Freitag, 26. August 2016

Radiohead – A Moon Shaped Pool




Radiohead – A Moon Shaped Pool


Besetzung:

Colin Greenwood
Jonny Greenwood
Ed O'Brien
Philip Selway
Thom Yorke


Gastmusiker:

Clive Deamer – additional drums on "Ful Stop"
London Contemporary Orchestra and Choir – strings and female chorus


Label: XL Recordings


Erscheinungsdatum: 2016


Stil: Art Rock, Post Rock, Alternative Rock


Trackliste:

1. Burn The Witch (3:41)
2. Daydreaming (6:24)
3. Decks Dark (4:41)
4. Desert Island Disk (3:44)
5. Ful Stop (6:07)
6. Glass Eyes (2:53)
7. Identikit (4:26)
8. The Numbers (5:45)
9. Present Tense (5:06)
10. Tinker Tailor Soldier Sailor Rich Man Poor Man Beggar Man Thief (5:03)
11. True Love Waits (4:45)

Gesamtspieldauer: 52:40




„A Moon Shaped Pool“ ist das neunte Studioalbum der britischen Art Rock Band Radiohead. Zuerst gab es diese Scheibe ab Mai 2016 nur als Download, am 17. Juni 2016 wurde das Album dann auch als CD auf dem Label XL Recordings veröffentlicht. Die gleiche Vorgehensweise bezüglich der Veröffentlichung hatten Radiohead bereits beim Vorgängeralbum „The King Of Limbs“ gewählt. Vielleicht soll dieses Vorgehen manch Hörerin beziehungsweise Hörer zum doppelten Erwerb des Albums animieren, aber das würde die Band wohl so niemals zugeben und ist auch lediglich eine Spekulation.

„A Moon Shaped Pool“ ist ein sanftes und melancholisches Album geworden. Die etwas rockigere Phase von Radiohead liegt in weiter Vergangenheit zurück. Alles auf dieser Scheibe klingt nachdenklich, irgendwie langsam und ruhig. Dazu benötigt man auch nicht allzu viele Anläufe, um vollständig in die Musik der Band eintauchen zu können. Selten mal haben Radiohead eingängiger, melodiöser geklungen. Es gibt sie zwar noch, die etwas experimentelleren Ansätze und Passagen in der Musik der fünf Engländer, allerdings sind diese deutlich weniger ausgeprägt, seltener vorhanden, als auf so manch anderer Scheibe von Radiohead.

Das wiederum bedeutet keinesfalls, dass „A Moon Shaped Pool“ ein langweiliges oder gar ein Album des Mainstreams geworden ist. Die Musik ist eindeutig der von Radiohead zuzuordnen. Die Stimmung ist meist etwas dunkel bis nachdenklich, die Stimme des Thom Yorke klingt genauso packend wie immer, wenn man sie bisher denn auch als „packend“ empfunden hat. Die Zutaten, die die bisherigen Platten von Radiohead ausmachten, sind also auch auf „A Moon Shaped Pool“ vorhanden, jedoch ist die Eingängigkeit der einzelnen Titel deutlich stärker herausgehoben. Gute Musik muss nicht melodiös klingen und ins Ohr gehen, wenn sie es allerdings trotzdem kann, freut das zusätzlich. Und genau das schaffen Radiohead hier mit ihrem neunten Album. „A Moon Shaped Pool“ enthält spannende Musik, nicht alltäglich und trotzdem melodiös das Ohr umschmeichelnd. Dazu gehört für mich auch, dass das London Contemporary Orchestra samt Chor nicht zu dominant in den Vordergrund gerückt wurde und nur partiell bestimmtere Rollen einnimmt.

Fazit: Mit „A Moon Shaped Pool“ ist Radiohead eines der eingängigsten Alben ihrer Karriere gelungen. Die einzelnen Lieder hören sich zerbrechlich, sanft und melancholisch bis sentimental an. Alle elf Nummern sind dabei hörenswert, alles klingt, nichts fällt hinten runter. Fans von Radiohead werden dieses Album sicherlich größtenteils sehr mögen, allerdings lohnt es sich auch für alle anderen Musikfreunde, hier mal ein Ohr zu riskieren. Vielleicht ist „A Moon Shaped Pool“ kein Meisterwerk wie „Kid A“ geworden, trotzdem ist es ein Album, welches überzeugt. Elf Punkte.

Anspieltipps: Burn The Witch, Daydreaming, Present Tense



Donnerstag, 25. August 2016

John Lennon – Working Class Hero: The Definitive Lennon




John Lennon – Working Class Hero: The Definitive Lennon


Besetzung:

Keine Angaben


Label: Parlophone


Erscheinungsdatum: 2005 (Musik aus den Jahren 1969 – 1980)


Stil: Rock, Pop


Trackliste:

CD 1:

1. (Just Like) Starting Over (3:56)
2. Imagine (3:02)
3. Watching The Wheels (3:30)
4. Jealous Guy (4:14)
5. Instant Karma! (3:20)
6. Stand By Me (3:26)
7. Working Class Hero (3:48)
8. Power To The People (3:22)
9. Oh My Love (2:44)
10. Oh Yoko! (4:18)
11. Nobody Loves You (When You're Down And Out) (5:07)
12. Nobody Told Me (3:34)
13. Bless You (4:37)
14. Come Together (4:22)
15. New York City (4:31)
16. I'm Stepping Out (4:06)
17. You Are Here (4:07)
18. Borrowed Time (4:29)
19. Happy Xmas (War Is Over) (3:37)


CD 2:

1. Woman (3:33)
2. Mind Games (4:12)
3. Out The Blue (3:22)
4. Whatever Gets You Thru The Night (3:27)
5. Love (3:23)
6. Mother (5:34)
7. Beautiful Boy (Darling Boy) (4:01)
8. Woman Is The Nigger Of The World (5:16)
9. God (4:09)
10. Scared (4:36)
11. #9 Dream (4:46)
12. I'm Losing You (3:55)
13. Isolation (2:51)
14. Cold Turkey (5:01)
15. Intuition (3:08)
16. Gimme Some Truth (3:15)
17. Give Peace A Chance (4:50)
18. Real Love (4:12)
19. Grow Old With Me (3:20)

Gesamtspieldauer: CD1 (74:25) und CD2 (77:11): 2:31:36




„Working Class Hero: The Definitive Lennon“ ist das bereits vierte „Best Of“-Album des John Lennon und erschien im Oktober des Jahres 2005, passend zum 65. Geburtstag des Ex-Beatle auf dem Plattenlabel Parlophone. Die Scheibe ist dabei das bereits fünfzehnte Album, was nach seinem Tod im Jahr 1980 veröffentlicht wurde. Auf dem Doppel-Album sind 20 Single-A-Seiten, die zwischen den Jahren 1969 und 1988 veröffentlicht wurden, enthalten. Zudem gibt es hier eine rockige Version des Liedes „I’m Losing You“, vom letzten Album zu Lebzeiten, „Double Fantasy“, zu hören. Die ursprüngliche Beatles-Nummer „Come Together“ wird einem in einer Live-Version präsentiert. Zwei Lieder entstammen zwei weiteren Kompilationsalben und die restlichen vierzehn Nummern entstammen schließlich wieder den regulären Studio-Alben.

Die achtundzwanzig Titel bieten durchaus einen anschaulichen beziehungsweise hörenswerten Überblick über die Musik des John Lennon aus den Jahren 1969 bis 1980 (bis auf „Come Together“). Seine „Klassiker“ sind dabei ebenfalls enthalten, schade dabei ist lediglich, dass die Nummer „I’m Losing You“ in einer anderen Version, als auf der Studio-Platte vorhanden ist. Aber das ist sicherlich Geschmackssache. Beeindruckend zeigt dieses Solo-Kompilations-Album, wie schon die einzelnen Beatles-Platten, welch Gefühl John Lennon für die einprägsame Melodie hatte. Auf „Working Class Hero: The Definitive Lennon“ befinden sich einige Ohrwürmer, die den Tod dieses Ausnahmemusikers sicherlich noch viele, viele Jahrzehnte überdauern werden.

Als kleine historische Dokumente sind auch die Texte des John Lennon anzusehen, die aus heutiger Sicht zum Teil etwas komisch anmuten, zu ihrer Entstehungszeit allerdings für sehr viel Aufregung, Zuspruch und Widerstand sorgten. Aber natürlich gibt es auch jene Texte, die auch heute noch hochaktuell sind, man denke nur an das wunderschöne „Imagine“. Über allem stehen jedoch die Melodien, die solch Lieder wie eben jenes „Imagine“ oder aber „Watching The Wheels“, „Jealous Guy“, „Working Class Hero“, „Happy Xmas (War Is Over)“, „Woman“, „I’m Losing You“ und und und zu zeitlosen und immer wieder überzeugenden Klassikern werden ließen.

Fazit: Auch wenn ich immer die Original-Alben bevorzuge, so gibt diese Zusammenstellung der Lieder des John Lennon doch einen sehr guten Einblick in das Schaffen des Liverpoolers in seiner Solo-Karriere. Nicht alles kann dabei restlos überzeugen, vieles allerdings sogar sehr gut. Zudem gibt es die Scheibe immer wieder mal für relativ kleines Geld, sodass sich der Erwerb durchaus lohnt. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Imagine, Jealous Guy, Working Class Hero, Happy Xmas (War Is Over)



Mittwoch, 24. August 2016

Snow Patrol – Final Straw




Snow Patrol – Final Straw


Besetzung:

Gary Lightbody – guitar, glockenspiel, vocals, backing vocals, keyboards
Mark McClelland – bass, keyboards
Jonny Quinn – drums
Nathan Connolly – guitar, background vocals


Gastmusiker:

Iain Archer – background vocals (on track 12)
Bruce White – viola
James Banbury – piano, strings, cello
Fiona McCapra – violin


Label: Fiction Records


Erscheinungsdatum: 2003


Stil: Alternative Rock, Pop


Trackliste:

1. How To Be Dead (3:22)
2. Wow (4:02)
3. Gleaming Auction (2:04)
4. Whatever's Left (2:39)
5. Spitting Games (3:46)
6. Chocolate (3:02)
7. Run (5:54)
8. Grazed Knees (2:55)
9. Ways & Means (4:48)
10. Tiny Little Fractures (2:28)
11. Somewhere A Clock Is Ticking (4:32)
12. Same (3:55)

Gesamtspieldauer: 43:31




„Final Straw“ heißt das dritte Studio-Album der britischen Band Snow Patrol, welches im August des Jahres 2003 auf dem Label Fiction Records veröffentlicht wurde. Mit „Final Straw“ starteten die vier Briten erfolgstechnisch gesehen durch – zumindest in Großbritannien und Irland, wo die Scheibe mehrfach mit Platin ausgezeichnet wurde. Im restlichen Europa hielt sich der Erfolg von Snow Patrol bis zu diesem Zeitpunkt allerdings noch etwas in Grenzen.

Etwas überraschend gewiss, denn auf „Final Straw“ gibt es bereits all jene Ingredienzien in der Musik von Snow Patrol zu hören, die der Band drei Jahre später mit dem Album „Open Your Eyes“ den weltweiten Durchbruch bescherten. Auf „Final Straw“ gibt es sehr melodischen Alternative Rock zu hören, wobei diese Umschreibung gar nicht mal so passend ist, denn oftmals driftet die Musik von Snow Patrol ganz eindeutig in die Richtung zum Pop und vereinigt sich auch mit diesem musikalischen Genre.

Die Musik der Band auf „Final Straw“ klingt sanft und weich. Auch wenn es immer wieder etwas „härtere“ Momente zu hören gibt, so bleibt die Grundstimmung der Platte doch eher ruhig, nachdenklich bis sogar ein wenig melancholisch. Die Texte handeln zumeist vom Thema Nummer Eins in der Pop- und Rock-Musik, nämlich der Liebe. Da gibt es natürlich auch sehr viel intelligentere Ansätze. Allerdings variieren Snow Patrol hier sogar mal das Thema, werden auch mal kritischer, was man ihnen immerhin zu Gute halten möchte. Die Musik geht auf jeden Fall ins Ohr, da sie einfach melodisch ist. Und zumindest ein Ohrwurm ist mit dem sehr nachdenklichen „Run“ ebenfalls enthalten. Zudem noch sehr gelungen sind die beiden Lieder „Spitting Games“ und „Somewhere A Clock Is Ticking“. Beides ebenfalls Ohrumschmeichler, die sich schnell festzusetzen verstehen. Nun und da auch die restlichen Lieder nicht großartig abfallen, eine Nummer, die überhaupt nicht wirkt, auch nicht vorhanden ist, steht dem Hörerlebnis auf „Final Straw“ eigentlich nichts mehr im Wege.

Fazit: Eine Mischung aus Pop und Alternative Rock präsentieren die Briten von Snow Patrol auf „Final Straw“ ihren Fans. Die Musik auf dem Album ist insgesamt sehr unaufgeregt und es wird sehr viel Wert auf Melodiösität und Eingängigkeit gelegt, wofür nicht zuletzt auch einige Streicher sorgen. Und das funktioniert auch. Somit ist „Final Straw“ eine Platte geworden, die all jenen gefallen wird, die auch den ruhigen Moment in der Musik lieben. Neun Punkte.

Anspieltipps: Spitting Games, Run, Somewhere A Clock Is Ticking



Dienstag, 23. August 2016

Jethro Tull – Repeat - The Best Of Jethro Tull - Vol. II




Jethro Tull – Repeat - The Best Of Jethro Tull - Vol. II


Besetzung:

Ian Anderson – flute, mandolin, producer, acoustic guitar, guitar, sax (alto), vocals, voices, sax (soprano)
Martin Barre – acoustic guitar, electric guitar
John Evan – accordion, piano, synthesizer, piano-accordion, hammond organ, keyboards
Glenn Cornick – bass guitar on tracks 3, 4, 8
Jeffrey Hammond – bass guitar on tracks 1, 2, 5, 6, 7, 10
John Glascock – bass guitar, vocals on track 9
Clive Bunker – drums, percussion on tracks 2, 3, 4, 8
Barriemore Barlow – drums, percussion on tracks 1, 5, 6, 7, 9, 10
David Palmer – arranger, saxophone, synthesizer, keyboards, conductor
Maddy Prior – backing vocals on 9



Label: Chrysalis Records


Erscheinungsdatum: 1977


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

1. Minstrel In The Gallery (4:17)
2. Cross-Eyed Mary (4:11)
3. A New Day Yesterday (4:10)
4. Bourée (3:46)
5. Thick As A Brick (Edit #4) (3:27)
6. War Child (4:37)
7. A Passion Play (Edit #9) (3:33)
8. To Cry You A Song (6:14)
9. Too Old To Rock 'n' Roll: Too Young To Die (5:42)
10. Glory Row (3:33)

Gesamtspieldauer: 43:36




Nun, das hatte ich bisher auch noch nicht, dass ich eine Rezension eines Albums im Grunde genommen 1:1 auf ein anderes übertragen könnte. Geht aber wirklich für „Repeat - The Best Of Jethro Tull - Vol. II“, dem dritten „Best Of…“-Album der Band. Dieses wurde ein Jahr nach „M.U. – The Best Of Jethro Tull“, im Jahr 1977 also, ebenfalls wieder auf Chrysalis Records veröffentlicht. Es handelt sich dabei also fast um genau denselben Zeitraum, der hier von der Diskographie der Band abgebildet wird. Man könnte nun vielleicht meinen, dass das Anfang 1977 inzwischen veröffentlichte Album „Songs From The Wood“ zumindest auch mit einem Lied vertreten wäre, doch das ist nicht der Fall. Somit liegen diesem „Best Of…“-Album dieselben Platten zugrunde, wie bereits dem Vorgänger.

Leider wurde hier nun genauso verfahren, wie bereits bei eben jenem Vorgänger. Auch auf „Repeat - The Best Of Jethro Tull - Vol. II“ sind Auszüge aus „Thick As A Brick“ sowie „A Passion Play“ enthalten, da die eigentlichen Stücke selbst ganze Plattenseiten einnehmen. Dies kann man einfach nur als grausame Verstümmelung empfinden, wenn man denn die kompletten Stücke kennt. Und auch dieses Mal wurde ein bisher unveröffentlichter Titel mit hinzugepackt, der dann doch einen zusätzlichen Kaufanreiz für alle jene darstellen sollte, die bereits alles von Jethro Tull besitzen. Auf „Repeat - The Best Of Jethro Tull - Vol. II“ ist dies die letzte Nummer, die den Titel „Glory Row“ trägt. Ein Titel, durchaus gelungen und ganz im Stile von Jethro Tull der mittleren 70er Jahre, jedoch ganz bestimmt kein Kaufargument dafür, sich diese ganze Scheibe zuzulegen.

Fazit: „Repeat - The Best Of Jethro Tull - Vol. II“ ist das dritte „Best Of…“-Album von Jethro Tull. Die Musik darauf weiß natürlich zu überzeugen, wenn man auch feststellen muss, dass das Veröffentlichen von lediglich Lied-Auszügen irgendwie grausam ist. Die Platte lohnt allerdings wirklich nur, wenn man sich einen kleinen Überblick über die Musik von Jethro Tull bis hin zu jener Zeit verschaffen möchte. Besitzt man die ersten Scheiben der Band, gibt es keinen wirklichen Grund sich auch noch diese hier zuzulegen. Das bisher unveröffentlichte Lied „Glory Row“ wurde inzwischen übrigens der Wiederveröffentlichung des Albums „War Child“ angehängt. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Glory Row



Montag, 22. August 2016

Bob Dylan – The Times They Are A-Changin'




Bob Dylan – The Times They Are A-Changin'


Besetzung (ohne weitere Instrumenten- oder Musikerangabe):

Bob Dylan – vocals, guitar


Label: Duchesse


Erscheinungsdatum: 1988


Stil: Folk


Trackliste:

1. The Times They Are A-Changin' (3:15)
2. Subterranean Homesick Blues (2:20)
3. Like A Rolling Stone (6:09)
4. Positively 4th Street (3:56)
5. Rainy Day Women # 12 & 35 (4:38)
6. I Want You (3:06)
7. Just Like A Woman (4:56)
8. Mr. Tambourine Man (5:28)
9. It Ain't Me Babe (3:36)
10. Blowin' In The Wind (2:50)
11. Ballad Of Hollis Brown (5:06)
12. One Too Many Mornings (2:40)
13. Queen Jane Approximately (5:31)
14. Highway 61 Revisited (3:29)
15. When The Ship Comes In (3:20)
16. It Takes A Lot To Laugh (4:02)

Gesamtspieldauer: 1:04:30




Im Internet habe ich fünfundzwanzig offizielle „Best Of…“-Alben des Bob Dylan gefunden. Dieses hier ist nicht aufgeführt, wahrscheinlich gibt es also noch viel mehr Kompilationsalben des wohl bekanntesten Folk-Musikers. Diese sind wahrscheinlich alle mit mehr oder weniger Aufwand und „Liebe“ zusammengestellt worden. Im Falle dieser Ausgabe handelt es sich dabei ganz eindeutig um „weniger“. Weniger Aufwand und weniger Liebe. Das Cover besteht aus einer Seite mit oben abgedrucktem Bild. Die Rückseite ziert eine Liste mit den sechzehn enthaltenen Titeln. Das war es, keine weiteren Angaben wurden mehr hinterlegt.

Nun, nett ausgedrückt könnt man sagen, da wurde aller Schnickschnack über Bord geworfen und nur die Musik soll hier sprechen, die für sich selbst steht. Und die Musik spricht auch für sich selbst, das stimmt. Die sechszehn Lieder entstammen allesamt den 60er Jahren, sind eingängige und typische Bob Dylan Folk Nummern, die das Herz eines jeden Fans höherschlagen lassen. Über die Auswahl der Titel auf dieser Zusammenstellung lässt sich freilich streiten, der eigene Geschmack wird dabei sicherlich nie ganz getroffen werden. Wie denn auch, da Bob Dylan bereits in den 60er Jahren neun Studio-Alben veröffentlichte. Viel Musik also, um sich seine eigenen Favoriten zu erwählen.

Zumindest lernt man mit dieser Scheibe die Musik des Bob Dylan in den 60er Jahren etwas kennen. Nicht alles weiß dabei vollkommen zu überzeugen, manches wirkt aus heutiger Sicht – beziehungsweise mit heutigem Gehör – schon reichlich antiquert. Allerdings stellt es somit gleichzeitig auch wieder ein Zeitdokument dar. Und die meisten der hier enthaltenen Lieder sind inzwischen durchaus Klassiker des Folk-Genres, welche absolut zeitlos sind und auch in hundert Jahren noch gehört werden dürften.

Fazit: Ich habe keine Ahnung, ob dies eine gelungene Zusammenstellung ist, im Vergleich zu den vielen anderen „Best Of…“-Alben, die es da noch von Bob Dylan gibt. Ich besitze nur diese eine hier. Eine gute Übersicht über die Musik des Bob Dylan in den 60ern gibt dieses Album jedoch allemal. Viele sehr bekannte Stücke sind darauf enthalten, die das Herz des Folk-Fans höherschlagen lassen werden. Die Aufmachung der CD selbst ist einfach und billig. Die Musik lohnt sich jedoch, obwohl ich auch hier immer zu den Originalalben raten würde. Zehn Punkte.

Anspieltipps: I Want You



Sonntag, 21. August 2016

The Hooters – Best Of The Best




The Hooters – Best Of The Best


Besetzung:

Keine Interpreten- oder Instrumentenangabe


Label: Columbia Records


Erscheinungsdatum: 1995


Stil: Pop, Rock


Trackliste:

1. Twenty-Five Hours A Day (3:50)
2. Satellite (4:16)
3. And We Danced (3:48)
4. Day By Day (3:22)
5. All You Zombies (5:57)
6. Where Do The Children Go (5:27)
7. Nervous Night (3:58)
8. Johnny B (3:58)
9. Karla With A K (4:40)
10. Fightin‘ On The Same Side (4:06)
11. Brother, Don’t You Walk Away (4:27)
12. 500 Miles (4:23)
13. Don’t Knock It 'Til You Try It (4:15)
14. Give The Music Back (5:11)
15. Mr. Big Baboon (3:53)
16. Shadow Oh Jesus (5:36)

Gesamtspieldauer: 1:11:14




„Best Of The Best“ ist eine der inzwischen zahlreichen Kompilations-Alben, die es von der US-amerikanischen Band The Hooters gibt. Darauf zu hören sind durchaus die Hits der Band. Ob das allerdings auch die Lieder sind, die dem eigenen Geschmack am ehesten entsprechen, liegt natürlich ganz in der Betrachtungsweise und am subjektiven Geschmack der Hörerin beziehungsweise des Hörers.

Überraschendes oder bisher nicht veröffentlichte Lieder gibt es auf dieser Zusammenstellung nicht zu hören. Der Opener und das letzte Stück stammen von der fünften Platte „Out Of Body“. Alle sich dazwischen befindlichen Titel finden sich auf den Alben 2 bis 4, also „Nervous Night", „One Way Home" und „Zig Zag", die gleichzeitig auch die erfolgreichsten der Bandgeschichte waren. Und so hört man auf „Best Of The Best“ durchaus die Hits der Band, die allesamt eingängige Rock-Nummern darstellen. Diese sind nicht hart, driften sogar manchmal in den Folk ab und man ist beim Hören der Musik der Hooters immer wieder überrascht, dass es sich hierbei um eine US-amerikanische Band handelt, denn mitunter klingt die Musik schon „very british“.

Nun, möchte man sich einen Überblick über die Musik der Band verschaffen, dann kann dieses Albums durchaus eine sinnvolle Investition darstellen. Für Fans dürfte dies allerdings keine Alternative darstellen, da diese sicherlich die Original-Alben besitzen und diese Scheibe damit überflüssig wird. Die Hooters machen sehr melodiösen du eingängigen Rock, der niemals zu hart wird. Viele der Titel haben diesen speziellen Wiedererkennungswert, der mitunter bis hin zum Ohrwurm reicht. Musik, geeignet zum Autofahren, zum Entspannen, manchmal auch zum Tanzen, zum nebenbei Hören, zum sich darauf Konzentrieren… Irgendwie für alle Lebenslagen.

Fazit: Die Musik der Hooters geht ins Ohr. Auf „Best Of The Best“ wurden alle Hits der ersten Alben zusammengefasst. Gute-Laune-Musik ist das, nicht zu anspruchsvoll, jedoch unterhaltend. Die einzelnen Titel gehen ins Ohr und vereinigen hier oft Rock und Folk. Mit dieser Kompilation erhält man einen guten Überblick über die Musik der Band, doch ist diese für Fans weniger geeignet, da sich alle Lieder auch auf den regulären Platten der Hooters finden lassen, die diese wohl bereits besitzen. Zehn Punkte.

Anspieltipps: All You Zombies, Johnny B, 500 Miles, Give The Music Back



Samstag, 20. August 2016

Einstürzende Neubauten – Silence Is Sexy




Einstürzende Neubauten – Silence Is Sexy


Besetzung (ohne Instrummentenangabe):

Alexander Hacke
N.U. Unruh
Jochen Arbeit
Blixa Bargeld
Rudolph Moser


Label: Mute Corporation


Erscheinungsdatum: 2000


Stil: Experimental, Avantgarde


Trackliste:

1. Sabrina (4:39)
2. Silence Is Sexy (7:00)
3. In Circles (2:30)
4. Newtons Gravitätlichkeit (2:01)
5. Zampano (5:40)
6. Heaven Is Of Honey (3:54)
7. Beauty (1:59)
8. Die Befindlichkeit Des Landes (5:44)
9. Sonnenbarke (7:49)
10. Musentango (2:14)
11. Alles (Ein Stück Im Alten Stil) (4:43)
12. Redukt (10:17)
13. Dingsaller (6:16)
14. Total Eclipse Of The Sun (3:53)


Bonus CD der „Limited Edition":

1. Pelikanol (18:30)

Gesamtspieldauer: 1:27:16




„Silence Is Sexy“, das achte Studio-Album der Einstürzenden Neubauten, hat nur noch sehr wenig mit der Musik zu tun, für die die Einstürzenden Neubauten zu Beginn ihrer Karriere standen. Der Titel „Silence Is Sexy“ ist Programm auf diesem, im Mai 2000 erschienen Album. Zwar gibt es sie noch, die schrägen, auch nach Industrial klingenden Töne in der Musik der Band, jedoch sind die Einstürzenden Neubauten mit „Silence Is Sexy“ endgültig gezähmt worden, klingen weniger experimentell und avantgardistisch, als noch auf früheren Alben.

Nichtsdestotrotz benötigt man auch für „Silence Is Sexy“ einige Durchläufe, um sehr viel besser in diese meist zarte, manchmal jedoch auch noch fordernde Musik einsteigen zu können. Nicht immer gelingt dies jedoch restlos. Denn es gibt auf „Silence Is Sexy“ eben auch Titel, die sind dann sogar zu leise, zu zurückhaltend. Mag durchaus sein, dass das Titellied „Silence Is Sexy“ eines der ruhigsten Lieder ist, die jemals geschrieben wurden, man darin eintauchen kann, wie in einen sanften Nebel, der nicht unbedingt aus der Zigarette aufsteigt, die man hier immer wieder aufflammen hört. Trotzdem bleibt beim Hören eine gewisse Kälte zurück, die einen etwas fröstelnd zurücklässt. Nun und solch ein Titel wie „Newtons Gravitätlichkeit“ reißt einen dann jedoch wieder aus allen, irgendwie gearteten Träumen heraus, lässt einen unsanft landen und wirkt dabei fast schon nervend.

Allerdings gibt es auch die spannenden und sehr gelungenen Stellen auf „Silence Is Sexy“. „Sabrina“, „Die Befindlichkeit Des Landes“, „Sonnenbarke“, „Musentango“ und das eindrucksvolle, da überaus abwechslungsreiche und dabei experimentelle wie eingängige „Redukt“ sind hier sicherlich zu nennen. All diese Titel entwickeln sich zwar nur schwerlich zu „Lieblingsliedern“, klingen allerdings zumindest interessant und stellen sicherlich eine Abwechslung zum radiotauglichen Musikallerlei dar. Dazu gesellen sich die sehr intelligenten Texte des Christian Emmerich àlias Blixa Bargeld, die sich einem nicht immer sofort erschließen, mit jedem weiteren Hören allerdings zu eindrucksvoller Poesie mutieren.

Fazit: Nun, dass die Einstürzenden Neubauten keine Musik für den Massenmarkt machen, das dürfte allgemein bekannt sein. So stellt auch „Silence Is Sexy“ eher ein Album dar, welches irgendwie erobert werden will. Zugegebenermaßen gelingt einem das jedoch nicht immer, man schafft es nicht jedes Mal diesen Kosmos zu entwirren und für sich zu gewinnen. Somit bleibt die Musik der Einstürzenden Neubauten auch auf „Silence Is Sexy“ eine kleine experimentelle Reise, der man gespannt folgen kann. Ob diese allerdings interessant genug ist, um öfters angetreten zu werden, das liegt nicht nur am Ohr der Hörerin beziehungsweise des Hörers, sondern auch sehr stark an deren und dessen aktuellen Befindlichkeit. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Redukt



Freitag, 19. August 2016

U2 – Under A Blood Red Sky




U2 – Under A Blood Red Sky


Besetzung:

Bono – lead vocals, guitar
The Edge – guitar, keyboards, backing vocals, bass guitar on "40"
Adam Clayton – bass guitar, guitar on "40"
Larry Mullen, Jr. – drums


Label: Island Records


Erscheinungsdatum: 1983


Stil: Rock, Live


Trackliste:

1. Gloria (4:32)
2. 11 O'Clock Tick Tock (4:34)
3. I Will Follow (3:36)
4. Party Girl (2:52)
5. Sunday Bloody Sunday (4:55)
6. The Electric Co. (5:18)
7. New Year's Day (4:29)
8. 40 (3:36)

Gesamtspieldauer: 35:29




„Under A Blood Red Sky“ erschien im November 1983, nachdem zuvor die drei Studioalben „Boy“, „October“ und „War“ von U2 veröffentlicht worden waren. Das Besondere an „Under A Blood Red Sky“ ist dabei, dass es bis heute, Stand 2016, das einzige reine Live-Album von U2 ist, welches die Iren veröffentlichten. Mit gerade mal etwas über 35 Minuten Spieldauer ist die Platte dabei gerade auch für ein Live-Album relativ kurz geraten und wurden auch nicht in einem Konzert eingespielt, sondern setzt sich aus drei Auftritten zusammen. „11 O'Clock Tick Tock" wurde im Mai 1983 in Boston, Massachusetts gespielt, „Gloria“ sowie „Party Girl“ stammen von einem Konzert im Juni 1983 in Red Rocks, Colorado. Die restlichen Titel stammen von einem am 20. August 1983 in Sankt Goarshausen, Deutschland, gegebenen Konzert.

Nun, was diese Scheibe sehr hörenswert werden lässt – trotz der Zusammenstellung aus drei Konzerten – ist die Live-Atmosphäre, die die Musiker von U2, insbesondere natürlich Bono, auf dieser Platte vermitteln. Das klingt einfach mitreißend, wie die Band hier spielt und man bekommt definitiv Lust darauf, ein U2 Konzert zu besuchen. „Sunday Bloody Sunday“ wirkt in dieser Einspielung so frisch und fesselnd, dass diese Live-Version ein fester Bestandteil vieler DJ’s der 80er Jahre wurde, die in den Diskotheken diese Einspielung des Liedes der Studioversion vorzogen.

Die Musik der Band klingt auf „Under A Blood Red Sky“ überaus rockig und man ist ständig inspiriert, mit dem Fuß mitzuwippen. Die Lied-Auswahl ist dabei eine durchaus gelungene, da die einzelnen Titel ins Ohr gehen und atmosphärisch wird es erst mit der letzten Nummer „40“ ein klein wenig sanfter und ruhiger. Und genau bei diesem Stück sieht man dann vor dem geistigen Auge die Zuschauer ihre Feuerzeuge und Sternspeier schwenken und alles löst sich in Wohlgefallen auf, wenn genau diese Zuschauer im Chor mitsingen und die Szene langsam ausgeblendet wird.

Fazit: „Under A Blood Red Sky“ macht Laune auf Live-Musik. Nicht nur „Sunday Bloody Sunday klingt auf der Scheibe ein wenig interessanter als im Original. Genau das macht dann auch den Reiz dieser Platte aus, die man möglichst laut genießen sollte. Hier bekommt man U2 in einer Phase der Bandgeschichte präsentiert, in der sie noch nicht die Superstars und eine der erfolgreichsten Bands der westlichen Welt waren. Für all diejenigen Musikhörer bestens geeignet, die auf Tonträger gebannte Live-Musik zu schätzen wissen und Spaß an der jungen Band U2 haben. Elf Punkte.

Anspieltipps: Sunday Bloody Sunday, The Electric Co., New Year's Day



Donnerstag, 18. August 2016

Emerson, Lake & Palmer – Works Volume 2




Emerson, Lake & Palmer – Works Volume 2


Besetzung:

Keith Emerson – keyboards, piano, organ, synthesizers, accordion
Greg Lake – vocals, guitars, bass guitar
Carl Palmer – drums, percussion


Gastmusiker:

Ron Aspery – saxophone on "Bullfrog"
Colin Hodgkinson – bass guitar on "Bullfrog"


Label: Victory Music


Erscheinungsdatum: 1977


Stil: Symphonic Rock


Trackliste:

1. Tiger In A Spotlight (4:35)
2. When The Apple Blossoms Bloom In The Windmills Of Your Mind I'll Be Your Valentine (3:58)
3. Bullfrog (3:52)
4. Brain Salad Surgery (3:09)
5. Barrelhouse Shake-Down (3:52)
6. Watching Over You (3:57)
7. So Far To Fall (4:57)
8. Maple Leaf Rag (2:02)
9. I Believe In Father Christmas (3:20)
10. Close But Not Touching (3:21)
11. Honky Tonk Train Blues (3:11)
12. Show Me The Way To Go Home (3:30)

Gesamtspieldauer: 43:50




„Works Volume 2“ ist das sechste Studio-Album von Emerson, Lake and Palmer und wurde im November 1977, knappe acht Monate nach „Works Volume 1“, veröffentlicht. Im Gegensatz zu „Works Volume 1“ besteht die Platte hauptsächlich allerdings nicht aus neuem Material, sondern enthält Stücke, die bereits geschrieben waren, es jedoch nicht auf eines der früheren Alben der Band geschafft haben. Damit lässt sich auch ganz gut erklären, warum man hier eine etwas krude Mischung aus Rock, Pop, Boogie Woogie, Big Band, experimenteller Musik und Jazz zu hören bekommt.

Für „Works Volume 2“ benötigt man wahrlich Nerven, denn diese Platte bietet so gar nichts mehr, was sie zu einer lohnenswerten Angelegenheit werden ließe. Mit Progressive Rock hat das schon mal gar nichts mehr zu tun und dieser Boogie-Woogie-Big-Band-Sound geht einem  bereits nach kurzer Zeit so dermaßen auf den Senkel, dass an gar nicht umhin kommt, die entsprechenden Lieder, die auf der Platte leider nicht rar gesät sind, mit der Fernbedienung beziehungsweise durch Weiterführen des Tonabnehmers zu überspringen. Wahrlich schlimme Musik.

Hier ein paar Anmerkungen zu einzelnen Liedern. „Watching Over You“ ist eine ruhige und typische Greg Lake Ballade, etwas sehr süßlich geraten, trotzdem noch mit einer der Höhepunkte der Scheibe. Witzig ist dagegen das kurze „Maple Leaf Rag“, was allerdings natürlich nicht von Emerson, Lake & Palmer, sondern ursprünglich von Scott Joplin stammt, bereits 1899 geschrieben wurde und für diese Platte hier neu von Keith Emerson arrangiert wurde. „I Believe In Father Christmas“ ist ein schöner Weihnachtstitel, ebenfalls etwas süßlich, aber so muss die Musik von Greg Lake wohl klingen – trotzdem gelungen. „Close But Not Touching“ klingt dagegen wie die Filmmusik einer sehr spannenden Szene eines Gangsterfilms, die zum Schluss für den Held des Films gut ausgeht. Es folgen schließlich noch eine unfassbar schlechte Boogie Woogie Nummer mit Namen „Honky Tonk Train Blues“ sowie eine Art Bar Jazz Stück, „Show Me The Way To Go Home“, die ebenfalls absolut nicht lustig ist.

Fazit: Nun, es ist zum einen diese krude Zusammenstellung der Titel, die „Works Volume 2“ zu einer sehr anstrengenden Angelegenheit werden lässt. Zum anderen ist es die fehlende Qualität der Songs, die „Works Volume 2“ dann sogar zu einem meist belanglosen und schließlich auch schlechten Album werden lässt. Ich habe immer wieder Schwierigkeiten mit der Musik von Emerson, Lake & Palmer, die manchmal so unfassbar genial klingt, dann wieder unglaublich schlecht. Auf „Works Volume 2“ findet sich kaum etwas Hörenswertes. Lohnt sich nur, wenn man alles von „seiner“ Band besitzen möchte. Vier Punkte.

Anspieltipps: Maple Leaf Rag, I Believe In Father Christmas



Mittwoch, 17. August 2016

Anthony Phillips – Private Parts & Pieces II – Back To The Pavilion




Anthony Phillips – Private Parts & Pieces II – Back To The Pavilion


Besetzung:

Anthony Phillips – 12 string guitar, classical guitar, electric guitar, piano, vocals, polymoog


Gastmusiker:

Andy McCulloch – drums and percussion
Mike Rutherford – bass
Rob Phillips – oboe
Mel Collins – flute


Label: Voiceprint


Erscheinungsdatum: 1980


Stil: Instrumentalmusik, Rock, Progressive Rock


Trackliste:

CD1:

1. Scottish Suite:
     (i) Salmon Leap (2:47)
     (ii) Parting Thistle (2:26)
     (iii) Electric Reaper (3:00)
     (iv) Amorphous, Cadaverous and Nebulous (4:52)
     (v) Salmon’s Last Sleepwalk (2:02)
6. Lindsay (3:44)
7. K2 (9:00)
8. Postlude: End Of The Season (0:33)
9. Heavens (4:25)
10. Spring Meeting (3:52)
11. Romany’s Aria (0:51)
12. Chinaman (0:43)
13. Nocturne (4:04)
14. Magic Garden (1:54)
15. Von Runkel’s Yorker Music (0:45)
16. Will O’ The Wisp (3:34)
17. Tremulous (1:09)
18. I Saw You Today (4:33)
19. Back To The Pavilion (3:01)
20. Lucy: An Illusion (3:51)

Gesamtspieldauer: 1:01:14




Im Juni 1980 veröffentlichte Anthony Phillips den zweiten Teil seiner „Private Parts And Pieces“-Reihe, dieses Mal versehen mit dem Untertitel „Back To The Pavilion“. Somit stellt die Scheibe gleichzeitig das fünfte Solo-Album des Genesis Gitarristen der ersten Stunde und den nächsten Abschnitt seiner, bis zum Jahr 2012 bereits elfteiligen Reihe „Private Parts And Pieces“ dar. Auf dem Album ist hauptsächlich Instrumentalmusik zu hören, die zumeist sehr eingängig klingt und mitunter sogar mal fast in den New Age Bereich abdriftet.

Die fünf Teile der „Scottish Suite“ zu Beginn der Platte entspringen einem Projekt, in welchem Anthony Phillips Shakespeares McBeth vertonen wollte. Ein Vorhaben, was jedoch nicht zu Ende geführt wurde. Was bleibt sind diese fünf Teile der Suite, bei denen sein ehemaliger Genesis-Kollege Mike Rutherford am Bass und der Ex-King Crimson Schlagzeuger Andy McCulloch an den Drums zu hören sind. Die Teile der „Scottish Suite“ sind sehr melodiöse Instrumentalstücke, die zumeist sehr sanft und entspannt klingen, jedoch dann auch wieder rocken. Sehr abwechslungsreich in seiner Gesamtheit und gleichzeitig die Höhepunkte der gesamten Platte.

Die weiteren Stücke sind eine bunte, jedoch sehr relaxte Mischung aus sehr sanfter Musik. Mal steht das Piano im Vordergrund, mal ist es die Gitarre. Auch die Anzahl der jeweils involvierten Instrumente variiert. Die bereits erwähnte New Age Annäherung findet sich im Titel „K2“, in dem Synthesizer-Teppiche ausgebreitet werden, allerdings nur ganz zart und sanft, lediglich kurz unterbrochen von kleinen, aufgeregt klingenden Tastenläufen. Ebenfalls in die meditative Richtung geht „Will O’ The Wisp“, nur hier ist es die Gitarre, versehen mit Hall und Echo, die diesen meditativen Effekt vielleicht hervorzurufen vermag.

Einige sehr kurze Stücke befinden sich ebenfalls auf der Scheibe, in denen Ideen gerade lediglich angerissen scheinen. Gegen Ende der Platte singt Anthony Phillips sogar bei den Titeln „I Saw You Today“ und „Lucy: An Illusion“. Beides Balladen, bei denen der Gesang durch die akustische Gitarre begleitet wird und gleichzeitig zwei nicht gerade sonderlich aufregende Stücke.

Fazit: Eine sanfte, verträumte und sehr ruhige Zusammenstellung serviert Anthony Phillips hier seinen Hörerinnen und Hörern. Die fünfteilige „Scottish Suite“ ist dabei sicherlich der spannendste Aspekt des Albums. Allerdings gibt es auf „Private Parts & Pieces II – Back To The Pavilion“ auch nichts, was nicht doch auch irgendwie hörenswert wäre. Sicherlich ist das keine Scheibe für die Masse der Musikhörer, jedoch für all jene dann doch interessant, denen die Musik von Genesis in den 70er Jahren zusagt. Neun Punkte.

Anspieltipps: Scottish Suite



Dienstag, 16. August 2016

Talking Heads – Little Creatures




Talking Heads – Little Creatures


Besetzung:

David Byrne – guitar, vocals
Chris Frantz – drums
Jerry Harrison – keyboards, guitar, backing vocals
Tina Weymouth – bass guitar, backing vocals


Gastmusiker:

Ellen Bernfeld – backing vocals on "Perfect World" and "Walk It Down"
Andrew Cader – washboard on "Road To Nowhere"
Erin Dickens – backing vocals on "Television Man" and "Road To Nowhere"
Diva Gray – backing vocals on "Road To Nowhere"
Gordon Grody – backing vocals
Lani Groves – backing vocals
Jimmy Macdonell – accordion on "Road To Nowhere"
Lenny Pickett – saxophones
Steve Scales – percussion
Naná Vasconcelos – percussion on "Perfect World"
Eric Weissberg – steel guitar on "Creatures Of Love" and "Walk It Down"
Kurt Yahijian – backing vocals


Label: Warner Music


Erscheinungsdatum: 1985


Stil: New Wave, Pop


Trackliste:

1. And She Was (3:36)
2. Give Me Back My Name (3:20)
3. Creatures Of Love (4:12)
4. The Lady Don't Mind (4:03)
5. Perfect World (4:26)
6. Stay Up Late (3:51)
7. Walk It Down (4:42)
8. Television Man (6:10)
9. Road To Nowhere (4:19)

Gesamtspieldauer: 38:38




Die Talking Heads waren gerade auf dem Höhepunkt ihrer Popularität angelangt, als Sie mit dem Konzertfilm „Stop Making Sense“ die Kinos stürmten und das dazugehörende Live-Album alle ihre bisherigen Verkaufsrekorde brach. Da veröffentlichten sie im Juni des Jahres 1985, neun Monate nach dieser Live-Platte, ihr sechstes von insgesamt acht Studio-Alben. „Little Creatures“ heißt dieses, wurde erneut bei Warner Music veröffentlicht, sollte ähnlich erfolgreich werden wie die Live Platte und gleichzeitig das Studio-Album sein, welches von den Talking Heads am häufigsten über den Ladentisch ging.

Dies auch völlig zu Recht, denn auf „Little Creatures“ finden sich sehr überzeugende New Wave Lieder, die ins Ohr gehen, kaum Hänger aufweisen und sogar den ein oder anderen Ohrwurm für die Hörerin und den Hörer bereithalten. Es beginnt sofort sehr eindrucksvoll mit „And She Was“ und setzt sich im Anschluss daran fort mit „Give Me Back My Name“. Darauf folgt zwar mit „Creatures Of Love“ der einzige nicht ganz so gelungene Titel auf „Little Creatures“, da dieser einfach dem Country ein wenig zu nahe kommt. Aber bereits nach diesem Titel geht es wieder sehr überzeugend weiter mit New Wave, der ins Ohr geht, abwechslungsreich ist und gut unterhält.

Besondere Höhepunkte warten dann noch mal am Ende auf die Hörerinnen und die Hörer. „Walk It Down“ klingt zu Beginn so wunderschön verschroben, bis es sich im Refrain ebenfalls zu einem sehr melodiösen Titel entwickelt. „Television Man“ ist dann eine rockige New Wave Nummer, ebenfalls ins Ohr gehend. Und schließlich erwartet einen am Ende der Scheibe noch der Höhepunkt der gesamten Platte. „Road To Nowhere“ ist das Lied des Albums, vielleicht sogar das beste Lied, welches David Byrne je geschrieben hat. Mit einem etwas nach Marsch klingenden Rhythmus versehen, entwickelt sich hier eine Nummer, die man einmal gehört nicht mehr vergisst. Im Grunde genommen wird hier immer wieder dasselbe Thema wiederholt, welches jedoch mit jedem weiteren Durchlauf an Intensität gewinnt. Wirklich beeindruckend gemacht.

Fazit: „Little Creatures“ ist eine überzeugende New Wave Platte geworden, mit einem herausragenden Höhepunkt, in Form des Liedes „Road To Nowhere“, sowie vielen kleineren zusätzlichen Höhepunkten. Die meisten, der sich hier entwickelnden Melodien gehen ins Ohr. Die Lieder sind dabei sehr abwechslungsreich, keines gleicht dem anderen. Im Falle von „Little Creatures“ kann man sogar sehr gut nachvollziehen, warum es das erfolgreichste Studio-Album der Talking Heads wurde. Für alle diejenigen Hörerinnen und Hörer geeignet, die auf interessanten und eingängigen New Wave stehen, der zum Teil auch in Rock-Gefilden fischt. Zehn Punkte.

Anspieltipps: And She Was, Television Man, Road To Nowhere



Montag, 15. August 2016

The Flower Kings – Unfold The Future




The Flower Kings – Unfold The Future


Besetzung:

Tomas Bodin – keyboards
Hasse Bruniusson – marimba, glockenspiel, dulcimer, other percussion
Zoltan Csörsz – drums
Hasse Fröberg – vocals, guitars
Jonas Reingold – bass guitar
Roine Stolt – vocals, guitars, keyboards


Gastmusiker:

Daniel Gildenlöw – backing vocals, lead vocals on "Fast Lane", "Rollin' The Dice" and parts of "Devil's Playground"
Ulf Wallander – soprano saxophone


Label: InsideOut Music


Erscheinungsdatum: 2002


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

CD1:

1. The Truth Will Set You Free (31:01)
     I. Lonely Road
     II. Primal Instincts
     III. From The Source
     IV. Uphill
     V. The Stars The Sun The Moon
2. Monkey Business (4:23)
3. Black And White (7:39)
4. Christianopel (8:16)
5. Silent Inferno (14:21)
6. The Navigator (3:39)
7. Vox Humana (4:44)


CD2:

1. Genie In A Bottle (8:09)
2. Fast Lane (6:33)
3. Grand Old World (5:26)
4. Soul Vortex (4:38)
5. Rollin' The Dice (5:00)
6. The Devil's Danceschool (5:08)
7. Man Overboard (3:45)
8. Solitary Shell (2:50)
9. Devil's Playground (25:26)
10. Too Late For Tomatoes (Bonus Track) (10:24)

Gesamtspieldauer CD1 (1:14:07) & CD2 (1:17:23): 2:31:30




„Unfold The Future“ heißt das siebte Studioalbum der schwedischen Progressive Rock Band The Flower Kings. Im November des Jahres 2002 wurde es auf dem Label InsideOut Music veröffentlicht und stellt dabei eine sehr ambitionierte Veröffentlichung in der Discographie der Schweden dar. Dies liegt allerdings nicht nur daran, dass es sich bei dem Album „Unfold The Future“ um ein Doppelalbum handelt, welches über zweieinhalb Stunden Spieldauer aufweist. Viel mehr ist der Stil, beziehungsweise sind es die musikalischen Stile, die darauf zum Tragen kommen und dieses Album zu einer nicht alltäglichen Platte werden lassen. Es ist ein Mix aus Progressive Rock, Jazz-Anleihen und sogar Jam-Sessions, den man auf diesem Album zu hören bekommt.

Und eines ist dabei ganz klar. Die Musiker wissen zu überzeugen, der Sound ist brillant, alles wird auf den Punkt gespielt, wirkt sehr durchdacht. Sehr viele gute Ideen gibt es auf der Scheibe zu hören, die mal melodischer und eingängiger sind, ein anderes Mal richtiggehend vertrackt, dem Free Jazz ein ganzes Stück nahekommend. Und gerade diese vielen Ideen sind es dann allerdings auch, die einen trotz aller Einfälle auch stutzen lassen. Passt das eigentlich alles auch zusammen? Funktioniert das auch wirklich so?

Die Antwort auf „Unfold The Future“ heißt für mich leider sehr oft „Nein, das funktioniert so nicht“. Sehr oft hören sich einzelne Stücke eher wie eine Aneinanderreihung von ganz guten Ideen an, die aber im Grunde genommen gar nichts miteinander zu tun haben. Irgendwie wird da manchmal Abschnitt an Abschnitt beziehungsweise Idee an Idee gereiht und das Ergebnis lässt einen etwas ratlos, da nicht überzeugt zurück. Die Lieder schaffen es viel zu selten, einen wirklich mitzureißen. Oder schaffen sie das überhaupt einmal? Mich wirklich nur ganz selten. Ein paar schöne Stellen durchaus, aber alleine immer diese jazzigen Abschnitte, für die man wohl wirklich geboren sein muss, lassen meine Freude an diesem Album immer wieder schnell verklingen.

Fazit: Hörerinnen und Hörer, die Progressive Rock in Verbindung mit Jazz mögen, könnten hier vielleicht etwas für sich finden. Jede Menge Ideen gibt es „Unfold The Future“ zu hören und manchmal auch zu bewundern. Leider nur sind diese Ideen mitunter ein wenig „unhandlich“ geraten, schwer zu fassen und schon gar nicht in Verbindung mit anderen Teilen zu genießen, da schlichtweg isoliert. Melodien, in die sich einzutauchen lohnt, gibt es auf „Unfold The Future“ leider nur viel zu selten. Das alles bewirkt, dass zumindest mich diese Platte lediglich immer wieder partiell packt, dann allerdings auch immer nur ein wenig. Sicherlich brillante Musik, allerdings auch eine, die mich einfach nicht einzufangen weiß. Acht Punkte.

Anspieltipps: Silent Inferno, The Navigator



Sonntag, 14. August 2016

Ludwig Hirsch – Dunkelgraue Lieder




Ludwig Hirsch – Dunkelgraue Lieder


Besetzung:

Ludwig Hirsch – Gesang, keine weiteren Angaben


Gastmusiker:

Keine weiteren Angaben


Label: Polydor


Erscheinungsdatum: 1978


Stil: Liedermacher


Trackliste:

1. Die Omama (4:35)
2. I lieg am Ruckn (5:05)
3. Der Herr Haslinger (3:11)
4. Der blade Bua (4:12)
5. Die Spur Im Schnee (3:19)
6. Liebeslied (4:03)
7. Der Dorftrottel (6:26)
8. Der Wolf (5:24)
9. Spuck den Schnuller aus (3:24)
10. Der Zwerg (5:14)
11. Happy End (4:01)

Gesamtspieldauer: 49:00




„Dunkelgraue Lieder“ heißt die erste Platte des österreichischen Liedermachers Ludwig Hirsch. Im Jahr 1978 wurde das Album auf dem Label Polydor veröffentlicht und wie der Name der Scheibe fast schon zum Ausdruck bringt, befinden sich darauf Lieder, die angefüllt sind mit schwarzem Humor. Da verschluckt sich die Omama mit ihrer Vergangenheit im Dritten Reich, an ihrem eigenen Gebiss und der der nette Herr Haslinger mag besonders die kleinen Kinder sehr gern. Sofort beginnen beim Zuhören die Gedanken etwas zu basteln, zu entwickeln. Und das sind nur einige Beispiele und Szenarien, die Ludwig Hirsch in den Köpfen seiner Hörerinnen und Hörer entstehen lässt.

Ganz klar, bei den Platten des Ludwig Hirsch stehen mehr die Texte im Vordergrund, die Musik scheint auf eine gewisse Art und Weise nur schmückendes Beiwerk zu sein. Passend dazu werden noch nicht einmal die entsprechenden Musiker der einzelnen Titel aufgeführt. Und mit der Art des Ludwig Hirsch, mit dessen Auffassung von Humor, muss man umgehen können, denn sonst wird es schwierig beim Lauschen. Sicherlich ist das nicht jedermanns Sache und schon gar nicht jugendfrei, obwohl hier keine sexuellen Praktiken beschrieben werden oder aber ein Stilmittel des Autors Schimpfwörter wären. Bei Ludwig Hirsch wird jedoch gestorben und gemordet und das Kopfkino angeregt, sodass die „bösen“ Szenen letztendlich alle im eigenen Kopf entstehen.

Leider ist die Musik allerdings noch nicht ganz so gelungen, wie auf dem Nachfolger-Album, welches auch musikalisch viel besser überzeugen konnte. Das ist hier, bei „Dunkelgraue Lieder“, nicht ganz so der Fall. Viele Lieder klingen leicht und sogar ein wenig swingend, das Ganze ist eher Bar- oder Big Band-Sound als Pop oder Rockmusik. Dies alleine schon durch die verwendeten Instrumente. An sich eine schöne Abwechslung, allerdings schaffen es diese Melodien leider nicht zu zünden, was den Texten durchaus gelingt, die einem ein Lächeln auf das Gesicht oder Sorgenfalten auf die Stirn zaubern.

Fazit: Liedermacher-Musik mit dunklen Texten. Der schwarze Humor steht bei Ludwig Hirsch ganz klar im Zentrum seiner Kunst, die dann zum Nachdenken oder Schmunzeln anregt. Aber zu einem Lied gehört nicht nur der Text, sondern eben auch die Musik selbst. Und da hat Ludwig Hirsch noch nicht ganz die passenden Töne gefunden. Das klingt zwar nett, aber noch nicht endgültig überzeugend. Neun Punkte.

Anspieltipps: Die Omama, Der Dorftrottel