Donnerstag, 16. Januar 2014

The Cranberries – No Need To Argue




The Cranberries – No Need To Argue


Besetzung:

Dolores O'Riordan – vocals, electric and acoustic guitars, keyboards
Noel Hogan – electric and acoustic guitars
Mike Hogan – bass guitar
Feargal Lawler – drums and percussion


Gastmusiker:

John And His String Section  strings


Label: Island Records


Erscheinungsdatum: 1994


Stil: Pop, Rock, Alternative Rock


Trackliste:

1. Ode To My Family (4:31)
2. I Can't Be With You (3:08)
3. Twenty One (3:08)
4. Zombie (5:06)
5. Empty (3:26)
6. Everything I Said (3:53)
7. The Icicle Melts (2:54)
8. Disappointment (4:15)
9. Ridiculous Thoughts (4:32)
10. Dreaming My Dreams (3:36)
11. Yeats' Grave (3:00)
12. Daffodil Lament (6:14)
13. No Need To Argue (2:57)

Gesamtspieldauer: 50:39




Das Lied „Zombie“ kennt wohl jeder. Es war der Hit auf dem zweiten Album der irischen Band Cranberries mit dem Titel „No Need To Argue“. Sicherlich war diese Nummer auch ein Grund dafür, dass die Band mit dieser 1994 erschienenen Platte ihren internationalen Durchbruch feiern konnte. Allerdings ist „Zombie“, welches textlich vom Nordirland-Konflikt handelt, absolut untypisch für „No Need To Argue“. Ist dieser Hit kraftvoll, rockig und treibend, so entsprechen die anderen zwölf Titel auf dem Album eher Adjektiven wie sanft, ruhig und zerbrechlich.

Das beginnt gleich mit dem ersten Lied „Ode To My Family“. Sehr weich, sehr melodiös und getragen kommt hier die Stimme der Dolores O'Riordan wunderschön zur Geltung. Den Background-Gesang hat sie dabei auch noch übernommen, sodass es hier gleich die volle Ladung dieses Gesangs zu hören gibt, der so gerne gegen Ende einer Zeile nach oben wegzukippen, sich zu überschlagen liebt. Sanft wie der Anfang ist auch das Ende der Platte mit dem Titelsong „No Need To Argue“ gestaltet. Hier wird es dann sogar schon minimalistisch in Bezug auf die Instrumentierung. Dolores O'Riordan flüstert fast und diese zerbrechliche Stimme wird nur durch sanfte Orgelklänge untermalt.

Zwischen diesen beiden Titeln gibt es, neben dem bereits erwähnten „Zombie“, noch zehn weitere Songs, die alle in die gleiche verträumte Richtung tendieren. Sanfte, ruhige Musik, meist sehr melancholisch vorgetragen, mitunter sentimental, nur ab und an mal von einem schnelleren oder flotteren Part unterbrochen. So ist „No Need To Argue“ irgendwie ein November-Album, eine Platte für graue Tage, um den eigenen Blues so richtig aufleben zu lassen.

Fazit: Wunderschön verträumt klingt dieses zweite Werk der Cranberries. Dazwischen dann noch so eine rockige Nummer wie „Zombie“. Wahrlich überzeugend das Ganze. Wer auf Melodiösität und Harmonie in der Musik steht, der sollte hier unbedingt mal ein Ohr riskieren. Elf Punkte.

Anspieltipps: Ode To My Family, Zombie, Daffodil Lament



Mittwoch, 15. Januar 2014

Bastille – Bad Blood




Bastille – Bad Blood


Besetzung:

Dan Smith – lead vocals, keyboards, percussion, string arrangements
Kyle Simmons – keyboards, percussion, backing vocals
Will Farquarson – bass, keyboards, acoustic guitar, backing vocals
Chris "Woody" Wood – drums, backing vocals


Gastmusiker:

Mark Crew – keyboards, string arrangements
Verity Evanson – cello, string arrangements
Juliet Lee – violin
Sophie Lockett – violin
Gemma Sharples – violin
Willemijn Steenbakkers – violin
Alexandra Urquhart – viola
Richard Phillips – cello
Dave DeRose – drums
Ian Dudfield – backing vocals
Ralph Pelleymounter – backing vocals
Josh Platman – backing vocals
Jon Willoughby – backing vocals


Label: Virgin Records


Erscheinungsdatum: 2013


Stil: Pop


Trackliste:

1. Pompeii (3:35)
2. Things We Lost In The Fire (4:01)
3. Bad Blood (3:33)
4. Overjoyed (3:26)
5. These Streets (2:55)
6. Weight Of Living, Part II (2:55)
7. Icarus (3:45)
8. Oblivion (3:16)
9. Flaws (3:39)
10. Daniel In The Den (3:09)
11. Laura Palmer (3:06)
12. Get Home (6:38)

Gesamtspieldauer: 43:58




„Bastille“ ist eine ziemlich gehypte Band aus London, England, die auf vielen Plattformen unter dem Genre „Alternative Rock“ eingereiht wird. Da wird es dann jedoch schwierig, denn das, was Bastille hier auf ihrem Debut darbieten, ist mit Sicherheit kein Alternative Rock. Es ist im Grunde genommen auch kein Alternative Pop mehr. Das ist Pop-Musik des Jahres 2013 in Reinkultur, nicht mehr und nicht weniger. Das Label „Pop-Musik“ muss ja auch nichts Schlechtes oder Negatives bedeuten, macht es im Fall von Bastille auch nicht, aber wer sich eine irgendwie geartete Rock-Musik auf „Bad Blood“ erwartet, der wird unter diesen Umständen vermutlich enttäuscht werden.

Die Musik der vier Briten hat auch was. Man kann ihr wahrlich nicht absprechen überaus eingängig zu sein und Ohrwürmer hervorzurufen, die bei so manchem Hörer auch länger hängenbleiben werden - bei der einen Hörerin oder dem anderen Hörer mit Sicherheit aber auch deutlich weniger. Trotzdem, die ganze Platte ist überaus eingängig und zu jeder Zeit melodiös. Und auch wenn es hier den ein oder anderen nachdenklicheren Song zu hören gibt, der getragen dargeboten wird, wie zum Beispiel „Oblivion”, bei dem den Celli alles abverlangt wird, geht die gesamte Scheibe deutlich in die Richtung: „Musik für schöne Tage“.

Was mitunter etwas stört, dass ist dieser synthetische Sound. Klar gibt es mit Chris "Woody" Wood einen Drummer in der Band, der seine Aufgabe auch perfekt verrichtet – jedoch nicht immer – aber er kann überhaupt nichts für diesen Umstand. Viel zu oft greift die Band auf den synthetischen Sound des Synthesizers zurück, der einfach nicht die musikalische Qualität und den Klang eines „menschlichen“ Schlagzeugers erzeugen kann. Da klingt es dann schon mal sehr plastikmäßig und scheint auch durchaus so gewollt zu sein.

Nun und diese durchgängige Eingängigkeit erzeugt leider auch ganz andere Gefühle beim Konsumenten. Man sitzt da, hört die Scheibe und fast alles gefällt einem oder man findet alles irgendwie „gar nicht schlecht“ – spätestens nach dem zweiten Hören. Allerdings sagt und fühlt man auch spätestens nach dem zehnten Hören „Okay, jetzt reicht’s aber mal“. Soll nur heißen, dass die Musik durchaus gut gemacht ist, aber sehr stark Gefahr läuft, dass man sich an diesen Klängen ziemlich schnell überhört, sie nicht längerfristig bestehen können. Alles fließt, richtige Ausfälle gibt es irgendwie nicht, den absoluten „Übersong“, den sucht man allerdings auch vergebens. Alles hat ein gewisses Niveau ohne großartige Ausschläge nach oben oder unten.

Fazit: Die Musik von Bastille auf „Bad Blood“ ist eingängig, melodiös und man kann sie fast zu jeder Zeit hören. Da gibt es wohl nur wenig andere Meinungen darüber. Trotzdem ist diese Scheibe mit Sicherheit keine Platte, die in zwanzig Jahren noch für Aufsehen sorgen wird, dazu ist alles zu sehr vorhersehbar, mitunter auch ein wenig oberflächlich und mit dem Makel behaftet, dass man sich an solch einer Musik schnell überhören kann. Von daher nicht schlecht, allerdings auch nichts Besonderes. Gibt es Menschen, die behaupten, dies könnte ihr Lieblings-Album für alle Zeiten sein? Kaum vorstellbar. Hierbei kann es sich dann nur um Hitparaden-Hörer handeln, die allerdings schon bald etwas Neues finden werden, ganz nach Adenauers Devise: „Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern?“ Acht Punkte.

Anspieltipps: Things We Lost In The Fire, Bad Blood, Flaws



Dienstag, 14. Januar 2014

David Bowie – Space Oddity




David Bowie – Space Oddity


Besetzung:

David Bowie – vocals, 12-string guitar, stylophone, kalimba, rosendale electric chord organ


Gastmusiker:

Mick Wayne – guitar
Tim Renwick – guitar, flue, recorder
Keith Christmas – acoustic guitar
John Lodge – bass
Tony Visconti – bass, flute, recorder
Herbie Flowers – bass
John Cambridge – drums
Terry Cox – drums
Rick Wakeman – mellotron, electric harpsichord
Paul Buckmaster – cello
Benny Marshall and friends – harmonica


Label: EMI


Erscheinungsdatum: 1969


Stil: Folk, Pop


Trackliste:

1. Space Oddity (5:16)
2. Unwashed And Somewhat Slightly Dazed (6:12)
3. Don't Sit Down (0:44)
4. Letter To Hermione (2:37)
5. Cygnet Committee (9:36)
6. Janine (3:25)
7. An Occasional Dream (3:01)
8. Wild Eyed Boy From Freecloud (4:52)
9. God Knows I'm Good (3:22)
10. Memory Of A Free Festival (7:11)

Gesamtspieldauer: 46:16




Das zweite Album David Bowies, welches ursprünglich nur unter seinem Namen veröffentlicht wurde und erst später den Titel „Space Oddity“ erhielt, ist noch ganz stark im Folk verwurzelt. Und auch wenn es immer wieder Pop-Anleihen zu hören gibt oder aber Passagen, die zum Teil sogar experimenteller gestaltet sind, so sticht dieses Genre bei der Liedauswahl doch hervor.

Die Platte wird eröffnet mit dem Titeltrack „Space Oddity“, gleichzeitig auch dem bekanntesten Lied des Albums, welches es 1969 bis auf Platz 5 der englischen Single-Charts schaffte. Ein sehr eingängiger Titel, von der akustischen Gitarre dominiert, bei dem schwebende und wabernde Synthesizer-Teppiche für den „Weltraum-Touch“ sorgen. Sehr eingängig die Nummer und Inspiration für Peter Schillings „Major Tom“ zur Zeit der Neuen Deutschen Welle. Es folgt mit „Unwashed And Somewhat Slightly Dazed“ ein Lied, welches zunächst sehr folkig klingt, im weiteren Verlauf allerdings immer mehr „aus den Fugen“ gerät. Die Mundharmonika nimmt eine zentrale Position ein und es klingt schließlich gar nicht mehr so harmonisch, sondern durchaus auch etwas schräger und vor allen Dingen treibender. „Don't Sit Down” ist eine kleine Spielerei, wohl eine kurze Improvisation, bevor David Bowie mit „Letter To Hermione“ seiner ehemaligen Freundin ein sehr sanftes und eingängiges Denkmal setzt.

„Cygnet Committee”, mit knappen zehn Minuten Spieldauer das längste Lied des Albums, kann im Anschluss daran stimmungsmäßig an den vorherigen Titel anknüpfen. Ruhig und folkig klingt es hier zunächst erneut, bis sich der Titel immer weiter steigert, fordernder wird, ohne dabei jedoch etwas von seiner Melodiösität einzubüßen. „Janine“ und „An Occasional Dream” sind fast schon poppige Nummern, ebenfalls wieder melodiös und vor allen Dingen ruhig und sanft.

Das trifft auch auf „Wild Eyed Boy From Freecloud” zu, wobei diese Nummer noch durch den Einsatz eines Orchesters unterstützt wird. Diese Instrumentierung macht das Stück noch ein wenig eingängiger und wärmer. Die ruhige Grundstimmung bleibt auch hier erhalten. Genau wie bei dem tollen „God Knows I'm Good”. Akustischer Gitarrensound und die Stimme des David Bowie stehen hier ganz klar im Vordergrund und Bowie erzählt dabei eine rührige Geschichte. Beschlossen wird die Scheibe schließlich durch „Memory Of A Free Festival“. Mit Harmonika-Untermalung wird das Lied eingeleitet, in dem zunächst David Bowie sehnsüchtig singt und gegen Ende des Liedes schließlich alles in einen sehr kraftvollen Chor mündet. Klasse gelungen.

Fazit: „Space Odditiy“ ist eine tolle Scheibe geworden, die keinen schlechten Song für den Hörer bereithält. Alles wirkt und stimmt, die Lieder gehen ins Ohr und hier ist alles andere als 08/15 Folk oder Pop zu hören. Spannende Titel, die man so schnell nicht mehr aus dem Ohr bekommt. Elf Punkte.

Anspieltipps: Space Oddity, Cygnet Committee, God Knows I’m Good



Montag, 13. Januar 2014

Fleetwood Mac – Mystery To Me




Fleetwood Mac – Mystery To Me


Besetzung:

Bob Welch – electric guitar, acoustic guitar, lead and backing vocals
Bob Weston – electric guitar, slide guitar, acoustic guitar, backing vocals
Christine McVie – keyboards, lead and backing vocals
John McVie – bass guitar
Mick Fleetwood – drums, percussion


Gastmusiker:

Richard Hewson – string arrangements


Label: Warner Music


Erscheinungsdatum: 1973


Stil: Pop, Rock


Trackliste:

1. Emerald Eyes (3:35)
2. Believe Me (4:12)
3. Just Crazy Love (3:27)
4. Hypnotized (4:49)
5. Forever (4:08)
6. Keep On Going (4:05)
7. The City (3:37)
8. Miles Away (3:50)
9. Somebody (5:04)
10. The Way I Feel (2:43)
11. For Your Love (3:47)
12. Why (4:55)

Gesamtspieldauer: 48:11




Nicht weiter überraschend, denn wieder einmal gibt es ein Fleetwood Mac Album, inzwischen die achte Platte, die immer wieder mal überzeugen kann und tolle Songs aufweist, dann allerdings auch wieder Songs beinhaltet, die mit dem Rest nicht kompatibel zu sein scheinen. Und auch qualitativ sind die Titel nicht immer auf Augenhöhe.

Nun, beginnen wir mal bei den besseren Stücken. Einen davon gibt es mit „Emerald Eyes“ gleich zu Beginn. Eine schöne getragene Nummer, die trotzdem groovt. Zudem wächst der Titel mit jedem weiteren Hören und wird mit der Zeit zu einem guten Bekannten. Das war es leider allerdings auch schon mit der ehemaligen ersten Plattenseite. Allerdings wird die zweite Seite auch wieder mit einem richtig guten Titel, wenn nicht sogar mit dem Höhepunkt auf „Mystery To Me“ eingeleitet. „The City” groovt, man kann kaum die Füße still halten und dieser eingesetzte „Wah-Wah-Effekt“ ist fast schon mit grandios zu umschreiben.

„Miles Away“ klingt ein wenig gehetzt, aber durchaus interessant. Ein Rock-Song, der beim Hörer ebenfalls versteht, länger hängenzubleiben. „The Way I Feel” ist eine getragene Pop-Nummer, die über eine schöne Melodie verfügt. Na und dann ist das natürlich noch „For Your Love“. Dieses Lied kennt fast jeder und stammt ursprünglich nicht von Fleetwood Mac. Graham Gouldman hat es geschrieben und bekannt wurde es durch die Yardbirds (aus denen Renaissance hervorging), die es 1965 veröffentlichten. Auch in dieser Version hier von Fleetwood Mac eine richtig gute Nummer. Den Abschluss des Albums stellt „Why“ dar. Ein bluesiges Stück, welches immer dann am besten kling, wenn Christine McVie mal gerade nicht singt.

Nun und der Rest, der kann vielleicht bis auf „Hypnotized“, was sehr an die Musik von Chris Rea erinnert, so gar nicht mehr überzeugen. Da gibt es so nervige, poppige Stücke wie „Believe Me“ und „Just Crazy Love“ aus der Feder Chrsitine McVies, die dann einfach schön sind, wenn sie vorbei sind. Funkige Nummern gibt es auch zu hören in Form von „Keep On Going“ und „Somebody“, wobei vor allen Dingen letzter Titel wahrlich gewöhnungsbedürftig ist. Bliebe noch „Forever“ mit dem die Neue Deutsche Welle vorweggenommen wurde. Zumindest was den Sound der Rhythmusmaschine anbelangt. Da wird es dann echt schwierig die passenden Worte zu finden. Sagen wir mal so, bei der Neuen Deutschen Welle wirkt und passt das. Aber vielleicht hatten entsprechende Deutsche Bands damals in den 80ern ja ihre Inspiration durch diesen Song bekommen.

Fazit: Es ist wie es ist. Bei Flettwood Mac gab es bisher kein Album, welches durchgehend überzeugen kann. Klar, ein paar Perlen finden sich auch auf „Mystery To Me“. Das sind allerdings keine allzu großen „Perlen“. Gelungen aber trotzdem. Und dann kommt eben dieser Rest, der manches Mal durchaus nervig sein kann und den man sich immer wieder wegwünscht. Aber da ist er nun mal und geht auch mit in die Bewertung ein. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Emerald Eyes, The City, For Your Love



Sonntag, 12. Januar 2014

Patty Moon – Dream Up




Patty Moon – Dream Up


Besetzung:

Patty Moon – vocals, piano


Gastmusiker:

Tobias Schwab – bass, reed organ, clarinet, guitar, accordion, drums, percussion, musicbox
David Neuffer – cello
Christian Simon – flugelhorn, trumpet


Label: Traumton Records


Erscheinungsdatum: 2009


Stil: Post Rock, ArtPop


Trackliste:

1. Dream Up (3:52)
2. Keep Control (1:22)
3. Closer (3:49)
4. Drunk (4:20)
5. Peppermint Patties (3:03)
6. Singing Nurses (2:16)
7. Ambulance (2:59)

Gesamtspieldauer: 21:44




Das Einzige, was Patty Moon mit ihrer dritten Veröffentlichung nicht so ganz gelungen ist, das ist die Laufzeit der CD. Lediglich knappe 22 Minuten gibt es auf „Dream Up“ aus dem Jahr 2009 zu hören. Diese haben es dann allerdings wieder in sich. Verträumte und sehr harmonische, sowie melodische Musik gibt es auf dieser EP zu hören. Die Qualität ist über alle sieben Titel hinweg dabei sehr hoch - Ausschläge nach unten gibt es nicht. Alles klingt und wirkt und versetzt den Zuhörer in eine Art Traumwelt.

Eingeleitet wird das Album mit einer Spieluhr, die den Titelsong „Dream Up“ eröffnet. Es folgt ein sehr schönes, pianolastiges Stück, bei dem auch wieder wunderschön der Gesang Judith Heuschs zur Geltung kommt. Der Titel geht bereits beim ersten Hören unmittelbar ins Ohr und verliert auch während weiterer Durchläufe nichts von seiner Magie. Bei „Keep Control” handelt es sich um ein kurzes, zunächst nach Kirmes-Musik klingendes Stück, eine sehr schöne und auch wieder melodiöse Abwechslung, die sich dieses Mal auf die Instrumentierung bezieht. „Closer“ klingt schließlich nach Melancholie pur, ist eine ganz sanfte und ein klein wenig schwebende Nummer. Bei „Drunk“ wird es im Anschluss daran sogar noch ein wenig verträumter, was nicht zuletzt an den Streichern und der klasse integrierten Klarinette des Thomas Schwab liegt.

Aber auch auf „Peppermint Patties“ trifft diese Verträumtheit zu, wunderschön entfaltet sich hier eine eindringliche Melodie. „Singing Nurses” fällt dagegen fast schon aus dem Rahmen. Fordernder wird die Musik hier zunächst durch den verstärkten Einsatz der Bläser. Ein sehr gut gelungener Kontrapunkt. Dann schließlich schwebt das Album mit „Ambulance” ganz sanft aus.

Fazit: Nun, wie schon erwähnt, der einzige Nachteil dieser Platte ist die kurze Laufzeit, was bei einer EP allerdings nicht weiter verwunderlich sein dürfte. Ansonsten gibt es alle Zutaten, die ein Patty Moon Album zu etwas ganz Besonderem werden lassen. Klasse Musik für die ruhigeren Momente des Lebens. Nur aufgrund der Kürze vergebe ich hier lediglich zehn Punkte, ansonsten hat das Album irgendwie mehr verdient.

Anspieltipps: Dream Up, Peppermint Patties, Singing Nurses



Samstag, 11. Januar 2014

The Who – It’s Hard




The Who – It’s Hard


Besetzung:

Roger Daltrey – lead vocals, rhythm guitar
John Entwistle – bass guitar, brass, backing vocals, lead vocals on "One At A Time", synthesizer on "Dangerous" and "One At A Time"
Kenney Jones – drums
Pete Townshend – guitars, backing vocals, lead vocals on "Eminence Front", co-lead vocals on "Athena" and "Cooks County", piano and synthesizer on "One Life's Enough"


Gastmusiker:

Andy Fairweather-Low – rhythm guitar on "It's Your Turn"
Tim Gorman – synthesizer and organ on "Dangerous", electric piano on "Eminence Front", synthesizer on "One Life's Enough" and "One At A Time"


Label: Polydor


Erscheinungsdatum: 1982


Stil: Rock


Trackliste:

1. Athena (3:48)
2. It's Your Turn (3:41)
3. Cooks County (3:52)
4. It's Hard (3:50)
5. Dangerous (3:35)
6. Eminence Front (5:39)
7. I've Known No War (5:57)
8. One Life's Enough (2:22)
9. One At A Time (3:19)
10. Why Did I Fall For That (3:56)
11. A Man Is A Man (3:56)
12. Cry If You Want (5:23)


Bonus Tracks:

13. It's Hard (Live) (4:56)
14. Eminence Front (Live) (5:44)
15. Dangerous (Live) (3:48)
16. Cry If You Want (Live) (7:12)

Gesamtspieldauer: 1:10:57




Bei „It’s Hard“ handelt es sich um das zweite Album, welches nach dem Tod Keith Moons entstand und eingespielt wurde, dem letzten vor der Auflösung der Band und dem zehnten Studio-Album von „The Who“. Die Scheibe ist allgemein sehr umstritten, besonders unter den Fans der Band, dabei hält sie durchaus auch einige Höhepunkte für den Musikfreund parat. Einer davon ist der Titelsong „It’s Hard“. Schöne Melodie, eingängig und die Nummer lebt von den Stimmungswechseln im Lied selbst und der Stimme des Roger Daltrey.

Dann ist da natürlich auch noch eines der besten Lieder der Who überhaupt: „Eminence Front“. Was wie eine Synthie-Popnummer beginnt, mit plastikmäßigem Rhythmus-Sound, entwickelt sich zu einem absolut überzeugenden Rock-Song. Pete Townsend wusste mit Sicherheit, dass dies sein Meisterwerk auf der Platte war, deshalb übernahm er hier auch gleich die Vocals selbst. „Eminence Front“ ist ein unglaublich kraftvoller und mitreißender Rock-Song, der auch nach dem tausendsten Mal des Hörens in keinster Weise langweilig wird. Großes Kino.

Auch der folgende Titel „I've Known No War“ ist eine klasse Nummer. Erneut mit einem Synthesizer-Sound unterlegt, entwickelt sich ein spannendes, rhythmisches und melodiöses Lied, welches auch mit langen Instrumentalpassagen punkten kann. Gar nicht mehr so rockig ist dann „One Life's Enough“. Eine ruhige und getragene Ballade, die ihre Eindringlichkeit erst richtig nach dem mehrmaligen Hören entfaltet. „Dangerous“ ist eine von drei Nummern, die John Entwistle geschrieben hat, der Rest des Albums stammt aus der Feder Pete Townshends. Das Lied ist rockig und punktet vor allem durch den sehr gelungenen Refrain, der sich unmittelbar im Musikzentrum des Hörers festsetzt. Und auch unter den anderen Titeln befindet sich kein Ausfall. Was denn dann mehr oder weniger überzeugt, liegt dabei natürlich ganz am Geschmack des Hörers. 

Ergänzt wurde das Album auf der remasterten CD durch vier Bonustracks in Form von Live-Einspielungen bereits auf der CD vorhandener Titel. Auch diese Lieder können hier in leicht abgeänderter Form überzeugen.

Fazit: „It’s Hard“ ist ein schönes und überzeugendes Rock-Album geworden. Es sollte anschließend vierundzwanzig Jahre dauern, bis die Band erneut ein Studio-Album veröffentlichen sollte. Somit stellt „It’s Hard“ einen gelungenen Abschluss dieser Phase der Band dar. Hier rockt es, mitunter sehr eindringlich, das Gefühl für tolle Melodien und packende Rhythmen zeigt die Band auch auf dieser zehnten Veröffentlichung. Zwar ist „It’s Hard“ nicht mehr zu vergleichen mit den Klassikern der Who aus den frühen 70er Jahren, aber deutlich besser als das, was so manch andere Heroen dieser Musikgeschichte in den 80er Jahren noch veröffentlichten. Neun Punkte.

Anspieltipps: It's Hard, Eminence Front, I've Known No War



Freitag, 10. Januar 2014

Yes – Yes




Yes – Yes


Besetzung:

Jon Anderson – lead singer and incidental percussion
Peter Banks – guitar, vocals
Bill Bruford – drums, vibes
Chris Squire – bass, vocals
Tony Kaye – organ, piano


Label: Atlantic Records


Erscheinungsdatum: 1969


Stil: Progressive Rock, Pop


Trackliste:

1. Beyond And Before (4:53)
2. I See You (6:48)
3. Yesterday And Today (2:49)
4. Looking Around (4:17)
5. Harold Land (5:42)
6. Every Little Thing (5:42)
7. Sweetness (4:33)
8. Survival (6:19)


Bonus Tracks:

9. Everydays (Single Version) (6:21)
10. Dear Father (Version #2; Previously Unissued) (5:49)
11. Something's Coming (7:07)
12. Everydays (Version #1, Previously Unreleased) (5:15)
13. Dear Father (Early Version #1, Previously Unissued) (5:29)
14. Something's Coming (Early Version, Previously Unissued) (8:02)

Gesamtspieldauer: 1:19:49




Das ist schon so eine Sache mit den Debut-Alben so mancher Band beziehungsweise so manches Solo-Interpreten. Wenn man da an die ersten „Gehversuche“ von David Bowie oder auch Genesis denkt, dann waren diese doch noch sehr im Pop der sechziger Jahre verhaftet und hatten mit dem Stil, den sie in späteren Jahren prägen sollten, noch reichlich wenig zu tun. Ein wenig anders ist das beim Debut von Yes mit dem gleichnamigen Album-Titel. Auch hier gibt es zwar diese reinen Pop-Anleihen, der progressive Ansatz, der ist hier aber schon deutlich bemerkbar.

Zwei Cover-Versionen gibt es auf dem ursprünglichen Album. Da ist zum einen „I See You“ von den Byrds und schließlich noch „Every Little Thing“ von den Beatles. Beide Nummern wurden an den „Yes-Sound“ angepasst und klingen deutlich abweichend vom Original. Trotzdem sind das nicht die Höhepunkte der Platte. Diese beginnt mit „Beyond And Before“. Einem durchaus progressiven Stück, was in der Art der Darbietung liegt, die durch mehrstimmigen Gesang unterfüttert wurde und auch rockige sowie eher schwebende Abschnitte bereithält – also kein Lied, welches nach der Devise Strophe – Refrain etc. funktioniert. „Yesterday And Today“ ist dagegen eine sehr sanfte Nummer und kann deutlich eher dem Genre Pop zugeschrieben werden. Das sieht bei „Looking Around” schon ganz anders aus beziehungsweise hört sich anders an. Hier hört man den späteren Yes-Sound bereits sehr gut heraus und diese Nummer hätte auch auf späteren Veröffentlichungen der Band ihren Platz finden können, ohne stilistisch vom Rest abzuweichen.

„Harold Land” ist erneut eine Mixtur der Genres. Das Lied beginnt treibend und orgeldominiert und entwickelt sich dann zu einem sehr eingängigen und melodiösen Stück, welches durchaus auch Vergleiche zu den frühen Genesis aufkommen lässt. Bei „Sweetness“ spielt zunächst auch wieder die Orgel des Tony Kaye eine große Rolle, dann wird es sehr ruhig und der Lied-Titel „Sweetness“ passt hier dazu perfekt. So richtig überzeugen kann die Nummer allerdings nicht. Bliebe noch „Survival“ von der ursprünglichen Plattenzusammenstellung. Jetzt bewegt sich die Band wieder auf dem Terrain der progressiven Musik und sogar jazzige Ansätze sind hier zu vernehmen, bis alles wieder sehr schwebend und „luftig“ wird.

Auf der remasterten Fassung gibt es schließlich noch sechs Zugaben, wobei es sich bei vier Titeln davon um Cover-Versionen handelt, „Everydays“ von Stephen Stills gibt es dabei sogar in zwei unterschiedlichen Einspielungen. Lediglich „Dear Father“ stammt aus der Feder Jon Andersons und Chris Squires. Das Lied gibt es ebenfalls in zwei verschiedenen Versionen zu hören und passt stilistisch uneingeschränkt zum Rest der Platte. Die Orgel spielt wieder eine wichtige Rolle, ansonsten ein ruhiger Song, der hauptsächlich während der Instrumentalpassagen an Fahrt gewinnt. Bei den Covers legen die Musiker von Yes sogar noch ein wenig mehr Wert auf die progressiven Ansätze und lassen ihrem Spieltrieb freien Lauf.

Fazit: Zwar ist das Album qualitativ noch nicht vergleichbar mit späteren Veröffentlichungen wie „Close To The Edge“, „The Yes Album“ oder „Fragile“, dazu wirkt es manches Mal noch nicht bis zum Ende konsequent durchdacht und durchgezogen, die Ansätze, die die Musik von Yes zu etwas Besonderem werden lassen, diese Ansätze sind jedoch bereits vorhanden. Wer auf die frühen Yes steht, der findet hier jede Menge für sich. Wer eher etwas mit Titeln wie „Owner Of A Lonely Heart“ anzufangen weiß, für die oder den ist diese Platte definitiv nicht geeignet. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Looking Around, Harold Land



Donnerstag, 9. Januar 2014

Uriah Heep – Demons And Wizards




Uriah Heep – Demons And Wizards


Besetzung:

David Byron – lead vocals
Mick Box – lead guitar, vocals
Ken Hensley – acoustic, electric and slide guitar, vocals, keyboards, percussion
Lee Kerslake – drums, percussion, vocals
Gary Thain – bass guitar
Mark Clarke – bass guitar, lead vocals ("The Wizard")


Label: Universal Music


Erscheinungsdatum: 1972


Stil: Rock, Hard Rock


Trackliste:

1. The Wizard (3:03)
2. Traveller In Time (3:27)
3. Easy Livin' (2:38)
4. Poet's Justice (4:18)
5. Circle Of Hands (6:27)
6. Rainbow Demon (4:28)
7. All My Life (2:48)
8. Paradise / The Spell (12:42)

Gesamtspieldauer: 39:51




„Demons And Wizards” nannten die englischen Rocker von Uriah Heep ihr viertes Album, welches 1972 veröffentlicht wurde. Und auch auf dieser Veröffentlichung gibt es wieder jede Menge gut gemachten Hard Rock zu hören, der allerdings nicht mehr diese Höhepunkte bereithält, die man auf den Vorgängerplatten immer wieder finden konnte. Trotzdem hält die Scheibe einige gute Titel parat, die mit jedem weiteren Hören zu schönen Begleitern werden können.

Das bekannteste Stück des Albums ist wohl „Easy Livin'“. Eine treibende und rockige Nummer, die auch mit vom genialen Sound der fetten Orgel Ken Hensleys lebt. Das Stück geht einem sofort in die Beine, die unweigerlich mitwippen möchten. Ebenfalls überaus gelungen ist „Traveller In Time”. Das Lied setzt sich aus sanfteren und sehr rockigen Abschnitten zusammen, ist dabei überaus melodiös und geht schnell ins Ohr. Dies gilt auch für „Circle Of Hands”, wobei hier wieder der Orgel Ken Hensley eine dominierende Rolle zufällt. Gerade in den ruhigeren Passagen kommt auch die Stimme David Byrons klasse zur Geltung. Die Orgel steht auch beim darauffolgenden Song „Rainbow Demon” zunächst im Mittelpunkt. Schwer und kraftvoll wirkt sie hier und es entwickelt sich schließlich eine etwas getragenere und durchaus auch melodiöse Nummer, die sich schnell im Ohr festsetzt.

Den Ausschlag nach unten bildet die vorletzte Nummer „All My Life“. Das wiederum liegt nicht nur an der Musik alleine, die es irgendwie nicht schafft, den Hörer einzufangen. Es ist auch dieser schleimig, schmalzige Text, der einen vor allen gegen Ende des Liedes, nach dem hundertsten „I will love you all my live“, fast schon Reißaus nehmen lässt. Es folgt als letztes Lied, das mit knapp dreizehn Minuten Spieldauer gleichzeitig längste Stück des Albums ist: „Paradise / The Spell”. Auch hier gibt es sehr schöne und begeisternde Abschnitte zu hören, dann allerdings auch wieder Passagen, die einen sehr viel weniger zu packen verstehen. Da gibt es so einen Part, der ein wenig an „Boogie Woogie“ erinnert, so gar nicht zum Rest des Liedes passen will und somit wirkt die Nummer hier auch ein kleinwenig „zusammengestöpselt“ – ist sie wohl auch, da sie sogar zwei verschiedene Titel hat und anscheinend auf späteren Veröffentlichungen durch ein wenig Stille getrennt wurde.

Fazit: Die Höhepunkte gibt es auf „Demons And Wizards“. Dabei auch nur wenig „Ausschussware“ und ein paar Songs, die in die Richtung „Mittelmaß“ tendieren. Trotzdem lohnenswert, für all diejenigen Musikfreunde, die auf etwas härteren Rock der frühen 70er Jahre stehen und natürlich auch für alle Uriah Heep Fans. Neun Punkte.

Anspieltipps: Circle Of Hands, Rainbow Demon



Mittwoch, 8. Januar 2014

David Bowie – David Bowie






David Bowie – David Bowie


Besetzung:

David Bowie – vocals, guitar, etc.


Gastmusiker:

Jede Menge, nicht weiter aufgeführte Musiker.


Label: DERAM (Universal)


Erscheinungsdatum: 1967 (1975, 1997, 2010)


Stil: Pop


Trackliste:

1. Rubber Band (Single Version) (2:05)
2. The London Boys (3:23)
3. The Laughing Gnome (3:03)
4. The Gospel According To Tony Day (2:50)
5. Uncle Arthur (2:10)
6. Sell Me A Coat (3:01)
7. Rubber Band (2:20)
8. Love You Till Tuesday (3:12)
9. There Is A Happy Land (3:15)
10. We Are Hungry Men (3:00)
11. When I Live My Dream (3:24)
12. Little Bombardier (3:27)
13. Silly Boy Blue (3:53)
14. Come And Buy My Toys (2:10)
15. Join The Gang (2:20)
16. She's Got Medals (2:26)
17. Maid Of Bond Street (1:45)
18. Please Mr. Gravedigger (2:40)
19. Love You Till Tuesday (Single Version) (3:02)
20. Did You Ever Have A Dream (2:09)
21. Karma Man (3:06)
22. Let Me Sleep Beside You (3:27)
23. In The Heat Of The Morning (2:59)
24. Ching-A-Ling (2:05)
25. Sell Me A Coat (Remixed Version) (2:54)
26. When I Live My Dream (Version 2) (3:52)
27. Space Oddity (Original Version) (3:47)

Gesamtspieldauer: 1:17:42




Drei Cover, im Grunde genommen eine Platte, die sich allerdings trotzdem in ihren Zusammenstellungen beziehungsweise Anordnungen der Lieder unterscheiden. Das ursprünglich 1967 veröffentlichte erste Album David Bowies mit selbigem Titel, beinhaltete insgesamt vierzehn Lieder. Auf den Nachveröffentlichungen und Zusammenstellungen der damaligen Zeit wurden diese noch um weitere, bisher nicht auf einem Album erschienene Singles erweitert. Bei „Images“ handelt es sich um eine Doppel-LP, die wohl nie auf CD erschienen ist, ohne zusätzliche Mixe auskommt, dafür beim Aufklappen des Covers mit sehr fantasievollen Comic-Bildern aufwartet, welche jeweils einem Lied entsprechen. „The Deram Anthology 1966-1968“ ist dagegen ziemlich deckungsgleich mit der remasterten und erweiterten Version vom Album „David Bowie“. Unterschiede finden sich in der Art der „alternativ“ hinzugefügten Songs, die beim Album „David Bowie“ auch die Mono-Versionen der Lieder enthalten sowie diverse Mixe und den Titel „London, Bye, Ta Ta“. Währenddessen wird auf „The Deram Anthology 1966-1968“ noch die ursprüngliche Version von „Space Oddity“ wiedergegeben. Deshalb auch das „1966 – 1968“ im Titel des Albums. Alle anderen Lieder entstanden nämlich 1966 oder 1967 und wurden zu dieser Zeit auch veröffentlicht. Die oben angegebene Trackliste zeigt übrigens die Anordnung auf „The Deram Anthology 1966-1968“.

Zur Musik ist zu sagen, dass es sich hierbei um englischen sechziger Jahre Pop handelt, der nicht allzu tiefgründig ist. Ein klein wenig klingt es manchmal auch nach englischsprachigem Schlager, ein anderes Mal dann sehr skurril, wie bei „The Laughing Gnome“ oder „Please Mr. Gravedigger“. Bei ersterem fühlt man sich unweigerlich an das „Lied der Schlümpfe“ mit Vadder Abraham erinnert. Die Musik ist zwar nicht gleich, jedoch „unterhält“ sich David Bowie hier mit einem „Gnom“, der mit seiner Stimme sehr an Donald Duck erinnert. Bei „Please Mr. Gravedigger“ hört man dann Glockengeläut, Donnergrollen, Regen, viel „Gegrabe“, einen verschnupften David Bowie und keine Begleitmusik. Sicherlich experimentell für die damalige Zeit. Auf den beiden CD-Versionen bekommt man David Bowie übrigens in dem Song „Ching-A-Ling“ auch in der Formation „Feathers“ zu hören. Diese bestand kurzfristig aus David Bowie selbst, seiner Freundin Hermione Farthingale (an die auf „Space Oddity“ der Titel „Letter To Hermione“ erinnert) sowie John Hutchinson. Alle Drei singen hier auch und es ist so ein typischer Pop-Titel für die damalige Zeit.

Nun, es findet sich wie bereits erwähnt jede Menge sechziger Jahre Pop auf den Alben. Oftmals nicht sehr weltbewegend, aber durchaus mit einigen Höhepunkten durchsetzt. Da ist zunächst das schöne und getragene „The London Boys“, welches bereits einen Vorgeschmack auf zukünftige Veröffentlichungen des David Bowie macht und stilistisch auch auf „Diamond Dogs“ seinen Platz hätte finden können. Sehr eingängig ist „Rubber Band“, was nicht zuletzt auch an der Instrumentierung mit diversen Bläsern liegt. Hier ist allerdings definitiv die Album-Version besser gelungen, als die Single-Version. Ein tolles und spannendes Stück und auf seine Art außergewöhnlich. In die Richtung Folk geht die Nummer „Come And Buy My Toys“. Wunderbar eingängig und melodiös. Auch sehr gelungen: “In The Heat Of The Morning”. Was zunächst ebenfalls wie ein Pop-Song beginnt, wird im weiteren Verlauf sogar noch ein wenig rockig.

Fazit: Dieses erste Album des David Bowie ist anders, als alles, was da noch folgen sollte. Wer auf 60ies Pop steht, wird viel Spaß an der Scheibe haben. Wer David Bowie Fan ist sollte durchaus auch mal ein Ohr riskieren, denn hier gibt es durchaus Ungewöhnliches des Musikers zu hören. Interessant sind auf jeden Fall die Ansätze, die David Bowie hier bereits seinen Hörern zeigt. Nichts Weltbewegendes – zugegeben, trotzdem irgendwie „nett“. Neun Punkte.

Anspieltipps: The London Boys, Rubber Band, Come And Buy My Toys, She's Got Medals, In The Heat Of The Morning



Dienstag, 7. Januar 2014

Deep Purple – The Book Of Taliesyn




Deep Purple – The Book Of Taliesyn


Besetzung:

Rod Evans – vocals
Ritchie Blackmore – lead guitar
Jon Lord – organs & vocals
Nick Simper – bass guitar & vocals
Ian Paice – drums


Label: EMI


Erscheinungsdatum: 1968


Stil: Rock


Trackliste:

1. Listen, Learn, Read On (4:05)
2. Wring That Neck (5:14)
3. Kentucky Woman (4:45)
4. Exposition/We Can Work It Out (7:08)
5. Shield (6:06)
6. Anthem (6:32)
7. River Deep, Mountain High (10:13)


Bonus Tracks:

8. Oh No No No (Studio Out Take) (4:25)
9. It's All Over (BBC Top Gear Session) (4:14)
10. Hey Bop A Re Bop (BBC Top Gear Session) (3:32)
11. Wring That Neck (BBC Top Gear Session) (4:43)
12. Playground (Remixed Instrumental Studio Out Take) (4:30)

Gesamtspieldauer: 1:05:25




Das zweite Album von Deep Purple „The Book Of Taliesyn”, ursprünglich 1968 veröffentlicht, wurde im Jahr 2000 in einer remasterten Fassung mit einigem Bonus-Material erneut aufgelegt. Vom Stil her hat diese Platte auch nur am Rande etwas damit zu tun, für was die Band in den 70ern stehen sollte. Klar ist das hier Rock, zum Teil auch bereits Hard Rock, dieser ist allerdings sehr viel verspielter, als auf den späteren Veröffentlichungen der Band. Die Scheibe stellt eine Art Einleitung zum nächsten Album „Deep Purple“ dar, in dem sie diesen progressiven Hard Rock noch verfeinern sollte. Wie beim Debut, so haben die Musiker auch hier Cover-Versionen bereits bekannter Titel beigefügt. Dieses Mal bediente sich Deep Purple bei Neil Diamond („Kentucky Woman“), bei den Beatles („We Can Work It Out”) und bei Ike und Tina Turner mit dem Titel „River Deep, Mountain High“. Und natürlich wurden diese Nummern an den Stil Deep Purples angepasst, wobei allerdings vor allem der Beatles-Titel in dieser Version nicht so recht überzeugen kann.

Die Musik bewegt sich auf „The Book Of Taliesyn“ allgemein zwischen den Ansätzen des Pop der 60er Jahre, den ersten Ausflügen des Hard Rock und progressiven, freieren Abschnitten, die oftmals durch lange Soloeinlagen an der Orgel oder der Gitarre gekennzeichnet sind. Und genau in diesen Teilen liegt auch die Stärke des Albums. Immer dann wenn die fünf Musiker ihrer Spielfreude kein Limit zu setzen scheinen, dann wirkt die Scheibe am Überzeugendsten. Das ist im Grunde genommen nie durchgängig der Fall, immer wieder jedoch phasenweise. Besonders dann allerdings, wenn die einzelnen Stücke mit Instrumentalabschnitten unterfüttert werden, die häufig den eigentlichen Reiz des Liedes ausmachen.

Die Scheibe beginnt mit der durchaus rockigen Nummer „Listen, Learn, Read On”. „Wring That Neck” ist im Anschluss daran ein Instrumentalstück, währenddessen sich Jon Lord und Ritchie Blackmore so richtig austoben. Fetter Orgelsound und ein ausschweifendes Gitarren-Solo in einem durchweg groovendem Stück. Es folgt die bereits erwähnte Cover-Version von „Kentucky Woman”. Sicherlich nicht der Höhepunkt des Albums – auch wenn es hier wieder zwei längere Soloparts von Jon Lord und Ritchie Blackmore zu hören gibt. Richtig gut gelungen ist dagegen „Exposition”. Eine zunächst sehr getragene Instrumentalnummer, die im weiteren Verlauf viel Fahrt aufnimmt. Sehr viel mehr gelungen als die bereits erwähnte Version von „We Can Work It Out“, in den das Stück nach einem Break schließlich übergeht. „Shield“ ist im Anschluss daran ein Lied, welches sich irgendwo zwischen Pop und Psychedelic bewegt und ganz klar mit jedem weiteren Hören wächst. Darauf folgt mit „Anthem“ eine Nummer, die bereits ein bisschen vorwegnimmt, was Deep Purple auf der nächsten Platte mit dem Stück „April“ in Vollendung darbringen sollten: die Verknüpfung von Klassik und Rock. Wie der Name schon ausdrückt, ist das Lied eine Art Hymne, etwas getragen, melodiös und eingängig, unzweifelhaft der damaligen Zeit zuzuordnen, jedoch kann es noch längst nicht so überzeugen, wie die Nummer auf dem Nachfolgealbum. Bliebe noch „River Deep, Mountain High”, mitunter etwas psychedelisch und pathetisch angehaucht und gerade in den Bereichen mit Gesang, nicht zuletzt aufgrund des etwas seltsamen Chorgesangs, durchaus gewöhnungsbedürftig.

Die fünf Zugaben sind soundtechnisch nicht immer erste Sahne, wobei hier vor allen die drei BBC Top Gear Sessions negativ auffallen. Die beiden Studio Outtakes können dagegen wieder etwas mehr überzeugen.

Fazit: „The Book Of Taliesyn” kommt nicht an den Nachfolger heran. Es scheint ein wenig so, dass hier noch ein bisschen probiert wurde, was dann auf „Deep Purple“ in Vollendung zelebriert werden konnte. Aber trotzdsem wahrlich kein schlechtes Album. Auch „The Book Of Taliesyn“ hat seine tollen Stellen und gerade in der Mitte des Albums auch Titel, die es sich als Rock-Fan zu hören lohnt. Neun Punkte.

Anspieltipps: Shield, Anthem



Montag, 6. Januar 2014

Fleetwood Mac – Bare Trees




Fleetwood Mac – Bare Trees


Besetzung:

Danny Kirwan – guitar, vocals
Bob Welch – guitar, vocals
Christine McVie – keyboards, vocals
John McVie – bass guitar
Mick Fleetwood – drums, percussion


Label: Warner Music


Erscheinungsdatum: 1972


Stil: Rock, Pop


Trackliste:

1. Child Of Mine (5:28)
2. The Ghost (4:02)
3. Homeward Bound (3:24)
4. Sunny Side Of Heaven (3:11)
5. Bare Trees (5:05)
6. Sentimental Lady (4:36)
7. Danny's Chant (3:19)
8. Spare Me A Little Of Your Love (3:48)
9. Dust (2:41)
10. Thoughts On A Grey Day (1:43)

Gesamtspieldauer: 37:16




Nachdem es in den Jahren zuvor immer wieder Änderungen im Line-Up der Band gegeben hatte, wurde dieses Mal „Bare Trees“ mit denselben Musikern eingespielt, wie schon der Vorgänger „Future Games“. Mit „Child Of Mine“ rockt das Album dann auch gleich ganz nett los. Und es ist nicht sehr verwunderlich, dass dieser Song aus der Feder Danny Kirwans stammt, der in dieser Phase der Band für die rockigeren Töne zuständig war. Nach diesem Album wurde er allerdings von den restlichen Mitgliedern aus der Band entlassen. Er hatte ein Alkohol-Problem und war schließlich vor einem Konzert mit Bob Welch aneinander geraten, hatte anschließend mit Kopf und Fäusten gegen die Wand gehämmert und sich schließlich geweigert, mit auf die Bühne zu gehen. Er sah sich stattdessen den Gig an und verhehlte hinterher seine Kritik an dem Auftritt der restlichen Musiker nicht, worauf keiner der verbleibenden Mitglieder mehr etwas mit ihm zu tun haben wollte und man sich schließlich entschloss ihn zu entlassen.

Doch zurück zur Musik auf „Bare Trees“. Der nächste Titel des Albums stammt von Bob Welch und lebt vor allen Dingen vom Sound der Querflöte. Das gibt dem Song eine gewisse Entspanntheit. „Homeward Bound“ von Christine McVie ist wohl mit bluesigem Rock ganz gut zu beschreiben, worauf mit „Sunny Side Of Heaven“ eine Instrumentalnummer folgt, die ein wenig nach Weite und Freiheit klingt. Alles ganz okay, allerdings ohne jegliche Höhepunkte. Die Musik rauscht so ein klein wenig durch, ohne es zu schaffen, den Hörer wirklich etwas länger zu packen.

Und so reiht sich Titel an Titel, mal rockiger, mal etwas bluesiger, mal sogar ein klein wenig poppig. All dies jedoch in einer Art und Weise, dass hier mal ein schönes Solo dabei ist, man da eine schöne Harmonie für sich entdeckt, allerdings die Songs nie durchgängig punkten können. Beschlossen wird das Album schließlich von den Gedanken der Mrs. Scarrott mit ihren „Thoughts On A Grey Day“, ein Titel, der bei der Dame zu Hause, in ihrem Wohnzimmer aufgenommen wurde. Eine Nummer ohne Musik, die das Gesamtbild auch nicht unbedingt nach oben treibt.

Fazit: Klar, es gibt schlechtere Musik. Auch von Fleetwood Mac. Allerdings haftet „Bare Trees“ schon eine gewisse Belanglosigkeit an. So richtig zünden will das Album auch nach dem zwanzigsten Mal des Hörens nicht so recht. Alles irgendwie ganz nett und okay, aber leider auch nicht mehr. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Child Of Mine, The Ghost, Sentimental Lady



Sonntag, 5. Januar 2014

Ben Harper – Welcome To The Cruel World




Ben Harper – Welcome To The Cruel World


Besetzung:

Ben Harper – vocals, acoustic guitar, dobro


Gastmusiker:

Rock Deadrick – percussion, drums, background vocals
John McKnight – bass, accordion
Clarence Butler – background vocals
Clabe Hangan – background vocals
Kenneth Mcdaniel – background vocals
John Taylor – background vocals
Richard Cook – uillean pipes
Suzie Katayama – cello
Gail Deadrick – piano
Jelani Jones – background vocals
Clyde Allen – background vocals
Kevin Williams – background vocals


Label: Virgin Records


Erscheinungsdatum: 1994


Stil: Blues, Folk, Country


Trackliste:

1. The Three Of Us (2:36)
2. Whipping Boy (5:31)
3. Breakin' Down (4:01)
4. Don't Take That Attitude To Your Grave (4:25)
5. Waiting On An Angel (3:54)
6. Mama's Got A Girlfriend Now (2:29)
7. Forever (3:24)
8. Like A King (4:18)
9. Pleasure And Pain (3:47)
10. Walk Away (3:50)
11. How Many Lies Must We March (3:09)
12. Welcome To The Cruel World (5:37)
13. I'll Rise (6:17)

Gesamtspieldauer: 53:19




Ben Harper lässt den Hörer auf seinem 1994 erschienenen Debut-Album „Welcome To The Cruel World“ unter Umständen sogar ein wenig ratlos zurück. Das liegt bei diesem sanften, ruhigen und weichen Album ein bisschen an der Mischung der Musik, die es hier zu hören gibt. Darauf gibt es wahrlich schöne Folk-Musik zu hören, dann wieder deutlich mehr blueslastige Stücke und auch der Country-Freund wird ein bisschen bedient. Das klingt im ersten Moment nach Spannung und Abwechslungsreichtum, da sich dabei allerdings auch immer wieder Stücke mit einschleichen, die schon sehr gewöhnungsbedürftig sind, ist der Hörgenuss wahrlich nicht uneingeschränkt.

Als Ausschläge nach unten wären da zu nennen „Breakin‘ Down“, das irgendwie übertrieben fröhlich oder lustig klingende „Mama's Got A Girlfriend Now“, welches genau den Scheitelpunkt zwischen Folk und Country in sich trägt oder aber das schwülstige „I’ll Rise“, welches nicht zuletzt durch den Hintergrundgesang schwer in die Richtung Gospel driftet. Dabei läuft letztgenannter Titel und läuft und läuft und man wartet irgendwie darauf, dass er doch endlich mal beginnen möge. Macht er aber nicht. Das Ganze dauert dann so bis 3:35 und schließlich gibt es mal wieder diese unsägliche Stille, die auf einen Hidden Track hinweist. Der heißt dann „By And By I'm Going To See The King”, dauert etwa eine halbe Minute, ist ein Blues und wahrlich kein Grund darauf zu warten.

Wie oben bereits erwähnt, gibt es aber auch die schönen Stellen auf „Welcome To The Cruel World“. Eine davon ist sicherlich das überaus sanfte und eindringliche „Waiting On An Angel“. Man hört lediglich Ben Harper, der sich selbst auf der Akustik-Gitarre begleitet und trotz dieser spartanischen Instrumentierung eine sehr schöne, sentimentale, melancholische und durchdringende Atmosphäre erschafft. Klasse gelungen. „Forever“ geht in eine ähnliche Richtung. Wieder nur sehr zart instrumentiert, dieses Mal allerdings mit ganz leichter Perkussion versehen, entwickelt sich auch hier ein träumerischer Song, der bestens geeignet ist für die ruhigeren Stunden des Tages. Auch „Pleasure And Pain” passt in diese Schublade. Hier wird die Stimmung allerdings zusätzlich noch durch Streicher untermalt.

Aber nicht nur die ganz ruhigen Titel können hier gefallen. „Whipping Boy” und “How Many Lies Must We March” sind sehr viel treibendere Stücke, die zwar ebenfalls eine gewisse Melancholie ausstrahlen, allerdings mit deutlich „vollerer“ Instrumentierung aufwarten können. Nicht unerwähnt bleiben soll hier auch die Eröffnung des Albums, denn diese ist für ein Debut garantiert nicht selbstverständlich oder die Norm. „The Three Of Us” ist ein Instrumentalstück bestehend aus Akustik- und Slide-Gitarre. Sehr verträumt und mit ganz viel trauriger Stimmung versehen. Das wirkt.

Fazit: „Welcome To The Cruel World” ist wahrlich kein schlechtes Album, zumal es ein Debut darstellt und wenn man daran denkt, was da schon so alles veröffentlicht wurde… Die Platte hat ihre Stärken in diesen ruhigen Momenten, die einfach wirken. Dann gibt es da aber auch immer solch Stellen, die einfach nicht zünden wollen und auch nicht gelungen sind. Aber ich weiß, dass liegt natürlich ganz im und am Ohr des Hörers. Geschmackssache eben. Sieben Punkte.

Anspieltipps: The Three Of Us, Waiting On An Angel, Pleasure And Pain