Sonntag, 7. Juli 2013

Guns N’ Roses – Use Your Illusion I




Guns N’ Roses – Use Your Illusion I


Besetzung:

W. Axl Rose – lead vocals, piano, choir and synthesizer programming, backing vocals, acoustic guitar, keyboards, sound effects
Izzy Stradlin – rhythm guitar, backing vocals, acoustic guitar, co-lead guitar, lead vocals, percussion
Slash – lead guitar, co-rhythm guitar, slide guitar, acoustic guitar, dobro, classical guitar, backing vocals, talkbox, six-string bass
Duff McKagan – bass, backing vocals, acoustic guitar
Dizzy Reed – keyboards, piano, clavinet, backing vocals, organ
Matt Sorum – drums, percussion, backing vocals, choir


Gastmusiker:

Johann Langlie – sound effects
Bruce Foster – sound effects
Michael Monroe – harmonica and saxophone
Jon Thautwein – horn
Matthew McKagan – horn
Rachel West – horn
Robert Clark – horn
Tim Doyle – tambourine
Alice Cooper – vocals
West Arkeen – acoustic guitar
Shannon Hoon – backing vocals
Reba Shaw – backing vocals
Stuart Bailey – backing vocals
Mike Clink – nutcracker


Label: Geffen Records


Erscheinungsdatum: 17. 9. 1991


Stil: Hard Rock


Trackliste:

1. Right Next Door To Hell (3:02)
2. Dust N' Bones (4:59)
3. Live And Let Die (3:04)
4. Don't Cry (Original Lyrics) (4:45)
5. Perfect Crime (2:24)
6. You Ain't The First (2:37)
7. Bad Obsession (5:27)
8. Back Off Bitch (5:04)
9. Double Talkin' Jive (3:24)
10. November Rain (8:58)
11. The Garden (5:22)
12. Garden Of Eden (2:42)
13. Don't Damn Me (5:20)
14. Bad Apples (4:28)
15. Dead Horse (4:18)
16. Coma (10:16)

Gesamtspieldauer: 1:16:07




Das gab es auch noch nie, dass eine Band an einem Tag zwei Doppel-Alben beziehungsweise CD’s veröffentlicht. Guns N‘ Roses haben das mit „Use Your Illusion I“ und „Use Your Illusion II“ gemacht. Im Frühherbst 1991 veröffentlichten sie diese beiden Platten, die auch bereits kurze Zeit später Platz 1 und 2 der Charts einnahmen. Platz 1 war allerdings „Use Your Illusion II“ vorbehalten und „Use Your Illusion I“ belegte Platz 2, jenes Album, um welches es jetzt hier gehen soll.

Drei „Klassiker“ der Band befinden sich auf dieser Platte. Diese heißen „Live And Let Die“ (das Titelstück zum gleichnamigen James Bond Film), „Don’t Cry“ und „November Rain“. Alles drei richtig gute Songs. Und da wird auch gleich ein Unterschied zum ersten Album der Band deutlich: Es gibt nun nicht mehr nur die Hard’n’Heavy Abteilung bei Guns N‘ Roses, sondern auch etwas sanftere Töne haben Einzug in die Musik der Band gefunden. Das macht das Ganze natürlich ein Stück abwechslungsreicher. „Don’t Cry“ und „November Rain“ sind Balladen, die Guns N‘ Roses richtig gut gelungen sind. Eingängige Harmonien, alles sehr melodiös und irgendwie schön.

Dann gibt es da aber auch noch dreizehn weitere Titel auf „Use Your Illusion I“. Und da wird es dann schon etwas schwieriger. Denn diese Titel sind alle handwerklich gut gemacht, mal härter, mal wieder etwas weicher, aber so richtig zünden können die Lieder nur ab und an. Klar ist da was dabei für die Head-Banging-Fraktion und auch mal ganz nette Melodien wie bei „The Garden“, bei dem übrigens Alice Cooper an den Vocals zu hören ist, allerdings haben diese Titel zum größten Teil nicht die Ausstrahlung, wie die bereits erwähnten Nummern. Nicht wirklich schlecht, aber auch nicht allzu begeisternd. Eher Durchschnitt. Ausnehmen davon möchte ich die letzte Nummer „Coma“. Auf über zehn Minuten geht es hier überaus abwechslungsreich und spannend zu. Mal härter, mal sphärischer, mal sanfter, mal melodischer. Ein toller Longtrack, der mitunter fast schon ein wenig experimentell wirkt und auch gerade deshalb überzeugen kann, weil hier keine 08/15-Hard Rock zu hören ist, sondern ein richtig klasse komponierter Titel, bei dem man vom einen ins andere Extrem gerissen wird.

Fazit: „Use Your Illusion I“ ist eine gute Scheibe geworden. Einige herausragende Titel sind darauf zu finden und auch sonst gibt es keine wirklichen Ausfälle, wenn man denn mit Hard Rock gut leben kann. Denn den gibt es zum überwiegenden Teil zu hören, aber eben nicht mehr nur. Die Platte macht Spaß, auch wenn nicht alles begeistern kann und manches Stück einfach so durchläuft. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Live And Let Die, Don’t Cry, November Rain, The Garden, Coma






Samstag, 6. Juli 2013

New Model Army – No Rest For The Wicked




New Model Army – No Rest For The Wicked


Besetzung:

Justin Sullivan – vocals, guitar
Stuart Morrow – bass, vocals
Robert Heaton – drums


Label: EMI


Erscheinungsdatum: 1985


Stil: Post Punk, Rock


Trackliste:

1. Frightened (3:41)
2. Ambition (3:08)
3. Grandmother's Footsteps (4:22)
4. Better Than Them (3:13)
5. My Country (3:40)
6. No Greater Lover (3:31)
7. No Rest (5:21)
8. Young Gifted & Skint (3:09)
9. Drag It Down (3:29)
10. Shot 18 (3:12)
11. The Attack (3:37)

Gesamtspieldauer: 40:23




Das zweite Album der englischen Band New Model Army ist größtenteils noch im selben Stil gehalten wie das Debut-Album „Vengeance“. Auch auf „No Rest For The Wicked“ gibt es geradlinigen, an den Punk angelehnten Rock zu hören, bei dem inzwischen allerdings schon etwas mehr die Melodie in den Vordergrund gerückt ist, wie man gleich beim ersten Titel „Frightened“ feststellen kann.

Auch gibt es trotz der „limitierten“ oder besser gesagt klassischen Besetzung mit lediglich Gitarre, Bass und Schlagzeug bereits deutlich mehr Spielraum im Versuch, unterschiedliche Sounds auszuprobieren. Sehr schön hört man das gleich zu Beginn von „Grandmother's Footsteps“. Und der nachfolgende Song „Better Than Them“ hätte so auch auf einem deutlich später veröffentlichten Album der Band ebenfalls gefunden werden können.

Und noch was hatte sich geändert. Die Stimme des Justin Sullivan klingt nun nicht mehr wie die des „Slade The Levellers“, wie sich Justin Sullivan auf dem ersten Album noch selbst betitelte, sondern genauso, wie man ihn auch von späteren Werken der Band her kennt: Sehr einprägsam und auf ihre Art einmalig.

Meist kommen die Songs allerdings noch im Gewand der Debut-Platte daher. Geradlinig und schnörkellos wird hier drauflos gerockt, ohne großartige Kompromisse einzugehen, ohne von einem ursprünglichen Weg wieder abzuweichen. Ganz anders ist das allerdings beim letzten Stück des Albums. Zum ersten Mal sind dieses Mal auch ruhige Töne von New Model Army zu hören und dieser Song „The Attack“ ist wahrlich klasse gelungen. Sehr eindringlich, hauptsächlich mit akustischer Gitarre und einigen „Explosionen“ instrumentiert, ist dieses Lied der Höhepunkt des Albums geworden, gerade auch durch die Abwechslung, die jetzt hier in der Musik von New Model Army transportiert wird.

Fazit: Der Weg war vorgezeichnet beziehungsweise zeichnete sich hier immer mehr ab. Weg vom Punk, hin zum zwar immer noch geradlinigen Rock, bei dem der Melodie jedoch auch eine nicht unerhebliche Wichtigkeit zugedacht wurde. „No Rest For The Wicked“ ist bereits deutlich spannender als das Debut-Album, was nicht zuletzt an der deutlich vergrößerten Abwechslung in den Titeln selbst, aber auch zwischen den einzelnen Liedern liegt. Neun Punkte.

Anspieltipps: Grandmother's Footsteps, Better Than Them, The Attack






Freitag, 5. Juli 2013

Lindisfarne – Fog On The Tyne




Lindisfarne – Fog On The Tyne


Besetzung:

Simon Cowe – acoustic-, electric and 12-string guitars, mandolin, vocals
Ray Jackson – harmonica, mandolin, vocals
Ray Laidlaw – drums, etc.
Alan Hull – acoustic-, electric and 12-string guitars, keyboards, vocals
Rod Clements – electric bass, acoustic- and 12-string guitars, violin


Label: Charisma Records


Erscheinungsdatum: 1971


Stil: Folk Rock, Rock


Trackliste:

1. Meet Me On the Corner (2:39)
2. Alright On The Night (3:34)
3. Uncle Sam (2:59)
4. Together Forever (2:36)
5. January Song (4:13)
6. Peter Brophy Don't Care (2:47)
7. City Song (3:08)
8. Passing Ghosts (2:31)
9. Train In G Major (3:11)
10. Fog On The Tyne (3:26)


Bonus Tracks (auf allen CD-Wiederveröffentlichungen):

11. Scotch Mist (2:07)
12. No Time To Lose (3:15)

Gesamtspieldauer: 36:24




Das zweite Album der englischen Band Lindisfarne stellte gleichzeitig ihren Durchbruch in Großbritannien dar. Und dies obwohl oder vielleicht gerade, weil das Album wesentlich einheitlicher gestaltet war, als noch die Debut-Platte „Nicely Out Of Tune“. Auf „Fog On The Tyne“ gibt es nun zumeist ruhigen Folk-Rock zu hören, der allerdings nicht mehr die Höhepunkte der ersten Platte aufweist. Alle Stücke sind in einem ziemlich einheitlichen Tempo und gleichzeitig ähnlicher Stimmung eingespielt worden.

Mitunter hat sich die Band auf „Fog On The Tyne“ welches 1971, nur ein Jahr nach „Nicely Out Of Tune“ erschien, auch der amerikanischen Country-Music angenähert. Dies ist zwar immerhin nicht allzu oft, geschweige denn durchgängig auf der Platte zu hören, aber diese Anlehnung wird bei einigen Songs doch unüberhörbar dargeboten. Genau in dieses Schema passt zum Beispiel auch der Titeltrack. Die Zugabe „Scotch Mist“ klingt dagegen, wie der Name schon sagt, eher nach schottischer Volksmusik und wurde dabei ohne Gesang eingespielt.

Die Höhepunkte der Platte befinden sich in der Mitte des Albums mit den Titeln „January Song“, „Peter Brophy Don't Care“, „City Song“ und „Passing Ghosts“. Alle vier Stücke sind wirklich schöne Folk-Nummern, sehr harmonisch und melodisch komponiert und arrangiert und gehen dadurch sofort ins Ohr. Das Tempo ist bei diesen Songs ziemlich ruhig gehalten und fast schon ein wenig getragen wirkend. Somit überrascht es nicht wirklich, dass diese vier Lieder von der Akustik-Gitarre sowie dem Gesang dominiert werden. Erfolgreichstes Stück hingegen war das erste Lied auf dem Album „Meet Me On the Corner“, welches es als Single-Auskopplung bis auf Platz fünf der britischen Single-Charts schaffte.

Fazit: Auch wenn dieses Album erfolgreicher war als noch die Debut-Platte, kann die Musik darauf nicht restlos überzeugen. Alles klingt ein wenig ähnlich, harmonisch beziehungsweise melodiös zwar, aber die Ecken und Kanten fehlen eindeutig. Wahrlich keine schlechte Platte, aber trotzdem eher Durchschnitt, da die Songs hier einfach nicht so zünden wollen und es nicht schaffen, den Hörer auf ihre Seite zu ziehen, sondern oftmals einfach so mitlaufen. Acht Punkte.

Anspieltipps: January Song, Peter Brophy Don't Care, City Song, Passing Ghosts





Donnerstag, 4. Juli 2013

Golden Earring – N.E.W.S.




Golden Earring – N.E.W.S.


Besetzung:

George Kooymans – lead guitar, vocals
Barry Hay – vocals, guitar
Rinus Gerritsen – bass, keyboards
Cesar Zuiderwijk – drums


Label: CNR


Erscheinungsdatum: 1984


Stil: Rock


Trackliste:

1. Clear Night Moonlight (3:28)
2. When The Lady Smiles (5:40)
3. Enough Is Enough (3:47)
4. Fist In Glove (3:27)
5. Orwell's Year (4:21)
6. N.E.W.S. (5:19)
7. I'll Make It All Up To You (5:25)
8. Mission Impossible (6:01)
9. It's Over Now (4:11)

Gesamtspieldauer: 41:38




„N.E.W.S.“, stehend für „North East West South“, lautet der Name des siebzehnten Albums der Niederländer von Golden Earring. Es wird kräftig gerockt auf diesem Album, welches allerdings leider so überhaupt nicht überzeugen kann. Mainstreammäßige Melodien wechseln sich mit langweiligen Songs ab, sodass ein Album entstanden ist, das den Hörer nicht mehr so richtig zu fassen bekommt.

Manche Titel rocken noch ganz nett, aber dann gibt es auch so Songs wie „Fist In Glove“ oder aber den Titelsong „N.E.W.S.“, bei dem man das Gefühl hat, die Band versuche sich am HipHop. „I'll Make It All Up To You“ besitzt zumindest einen gewissen Lauf und Groove, ohne dabei allerdings wirklich überzeugen zu können. Auch noch ganz gelungen ist „Mission Impossible“. Das Stück hat immerhin einen durchaus vorhandenen Wiedererkennungswert. Irgendwie klingt allerdings der ganze Rest so, als ob man es schon hunderte Male in leicht anderer Version gehört hätte. Und dann noch das allergrößte Manko der Scheibe: Die Melodie, die Harmonie, die einen als Hörer einfangen könnte, die fehlt auf „N.E.W.S.“ einfach.

Fazit: Es gibt so viel gute Musik auf der Welt, die es sich lohnt gehört zu haben - auch von Golden Earring. Das Album „N.E.W.S.“ gehört jedoch leider nicht dazu. Zwei Stücke sind richtig schlecht, der ganze Rest schleppt sich so durch, ohne wirklich überzeugen zu können. Das haben die Niederländer schon sehr viel besser hinbekommen. Ein Album für den absoluten Golden Earring-Fan, aber für nur wenig andere, denn dazu ist das alles einfach zu langweilig, zu nichtssagend. Sechs Punkte.

Anspieltipps: I'll Make It All Up To You, Mission Impossible






Mittwoch, 3. Juli 2013

Genesis – A Trick Of The Tail




Genesis – A Trick Of The Tail


Besetzung:

Tony Banks – pianos, synthesizers, organ, mellotron, 12-string guitar, backing vocals
Phil Collins – drums, percussion, lead and backing vocals
Steve Hackett – electric guitar, 12-string guitars
Michael Rutherford – 12-string guitar, basses, bass pedal


Label: Virgin Records


Erscheinungsdatum: 1976


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

1. Dance On A Volcano (5:58)
2. Entangled (6:27)
3. Squonk (6:31)
4. Mad Man Moon (7:35)
5. Robbery, Assault And Battery (6:19)
6. Ripples (8:06)
7. A Trick Of The Tail (4:35)
8. Los Endos (5:52)

Gesamtspieldauer: 51:22




Zwei Jahre hat es gedauert, bis Genesis nach dem Ausscheiden von Peter Gabriel mit „A Trick Of The Tail“ 1976 schließlich ihr siebtes Studio-Album veröffentlichten. Phil Collins hatte nun den Gesangspart übernommen und das tat er sehr in Anlehnung an Peter Gabriel, sodass dieser stimmliche Einschnitt in der Band weniger Spuren hinterließ, als die Fans damals befürchteten.

Die Musik hatte sich allerdings ein wenig verändert. Sie ist nicht mehr ganz so eingängig und melodiös wie noch auf den vorherigen Veröffentlichungen, zumindest stimmt das immer wieder zum Teil. Zwar gibt es auch auf „A Trick Of The Tail“ noch diese wirklich tollen und eingängigen Lieder, für die man als Beispiel „Entangled“, „Mad Man Moon“, „Ripples“ und den Titeltrack „A Trick Of The Tail“ anführen kann, doch auch etwas „härtere“ Töne haben Einzug in die Musik von Genesis gehalten. „Dance On A Volcano“, „Robbery, Assault And Battery“, „Los Endos“ und vor allem „Squonk“ stehen dafür stellvertretend. Die Musik der Band wurde nun auch ein wenig experimenteller, es wurden neue Sounds, kraftvollere Töne ausprobiert.

„A Trick Of The Tail“ hält selbstverständlich noch richtig tolle progressive Musik für den Hörer parat. Wieder gibt es wunderschöne Instrumentalpassagen, überraschende Wechsel in Tempo und Rhythmus und eben auch diese, einen ergreifenden Melodien, die man nach dem Hören nicht mehr missen möchte. Dazu gesellen sich erneut sehr schöne und phantasiereiche Texte, die oft Geschichten erzählen, sodass sich diesbezüglich ein Mitlesen oder genaues Mithören durchaus lohnt.

Fazit: Genesis ohne Peter Gabriel würde anders sein, das war klar. Aber so viel anders wurde es gar nicht, es wurden allerdings Spektren hinzugefügt, die es vorher in der Musik der Band noch nicht gab. Das ging ein wenig zu Lasten der Melodiösität der Titel, macht diese dadurch allerdings auch treibender und fordernder und vielleicht für den einen oder anderen Hörer sogar interessanter. Genesis hatte sich weiterentwickelt. Ob dies hin zum Guten oder weniger Guten passierte, das muss jeder Hörer für sich selbst entscheiden. Ob dies hin zum Guten oder weniger Guten passierte, das liegt ganz im Ohr des Zuhörers. Zwölf Punkte.

Anspieltipps: Entangled, A Trick Of The Tail






Dienstag, 2. Juli 2013

Kate Bush – Lionheart




Kate Bush – Lionheart


Besetzung:

Kate Bush – vocals, background vocals, piano, keyboards, recorder


Gastmusiker:

Ian Bairnson – acoustic-, rhythm- & electric guitar, vocals
Brian Bath – guitar
Paddy Bush – harmonica, mandolin, vocals, pan flute, slide guitar, mandocello, pan pipes
Richard Harvey – recorder, vocals
Duncan Mackay – synthesizer, keyboards
Francis Monkman – harpsichord, keyboards, hammond organ
Del Palmer – bass, vocals
David Paton – bass
Stuart Elliott – drums, percussion
Charlie Morgan – drums
Andrew Powell – keyboards
David Katz – violin


Label: EMI


Erscheinungsdatum: 1978


Stil: Art Pop


Trackliste:

1. Symphony In Blue (3:36)
2. In Search Of Peter Pan (3:46)
3. Wow (4:00)
4. Don't Push Your Foot On The Heartbrake (3:15)
5. Oh England My Lionheart (3:12)
6. Full House (3:14)
7. In The Warm Room (3:35)
8. Kashka From Baghdad (3:56)
9. Coffee Homeground (3:39)
10. Hammer Horror (4:39)

Gesamtspieldauer: 36:56




Noch im gleichen Jahr wie das Debut-Album “The Kick Inside” wurde 1978 die zweite Platte Kate Bushs im Herbst unter dem Titel “Lionheart” veröffentlicht. Und leider klingt die Scheibe ein wenig so, als ob da jemand noch schnell vom Erfolg des Vorgängers profitieren wollte. Die einzelnen Lieder besitzen demnach nicht mehr die Qualität der Songs des Vorgängers und wirken ein bisschen - mit nur wenigen Ausnahmen - wie Stücke, die es auf das Debut-Album einfach nicht geschafft haben.

Die Lieder zünden einfach nicht so, wie noch ein paar Monate zuvor auf “The Kick Inside”. Die Melodien schaffen es nicht in derselben Weise den Zuhörer zu packen und zu fesseln. Dies drückte sich auch in den Verkaufszahlen des Albums im Vergleich zum Vorgänger aus. Weder das Album selbst, noch die drei daraus veröffentlichten Singles „Hammer Horror“, „Wow“ und „Symphony In Blue“ erreichten die Chart-Platzierungen, die mit dem Debut erreicht wurden.

Ist das Ganze zu Beginn der Platte noch ganz gefällig, so lassen im weiteren Verlauf des Albums die Titel qualitativ deutlich nach. Da läuft dann alles so ein wenig durch. Und solche Titel wie „Full House“ und „In The Warm Room“ fangen dann sogar an richtig zu langweilen. Vor allem bei der letztgenannten Nummer versuchte man wohl, nur noch die Stimme der Kate Bush in den Vordergrund zu stellen, sodass man sich eine Melodie gleich sparen konnte und auf diese verzichtete.

Richtig überzeugen kann im Grunde genommen nur „Don't Push Your Foot On The Heartbrake“, denn hier gibt es dann doch wieder das schöne Zusammenspiel von Melodie und Stimme, die dieses Stück noch einmal interessant werden lässt. Leider ist das auf „Lionheart“ aber die Ausnahme.

Fazit: Es wirkt so, als ob dieses Album ein klein wenig zu schnell nach dem erfolgreichen Debut auf den Markt gekommen ist. Die Lieder wirken nicht, langweilen zum Teil sogar oder sind gewöhnungsbedürftig. Nein, überzeugen kann „Lionheart“ leider nicht. Auf dem Album hört man gerade Mal durchschnittliche Musik, die nur durch die Stimme Kate Bushs zu etwas Anderem und Besonderem wird – nicht jedoch durch die auf der Platte vertretenen Lieder. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Don't Push Your Foot On The Heartbrake




Montag, 1. Juli 2013

Vangelis – Chariots Of Fire




Vangelis – Chariots Of Fire


Besetzung:

Vangelis – all instruments


Label: Polydor Ltd.


Erscheinungsdatum: 1981


Stil: Soundtrack, Instrumentalmusik


Trackliste:

1. Titles (3:33)
2. Five Circles (5:20)
3. Abraham's Theme (3:20)
4. Eric's Theme (4:18)
5. 100 Metres (2:04)
6. Jerusalem (2:47)
7. Chariots Of Fire (20:41)

Gesamtlaufzeit: 41:58




Für den Soundtrack zu „Chariots Of Fire“ hat Vangelis 1981 einen Oskar für die beste Filmmusik erhalten. Und das kann man für den Titel „Titels“ auch sehr gut nachempfinden. Das ist die Stunde des Siegers. Hier vereinigt die Musik all das, was an Emotionen in dem Moment aus einem herausbricht, wenn man als erstes die Ziellinie überquert, das entscheidende Tor geschossen hat, im Bewusstsein ist, den weitesten Sprung gelandet zu haben. Wahrlich ein tolles Lied, welches auch immer wieder in den verschiedensten Dokumentationen seinen Einsatz findet.

Nun und der Rest? Der ist meist sehr sphärischer Natur, gut gemacht natürlich und Atmosphäre transportierend. Was aber unterscheidet diese Songs, die weniger auf eine ultraeingängige Melodie, sondern mehr auf die Stimmung an sich ihren Fokus legen, von der Musik anderer Vertreter dieses Genres? Nicht allzu viel. Auch hier wirkt alles auf den Hörer und ist in sich stimmig. Atmosphärische Stimmungsmusik, zweifellos. Ein wenig melodiöser vielleicht als jene, die zum Beispiel Klaus Schulze oder Tangerine Dream zumeist produzieren. Aber in diese Klangwelten einzutauchen, das gelingt dem Konsumenten auch hier ohne weiteres. Im letzten Titel „Chariots Of Fire“ wird das Thema aus „Titels“ nochmals aufgenommen und ausgeweitet, es klingt ein wenig nach klassischer Musik. Schön gemacht, wahrlich fast schon eine Suite, die auf jeden Fall wirkt und beim Hörer auch nachhallt. Gut gemachte Instrumentalmusik, die Assoziationen aufkommen lässt - aber das musikalische Thema, das hatten wir ja bereits.

Fazit: „Titels“ möchte ich wahrlich nicht mehr missen. Und auch das Lied „Chariots Of Fire“ hat seine Stärken, sodass dieses Album für all diejenigen eine gute Abschaffung darstellt, die Instrumentalmusik lieben, die dann auch noch zusätzlich klassisch angehaucht ist. Nichts anderes stellt nämlich vor allem die Nummer „Chariots Of Fire“ mit seinen Pianopassagen dar. Schöne Musik zum Träumen, aber auch bestens geeignet, wenn man mal seine Dias vertonen will oder eine Powerpoint-Präsentation aufzufrischen versucht. Neun Punkte.

Anspieltipps: Titles, Chariots Of Fire






Sonntag, 30. Juni 2013

New Model Army – Vengeance




New Model Army – Vengeance


Besetzung:

Slade The Leveller – vocals, guitar
Stuart Morrow – bass, vocals
Robert Heaton – drums


Label: Abstract Records


Erscheinungsdatum: 1984


Stil: Post Punk, Rock


Trackliste:

1. Bittersweet (3:06)
2. Betcha (2:30)
3. Tension (2:12)
4. Great Expectations (3:13)
5. Waiting (3:27)
6. Christian Militia (3:26)
7. Notice Me (2:36)
8. Smalltown England (3:20)
9. A Liberal Education (5:28)
10. Vengeance (4:07)
11. Sex (The Black Angel) (3:25)
12. Running In The Rain (3:52)
13. Spirit Of The Falklands (3:44)
14. The Price (3:25)
15. 1984 (3:16)
16. No Man's Land (3:32)
17. Great Expectations (The Peel Session) (3:02)
18. Notice me (The Peel Session) (2:39)
19. Vengeance (Right To Silence Remix) (3:58)
20. Vengeance (Rough Justice Remix) (7:04)
21. Vengeance (Right To Protest Remix) (5:21)

Gesamtspieldauer: 1:16:42




„Vengeance“ taufte die britische Post-Punk, später Indie- oder Alternative-Band New Model Army ihr erstes Album, welches 1984 erschien. Auf diesem Album nennt sich Justin Sullivan noch „Slade The Leveller“, unter diesem Pseudonym trat er Anfang der 80er Jahre regelmäßig auf. Ich habe hier die Edition von 2002 vorliegen, da das Album in sehr vielen verschiedenen Ausführungen veröffentlicht wurde. Auf dieser Edition sind sowohl zwei Lieder der „Peel Session“ mit vertreten, wie auch drei zusätzliche Mixe des Titelsongs „Vengeance“

Die Musik auf „Vengeance“ hat auch nur sehr wenig mit der Musik zu tun, die New Model Army später veröffentlichen sollte, da hier der Punk deutlich im Vordergrund steht. Auch wenn die Musik von New Model Army auf später veröffentlichten Alben ebenfalls immer wieder an den Punk angelehnten Rock bieten sollte, so wird dieser Stil hier auf „Vengeance“ doch deutlich stärker ausgelebt. Interessant an diesem Album ist dabei auch, dass man die so eindrucksvolle Stimme des Justin Sullivan hier nur an sehr wenigen Stellen zu erkennen glaubt, so anders klingt diese hier auf der ersten Veröffentlichung noch.

Nun, die Musik ist rau, die Melodie steht nicht so sehr im Vordergrund, wie so häufig beim Punk, aus dessen Umfeld sich die drei Musiker auch zusammenfanden. Die Songs haben alle ihre Geschwindigkeit und sind nur mit Gitarre, Bass, den Drums und eben durch den Gesang instrumentiert. Es ist interessant zu hören, was sich aus dieser Band entwickelt hat. Die Musik greift hier zwar weitestgehend noch auf sehr einfache Strukturen zurück, die Ansätze späterer Alben sind allerdings durchaus schon zu hören.

Richtig packen können einen die Titel allerdings ehrlich gesagt auch nicht, zumindest dann nicht, wenn man eher auf die späteren Alben der Band steht. Wer allerdings einfachen und geradlinigen Rock liebt, denn genau diesen gibt es hier zu hören, der wird viel Spaß mit dieser Platte haben und auf seine Kosten kommen. Schnörkellos werden hier die Lieder wiedergegeben, der Beat wird meist vom ersten bis zum letzten Takt durchgezogen und dieser hat es so ziemlich bei jedem Song in sich. Rock eben, der nichts anderes will als rocken. Die hinzugefügten Remixe des Songs „Vengeance“ sind, na sagen wir mal gewöhnungsbedürftig. Das Original ist da schon weitaus besser gelungen.

Fazit: Die Platte ist natürlich für alle diejenigen interessant, die alles von „ihrer“ Band haben möchten, die auf relativ unkomplizierten Rock stehen und Musik gerade dann lieben, wenn sie groovt. Mit den späteren Alben von New Model Army hat diese Platte hier nur wenig gemein. Schlecht ist das allerdings wahrlich nicht, was hier zu hören ist, nur eben – anders! Sieben Punkte.

Anspieltipps: Waiting, Vengeance






Samstag, 29. Juni 2013

Johnny Cash – Unchained




Johnny Cash – Unchained


Besetzung:

Johnny Cash – vocals, acoustic guitar
Tom Petty – vocals, electric and acoustic guitars, bass, chamberlin
Mike Campbell – electric and acoustic guitars, bass, mandolin, dobro
Benmont Tench – piano, b3, vox continmental, harmonium, chamberlin
Howie Epstein – bass, acoustic guitar
Steve Ferrone – drums and percussion
Curt Bisquera – drums and percussion
Marty Stuart – acoustic and electric guitars, bass
Flea – bass
Lindsay Buckingham – acoustic guitar
Mick Fleetwood – percussion
Juliet Prater – percussion


Label: Sony Music


Erscheinungsdatum: 1996


Stil: Country, Folk, Pop, Rock


Trackliste:

1. Rowboat (3:44)
2. Sea Of Heartbreak (2:43)
3. Rusty Cage (2:50)
4. The One Rose (That's Left In My Heart) (2:26)
5. Country Boy (2:31)
6. Memories Are Made Of This (2:20)
7. Spiritual (5:07)
8. The Kneeling Drunkard's Plea (2:33)
9. Southern Accents (4:41)
10. Mean Eyed Cat (2:34)
11. Meet Me In Heaven (3:21)
12. I Never Picked Cotton (2:39)
13. Unchained (2:52)
14. I've Been Everywhere (3:20)

Gesamtspieldauer: 43:40




„Unchained“ lautet der zweite Teil der „American Recordings“-Serie des Johnny Cash. Diese Veröffentlichung wirkt sehr viel kraftvoller, als noch der erste Teil „American Recordings“, was nicht zuletzt auch an der sehr viel aufwendigeren Instrumentierung der Titel liegt. Dabei holte sich Johnny Cash Unterstützung bei diversen Musikern, unter anderem von Tom Petty, Flea von den Red Hot Chili Peppers sowie Lindsay Buckingham und Mick Fleetwood von Fleetwood Mac.

„Unchained“ ist dabei das wohl amerikanischste Werk der Reihe geworden, ein kleiner Trip zurück zu den frühen Jahren des Künstlers, denn hier ist die Country Musik allgegenwärtig, obwohl auch Folk-, Pop- und Rock-Einflüsse unverkennbar sind – wenn auch nur ab und an. Drei Titel komponierte Johnny Cash dabei selbst, die restlichen elf Stücke sind Cover-Versionen diverser anderer Künstler. Über jedem Lied schwebt irgendwie ein musikalisch-amerikanischer Spirit, den man für sich entdeckt, ergründet und verinnerlicht haben muss, um mit den Titeln etwas anfangen zu können.

Fazit: „That’s not my cup of tea“ würden englischsprachige Menschen wohl mit einem Musikgeschmack sagen, deren Interessen deutlich links und rechts von Country Klängen liegen. Die Musik auf „Unchained“ ist überaus konsequent in die Richtung des Country driftend, sodass ich für mich nur ab und an etwas auf dem Album finde, was mich ganz einzunehmen weiß. Die Stimme Johnny Cashs ist allerdings natürlich wieder sonor, tief und auch immer wieder durchaus ergreifend, sodass jeder Hörer, der etwas mit amerikanischer Volksmusik anfangen an, genau mit dieser Konstellation auch für sich überaus fündig werden wird. Ich leider nur sehr selten. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Rusty Cage, Spiritual, Southern Accents, Unchained






Freitag, 28. Juni 2013

Golden Kanine – Oh Woe!




Golden Kanine – Oh Woe!


Besetzung:

Linus Lindvall – guitars, vocals, keyboards, drums & percussion
Andreas Olrog – guitar, vocals, keyboards, drums & percussion
Dante Ekfeldt – bass, vocals, drums & percussion
Marcus Lundquist – trombone, screaming, drums & percussion, keyboards
Micke Sahlin – drums & percussion, programming


Gastmusiker:

Åsa Gjerstad – cello
Johan Malmberg – violin
Emma Wahlgren – vocals


Label: Glitterhouse Records


Erscheinungsdatum: 2011


Stil: Independent Folk Rock


Trackliste:

1. Arkham (3:49)
2. Climb (3:03)
3. Burial (4:07)
4. Fire (3:47)
5. Law Of Probable Outcome (4:11)
6. Get By (2:43)
7. All Must Die (1:43)
8. A Change (4:20)
9. The Devil (1:35)
10. Oh Lord (4:21)
11. Back From The Woods (4:28)

Gesamtspieldauer: 38:33




Im Jahr 2011 erschien das zweite Album der Schweden von Golden Kanine unter dem Titel „Oh Woe!“. Und was bereits für das Debut-Album galt, das gilt auch auf dieser Veröffentlichung: Sehr eingängigen Independent Folk Rock bekommt man auch hier zu hören. Äußerst abwechslungsreich gestaltet und instrumentiert. Ob Mandoline, Violine, Cello oder Trompete, alle Instrumente wurden in die Musik neben den „gängigen Rock-Verdächtigen“ wie Gitarre, Bass und Schlagzeug integriert. Das Ergebnis ist eine nicht alltägliche Melange aus meist nachdenklichen und ruhigeren Tönen, die eher für die stilleren Stunden des Tages angedacht zu sein scheint.

Und trotzdem ist „Oh Woe!“ kein „softes“ Album geworden. Der Groove steckt in vielen Titeln, die zum Mitwippen auffordern und animieren. Dass die Musiker von Golden Kanine ein Gespür für die Melodie besitzen, das haben sie bereits auf ihrem ersten Album gezeigt und dies auch auf der zweiten Platte unter Beweis gestellt. Alles klingt angenehm und man benötigt zudem nur sehr wenige Durchläufe der CD, um etwas „Vertrautes“ zu hören und wahrzunehmen. Dies in Verbindung mit mitreißenden Rhythmen oder aber sehr viel Atmosphäre, lässt das Album zu etwas Wertvollem werden.

Es befindet sich kein schlechter Song auf der Platte, jedes Lied hat seinen ganz speziellen Reiz. Diese absoluten „Übersongs“, die ein Album manchmal auch auszeichnen, die gibt es hier jedoch nicht. Vielmehr besteht „Oh Woe!“ aus elf Titeln, die alle eine gewisse Qualität für sich in Anspruch nehmen, ohne dabei großartige Ausschläge nach oben oder nach unten aufzuweisen. Ein kleiner Nachteil der Platte ist jedoch die relativ kurze Spieldauer der Scheibe, die man eher aus Zeiten der Vinyl-Veröffentlichungen kennt.

Fazit: Independent Folk Rock umschreibt die Musik von Golden Kanine auf „Oh Woe!“ ganz gut. Die Musik ist eingängig und abwechslungsreich, was nicht zuletzt auch an der nicht ganz alltäglichen Instrumentierung der Lieder liegt. Wer also auf melodiösen Rock steht, der eben nicht 08/15-mäßig aus den Boxen dringt, der kann hier auf dem zweiten Album der Schweden einiges für sich entdecken – auch wenn die Platte nicht ganz das Niveau des Debuts der Band erreicht. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Climb, Fire






Donnerstag, 27. Juni 2013

Golden Earring – Prisoner Of The Night




Golden Earring – Prisoner Of The Night


Besetzung:

George Kooymans – guitar, vocals
Rinus Gerritsen – bass guitar, keyboards
Barry Hay – flute, vocals
Cesar Zuiderwijk – drums


Gastmusiker:

Robert Jan Stips – synthesizer, keyboards
Tony Britnel – saxophone, tenor saxophone


Label: Polydor


Erscheinungsdatum: 1980


Stil: Rock


Trackliste:

1. Long Blond Animal (3:37)
2. No For An Answer (4:13)
3. My Town (3:06)
4. Prisoner Of The Night (4:51)
5. I Don't Wanna Be Nobody Else (4:42)
6. Cut 'Em Down To Size (3:23)
7. Will & Mercy (3:36)
8. Come In Outerspace (4:24)
9. Going Crazy Again (4:59)

Gesamtspieldauer: 36:50




Bereits ein Jahr nach dem gar nicht mehr so überzeugenden „No Promises...No Debts“ erschien bereits das fünfzehnte Studio-Album von Golden Earring. Die Niederländer ließen also nicht locker und veröffentlichten 1980 mit „Prisoner Of The Night“ ein weiteres Album in relativ kurzer Zeit. Die Musik auf dieser Scheibe geht jetzt manchmal ein wenig in die Rock’n’Roll-Richtung – leider jedoch ohne den Hörer dabei irgendwie packen zu können, ohne Spuren zu hinterlassen.

Dies gilt hier sogar noch ein klein wenig mehr als für den Vorgänger. Die Musik schafft es einfach nicht mehr beim Hörer das Interesse zu wecken. Ganz im Gegenteil - häufig langweilt sie sogar. Das ist Rock-Musik, bei der nichts mehr hängenbleibt, bei der überhaupt nichts Besonderes mehr auszumachen ist. Da klingt alles irgendwie gleich, belanglos, absolut verzichtbar. Aber auch hier gilt wieder, die Musik ist handwerklich gut gemacht, allein die Ideen für gute Songs fehlen fast komplett. Ein wenig Abwechslung bietet lediglich das letzte Stück des Albums "Going Crazy Again", welches immerhin mit einem interessanten Keyboardlauf aufwartet. Das war es dann aber auch wirklich.

Fazit: Mitunter klingt „Prisoner Of The Night“ so, als ob das ein oder andere Lied die ersten Kompositionsversuche einer Schülerband wären, die dann von Profis eingespielt wurden. Sehr viel mehr geben die Ideen auf der Platte nicht her. Natürlich ist das Album für den absoluten Golden Earring Fan sowie Komplettisten interessant und unverzichtbar, aber für alle anderen? Kaum! Jedoch schon auf der nächsten Platte „Cut“ erwartete den Musikfreund dann ja noch Mal ein Höhepunkt im Schaffen von Golden Earring. Für „Prisoner Of The Night“ gibt es allerdings lediglich fünf Punkte.


Anspieltipps: Prisoner Of The Night, Going Crazy Again





Mittwoch, 26. Juni 2013

16 Horsepower – Secret South




16 Horsepower – Secret South


Besetzung:

David Eugene Edwards – vocals, guitar, banjo, concertina, piano
Steve Taylor – back-up vocals, guitar, organ
Jean-Yves Tola – drums, percussion, piano
Pascal Humbert – bass, bass fiddle, guitar


Gastmusiker:

Asher Edwards – strings
Rebecca Vera – strings
Elin Palmer – strings


Label: Razor & Tie


Erscheinungsdatum: 2000


Stil: Alternative Country


Trackliste:

1. Clogger (3:28)
2. Wayfaring Stranger (2:43)
3. Cinder Alley (4:43)
4. Burning Bush (4:00)
5. Poor Mouth (4:39)
6. Silver Saddle (3:12)
7. Praying Arm Lane (3:19)
8. Splinters (5:20)
9. Just Like Birds (3:44)
10. Nobody' Cept You (3:35)
11. Straw Foot (3:30)

Gesamtspieldauer: 42:13




Im Jahr 2000 veröffentlichten die Amerikaner von 16 Horsepower aus Colorado ihr drittes Studio-Album unter dem Titel „Secret South“. Und im Grunde genommen kann man festhalten, dass sich nicht viel getan hat in Bezug auf die beiden vorher veröffentlichten Alben der Band - was hier aber in keinster Weise negativ gemeint ist. Die Melodien zünden wieder und auf richtige Country-Musik wurde dieses Mal sogar komplett verzichtet.

So ist „Secret South“ ein schönes und „rundes“ Album geworden, auf dem es für die- oder denjenigen einiges zu entdecken gibt, die oder der auf eingängige Melodien steht und auch mal Musik hört, die nicht unbedingt massentauglich ist und somit erst gar nicht in den Play Lists diverser Radiostationen auftaucht. Obwohl, dies kann gleich eingeschränkt werden, denn jedes dieser elf Lieder hier auf „Secret South“ ist durchaus radiokompatibel und könnte dort auch zu hören sein, wenn denn die Redakteure sich auch mal ein wenig mehr „trauen“ würden.

Höhepunkte gibt es auf diesem Albumeine ganze Menge, Ausfälle keinen einzigen. Da wären zunächst mal die drei ersten Songs. Alle drei sind sehr atmosphärisch in der für 16 Horsepower so typischen Art gestaltet, nämlich mit viel Melancholie, Tiefe und auch Schwärze, Rhythmik und einer über allem schwebenden Art der Verzweiflung. Dabei wirkt der dritte Titel „Cinder Alley“ im Refrain sogar richtiggehend hymnisch. „Clogger“, der Opener, ist eine mitreißende und schnelle Nummer, die rockt, während „Wayfaring Stranger“ sehr viel zurückhaltender gehalten ist und man bei diesem Lied wirklich von Alternative Country reden kann, denn genau so klingt diese musikalische Stilrichtung. Nicht nach Country, sondern eben nach einer Weiterentwicklung dieses Genres.

Weitere Höhepunkte des Albums sind das verträumte Silver Saddle, das folkig klingende „Praying Arm Lane“, sowie „Splinters“. Dies ist ein Lied, welches eine irgendwie geartete unheimliche Atmosphäre heraufbeschwört und immer wieder zu rocken beginnt, um dann nur wenige Takte später wieder diese fast schon verschworene Stimmung aufzugreifen. Nicht unerwähnt bleiben soll hier auch der letzte Titel der Platte „Straw Foot“. Ganz bedächtig steigert sich dieser Song. Tolles Banjo-Spiel und eine Melodie, die einen sofort ergreift, einfängt und nicht mehr loslässt. Ein wahrlich würdiger Abschluss für ein schönes Album.

Fazit: Mal etwas rockiger, mal etwas leichter und beschwingter, mal ganz zart, das sind alles Seiten und Zutaten, die es auf „Secret South“ zu entdecken gibt. Die Zusammensetzung der Songs passt, die durch die Bank weg auch als Anspieltipps geeignet wären. Abwechslungsreich und immer überaus melodiös ist dieses im Jahr 2000 erschienene Album eine Bereicherung für alle jene, die mal etwas hören wollen, was eben nicht nur aus Gesang, Gitarre, Bass, Schlagzeug und Keyboard besteht. Hier haben auch das Akkordeon und das Banjo eine besonders große Rolle inne, die sie bestens zu nutzen verstehen. Elf Punkte.

Anspieltipps: Clogger, Wayfaring Stranger, Cinder Alley, Silver Saddle, Praying Arm Lane, Splinters, Straw Foot (sorry, ich konnte mich nicht entscheiden…)