Freitag, 23. Januar 2015

Spock’s Beard – Beware Of Darkness




Spock’s Beard – Beware Of Darkness


Besetzung:

Neal Morse – lead vocals, piano, synthesizer
Alan Morse – guitars, cello, vocals
Dave Meros – bass guitar
Nick D'Virgilio – drums, percussion, vocals
Ryo Okumoto – hammond organ, mellotron


Gastmusiker:

Wanda Houston – vocals on “Beware Of Darkness”
Molly Pasutti – vocals on “Beware Of Darkness”
Kevin Gilbert – animal noises


Label: InsideOut Music


Erscheinungsdatum: 1996


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

1. Beware Of Darkness (5:41)
2. Thoughts (7:10)
3. The Doorway (11:27)
4. Chatauqua (2:49)
5. Walking On The Wind (9:06)
6. Waste Away (5:26)
7. Time Has Come (16:33)


Bonus Tracks auf der remasterten Albumfassung:

8. The Doorway (Home Demo) (10:26)
9. Beware Of Darkness (Home Demo) (5:12)

Gesamtspieldauer: 1:13:50




„Beware Of Darkness“ heißt das zweite Studioalbum der US-amerikanischen Progressive Rockband Spock’s Beard. Und nun, im Jahr 1996 war aus der Formation ein Quintett geworden, da mit Ryo Okumoto ein Keyboard- und Orgelspieler mit dazu gestoßen war. In den 90er Jahren gab es diese Art der Musik kaum. Spätestens Anfang der 80er hatten alle ehemaligen „Betreiber“ dieses Musikgenres auf kommerziellere Musik umgestellt, beziehungsweise bewegten sich größtenteils nur noch in den Randgebieten des Progressive Rock. Nicht so jedoch Spock’s Beard, die fingen in den 90ern erst mal an damit loszulegen.

So und nun kommt man unweigerlich an den Punkt, bei dem man beim Hören der Scheibe feststellt, dass alles was Spock’s Beard da machen, irgendwie schon mal da war. Da hört man Yes raus, Genesis, Gentle Giant und vielleicht auch ein wenig Emerson, Lake And Palmer. Ist so, da braucht man gar nicht um den heißen Brei herumreden. Jedoch ist, was und wie Spock’s Beard dabei ihre Musik präsentieren, das ist schon aller Ehren wert, denn überaus überzeugend. Das gilt jedoch leider nicht für den ersten Track und gleichzeitig Namensgeber des ganzen Albums. „Beware Of Darkness“ ist die Cover-Version eines George Harrison Liedes. Ich kenne das Original nicht und kann von daher nicht beurteilen, ob diese Art der Interpretation jetzt gelungen oder misslungen ist, die Nummer zündet jedoch nicht, auch nicht nach dem x-ten Male des Hörens.

Ganz anders wird das jedoch mit Titel Nummer 2: „Thoughts“. Okay, der mehrstimmige Gesang ist absolut von Gentle Giant abgekupfert. Trotzdem ist das ein unglaublich überzeugendes Lied. Wer auch mal auf schiefe Töne oder krumme Takte steht, der wird es lieben. Dazu geht die Nummer gut ins Ohr. „The Doorway” wird mit einem schönen Piano-Solo eingeleitet und ist die musikalisch umgesetzte Harmonie. Die Nummer bewegt sich später hauptsächlich im Mid-Tempo-Bereich, verliert dabei jedoch nichts von seiner Melodiösität. Und wenn am Ende des Stücks alles episch ineinanderfließt, dann ist das nur noch zum Knieerweichen.

„Chatauqua” ist ein Lied, wie es Steve Howe vor allen auf den ersten Yes-Alben immer mal wieder mit einfließen ließ: ein kurzes, harmonisches Gitarrensolo. Alan Morse kann das also auch, trotzdem klang es beim Yes-Gitarristen noch einen Tick überzeugender. „Walking On The Wind” beginnt dann sehr kraftvoll und treibend, setzt also genau auf die andere Spielart der Musik. Aber diese Stimmungen bleiben nie lange bestehen, immer wieder wird man als Hörer von der einen Atmosphäre zur nächsten Stimmung geschickt, melodiös ist das allerdings immer. Blieben noch das etwas kürzere „Waste Away”. Auch hier gibt es wieder mehrere Parts und Harmonie im Überfluss. Aus mehreren verschiedenen Abschnitten ist dann logischerweise, bei einer Länge von sechszehneinhalb Minuten, auch „Time Has Come“ zusammengesetzt. Hier geht es jedoch nicht immer nur noch harmonisch zu, manchmal wird es auch fordernder, sodass hier nicht jeder Abschnitt ins Ohr gehen will. Allerdings fühlt sich die Nummer, entspannt genossen, wie eine kleine Reise weg aus dem Alltag an.

Der remasterten Fassung der CD wurden noch zwei Titel hinzugefügt, die allerdings bereits auf dem „normalen“ Album vertreten waren. Diese beiden, mit „Home Demo“ betitelten Alternativversionen, unterscheiden sich jedoch kaum von den offiziellen Stücken, sodass die Frage nach dem Grund einer solchen Beigabe durchaus gerechtfertigt erscheint.

Fazit: Das Fazit kann hier relativ knapp ausfallen. Wer auf Progressive Rock steht und es auch nicht ganz so schlimm findet, dass immer wieder mal, na sagen wir Reminiszenzen zu anderen Bands zu hören sind, der dürfte mit „Beware Of Darkness“ durchaus seinen Spaß haben. Mir gefällt auf jeden Fall, was ich da zu hören bekomme. Zwölf Punkte.

Anspieltipps: Thoughts, The Doorway



Donnerstag, 22. Januar 2015

Little Steven – Men Without Women




Little Steven – Men Without Women


Besetzung:

Steven Van Zandt – guitars, lead vocals

The Disciples Of Soul:

Jean Beauvoir – bass, backing vocals
Dino Danelli – drums on "Under The Gun" and "Lyin' In A Bed Of Fire"
Monti Louis Ellison – percussion, berimbau, djembe
Zoë Yanakis – oboe, solo on "Under The Gun"

The E Street Band.

Clarence Clemons – backing vocals
Danny Federici – organ, accordion
Garry Tallent – bass
Bruce Springsteen – backing vocals on "Angel Eyes", "Until The Good Is Gone" and "Men Without Women" 
Max Weinberg – drums

La Bamba's Mambomen:

Mark Pender – trumpet
Mike Spengler – trumpet
Stan Harrison – tenor sax, flute
Richie "La Bamba" Rosenberg – trombone, backing vocals
Eddie Manion – baritone sax, solo on "Forever"

Weitere Musiker:

Manolo Badrena – percussion
Gary U.S. Bonds – backing vocals
John "J.T." Bowen – backing vocals
Felix Cavaliere – piano, organ
Rusty Cloud – piano
Sammy Figueroa – percussion
Kevin Kavanaugh – piano
Benjamin Newberry – chimes
Bob Werner – tambourine


Label: EMI


Erscheinungsdatum: 1982


Stil: Rock


Trackliste:

1. Lyin' In A Bed Of Fire (4:34)
2. Inside Of Me (5:07)
3. Until the Good Is Gone (3:54)
4. Men Without Women (2:43)
5. Under The Gun (4:01)
6. Save Me (4:50)
7. Princess Of Little Italy (5:09)
8. Angel Eyes (4:31)
9. Forever (4:00)
10. I've Been Waiting (3:54)

Gesamtspieldauer: 42:32




Steven Van Zandt, alias „Little Steven“, war und ist inzwischen wieder, Gitarrist in der E Street Band des Bruce Springsteen. Diese verließ er 1984 und stieg schließlich 1999 wieder bei seinem alten Kumpel ein. Fünf offizielle Studioalben veröffentlichte er in den Jahren von 1982 bis 1999. „Men Without Women“ ist dabei das erste Scheibe in dieser Reihe. Unterstützung bekam er bei dieser Platte von seiner Begleitband, „The Disciples Of Soul“, Bruce Springsteen und der E Street Band sowie diversen weiteren Musikern.

Nun, auf dieser Platte hört man den nuschelnden Gesang des Little Steven, der seinen Hörern aus dem Blues entwachsenen Rock präsentiert. Das ist nie besonders kompliziert und immer auch sehr eingängig. Höhepunkte sind für mich dabei „Inside Of Me“ und das wirklich einem Ohrwurm gleichkommende „Princess Of Little Italy“. Perfekt abgemischt, alle Musiker spielen auf den Punkt und auch die vorhandenen Arrangements bezüglich der Bläser lassen da keinen Wunsch offen. Handwerklich also wirklich sehr überzeugend gemacht. Wenn man allerdings, so wie ich fast immer, auf der Suche nach dem Besondern oder Speziellen in der Musik ist, dann wird man bei Little Steven und seinem „Men Without Women“ nicht fündig. Das ist alles sehr konventionell und klingt nach Rock aus den 80ern.

Fazit: Nein, „Men Without Women“ ist wahrlich kein schlechtes Album. Es ist allerdings auch kein aufregendes Album geworden. Es ist eine Scheibe, die man praktisch immer und zu jeder Gelegenheit hören kann, Beerdigungen mal ausgenommen. Leute, die geradlinigen und handwerklich gut gemachten Rock hören, denen wird diese Platte gefallen. Die Musik ist hauptsächlich im Midtempo gehalten, sodass auch hier die meisten Hörer gut mit klar kommen werden. Und jetzt fällt es mir auch wieder ein, für solche Musik gibt es auf Neudeutsch auch ein ganz besonderes Wort: Mainstream. Acht Punkte.

Anspieltipps: Inside Of Me, Princess Of Little Italy



Mittwoch, 21. Januar 2015

Porcupine Tree – The Sky Moves Sideways




Porcupine Tree – The Sky Moves Sideways


Besetzung:

Steven Wilson – lead vocals, guitar, keyboards
Richard Barbieri – keyboards, electronics
Colin Edwin – bass guitar
Chris Maitland – drums, percussion


Gastmusiker:

Ricky Edwards – additional percussion
Theo Travis – flute on "The Sky Moves Sideways Phase 2"
Suzanne J. Barbieri – vocals on "The Sky Moves Sideways Phase 2"
Gavin Harrison – drums on "Dislocated Day" and "Moon Touches Your Shoulder"


Label: Snapper


Erscheinungsdatum: 1995


Stil: Psychedelic Rock, Progressive Rock


Trackliste:

CD1:

1. The Sky Moves Sideways Phase 1 (18:39)
2. Dislocated Day (5:24)
3. The Moon Touches Your Shoulder (5:40)
4. Prepare Yourself (1:58)
5. The Sky Moves Sideways Phase 2 (16:48)


CD2:

6. The Sky Moves Sideways (Alternate Version) (34:42)
7. Stars Die (5:01)
8. Moon Loop (Improvisation) (16:18)
9. Moonloop (Coda) (4:52

Gesamtspieldauer CD1 & CD2: (48:31 + 1:00:55) 1:49:27




Allgemein gilt „The Sky Moves Sideways“ als das Album, auf dem Porcupine Tree am stärksten nach Pink Floyd klingen. 1995 veröffentlicht, gilt es zunächst einmal festzustellen, dass es inzwischen zahlreiche verschiedene Versionen dieser Platte gibt. Wahrlich keine unstrittige Vorgehensweise einer Band, denn manch Fan möchte eben alles von seinen Lieblingen besitzen und kauft nach und kauft nach. Mein Glück war, dass ich diese remasterte und erweiterte Doppel-CD zuerst erwarb, die Ausgabe mit vier CD’s, brauche ich ganz bestimmt nicht mehr.

Nun, auch wenn die Veröffentlichungsstrategie des Herrn Wilson in diesem Punkt zumindest mal fraglich erscheint, so bleibt doch festzuzuhalten, dass „The Sky Moves Sideways“ ein richtig gutes Album geworden ist. Ich finde jedoch nicht, dass es zu sehr nach Pink Floyd klingt. Nun der Aufbau ähnelt zwar schon einem Album wie „Wish You Were Here“, auf dem zwei Parts des Longtracks „Shine In You Crazy Diamond“ die restlichen drei Lieder einrahmen. Nicht anders verhält es sich hier auf der ursprünglichen Platte. Die hauptsächlich instrumental gehaltenen „The Sky Moves Sideways” Phase 1 & 2-Teile, rahmen die drei restlichen, sehr viel kürzen Lieder ein. Auch die Stimmung, die ein wenig bedrückend ist, erinnert indirekt an selbige von Pink Floyd auf „Wish You Were Here“. Trotzdem, ich bleibe dabei, Porcupine Tree klingen deutlich anders. Allerdings empfand selbst Steven Wilson diesen Vergleich mit Pink Floyd durchaus angebracht, da er später in einem Interview sagte, dass er das Album zwar möge, es ihn allerdings in eine musikalische Sackgasse geführt habe. So etwas hatte es eben schon durch Pink Floyd gegeben und er wollte lieber etwas Neues machen und nichts nachmachen. Nun, Porcupine Tree sollten nach dieser Platte dann auch einen Stilwechsel vornehmen.

War Porcupine Tree zuvor praktische die Ein-Mann-Show des Steven Wilson gewesen, so bekommt die Formation hier zum ersten Mal richtigen Bandcharakter. Richard Barbieri und Colin Edwin, die auf der Vorgängerplatte eher als Studiomusiker fungierten, waren nun Teil von Porcupine Tree geworden. Und mit Chris Maitland gab es nun auch einen festen Drummer. Die Fäden musikalischen Fäden hielt zwar weiterhin hauptsächlich Steven Wilson in der Hand und die drei restlichen Musiker hatten hier wohl nur eher beratenden Einfluss, jedoch war der Schritt hin zur Band nun endgültig vollzogen.

„The Sky Moves Sideways“ klingt sehr psychedelisch. Und auch sehr elektronisch. Wabernde Synthesizerteppiche umkreisen den Hörer vor allen Dingen bei den beiden Titeltracks. In der Mitte des Albums, wird es dann deutlich strukturierter und auch rockiger. „Dislocated Day” knallt richtig gut und die Nummer „The Moon Touches Your Shoulder” beginnt herrlich melodiös und sanft, um im weiteren Verlauf dann jedoch das Tempo anzuziehen. Und klar, wenn man so will, dann kann man ´hier auch ein Gitarrensolo à la David Gilmour heraushören – muss man aber nicht. Die Musik steigert sich immer mehr und mündet in einem rockigen Finale, um schließlich sphärisch auszuklingen. Macht richtig Spaß.

Die beiden Titeltracks leben ebenfalls von der Vielfalt, die in ihnen steckt. Da wird ganz sanft schwebend mal eine musikalische Reise durch die Weiten des Weltalls eingeleitet, ein anderes Mal kann man auf der Musik abtanzen und dann wird wieder ordentlich gerockt. Sehr spannend in dieser Zusammenstellung und sehr hörenswert, auch wenn man sicherlich einige Durchgänge benötigt, um sich in diesen Klangwelten endgültig auszukennen.

Noch kurz in paar Worte zu CD2. Beide Titel-Parts wurden hier in einer alternativen Fassung von „The Sky Moves Sideways“ zusammengefasst. Sehr viele Variationen gibt es dort allerdings nicht zu bestaunen beziehungsweise zu erhören. Lohnend ist ganz bestimmt das Lied „Stars Die“, welches auf der ursprünglichen europäischen Veröffentlichung fehlte, jedoch auf der ersten Veröffentlichung in den USA anstatt von „Prepare Yourself“ enthalten war. Alles sehr seltsam, wer wohl auf solche Ideen kommt? Die Musiker oder die Musikmanager? Egal, auf jeden Fall ist das Lied eine tolle, harmonische und sehr melodische Nummer. Nun, schließlich gibt es mit „Moonloop“ noch eine ganz sphärische Improvisation, die manchmal auch als Chill-Out-Musik durchgehen würde. Der zweite Teil von „Moonloop“, hier mit dem Untertitel „Coda“ versehen, ist dagegen eine richtig rockige Nummer, die in ihrem Verlauf, nach langsamen Beginn, fast zu explodieren droht.

Fazit: Spannend ist das auf jeden Fall, was uns Porcupine Tree hier servieren. Spannend alleine deswegen schon, da es so facettenreich ist, dieses dritte Album der Band, die hier auch zur Band wird. Klar, ich gebe es zu, wem Pink Floyd im Stile der mittleren siebziger Jahre gefällt, dem wird auch diese Scheibe hier gefallen. Die Stimmung hat noch wenig mit den späteren Alben von Porcupine Tree zu tun, tendiert noch stark zum Vorgängeralbum „Up The Downstair“, ist jedoch schon deutlich ausgereifter und spannender geraten. Elf Punkte.

Anspieltipps: The Sky Moves Sideways Phase 1, The Moon Touches Your Shoulder



Dienstag, 20. Januar 2015

Ozzy Osbourne – Blizzard Of Ozz




Ozzy Osbourne – Blizzard Of Ozz


Besetzung:

Ozzy Osbourne – lead vocals, harmony vocals
Randy Rhoads – guitars
Bob Daisley – bass, backing vocals, gongs
Lee Kerslake – drums, percussion, tubular bells, timpani
Don Airey – keyboards


Label: Jet Records


Erscheinungsdatum: 1980


Stil: Hard Rock, Heavy Metal


Trackliste:

1. I Don't Know (5:16)
2. Crazy Train (4:57)
3. Goodbye To Romance (5:36)
4. Dee (0:50)
5. Suicide Solution (4:20)
6. Mr. Crowley (4:57)
7. No Bone Movies (3:58)
8. Revelation (Mother Earth) (6:09)
9. Steal Away (The Night) (3:28)

Gesamtspieldauer: 39:31




Nach seinem Ausstieg bei Black Sabbath war schnell klar, dass Ozzy Osboure nun alleine weitermachen wollte. Schließlich fand er mit Randy Rhoads seinen kongenialen Partner, mit dem er insgesamt leider nur zwei Alben veröffentlichen konnte. „Blizzard Of Ozz” ist das erste davon und dieses erschien im Jahr 1980. „Diary Of A Madman“ sollte ein Jahr später veröffentlicht werden und ist hier auf diesen Seiten bereits besprochen worden. Durch den tragischen Unfalltod des Randy Rhoads waren dies jedoch eben die einzigen beiden Veröffentlichungen in jener Kombination.

Nun, „Blizzard Of Ozz” ist natürlich eine sehr beeindruckende Scheibe, wenn man auf Hard Rock steht und dieser auch noch melodiös sein soll. Das liegt nicht zuletzt am Gitarrenspiel des Randy Rhoads, der vor allem in den ersten Titeln alles aus seiner Gitarre herauszuholen versteht, was dort auch nur im Entferntesten schlummert. Kraftvoll und packend klingt dieser Rock. Mitreißend mit jedem Takt. Das Ganze ist jedoch nicht nur ein dumpfes Gestampfe, sondern durchaus melodiös und ins Ohr gehend.

Und dann gibt es auf der Platte mit dem unglaublich packenden „Mr. Crowley“ und dem orchestralen „Revelation (Mother Earth)“ noch zwei absolute „Übersongs“, die alleine schon den Erwerb dieser Scheibe als überaus lohnende Investition ausweisen. Begeisternd auch hier wieder die Soli des Randy Rhoads und eben diese Eingängigkeit, die natürlich in der Musik versteckt ist, allerdings auch in der Instrumentierung liegt. Wirklich toll gemacht. Und da verzeiht man den beiden auch so einen Ausrutscher in den Kitsch, wie das vor Schmalz triefende „Goodbye To Romance“.

Fazit: Wahrlich ein sehr schönes Album ist „Blizzard Of Ozz” geworden. Rocker Herz was willst Du mehr? Die einzelnen Titel zünden ziemlich schnell und obwohl die Nummern noch nicht einmal in Hochgeschwindigkeit eingespielt wurden – oder vielleicht gerade deswegen? – klingt das alles so voll und mitreißend. Lohnt sich. Elf Punkte.

Anspieltipps: Mr. Crowley, Revelation (Mother Earth)



Montag, 19. Januar 2015

Eric Burdon – Sun Secrets




Eric Burdon – Sun Secrets


Besetzung:

Eric Burdon – vocals
Aalon Butler – guitars
Randy Rice – bass guitar
Alvin Taylor – drums


Label: L.A. International Records


Erscheinungsdatum: 1974


Stil: Rock


Trackliste:

1. It’s My Life (4:43)
2. Ring Of Fire (6:11)
3. Medley: When I Was Young / War Child (8:30)
4. The Real Me (3:34)
5. Medley: Don’t Let Me Be Misunderstood / Nina’s School (8:25)
6. Letter From The County Farm (13:05)
7. Sun Secrets (3:02)

Gesamtspieldauer: 47:30




„Sun Secrets” ist kein offizielles Studio-Album des Eric Burdon. Vielmehr handelt es sich dabei um 1974 eingespielte Neuaufnahmen von Liedern, mit denen sich Eric Burdon einige Jahre zuvor in den Charts platzieren konnte. Unterstützung bekam er bei diesen Aufnahmen von Aalon Butler an der Gitarre, Randy Rice am Bass und schließlich Alvin Taylor am Schlagzeug.

Nun, da Eric Burdon zu dieser Zeit schon so einiges musikalisch erlebt und hinter sich genbracht hatte, ist es nicht weiter verwunderlich, dass die Stücke auf „Sun Secrets” auch ein ziemlich breites Spektrum musikalischer Stile abdecken. Dieses geht von Pop über Blues bis hin zum etwas härteren Rock. Country-Musik ist allerdings nicht dabei, wie man vielleicht bei dem Titel „Ring Of Fire” denken könnte, denn dieses war einer der großen Hits des Johnny Cash. Nein, in der Version des Eric Burdon klingt „Ring Of Fire” sehr rockig und stellt eine wirklich gute Interpretation dieses Songs dar.

Zusätzlich noch herauszuheben sind „Don’t Let Me Be Misunderstood” und natürlich das geniale „When I Was Young”, welches auch über einen tollen und mitlesenswerten Text verfügt. Diese beiden letztgenannten Lieder gibt es hier als Medley zu hören, in Verbindung mit den Liedern „War Child” und „Nina’s School”. Gerade bei diesen Medleys kann Eric Burdon, der beim Rolling Stone Magazin, in dessen Liste der 100 besten Sänger aller Zeiten auf Platz 57 geführt wird, überzeugen. Die Titel sind rockig und gehen gleich und ohne Umwege ins Ohr und bleiben dort auch längerfristig hängen. Nun, der Rest auf „Sun Secrets“ kann mal mehr, mal weniger überzeugen. Die Nummer „Letter From The County Farm” ist zum Beispiel ein Blues und mit seinen über dreizehn Minuten ehrlich gesagt etwas zu lang. Manchmal klingt das Ganze ziemlich nach einer Jam-Session und auch wenn man experimentierfreudig ist, so macht sich mit der Zeit bei dieser Nummer doch ein wenig Langeweile breit.

Fazit: Einige Lieder auf „Sun Secrets“ können wahrlich überzeugen, bei anderen fällt das wiederum schwerer. Trotzdem macht „Sun Secrets“ Spaß. Rock-Freunde und auch Blues-Fans werden hier etwas für sich finden können. Und mit „Don’t Let Me Be Misunderstood“ und „When I Was Young“ befinden sich zwei Klassiker auf der Platte, wofür allein sich der Kauf bereits lohnt. Neun Punkte.

Anspieltipps: Don’t Let Me Be Misunderstood, When I Was Young



Sonntag, 18. Januar 2015

Beatsteaks – Boombox




Beatsteaks – Boombox


Besetzung:

Arnim Teutoburg-Weiß – Gesang, Gitarre
Bernd Kurtzke – Gitarre, Gesang
Peter Baumann – Bass, Gitarre, Gesang
Torsten Scholz – Bass, Gesang
Thomas Götz – Schlagzeug, Gesang


Label: Warner Music


Erscheinungsdatum: 2011


Stil: Alternative Rock, Pop


Trackliste:

1. Fix It (2:56)
2. Milk & Honey (3:04)
3. Cheap Comments (3:17)
4. Let's See (2:55)
5. Bullets From Another Dimension (2:40)
6. Under A Clear Blue Sky (3:22)
7. Access Adrenalin (3:15)
8. Behaviour (1:13)
9. Automatic (4:54)
10. Alright (2:20)
11. House On Fire (3:51)

Gesamtspieldauer: 33:52




Das sechste Album der Berliner Band Beatsteaks erschien im Jahr 2011 unter dem Namen „Boombox“. Und wie das nun mal so ist, wenn eine Band einen Stilwechsel vollzieht – und diesen haben die fünf Berliner durchaus vollzogen – dann gibt es viele alte Fans, die sich entsetzt von dieser neuen und anderen Musik abwenden. Dann finden sich Hörer und Fans, die diesen Schritt mitgehen und begeistert sind. Wieder andere Hörer werden schließlich erst durch diesen Stilwechsel auf die Band aufmerksam und stoßen zur Fangemeinde hinzu. Die beiden letztgenannten Gruppen überwogen bei den Beatsteaks und ihrem Album „Boombox“ offensichtlich deutlich, denn dieses kletterte bereits nach kurzer Zeit auf Platz 1 der Album-Charts in Deutschland.

An Stellen, an denen man vorher Punk in der Musik der Beatsteaks hörte, klingt es jetzt mitunter manchmal fast schon poppig. Die Lieder sind sehr viel eingängiger geworden, gehen bereits beim ersten Hören durchaus ins Ohr und schaffen es auch, dort länger zu verbleiben. Irgendwo habe ich mal über dieses Album gelesen, dass es experimentierfreudiger wäre, als die vorherigen Platten. Das kann man so nicht bestätigen, wie ich finde. Was man aber festhalten kann ist, dass die Band ein klein wenig konventioneller geworden ist, durchaus auch radiotauglicher, was nichts Negatives bedeuten soll. Die Titel treffen nun eben einfach schneller, wirken mehr nach. Klar, dass damit Fans der ersten Stunde der Band so ihre Schwierigkeiten haben. „Boombox“ spaltet eben ein wenig.

Nicht unerwähnt darf hier allerdings auch wieder die kurze Laufzeit der Platte bleiben. Ist irgendwie in der heutigen Zeit ein Unding, Alben mit gerade mal einer halben Stunde Laufzeit auf den Markt zu bringen. Es ist auch nicht so, dass einem die CD deswegen preislich hinterhergeschmissen wird. Mich nervt so etwas sehr.

Fazit: Die Beatsteaks haben sich weiterentwickelt. Für mich durchaus in eine interessantere Richtung. Die "harten" Töne sind auch nicht ganz verschwunden. Aber sie sind rarer geworden, was durch das Einbringen etwas gemäßigterer und manchmal auch poppiger Akzente durchaus für etwas mehr Abwechslung sorgt. Die Beatsteaks werden nie meine Lieblingsmusik produzieren, schlecht finde ich das aber auch nicht (mehr). Zehn Punkte.

Anspieltipps: Under A Clear Blue Sky, Automatic, House On Fire



Samstag, 17. Januar 2015

Archive – Restriction




Archive – Restriction


Besetzung:

Darius Keeler – keyboards, programming
Danny Griffith – sound effects
Pollard Berrier – vocals, guitas
Dave Pen – vocals, guitars
Jon Noyce – bass
Steve "Smiley" Barnard – drums
Holly Martin – vocals
Maria Q – vocals
Steve “Keys” Watts – hammond
Jerome Devoise – vocals
Eat Glas – guitars
Mickey Hurcombe – guitars
Tom Gaskill – drums


Label: PIAS


Erscheinungsdatum: 2015


Stil: TripHop, Pop


Trackliste:

1. Feel It (3:16)
2. Restriction (4:00)
3. Kid Corner (3:40)
4. End Of Our Days (4:52)
5. Third Quarter Storm (5:26)
6. Half Built Houses (3:31)
7. Riding In Squares (6:34)
8. Ruination (3:52)
9. Crushed (5:54)
10. Black And Blue (3:44)
11. Greater Goodbye (6:08)
12. Ladders (5:03)

Gesamtspieldauer: 56:03




Letztes Jahr veröffentlichten Archive das grandiose Album „Axiom“, ein Projekt, bestehend aus einem Film und der dazugehörenden Musik. Nun, im Januar 2015 wurde das jetzt bereits zehnte Studio-Album der Engländer mit dem Namen „Restriction” veröffentlicht. Dieses erinnert sehr viel mehr an den Vor-Vorgänger „With Us Until You're Dead“, als an jenes „Axiom“ aus dem Jahr 2014. Die einzelnen Lieder sind wieder kompakter geworden, die „normale“ Songstruktur wird nun eher eingehalten und auch von der Stimmung her, kann diese Scheibe durchaus Erinnerungen an das achte Studioalbum hervorrufen.

Wie auch üblich bei Archive, wird der Gesang wieder großzügig aufgeteilt. Mal hört man Pollard Berrier, mal Dave Pen beim Singen zu. Und auch Holly Martin und Maria Q kommen zu ihren Einsetzen, sodass auch die weibliche Stimme auf „Restriction” nicht zu kurz kommt. Die Beats werden dem Hörer oftmals kräftig um die Ohren geschleudert, mit denen sich Archive wieder sehr stark dem Trip Hop vergangener Zeiten annähert. Aber es geht auch ganz anders, wie uns Holly Martin und Darius Keeler bei „End Of Our Days“ beweisen. Gefühlvoll leiten lediglich diese beiden Musiker ihre Hörer durch eine sehr melancholische Nummer, die äußerst sanft aus den Boxen zu gleiten scheint. Dass allerdings auch die Sänger auf „Restriction“ sanft und einfühlsam zu singen in der Lage sind, das beweist Dave Pen gleich mit der nächsten Nummer „Third Quarter Storm“. Dann wird es mit „Half Built Houses“ sogar richtig bewegend und irgendwie sogar romantisch. Maria Q gibt alles bei ihrem Gesang singt und dieses Lied setzt sich sofort im Ohr des Hörers fest. Wirklich sehr gut und überzeugend gemacht.

Nun, dann wird auf der Scheibe erneut erst mal wieder deutlich mehr Wert auf den Rhythmus gelegt, obwohl das nicht bedeutet, dass auch das Tempo ordentlich angezogen wird. Das Ganze gipfelt in „Ruination“, bei dem sich Drummer Steve „Smiley“ Barnard so richtig austoben darf. Dankbar muss man Archive an dieser Stelle auch sein, dass sie eine solche Rhythmusarbeit eben nicht dem Synthesizer überlassen. „Crushed“ besitzt eine eingängige, wenn auch sehr einfach gestrickte Melodie und groovt sehr gut. Erwähnung finden sollte hier auch noch die Nummer „Black And Blue“, bei der Holly Martin erneut mit ihrem gefühlvollen Gesang zu überzeugen weiß.

Fazit: Nein es ist nicht mehr die Band Archive von den Alben „You All Look The Same To Me“ oder „Noise“. Und es ist auch kein zweites „Axiom“ geworden, diese zehnte Platte der Briten. „Restriction“ ist ein handwerklich gut gemachtes und perfekt abgemischtes Album von Archive. Die drei eben erwähnten Platten waren jedoch irgendwie spezieller, etwas Besonderes eben. Das ist „Restriction“ nicht mehr, wahrlich keine schlechte Platte zwar, aber auch nicht das Beste, was Archive bisher vorgestellt hat. Die Höhepunkte liegen in den ruhigeren Titeln, denn diese können vor allem durch harmonische Melodieführungen und einfühlsamen Gesang überzeugen. Zehn Punkte.

Anspieltipps: End Of Our Days, Half Built Houses, Black And Blue



Freitag, 16. Januar 2015

And You Will Know Us By The Trail Of Dead – IX




And You Will Know Us By The Trail Of Dead – IX


Besetzung:

Conrad Keely – vocals, guitar, drums, piano
Jason Reece – drums, vocals, guitar
Autry Fulbright II – bass, vocals
Jamie Miller – drums, guitar


Gastmusiker:

Emily Booker – cello
Jason Elnoff – vio9lin, viola
Erin O’Keefe – vocals
Prencie Smith – additional guitars, vocals, samples, percussion and mellotron
Sean Rolie – additional percussion


Label: Superball Music


Erscheinungsdatum: 2014


Stil: Rock


Trackliste:

CD1:

1. The Doomsday Book (3:32)
2. Jaded Apostles (4:04)
3. A Million Random Digits (3:07)
4. The Lie Without A Liar (3:22)
5. The Ghost Within (3:14)
6. The Dragonfly Queen (2:57)
7. How To Avoid Huge Ships (4:46)
8. Bus Lines (6:09)
9. Lost In The Grand Scheme (7:26)
10. Like Summer Tempests Came His Tears (3:42)
11. Sound Of The Silk (5:18)


Bonus Tracks:

12. Keep Warm Fire (2:27)
13. Feelings and How To Destroy Them (3:30)


CD2:

1. Tao Of The Dead Part III (19:26)

Gesamtspieldauer CD1 & CD2: 53:40 + 19:26: 1:13:06




Im Oktober 2014 erschien das neunte Studioalbum der amerikanischen Band mit dem langen Namen: And You Will Know Us By The Trail Of Dead. Passenderweise betitelten die vier Musiker die Scheibe dann auch mit der römischen Zahl „IX“. Nun, ein klein wenig ist sie anders geworden, die Musik von And You Will Know Us By The Trail Of Dead. Man mag es fast kaum glauben, aber die Lieder hören sich nun etwas gemäßigter an. Zwar wird immer noch auf „Teufel komm raus” gerockt, jedoch nicht mehr mit dieser Intensität, wie noch auf den Alben zuvor. Das wiederum bedeutet jedoch keinerlei Hörgenussverlust, auch nicht für den eher „knallharten” Rocker.

Die Musik von And You Will Know Us By The Trail Of Dead war schon immer sehr melodiös, trotz all ihrer zugrunde liegenden Härte, die sie ebenfalls immer in sich trug. Dieses Mal setzen die Musiker jedoch noch ein wenig mehr auf die Melodie so scheint es fast. Alles wirkt überaus harmonisch und melodiös und geht auch rasend schnell ins Ohr. Dies fällt bereits beim ersten Hören auf. Zwar sind sie da, diese kraftvollen und überaus treibenden Rhythmen der Band, jedoch immer in Verbindung mit dieser eingängigen Melodie. Diese wird mit jedem Durchgang der Scheibe noch vertrauter und schließlich zu einem musikalischen Freund, den man nicht mehr missen möchte.

Eine ganze Menge Höhepunkte gibt es auf „IX“ zu genießen. Egal ob man jetzt das treibende und sich sofort im Ohr festsetzende „Jaded Apostles“ nimmt, das wunderschöne „The Lie Without A Liar“, das progressive und instrumentale „How To Avoid Huge Ships“, das ebenfalls in die Richtung Progressive Rock tendierende „Lost In The Grand Scheme“ oder das fast schon liebliche und klassisch anmutende „Like Summer Tempests Came His Tears“ nimmt, all das weiß überaus zu überzeugen. Im Grunde genommen hätte ich auch jeden anderen Song der Scheibe nennen können – Ausfälle gibt es hier nämlich keine zu verzeichnen. Das ist alles richtig gut.

Bei der Limited Edition“ des Albums gibt es auf CD1 noch zwei zusätzliche Lieder zu hören, die ebenfalls gelungen sind. Darüber hinaus gibt es noch eine zweite CD, die schließlich den dritten Teil von „Tao Of The Dead“ enthält. Dieser klingt nun zugegebenermaßen anders als der Rest der Platte, hier sind And You Will Know Us By The Trail Of Dead noch ein wenig experimenteller und durchaus auch progressiver. Während dieses Musikgenre auf der „regulären” Platte zwar immer wieder mal angeschnitten wird, so steht es hier dann doch deutlich mehr im Vordergrund. Alles ist ein wenig verschachtelter, man weiß nie so genau, was als nächstes folgen wird und trotzdem bleibt es melodiös in jedem Takt.

Fazit: Neun Alben haben And You Will Know Us By The Trail Of Dead bis jetzt aufgenommen. Irgendwie erwartet oder befürchtet man dann nach ein paar Scheiben, wenn einem eine Band sehr gut gefällt, dass in der Entwicklung jener Combo irgendwann der eigene Musikgeschmack mal nicht mehr so getroffen wird. Diese Band sich also in eine Richtung entwickelt, die einem dann doch nicht mehr so zusagt. Das ist bei And You Will Know Us By The Trail Of Dead definitiv nicht der Fall. Hier wirkt irgendwie jedes Album, jedes auf seine Art und Weise. Einfach toll und überzeugend gemacht. Und noch etwas muss hier wieder Erwähnung finden, nämlich die Aufmachung der CD. Conrad Keeley steckt dort so viel Herzblut hinein, scheint neben der Musik praktisch nur noch am Zeichnen zu sein. Das ist wirklich alles sehr, sehr überzeugend gemacht. Sowohl die Musik wie das Design und die Gestaltung dieser Doppel-CD. Zwölf Punkte.

Anspieltipps: The Lie Without A Liar, Lost In The Grand Scheme, Like Summer Tempests Came His Tears



Donnerstag, 15. Januar 2015

Eisbrecher – Schock




Eisbrecher – Schock


Label: Sony Music


Erscheinungsdatum: 23. Januar 2015


Stil: Rock


Trackliste:

1. Volle Kraft Voraus
2. 1000 Narben
3. Schock
4. Zwischen Uns
5. Rot Wie Die Liebe
6. Himmel, Arsch Und Zwirn
7. Schlachtbank
8. Dreizehn
9. Unschuldsengel
10. Nachtfieber
11. Noch Zu Retten
12. Fehler Machen Leute
13. Der Flieger
14. So Oder So




Nun also die Nummer 6. “Schock” heißt das Album und knallt richtig gut. Eisbrecher holen zum nächsten Schlag aus, der sie weit nach vorne katapultieren soll und auch wird. Kompromisslos und mit Vollgas schiebt sich der Eisbrecher voran.

Ohne Zweifel haben sich die Mannen um Sänger Alex Wesselsky fest in der deutschen Musikszene verankert. Das kann man an den Verkaufszahlen ablesen, das kann man an den begeisterten Fans (Rheinfeier 2014) erkennen, das kann man aber auch erneut auf dieser Platte hören. Das Rad wird hier nicht neu erfunden, vielmehr baut die Band auf den fünf Vorgängeralben auf. Der Sound ist kompakt, direkt und auf die 12. Da wird nicht groß gefrickelt, da wird nicht rumgezaudert, da versucht man nicht sich mit Klangexperimenten neuen Hörerschichten zu öffnen. Wer eine Eisbrecher Platte hört, weiß, was er bekommt. Harte Riffs, treibende Beats, stimmige, ja eingängige Melodien und deutsche Texte, die mit “Hooklines” nur so durchsetzt sind.

Die Band lebt vom charismatischen Sänger Alex Wesselsky, der nicht nur ein begnadeter Vocalist ist, sondern auch ein ganz besonderer Frontmann. Hier überschneiden sich die Spuren von Eisbrecher mit denen von Rammstein. Beide Bands haben einen herausragenden Sänger, der live und im Studio in seinem Element ist. Und wenn man das sagt, vermindert das in keinster Weise die Bedeutung von Noel Pix oder Richard Kruspe in ihren Bands. Ganz im Gegenteil, Eisbrecher zeigen auf ihren neuen Album “Schock” das perfekte Zusammenspiel einer Band. Einfach hervorragend!

Rammstein haben vor Jahren den Sprung in die USA gewagt, sich als Vorband von KMFDM durch kleinere Clubs nach oben gespielt. Sie überzeugten die Fans mit ihrem Sänger, ihrer Show, ihrem brettharten Sound und ihren deutschen Texten. Eisbrecher könnte ohne weiteres diesem Beispiel folgen. Sie haben das Zeug und vor allem die Songs dafür. Seit über 18 Jahren ist “Radio Goethe” on-air in den USA und Kanada. Die Rückmeldungen, die ich von Hörerinnen und Hörern bekomme, bestätigt genau das; deutsche Texte sind international kein Bremsklotz mehr.

Auch die neue Platte wird Ende Januar auf Metropolis Records in “God’s Country” veröffentlicht. Die Möglichkeiten für Eisbrecher sind unbegrenzt im Land jenseits des großen Wassers. Ein “Schock” wäre es nur, wenn der Eisbrecher lediglich im Heimathafen vertaut bliebe. Deshalb mal hier und klar gesagt: Es wird kalt, Amerika!




Mittwoch, 14. Januar 2015

Udo Lindenberg – Ball Pompös






Udo Lindenberg – Ball Pompös


Besetzung:

Udo Lindenberg – Gesang, Schlagzeug
Karl Allaut – Gitarre
Gottfried Böttger – Klavier
Steffi Stephan – Bass
Backi Backhausen – Schlagzeug
Thomas Kukuck – Tonmeister


Gastmusiker:

Keith Forsey – Schlagzeug
Dieter Ahrendt – Schlagzeug
Helmut Franke – Gitarre
Thomas Kretschmer – Gitarre
Lonzo Westphal – Geige
Rudi Ratlos – Geige
Jean Jaques Kravetz – Streichorgel
Gigo Seelenmeyer – Banjo
Chris Hermann – Trompete
Rainer Regel – Saxophon
Bolle Burmeister – Saxophon
Olaf Kübler – Saxophon
Peter Herbolzheimer – Posaune
Wolfgang Schmitz – Posaune
Johnny Müller – Chormonika
Bernie Flottmann – Leitung Honky Tonky Kinderchor
IngaRumpf – Rockermädchen
Otto Waalkes – Cowboy Rocker
Gerhard Gösebrecht – Kosmos-Klänge und Ufo-Pilot
Werner Burghardt – Ahua Chor
Hans Otto Mertens – Ahua Chor
Bernd Bulle – Ahua Chor
Heinz-Peter Meyer – Ahua Chor
Hans Scheibner – Ahua Chor


Label: Warner Music


Erscheinungsdatum: 1974


Stil: Deutsch Rock, Pop


Trackliste:

1. Jonny Controlletti (3:13)
2. Honky Tonky Show (5:30)
3. Leider Nur Ein Vakuum (3:00)
4. Rudi Ratlos (3:11)
5. Bitte Keine Love Story (3:48)
6. Gerhard Gösebrecht (2:30)
7. Riskante Spiele (4:14)
8. Cowboy Rocker (5:57)
9. Nostalgie Club (1:51)
10. Ich Bin Von Kopf Bis Fuß Auf Liebe Eingestellt (2:36)
11. Glitzerknabe (1:32)
12. Candy Jane (3:13)

Gesamtspieldauer: 40:42




„Ball Pompös“ nannte Udo Lindenberg sein fünftes Studioalbum, welches im Jahr 1974 veröffentlicht wurde. Eingerahmt wird diese Platte von zwei Meisterwerken des Udo Lindenberg, nämlich „Alles Klar Auf Der Andrea Doria“ und „Votan Wahnwitz“. Bei vielen Fans steht „Ball Pompös“ genauso oder zum Teil sogar noch höher im Kurs. Das ist bei mir nicht so ganz der Fall, da auch auf dieser Scheibe zwar tolle Songs vertreten sind, jedoch nicht in der Masse und Intensität, wie auf den beiden bereits genannten und dieses Album umrahmenden Scheiben.

Höhepunkt der Platte ist ganz klar die Nummer „Leider Nur Ein Vakuum“. Sehr melodiös und harmonisch gehalten und wieder mal mit einer Sprache versehen, die sehr viel Spaß macht, da sie so typisch für Udo Lindenberg ist. Hier, in diesem Song, sind die Worte zwar nicht besonders witzig, sondern eher nachdenklich gehalten, mit Humor wird dagegen jedoch in vielen anderen Liedern des Albums nicht gespart. Das Wortspiel und eben jener Humor des gebürtigen Gronauers, findet sich immer wieder in den Texten der insgesamt zwölf Lieder auf „Ball Pompös“. Musikalisch können auch „Bitte Keine Love Story“ und „Cowboy Rocker“ noch voll überzeugen, wobei man bei letzterem Titel übrigens Inga Rumpf und Otto Waalkes in kleinen Sprechrollen hört.

Allerdings muss hier ebenfalls erwähnt werden, dass es auf „Ball Pompös“ auch eine ganze Reihe von Nummern gibt, die eben nichts so schnell ins Ohr gehen, für die man sehr viel mehr Zeit investieren muss, um damit „warm“ zu werden – und manches Mal gelingt einem dies leider überhaupt nicht. Klar, alles reine Geschmackssache, trotzdem befinden sich auf „Ball Pompös“ wesentlich weniger „Klassiker“ aus dem Songkatalog des Udo Lindenberg.

Fazit: Ein schönes Album ist „Ball Pompös“ trotzdem geworden. Der Humor des Udo Lindenberg kommt immer wieder schön zu Tage, die Geschichten, die hier erzählt werden, regen mitunter zum Schmunzeln an, andere machen nachdenklich. Dazu gesellen sich noch einige wirklich überzeugende Melodien. Vielleicht nicht ganz so gut, die die beiden Platten außen herum, jedoch sicherlich immer noch gut. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Leider Nur Ein Vakuum, Bitte Keine Love Story, Cowboy Rocker




Auf der Platte singt Udo Lindenberg den Titel natürlich auf Deutsch, hier mal auf Englisch: