Mittwoch, 4. September 2013

And You Will Know Us By The Trail Of Dead – So Divided




And You Will Know Us By The Trail Of Dead – So Divided


Besetzung:

Conrad Keely – ohne Instrumentenangabe
Jason Reece – ohne Instrumentenangabe
Kevin Allen – ohne Instrumentenangabe
Doni Schroeder – ohne Instrumentenangabe
Daniel Wood – ohne Instrumentenangabe


Gastmusiker:

Amanda Palmer – vocals, piano
Lily Courtney – vocals, backing vocals
Will Courtney – vocals, backing vocals
James Olsen – vocals, backing vocals
Beaux Randall – backing vocals
Daniel Wilcox – slide-guitar
Pat Mastellotto – percussion
Hilary Hahn – violin
Matt Bang – saxophone


Label: Interscope Records


Erscheinungsdatum: 2006


Stil: Alternative


Trackliste:

1. Intro: A Song Of Fire And Wine (1:42)
2. Stand In Silence (4:35)
3. Wasted State Of Mind (5:27)
4. Naked Sun (6:05)
5. Gold Heart Mountain Top Queen Directory (2:14)
6. So Divided (6:29)
7. Life (5:59)
8. Eight Days Of Hell (2:10)
9. Witch's Web (4:11)
10. Segue: Sunken Dreams (2:19)
11. Sunken Dreams (5:16)


Bonus Track:

12. Witch's Web (Original Version) (4:48)

Gesamtspieldauer: 51:15




Die Messlatte für das fünfte Studio-Album der texanischen Band And You Will Know Us By The Trail Of Dead lag natürlich unglaublich hoch nach dem Meisterwerk der Band „Worlds Apart“ aus dem Jahr 2005. Bereits ein Jahr später veröffentlichte die Formation, die jetzt zum Quintett erweitert worden war, mit „So Divided“ ihr nächstes Album. Und um es gleich vorweg zu nehmen, ganz an „Worlds Apart“ reicht dieses Album nicht heran, trotzdem ist es eine klasse Scheibe geworden, die sich für all diejenigen unter den Musikhörern lohnt, die zum Teil etwas härtere Klänge in Verbindung mit tollen Melodien zu schätzen wissen. Obwohl, besonders „hart“ ist „So Divided“ eigentlich auch nicht. Ein Umstand, den Fans der ersten Stunde der Band an diesem Album auch immer wieder bemängeln. Im Grunde genommen haben And You Will Know Us By The Trail Of Dead hier jedoch genau die richtige Mischung aus kraftvollem Rock und auch sanfteren Tönen gefunden.

Das Album weist zudem mindestens zwei Songs auf, die man unbedingt gehört haben sollte. Besser kann Rock-Musik kaum klingen. Da wäre zum einen der Titel „Wasted State Of Mind“, der unglaublich hektisch mit Bongo-Getrommel beginnt, in welches dann ein Pianolauf einsetzt. Beides in dieser Verbindung gibt es sicherlich nicht allzu oft zu hören und es entwickelt sich im weiteren Verlauf ein unglaublich eingängiger und kraftvoller Song, einer der bisher besten in der Bandgeschichte der US-Amerikaner. So muss Rock klingen, wenn er überzeugen will und hängenbleiben soll. Ein Lied mit dem absoluten Wiedererkennungswert. Einfach klasse.

Auch der Titel „Life“ gehört zu den Höhepunkten. Seltsame Geräusche sind da am Anfang zu hören, alles klingt ein wenig schräg und dann entwickelt sich daraus ein sehr eingängiges und fast schon ein bisschen getragenes Lied, wieder ausgestattet mit einer klasse Melodie. Das Piano groovt hier und die gespielten und gesungenen Harmonien verankern sich im Musikzentrum des Gehirns des Hörers - auch oder vielleicht dadurch, dass immer wieder fast schon schräge Töne mit in den Song eingespielt wurden, die dann jedoch perfekt passen. Unverwechselbar und sehr nachhaltig.

Der Rest der Platte braucht sich ebenso nicht zu verstecken, soll heißen, man kann die Fernbedienung getrost in der Ecke liegen lassen, es befindet auf „So Divided“ nichts, was übersprungen werden müsste. Da gibt es den ganz zarten und zurückhaltenden Beginn mit anscheinenden Publikumsgeräuschen, dann wird mit „Stand In Silence“ sofort ordentlich losgerockt. „Naked Sun“ groovt, dass es besser kaum geht und „Gold Heart Mountain Top Queen Directory“ ist eine wunderschöne Ballade, in die man völlig eintauchen kann. Einziges Manko hier ist vielleicht die Kürze des Liedes von gerade mal etwas über zwei Minuten.

Das Titellied „So Divided“ ist zunächst eine ruhige Nummer, die im weiteren Verlauf deutlich Fahrt aufnimmt. Und auch hier steht wieder über allem die Eingängigkeit, die Melodie, die sich sofort festsetzt und nachhallt. „Eight Days Of Hell“ erinnert stark an die Beatles und „Witch’s Web“ ist im Anschluss daran wieder ein ruhiger Titel, der so gar nichts mehr mit der Musik zu tun hat, den And You Will Know Us By The Trail Of Dead auf den ersten beiden Alben veröffentlichte. Aber es passt, auch wenn hier mal eine Pedal Steel Gitarre zum Einsatz kommt und Conrad Keely dieses Mal sogar seine Kopfstimme einsetzen muss.

Beschlossen wird das Album mit den beiden „Sunken Dreams“-Titeln. „Segue: Sunken Dreams“ ist dabei eine Klangkollage, die wohl ein wenig unheimlich klingen soll, das funktioniert sogar auch ganz gut. „Sunken Dreams“ ist im Anschluss daran wieder eine schöne und treibende Nummer. Ein würdiger Abschluss dieses Albums, der zum Mitwippen einlädt. Obwohl, eine Zugabe gibt es ja sogar noch: die Original-Version von „Witch’s Web“. Beide Versionen klingen allerdings sehr ähnlich und der Hauptunterschied ist wohl der, dass auf dieser Version hier die Pedal Steel Guitar durch eine „singende Säge“ ersetzt wurde. Auf jeden Fall klingt das für mich so.

Ach ja, noch etwas sollte hier Erwähnung finden. Das Booklet hat wieder Conrad Keely erstellt, beziehungsweise gemalt. Wirklich klasse gemacht, der Junge hat eine ganze Menge Talente und hat hier den einzelnen Stücken Bilder zugewiesen. Sehr gelungen, auch wenn einen das Bild zum Titel „Life“ schon sehr betroffen macht.

Fazit: „So Divided“ ist ein tolles Album einer tollen Band geworden, die im Laufe ihres Bestehens eine unglaubliche Wandlung vollzogen hat. Weg vom reinen „Heavy-Sound“, hin zum immer noch nicht soften Rock, aber doch zu Musik, bei der die Melodie deutlich weiter in den Vordergrund gerückt wurde. Mir gefällt das wirklich gut. Auch wenn „So Divided“ kein zweites „Worlds Apart“ wurde (wie sollte das auch gehen und wäre ja langweilig!), ist diese fünfte Platte der Band ein sehr hörenswertes Album geworden. Zwölf Punkte.

Anspieltipps: Wasted State Of Mind, Gold Heart Mountain Top Queen Directory, Life, Sunken Dreams





Dienstag, 3. September 2013

New Model Army – Anthology




New Model Army – Anthology


Besetzung:

Justin Sullivan – vocals, guitar, harmonica (1980 – today)
Nelson (Peter Nice) – bass, vocals (1989 – today)
Dean White – keyboard, guitar, vocals (1994 – today)
Michael Dean – drums, vocals (1998 – today)
Marshall Gill – guitar, vocals (2005 – today)


Former Members:

Tom Tom Tompkins – drums (1980 – 1981)
Stuart Morrow – bass, vocals (1980 – 1985)
Rob Waddington – drums (1981 – 1982)
Robert Heaton – drums, bass, vocals (1982 – 1997)
Jason „Moose“ Harris – bass, keyboards, vocals (1985 – 1989)
Ricky Warwick – guitar, acoustic guitar (1987)
Chris McLaughlin – guitar (1987 – 1988)
Ed Alleyne-Johnson – violin (1989 – 1993)
Adrian Portas – guitar (1990 – 1992)
Ed Wolstenholme – violin (1996 – 1997)
Dave Blomberg – guitar, keyboards, vocals (1993 – 2005)
Mark Feltham – frequent special guest – harmonica
Joolz – frequent special guest – vocals


Label: Attack Attack Records


Erscheinungsdatum: 2010


Stil: Sammler-Box, bestehend aus zwei CD’s und drei DVD’s


Trackliste:

CD1:

1. Vengeance (4:07)
2. Modern Times (3:35)
3. Flying Through The Smoke (3:12)
4. Masterrace (2:59)
5. Today Is A Good Day (4:02)
6. Here Comes The War (4:30)
7. A Liberal Education (5:28)
8. Luhrstaap (4:36)
9. Drag It Down (3:23)
10. Christian Militia (3:28)
11. Carlisle Road (4:02)
12. Purity (4:44)
13. Someone Like Jesus (6:55)
14. Living In The Rose (3:51)
15. Rainy Night 65 (4:58)


CD2:

1. Whitecoats (4:57)
2. Dawn (3:44)
3. Afternoon Song (2:36)
4. Vagabonds (5:21)
5. Bluebeat (4:52)
6. South West (3:51)
7. Wonderful Way To Go (5:43)
8. Lights Go Out (3:58)
9. Bloodsports (4:21)
10. Red Earth (5:04)
11. Green and Grey (5:47)
12. Water (4:33)
13. Mambo Queen Of The Sandstone City (3:59)
14. Better Than Them (3:16)
15. Marry The Sea (4:48)

Gesamtspieldauer der beiden CD’s: 2:10:39


DVD1:

1. Live At The Marquee 1985 (29:35)
2. Live at the Rockpalast Philipshalle 1990 (1:13:01)
3. Promotional Videos: 51st State, White Coats, Stupid Questions, Vagabonds, Green And Grey (19:24)
4. Bootlegs: Smalltown England, A Liberal Education, Young Gifted & Skint, Lovesongs, The Hunt, Lights Go Out, Waiting (31:07)


DVD2:

1. Live At The Rockpalast Bizarre Festival 1996 (1:12:56)
2. Promotional Videos / Art Videos: Get Me Out, Purity, Here Comes The War, Living In The Rose, Whitelight (live), Wonderful Way To Go, Over The Wire, Queen Of My Heart, Refugee (49:08)
3. Bootlegs: Fate, Ambition, Living In The Rose,These Words, Vengeance, 125 MPH, Still Here, See You In Hell, Killing, No Pain, Headlights, Understand U (49:08)


DVD3:

1. Live At The Rockpalast Köln Palladium 2006 (1:36:20)
2. Promotional Videos: You Weren't There (live), Island, Ocean Rising, BD3, Wired, Today Is A Good Day, Another Imperial Day (17:00)
3. Bootlegs: Whirlwind, Red Earth, Purity, Island, Into The Wind, Breathing, Before I Get Old, One Of The Chosen (13:59)

Gesamtspieldauer der drei DVD’s: 7:31:38




Zum dreißigjährigen Jubiläum der Band hat New Model Army eine große Sammler-Box herausgegeben, die neben den oben aufgeführten zwei CD’s und drei DVD’s noch so einiges Weiteres für den Fan bereithält. Ich fange mal an aufzuzählen:

Zunächst gibt es da ein 84-seitiges gebundenes Buch in den Maßen 27x27 Zentimeter. Darin gibt es Informationen zu allen Alben der Band, Interviews, Konzert-Photos, alle Konzert-Daten der Band, Photos der verschiedenen Tickets, Photos der „Schmierzettel“, auf denen die Texte entworfen wurden und und und. Da hat sich jemand wirklich sehr viel Mühe gegeben, denn dieses Buch sieht auch von außen sehr edel aus. Die Photos sind zum größten Teil Farbphotographien und es macht Spaß darin zu blättern und zu lesen. Dann gibt es in der Box noch einen Aufkleber mit dem Aufdruck von New Model Army zur Jubiläumbox, eine Schablone, damit man sich das New Model Army Logo auch überall draufsprühen kann, zehn dicke Kunst-Graphiken mit Ausschnitten aus den verschiedenen Album-Covern der Band, ein Puzzle (!), eine Kette und einen metallischen Anhänger mit der Einstanzung „New Model Army 30 Years“.

Okay, benötigt man sicher nicht alles wirklich, aber eben eine nette Dreingabe. Hauptsächlich geht es bei der Box um die Musik und die ist wie oben angeführt reichlich vorhanden. Auf den beiden CD’s sind Lieder aus jeder Schaffensphase der Band wiedergegeben und die drei DVD’s enthalten Material von über siebeneinhalb Stunden Laufzeit. Nicht schlecht Herr Specht. Dazu ist zu sagen, dass die Konzertmittschnitte wirklich klasse gelungen sind und mitreißen können. Auch soundtechnisch allererste Sahne. Die Videos sind ebenfalls bestens gelungen und es macht einfach Spaß, am DVD-Player mit angeschlossenen Boxen bei „Ocean Rising“ zum Beispiel das Meer wirklich aufgewühlt zu sehen und so noch ein wenig mehr in den Song eintauchen zu können. Lediglich die Bootlegs, die allesamt ebenfalls Konzertmitschnitte darstellen, haben nicht die allerbeste Qualität. Aber man hört und sieht, was zu sehen und zu hören ist. Passt also auch, sind eben Bootlegs.

Fazit: Mit dieser Box kann man sich den ganzen Sonntag beschäftigen, so viel gibt es da zu sehen und zu hören und auch zu tun. Und da diese Zusammenstellung noch nicht einmal so viel Geld kostet, wenn man bedenkt, dass es hier knapp zehn Stunden etwas zu sehen und zu hören gibt, dann ist das für den Fan, auch wenn er die regulären Alben bereits besitzt, doch eine lohnende Anschaffung. Klasse gelungen das Ganze, auch wenn ich das Puzzle noch nicht ausgepackt habe… Dreizehn Punkte.

Anspieltipps: Alles




Montag, 2. September 2013

Strawbs – Dragonfly




Strawbs – Dragonfly


Besetzung:

Dave Cousins – vocals, guitars, piano, dulcimer, chinese piano, percussion
Tony Hooper – vocals, acoustic and electric guitars, tambourine, percussion
Ron Chesterman – double bass
Claire Deniz – cello


Gastmusiker:

Tony Visconti – recorder
Bjarne Rostvold – drums
Rick Wakeman – piano
Paul Brett – lead guitar


Label: A&M Records


Erscheinungsdatum: 1970


Stil: Folk Rock, Progressive Rock


Trackliste:

1. The Weary Song (3:51)
2. Dragonfly (5:34)
3. I Turned My Face Into The Wind (2:38)
4. Josephine, For Better Or Worse (3:18)
5. Another Day (3:03)
6. 'Til The Sun Comes Shining Through (3:32)
7. Young Again (2:52)
8. The Vision Of The Lady Of The Lake (10:47)
9. Close Your Eyes (0:50)


Bonus Tracks:

10. We'll Meet Again Sometime (3:15)
11. Forever (3:35)
12. Another Day (3:06)
13. We'll Meet Again Sometime (3:09)

Gesamtspieldauer: 49:30




Ein Jahr nach dem Debut veröffentlichte die britische Band Strawbs ihr zweites Album unter dem Titel „Dragonfly“. Und auch wenn hier Rick Wakeman von Yes seinen ersten Auftritt am Klavier hat, so hat diese Scheibe nur sehr wenig mit Progressive Rock zu tun. Lediglich am Rande und vielleicht mit sehr viel Phantasie. Die Platte ist dagegen vollgestopft mit Folk Musik, die allerdings ihrerseits so überhaupt nicht zünden will.

Beispielhaft steht dafür der Titeltrack „Dragonfly“, der unglaublich langweilig und mit nervigen Flötentönen überlastet schier endlos andauert und es fast einer Erlösung gleichkommt, wenn dieses Stück endlich verklungen ist. Im Anschluss daran folgt mit „I Turned My Face To The Wind“ einer der wenigen Höhepunkte des Albums. Auch dieses Lied ist, wie alle anderen Stücke der Platte auch, ein sehr ruhiges und zurückhaltendes Lied. Sanft instrumentiert und überaus leise gesungen, enthält diese Nummer zumindest eine schöne Melodie mit einem gewissen Wiedererkennungswert. Dem Cello wurde hier eine etwas größere Rolle zugedacht, was sich allerdings nicht nur auf diesen Track beschränkt, wodurch Claire Deniz auch gleich als vollwertiges Mitglied der Strawbs in den Credits aufgeführt wird.

Irgendwie hat sich die Musik der Strawbs in einem Jahr zu einem Gesäusel entwickelt, welches leicht und oftmals auch sehr seicht aus den Boxen wabert. Und das gilt nicht nur für die Musik selbst, sondern auch die Texte verlangen mit ihrem Herzschmerz-Schmalz oftmals einiges vom Hörer ab. Noch ganz gelungen ist das fast elfminütige „The Vision Of The Lady Of The Lake“, was allerdings trotz seiner Länge ebenfalls nur wenig mit progressiver Musik zu tun hat. Auch dieses Stück ist ein Folk Stück, auch wieder sehr melodisch und harmonisch gehalten wie der Rest der Platte, allerdings auch mit einer Melodie versehen, die man auch öfters hören kann. Und hier in diesem Stück gibt es auch tatsächlich eine Steigerung zu hören, die hier auch für Abwechslung sorgt.

Versehen wurde die remasterte Ausgabe von „Dragonfly“ noch mit vier Zugaben, die sich allerdings qualitativ ebenfalls nicht positiv vom Rest der Platte abheben.

Fazit: „Dragonfly“ ist melodisch, harmonisch und dabei mit überaus weichgespülter Musik angefüllt, die man wahrlich nicht immer hören kann. Die genialen Momente fehlen völlig, alles ist in einem sehr ähnlichen Stil gehalten, der dazu geschaffen ist Langeweile heraufzubeschwören. Schlecht ist das zwar nicht, was die Strawbs hier abliefern, aber eben auch nichts Besonderes. Für Freunde ganz ruhiger und weicher Musik allerdings vielleicht eine Option. Sieben Punkte.

Anspieltipps: I Turned My Face To The Wind, The Vision Of The Lady Of The Lake





Sonntag, 1. September 2013

Modest Mouse – We Were Dead Before The Ship Even Sank




Modest Mouse – We Were Dead Before The Ship Even Sank


Besetzung:

Isaac Brock – lead vocals, guitars
Jeremiah Green – drums, percussion
Eric Judy – bass guitar, acoustic guitar
Johnny Marr – guitars
Tom Peloso – guitars, upright bass, keyboards, fiddle
Joe Plummer – drums, percussion


Gastmusiker:

Clay Jones – shaker on "Dashboard", programming on "Florida", acoustic guitar on "Missed The Boat"
Dennis Herring – claps & stomps on "Parting Of The Sensory", rhodes on "Little Motel", backing vocals on "Steam Engenius", pump organ on "Spitting Venom"
Kyle "Slick" Johnson – programming on "Dashboard", "Fire It Up", "Parting Of The Sensory", "Little Motel" and "Invisible"
Naheed Simjee – backing vocals on "Fire it Up", claps and stomps on "Parting Of The Sensory"
James Mercer – backing vocals on "Florida", "Missed the Boat" and "We Got Everything"


Label: Sony Music


Erscheinungsdatum: 2007


Stil: Independent Rock


Trackliste:

1. March Into The Sea (3:31)
2. Dashboard (4:06)
3. Fire It Up (4:35)
4. Florida (2:58)
5. Parting Of The Sensory (5:34)
6. Missed The Boat (4:25)
7. We've Got Everything (3:40)
8. Fly Trapped In A Jar (4:29)
9. Education (3:56)
10. Little Motel (4:44)
11. Steam Engenius (4:26)
12. Spitting Venom (8:27)
13. People As Places As People (3:42)
14. Invisible (4:00)

Gesamtspieldauer: 1:02:34




„We Were Dead Before The Ship Even Sank“ nannte die amerikanische Indie-Rock-Band Modest Mouse ihr fünftes offizielles Studioalbum, welches im Jahr 2007 erschien. Und diese Platte ist ein kleines bisschen weniger eingängig geraten als noch der Vorgänger. Somit bedarf es einiger zusätzlicher Durchläufe der CD im Spieler, bis sich dem Hörer auch diese hier zu hörenden Melodien und Stimmungen erschließen.

Gibt man dem Album jedoch diese Zeit zum „Reifen“, eröffnen sich auch auf „We Were Dead Before The Ship Even Sank“ schöne Harmonien, interessante und spannende Titel, die so gar nichts mit der herkömmlichen Musik zu tun haben, die man täglich im Radio hört. Modest Mouse machen Indie-Rock pur und legen dabei keinen Wert auf Konventionen oder gerade gefragte Musikstilrichtungen. Allein schon der Gesang des Isaac Brock, der manchmal ganz „normal“ klingt, sich ein anderes Mal immer wieder überschlägt oder auch mal lispelnd dargeboten wird, sorgt für eine ganz eigene Atmosphäre der Musik von Modest Mouse.

Ein klein wenig erinnert das alles an eine Weiterentwicklung des New Wave aus den 80er Jahren. Allerdings sehr viel ausgereifter und durchdachter als dessen Ursprünge, was nicht nur an den deutlich interessanteren Texten festzumachen ist. Zudem ist die Musik deutlich abwechslungsreicher instrumentiert und weist immer wieder überraschende Wendungen auf, ist komplexer und auch wesentlich komplizierter.

Dass diese „Konstrukte“ dabei aber durchaus begeistern können beweist der Titel „Parting Of The Sensory“, der klasse unter anderem mit einem Cello instrumentiert ist und sich steigert und steigert und steigert. Das gilt nicht nur für das Lied an sich, sondern auch für das mehrmalige Hören des Stücks, welches mit jedem Durchgang zu wachsen scheint. Dazu gibt es noch die ein oder andere weitere Perle auf dem Album zu entdecken, die ihre Melodiösität allerdings meist nicht sofort beim ersten Hören offenbart, wie zum Beispiel der Opener „March Into The Sea“, das irgendwie leicht und schwebend klingende „Missed The Boat“, die „zarte“ Nummer „Little Motel“ oder das fast schon epische „Spitting Venom“.

Fazit: „We Were Dead Before The Ship Even Sank“ ist ein schönes Album geworden, welches seine Faszination nicht sofort beim ersten Hören offenbart. Einiger Durchgänge der Scheibe bedarf es da schon, bevor die Lieder so richtig zünden können. Großartige Ausfälle gibt es auch nicht auf der Platte, sodass dieses Album eine schöne Abwechslung in dem großen Allerlei der heutigen Musiklandschaft darstellt. Elf Punkte.

Anspieltipps: Parting Of The Sensory, Little Motel, Spitting Venom



Samstag, 31. August 2013

Gregg Alexander – Intoxifornication




Gregg Alexander – Intoxifornication


Besetzung:

Gregg Alexander – vocals, lead guitar solos, electric and acoustic rhythm guitar


Gastmusiker:

Rudy Richman – drums
John Pierce – bass guitar
Rick Nowels – electric guitars, keyboards, piano and bass
Ben Schulz – lead and rhythm guitars
Denny Fongheiser – drums
Danielle Brisebois – girl singing and assorted moans
N’Dea Davenport – additional vocals
Sandy Stewart – additional vocals
Laura Harding – additional vocals
Maria Vidal – additional vocals
David Munday – additional vocals
Rick Nowels – additional vocals
Robbie Seidman – additional vocals


Label: Epic


Erscheinungsdatum: 1991


Stil: Rock


Trackliste:

1. Smokin’ In Bed (3:14)
2. Michigan Rain (2:53)
3. Loving You Sets Me Free (4:27)
4. Intoxifornication (4:05)
5. The Truth (5:17)
6. Save Me From Myself (6:22)
7. I Wanna Seduce You (3:14)
8. Electric Girlfriend(2:27)
9. Cruel With Me (4:38)
10. The World We Love So Much (4:32)
11. Ohne Titel – (auch nicht in den Credits aufgeführt)

Gesamtspieldauer: 45:14




Bevor Gregg Alexander Frontman der New Radicals wurde, veröffentlichte er unter seinem eigenen Namen zwei Solo-Alben, „Michigan Rain“ im Jahr 1989 mit gerade mal 17 Jahren und schließlich „Intoxifornication“ 1991 - immerhin jetzt schon neunzehnjährig. „Michigan Rain“ entwickelte sich zum Flop. Daraufhin wechselte Gregg Alexander die Plattenfirma und veröffentlichte drei Jahre später unter dem Epic-Label die hier besprochene Platte, die bei den Zuhörern allerdings ebenfalls durchfiel und kaum über den Ladentisch ging. Dies war auch nicht weiter verwunderlich, da diese Scheibe sich hauptsächlich aus Liedern zusammensetzte, die bereits vorher auf „Michigan Rain“ veröffentlicht worden waren und dort bereits, wie schon erwöhnt, durchfielen.

Nun und ganz unverständlich ist das nicht, dass sich diese Musik nicht sonderlich gut verkaufte, denn von Eingängigkeit beziehungsweise Melodiösität kann hier wahrlich nicht die Rede sein. Auch fehlen jegliche Ideen oder zumindest Ansätze, die das Ganze in irgendeiner Art und Weise interessant werden lassen würden. Stattdessen gibt es immer mal wieder einen schrillen Schrei Gregg Alexanders und man ist fast schon dankbar, dass zumindest zwischen den einzelnen Titeln mal ein wenig Ruhe herrscht.

08/15 Rock-Pop gibt es auf „Intoxifornication“ zu hören, der einen weder packt noch nach mehr verlangt. Alles wirkt auf seine Weise langweilig, manchmal auch ein bisschen unausgegoren. Was ebenfalls ein wenig nervt ist dieser Stilmix, da sich die Lieder irgendwie nicht auf eine bestimmte Richtung einigen können. Mal klingt es rockiger, dann wieder poppiger, alles aber äußerst angepasst, ohne jegliche Ecken und Kanten. Und wenn es sich dann doch mal ein klein wenig besser anhört, kommt sofort ein quasi atonaler Einschub, der alles wieder zunichtemacht.

Fazit: Es gibt deutlich bessere Möglichkeiten sich den Tag zu versauen. Die Zeit zum Musikhören ist viel zu schön und zu wichtig, um sie mit solch einem unausgegorenen Album zu verschwenden. Vielleicht ist das ja was für Leute, die gerne mal die jungen Anfänge eines Musikers hören wollen, der später für sie gute Musik gemacht hat. Für alle anderen ist „Intoxifornication“ wohl sehr entbehrlich. Drei Punkte.

Anspieltipps: Loving You Sets Me Free, Save Me From Myself, The World We Love So Much




Freitag, 30. August 2013

ZZ Top - ZZ Top's First Album




ZZ Top – ZZ Top’s First Album


Besetzung:

Billy Gibons – lead guitar, vocals
Dusty Hull – bass, vocals
Rube Beard – drums


Label: Warner Brothers Records


Erscheinungsdatum: 1971


Stil: Blues Rock


Trackliste:

1. (Somebody Else Been) Shaking Your Tree (2:35)
2. Brown Sugar (5:25)
3. Squank (2:49)
4. Goin' Down To Mexico (3:24)
5. Old Man (3:27)
6. Neighbor, Neighbor (2:21)
7. Certified Blues (3:28)
8. Bedroom Thang (4:40)
9. Just Got Back From Baby's (4:10)
10. Backdoor Love Affair (3:20)

Gesamtspieldauer: 35:38




Wer die späteren Werke der „Texas-Boogie-Rocker“ von ZZ Top mag, der muss nicht unbedingt etwas mit diesem Erstlingswerk der drei US Amerikaner aus dem Jahr 1971 etwas anzufangen wissen, denn die Musik auf der Debut-Platte unterscheidet sich noch deutlich von jener, mit der die Band später erfolgreich werden sollte. Von „Texas Boogie“ ist auf „ZZ Top’s First Album” noch nichts zu hören, hier präsentiert die Band eher einen Mix aus Blues und Rock.

Die Lieder klingen dabei unverfälscht, auf ihre Weise noch ein wenig ungeschliffen und roh, was beim Hörer ein leichtes Südstaatenfeeling aufkommen lässt. Man fährt mit dem geöffneten Cabrio durch die Weite Texas’, beschienen von einer heißen Sonne und hört dabei diesen puren blueslastigen Rock, der in diesem Fall das Gefühl der Freiheit noch zu verstärken weiß. Kein Keyboard oder Klavier oder sonst ein anderes Instrument beeinflusst dabei den Sound, der nur durch die drei “Ur-Instrumente” des Rocks – Gitarre, Bass und Schlagzeug – bestimmt wird.

Alle Stücke sind in etwa im selben Tempo gehalten, was der Abwechslung auf dem Album nicht gerade zuträglich ist, jedoch die einmal eingeschlagene Atmosphäre der Platte noch verstärkt. Dabei finden sich auf diesem Album auch keine Titel, die qualitativ nach unten ausschlagen, allerdings auch keine, die deutlich über den anderen stehen, was es schwierig macht, einzelne Songs herauszuheben. Die Platte wirkt homogen und in sich geschlossen und wird all jenen zusasagen, die auf ehrlich gemachten und schnörkellosen Blues Rock stehen.

Fazit: Hörer, die die späteren Alben der Texaner lieben, werden unter Umständen Schwierigkeiten mit diesem Erstlingswerk haben, da hier noch der gitarrenlastige Blues im Vordergrund steht. Auch ausgedehntere Gitarrensoli sind zu hören, die sich allerdings noch deutlich vom Rock der späteren Jahre unterscheiden. Die Musik stellt den musikalischen Kontrapunkt zur damaligen Progressive Rock Welle dar, bei der möglichst viele Instrumente in möglichst vielen Verschachtelungen zum Einsatz kamen. Bei ZZ Top klingt das alles sehr „straight“, pur, rein und absolut unverfälscht. Wer Blues Rock liebt, wird auch diese Scheibe lieben. Acht Punkte.

Anspieltipps: Goin' Down To Mexico, Just Got Back From Baby's



Donnerstag, 29. August 2013

New Model Army – Carnival




New Model Army – Carnival


Besetzung:

Justin Sullivan – vocals, guitar, keyboards, harmonica
Michael Dean – drums, percussion, backing vocals
Nelson – bass, guitar, vocals
Dave Blomberg – guitars, backing vocals
Dean White – guitars, backing vocals


Gastmusiker:

Tobias Unterberg – cello on "Too Close to the Sun"
Ty Unwin – music box on "Bluebeat", strings on "Another Imperial Day"


Label: Attack Attack Records


Erscheinungsdatum: 2005


Stil: Independent, Alternative Rock


Trackliste:

1. Water (4:33)
2. BD 3 (3:32)
3. Prayer Flags (3:53)
4. Carlisle Road (4:06)
5. Red Earth (5:08)
6. Too Close To The Sun (4:03)
7. Bluebeat (5:03)
8. Another Imperial Day (4:53)
9. LS43 (3:55)
10. Island (5:26)
11. Fireworks Night (5:27)

Gesamtspieldauer: 49:58




„Carnival“ heißt das neunte offizielle Studioalbum der britischen Band New Model Army und erschien im Jahr 2005. Und auf diesem Album befinden sich einige tolle Songs, die die Diskographie New Model Armys wahrlich bereichern und keinem Freund der Rock-Musik entgehen sollten.

Es beginnt mit „Water“ einer sehr rockigen Nummer, die so typisch ist für die schnelleren Songs der Band. Gefolgt wird dieser Titel von „BD 3“, der ganz ungewöhnlich für New Model Army mit ein paar Tönen aus dem Keyboard eingeleitet wird, um dann allerdings wieder richtig los zu rocken. „Prayer Flags“ ist eine Mid-Tempo Nummer mit toller Melodie, die besitzt das folgende „Carlisle Road“ ebenfalls, ist zunächst nur sehr viel ruhiger, um im weiteren Verlauf fast atonal los zu krachen, nur um dann wenige Takte später wieder in einen sanfteren Part überzugehen.

Dann folgt mit „Red Earth“ gleich ein, wenn nicht der Höhepunkt des Albums. Der Beginn klingt nach einem Xylophon, wird aber wohl das Keyboard Justin Sullivans sein, da es nicht anders in den Credits vermerkt ist. Eine sehr eindringliche Nummer entwickelt sich nun, die stetig an Kraft und Dynamik gewinnt, kurz eine Pause einlegt, um dann quasi zu explodieren. Ein absoluter Hammer-Song. So muss Rock klingen, um richtig Spaß zu machen.

Und genauso gut geht es mit „Too Close To The Sun“ weiter. Ein Keyboardlauf eröffnet das Lied, welches sich dann ebenfalls zu einem kraftvollen Rock-Song entwickelt. „Bluebeat“ klingt ein wenig nach Jahrmarkt durch seine Glocken- und Harmonika-Klänge, eine ebenfalls sehr melodiöse und schöne Nummer. Danach wird es bei „Another Imperial Day“ erst mal orientalisch, bis Justin Sullivan seinen, hier Sprechgesang, startet und sich ebenfalls wieder ein kraftvoller Rock-Song entwickelt, der immer wieder durch orientalisch klingende Abschnitte angereichert wird.

Es folgen drei weitere richtig gute Songs, die das ganze Album bestens abrunden. Mal etwas ruhiger, mal Mid-Tempo, mal richtig rockig – alles ist dabei und über allem schwebt immer die Eingängigkeit der Stücke. Klasse gelungen.

Fazit: „Carnival“ ist ein tolles Album geworden. „Carnival“ ist ein sehr abwechslungsreiches Album geworden. So macht Rock einfach Spaß. Die Rhythmen packen einen, die Musik ist erfüllt von zündenden Melodien und jedes Lied hat irgendetwas, was man nach dem Hören nicht mehr missen möchte. “Carnival“ von New Model Army ist allen zu empfehlen, die auf melodiösen Rock stehen. Dabei liegt die Betonung allerdings ganz klar auf dem Wort „Rock“, denn nichts anderes ist das hier, was New Model Army abliefern. Das ist kein „Melodic Rock“, das ist Rock, der auch die Melodie nicht vergisst. Klasse gemachte Rock-Musik. Ganz einfach. Elf Punkte.

Anspieltipps: Red Earth, Too Close To The Sun, Bluebeat, Another Imperial Day





Mittwoch, 28. August 2013

AC/DC - Flick Of The Switch




AC/DC – Flick Of The Switch


Besetzung:

Angus Young – lead guitar
Malcolm Young – rhythm guitar
Cliff Williams – bass guitar
Brian Johnson – vocals
Phil Rudd – drums


Label: EPIC Records


Erscheinungsdatum: 1983


Stil: Hard Rock


Trackliste:

1. Rising Power (3:44)
2. This House Is On Fire (3:24)
3. Flick On The Switch (3:14)
4. Nervous Shakedown (4:27)
5. Landslide (3:58)
6. Guns For Hire (3:25)
7. Deep In The Hole (3:20)
8. Bedlam In Belgium (3:52)
9. Badlands (3:39)
10. Brain Shake (4:09)

Gesamtspieldauer: 37:10




„Flick Of The Switch“ heißt das achte Studio-Album der australischen Hard-Rocker von AC/DC. Und das ist auch genau das, was man auf diesem Album zu hören bekommt. Hard Rock, ohne auch nur den Hauch einer „Verweichlichung“. Es wird vom ersten bis zum letzten Takt durchgerockt.

Dies hat allerdings auch einen Nachteil, denn die einzelnen Songs scheinen austauschbar zu sein. Nichts hebt sich in irgendeiner Art und Weise voneinander ab. Die einzelnen Titel klingen sehr ähnlich und sind auch immer nach derselben Art und Weise aufgebaut, sodass einem nach dem Hören kein Song besonders im Ohr hängengeblieben ist.

Klar, das ist knallharter Rock, den man hier zu hören bekommt. Das geniale Riff, die einen packende Melodie, das faszinierende Solo, all das findet sich jedoch nicht auf „Flick Of The Switch“. Alles kracht und knallt in bewährter Manier ohne Besonderheiten, sodass diese achte Veröffentlichung nur ein durchschnittliches AC/DC-Album geworden ist. Die Höhepunkte fehlen einfach. Keiner der Songs zündet sofort, leider auch nicht nach mehrmaligem Durchhören der Scheibe. Das wiederum bedeutet nicht, dass „Flick Of The Switch“ ein schlechtes Album geworden wäre, für die Verhältnisse von AC/DC ist diese Platte jedoch lediglich eher eine „Allerweltsscheibe“, ein Album eben, welches nicht nach oben hin ausschlägt und auf dem man diesen „Mörder-Song“ leider vergeblich sucht.

Fazit: Handwerklich gut gemachter Rock ist auf „Flick Of The Switch“ zu hören, den man durchaus genießen kann, wenn einem diese Art der Musik zusagt. Allerdings nimmt die Platte auch keine irgendwie geartete Sonderstellung in der Diskographie der Australier ein. Wer auf knallharten Hard Rock steht, der wird mit „Flick Of The Switch“ jedoch bestens bedient. Allerdings haben die fünf Australier auch schon bessere Platten auf den Markt geworfen, die deutlich mehr ins Ohr gingen und auch nachhaltiger wirkten. Somit bleibt von „Flick Of The Switch“ der Umstand übrig, dass es das achte Album der Hard-Rocker ist, welches keinen Ausschlag nach unten besitzt. Den nach oben, diesen Ausschlag sucht man leider allerdings auch vergeblich. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Landslide, Deep In The Hole, Bedlam In Belgium





Dienstag, 27. August 2013

Tori Amos – Scarlet’s Walk




Tori Amos – Scarlet’s Walk


Besetzung:

Tori Amos – vocals, piano, rhodes, wurlitzer, arp


Gastmusiker:

Matt Chamberlain – drums and percussion
John Evans – bass
Mac Aladdin – electric and acoustic guitars
Robbie McIntosh electric and acoustic guitars, dobro
David Torn – electric and acoustic guitars
John Philip Shenale – strings arrangement, chamberlain flutes
David Firman – string conduction
Scott Smalley – orchestration
Peter Willison – orchestration direction
The Sinfonia Of London – strings


Label: Sony Music


Erscheinungsdatum: 2002


Stil: Pop


Trackliste:

1. Amber Waves (3:40)
2. A Sorta Fairytale (5:30)
3. Wednesday (2:30)
4. Strange (3:07)
5. Carbon (4:36)
6. Crazy (4:28)
7. Wampum Prayer (0:44)
8. Don't Make Me Come To Vegas (4:52)
9. Sweet Sangria (4:03)
10. Your Cloud (4:31)
11. Pancake (3:56)
12. I Can't See New York (7:16)
13. Mrs. Jesus (3:06)
14. Taxi Ride (4:02)
15. Another Girl's Paradise (3:36)
16. Scarlet's Walk (4:18)
17. Virginia (3:57)
18. Gold Dust (5:56)

Gesamtspieldauer: 1:14:08



„Scarlet’s Walk“ nannte Tori Amos ihr sechstes Studio-Album. „Strange Little Girls“ rechne ich jetzt mal nicht dazu, denn auf diesem Album befinden sich lediglich Cover-Versionen anderer Künstler, die Tori Amos interpretierte. 2002 entstand „Scarlet’s Walk“ und erneut hatte es Tori Amos geschafft, eine CD randvoll mit Musik zu packen und nicht nur eine halbvoll gefüllte Scheibe zu präsentieren. Fast eindreiviertel Stunden Laufzeit besitzt „Scarlet’s Walk“, ein Album, welches musikalisch gesehen sehr abwechslungsreich geraten ist.

Qualitativ finden sich kaum Ausfälle auf dem Album. Und alle Zutaten, die die Musik der Tori Amos so ansprechend und hörenswert machen, die sind hier auch vorhanden. Ihre schöne klare Stimme und ihr eindrucksvolles Pianospiel. Ein zweites „Cornflake Girl“ sucht man zwar vergebens, allerdings kann diese Platte durch ihre Zusammenstellung punkten.

Einige Songs auf „Scarlet’s Walk“ können den Hörer wahrlich packen und ragen noch zusätzlich aus dem Rest der Lieder heraus. Da ist zum einen das wirklich sehr schöne „A Sorta Fairytale“. Schöne Melodie, toller Gesang - auch in Abstimmung mit den Hintergrundstimmen - und dazu gesellt sich erneut das überaus einprägsame Pianospiel der US-Amerikanerin. Auch „Virginia“ ist sehr gelungen. Wunderschön melancholisch perlen hier die Pianoklänge aus den Boxen, ein Lied zum Träumen - genau wie „I Can't See New York“. Das ist alles beileibe kein „Durchschnitt“, das ist tolle Musik zum Genießen. Und dann gibt es da noch das kurze, für Tori Amos eigentlich ungewöhnliche Stück „Wednesday“. Dieses Lied swingt tatsächlich und ist eines der schönsten Stücke, die Tori Amos jemals geschrieben hat. Wahrlich beeindruckend. Auch der Rest der Titel hält immer wieder sehr schöne Abschnitte und Stellen parat oder gleich der ganze Titel ist für sich gesehen sehr hörens- und lohnenswert.

Fazit: „Scarlet’s Walk“ ist nicht das „Überalbum“ der Tori Amos, aber trotzdem eine gute Platte geworden. Hier hält sich Tori Amos an die Dinge, die sie am besten kann: Schöne und eingängige Musik schreiben und dazu Klavier spielen und singen. Es gibt auf „Scarlet’s Walk“ keinen wirklichen Ausreißer nach unten, der qualitativ stark gegenüber den anderen Titeln abfallen würde. Dafür gibt es allerdings ein paar Höhepunkte, die man gehört haben sollte, sonst hat man etwas verpasst. Ehrlich! Zehn Punkte.

Anspieltipps: A Sorta Fairytale, Wednesday, I Can't See New York, Virginia






Montag, 26. August 2013

Johnny Cash – American V: A Hundred Highways




Johnny Cash – American V: A Hundred Highways


Besetzung:

Johnny Cash – vocals, guitar
Mike Campbell –guitars
Smokey Hormel – guitar
Matt Sweeney – guitar
Benmont Tench – piano, harpsichord, organ
Jonny Polonsky – guitar
Randy Scruggs – guitar
Pat McLaughlin – guitar
Marty Stuart – guitar
Mark Howard – ohne Instrumentenangabe
Pete Wade – guitar
„Uncle“ Josh Graves – ohne Instrumentenangabe
Laura Cash – fiddle
Mac Wiseman – guitar
„Cowboy“ Jack Clement – ohne Instrumentenangabe
Larry Perkins – guitar
Dennis Crouch – bass guitar


Label: American Recordings


Erscheinungsdatum: 2006


Stil: Alternative Country, Folk


Trackliste:

1. Help Me (2:52)
2. God's Gonna Cut You Down (2:39)
3. Like The 309 (4:35)
4. If You Could Read My Mind (4:30)
5. Further On Up The Road (3:25)
6. On The Evening Train (4:18)
7. I Came To Believe (3:45)
8. Love's Been Good To Me (3:19)
9. A Legend In My Time (2:37)
10. Rose Of My Heart (3:18)
11. Four Strong Winds (4:35)
12. I'm Free From The Chain Gang Now (3:01)

Gesamtspieldauer: 42:52




„American V: A Hundred Highways“ erschien knapp drei Jahre nach dem Tod Johnny Cashs und wurde wohl größtenteils in der Zeit zwischen dem Tod seiner Frau June Carter Cash im Juni 2003 und seinem eigenen Ableben im September 2003 aufgenommen. Die Stimme des Musikers klingt hier überaus gebrechlich und zerbrechlich. Sein angeschlagener Gesundheitszustand ist auf dieser Platte in jedem Lied zu spüren beziehungsweise zu hören.

Umso intensiver wirkt das Album, welches wenig Country-, dafür jede Menge Folk-Musik für den Hörer parat hält. Die Songs sind unglaublich intensiv und leben vor allem von der traurigen Stimmung, die praktisch jedem der zwölf Titel anhaftet. Zwei der Lieder stammen dabei von Johnny Cash selbst, die restlichen Nummern sind Cover-Versionen anderer Künstler.

Thematisch dreht es sich bei den meisten Liedern um die Liebe und den Tod, den der zu dieser Zeit bereits im Rollstuhl sitzende Johnny Cash anscheinend herannahen fühlte. So eröffnet sich dem Hörer ein sehr dichtes und überaus trauriges Album, welches zusätzlich von der Zeit und der Situation lebt, in welches es eingespielt wurde. Die Lieder schaffen es immer wieder den Hörer mit ihrer Atmosphäre zu packen und zu fesseln, auch wenn man solche Höhepunkte wie „Hurt“ oder „Mercy Seat“ von den vorherigen Alben vergeblich sucht.

Fazit: Ein sehr trauriges Album ist „American V: A Hundred Highways“ geworden. Über allem schwebt eine schwere Melancholie, die von Johnny Cash auf den Hörer übertragen wird. Die Lieder sind alle sehr ruhig gehalten, meist nur ganz zart instrumentiert und wirken gerade auch durch die brüchig gewordene Stimme Johnny Cashs wie etwas ganz Besonderes. Zehn Punkte.

Anspieltipps: God's Gonna Cut You Down, If You Could Read My Mind, Further On Up The Road, Love's Been Good To Me





Sonntag, 25. August 2013

Gary Numan – Replicas




Gary Numan – Replicas


Besetzung:

Gary Numan – keyboards, guitars, vocals


Gastmusiker:

Paul Gardiner – bass guitar
Jess Lidyard – drums


Label: Beggars Banquet


Erscheinungsdatum: 1979


Stil: New Wave, Elektronische Musik, Post Punk


Trackliste:

1. Me! I Disconnect From You (3:23)
2. Are Friends Electric? (5:25)
3. The Machman (3:08)
4. Praying To The Aliens (4:00)
5. Down In The Park (4:24)
6. You Are In My Vision (3:15)
7. Replicas (5:01)
8. It Must Have Been Years (4:02)
9. When The Machines Rock (3:15)
10. I Nearly Married A Human (6:31)

Gesamtspieldauer: 42:02




„Replicas“ heißt das zweite und gleichzeitig letzte Album der britischen Band Tubeway Army, deren Frontmann, Sänger und Komponist, Gary Numan, die Band danach auflöste und nun unter eigenem Namen weitere Alben veröffentlichte. Gary Numan schrieb alle Lieder auf „Replicas“ selbst und alleine und wird auf späteren Wiederveröffentlichungen von „Replicas“ auch neben dem Namen Tubeway Army auf dem Cover genannt – dies ist auch der Grund, warum „Replicas“ hier ebenfalls unter dem Namen Gary Numan eingruppiert wurde. Die Scheibe erschien im April des Jahres 1979 auf dem Label Beggars Banquet und hatte mit dem Titel „Are Friends Electric?“ sogar einen Nummer 1 Single-Hit in den britischen Charts. Zudem erreichte das Album selbst ebenfalls im Juli 1979 Platz 1 der englischen Charts.

Zu hören gibt es auf „Replicas“ einen sehr elektronischen und meist auch eingängigen New Wave. Nur bei den Titeln „The Machman“, „You Are In My Vision“ und „It Must Have Been Years“ hört man noch einen Gitarren-orientierten Rock, der zusätzlich durch Keyboards unterstützt wird. Ansonsten steht auf „Replicas“ der analoge Synthesizer, ein Minimoog, im Zentrum der Instrumentierung. Das klingt alles durchaus eingängig und Gary Numan schafft es auf „Replicas“ auch noch den Rockfreund mit seinen Melodien zu überzeugen.

Einige der Titel klingen überaus synthetisch, gehen allerdings doch gut ins Ohr. Besonders zu erwähnen ist hierbei die erste Single-Auskopplung des Albums, der Titel „Down In The Park“. Eine sehr düster klingende Nummer, die als Single keinen Erfolg verbuchen konnte, inzwischen jedoch fast schon Kult ist, wenn es um die Anfänge des New Wave im Allgemeinen und die Musik des Gary Numan im Speziellen geht. „Down In The Park“ klingt dunkel und mystisch, besitzt diese besondere Melodie, die schnell ins Ohr geht und dort auch lange verbleibt.

Fazit: Durchaus ein interessantes Album ist „Replicas“ von der Tubeway Army alias Gary Numan geworden. Und das, obwohl hier die synthetischen Töne bei Weitem die Anzahl der handgemachten übertreffen. Es sind die Melodien, die das Album zu einem durchaus überzeugenden werden lassen. Mit „Down In The Park“ besitzt die Platte zudem einen zeitlosen Titel, der auch viele Jahre nach seiner Entstehung nichts von seinem Reiz verloren hat. Dadurch, dass auf „Replicas“ zudem manchmal noch Gitarren und echte Schlagzeuge zu hören sind, hört sich das alles auch abwechslungsreich an. Neun Punkte.

Anspieltipps: Me! I Disconnect From You, Are Friends Electric?, Down In The Park