Mittwoch, 16. September 2015

Marilyn Manson – Portrait Of An American Family




Marilyn Manson – Portrait Of An American Family


Besetzung:

Daisy Berkowitz – guitars, acoustic guitars
Twiggy Ramirez – base tendencies
Madonna Wayne Gacy – calliope, hammond organ, saxophone, theremin, brass, overdubs, loops
Sara Lee Lucas – drums, sound effects
Mr. Manson – vocals
Gidget Gein – bass


Label: Interscope Records


Erscheinungsdatum: 1994


Stil: Industrial Metal


Trackliste:

1. Prelude (The Family Trip) (1:22)
2. Cake And Sodomy (3:53)
3. Lunchbox (4:34)
4. Organ Grinder ((4:22)
5. Cyclops (3:32)
6. Dope Hat (4:20)
7. Get Your Gunn (3:17)
8. Wrapped In Plastic (5:35)
9. Dogma (3:26)
10. Sweet Tooth (5:03)
11. Snake Eyes & Sissies (4:07)
12. My Monkey ((4:31)
13. Misery Machine (Lied endet bei 5:51) (13:09)

Gesamtspieldauer: 1:01:04




Das ist es also, das erste Album der amerikanischen Rocker von Marilyn Manson mit dem, Namen „Portrait Of An American Family“ aus dem Jahr 1994. Marilyn Manson, das ist eine fünfköpfige Band aus Fort Lauderdale, Florida in den USA, bei der sich die einzelnen Mitglieder nach bekannten Serienmördern benannten. Die Scheibe sorgte allerdings nicht nur deshalb beim Erscheinen für allerhand Aufsehen, sondern auch, da Sänger Brian Hugh Warner, alias Marilyn Manson, hier kein Blatt vor den Mund nimmt. „Expicit Lyrics” wurde groß auf die Plattenhülle gedruckt, was sicherlich bei vielen jungen Musikhörern erst recht ein Kaufargument darstellt. In einem Interview sagte Marilyn Manson mal, dass sie hier aussprechen wollten, was Eltern vor ihren Kindern verbergen wollen. Nun, so sind die Texte durchaus kritisch der amerikanischen Gesellschaft gegenüber und prangern einige Themen an, die es durchaus lohnt aufzugreifen. Warum das allerdings immer in einer Fäkalsprache ablaufen muss, das erschließt sich mir nicht ganz.

Die Musik ist äußerst aggressiv, geht aber durchaus nach mehrmaligem Hören ins Ohr. Marilyn Manson spricht dabei seine Worte manchmal, ein anders mal flüstert er sie. Dann wird die Botschaft wieder gesungen und schließlich an anderer Stelle brutal herausgeschrien. Ganz sicherlich keine leichte Kost und eher „männliche“ Musik denn „weibliche“ – so viel ist sicher. Die Nummern rocken durchaus, die Band arbeitet mit Hintergrundgeräuschen, was das Ganze auch durchaus spannender werden lässt. Was diese Scheibe jedoch ganz sicherlich in sich beherbergt, das ist so ein kleines Phänomen, was man öfters in der Musik antrifft. Auch hier wachsen die Lieder mit jedem Durchgang weiter. Was am Anfang noch unmöglich erschließbar klang, wird immer eingängiger – zumindest nach einer gewissen Zeit.

Manche Melodien, manche Riffs zünden auch durchaus, jedoch nicht jede und jeder. Ein Teil dieser Platte schwelgt in der eigenen Härte, die wohl durchaus absichtlich abstoßend klingen soll, um das Extreme darzustellen, das Schlechte, Unschöne, Häßliche. Hier wird es dann schwierig, weil man nicht unbedingt mehr immer einen Zugang dazu finden kann.

Fazit: Ich kann wahrlich nicht behaupten, dass mir diese Scheibe überhaupt nicht gefällt. Ich liebe darauf so manchen Melodiebogen, sei er noch so hart. Ich liebe darauf so manches Riff wegen seiner Eingängigkeit. Und ich liebe auch viele der Soli, die Daisy Berkowitz hier fast schon unwiderstehlich zelebriert. Wären da nur nicht auch die verstörenden Abschnitte, mit denen ich dann weniger anfangen kann, da sie oftmals nur laut klingen. Auch sozialkritische Texte sind wichtig, warum man hierzu jedoch oftmals nur Fäkalwörter benutzen muss? Ich weiß es nicht. Oh weh, bin ich prüde geworden. Hätte ich der Scheibe nach dem ersten Hören Punkte geben sollen, wären es wohl derer fünf geworden. Nach vielen Durchgängen sind es mehr. Wo das nur hinführen mag? Neun Punkte.

Anspieltipps: Lunchbox, Sweet Tooth



Dienstag, 15. September 2015

Fury In The Slaughterhouse – The Hearing And The Sense Of Balance




Fury In The Slaughterhouse – The Hearing And The Sense Of Balance


Besetzung:

Kai Wingenfelder – lead voices, guitars
Christof Stein-Schneider – guitars, vocals
Thorsten Wingenfelder – guitars, vocals
Hannes Schäfer – bass guitars
Rainer Schumann – drums, guitars
Gero Drnek – keyboards, guitars, clarinet, bass guitars, banjo, vocals


Label: RCA Records


Erscheinungsdatum: 1995


Stil: Independent Rock


Trackliste:

1. Kiss The Judas (4:26)
2. Your Love Won't Take Me Anywhere (3:14)
3. Dancing In The Sunshine Of The Dark (5:07)
4. Hello And Goodbye (3:36)
5. Survival Shake (2:57)
6. Stay Clean These Days (3:01)
7. Milk And Honey (4:15)
8. Down There (3:44)
9. Rainy April Day (2:49)
10. Next To You (2:14)
11. Ghosttown (4:01)

Gesamtspieldauer: 39:30




Fury In The Slaughterhouse war eine deutsche Rock Band aus Hannover, die in den Jahren von 1987 bis 2008 aktiv war. „The Hearing And The Sense Of Balance” ist dabei ihr fünftes Studio-Album und erschien im Jahr 1995 auf dem Label RCA Records. Darauf zu hören gibt es wahrlich gut gemachten Rock und man wundert sich immer wieder, dass diese Band, die zwar durchaus auch Erfolge erzielte, nicht doch noch erfolgreicher war. Drei Singles wurden mit „Down There“, „Milk And Honey“ und „Hello And Goodbye“ aus „The Hearing And The Sense Of Balance” ausgekoppelt, die in Deutschland die Chart-Platzierungen 83, 94 und 97 erreichten.

Die Musik auf „The Hearing And The Sense Of Balance” kann wahrlich überzeugen. Guten und abwechslungsreichen Rock gibt es hier zu hören, der auch ins Ohr geht. Meist sind die Lieder dabei eher sanft gehalten, maximal bis hin zum Mid-Tempo werden die einzelnen Titel gesteigert. Richtig erfolgreich waren Fury In The Slaughterhouse mit dem Vorgängeralbum „Mono”, welches drei Jahre zuvor erschienen war. Mit „The Hearing And The Sense Of Balance” ebbte der Erfolg bereits ab, was wahrlich schade wie auch seltsam ist, denn die Musik der Hannoveraner Musiker muss sich wirklich nicht vor internationalen Vergleichen verstecken.

Nicht jedes Lied auf der Scheibe reißt einen zwar von den Sitzen, jedoch guter Durchschnitt ist das allemal und den erreichen viele andere Kollegen noch nicht einmal. Doch „The Hearing And The Sense Of Balance” hat sogar einen solchen Höhepunkt, der sie von anderen Alben abhebt. Und dieser heißt „Down There“. Ein absolut geniales Lied mit diesem gewissen Ohrwurmcharakter, der sich tief in das Gedächtnis eingräbt. Ich kenne nicht alle Platten von Fury In The Slaughterhouse, aber von denen, die ich kenne, ist dieses Lied der absolute Höhepunkt und für mich deutlich überzeugender als „Radio Orchid“, der Hit der Band international. Für „Down There“ lohnt alleine schon der Erwerb des Albums, von dem man auch sonst nicht enttäuscht wird.

Fazit: Wenn man Rock mag, der nicht zu hart ist und immer die Melodie in den Vordergrund stellt, dann wird man mit „The Hearing And The Sense Of Balance” von Fury In The Slaughterhouse bestens bedient. Auf dem Album gibt es gut gemachten Rock zu hören, der größtenteils auch schnell ins Ohr geht. Mit „Down There“ befindet sich auf der Platte zudem noch ein ganz spezielles Lied, was sich noch ein wenig über den Rest erhebt. Auch deutsche Bands können guten Rock machen, der internationalen Standards entspricht oder diese zum Teil noch übertrifft. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Down There



Montag, 14. September 2015

The Fratellis – Costello Music




The Fratellis – Costello Music


Besetzung:

Jon Fratelli (John Lawler) – lead vocals, guitar
Barry Fratelli (Barry Wallace) – bass guitar, shouting
Mince Fratelli (Gordon McRory) – drums, backup vocals, banjo


Gastmusiker:

Shane Watson – horn


Label: Island Records


Erscheinungsdatum: 2006


Stil: Independent Rock


Trackliste:

1. Henrietta (3:32)
2. Flathead (3:17)
3. Whistle For The Choir (3:35)
4. Chelsea Dagger (3:35)
5. For The Girl (2:48)
6. Doginabag (3:20)
7. Creepin’ Up The Backstairs (3:07)
8. Vince, The Loveable Stoner (3:14)
9. Everybody Knows You Cried Last Night (3:54)
10. Baby Fratelli (3:56)
11. Got Ma Nuts From A Hippie (3:11)
12. Ole Black ‘n’ Blue Eyes (3:14)
13. Hidden Track (3:33)

Gesamtspieldauer: 44:22




„Costello Music“ heißt das Debut-Album der schottischen Band The Fratellis aus Glasgow. Veröffentlicht wurde die Scheibe am 30. Oktober 2006 auf dem Label Fallout Records. Die Platte lief vor allen Dingen in Großbritannien sehr erfolgreich, wo sie bis auf Platz 2 der britischen Album Charts kletterte und sich 83 Wochen in den Top 100 halten konnte. Weltweit wurden bisher bereits über 1,5 Millionen Kopien der Platte verkauft.

Auf „Costello Music“ ist so eine Art „Gute-Laune-Rock“ zu hören, der ziemlich schnell ins Ohr geht. Nicht weiter verwunderlich von daher, dass die Musik der Fratellis gerne für Werbespots oder auch beim Torjubel im Stadion eingesetzt wird. Hier springt einem die Eingängigkeit mitunter direkt an, was nicht nur beim Titel „Chelsea Dagger“ durchaus negative Assoziationen wie „Anbiederei“ hervorrufen kann. Zu den musikalischen Vorbildern der Fratellis zählen angeblich solche Bands wie die Beatles, Led Zeppelin, The Clash oder Pink Floyd. Die Musik der Fratellis hat allerdings absolut nichts mit der Musik der hier genannten Bands zu tun. Sehr viel eher hört sich das Ganze an wie ein in den Rock transportierter Punk, der eben eingängig klingen möchte. Refrains zum Mitgrölen sowie Melodien zum Ausgelassensein und Abtanzen, das ist es, was die Fratellis ihren Hörerinnen und Hörern bieten wollen. Das kann mitunter durch die „platte“ Art der Umsetzung allerdings durchaus sehr nerven.

So ist es auch gar nicht so einfach, die Höhepunkte auf „Costello Music“ der Fratellis zu benennen. Diese eingängige „Gute-Laune-Mucke“ nervt nämlich ziemlich schnell. Am interessantesten klingt für mich die Band noch an den Stellen, wenn sie mal rockt, ohne dabei als Tormelodie im Stadion oder Werbungshintergrund zu enden. Dies schaffen die Fratellis mit der Nummer „Doginabag“. Das ist Rock-Musik, die auch unterhält, ohne dabei so konzipiert zu sein, dass man animiert wird mit zu grölen. Und hier klingen die Fratellis jetzt an manchen Stellen doch tatsächlich wie die Beatles – und das sogar sehr überzeugend. Ebenfalls noch gelungen klingt die treibende Nummer „Got Ma Nuts From A Hippie“ sowie „Ole Black ‘n’ Blue Eyes“, ein Lied welches gut ins Ohr geht. Beide Titel unterscheiden sich wohltuend von den anderen im Mid-Tempo gehaltenen Nummern auf Castello Music dadurch, dass hier auf diesen „Party-Sound“ verzichtet wird. Natürlich kann man auch bei diesen Liedern mitsingen, scheint dazu allerdings nicht ununterbrochen animiert zu werden.

Fazit: Erfolgreich ist das Album „Cstello Music“ der schottischen Band The Fratellis durchaus. Auf mich wirkt das Ganze allerdings unglaublich plump. Diese ganzen Mitgröl-Refrains nerven manchmal bereits beim ersten Mal des Hörens. Alles aber natürlich eine Sache des eigenen Musikgeschmacks. Meiner wird hier definitiv nicht getroffen, mir ist das alles irgendwie zu banal. Sechs Punkte.

Anspieltipps: Doginabag, Got Ma Nuts From A Hippie, Ole Black ‘n’ Blue Eyes



Sonntag, 13. September 2015

Roger Waters – The Wall – Live in Berlin




Roger Waters – The Wall – Live in Berlin


Besetzung:

Roger Waters – vocals, guitars, bass
Graham Broad – drums
Rick DiFonzo – guitar
Andy Fairweather-Low – guitar, bass
Nick Glennie-Smith – keyboards
Snowy White – guitar
Peter Wood – keyboards
Joe Chemay – backing vocals
Jim Farber – backing vocals
Jim Haas – backing vocals
John Joyce – backing vocals
Bryan Adams – vocals
Paul Carrack – vocals
Thomas Dolby – vocals, keyboard
Cyndi Lauper – vocals, keyboard
Ute Lemper – vocals
Joni Mitchell – vocals
Van Morrison – vocals
Sinead O'Connor – vocals
Tim Curry – vocals
Marianne Faithful – vocals
Albert Finney – vocals
Rick Danko – vocals
Garth Hudson– vocals
Levon Helm – vocals
James Galway – vocals
Paddy Maloney – vocals
Jerry Hall – vocals
Sowie The Band, The Hooters, The Scorpions, The East Berlin Rundfunk Choir & Orchestra, 
The Marching Band of the Combined Soviet Forces in Germany und Michael Kamen als Dirigent


Label: Universal Music


Erscheinungsdatum: 1990


Stil: Rock, Pop


Trackliste:

1. In The Flesh
2. The Thin Ice
3. Another Brick In The Wall, Part I
4. The Happiest Days Of Our Lives
5. Another Brick In The Wall, Part II
6. Mother
7. Goodbye Blue Sky
8. Empty Spaces
9. Young Lust
10. Oh My God - What A Fabulous Room
11. One Of My Turns
12. Don't Leave Me Now
13. Another Brick In The Wall, Part III
14. Goodbye Cruel World
15. Hey You
16. Is There Anybody Out There?
17. Nobody Home
18. Vera
19. Bring The Boys Back Home
20. Comfortably Numb
21. In The Flesh
22. Run Like Hell
23. Waiting For The Worms & Stop
24. The Trial
25. The Tide Is Turning

Bonus Material:

1. Documentary
2. Multi Audio Options
3. Animations

Gesamtdauer des Konzertes: 1:50:17




Diese Rezension kann ich echt ziemlich kurz machen. Roger Waters kam also, nach dem Fall der Berliner Mauer im November 1989, auf die Idee, seine „Wall” auf dem damals noch unbebauten Potsdamer Platz in Berlin zu inszenieren. Was das Pink Floyd Album „The Wall“ inhaltlich mit dieser Deutschen Mauer zu tun hat, erschließt sich sicherlich nicht nur mir nicht. Egal, beides sind eben Mauern.

Nun, natürlich spielt hier nicht Pink Floyd, Roger Waters befand sich zu dem Zeitpunkt in einigen gerichtlichen Auseinandersetzungen mit den anderen drei Band-Mitgliedern. Und somit wurden vom Pink Floyd Bassisten und Komponisten dieses Werks kurzerhand andere Musiker engagiert, die ihm hier zur Seite stehen sollten. Das machten die natürlich auch alle gerne, war ja historischer Boden, auf dem das alles stattfand und auch ein historisches Konzert sollte es werden.

Nun, das Ergebnis ist allerdings etwas enttäuschend. Die Musik ist cool, zweifelsohne. „The Wall“ wurde ja auch bereits auf diesen Seiten besprochen. Nur die Umsetzung, die ist hier wahrlich nicht gelungen. Der Sound ist mitunter wahrlich grottenschlecht, wenn auch wohl zig Mal aufbereitet. Und dann diese vielen Sänger, die manchmal einfach nicht den Ton treffen wollen. Schlimm. Man wundert sich, das sind doch alles gestandene Musiker. Ganz schlimm übrigens Van Morrison bei „Comfortably Numb“. Meine Nerven, wie man solch ein Lied so verhunzen kann. Katastrophal. Nun, die Platte wird logischerweise durchgespielt und danach gibt es noch den Titel „The Tide Is Turning“ vom Roger Waters Solo-Album „Radio K.A.O.S.“. Hier bekommt man jetzt dann sogar den inhaltlichen Zusammenhang eines Liedes mit dem Fall der Berliner Mauer geboten – in Zeiten von Glasnost und Perestroika.

Fazit: Die Musik von „The Wall“ ist toll. Wie diese hier jedoch wiedergegeben wird, das tut zum Teil richtig weh. Von daher lohnt diese DVD nicht wirklich. Das Original lohnt sich, auf Schallplatte gepresst oder auch auf CD gebrannt. Das hier braucht man wohl nur, wenn man das Konzert höchstpersönlich gesehen hat. Fünf Punkte.

Anspieltipps: Comfortably Numb



Samstag, 12. September 2015

Die Toten Hosen – Unsterblich




Die Toten Hosen – Unsterblich


Besetzung:

Campino – vocals
Andreas von Holst – guitar
Michael Breitkopf – guitar
Andreas Meurer – bass
Vom Ritchie – drums
Wolfgang Rohde – drums


Gastmusiker:

Big Noise Orchestra – brass instruments
Birte Schuler – cello


Label: Eastwest Records


Erscheinungsdatum: 1999


Stil: Rock, Punk


Trackliste:

1. Entschuldigung, es tut uns leid! (4:05)
2. Lesbische, schwarze Behinderte (2:28)
3. Warum werde ich nicht satt? (3:28)
4. Wofür man lebt (3:18)
5. Helden und Diebe (6:05)
6. Sonntag im Zoo (2:37)
7. Schön sein (3:12)
8. Container-Lied (1:07)
9. Alles wie immer (2:49)
10. Unsterblich (3:46)
11. Inter-Sex (0:40)
12. Call of the Wild (3:23)
13. Unser Haus (3:22)
14. Regen (2:09)
15. König der Blinden (3:32)
16. Bayern (4:16)
17. Der Mond, der Kühlschrank und ich (2:43)
18. Die Unendlichkeit (1:28)

Gesamtspieldauer: 54:28




Als ich dieses 1999 erschienene und bereits neunte Studio-Album der Toten Hosen das erste Mal auflegte und der Titel „Entschuldigung, es tut uns leid!“ erklang, dachte ich mir „Oh mein Gott, scheint wohl irgendwie ein Spaßalbum zu werden“. Wohl definitiv nichts für mich. Die nächste Nummer „Lesbische, schwarze Behinderte“ ist zwar eine Punk Nummer, allerdings ebenfalls gespickt mit Satire. Da muss dann schon der eigene Humor irgendwie getroffen werden, um damit etwas anfangen zu können – logischerweise.

Das Album läuft weiter und überraschte mich plötzlich immer mehr. Von Pop über Rock zum Punk wird auf „Unsterblich“ den Hörerinnen und Hörern so einiges geboten. Zum Teil wahrlich klasse Texte und Lieder, die absolut überzeugen. Mal sanft, dann wieder sehr viel rockiger. Trotzdem spaltet diese Scheibe viele Tote Hosen Fans. Zum einen gibt es hier deutlich weniger Punk zu hören, die Musik und damit die einzelnen Lieder sind sehr viel poppiger und auch eingängiger geworden. Für einige Fans der ersten Stunde haben die Toten Hosen hiermit ihre Seele verkauft und wurden kommerziell. Na und dann gibt es da auch noch die Bayern München Fans, die mit solch einem Schmäh-Song wie Bayern überhaupt nichts anfangen können, sich auf den Schlips getreten fühlten und mit diesem Album auch ihr Fan-Sein bezüglich der Toten Hosen beendeten. Na klar, in solchen Textzeilen wie „Was für Eltern muss man haben, um so verdorben zu sein, einen Vertrag zu unterschreiben bei diesem Scheißverein?“ steckt einige Brisanz. So etwas verträgt nicht jeder. Humor pur.

Es gibt einige Höhepunkte auf der Platte, von „Ausverkauf“ merke und höre ich da nichts, erst recht bin ich kein Bayern Fan. Die Sonne scheint also für mich beim Hören des Albums. Ganz besonders sogar bei solch einem Titel wie „Helden und Diebe“, in dem Campino anscheinend die eigene Badgeschichte etwas aufarbeitet. Ich liebe von jeher den Beginn von Songs, wenn dort ein Thema langsam gesteigert wird. Immer kraftvoller und schneller wird es. Immer mehr Instrumente setzen ein, alles klingt immer voller, wie eben bei „Helden und Diebe“. Hier wird in den ersten zweieinhalb Minuten nur gesteigert. Klasse gemacht. Dann folgt ein wirkliches überzeugendes Rock-Lied. Guter Text, guter Groove, schöne Melodie. Allein dafür lohnt sich diese Scheibe.

Dann gibt es, ich möchte sie irgendwie mit „sanft“ umschreiben, obwohl diese Titel gar nicht alle so sanft klingen, einige Nummern, die so (hm) „sanft“ klingen. Da ist der Titelsong „Unsterblich“. Eine poppige Rocknummer, sehr eingängig und mit einer Melodie ausgestattet, die sofort in Ohr geht. Da gibt es solche Lieder wie „Wofür man lebt“, „Unser Haus“ und „Die Unendlichkeit“. Zum Steinerweichen schön. Der Rocker „Call Of The Wild“ klingt jetzt nicht mehr „sanft“ und ist jenes Lied, welches das einzige in englischer Sprache ist. „Bayern“ macht gute Laune, wenn man denn drüber lachen kann. Konnte Uli Hoeneß übrigens nicht und meinte in einem Interview „Das ist der Dreck, an dem unsere Gesellschaft irgendwann ersticken wird“. „Warum werde ich nicht satt?“ mit dem Big Band Sound, der dann auch mal zu Punk wird und das kurze „Container-Lied“, mit tollem Text überzeugen ebenfalls. Doch auch die anderen Nummern lohnen wahrlich, Ausfälle habe ich keine entdeckt. Übrigens sind auch zwei Cover Versionen anderer Künstler enthalten. „Sonntag im Zoo“ stammt von Frank Ziegert und „Lesbische, schwarze Behinderte“ von Funny van Dannen, welcher auch bei „Schön sein“, „Bayern“ und „Der Mond, der Kühlschrank und ich“ mit komponierte.

Fazit: „Unsterblich“ überrascht nach einem etwas „komischen" Anfang. Ich kannte die Toten Hosen mit „Hier kommt Alex“, „Bommerlunder“ und so weiter. Hier auf „Unsterblich“ zeigen die Düsseldorfer sehr vielschichtige Musik, die mal rockt, mal swingt und manchmal irgendwie streichelt. Die Toten Hosen machen keinen Punk mehr, zumindest nicht mehr nur. Die Toten Hosen sind sehr viel vielschichtiger geworden. Das überzeugt durchaus – mich zumindest. Elf Punkte.

Anspieltipps: Unser Haus, Helden und Diebe



Freitag, 11. September 2015

Temple Of The Dog – Temple Of The Dog




Temple Of The Dog – Temple Of The Dog


Besetzung:

Jeff Ament – bass guitar
Matt Cameron – drums, percussion
Chris Cornell – vocals, banjo on "Wooden Jesus", harmonica on "Times Of Trouble", rhythm guitar
Stone Gossard – rhythm guitar, slide guitar, acoustic guitar
Mike McCready – lead guitars
Eddie Vedder – backing vocals on "Pushin Forward Back", "Your Saviour", and "Four Walled World", vocals on "Hunger Strike"


Gastmusiker:

Rick Parashar – piano on "Call Me A Dog", "Times Of Trouble", and "All Night Thing", organ on "All Night Thing"


Label: A&M Records


Erscheinungsdatum: 1991


Stil: Alternative Rock, Grunge


Trackliste:

1. Say Hello 2 Heaven (6:23)
2. Reach Down (11:13)
3. Hunger Strike (4:04)
4. Pushin' Forward Back (3:47)
5. Call Me A Dog (5:03)
6. Times Of Trouble (5:43)
7. Wooden Jesus (4:09)
8. Your Savior (4:03)
9. Four Walled World (6:54)
10. All Night Thing (3:53)

Gesamtspieldauer: 54:59




Chris Cornell, seines Zeichens Sänger bei Soundgarden, schrieb für seinen verstorbenen Freund Andrew Wood zwei Lieder, „Say Hello 2 Heaven“ sowie „Reach Down“. Andrew Wood, Sänger bei Mother Love Bone, war im März 1990 an einer Überdosis Heroin gestorben. Mit den Ex Mother Love Bone Mitgliedern Jeff Ament und Stone Gossard, die nun gerade dabei waren mit Mike McCready und Eddie Vedder das erste Pearl Jam Album „Ten“ einzuspielen, sowie dem Soundgarden Schlagzeuger Matt Cameron traf er sich im Studio, um diese beiden Titel zum Gedenken an Andrew Wood aufzunehmen. Im Zuge dieser Aufnahmen entstanden zahlreiche neue Songs, sodass man sich entschloss, dem Ganzen gleich einen eigenen Namen zu geben. Der Begriff „Temple Of The Dog“ wurde dabei dem von Andrew Wood stammenden Liedtext zu „Man Of Golden Words“ entnommen: „Seems I've Been Living In The Temple Of The Dog“: Leider sollte diese Scheibe das einzige Album dieser Formation bleiben. Die Musiker selbst konnte man aber natürlich weiterhin bei Pearl Jam und Soundgarden hören.

„Leider“ deshalb, weil „Temple Of The Dog“ von Temple Of The Dog eines der besten Grunge Alben überhaupt geworden ist – vielleicht liegt das jedoch auch daran, dass hier der Übergang zum Alternative Rock deutlich verschwimmt. Mitreißende Musik gibt es hier zu hören, die neben sehr überzeugenden Melodien auch ausgedehnte und wahrlich begeisternde Instrumentalpassagen für die Hörerinnen und Hörer bereithält. „Reach Down“ zum Beispiel ist eine über elfminütige Nummer, in der ausgedehnte Solopassagen zu hören sind, die wohl nur aus Improvisationen entstanden sein können. Diese werden hier so etwas von mitreißend umgesetzt, dass das Herz des Rock Freunds einfach höher schlagen muss. Wahrlich sehr überzeugend. Jedoch nicht nur hier, bei diesen langen Titel, auch sonst tragen gerade die Solopassagen mit zum überzeugenden Gesamteindruck der Scheibe bei.

Dann solch eine Nummer wie „Hunger Strike“. Gott, kann Grunge eingängig und melodiös sein und dazu noch rocken, dass kein Fuß mehr stillzuhalten ist. Absolut überzeugend. Weitere Höhepunkte sind das groovige und etwas verträumte „Times Of Trouble“, das mit einer tollen Schlagzeuglinie eingeleitete „Wooden Jesus“, sowie der kompromisslose Rocker „Your Savior“. Nun, Ausfälle gibt es auf dem gesamten Album „Temple Of The Dog“ nicht zu beklagen. Alles rockt und klingt, klingt und rockt. Das ist schon sehr überzeugend, was die Musiker um Jeff Cornell hier auf Platte gepresst beziehungsweise auf CD gebrannt haben.

Fazit: Sehr gelungenen und spielfreudigen Grunge gibt es auf „Temple Of The Dog von Temple Of The Dog zu hören. Was mich daran am meisten überzeugt ist der Umstand, dass man hier häufig keine Lieder findet, die nach dem Prinzip: Strophe – Refrain – Strophe – Refrain – Solo – Strophe – Refrain funktionieren. Hier werden jetzt auch mal, für dieses musikalische Genre nicht immer selbstverständlich, neue Wege gegangen. Dazu überzeugt die Musik absolut, sowohl von den Variationen her, den Melodien und auch den Texten, die hier auch niemals 08/15 sind. Das macht schon jede Menge Spaß. Zwölf Punkte.

Anspieltipps: Reach Down, Hunger Strike



Donnerstag, 10. September 2015

Tina Turner – Simply The Best




Tina Turner – Simply The Best


Besetzung:

Nicht extra aufgeführt


Label: Capitol Records


Erscheinungsdatum: 1991


Stil: Pop


Trackliste:

1. The Best (4:10)
2. What's Love Got To Do With It (3:50)
3. I Can't Stand The Rain (3:44)
4. I Don't Wanna Lose You (4:18)
5. Nutbush City Limits (3:44)
6. Let's Stay Together (3:39)
7. Private Dancer (4:01)
8. We Don't Need Another Hero (4:14)
9. Better Be Good To Me (3:40)
10. River Deep – Mountain High (3:37)
11. Steamy Windows (4:02)
12. Typical Male (4:14)
13. It Takes Two (4:13)
14. Addicted To Love (5:10)
15. Be Tender With Me Baby (4:17)
16. I Want You Near Me (3:53)
17. Way Of The World (4:19)
18. Love Thing (4:28)

Gesamtspieldauer: 1:23:33




Klar, Kompilationsalben sind so eine Sache. Nie wird der eigenen Geschmack richtig getroffen, immer wieder fehlt ein ganz bestimmter Titel, den man dann doch auf einem “Best Of...”-Album gerne gehört hätte. Das trifft sicherlich auch alles zu, wenn man denn alle Lieder einer Band beziehungsweise einer Sängerin oder eines Sängers kennen würde. Allerdings braucht man sich dann auch kein “Best Of...”-Album mehr davon kaufen, man hätte die Lieder ja bereits.

Bei dieser Tina Turner Scheibe, ist es tatsächlich so, dass man die Lieder alle kennt, wenn man zumindest in den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts schon gelebt hat und hierbei auch schon auf entsprechender geistiger Höhe war und nicht immer noch nur „Alle meine Entchen“ klasse fand. In den 80er Jahren liefen diese Titel rauf und runter in allen gängigen Radiostationen dieser Welt. Tina Turner gelang damals ein grandioses Comeback, nachdem es um sie, nach der Trennung von ihrem Mann Ike, eher still geworden war. Viele fanden es später auch noch cool, dass solch eine „reifere” Frau auch in diesem Alter noch so klasse Musik machen würde. Was diese Aussage sollte, habe ich noch nie verstanden. Schließlich war sie bei den Aufnahmen von „Private Dancer“ noch keine 45 Jahre alt und ihr letztes Studio-Album erschien 1999, da war sie 59 und wurde kurze Zeit später 60. Leonard Cohen hat seine bisher letzte Scheibe 2014 veröffentlicht – mit 80. Und an dieser Stelle sollte man zumindest auch immer mal darauf hinweisen, dass Tina Turner keine Musik selbst macht. Sie singt halt das, was ihr irgendwelche Komponisten, seien es auch solche Namen wie Mark Knopfler oder David Bowie, um nur zwei zu nennen, servieren – und genau das kam in den 80ern sehr gut an.

Dieses “Simply The Best”-Album aus dem Jahr 1991 beinhaltet also jene radiotauglichen Mainstream-Pop-Songs, die Tina Turner zu einer großen Nummer werden ließen, vielleicht auch wieder werden ließen. Dazu gesellt sich zum Beispiel auch so ein Titel wie „Nutbush City Limits”, allerdings in einer Version, die einem die Haare zu Berge stehen lässt. Unfassbar, warum man einem Lied, welches doch eigentlich ganz okay war, unbedingt das Mäntelchen des Neuen überzustülpen gedenkt. Gruselig.

Fazit: Vor allen Dingen zu Beginn dieser Zusammenstellung reiht sich Hit an Hit, eine eingängige Radionummer an die nächste. Tina Turner verfügt über eine sehr überzeugende und unverwechselbare Stimme, die viele der Titel aufwertet. Die Lieder gehen alle schnell ins Ohr, allerdings überhört man sich auch ziemlich schnell an diesem Pop. Solch Musik kann man ohne Probleme an allen möglichen Orten hören – muss man aber nicht. Tut mir leid, mir ist das irgendwie alles zu seicht und oberflächlich. Es ist Musik, vor der ich zwar nicht wegrennen muss, die es allerdings einfach nicht schafft, mich irgendwie zu berühren. Doch das ist ganz klar mein Problem. Sieben Punkte.

Anspieltipps: What's Love Got To Do With It



Mittwoch, 9. September 2015

U2 – 18 Videos




U2 – 18 Videos


Besetzung:

Bono – vocals, rhythm guitar, harmonica
The Edge – lead guitar, keyboards, vocals
Adam Clayton – bass guitar
Larry Mullen, Jr. – drums, percussion


Gastmusiker:

Zahlreiche, allerdings hier nicht aufgeführt




Erscheinungsdatum: 2006


Stil: Rock, Pop


Trackliste:

1. Beautiful Day (4:05)
2. I Still Haven't Found What I'm Looking For (4:37)
3. Pride (In The Name Of Love) (3:49)
4. With Or Without You (4:56)
5. Vertigo (3:10)
6. New Year's Day (4:18)
7. Mysterious Ways (4:02)
8. Stuck In A Moment You Can't Get Out Of (4:32)
9. Where The Streets Have No Name (4:47)
10. Sweetest Thing (3:01)
11. Sunday Bloody Sunday (4:40)
12. One (4:36)
13. Desire (3:00)
14. Walk On (Internationl Version) (4:29)
15. Walk On (US Version) (4:15)
16. Elevation (3:49)
17. Sometimes You Can't Make It On Your Own (5:06)
18. The Saints Are Coming (3:22)
19. Window In The Skies (4:07)


Bonus Material:

1. The Making of "Vertigo" (Documentary)
2. A Story of “One” (Documentary)
3. Beautiful Day (Èze Version)
4. Pride (In The Name Of Love)" (Slane Castle Version)
5. Vertigo (Lisbon Version)
6. Vertigo (HQ Version)
7. One (Buffalo Version)
8. One (Restaurant Version)
9. Sometimes You Can't Make It On Your Own (Single Take Version)

Gesamtspieldauer: 2:29:00



Über die CD von U2 mit dem Titel “18 Singles” habe ich hier bereits am 22. Juni 2015 etwas geschrieben. Die Musik ist klasse, das steht außer Frage – zumindest für die meisten Musikhörer, denn U2 treffen wohl die allermeisten Musikgeschmäcker irgendwie, irgendwo und irgendwann. Nun, über die Musik möchte ich an dieser Stelle dann auch gar nicht mehr reden beziehungsweise schreiben. Zur DVD also. Klar, natürlich ist es auch ein Marketing-Instrument, beide Datenträger parallel zu veröffentlichen, was der Ehrlickeit halber bedeutet, dass die CD im Grunde genommen überflüssig ist. Ich habe beides zu unterschiedlichen Zeiten geschenkt bekommen, worüber ich jetzt alleridngs auch nicht unbedingt unglücklich bin.

Auf der DVD bekommt man also die Lieder sowie die dazugehörigen Videos geboten. Diese sind bei genauerer Betrachtung zwar keine künstlerischen Meisterwerke, jedoch mitunter witzig und auch unterhaltend sowie spannend. Gleichzeitig stellen diese Videodokumente auch eine Art historische Aufbereitung der Geschichte der Band dar, die in diesen kleinen Musikfilmen mitaltert. Da macht es einfach Spaß zuzusehen und der Musik zu lauschen und die Entwickling dieser so erfolgreichen vier Musiker nachzuvollziehen. Zudem gibt es auf „18 Videos” noch einiges an Zusatzmaterial. Besonders zu empfehlen ist hierbei die Dokumentation „The Story of One”, sowie die beiden zusätzlichen Videos dieses wahrlich beeindruckenden Liedes.

Fazit: Fans von U2 wird diese DVD sicherlich begeistern. Eine Frage sei aber erlaubt? Wann setzt man sich eigentlich gemütlich auf das Sofa und sieht sich hintereinander mehrere Musikvideos von einer Band an? Ehrlich gesagt nur sehr selten, oder? Trotzdem macht diese Zusammenstellung von U2 Spaß und unterhält – dann eben ab und an. Von daher: Die Musik ist toll, die Videos meist sehr gelungen, großartig meckern kann man da eigentlich nicht, auch wenn man diese DVD sicherlich nicht allzu oft einschiebt. Zwölf Punkte.

Anspieltipps: Sweetest Thing, One



Dienstag, 8. September 2015

Van der Graaf Generator – The First Generation (Scenes From 1969 – 1971)




Van Der Graaf Generator – First Generation (Scenes From 1969 – 1971)


Besetzung:

Peter Hammill – acoustic guitar and lead vocals, piano
Hugh Banton – farfisa organ, hammond organ, piano, oscillator, mellotron, arp synthesizer, bass guitar and backing vocals
Guy Evans – drums, tympani, piano and percussion
Nic Potter – bass guitar and electric guitar
David Jackson – alto, tenor, and baritone saxophone and devices, flute and backing vocals


Gastmusiker:

Robert Fripp – electric guitar


Label: Virgin Records


Erscheinungsdatum: 1987


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

1. Darkness (11/11) (7:27)
2. Killer (8:17)
3. Man-Erg (10:21)
4. Theme 1 (2:55)
5. Pioneers Over C (12:43)
6. A Plague Of Lighthouse Keepers (23:07)
7. Refugees (6:19)

Gesamtspieldauer: 71:09




Ich persönlich halte nicht sehr viel von Zusammenstellungen, von „Best Of…“-Platten. Zum einen muss der Geschmack irgendeines Marketing-Strategen oder sogar des Musikers selbst nicht mein persönlicher sein, zum anderen kann man inzwischen in jede Platte reinhören und merkt schnell, ob einem die Musik liegt oder nicht. Wenn dem so ist, dann besorge ich mir lieber das Original-Album. Falls ich jedoch weiß, dass mir nur einige wenige Titel einer bestimmten Musikerin oder eines Musikers, beziehungsweise einer Band gefallen und diese sich allesamt auf einer Kompilation befinden, dann greife selbst ich da gerne zu. Allerdings passiert das selten, sehr selten.

Und auf diese vorliegende Platte trifft dies alles schon mal gar nicht zu. Die Musik darauf ist grandios und gut zusammengestellt und den Van Der Graaf Generator Alben 2 bis 4, also „H To He Who Am The Only One", „The Least We Can Do Is Wave To Each Other und „Pawn Hearts" entnommen. Als kleinen Bonus gibt es das kurze, nicht auf Studio-LP beziehungsweise inzwischen Studio-CD gepresste „Theme 1“, was eine ehemalige B-Seite darstellt. Allerdings gibt es auf den genannten Alben noch jede Menge mehr guter Musik zu hören – die fehlt hier einfach, weil die Laufzeit einer CD eben begrenzt ist.

Damit wären wir beim Grund dieses Album zu erwerben. Der kann eigentlich nur sein, dass man Van Der Graaf Generator mal hören will und bereits sicher weiß, nicht mehr von dieser Band hören zu wollen. Sowas kann man jedoch nicht im Voraus planen. Ein anderer Grund könnte sein, dass man als ganz großer Fan alles von „seiner“ Lieblingsband haben möchte und auch gerne in dem Booklet, in dem einige Informationen über Van Der Graaf Generator stehen und ein Stammbaum der beteiligten Musiker abgedruckt ist, blättern möchte. Beides wäre zumindest möglich. Auf die Musik, die auf der Scheibe zu hören ist, möchte ich nur soweit eingehen, dass sie wahrlich überzeugenden Progressive Rock bietet. Weitere Informationen gibt es dazu bei den oben erwähnten drei Studioalben.

Fazit: Dieser Progressive Rock auf dem Album „First Generation (Scenes From 1969 – 1971)“, welches 1986 veröffentlicht wurde, ist über jeden Zweifel erhaben und lässt das Herz eines jeden Fans dieses musikalischen Genres höher schlagen. Wirklich gut. Bei der Zusammenstellung könnte man auch anderer Meinung sein und andere Titel bevorzugen. Nicht alle, jedoch ein paar, jedoch ist dies natürlich absolute Geschmackssache und sie haben es hier auch recht gut hinbekommen. Nun, als Übersicht über die ersten Jahre der Band ist dieses Album sicherlich geeignet. Wenn man diese Musik jedoch liebt, besorgt man sich sowieso die Studioalben und dann lohnt sich diese Scheibe nur bedingt. Bei mir war es so, dass diese Platte wirklich meine erste von Van Der Graaf Generator war. Ich kannte die Band nicht, die Scheibe war nicht allzu teuer und ich dachte mir: Da hörst Du mal rein. Auch ein Kaufgrund. Zwölf Punkte.

Anspieltipps: A Plague Of Lighthouse Keepers, Refugees



Montag, 7. September 2015

Van Halen – Van Halen




Van Halen – Van Halen


Besetzung:

Eddie Van Halen – guitar, backing vocals
David Lee Roth – lead vocals, acoustic guitar on "Ice Cream Man"
Alex Van Halen – drums
Michael Anthony – bass guitar, backing vocals


Label: Warner Brother Records


Erscheinungsdatum: 1978


Stil: Hard Rock


Trackliste:

1. Runnin' With The Devil (3:36)
2. Eruption (1:43)
3. You Really Got Me (2:38)
4. Ain't Talkin' 'Bout Love (3:50)
5. I'm The One (3:47)
6. Jamie's Cryin' (3:31)
7. Atomic Punk (3:02)
8. Feel Your Love Tonight (3:43)
9. Little Dreamer (3:23)
10. Ice Cream Man (3:20)
11. On Fire (3:01)

Gesamtspieldauer: 35:34




Es gibt sicherlich ein paar Klassiker des Hard Rock. Außerdem gibt es Debut-Alben, bei denen sich die Band nicht mehr in der Findungsphase des eigenen Sounds befindet, sondern diesen bereits zelebriert. Beides trifft auf die selbstbetitelte erste Platte der US-amerikanischen Band Van Halen aus Pasadena, Kalifornien zu. Auf der Scheibe aus dem Jahr 1978 hört man mitreißenden Hard Rock, der sofort ins Ohr geht. Dazu gesellt sich dieses unverwechselbare Gitarrenspiel des Eddie Van Halen, welches er seinen Hörern auf der kurzen Instrumentalnummer „Eruption“ geballt und auf eindrucksvolle Weise darbietet.

Zwei Coverversionen befinden sich mit „You Really Got Me“ und „Ice Cream Man“ auf der Scheibe. Erstere hatte Ray Davies in der ursprünglichen Form für die Kinks geschrieben, die zweite Nummer stammt vom amerikanischen Blues Gitarristen John Brim. Das sind jedoch nicht die Höhepunkte dieser Platte. Neben dem bereits erwähnten „Eruption“ ist ein weiteres Highlight dieses Debut-Albums sicherlich Titel Nummer 4, „Ain't Talkin' 'Bout Love“. Die Nummer, die Gelegenheitssex thematisiert, ist ein wahrlich mitreißendes Hard Rock Stück, welches über ein sehr einprägsames Riff verfügt, das sich sehr schnell festsetzt. „Atomic Punk“ wiederum ist mit einer der besten Hard Rock Titel, die ich persönlich kenne. Das Lied begeistert vom ersten bis zum letzten Takt. Hier passt einfach alles. Treibender Rhythmus, tolle Melodie und auch mal ein Text, der zumindest nicht schon wieder vom Thema „Liebe“ handelt – auch wenn es schwer ist, einen Sinn aus dem gesungenen Wort zu ziehen. Ebenfalls noch überaus gelungen ist „Little Dreamer“. Etwas langsamer angelegt, jedoch keineswegs weniger eingängig. Die Nummer groovt irgendwie und bleibt ebenfalls im Musikgedächtnis hängen.

Nun, auch der Rest der Scheibe gefällt. Nicht alles darauf finde ich persönlich überragend, trotzdem gibt es hier keinen Totalausfall und auch kein Füllmaterial hat sich auf die Scheibe geschlichen. Wer hier welche Höhepunkte hört, das liegt natürlich mal wieder ganz am Geschmack der Konsumenten. Nun, aber einen großen Wehrmutstropfen gibt es dann leider doch. Das sind die, auch bei anderen Bands und Sängern schon kritisierten Texte. Dieses schmalzige Liebesgesülze des David Lee Roth geht einem manchmal sowas von auf den Senkel, unfassbar. Klar, vielen Hörern im deutschsprachigen Raum sind die Texte absolut egal. Für mich sind sie jedoch ein zumindest fast gleichberechtigter Teil der Musik. Neben der Musik, dem Rhythmus, der Stimme der Sängerin beziehungsweise des Sängers, kommt eben auch dem Text eine wichtige Rolle zu. Diese Rolle erfüllen Van Halen auf ihrem Debut nicht immer zur Freude jedes Musikfreundes.

Fazit: Ein überaus gelungenes Debut-Album stellt „Van Halen“ von Van Halen dar. Einige Klassiker der Band gibt es hierauf zu hören und ich möchte noch einen Schritt weitergehen, auch einige Klassiker des Genres Hard Rock allgemein. Eddie Van Halen begründete mit diesem Album seinen Status als „Gitarrengott“ und David Lee Roth als überzeugender Rock-Sänger. Einige wirklich tolle Nummern enthält die Scheibe, allerdings auch Titel, die nicht ganz an diese Höhepunkte heranreichen. Na und dann gibt es da noch ein paar unterirdische Texte. Doch da stellt sich die Frage, ob ein Hard Rock Album mit elf Titeln überhaupt perfekt sein kann? Ich glaube es irgendwie nicht so ganz. Elf Punkte.

Anspieltipps: Eruption Ain't Talkin' 'Bout Love, Atomic Punk, Little Dreamer



Sonntag, 6. September 2015

Vanilla Fudge – Vanilla Fudge




Vanilla Fudge – Vanilla Fudge


Besetzung:

Carmine Appice – drums, vocals
Tim Bogert – bass, vocals
Vince Martell – guitar, vocals
Mark Stein – lead vocals, keyboards


Label: Polydor


Erscheinungsdatum: 1967


Stil: Psychedelic Rock


Trackliste:

1. Ticket To Ride (5:40)
2. People Get Ready (6:30)
3. She's Not There (4:55)
4. Bang Bang (5:20)
5. Illusions Of My Childhood, Pt. 1 (0:20)
6. You Keep Me Hangin' On (6:42)
7. Illusions Of My Childhood, Pt. 2 (0:23)
8. Take Me For A Little While (3:27)
9. Illusions Of My Childhood, Pt. 3 (0:23)
10. Eleanor Rigby (8:10)

Gesamtspieldauer: 42:41




Vanilla Fudge war, beziehungsweise ist eine Band, die in den Jahren 1967 bis 1969 fünf Alben veröffentlichte, auf der die vier Musiker hauptsächlich Lieder anderer Künstler nachspielten. Das selbstbetitelte Album „Vanilla Fdge“ ist dabei das erster dieser Reihe. Die Lieder erhielten dabei einen psychedelischen Einschlag, der hauptsächlich durch einen fetten Hammond Orgel Sound erreicht wurde und ähneln manchmal mehr, manchmal weniger den Originalen.

Ab und an klingt das Ganze sogar ganz interessant, zwar deutlich in den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts verwurzelt, wer jedoch psychedelische Musik mag, die oder der wird dem einen oder anderen Song durchaus etwas abgewinnen können. Die einzelnen Lieder wurden dabei mitunter stark abgewandelt. Ein Beispiel hierfür ist „Eleanor Rigby“ von den Beatles, welches zumindest zu Beginn noch am ehesten durch den Text zu erkennen ist. Dass man hier automatisch jedoch Vergleiche heranzieht, liegt in der Natur der Dinge. „Ticket To Ride“ zum Bespiel gewinnt musikalisch sogar in der Version von Vanilla Fudge, „Eleanor Rigby“ verliert deutlich an Charakter.

Doch ganz egal wie man zu solch „Experimenten“ steht, einen Nachteil hat die Musik von Vanilla Fudge auf Vanilla Fudge auf jeden Fall: nämlich den Gesang. Immer wieder wird da noch ein „Aah“ oder „Ooh“ oder „Baby“ eingefügt, dass es einem mit der Zeit tierisch auf den Senkel geht. Man kann sich natürlich auch auf diese Weise gesanglich ausdrücken, muss man aber ganz gewiss nicht.

Fazit: Ich kenne nur diese Scheibe von Vanilla Fudge, die anderen interessieren mich auch überhaupt nicht, da ich eher bei den Originalen bleibe. Es gibt zwar manchmal auch sehr gelungene Cover-Versionen von Liedern, trotzdem gewinnt in den allermeisten Fällen das Original und sei es nur deshalb, weil es sich zuvor eingeprägt hat. Nach diesen fünf Platten hat sich die Band übrigens 1970 aufgelöst, um sich dann jedoch wieder neu zu gründen. So wurden auch noch 1984, 2002, 2007 und sogar 2015 neue Platten veröffentlicht. Mir genügt jedoch das Debut, um zu wissen, dass ich mich mit solchen Projekten und solchem Gesang echt schwer tue. Sechs Punkte.

Anspieltipps: Bang Bang, Eleanor Rigby



Samstag, 5. September 2015

Suzanne Vega – Solitude Standing




Suzanne Vega – vocals, acoustic guitar


Besetzung:

Suzanne Vega – vocals, acoustic guitar


Gastmusiker:

Michael Visceglia – bass, synthesizer
Anton Sanko – synthesizers, classical guitar
Marc Shulman – electric guitars
Stephen Ferrera – drums, percussion
Johnny Gordon – guitar
Shawn Colvin – backing vocals
Sue Evans – percussion, drums
Mitch Easter – rhythm guitar
Steve Addabbo – guitar
Frank Christian – electric guitar


Label: A&M Records


Erscheinungsdatum: 1987


Stil: Pop, Folk Rock


Trackliste:

1. Tom's Diner (2:11)
2. Luka (3:50)
3. Iron Bound / Fancy Poultry (6:20)
4. In The Eye (4:14)
5. Night Vision (2:45)
6. Solitude Standing (4:50)
7. Calypso (4:12)
8. Language (3:57)
9. Gypsy (4:05)
10. Wooden Horse (Casper Hauser's Song) (5:12)
11. Tom's Diner (Reprise) (2:39)

Gesamtspieldauer: 44:20




Suzanne Vega hat es noch mal gemacht. Auch auf ihrem zweiten Album „Solitude Standing“ aus dem Jahr 1987, bietet die US-Amerikanerin ihren Hörern erneut ein Album, angefüllt mit schönen und sanften Nummern, die sich irgendwo zwischen Pop und Folk Rock ansiedeln. Alles dabei wirkt wieder überaus melodisch und eingängig. Dieses Mal befinden sich sogar einige kleinere Hits auf der Platte, die sich auch als Single sehr gut verkauften.

Das bekannteste Lied der Suzanne Vega ist höchstwahrscheinlich „Luca“, welches das Thema Kindsmissbrauch aufgreift. Ein sicherlich nicht einfaches Thema für einen Pop-Song, allerdings wahrlich gut umgesetzt. Auch der Titelsong „Solitude Standing“ wurde als Single veröffentlicht. Das Lied ist eine etwas flottere Nummer mit Ohrwurmcharakter, nicht ganz so erfolgreich wie „Luca“, jedoch ebenso eingängig und überzeugend. Und so gibt es noch jede Menge mehr auf dieser Scheibe zu entdecken, die abermals ein sehr sanftes und ruhiges Album geworden ist, welches erneut auch von dieser sanften und leicht gehauchten Stimme der Suzanne Vega lebt.

Nicht unerwähnt bleiben soll an dieser Stelle auch der Anfang und das Ende der Scheibe. In beiden Fällen heißt das Lied „Tom’s Diner“ und stellt ebenfalls eine Singleveröffentlichung dar. Das Besondere daran ist jedoch, dass der Opener eine a cappella Version des Stücks darstellt, das Ende ist dann dasselbe Lied, gespielt mit Instrumenten, jedoch ohne Gesang aufgenommen. Das Lied, welches laut Aussage von Suzanne Vega bereits 1981 geschrieben wurde, spielt in Tom’s Restaurant, einem Restaurant in New York City. Hier beobachtet sie eine Reihe von Personen, ohne diese Menschen zu kennen oder Näheres über sie zu wissen. Es geht dabei rein um das Beobachten und die Eindrücke des Moments.

Fazit: Die Musik von Suzanne Vega auf „Solitude Standing kann man ganz einfach mit „schön“ umschreiben. Alles klingt so unaufgeregt, geht ins Ohr, entspannt wohl auch nach einem stressigen Tag zusätzlich den Geist. Der Stil der Suzanne Vega liegt zwischen Folk und Pop, die einzelnen Titel sind eingängig und sind dabei auch durchaus nachhaltig. Das macht schon Spaß. Elf Punkte.

Anspieltipps: Luca, Solitude Standing