eine, die ein wenig aus dem Rahmen fällt im Gesamtkatalog Mike Oldfields. Im Grunde hört man hier nämlich Entspannungsmusik, Chill-Out Klänge, für welche „Michael Altfeld“ bisher noch nicht so unbedingt bekannt war.

Siebzehn Lieder zum Relaxen werden dem Hörer auf „The Songs Of Distant Earth“ geboten. Diese variieren allerdings genreübergreifend. Da hört man sphärische Töne, neben Klängen, die an Enigma- oder aber Vangelis-Musik erinnern, man hört den Astronauten William Alison Anders, der während einer Apollo-Mission aus der Schöpfungsgeschichte vorliest, man hört einen Eingeborenen-Chor und dann wieder Choräle, die in der Art gregorianischer Gesänge dargeboten werden.

Ein bunter Stilmix wird hier also geboten, der zugegebenermaßen allerdings irgendwie zusammenpasst und aufeinander abgestimmt ist. Das Ganze wirkt so wie ein sehr langes Lied, bei dem die einzelnen Teile ineinanderfließen. Die verschiedenen Stücke gehen auch tatsächlich lückenlos ineinander über, was den Eindruck noch verstäkt, dass es sich bei all dem, was auf "The Songs Of Distant Earth" zu hören ist, um eine einzige lange und abwechslungsreiche Nummer handelt.

Fazit: „The Songs Of Distant Earth“ ist für mich ein echter Beißer. Das ist alles nicht schlecht, was man da hört, aber auch nicht wirklich bewegend. Die Musik läuft auch ständig Gefahr zu langweilen, da alles, trotz der unterschiedlichen Stilmittel, dann doch wieder sehr ähnlich klingt. Gut zu gebrauchen ist die Platte als Hintergrundmusik. Völlig unaufgeregt läuft die Platte nebenbei und man kann sich dabei bestens unterhalten, ein Buch lesen oder eben relaxen. Aber Musik soll auch unterhalten. Aber unterhalten werde ich durch „The Songs Of Distant Earth“ seltsamerweise nicht richtig. Eher begleitet. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Let There Be Light, Oceania, Tubular World, The Shining Ones, Ascension




Mittwoch, 29. Mai 2013

Renaissance – A Song For All Seasons




Renaissance – A Song For All Seasons


Besetzung:

Annie Haslam – lead vocals
Jon Camp – bass, bass pedals, electric guitar, lead vocals
Michael Dunford – 6 and 12 string acoustic and electric guitars
Terence Sullivan – drums and percussion
John Tout – keyboards


Gastmusiker:

The Royal Philharmonic Orchestra


Label: Warner Bros Records Inc.


Erscheinungsdatum: 1978


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

1. Opening Out (4:16)
2. The Day Of The Dreamer (9:44)
3. Closer Than Yesterday (3:19)
4. Kindness (At The End) (4:49)
5. Back Home Once Again ("The Paper Lads") (3:17)
6. She Is Love (4:13)
7. Northern Lights (4:07)
8. A Song For All Seasons (10:56)

Gesamtspieldauer: 44:40




1978, mit ihrem achten Album und das letzte Mal in der klassischen Besetzung, schaffte es die englische Band um Sängerin Annie Haslam noch ein letztes Mal ein überaus überzeugendes Album vorzulegen, welches nur in ganz wenigen Ausnahmen nicht im melodischen progressiven Rock beheimatet ist. 1978 war eine Zeit, in der die progressive Rock-Musik eigentlich schon nicht mehr existent war. Entsprechende Bands des Genres hatten sich in die Pop-Gefilde verabschiedet. Umso überraschender ist damit das Erscheinen von „A Song For All Seasons“.

Erste Ansätze sind zwar auch hier bereits in Richtung Pop vorhanden, was sich zum Beispiel im Titel „Back Home Once Again“ widerspiegelt. Hier hört sich Renaissance dann auch gleich äußerst langweilig bis belanglos an. Das Stück „Nothern Lights“ geht ebenso in die poppigere Richtung. Das Lied wurde zudem als Single ausgekoppelt und erreichte immerhin Platz 10 der britischen Charts. Und diese Nummer klingt auch trotz der sehr viel einfacheren Struktur gut und hebt sich dabei angenehm deutlich vom sehr viel uninteressanteren Pop-Allerlei ab, welches man sonst so hin und wieder in den Hitparaden der Welt zu hören bekommt.

Bei zwei Stücken wurde auch am Gesang etwas verändert. „Kindness (At The End)“ und „She Is Love“ wurden von Jon Camp eingesungen. Warum dieser Versuch unternommen wurde, bleibt allerdings weitestehend im Dunkeln. Beide Lieder sind deutlich weniger poppig geraten, als die beiden gerade angeführten Beispiele, jedoch auch nicht unbedingt die Höhepunkte der Platte. Der Gesang wirkt nicht sehr überzeugend und warum man gerade hier auf eines der Markenzeichen der Band, nämlich den Gesang Annie Haslams verzichtete, erschließt sich dem Hörer nicht.

Aber dann kommen wir zu den Highlights des Albums. Diese verstecken sich in den beiden Longtracks der Scheibe. Hier gibt es noch einmal alle Zutaten, die Renaissance Musik zu Renaissance Musik gemacht haben. Klasse Melodien, schöner Gesang, Orchestereinsatz, schwebende und beeindruckende Harmonien. Hier lebt die Musik von Renaissance noch mal auf, sodass alleine diese beiden Titel, „The Day Of The Dreamer“ und das Titellied „A Song For All Seasons“, die Platte zu etwas Lohnendem werden lassen. Dies gilt übrigens ebenfalls für das erste Stück der Scheibe, „Opening Out“, mit welchem bereits deutlich wird, wohin die Fahrt auf diesem Album noch mal geht – eben noch ein letztes Mal in die spannendere Richtung.

Fazit: Die Ansätze, Ideen und Umsetzungen früherer Alben sind auf „A Song For All Seasons“ noch mal zu finden. Leider auch erste Anzeichen für das, was da zukünftig von Renaissance kommen würde. So war einfach der Lauf der Zeit, der die progressiven Rock-Bands der 70er Jahre vereinnahmte. Auch Renaissance konnte sich diesem Trend hin zum einfacheren Pop nicht verschließen, die Musiker schafften es hier allerdings noch mal sehr schön, diesem Zeitgeist mit „A Song For All Seasons“ zu trotzen. Diese Platte ist gelungen. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Opening Out, The Day Of The Dreamer, Closer Than Yesterday, A Song For All Seasons





Dienstag, 28. Mai 2013

The Psychedelic Furs – Midnight To Midnight




The Psychedelic Furs – Midnight To Midnight


Besetzung:

Richard Butler – vocals
John Ashton – guitars
Tim Butler – bass guitar


Gastmusiker:

Mars Williams – horn, saxophone
Paul Garisto – drums
Marty Williamson – second guitar
Jon Carin – keyboards
Steve Scales – percussion
Pete Hewlett – backing vocals
Frank Simms – backing vocals
Ed Buller – additional keyboards


Label: Columbia / Sony BMG


Erscheinungsdatum: 1987


Stil: New Wave, Pop


Trackliste:

1. Heartbreak Beat (5:13)
2. Shock (5:08)
3. Shadow In My Heart (4:08)
4. Angels Don't Cry (5:11)
5. Midnight To Midnight (4:31)
6. One More Word (5:21)
7. Torture (3:53)
8. All Of The Law (4:49)
9. No Release (4:55)


Bonus Track:

10. Pretty In Pink (4:13)

Gesamtspieldauer: 47:22




Mit ihrem fünften Studioalbum „Midnight To Midnight“ vollzogen die Psychedelic Furs erneut einen kleinen Wandel. 1987, drei Jahre nach „Mirror Moves“ erschienen, ist zwar auch auf dieser Veröffentlichung New Wave Musik zu hören, allerdings wird der Gitarre dieses Mal ein etwas größerer Spielraum zugestanden. Zudem hatte es erneut einen Wechsel in der Bandbesetzung gegeben, denn der Drummer Keith Forsey hatte die Band wieder verlassen. The Psychedelic Furs war nun ein Trio geworden.

Erwähnenswert an der Platte ist, dass sie mit „Heartbreak Beat“ den einzigen Song der Band enthält, der es in die Top 40 der amerikanischen Single-Charts schaffte. „Midnight To Midnight“ ist insgesamt auch rockiger geworden als seine Vorgänger. Die Musiker haben sehr viel mehr Wert auf einen gewissen Groove der Stücke gelegt. Das funktionierte auch – allerdings häufig auf Kosten der Melodie. Die Songs sind nicht mehr ganz so eingängig wie auf dem Vorgänger-Album. Somit klingt auf „Midnight To Midnight“ zwar alles ganz „nett“, läuft so mit und belastet nicht weiter, jedoch beinhaltet dies auch, dass die Musik weniger hängenbleibt.

Die rockigeren Töne auf „Midnight To Midnight“ zeigen zwar eine weitere Seite der Psychedelic Furs, auch der Einsatz des Saxophons und weiterer Blasinstrumente ist durchaus gelungen und erzeugt neue Facetten in der Musik der englischen Band, so richtig zünden kann das Gehörte allerdings trotzdem nicht allzu oft. Irgendwie ist die Musik auf „Midnight To Midnight“ nichts Besonderes. Irgendwie fehlt ihr das gewisse Etwas, was einzelne Lieder zu etwas Wertvollem im Ohr des Hörers werden lässt. Ein wenig gelingt das bei „One More World“. Eine für Psychedelic-Furs-Verhältnisse fast schon „harte“ Nummer, bei der der Bläsereinsatz ebenfalls überaus gelungen ist. Das Lied rockt und geht dieses Mal auch ins Ohr. Hier macht das Hören richtig Spaß.

Als Zugabe gibt es mit „Pretty In Pink“ vom zweiten Album „Talk Talk Talk“, das wohl bekannteste Lied der Band in einer leicht verlängerten Version. Die Nummer bleibt natürlich hängen und geht ebenfalls ins Ohr beziehungsweise ist sie dort bereits, wenn man sie schon mal gehört hat und bildet einen schönen Abschluss des Albums.

Fazit: Natürlich kein schlechtes Album der Psychedelic Furs. Allerdings auch keine besonders aufregende Platte. Es plätschert alles so dahin, wenn auch sehr rhythmisch. Es bleibt leider nur relativ wenig hängen von dieser Scheibe. „Midnight To Midnight“ ist ein schönes Album für das „Nebenbei“ geworden und ein wenig nichtssagend… Sieben Punkte.

Anspieltipps: Heartbreak Beat, Midnight To Midnight, One More Word




Montag, 27. Mai 2013

Porcupine Tree – Metanoia




Porcupine Tree – Metanoia


Besetzung:

Richard Barbieri – synthesizers
Colin Edwin – fretless bass
Chris Maitland – drums
Steven Wilson – guitar, radio, additional keyboards


Label: Snapper


Erscheinungsdatum: 2001


Stil: Elektronische, improvisierte Instrumentalmusik


Trackliste:

1. Mesmer I (8:34)
2. Mesmer II (6:05)
3. Mesmer III / Coma Divine (13:16)
4. Door To The River (4:45)
5. Metanoia / Intermediate Jesus (14:15)
6. Insignificance (4:57)
7. Metanoia II (10:56)
8. Milan (2:30)

Gesamtspieldauer: 1:05:18




Das Cover passt ganz gut zu dieser Improvisations-CD der englischen progressiv Rocker von Porcupine Tree. Man sieht irgendwie bunten Nebel, das war es. Und dieser Nebel lichtet sich nicht, genau so wenig wie die Musik auf „Metanoia“, die während den Sessions zur Aufnahme des Albums „Signify“ entstand und 2001, fünf Jahre später, selbst veröffentlicht wurde. Jedoch glaubt man diesen Nebel immer wieder deutlich zu hören auf dieser CD, mit der wohl nicht allzu viele Musikfreunde etwas werden anfangen können.

Die Lieder auf „Metanoia“ sind Improvisationen, das ist auch genau so im Booklet der CD vermerkt und dient damit wahrscheinlich als Warnhinweis an alle Porcupine Tree Fans, die erst durch die späteren Alben auf diese Band aufmerksam wurden. Denn nach Improvisationen klingt das Ganze – überdeutlich sogar. Sphärisch, mal treibender, wenn Chris Mailtand sich etwas mehr austoben darf, ein anderes Mal aber nur noch schwebend und befreit von jeglicher Schwere. Vier Musiker, manchmal auch nur drei, versuchen hier gemeinsam ihre Instrumente zu bedienen. Ohne Songstruktur wie Strophe und Refrain, ohne Melodie, ohne Text.

Das kann mitunter ganz spannend wirken, manches Mal allerdings auch sehr gewöhnungsbedürftig sein, da einfach zu abgehoben und nur noch nach Tönen, überhaupt nicht mehr nach Musik klingend. Wenn schließlich jegliche Struktur hinter sich gelassen wurde, bleibt dem Hörer lediglich die Möglichkeit ganz darin einzutauchen oder aber nach festem Untergrund zu suchen. Wer ersteres kann, hat es mit diesem Werk deutlich leichter.

Fazit: Wer Spaß an einer Reise durch abgefahrene Welten hat, der sollte es sich auf dem Sofa bequem machen, die CD „Metanoia“ einlegen, die Kopfhören aufsetzen und los geht der Ausflug in die Sphäre und in die Weiten von Irgendwas. Keine einfache Kost, etwas für Genießer des außergewöhnlichen Klangerlebnisses, welches konturlos nicht mit Melodiösität, sondern mit Atmosphäre punkten will. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Alle Titel, da ziemlich gleich aufgebaut





Sonntag, 26. Mai 2013

Leonard Cohen – Dear Heather




Leonard Cohen – Dear Heather


Besetzung:

Leonard Cohen – vocals, guitar, jew’s harp, piano


Gastmusiker:

Sharon Robinson – various instruments, vocals
Roscoe Beck – bass
John Bilezikjian – oud
Richard Crooks – drums
John Crowder – bass, vocals
Johnny Friday – drums
Ron Getman – steel guitar, vocals
Bill Ginn – piano
Raffi Hakopian – violin
Garth Hudson – accordion
Sarah Kramer – trumpet
Sarah Kramer – trumpet
Jeremy Lubbock – string arrangements
Paul Ostermayer – flute
Stan Sargeant – bass
Bob Sheppard – tenor saxophone
Anjani Thomas – piano, vocals, backing vocals
Mitch Watkins – guitar, vocals


Label: Columbia Records


Erscheinungsdatum: 2004


Stil: Pop, Blues, Soul


Trackliste:

1. Go No More A-Roving (3:43)
2. Because Of (3:03)
3. The Letters (4:48)
4. Undertow (4:22)
5. Morning Glory (3:32)
6. On That Day (2:07)
7. Villanelle For Our Time (5:57)
8. There For You (4:40)
9. Dear Heather (3:43)
10. Nightingale (2:31)
11. To A Teacher (2:36)
12. The Faith (4:20)
13. Tennessee Waltz (4:05)

Gesamtspieldauer: 49:27




70 Jahre war Leonard Cohen 2004 geworden, als mit “Dear Heather” sein elftes Studio-Album erschien. Dieses steht in direkter Tradition zur vorherigen Platte, die Musik ist ähnlich geartet: Sehr ruhig, mitunter fast schon monoton, viel weiblicher und souliger Hintergrundgesang. Allerdings ist auf jeden Fall schon mal positiv anzumerken, das hier jetzt wieder Musiker zum Einsatz kamen, um das Ganze auch einzuspielen. Also zum Beispiel kein Drum-Computer mehr, sondern ein Mensch, der auf eine Trommel und diverse Becken schlägt, wenn auch sehr zurückhaltend, bei dieser sehr sentimentalen bis melancholischen Musik.

Nun genau diese muss man mögen, oder man kann das eben nicht. Viel dazwischen wird es nicht geben. Diese rauchige Stimme ist da, aber hier auf „Dear Heather“ redet sie mehr, als sie singt. Ruhiger Sprechgesang, der ganz sanft mittels diverser Musikinstrumente begleitet wird, unterstützt durch soulige Frauenstimmen. Folk ist das definitiv nicht mehr, davon hatte sich Leonard Cohen aber schon vor vielen, vielen Jahren verabschiedet. Auf „Dear Heather“ gibt es eine ganze Menge sehr unaufgeregte Musik zu hören, die dieses Mal auch nicht so „technisch“ klingt, wie oftmals auf den Vorgänger-Alben, als dort die echten Musik-Instrumente fehlten. Meist stimmt diese Feststellung für „Dear Heather“, nicht jedoch beim zugegebenermaßen sehr gewöhnungsbedürftigen Titelsong selbst. Der ist dagegen irgendwie experimentell bis plastikmäßig und eben wieder so unvorteilhaft instrumentiert.

Fazit: Es ist nur noch wenig übriggeblieben von der Magie der Musik des Leonard Cohen. Klar die Stimme zieht einen immer noch in seinen Bann. Tief und sonor und hier auch nicht übertrieben. Aber das war es auch schon. Die paar kleineren Höhepunkte der Platte sind von jeder Menge Belanglosigkeit umgeben, die bei mir einfach nicht zünden will. Vielleicht ist aber auch genau dies das Problem, da ich die ersten Platten des Kanadiers zuerst kannte. Die waren auch traurig, sentimental, melancholisch und nur sehr zurückhaltend instrumentiert. Ruhige, stille Musik eben. Genau wie auf „Dear Heather“. Aber die Titel auf den früheren Alben hatten etwas, was diese hier nicht mehr oder nur noch sehr wenig haben oder aber was sich mir einfach nicht erschließen will. Etwas, was die Magie der Musik ausmacht. Etwas, das bestimmt, ob Musik wirkt oder eben nicht. Hier bei „Dear Heather“ bin ich bei „oder eben nicht“ angekommen. Sechs Punkte.

Anspieltipps: The Letters, There For You, The Faith







Samstag, 25. Mai 2013

Triumvirat – Old Loves Die Hard




Triumvirat – Old Loves Die Hard


Besetzung:

Jürgen Fritz – piano, hammond organ, synthesizers, keyboards, string ensembles
Werner Frangenberg – bass
Hans Bathelt – drums, percussion
Barry Palmer – vocals


Gastmusiker:

The Cologne Children Choir
H.G. Lenders – choir conduction
Jane Palmer – backing vocals
Charly Schlimbach – saxophone
Sondra – money


Label: EMI


Erscheinungsdatum: 1976


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

1. I Believe (7:53)
2. A Day In A Live (8:15)
    a. Uranus' Dawn
    b. Pisces At Noon
    c. Panorama Dusk
3. The History Of Mystery (Part One) (7:51)
4. The History Of Mystery (Part Two) (4:00)
5. A Cold Old Worried Lady (5:51)
6. Panic On 5th Avenue (10:32)
7. Old Loves Die Hard (4:29)


Bonus Track:

8. Take A Break Today (3:45)

Gesamtspieldauer: 52:34




Auf ihrem vierten Album aus dem Jahr 1976 klingt die Kölner Band Triumvirat sehr viel eigenständiger, als auf den Veröffentlichungen zuvor. Natürlich kann man auch auf „Old Loves Die Hard“ noch Parallelen zu Emerson, Lake & Palmer entdecken – und zwar immer dann, wenn Jürgen Fritz alles aus seinen Tasteninstrumenten herauszuholen versucht. Dann stand zwar Keith Emerson schon noch Pate, allerdings nicht mehr ganz so intensiv, wie auf den ersten drei Platten.

Auch am Line-Up Triumvirats hatte sich etwas getan. Bassist Helmut Köllen hatte die Band verlassen, um eigene Wege zu gehen. Leider kam er bereits ein Jahr später auf tragische Weise ums Leben, als er sich anscheinend aus Versehen, beim Anhören seiner neuen Songs in seinem Auto in der Garage bei laufendem Motor mit den Abgasen tödlich vergiftete. Er war bereits vor den Aufnahmen von „Old Loves Die Hard“ durch Werner Frangenberg am Bass und Barry Palmer am Gesang ersetzt worden. Beide machen auf dem Album ihre Sache sehr gut.

Triumvirat sind auf „Old Loves Die Hard“ sehr viel eingängiger und melodiöser als auf den vorherigen Platten. Viele sehr schöne Melodien gibt es auf dem Album zu entdecken, welches es sogar bis auf Platz Eins der portugiesischen Album-Charts schaffte und sich ebenfalls in den US-Hitparaden platzierte. Stellvertretend für diese Harmonien und die Melodiösität in der Musik von Triumvirat auf diesem Album steht der Titel „A Cold Old Worried Lady“. Richtig schön.

Das Album startet mit „I Believe“, für Triumvirat bisher ungewohnt, sogar ein wenig poppig. Allerdings steht auch hier wieder die eingängige Melodie im Vordergrund, sodass die Nummer durchaus Spaß macht, auch wenn dieser Chor-Singsang, egal ob von Erwachsenen oder Kindern intoniert, zunächst etwas gewöhnungsbedürftig ist. Auch „A Day In A Live“ beginnt mit die Ohren umschmeichelnden Klängen. Dazu gesellt sich ein am Synthesizer produziertes Wind-Geräusch. Alles wirkt leicht, fast schon schwebend und entwickelt sich hin zu einem Piano Solo, welches Jürgen Fritz ebenfalls überaus gelungen ist. Im letzten Teil des Stückes nimmt die Musik dann nochmal Fahrt auf und rockt keyboardlastig und durchaus auch melodiös dem Ende des Liedes entgegen.

Das in zwei Teile separierte „The Hystery Of Mystery“ beinhaltet dann erneut wieder sehr weiche, harmonische Abschnitte, allerdings kommen hier die schrägeren Töne auch nicht zu kurz. Krumme Takte, treibende Passagen und deutlich experimentellere Abschnitte lassen hier das Herz des Freundes progressiver Rockmusik höherschlagen. Selbiges gilt auch für das längste Stück des Albums „Panic On 5th Avenue“. Hier klingt Jürgen Fritz jetzt mitunter wieder sehr nach Keith Emerson. Das Stück hätte so auch auf einer der früheren Emerson, Lake & Palmer Alben seinen Platz finden können.

Bliebe zum Schluss noch der Titeltrack und die Zugabe der remasterten Ausgabe der CD. „Old Loves Die Hard“ ist erneut sehr harmonisch gehalten und klingt wie eine Ballade, die mal von Foreigner stammen könnte, dann jedoch wieder Abschnitte aufweist, die stark an die Beatles erinnern. „Take A Break Today“ hört sich dagegen zunächst, im Vergleich zum Rest der Platte, fast schon hektisch an, war eine Single-B-Seite und wird im weiteren Verlauf eine richtige Popnummer.

Fazit: Mir gefällt das gut, was ich auf „Old Loves Die Hard“ zu hören bekomme. Angenehm ist zum einen, dass Triumvirat hier deutlich eigenständiger klingen und dann sind da noch diese schönen und eingängigen Melodien, die einen richtig packen können. Dieses vierte Album der Kölner Band ist sicherlich ihre bisher „massentauglichste“ Platte, was ich hier allerdings nicht als Nachteil auffasse, denn Triumvirat biedert sich mit „Old Loves Die Hard“ meines Erachtens nicht irgendwelchen Charts an. Das ist immer noch keine Radiomusik, das ist größtenteils melodiöser Prog-Rock. Elf Punkte.

Anspieltipps: I Believe, A Day In A Live, A Cold Old Worried Lady, Old Loves Die Hard




Freitag, 24. Mai 2013

Konstantin Wecker – Genug ist nicht genug




Konstantin Wecker – Genug ist nicht genug


Besetzung:

Konstantin Wecker – Gesang, Klavier, Fender Piano, Xylophon, Chor


Gastmusiker:

Raymund Huber – Bass, Fender Piano, Hohner String Maschine, Chor
Markus Sing – 6-String-Guitar, 12-String-Guitar
Hildi Hadlich – Cello, Chor
Toni Schwammerl – Chor
John Fischer – Chor


Label: Universal Music


Erscheinungsdatum: 1977


Stil: Liedermacher


Trackliste:

1. Genug ist nicht genug (Für Barbara) (5:20)
2. Stur die Straße lang (2:55)
3. Was tat man den Mädchen (3:50)
4. Willy (9:24)
5. Der alte Kaiser (6:31)
6. In diesen Nächten (5:50)
7. (Es herrscht wieder) Frieden im Land (4:14)
8. Ausklang (1:34)

Gesamtspieldauer: 39:39




Mit „Genug ist nicht genug“ gelang Konstantin Wecker 1977 der Durchbruch als Liedermacher. Und wahrlich, wenn man die Platte hört, dann befinden sich darauf musikalisch gesehen wirklich tolle Titel. Die Botschaften sind, wie nicht anders zu erwarten bei Konstantin Wecker, sehr politisch. Letzteres trifft vor allem auf eines der bekanntesten Stücke des Liedermachers zu: „Willy“. Irgendwie ist dies allerdings kein Lied, eher ein erzähltes Hörspiel. Sprechgesang mit Hintergrundpiano, dazu gesellt sich im Refrain ein weinerlicher Gesang mit der Botschaft: Von 68 bis jetzt (1977) hat sich nicht wirklich was getan.

Der Rest der Platte ist allerdings auch musikalisch eindringlich. Dies gilt für das Wort, wie für die Musik. Wunderbar schöne Melodien und intelligente Texte, die, wie zum Beispiel bei „Der alte Kaiser“, richtig spannend und ergreifend vorgetragen werden. Das Klavier steht meistens im Vordergrund und es entfalten sich weiche Klanglandschaften, die praktisch durchweg sehr eingängig und harmonisch klingen. Und dies gilt bis hin zum letzten Stück „Ausklang“, einer kurzen Instrumentalnummer, die sich sentimentaler gar nicht anhören könnte. Und wenn das Piano mal schweigt, dann übernimmt das Xylophon diese Melodiösität eines Stücks (Frieden im Land).

Ausnahme zu diesen überaus eingängigen Harmonien ist neben dem bereits erwähnten Titel „Willy“ auch das Lied „Stur die Straße lang“. Gar nicht melodiös, eher sphärisch, schafft es Konstantin Wecker hier Sehnsucht in Musik auszudrücken. Man kann die „besungene“ Hitze praktisch fühlen und solche Sätze wie „Jemand schüttet Licht aus“, um Situationen zu beschreiben, bleiben einfach hängen. Klasse gelungen.

Fazit: Musik zum genauen Zuhören befindet sich auf „Genug ist nicht genug“. Meist wird diese sehr eindringlich und intensiv vorgetragen, was das Album definitiv nicht zu einer Platte werden lässt, die man mal so nebenbei hören kann. Das erfordert Aufmerksamkeit. Leise Töne gibt es hier zu hören, die einen mitunter wahrlich packen können. Der „Willy“ nervt, der Rest ist richtig gut gelungen. Zwölf Punkte.

Anspieltipps: Genug ist nicht genug, Stur die Straße lang, Was tat man den Mädchen, Der alte Kaiser, In diesen Nächten, Frieden im Land, Ausklang (irgendwie fast alles)




Donnerstag, 23. Mai 2013

Queen – Rocks




Queen – Rocks


Besetzung:

Freddie Mercury – vocals, piano
John Deacon – bass guitar
Roger Taylor – drums, vocals
Brian May – guitars, vocals


Label: EMI


Erscheinungsdatum: 1997


Stil: Rock


Trackliste:

1. We Will Rock You (2:02)
2. Tie Your Mother Down (3:45)
3. I Want It All (4:31)
4. Seven Seas Of Rhye (2:45)
5. I Can't Live With You (4:48)
6. Hammer To Fall (4:23)
7. Stone Cold Crazy (2:14)
8. Now I'm Here (4:13)
9. Fat Bottomed Girls (4:16)
10. Keep Yourself Alive (3:45)
11. Tear It Up (3:25)
12. One Vision (5:09)
13. Sheer Heart Attack (3:25)
14. I’m In Love With My Car (3:11)
15. Put Out The Fire (3:19)
16. Headlong (4:38)
17. It's Late (6:27)
18. No One But You (Only The Good Die Young) (4:14)

Gesamtspieldauer: 1:10:30




Okay, „Queen Rocks“ ist eine Kompilation, eine Zusammenstellung der etwas härteren Stücke von Queen. Autor ist dabei in den allermeisten Fällen Brian May. Aber braucht man diese CD als Queen-Fan, der diese Stücke sowieso alle schon sein Eigen nennt eigentlich? Viele der Lieder hat man davon wahrscheinlich sogar schon doppelt - auf Vinyl und in der CD-Version. Alles also schon des Öfteren gehört und sehr gut bekannt.

Nun so ganz stimmt das nicht. Ganz am Ende der CD gibt es noch ein neues Lied, „No One But You (Only The Good Die Young)“. Dieses Stück ist gleichzeitig die letzte Nummer, die die restlichen verbliebenen drei Bandmitglieder zusammen geschrieben und aufgenommen haben, wenn wohl auch die Hauptkomposition ebenfalls von Brian May stammt. Ein melancholischer Song, bei dem es, wer hätte das gedacht, um Freddie Mercury geht.

Dazu gibt es noch alternative Versionen von „I Want It All“, „I Can’t Live With You“ und von „I‘m In Love With My Car“, die sich aber kaum von den Originalen unterscheiden. Das war es, den ganzen Rest gibt es bereits auf den Studioalben der Band.

Fazit: Über die Zusammenstellung einer Kompilation lässt sich trefflich streiten. Für mich ist diese nicht unbedingt gelungen – aber sei’s drum. Lohnt sich der Kauf für dieses eine neue Lied? Nein, das kann man sich auch als einzelnenTrack irgendwo legal runterladen. Lohnen sich die alternativen Versionen? Irgendwie auch nicht, da das „Alternative“ auch nur sehr klein ausfällt. Für Komplettisten vielleicht ein Muss, vielleicht auch noch für Leute, die nur an den etwas härteren Liedern der Band interessiert sind. Aber gibt es wirklich solche Menschen? Für alle anderen gilt: Anschaffung absolut unnötig. Die Musik ist deutlich besser als die Anzahl der Punkte, die ich dafür vergebe. Aber wegen dieser Geldmacherei, genau so wirkt das nämlich, gibt es trotzdem nur vier Punkte.

Anspieltipps: No One But You (Only The Good Die Young)




Mittwoch, 22. Mai 2013

Curved Air – Airborne




Curved Air – Airborne


Besetzung:

Sonja Kristina – vocals
Darryl Way – violin, keyboards
Tony Reeves – bass, keyboards
Stewart Copeland – drums
Mick Jacques – guitars


Gastmusiker:

Robin Lumley – piano on “Broken Lady”
Alan Skidmore – sax on “Hot And Bothered”
Henry Lowther – trumpet on “Hot And Bothered”
Frank Ricotti – congas
Jack Emblow – accordion on “Broken Lady”
Bob Sargeant – organ on “Desire” and “Kids To Blame”


Label: Repertoire Records


Erscheinungsdatum: 1976


Stil: Rock, Pop


Trackliste:

1. Desiree (3:14)
2. Kids To Blame (3:21)
3. Broken Lady (3:16)
4. Juno (3:26)
5. Touch Of Tequila (3:51)
6. Moonshine (11:38)
7. Heaven (Never Seemed So Far Away) (3:21)
8. Hot And Bothered (2:55)
9. Dazed (4:19)


Bonus Track:

10. Baby Please Don't Go (2:32)

Gesamtspieldauer: 41:53




Im Grunde genommen stellt „Airborne“ das letzte offizielle Curved Air Studioalbum dar. Alles was danach kam waren Kompilationen, Live Alben oder aber Veröffentlichungen bisher unveröffentlichten Materials. „Airborne“ setzt dabei die Tradition des letzten Albums fort: Einfache und rockige Songs, die im Unterschied zu den meisten anderen Bands auch mal eine Violine mit eingebaut haben.

Bei all diesen Songs schlägt das Pendel leider auch immer wieder mal stark nach unten aus. Wenn jemand mal einen richtig schlechten Pop-Song hören möchte dann empfehle ich „Touch Of Tequila“. Einfach unsäglich dieses „My oh my it’s summertime….“ Der ganze Rest ist relativ seichtes Geplänkel. Nichts, was einen besonders beschäftigt oder interessiert. Die einzelnen Stücke laufen so durch und das war es dann auch schon.

Vielleicht ein wenig herauszuheben sind lediglich zwei Stücke. „Broken Lady“ ist sehr tragend, diese Stimmung wird allerdings sehr konsequent umgesetzt, sodass ein äußerst melancholisches Lied entsteht. Besonders gelungen sind hier die Einsätze des Akkordeons, der Violine und der Flöte, die dem Lied diesen traurigen Anstrich vermitteln. Dann gibt es da noch das elfeinhalb minütige „Moonshine“. Die Nummer setzt sich aus mehreren Teilen zusammen, erzeugt dadurch immerhin Abwechslung und auch Spannung. In Ansätzen ist hier durchaus wieder etwas zu hören, was auf den ersten Alben der Band häufiger anwesend war: Progressive Rockmusik.

Fazit: Die Musiker beherrschen ihre Instrumente und machen das auch ganz gut. Woran es auf „Airborne“ fehlt, das sind die Ideen und das Songmaterial. Das ist einfach nicht mehr gut genug, mainstreammäßiger Pop-Rock, der dazu noch nicht einmal besonders originell ist. Eher langweilig. Mit der vorletzten Platte zusammen ein eher trauriger Abgesang für die Band „Curved Air“. Fünf Punkte.

Anspieltipps: Broken Lady, Moonshine