Dienstag, 4. November 2014

Jane Allison – Just Another Girl




Jane Allison – Just Another Girl


Besetzung:

Jane Allison Stanness – vocals, backing vocals


Gastmusiker:

Alonza Bevan – acoustic guitars, electric guitars, double bass, bass, piano, hammond organ, drums, tambourine
Dave Caven – additional electric guitars on track 1, 3 and 4
Mark Legassick – additional electric guitars on track 7, 8 and 9


Label: Eigenverlag


Erscheinungsdatum: 2014


Stil: Folk, Country


Trackliste:

1. Hymn To Hope (4:35)
2. Fading Moon (3:30)
3. Country Lovin' (3:02)
4. Just Another Girl (3:18)
5. Catch Me (3:01)
6. All Over Now (4:15)
7. Joan of Arc (3:47)
8. Real Life (3:22)
9. Wait For Me (3:31)
10. Farewell My Boy (3:30)

Gesamtspieldauer: 35:51




Jane Allison Stanness ist eine Sängerin, Songwriterin und Schauspielerin aus Wales, die mit „Just Another Girl“ im September 2104 ihr erstes Album veröffentlichte. Unterstützt wurde sie dabei von Alonza Bevan, seines Zeichens Bassist bei den hier ebenfalls bereits besprochenen Kula Shaker. Geschrieben wurden die einzelnen Titel im Jahr 2011 in Berlin, wo Jane Allison zu dieser Zeit lebte. 2013 produzierte Alonza Bevan schließlich das Album, mixte es in den Studios von Kula Shaker ab und spielte auch den größten Teil der Instrumente selbst ein.

Auf „Just Another Girl“ hört man wunderschöne, ruhige und sanfte Folk Musik, die manchmal auch die Richtung hin zum Country einschlägt. Jedoch steht das Folk Genre deutlich im Vordergrund. Besonders viel Wert legt Jane Allison auf die Melodie, die Harmonie bei ihren Liedern. Die einzelnen Titel sind wahrlich überaus eingängig und dabei mal von der Gitarre, ein anderes Mal vom Piano dominiert. Über allem steht jedoch die warme und auch ein wenig verletzlich klingende Stimme der Sängerin selbst, die der Musik ihren Stempel aufdrückt. Dabei erzählt Jane Allison Stanness Geschichten über geheime Leidenschaften, Sehnsüchte, über Verluste und Erlösung. Gerade in Verbindung von Text, dieser zarten Musik und den Inhalten wirkt die Musik auf „Just Another Girl“ sehr bewegend und auf seine Art und Weise warm und ergreifend.

Nicht weiter überraschend ist dabei auch jener Umstand, dass die Sängerin die Musik von Neil Young, Leonard Cohen und Joan Baez als für sie, in ihrer Kindheit, sehr prägend angibt. Und durchaus auch an jene Zeit, Ende der 60er Jahre, Anfang der 70er Jahre fühlt man sich beim Hören von „Just Another Girl“ ein wenig erinnert, als auch jene drei genannten Musiker große Erfolge feiern konnten.

Fazit: Das Debut-Album der Jane Allison, alias Jane Allison Stanness, ist ein sehr überzeugendes geworden. Wer Folk Musik mag, der wird dieses Album lieben. Und auch, wenn beim Hören immer wieder Reminiszenzen zu längst vergangenen musikalischen Zeiten im Ohr des Hörers entstehen, so ist „Just Another Girl“ doch ein Album im Hier und Jetzt geworden. Sehr einfühlsame und warme Musik, die vom Zusammenspiel aus Text, Musik und der Stimme der Jane Allison lebt. Und dies überaus gut. Elf Punkte.

Anspieltipps: Fading Moon, All Over Now, Real Life



Montag, 3. November 2014

Gentle Giant – Three Friends




Gentle Giant – Three Friends


Besetzung:

Kerry Minnear – keyboards, vibraphone, percussion, moog, vocals
Ray Shulman – basses, violin, 12 string guitar, vocals
Gary Green – guitars, percussion
Derek Shulman –vocals
Malcolm Mortimore – drums
Philip Shulman – saxophone, vocals


Gastmusiker:

Calvin Shulman – boy's voice on "Schooldays"


Label: Vertigo


Erscheinungsdatum: 1972


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

1. Prologue (6:13)
2. Schooldays (7:36)
3. Working All Day (5:11)
4. Peel The Paint (7:30)
5. Mister Class And Quality (3:23)
6. Three Friends (5:24)

Gesamtspieldauer: 35:18




Wenn man mal progressive Rock Musik in seiner, wie ich finde, reinsten Form hören möchte, dann sollte man sich unbedingt ein Gentle Giant Album geben. Wenn möglich aus der frühen bis mittleren Schaffensphase der Band. Und gleich wird einem auch wieder klar, warum diese Band nicht den gleichen Erfolg ernten konnte, wie die Kollegen von Genesis oder Yes zum Beispiel. Gentle Giant Musik ist irgendwie noch sehr viel verschrobener, frickeliger und auf jeden Fall alles andere als einfach. Und genau so verhält sich auch mit ihrem dritten Album der Band aus dem Jahr 1972, „Thee Friends“, einem Konzeptalbum, auf dem die Geschichte dreier Freunde erzählt wird, die sich im Laufe ihres Lebens immer weiter auseinanderleben.

Nun, des Öfteren habe ich auch bereits auf diesen Seiten davon geschrieben, dass Musik mitunter erarbeitet werden muss oder auch erarbeitet werden will. Bei kaum einer anderen Band trifft auch dies so zu wie bei Gentle Giant. Beim ersten Hören von „Three Friends“ bleibt man mit offenem Mund zurück – wenn man nicht bereits bei Titel Nummer 2 die CD oder Schallplatte wieder entfernt hat. Die einzelnen Lieder sind so etwas von vertrackt und aufwendig arrangiert, dass man sehr viele Durchläufe benötigt, um dies überhaupt irgendwie einreihen zu können. Überbordende Instrumentierung, vielschichtige und vielstimmige Gesangspassagen, schnell wechselnde Rhythmen, die mitunter auch sehr „komisch“ wirken können und Melodieführungen, die man sonst, in dieser Art und Weise, eben nur bei Gentle Giant zu hören bekommt. Stellvertretend für diese Aussagen steht auf „Three Friends“ der Titel „Schooldays“. Kann man solch Musik wirklich beim ersten Mal verstehen? Zumindest ist das sehr schwierig.

So und dann passiert es allerdings doch. Beim fünften, sechsten oder vielleicht auch erst siebten Durchlauf des Albums. Plötzlich scheint es so, dass sich Türen, nein ganze Toren öffnen. Plötzlich erscheint die Musik überaus eingängig und gar nicht mehr so „jazzig“ zu klingen. Auf einmal spürt man, dass hier wirklich alles so sein muss, alles genau so klingen muss. Seltsame Harmonien werden zu Freunden und klingen jetzt überaus melodisch. Die Füße wissen urplötzlich, wie sie mitzuwippen haben, man schließt die Augen und kann das Ganze endlich genießen. Zum Unterschied zu anderen Gentle Giant Scheiben ist noch anzumerken, dass „Three Friends“ wohl jenes Album in der Diskographie von Gentle Giant ist, auf dem der E-Gitarre der größte Raum zugestanden wurde. Das rockt mitunter ziemlich kompromisslos, allerdings eben auf „Gentle Giant Art und Weise“.

Fazit: Nun, wer gibt der Musik heutzutage noch mehrere Chancen vielleicht doch noch im Ohr ankommen zu können? Wahrscheinlich nur wenige Musikkonsumenten. Lohnt sich allerdings wirklich es mal auszuprobieren, wie dieses Gentle Giant Album aus eigener Erfahrung zeigt. Aber selbstverständlich ist diese Art der Musik nichts für den Massenmarkt, dessen mussten sich die – hier noch sechs Briten – durchaus bewusst gewesen sein. Gegen Ende ihrer Karriere versuchten sie schließlich auch, sich einer größeren Hörerschaft gegenüber zu öffnen und zerbrachen daran. Aber das ist eine andere Geschichte. Für „Three Friends“ gilt dagegen: Extrem geeignet für Leute, die auf extrem komplizierte Musik stehen. Elf Punkte.

Anspieltipps: Prologue, Working Days



Sonntag, 2. November 2014

Seven Mary Three – Rock Crown




Seven Mary Three – Rock Crown


Besetzung:

Jason Ross – lead vocals, guitar
Jason Pollock – lead guitar, vocals
Giti Khalsa – drums
Casey Daniel – bass


Label: Atlantic Records


Erscheinungsdatum: 1997


Stil: Alternative Rock, Post Grunge


Trackliste:

1. Lucky (3:58)
2. Rock Crown (2:46)
3. Needle Can't Burn (What The Needle Can't Find) (2:25)
4. Honey Of Generation (3:55)
5. Home Stretch (3:02)
6. People Like New (3:59)
7. Make Up Your Mind (2:33)
8. Gone Away (2:11)
9. Times Like These (4:36)
10. I Could Be Wrong (3:49)
11. What Angry Blue? (3:34)
12. Houdini's Angels (3:29)
13. This Evenings Great Excuse (4:17)
14. Player Piano (2:25)
15. Oven (6:04)

Gesamtspieldauer: 53:04




„Rock Crown“ nannten die Musiker von Seven Mary Three ihr drittes Album. Veröffentlicht wurde es im Jahr 1997. Überrascht wird man beim Hören dieses Album von dem Umstand, dass die Amerikaner von Seven Mary Three häufig unter dem Genre „Hard Rock“ eingereiht werden. Nun auf „Rock Crown“ hört man sicherlich keinen Hard Rock. Sehr viel eher ist das Alternative Rock und dieser ist auch eher von der nicht ganz harten Sorte. Die meisten Nummern der Scheibe sind sehr gemäßigt und hauptsächlich im langsamen, bis hin zum Mid-Tempo angesiedelt. Zwar rocken die vier Musiker auch auf „Rock Crown“ hin und wieder, doch im Grunde genommen bleibt es bei kurzen Ausflügen in dieses Genre.

Die Melodie steht bei diesem Album deutlich im Vordergrund. Bei jedem Titel. Mitunter erinnert die Musik fast schon an Folk, wenn man nur eine akustische Gitarre und einem ein- bis zweistimmigen Gesang lauscht. Durchaus unterhaltend das Ganze und auch bestens geeignet für Freunde der harmonischen Akkorde. Besonders herauszuheben sind hier drei Titel. Gleich der Opener „Lucky“ ist eine dieser sehr ruhig gehaltenen Nummern, die ziemlich schnell ins Ohr geht und als Single-Auskopplung auch Platz 19 der US-amerikanischen Billboard-Charts erreichte. „Honey Of Generation” ist deutlich flotter und rockiger und klingt so herrlich verwunschen und mystisch, bis denn dann die Gitarren und auch der Gesang ordentlich losschlagen. „What Angry Blue?“ klingt dagegen zunächst fast schon schräg. Der Stimme werden immer wieder die „Mitten“ entfernt, sodass eine Art Telefoneffekt entsteht. Nun und im Refrain, da ist die Nummer fast schon ein Mitgröl-Song mit seinem „Nanana“ im Hintergrundchor. Macht Spaß.

Fazit: Alle Lieder auf „Rock Crown“ haben ihren Reiz, keines fällt gegenüber den anderen großartig ab. Und so legt man die Platte auf, beziehungsweise die CD ein und alles hat hier seine Qualität, die einzelnen Lieder laufen durch und man hat nie das Gefühl an dieser oder jener Stelle mal die „Skip-Taste“ der Fernbedienung drücken zu müssen oder den Arm des Plattenspielers auf den nächsten Titel zu setzen. Zwar mangelt es der Scheibe an so einem herausragenden Titel, wie es auf dem Vorgänger noch „Cumbersome“ war, doch hörenswert ist das durchaus. Neun Punkte.

Anspieltipps: Lucky, Honey Of Generation, What Angry Blue?



Samstag, 1. November 2014

XTC – English Settlement




XTC – English Settlement


Besetzung:

Colin Moulding – lead vocals, backing vocals, fretless bass, Fender bass, mini-korg, piano, percussion
Andy Partridge – lead vocals, backing vocals, electric guitar, semi-acoustic electric 12-string guitar, semi-acoustic electric guitar, acoustic guitar, mini-korg, Prophet V, anklung, alto sax, percussion, frog
Dave Gregory – electric 12-string guitar, electric guitars, nylon-string Spanish guitar, semi-acoustic electric 12-string guitar, Prophet V, mini-korg, backing vocals, percussion, piano
Terry Chambers – drums, drum synthesizer, percussion, backing vocals


Gastmusiker:

Hugh Padgham – backing vocals on "Ball And Chain"
Hans de Vente – backing vocals on "It's Nearly Africa"


Label: Virgin Records


Erscheinungsdatum: 1982


Stil: New Wave, Pop


Trackliste:

1. Runaways (4:35)
2. Ball And Chain (4:33)
3. Senses Working Overtime (4:51)
4. Jason And The Argonauts (6:07)
5. No Thugs In Our House (5:10)
6. Yacht Dance (3:57)
7. All Of A Sudden (It's Too Late) (5:22)
8. Melt The Guns (6:34)
9. Leisure (5:02)
10. It's Nearly Africa (3:55)
11. Knuckle Down (4:28)
12. Fly On The Wall (3:19)
13. Down In The Cockpit (5:27)
14. English Roundabout (4:00)
15. Snowman (5:04)

Gesamtspieldauer: 1:12:23




Nun, dieses fünfte Studio-Album mit dem Titel „English Settlement“ stellte für die englische Band XTC im Jahr 1982 endgültig den Durchbruch dar. Ursprünglich als Doppelalbum veröffentlicht, gibt es hier jede Menge New Wave zu hören und zwar von der Art, die nicht sofort und ohne weiteres ins Ohr gehen möchte. Nein, die Musik von XTC zeichnet sich schon immer dadurch aus, dass sie ein wenig „schräg“ klingt. Nichts ist hier sofort so eingängig wie bei vielen anderen Bands des gleichen Genres. Somit bedarf es einiger Durchläufe der Scheibe, bis sich das Ohr diese Tonfolgen zurecht gelegt hat, um sie dann adäquat aufzunehmen und auch genießen zu können.

Doch trotzdem, einen Nachteil hat diese Musik hier von XTC auf „English Settlement“: Sie nervt mit der Zeit! Zum einen liegt das sicherlich an diesem weinerlichen Gesang von Colin Moulding und Andy Partridge, jedoch auch an der Musik selbst. Mit dem Durchlaufen der Lieder scheint deren Niveau ein wenig abzufallen. Vielleicht ist es allerdings auch so, dass das Gehirn nach einer gewissen Zeit einfach nicht mehr „quer“ hören möchte und dann auf Durchzug stellt. Und da kann man dann das Ganze immer und immer wieder ablaufen lassen, jedoch zur zweiten ursprünglichen LP kommt man immer wieder nur nach einer Pause.

Fazit: XTC machten hier New Wave pur, wenn auch nicht diesen radiotauglichen Ableger dieser Musik. Doch, New Wave ist das schon noch. Nun jetzt verspüre ich auch noch den Drang in mir, mich nicht belehren lassen zu wollen. Egal in welcher Richtung. Und Texte mit dem erhobenen Zeigefinger nerven manchmal. Dazu noch Musik, die wirklich braucht, um zünden zu können. Und dieses dann trotzdem nicht schafft. Diese Platte ist sicherlich für alle New Wave Freunde die Offenbarung, da irgendwie speziell. Ich schaffe es jedoch nicht, hier einen irgendwie gearteten Zugang zu finden, obwohl mir auch manches gefällt. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Senses Working Overtime



Freitag, 31. Oktober 2014

Spiritual Beggars – Earth Blues




Spiritual Beggars – Earth Blues


Besetzung:

Michael Amott – dean guitars, rotosound strings, dmt pickups, homebrew electronic effects, marshall amps, celestion speakers, zoom effects, maxon fx (godlyke), ibanez effects, providence cables and effects, vans shoes, pictronix
Per Wiberg – planet waves cables
Ludwig Witt – paiste cymbals, wincent drum sticks
Sharlee D’Angelo – ibanz basses, rotosound strings, aguilar amplification, dunlop effects
Apollo Papathanasio – vocals


Label: InsideOut Music


Erscheinungsdatum: 2013


Stil: Hard Rock, Stoner Rock


Trackliste:

1. Wise As A Serpent (2:34)
2. Turn The Tide (3:25)
3. Sweet Magic Pain (4:42)
4. Hello Sorrow (4:29)
5. One Man's Curse (4:34)
6. Dreamer (5:09)
7. Too Old To Die Young (6:16)
8. Kingmaker (3:54)
9. Road To Madness (3:05)
10. Dead End Town (2:31)
11. Freedom Song (3:36)
12. Legends Collapse (5:51)

Gesamtspieldauer: 50:07




„Männermusik” machen die Spiritual Beggars. Bei den Schweden gibt es nichts Weiches, hier wird nur gnadenlos gerockt. Genau so und keinen Deut anders klingt ihr inzwischen bereits achtes Album „Earth Blues“ aus dem Jahre 2013. Nun, dass die Musiker den Hard Rock der 70er Fahre toll finden, das hört man an jedem Akkord. Mal klingt das wir Deep Purple, ein anders mal wie Rainbow – Ritchie Blackmore lässt grüßen. Dazu gesellt sich allerdings noch der Umstand, dass die Stimme des Apollo Papathanasio wirklich sehr der des David Coverdale ähnelt. Dementsprechend müssen hier einfach Bilder und Erinnerungen im Hörer aufsteigen, die diese Verknüpfungen schaffen.

Trotzdem sind die Spiritual Beggars kein Klon von Deep Purple, denn das alles klingt durchaus auch eigenständig. Die Schweden sind auch ein wenig konsequenter, da sie alles auf diese „harte Karte“ setzen, soll heißen fast schon grenzenlos rocken. Bis auf den Titel „Dreamer“, der ein wenig gemäßigter klingt, wartet hier sonst auf alle Headbanger die Gehirnerschütterung. Immer wird den Spiritual Beggars auch ein Schuss Psychedelic Rock in der Musik zugesprochen, den ich allerdings hier überhaupt nicht finden beziehungsweise heraushören kann. Sehr viel eher eine ordentliche Portion Metal.

Dabei schaffen es die Mannen um den Bandgründer Michael Amott jedoch immer, dass auch bei dieser vorhandenen Härte die Melodie des Titels nicht zu kurz kommt. Das klingt alles überaus eingängig und trotz der schweren Gitarren absolut leicht. Viel zu dieser Stimmung trägt auch Ex-Opeth Keyboarder Per Wiberg bei, der immer genau das richtige Maß für den Einsatz seiner Tasteninstrumente findet – nochmals eine Parallele zu Deep Purple und dessen unvergessenen Keyboarder Jon Lord.

Fazit: Sehr überzeugend das Ganze, etwas härte Musik muss man dabei aber natürlich schon mögen. Dann macht das Hören von „Earth Blues“ wahrlich unglaublich viel Spaß. Der Titel ist dabei übrigens ein wenig verwirrend, Blues gibt es hier an keiner Stelle der Scheibe zu hören. Die Band gibt es nun bereits über zwanzig Jahre und wirklich die Musik der Spiritual Beggars klingt ein wenig „retro“, nämlich nach einem Wiederaufleben des Hard Rocks der 70er Jahre. Allerdings machen die Schweden dies so geschickt, dass es einem nie einfallen würde, hier etwas Kopiertes hören zu wollen. Wer also diese Musik von damals mag, kann sich diese auch jetzt noch, ganz aktuell genehmigen. Lohnt sich. Elf Punkte.

Anspieltipps: Sweet Magic Pain, Dreamer, Legends Collapse



Donnerstag, 30. Oktober 2014

Kasabian – Empire




Kasabian – Empire


Besetzung:

Tom Meighan – lead vocals on all tracks except "Me Plus One", "Stuntman" and "British Legion"
Sergio Pizzorno – lead guitar, backing vocals, synths, rhythm guitar, lead vocals on "Me Plus One", "Stuntman" and "British Legion"
Chris Edwards – bass
Ian Matthews – drums


Label: Sony Music


Erscheinungsdatum: 2006


Stil: Alternative Rock


Trackliste:

1. Empire (3:53)
2. Shoot The Runner (3:27)
3. Last Trip (2:53)
4. Me Plus One (2:29)
5. Sun/Rise/Light/Flies (4:09)
6. Apnoea (1:48)
7. By My Side (4:14)
8. Stuntman (5:20)
9. Seek & Destroy (2:15)
10. British Legion (3:20)
11. The Doberman (5:34)

Gesamtspieldauer: 39:22




„Empire” nannte die britische Band Kasabian ihr zweites Studioalbum, welches 2006 veröffentlicht wurde. Eingerahmt ist diese Scheibe von den Platten „Kasabian“ und „West Ryder Pauper Lunatic Asylum“. Beides sehr überzeugende Veröffentlichungen. Und das ist „Empire“ ebenfalls, auch wenn das Album nicht ganz an diese zwei „Umrahmungen“ heranzureichen vermag.

Doch um es gleich festzuhalten, auch „Empire“ ist ein überzeugendes Album geworden, wenn man auf Independent Rock oder Alternative Rock steht. Klar steht bei Kasabian der Synthesizer deutlich mehr im Vordergrund, als zum Beispiel bei New Model Army. Trotzdem wird hier das gleiche Publikum mit bedient. Allerdings kann „Empire“ nicht ganz an diese beiden schon erwähnten Alben heranreichen, da einfach das Songmaterial nicht ganz damit mithalten kann. Trotzdem, hier gibt es zumindest solch einen, für Kasabian völlig untypischen Titel wie „British Legion“, der fast schon in die Richtung Folk driftet.

Auch der Opener und gleichzeitig der Titelgeber des ganzen Albums, „Empire“, sowie die Nummer „By My Side“ sind sehr überzeugend. Gut gemachter Alternative Rock. Natürlich darf hier auch das letzte Lied „The Doberman“ nicht vergessen werden. Ebenfalls sehr überzeugend und mit seinen verschiedenen Teilen fast schon zum Höhepunkt der ganzen Platte mutierend – spätestens nach drei Durchläufen kommt man unweigerlich zu diesem Schluss. Nun und der Rest? Qualitativ schlecht ist hier überhaupt nichts, alles sehr gut an- und erhörbar und mit Spaß zu genießen. Aber BritPop, dem Kasabian auch mitunter zugerechnet wird, den höre ich hier überhaupt nicht. Stellt sich nur noch die Frage, warum dieses Album, nicht ganz an den Vorläufer und den Nachfolger heranreicht?

Fazit: „Empire“ ist ein tolles Album geworden, welches es durchaus mit dem Vorgänger und dem Nachfolger aufnehmen kann. Was interessiert mich mein Geschwätz vom Anfang dieser Rezension? Wer auf gut gemachten Alternative Rock steht, der allerdings auch einen deutlichen Ausschlag hin zum Synthesizer hat, trotzdem immer noch Rock ist, der wird mit „Empire“ sehr viel Spaß haben. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Empire, By My Side, British Legion, The Doberman



Mittwoch, 29. Oktober 2014

Klaus Schulze – The Dresden Performance




Klaus Schulze – The Dresden Performance


Besetzung:

Klaus Schulze – Composer, Arrangeur, Producer & Performer (am Keyboard)


Label: Virgin Records


Erscheinungsdatum: 1990


Stil: Elektronische Musik


Trackliste:

CD 1:

1. Dresden One (44:25)
2. Dresden Three (10:26)
3. Dresden Five (18:31)


CD 2:

1. Dresden Two (46:50)
2. Dresden Four (21:59)

Gesamtspieldauer CD 1 & 2: 2:22:10




Die Anmerkungen im Booklet zu dieser CD wurden am 3. Oktober 1990 geschrieben, dem Tag der Deutschen Einheit. Dort steht unter anderem zu lesen, dass Klaus Schulze Anfang 1989 gefragt wurde, ob er sich nicht vorstellen könne, im Sommer desselben Jahres ein Open Air Konzert in der DDR und zwar in Dresden zu geben. Seit 1985 hatte Klaus Schulze nicht mehr live in Europa gespielt, da allerdings ein Klaus Schulze Album in Ostdeutschland dieser Zeit auf dem Schwarzmarkt mit Preisen von einem ganzen Monatsgehalt gehandelt wurden, schien dieses Konzert eine gute Gelegenheit zu sein, sich bei den Fans zu bedanken. Also sagte Klaus Schulze zu. Das Konzert fand schließlich am 5. August des Jahres 1989 statt, nur noch wenige Monate vor dem Mauerfall. 6.800 Zuschauer beziehungsweise Zuhörer hatten sich eingefunden, jedoch wurde der Auftritt Klaus Schulzes kurzerhand von den DDR-Behörden eingeschränkt beziehungsweise zeitlich limitiert, sodass an diesem Tag nur die zwei Hauptstücke „Dresden One“ und „Dresden Two“ zur Aufführung kamen. Das wiederum hatte zur Folge, dass die Titel „Dresden Three“ bis „Five“ erst nachträglich im Studio aufgenommen wurden und sich nun auf der Doppel-CD ein Mix aus Live- und Studioaufnahmen befindet.

„The Dresden Performance“ ist das bereits 22. Album des Klaus Schulze und dabei seine dritte Liveveröffentlichung. Nun, die einzelnen Stücke unterscheiden sich dabei sehr auf diesem Album, obwohl natürlich der elektronische und sphärische Sound – und nur dieser – zu hören ist. „Dresden One“ klingt immer dann sehr überzeugend, wenn das Tempo ein wenig angezogen wird, dann möchte man auch gerne mitwippen. Ansonsten hört sich die Nummer allerdings immer wieder wie eine allzu lange Improvisation an, gerade so, als ob dies dem Berliner alles gerade in diesem Moment eingefallen wäre. Beim nächsten Titel „Dresden Three“ hört man Glöckchen und ein dominierendes Piano, obwohl dies natürlich ebenfalls ein Synthesizer ist. Sehr sphärisch aber auch eingängig das Ganze. Auf „Dresden Five“ hört man ebenfalls so eine Art Glöckchen und zuerst wirkt dieser Titel eher wie eine Soundkollage. Doch schließlich wird es immer melodischer und trotzdem irgendwie entrückt.

Mit dem längsten Titel, dem zweiten Live eingespielten Lied „Dresden Two“, startet schließlich die zweite CD. Hier klingt Klaus Schulze nun genau so, wie man ihn von vielen früheren Veröffentlichungen her kennt. Sphärisch, rhythmisch und auch mystisch hört sich dieser Titel an. Hierbei werden verschiedene Abschnitte durchlaufen, die dann auch mal etwas flotter gespielt werden, dann jedoch wieder relativ relaxt und entspannt klingen. Schließlich folgt noch „Dresden Four“, das Meisterstück der Platte. Als Hörer genießt man hier Pianoläufe, epische Streicher-Arrangements, alles ist im Fluss, klingt eingängig, melodiös, harmonisch. Wahrlich überaus überzeugend.

Fazit: Nicht alles auf „The Dresden Performance“ kann durchgängig begeistern. Der letzte Titel, „Dresden Four“, vollbringt dies jedoch exzellent. Bei den restlichen Nummern gelingt dies Klaus Schulze manches Mal leider nur abschnittsweise, was den Gesamteindruck der Platte ein wenig schmälert. Trotzdem auch die ersten vier Titel können einen auf eine Gedankenreise durch das Weltall schicken. Und bei „Dresden Four“ sollte man Klaus Schulze einfach nur dankbar sein, dass dieser einen mit solcher Musik beglückt. Elf Punkte.

Anspieltipps: Dresden Four



Dienstag, 28. Oktober 2014

Yes – Tales From Topographic Oceans




Yes – Tales From Topographic Oceans


Besetzung:

Jon Anderson – lead vocals, harp, drums, percussion
Steve Howe – guitars, vocals
Chris Squire – bass guitar, timpani, vocals
Rick Wakeman – minimoog synthesizer, mellotron, hammond organ, pipe organ, rmi electra piano, grand piano
Alan White – drums, percussion


Label: Atlantic Records




Erscheinungsdatum: 1973


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

CD1:

1. The Revealing Science Of God / Dance Of The Dawn (22:37)
2. The Remembering / High The Memory (20:53)
3. The Ancient / Giants Under The Sun (18:35)


CD2:

1. Ritual / Nous Sommes Du Soleil (21:52)

Bonus Tracks:

2. Dance Of The Dawn (23:35)
3. Giants Under The Sun (17:17)

Gesamtspieldauer CD 1 & CD2: 2:04:51


Wenn man auf Wikipedia das Wort „Yes“ eingibt, dann erreicht man erst mal die Begriffsklärung. Achtzehn unterschiedliche Bedeutungen stehen einem dort zur Verfügung. „Yes, eine Rockgruppe, siehe Yes (Band)“! steht dann dort schließlich an erster Stelle. Im Grunde genommen sagt dies schon eine ganze Menge über die Bedeutung dieser Band aus – nicht nur für den Progressive Rock, sondern ganz allgemein auch über die Bedeutung dieser Progressive Rock Band. „Yes“ hat selbstverständlich jede Menge Bedeutungen, der dieser Band scheint allerdings ein sehr wichtiger zu sein und ist es auch. Sicherlich ist zudem ein Grund für diese Trefferquote das vorliegende Album „Tales From Topographic Oceans“.

Dieses fünfte Studioalbum der britischen Band, welches 1973 erschien, scheidet dabei allerdings mitunter die Geister. Ist der Vorgänger „Close To The Edge“ noch als uneingeschränkter Meilenstein des Progressive Rock anzusehen, so gibt es zu „Tales From Topographic Oceans“ durchaus unterschiedliche Meinungen – und dies nicht nur von Fans der Band. Das wiederum ist allerdings etwas überraschend, denn wann haben Yes jemals eingängiger geklungen als mit „The Revealing Science Of God / Dance Of The Dawn“, dem ersten Lied der Platte? Diese Frage kann jedoch nicht verallgemeinert werden, denn auf den restlichen Lieder klingen Yes zwar ebenfalls eingängig, allerdings zudem auch experimentell. Eine Mischung, die es im Grunde genommen überhaupt nicht gibt – hier auf „Tales From Topographic Oceans“ jedoch schon.

Ursprünglich waren auf dem Doppelalbum lediglich die Titel 1 – 4 vorhanden – jeweils eine Nummer pro LP-Seite. Nach dem Erfolg von „Close To The Edge“ waren sich alle Bandmitglieder einig, dass man als nächstes ein Konzeptalbum nie dagewesenen Ausmaßes in Angriff nehmen wollte. Jon Anderson hielt seine Mitmusiker dazu an, während der Close-To-The-Edge-Tour über ein Thema für das Album nachzudenken. Tatsächlich war es aber Jon Anderson selbst, der die entscheidende Idee für „Tales From Topographic Oceans“ hatte, der zu den Texten des Albums durch das Buch „Autobiography Of A Yogi“ von Paramahansa Yogananda inspiriert wurde.

Und so klingt „Tales From Topographic Oceans“ wie ein sehr eingängiges Progressive Rock Album, welches wieder einmal mit sehr hintergründigen und manches Mal auch kaum zu verstehenden Texten des Jon Anderson ausgestattet wurde. Vielleicht klingt es allerdings manchmal auch ein wenig zu langatmig und ist deswegen auch ein wenig umstritten. Genau deswegen wurde dieses Album auch als ein Grund für den Abgesang des Progressive Rock gesehen, zumindest von den Kritikern. Zu selbstverliebt schien diese Musik nun geworden zu sein. Doch genau das, kann man natürlich auch ganz anders sehen, es kommt eben auf den Standpunkt an.

Fazit: Nein, „Tales From Topographic Oceans“ ist weder für den Untergang des Progressive Rock, noch für den Aufstieg des Punk Rock zuständig, beziehungsweise verantwortlich. „Tales From Topographic Oceans“ ist ein sehr eingängiges Album geworden, für das man trotzdem einige Durchläufe benötigt, damit sich die die Melodien festsetzen können. Natürlich nicht so spannend wie „Close To The Edge“, trotzdem ein gelungener Nachfolger. Elf Punkte.

Anspieltipps: The Revealing Science Of God / Dance Of The Dawn



Montag, 27. Oktober 2014

Wovenhand – Ten Stones




Wovenhand – Ten Stones


Besetzung:

Leider gibt es hierzu nur folgende Angabe: „Music and lyrics: DEE, performed by Woven Hand“. Anscheinend war nun auch Pascale Humbert, sein Weggefährte von 16 Horsepower-Zeiten, Teil der Band, denn diesem wird in den Credits von David Eugene Edwards auch gedankt.


Label: Sound Familyre


Erscheinungsdatum: 2008


Stil: Alternative Rock, Alternative Country


Trackliste:

1. Beautiful Axe (5:27)
2. Horse Tail (2:51)
3. Not One Stone (4:50)
4. Cohawkin Road (4:07)
5. Iron Feather (4:31)
6. White Knuckle Grip (3:34)
7. Quiet Nights Of Quiet Stars (2:56)
8. Kicking Bird (2:13)
9. Kingdom Of Ice (3:23)
10. His Loyal Love (3:50)
11. Ten Stones Drone (3:44)

Gesamtspieldauer: 41:31




„Ten Stones“ heißt das fünfte Wovenhand Album, welches David Eugene Edwards natürlich wieder im Alleingang komponierte und textete. Es erschien im Jahr 2008 und geht den einmal eingeschlagenen Weg der Band konsequent weiter. Auch auf „Ten Stones“ klingt alles dunkel und düster, die Musik erweist sich dabei als überaus emotional. Meistens sind die Lieder auf „Ten Stones“ im eher langsamen oder mittleren Taktbereich angesiedelt, es wird dieses Mal jedoch auch gerockt und die Geschwindigkeit auch mal deutlich angezogen – zumindest phasenweise.

Wovenhand klingen einfach ergreifend – daran führt kein Weg vorbei, beziehungsweise scheint dies auf fast jedes Ohr so zu wirken. Das ist auch auf „Ten Stones“ der Fall. Zum einen liegt das sicherlich am Gesang des David Eugene Edwards, der oftmals fast schon flehentlich und verzweifelt wirkt und mit dem er seine religiösen Botschaften der Welt kundtun möchte. Allerdings ist es das nicht nur. Es ist diese Stimmung, die hier verbreitet wird, diese Atmosphäre, der man sich kaum entziehen, die einen packt und einhüllt und nicht mehr loszulassen gedenkt. Unweigerlich kommen einem bei solch Stücken wie „Iron Feather“ graue und trübe Novembertage in den Sinn. Am besten noch gepaart mit viel Nebel und einem dunklen Wald. Und wer will schon wissen, was genau darin passiert? Wer will das überhaupt wissen?

Nun, welche Assoziationen hier beim Hörer entstehen, liegt sicherlich an der Grundeinstellung dieser Person. Ich kann mir jedoch nur schwerlich vorstellen, dass auch nur irgendjemand bei dieser Musik in ein Lachen verfällt, vielleicht ist es ein zufriedenes, weil getroffenes oder betroffenes Lächeln, mehr geht dabei allerdings wirklich nicht. Diese Musik auf „Ten Stones“ ist ein gutes Beispiel dafür, welche Macht Musik doch auf die Stimmung haben kann. Hier schlägt das Pendel nun ganz klar in Richtung süße Melancholie aus.

Fazit: Speziell waren die Platten des David Eugene Edwards schon immer. Egal ob es sich dabei um eine 16 Horsepower Scheibe oder eben um Wovenhand handelte. Somit hat sich auch auf „Ten Stones“ nichts an der Grundstimmung in den Liedern geändert. Okay, ein wenig härter ist die Scheibe an manchen Stellen geworden, ohne dabei jedoch den Eindruck zu erwecken, dass es sich hierbei um Hard Rock handeln würde, auch wenn diese Ansätze durchaus vorhanden sind. „Ten Stones“ ist melodiös und alles klingt eingängig. Überraschend dabei übrigens auch, dass die letzte Nummer „Ten Stones Drone“ nicht im Booklet aufgeführt ist, obwohl es sich dabei um keinen „Hidden Track“ handelt – allerdings um sehr sphärische Musik zum Ausklang. Wahrlich ein spannendes und gelungenes Album. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Iron Feather, Kingdom Of Ice



Sonntag, 26. Oktober 2014

Van Der Graaf Generator – Present




Van Der Graaf Generator – Present


Besetzung:

Hugh Banton – organ, bass guitar
Guy Evans – drums
David Jackson – saxes, flutes, soundbeam
Peter Hammill – vox, electric piano, guitar


Label: EMI


Erscheinungsdatum: 2005


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

CD1:

1. Every Bloody Emperor (7:03)
2. Boleas Panic (6:50)
3. Nutter Alert (6:11)
4. Abandon Ship! (5:07)
5. In Babelsberg (5:30)
6. On The Beach (6:48)


CD2:

1. Vulcan Meld (7:19)
2. Double Bass (6:33)
3. Slo Moves (6:24)
4. Architectural Hair (8:55)
5. Spanner (5:02)
6. Crux (5:50)
7. Manuelle (7:51)
8. 'Eavy Mate (3:50)
9. Homage To Teo (4:45)
10. The Price Of Admission (8:49)

Gesamtspieldauer CD1 & CD2: 1:42:57




Mein Gott, wie kommt man nur darauf, 28 Jahre nach der Auflösung nochmals eine Platte aufzunehmen? Kann das überhaupt etwas werden oder ist das dann nur noch kommerzielle Anbiederei, um noch mal eben ein paar Euros bei den alten Fans einzusacken? Nun erste Frage kann mit Hilfe des Booklets zur CD beantwortet werden. Dort schreibt Guy Evans nämlich, dass sich die vier Musiker, die die „klassische Besetzung“ von Van Der Graaf Generator darstellen, immer nur noch auf Beerdigungen ehemaliger Roadcrew Mitglieder trafen. Und so wurde ihnen bewusst, dass wenn sie wirklich noch einmal zusammenspielen und auftreten wollten, dies am besten dann machen sollten, wenn sie alle vier noch leben.

Nun, jetzt zur zweiten Frage. Ja, das wurde was und hat mit kommerzieller Anbiederei so überhaupt nichts zu tun. Dazu aber später noch mehr, wenn es um die CD 2 geht. Auf CD 1 sind sechs neue Titel vertreten, bei denen man beim Hören denkt, diese Pause von 28 Jahren hätte es überhaupt nicht gegeben. Das ist Van Der Graaf Generator Musik in Vollendung. Diese unnachahmliche Gesang des Peter Hammill, das Saxophon und die Flöten des David Jackson, das mitreißende Orgelspiel des Hugh Banton und das auf den Punkt gespielte – und doch zurückhaltende Schlagzeug des Guy Evans. Was die vier Musiker hier vor allem in den ersten drei Songs zelebrieren, lässt einen als Freund Progressiver Rockmusik staunend und mit offenem Mund zurück. Fast kommen einem die Tränen vor Freude, dass solche Musik auch im 21. Jahrhundert noch existiert und geschrieben und komponiert wird. Absolut grandios. Aber eben Progressive Rock. Keine Musik für die Radiostationen dieser Welt und dabei so wunderschön, dass einem beim Hören das Herz aufgeht. Die ersten drei Titel sind dabei auch sehr eingängig und melodiös gehalten. Erst die Nummern vier bis sechs werden dann noch ein wenig abgefahrener, wobei „On The Beach“ sogar ein wenig witzig wirkt und klingt.

CD1 endet mit Meeresrauschen und so beginnt auch CD zwei, die nun sehr viel länger geraten ist (37:32 Minuten gegenüber 65:24 Minuten). Hierauf befinden sich nun zehn Improvisationen, die mit kommerzieller Musik so gar nichts mehr gemein haben. Kann man beim Opener „Vulcan Meld“ zumindest noch einigermaßen eine Songstruktur erkennen, so werden diese Raster im Verlauf der Scheibe immer weiter aufgelöst und es werden Klanggebilde erschaffen, die immer skurriler zu werden scheinen und mit Musik nur noch ganz am Rande etwas gemein haben. Sind solche Titel wie „Spannner“ oder „Hommage To Teo“ eigentlich überhaupt noch Musik? Manches Mal erinnert das Ganze vielleicht noch ein klein wenig an Free Jazz. Gesungen wird auch nicht mehr, jedoch bekommt jeder der Musiker reichlich Zeit eingeräumt, um sein Instrument ins rechte Licht zu rücken. Beim Autofahren kann man so etwas nicht hören, absolute Unfallgefahr. Auch als Hintergrundmusik völlig ungeeignet. Beim Hören erntet man sehr viel Kopfschütteln, wenn dann doch mal jemand den Raum betritt. Trotzdem lohnt sich das, falls man sich auf solch eine Art der Musik einlassen kann. Es klingt sehr spannend, zugegebenermaßen nicht immer, jedoch immer wieder.

Fazit: Ein wahrlich gelungenes Comeback. Als ich damals davon hörte, dass Van Der Graaf Generator wieder auf Tour gehen und eine neue Platte herausbringen würden, war ich einerseits begeistert und gespannt, andererseits allerdings auch skeptisch, ob das denn überhaupt noch etwas werden könne. Es wurde was, etwas sehr Schönes und Hörenswertes sogar. Das britische Musikmagazin zählt die Scheibe dann auch zu den zehn essentiellen Alben des Progressive Rock der ersten Dekade des neuen Jahrtausends. Nicht weiter verwunderlich, denn das ist es wirklich. Allen Van Der Graaf Generator Fans sei gesagt, dass sich diese Anschaffung uneingeschränkt lohnt. Alle anderen, die Progressive Rock eher von der Genesis oder Yes Seite her kennen, dürfte die erste Seite wohl ebenfalls zusagen, wenn man sich schon vorne herein bewusst macht, dass Van Der Graaf Generator Musik einfach anders ist. Ach ja, nicht nur wegen der zweiten CD ist „Present“ herrlich unkommerziell, obwohl sich die Platte für Van Der Graaf Generator Verhältnisse doch ganz gut verkaufte. Zwölf Punkte.

Anspieltipps: Every Bloody Emperor, Boleas Panic, Nutter Alert



Samstag, 25. Oktober 2014

Alex Harvey – The Soldier On The Wall




Alex Harvey – The Soldier On The Wall


Besetzung:

Alex Harvey – lead vocals


Gastmusiker:

Tony Lambert – keyboards
George Hall – keyboards
Ian "Toose" Taylor – guitar
Jack Dawe – bass guitar
Colin Griffin – drums
Andy Nolan – percussion
Gordon Sellers – bass on "The Poet And I"
Tommy Eyre – keyboards on "The Poet And I"


Label: Demon Records


Erscheinungsdatum: 1982


Stil: Rock


Trackliste:

1. Mitzi (4:07)
2. Billy Bolero (4:46)
3. Snowshoes Thompson (3:16)
4. Roman Wall Blues (5:24)
5. The Poet And I (4:20)
6. Nervous (4:51)
7. Carry The Water (4:22)
8. Flowers Mr. Florist (4:04)
9. The Poet And I (Reprise) (1:28)

Gesamtspieldauer: 36:43




„The Soldier On The Wall“ wurde kurz nach dem Tode Alex Harveys veröffentlicht, der am 4. Februar 1982, einen Tag vor seinem 47. Geburtstag, beim Warten auf die Fähre von Zeebrügge, Belgien zurück nach England, zwei schwere Herzinfarkte erlitt und diesen schließlich auch erlag. Am Abend zuvor hatte er dort noch einen Gig mit seiner neuen Band gespielt. Ein Jahr später sollte die Platte dann auch als CD erscheinen. Und, dass noch in den 80er Jahren kurioses mit Musikaufnahmen passierte, zeigt diese Veröffentlichung. Die ersten vier Titel wurden von den Masterbändern digitalisiert, ab Titel Nummer 5 funktionierte das jedoch nicht mehr, da diese Bänder nicht aufzufinden waren. So wurde kurzerhand die Schallplatte aufgenommen und digitalisiert, was zur Folge hatte, dass man nun bei dem Pianoeingangspart von „The Poet And I“ sehr gut das Kratzen der Nadel heraushören kann.

Ansonsten ist „The Soldier On The Wall“ eine wilde Mischung verschiedenster musikalischer Stile geworden. Hier hört man Rock, Pop, Blues und auch den Calypso-Sound. Genauso unterschiedlich wie die hier bedienten Musikgenres, ist auch die Qualität der einzelnen Titel. Da gibt es wahrlich Höhepunkte, die sich auch bestens auch einer „The Sensational Alex Harvey Band“-Platte gemacht hätten. An vorderster Stelle seien hier „Roman Wall Blues“, ein Stück, welches so herrlich schottisch klingt und „Nervous“ erwähnt. Beide Nummern gehören auch eher zum Genre des Rock, gehen ins Ohr, grooven und besitzen auch diesen gewissen Wiedererkennungswert.

Nun, der ganze Rest ist zumeist ganz nett, wenn auch „Billy Bolero“ und „Flowers Mr. Florist“ schon überaus gewöhnungsbedürftig sind. Aber solche Ausflüge in völlig andere Musikgenres mochte Alex Harvey schon immer und von Anfang seiner Karriere an. In diesen Fällen wären das der bereits erwähnte Calypso-Sound und etwas schrägere Musical- bis Schlagermusik. Sicherlich nicht jedermanns Sache.

Fazit: Auch in diesem, wirklich ganz späten Abschnitt seiner Karriere, veröffentlichte Alex Harvey immer noch wunderschöne und mitreißende Lieder. Leider war hier dann Schluss, dass viel zu exzessive Leben hatte seinem Körper alles abverlangt, der nun nicht mehr konnte. Die Platte ist eine schöne Erinnerung an diesen tollen Künstler, wobei viele der Songs auch auf einer Platte seiner ersten Band hätten Platz finden können. Nicht die beste seiner Veröffentlichungen, allerdings auch nicht die schlechteste. Für Fans auf jeden Fall hörenswert. Neun Punkte.

Anspieltipps: Roman Wall Blues, Nervous



Freitag, 24. Oktober 2014

Procol Harum – A Salty Dog




Procol Harum – A Salty Dog


Besetzung:

Gary Brooker – vocals, piano, celeste, three stringed guitar, bells, harmonica, recorder, wood
Robin Trower – lead guitar, vocals (track 9), acoustic guitar, sleigh tambourine
Dave Knights – bass guitar
B.J. Wilson – drums, conga drums, tabla
Matthew Fisher – organ, vocals (tracks 5, 7, 10), marimba, acoustic guitar, piano, recorder, rhythm guitar
Kellogs – bosun's whistle, refreshments
Keith Reid – words
Orchestral arrangements – Gary Brooker (tracks 1, 8), Matthew Fisher (track 7)


Label: A&M Records


Erscheinungsdatum: 1969


Stil: Art Rock, Progressive Rock


Trackliste:

1. A Salty Dog (4:41)
2. The Milk Of Human Kindness (3:47)
3. Too Much Between Us (3:45)
4. The Devil Came From Kansas (4:38)
5. Boredom (4:34)
6. Juicy John Pink (2:08)
7. Wreck Of The Hesperus (3:49)
8. All This And More (3:52)
9. Crucifiction Lane (5:03)
10. Pilgrim's Progress (4:32)

Gesamtspieldauer: 40:18




„A Salty Dog“ ist das dritte Album der britischen Band Procol Harum und erschien im Jahr 1969. Bei vielen Hörern gilt es als das beste Album der Band, was einigermaßen überrascht, wenn man auch die anderen Platten von Procol Harum kennt. Ganz klar, das Titelstück „A Salty Dog“ ist mit seiner irgendwie düster bis fast schon maroden Stimmung ein absolutes Meisterwerk. Eine der besten Nummer, die Gary Brooker jemals geschrieben hat. Sehr beeindruckend, perfekt arrangiert und so etwas von eingängig. Ganz klar der Höhepunkt der Platte.

„Too Much Between Us“ ist ebenfalls sehr gelungen. Sehr melodiös und harmonisch gehalten, geht diese Nummer allerdings fast schon in Richtung Folk Musik. Durchaus auch Spaß gewinnt man beim Hören von „Wreck Of The Hesperus“, was nicht zuletzt an diesem Pianolauf liegt, der sich das ganze Lied über hindurchzieht. Schließlich wird es auch wieder ein wenig orchestral und bei diesen Arrangements hatten Procol Harum schon immer ihre Stärken. Auch nicht unerwähnt möchte ich hier die Nummer „All This And More“ lassen. Ein richtig überzeugender Titel, der stilistisch irgendwo zwischen Rock und Pop angesiedelt ist und ziemlich schnell ins Ohr geht.

Nun gut, da bleiben allerdings noch sechs weitere Lieder übrig, die dann jedoch nicht mehr so einhundertprozentig überzeugen können. Zum Teil noch ganz okay, mitunter allerdings etwas sehr gewöhnungsbedürftig, wie „Juicy John Pink“, was einen langsamen Blues darstellt. So etwas Ähnliches gibt es zwar auch noch mal zum Abschluss des Albums, dort ist das dann auch gelungener, aber hier will es so gar nicht zum Rest der Platte passen. Ein richtiger Stilbruch aus Gesang, Gitarre, Gestampfe und Mundharmonika, der einen völlig aus den einmal eingeschlagenen Stimmungen reißt. Etwas sehr ähnliches passiert bei dem Titel davor, „Boredom”, der ein wenig nach Calypso klingt und das wohl auch soll. Schwierig bei diesem Stilmix, sich richtig auf das Album einlassen zu können.

Fazit: Man könnte nun natürlich sagen: „Wow, was für eine Abwechslung auf diesem Album“, aber nein, das stimmt nicht, denn diese Richtungswechsel zerstören die einmal aufgebaute Atmosphäre ziemlich radikal. Die tollen Songs gibt es natürlich auf der Platte, die selbstverständlich auch ihre starken Seiten besitzt – allerdings leider immer nur abschnittsweise. Etwas schade ist das schon. Neun Punkte.

Anspieltipps: A Salty Dog, Too Much Between Us, Wreck Of The Hesperus



Donnerstag, 23. Oktober 2014

Ayreon – Universal Migrator Part I & II




Ayreon – Universal Migrator Part I & II


Besetzung: (Universal Migrator I / The Dream Sequencer)

Arjen Lucassen – electric and acoustic guitars, bass guitar, analog synthesizers, mellotron, hammond, and additional keyboards, vocals track 8


Gastmusiker:

Lana Lane – backing vocals on tracks 4 and 5, vocals on tracks 1, 3 and 6
Johan Edlund – vocals track 2
Floor Jansen – vocals track 2
Edward Reekers – vocals track 4
Mouse – vocals track 5
Jacqueline Govaert – vocals track 7
Damian Wilson – vocals track 9
Neal Morse – vocals track 10
Mark McCrite – backing vocals on track 10
Rob Snijders – drums
Erik Norlander – analog synthesizers, piano, vocoder, hammond, and additional keyboards
Clive Nolan – synth solo on track 3
Peter Siedlach – strings


Besetzung: (Universal Migrator II / Flight Of The Migrator)

Arjen Lucassen – electric and acoustic guitars, bass guitar, analog synthesizers, mellotron, hammond, additional keyboards; guitar solos on tracks 1, 4, 5, 7, 8, 9


Gastmusiker:

Lana Lane – vocals voice on track 1; backing vocals on tracks 4, 5, 6, and 9
Russell Allen – vocals track 2
Damian Wilson – vocals backing vocals on track 2
Ralf Scheepers – vocals track 3
Andi Deris – vocals track 4
Bruce Dickinson – vocals track 5
Fabio Lione – vocals track 6
Timo Kotipelto– vocals track 7
Robert Soeterboek – vocals track 8
Ian Parry – vocals track 9
Ed Warby – drums
Erik Norlander – analog synthesizers, vocoder, Taurus pedal, hammond, additional keyboards; synth solos on tracks 1, 3 (hammond), 4, 5, 7
Michael Romeo – guitar solo on track 2
Oscar Holleman – second guitar solo on track 4
Gary Wehrkamp – guitar and synth solo on track 6
Rene Merkelbach – last synth solo on track 4
Clive Nolan – second synth solo on track 5
Keiko Kumagai – synth solo on track 9 (plus hammond)
Peter Siedlach – strings


Label: InsideOut Music


Erscheinungsdatum: 2000


Stil: Progressive Rock, Progressive Metal


Trackliste:

CD1 (Universal Migrator I / The Dream Sequencer):

1. The Dream Sequencer (5:09)
2. My House On Mars (7:49)
3. 2084 (7:42)
4. One Small Step (8:46)
5. The Shooting Company Of Captain Frans B Cocq (7:58)
6. Dragon On The Sea (7:09)
7. Temple Of The Cat (4:11)
8. Carried By The Wind (3:59)
9. And The Druids Turned To Stone (6:36)
10. The First Man On Earth (7:20)
11. The Dream Sequencer Reprise (3:38)


CD2 (Universal Migrator II / Flight Of The Migrator):

1. Chaos (5:11)
2. Dawn Of A Million Souls (7:45)
3. Journey On The Waves Of Time (5:48)
4. To The Quasar (8:43)
5. Into The Black Hole (10:25)
6. Through The Wormhole (6:05)
7. Out Of The White Hole (7:10)
8. To The Solar System (6:12)
9. The New Migrator (8:17)

Gesamtspieldauer CD1 & CD2: 2:15:52




Im Juni 2000 veröffentlichte Arjen Lucassen, alias Ayreon, zwei Alben unter den Titeln „Universal Migrator I und II, versehen mit den Untertiteln „The Dream Sequencer“ und „Flight Of The Migrator“. Im Jahr 2004 gab es dann beide Alben in Form einer Doppel-CD, da der Niederländer nun die Plattenfirma gewechselt hatte. Und so bekommt man nun über zweieinviertel Stunden Musik auf die Ohren, in der eine Fantasy Story erzählt wird. Der erste Teil, „The Dream Sequencer“, fußt inhaltlich auf dem ersten Ayreon-Album „The Final Experiment“ aus dem Jahr 1995. In der Geschichte schreiben wir nun das Jahr 2084. Der letzte große Weltkrieg hat letztendlich alles Leben auf der Erde zerstört, einige Menschen schafften es jedoch, sich auf den Mars zu retten. Dort ist es allerdings ebenfalls nicht ganz so einfach und die Leute sterben, sodass auf „The Dream Sequencer“ die Geschichte des letzten Menschen in der Marskolonie erzählt wird. Dieser hat nie auf der Erde gelebt, kann allerdings mit Hilfe einer Maschine, dem „Dream Sequencer“, in verschiedene frühere Leben reisen, die hier dann erzählt werden. Na, wenn das mal nicht echte „Fantasy“ ist.

Nun und in Teil 2 der Story wird es jetzt noch ein wenig abgefahrener, denn nun reist unser Protagonist mit seiner Maschine noch weiter zurück. Und zwar bis vor den Urknall, als lediglich Chaos in der Welt herrschte. Er beobachtet die Erschaffung der ersten „Seele“ mit dem Namen „Universal Migrator“. Reist mit diesem durch alle möglichen galaktischen Strukturen wie schwarze Löcher, Wurmlöcher, Supernovae, Quasare, Pulsare und noch vieles mehr, bis er schließlich unser Sonnensystem erreicht. Das ist jetzt leider zu viel für die Maschine, diese geht durch Überlastung kaputt, wobei auch unser Held, der letzte Mensch auf dem Mars, stirbt. Allerdings erhält er dabei vom Universal Migrator noch die Nachricht, dass er nun in die Ewigkeit eingeht und selbst zum neuen Universal Migrator wird. Also doch noch ein Happy End.

Genauso aufwendig wie die Story ist auch die Musik. So eine Mischung aus New Progressive Rock und Metal mit einem Schuss Space Rock. Und es ist unfassbar viel, was es da zu hören gibt. Dabei lässt sich die erste Platte sehr gut von der zweiten unterscheiden. Auf Album Nummer 1 ist alles viel eingängiger und melodiöser und vor allem auch softer gehalten. „Flight Of The Migrator“ ist dagegen sehr viel rockiger, hier wird vermehrt auch Metal eingesetzt. Was jedoch nicht unbedingt heißen soll, dass dies nicht auch eingängig wäre. Trotzdem sind Melodiösität und Harmonie deutlich mehr auf „The Dream Sequencer“ vertreten. Und hier hört man auch bestens heraus, dass Arjen Lucassen anscheinend ein ganz großer Pink Floyd Fan ist. Immer wieder gibt es einen Keyboardlauf, der an Rick Wright erinnert oder ein Gitarrensolo, welches so eindeutig auch von David Gilmour hätte stammen können. Auch manche Arrangements erinnern sehr stark an die Briten.

Fazit: „Universal Migrator I & II ist kein Album, bei welchem man sich immer wieder mal ein Lied anhört. Nein das sollte man schon in seiner Gesamtheit hören, zumindest Platte 1 oder eben Platte 2. Beides hintereinander ist wahrlich unglaublich viel. Und wenn man sich dann auch noch auf die Geschichte konzentrieren möchte, kann das durchaus anstrengend werden. Die Musik macht allerdings Spaß, wobei der erste Teil „The Dream Sequencer“ besser gelungen ist, als das ursprünglich zweite Album. Trotzdem, Arjen Lucassen mag es nicht einfach, er mag es lang, er mag Geschichten erzählen und das ist ihm hier alles auch wieder gelungen. Spaß macht das schon irgendwie. Zehn Punkte.

Anspieltipps: 2084, Temple Of The Cat