Freitag, 22. Juli 2016

Coldplay – X&Y




Coldplay – X&Y


Besetzung:

Chris Martin – vocals, acoustic guitar, keyboards
Jonny Buckland – electric guitar
Guy Berryman – bass guitar
Will Champion – drums, harmony vocals, percussion


Gastmusiker:

Chris Tombling – strings
Richard George – strings
Greg Warren Wilson – strings
Laura Melhuish – strings
Susan Dench – strings
Peter Lale – strings
Audrey Riley – strings
Ann Lines – strings
Marr McGuinn – guitar riff on “Square One” 
Brian Eno – additional synthesizer on “Low”


Label: Parlophone


Erscheinungsdatum: 2005


Stil: Pop, Rock


Trackliste:

1. Square One (4:47)
2. What If (4:57)
3. White Shadows (5:28)
4. Fix You (4:55)
5. Talk (5:11)
6. X&Y (4:34)
7. Speed Of Sound (4:48)
8. A Message (4:45)
9. Low (5:32)
10. The Hardest Part (4:25)
11. Swallowed In The Sea (3:58)
12. Twisted Logic (5:01)
13. Til Kingdom Come (4:10)

Gesamtspieldauer: 1:02:35




„X&Y“ nannten die vier Musiker von Coldplay ihr drittes Studioalbum, welches im Jahr 2005 auf dem Label Parlophone erschien. Und einmal mehr haben es die Briten geschafft, ein sehr eingängiges und ziemlich schnell ins Ohr gehendes Album aufzunehmen und auf den Markt zu bringen. Gleichzeitig ist „X&Y“ die Scheibe von Coldplay, die es nicht nur schaffte in allen Ländern Westeuropas die Charts bis hin zur Spitze zu stürmen, sondern erstmals auch Platz 1 der US-amerikanischen Charts belegte.

Die Musik auf „X&Y“ ist eingängig und melodiös. Sehr eingängig und sehr melodiös sogar. Hier klingt einfach alles auf eine gewisse Art und Weise angenehm. Und das ist genau auch der Punkt, den so manche Hörerin beziehungsweise Hörer der Band auch vorwirft. Coldplay klingen fast schon anbiedernd ins Ohr gehend, auch wenn der eine, ganz große Ohrwurm nicht auf „X&Y“ zu finden ist. So richtige Ecken und Kanten, die einem Lied manchmal zusätzlichen Reiz verleihen, es noch etwas spannender machen, die findet man hier nur bedingt. Dafür kann man auf dieser Scheibe zwölf überwiegend weichen Liedern lauschen, die ihre sanfte Atmosphäre auch mit durch den Gesang des Chris Martin erhalten.

Großartig herausheben sollte man hier keinen Titel, alles klingt auf seine Art gut. Müsste ich es trotzdem tun, so würde ich wohl „Square One“, „White Shadows“, „Fix You“, „Low“, „Swallowed In The Sea“ und „Til Kingdom Come“ nennen. Oder würde ich doch die sieben anderen Lieder erwähnen? Einen Unterschied würde das gewiss nicht machen, denn die Nummern wirken alle auf die gleiche Art und Weise – und das überzeugend, wenn man auf diese sanfte Mischung aus Pop und Rock stehen sollte. Dazu gesellt sich noch der Umstand, dass das Album bereits beim ersten Mal des Hörens wirkt, die einzelnen Titel allerdings durchaus noch mit jedem weiteren Durchlauf zu wachsen verstehen.

Fazit: „X&Y“ von Coldplay ist ein schönes Album geworden, welches zu unterhalten versteht. Die Musik darauf ist vom ersten bis zum letzten Takt eingängig und melodiös. Manch eine oder einer mag das langweilig finden, denn ein klein wenig süßlich klingt das Ganze in seiner Gesamtheit natürlich schon. Aber dann doch auch wieder so gut gemacht, dass man das gerne mit in Kauf nimmt und irgendwie schließlich sogar überhört. Die Lieder von Coldplay auf „X&Y“ wachsen sogar noch mit der Zeit. Macht schon Spaß. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Square One, Low, Til Kingdom Come



Donnerstag, 21. Juli 2016

The Kinks – The Kinks Story




The Kinks – The Kinks Story


Besetzung:

Keine weiteren Angaben


Gastmusiker:

Keine weiteren Angaben


Label: PRT Records


Erscheinungsdatum: 1989


Stil: Pop, Rock


Trackliste:

CD1: 

1. You Really Got Me (2:15)
2. Got My Feet On The Ground (2:11)
3. Tired Of Waiting (2:31)
4. Tin Soldier Man (2:56)
5. I Took My Baby Home (1:50)
6. Dandy (2:10)
7. Naggin' Woman (2:35)
8. Death Of A Clown (3:11)
9. So Mystifying (2:54)
10. Victoria (3:38)
11. Bald Headed Woman (2:40)
12. Holiday In Waikiki (2:46)
13. I Am Free (2:25)
14. See My Friends (2:43)
15. Dead End Street (3:18)
16. Two Sisters (2:00)
17. Sunny Afternoon (3:33)
18. Wonder Where My Baby Is Tonight (1:59)
19. Party Line (2:35)
20. Little Miss Of Darkness (3:12)


CD2:

1. All The Day & All Of The Night (2:23)
2. Yes Sir, No Sir (3:47)
3. Harold Rag (2:18)
4. Till The End Of The Day (2:23)
5. Dreams (3:45)
6. Revenge (1:30)
7. Dancin' In The Streets (2:23)
8. This Time Tomorrow (3:23)
9. Beautiful Delilah (2:07)
10. Lola (4:03)
11. A Well Respected Man (2:42)
12. I'm A Lover, Not A Fighter (2:07)
13. Rats (2:38)
14. Moments (2:57)
15. Dedicated Follower Of Fashion (3:04)
16. King Kong (3:25)
17. Village Green Preservation Society (2:47)
18. Brainwashed (2:34)
19. Shangri La (5:25)
20. Louie Louie (2:56)


CD3:

1. Long Tall Sally (2:14)
2. Things Are Gettin' Better (1:53)
3. She's Got Everything (3:10)
4. Sittin' On My Sofa (3:05)
5. Wonder Boy (2:46)
6. Something To Me (2:26)
7. It's All Right (2:40)
8. Ev'ribody's Gonna Be Happy (2:13)
9. Never Met A Girl Like You (2:05)
10. I Gotta Go Now (2:55)
11. Pretty Polly (2:51)
12. Plastic Man (3:03)
13. Act Nice And Gentle (2:38)
14. Berkley News (2:41)
15. I Gotta Move (2:24)
16. Such A Shame (2:19)
17. I've Got That Feeling (2:45)
18. Who'll Be The Next In Line (2:03)
19. Wait Till The Summer Comes Along (2:09)
20. You Still Want Me (1:59)

Gesamtspieldauer: CD1 (53:55), CD2 (58:46) und CD3 (50:28): 2:42:48




Sechzig verschiedene Titel der Kinks gibt es auf dem 1989, beim Label PRT Records erschienen Kompilationsalbum mit dem Titel „The Kinks Story“ zu hören. Diese Nummern stammen alle aus den ersten Jahren der Kinks, die 1963 im Norden Londons von den Brüdern Dave und Ray Davies gegründet wurden. In den 60er Jahren gehörten die Kinks neben den Beatles, den Rolling Stones und The Who mit zur sogenannten „British Invasion“, die musikalisch gesehen die Welt eroberten.

Diese Zusammenstellung von PRT Records ist dabei etwas lieblos ausgefallen, da viele der Lieder noch nicht einmal richtig benannt wurden. Einer der drei UK Nummer 1 Hitsingles der Kinks, neben „You Really Got Me“ und „Sunny Afternoon“, die Nummer „Tired Of Waiting For You“ wurde da schnell mal gekürzt und heißt hier „Tired Of Waiting“. Weitere Beispiele wären „Little Miss Of Darkness“, was in Wirklichkeit „Little Miss Queen Of Darkness“ heißt. „Something To Me“ anstatt „You Do Something To Me“, „Harold Rag“ anstatt „Harry Rag“, „Never Met A Girl Like You“ anstatt „Never Met A Girl Like You Before“, „Pretty Polly“ statt lediglich „Polly“ und „Berkley Mews“ wird hier zu „Berkley News“. Richtiggehend witzig wird es dann bei „Dedicated Follower Of Fashion“, was hier zu einem „Dedicated To The Follower Of Fashion“ wird.

Nun, das zur Aufmachung der CD, die aber immerhin 60 Titel enthält. Dabei ist zur Musik der Kinks zu sagen, dass sie hier auch genau so klingt, wie die Zeit, in der sie entstanden ist. Das innovative Moment in der Musik der Engländer, welches man bei den Beatles oder The Who durchaus findet, das fehlt hier leider. Allerdings sind einige schöne und bekannte Lieder enthalten, die wohl jede Musikfreundin, jeder Musikfreund schon einmal gehört hat. „You Really Got Me“, welches später toll von Van Halen gecovert werden sollte, das eingängige „Dandy“, die nachdenkliche Nummer „Death Of A Clown“, der Ohrwurm „Sunny Afternoon“ sowie das textlich wirklich sehr gelungene und witzige „Lola“, welches dazu noch über eine sehr eingängige Melodie verfügt. Und diese hier aufgeführten Lieder sind dabei wohl gleichzeitig auch die bekanntesten Nummern der Kinks.

Unter den sechzig Liedern finden sich allerdings auch noch weitere gute Titel, die jedoch nicht mehr ganz so bekannt sein dürften. Das wahrlich schöne „Shangri La“ ist da zu nennen. Und auch „Dead End Street“, „Two Sisters“, „All The Day & All Of The Night“, „A Well Respected Man“ und „Moments“ können durchaus noch überzeugen. Vieles vom immer noch sehr großen „Rest“ allerdings keineswegs mehr, das klingt dann häufig alles ein wenig altbacken. Vielleicht muss man aber auch in dieser Zeit groß geworden sein, um sich für diese Titel begeistern zu können. Vor allem die dritte CD scheint dabei durchaus mit einigen Füllern ausgestattet worden zu sein, sodass viele Kapitel auf „The Kinks Story“ heute gar nicht mehr so hörenswert erscheinen beziehungsweise sich nicht sonderlich lohnend anhören.

Fazit: Auch wenn sich die Herausgeber dieser Zusammenstellung nicht allzu viel Mühe gegeben haben, so erhält man doch einen ganz guten Überblick über das Schaffen der Kinks in den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts. Ganz so innovativ und spannend wie manche ihrer Kollegen zur damaligen Zeit in England waren die Kinks jedoch nicht. Trotzdem haben sie auch einige wirklich tolle Songs hinterlassen – neben ganz viel 60er-Jahre-Durchschnitt. Als Überblick geeignet, mehr aber auch nicht, auch wenn man viel Musik für zur Zeit relativ wenig Geld erhält. Acht Punkte.

Anspieltipps: Death Of A Clown, Sunny Afternoon, Lola, Shangri La



Mittwoch, 20. Juli 2016

Hawkwind – Stasis (The UA Years 1971 – 1975)




Hawkwind – Stasis (The UA Years 1971 – 1975)


Besetzung (ohne Instrumentenangabe):

Dave Anderson
Dik Mik
Dave Brock
Terry Ollis
Nik Turner
Del Dettmar
Simon King
Lemmy
Simon House
Stacia


Gastmusiker:

Keine weiteren Angaben


Label: EMI


Erscheinungsdatum: 1990 (Musik aus den Jahren 1971 - 1975)


Stil: Space Rock


Trackliste:

1. Urban Guerilla (3:42)
2. The Psychedelic Warlords (Single Version Edit) (3:58)
3. Brainbox Pollution (5:44)
4. Seven By Seven (Remixed Version) (5:25)
5. Paradox (Remixed Single Edit) (4:04)
6. Silver Machine (Original Single Mix) (4:41)
7. You'd Better Believe It (Single Version Edit) (3:23)
8. Lord Of Light (7:00)
9. Black Corridor (Live) (2:45)
10. Space Is Deep (Live) (8:02)


Bonus Tracks der CD-Veröffentlichung:

11. Earth Calling (Live) (1:42)
12. Born To Go (Live) (9:57)
13. Down Through The Night (Live) (5:46)
14. The Awakening (Live) (2:12)
15. You Shouldn't Do That (Live) (7:06)

Gesamtspieldauer: 1:15:35




„Stasis (The UA Years 1971 – 1975)“ heißt das sechste Kompilationsalbum der Space Rocker von Hawkwind. Darauf enthalten sind hauptsächlich Single Versionen diverser „Hits“ der Band aus ihrer Zeit bei United Artists von 1971 bis 1975. Auf der CD-Ausgabe des Albums gibt es dazu noch die komplette erste Seite des Live Albums „The Space Ritual Alive“ vom Mai 1973 als Bonus mitgeliefert.

Nun, „Stasis (The UA Years 1971 – 1975)“ ist mit Sicherheit nicht essentiell in der Diskographie von Hawkwind und wohl eher was für den wirklich eingefleischten Fan. Trotzdem erhält man mit diesem Album einen ganz guten Überblick über die Musik der Band zu Beginn ihrer Karriere. Die einzelnen Lieder sind allerdings Single-Versionen oder Remixe bereits anders veröffentlichter Titel, was bei der einen oder dem anderen, die oder der die Nummern bereits kennt, durchaus eine gewisse Zeit des Einhörens und des Gewöhnens erfordern wird. Auch ist die Musik auf „Stasis (The UA Years 1971 – 1975)“ keineswegs „nur“ Space Rock, auch Rock’n’Roll ist hier an mancher Stelle zu vernehmen.

Ein großer Teil der auf dem Album enthaltenen Lieder sind Live-Versionen, die zum Teil, wie bereits erwähnt, von der Platte „The Space Ritual Alive“ stammen, allerdings auch andere Aufnahmen sind hier vertreten. Das Hörerlebnis ist hier allerdings nicht uneingeschränkt ein zufriedenstellendes geworden, da so mancher dieser Live-Titel recht „schwammig“ und „verwaschen“ klingt.

Fazit: Einen kleinen Einblick bekommt man hier über die Musik von Hawkwind in den Jahren von 1971 bis 1975 durchaus geliefert. Allerdings ist dies definitiv kein „Best Of“-Album, sondern sehr viel eher eine Zusammenstellung bisher unbekannter, beziehungsweise in Vergessenheit geratener Variationen einzelner Lieder. Sicherlich nicht unbedingt etwas für den 08/15-Hawkwind-Anhänger, dagegen sehr viel eher etwas für den eingefleischten Fan, die oder der eben alles von seiner Band besitzen möchte. Acht Punkte.

Anspieltipps: Paradox, Space Is Deep



Dienstag, 19. Juli 2016

Live – Secret Samadhi




Live – Secret Samadhi


Besetzung:

Patrick Dahlheimer – bass guitar
Chad Gracey – drums, percussion, backing vocals
Ed Kowalczyk – vocals, rhythm guitar
Chad Taylor – lead guitar, backing vocals


Gastmusiker:

Jon Carin – keyboards
Jennifer Charles – vocals on "Ghost"
Doug Katsaros – string arrangements on "Lakini's Juice" and "Turn My Head"


Label: Radioactive Records


Erscheinungsdatum: 1997


Stil: Post Grunge, Alternative Rock


Trackliste:

1. Rattlesnake (4:51)
2. Lakini's Juice (4:59)
3. Graze (5:39)
4. Century (3:22)
5. Ghost (6:19)
6. Unsheathed (3:37)
7. Insomnia And The Hole In The Universe (4:01)
8. Turn My Head (3:57)
9. Heropsychodreamer (2:48)
10. Freaks (4:50)
11. Merica (3:21)
12. Gas Hed Goes West (5:35)

Gesamtspieldauer: 53:26




„Secret Samadhi“ nannte die US-amerikanische Rock-Band „Live“ ihr drittes Studioalbum. Dieses wurde nach dem Vorgänger „Throwing Copper“ die zweiterfolgreichste Scheibe der Band und ist im Februar des Jahres 1997 auf dem Label Radioactive veröffentlicht worden. Das Album wurde auch durch die insgesamt die vier Single-Veröffentlichungen „Lakini's Juice", „Rattlesnake", „Turn My Head" und "Freaks" promotet und stieg gleich auf Platz 1 der US-amerikanischen Billboard 200 Charts ein. Zu hören gibt es auf „Secret Samadhi“ schließlich wirklich gut gemachten und teilweise auch mitreißenden Alternative Rock, der vielleicht nicht mehr ganz das Level des letzten Albums erreicht, jedoch auch sehr lohnenswert klingt.

Die einzelnen Titel auf „Secret Samadhi“ gehen allesamt ins Ohr, klingen melodiös und jederzeit eingängig. Großartige Experimente macht die Band dabei nicht, was zum einen natürlich bewirkt, dass jeder der zwölf Titel wirkt, Ausfälle also nicht zu beklagen sind. Andererseits schränkt das natürlich auch ein wenig die Breite der hier zu hörenden Musik ein. Nun, dafür wirkt „Secret Samadhi“ durchgängig. Was die vier Musiker dabei allzu trefflich verstehen, das ist das Spiel mit den atmosphärischen Stimmungen. Laute und leise Abschnitte werden perfekt ineinander übergeleitet, ebenso wie dunklere und fröhlichere Abschnitte, sodass diesbezüglich dann doch auch Überraschendes passiert.

Höhepunkte der Scheibe sind das, trotz zahlreicher Streichereinlagen, etwas „dreckig“ klingende „Lakini's Juice“, welches für mich auch den Höhepunkt der ganzen Platte darstellt. Ein Lied welches stilistisch auch vortrefflich auf das Vorgänger-Album „Throwing Copper“ gepasst hätte. „Ghost“ weiß durch seine etwas dunklere Stimmung zu überzeugen und ebenfalls sehr gelungen ist die Nummer „Insomnia And The Hole In The Universe“, mit der Live sehr stark an die Kollegen von R.E.M. erinnern.

Fazit: Durchaus überzeugend und unterhaltend ist das dritte Album von Live geworden und damit auch geglückt. Die Musik auf „Secret Samadhi“ klingt und geht ins Ohr. Auch gibt es hier die rockigeren neben den etwas gemäßigteren Tönen zu hören, insgesamt wirkt das dabei immer, egal welche Stimmung gerade bedient wird. Für Freundinnen und Freunde des Alternative Rock allerbestens geeignet. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Lakini's Juice, Ghost, Insomnia And The Hole In The Universe



Montag, 18. Juli 2016

Jimi Hendrix – All The Hits




Jimi Hendrix – All The Hits


Besetzung:

Keine weiteren Angaben


Gastmusiker:

Keine weiteren Angaben


Label: Universe


Erscheinungsdatum: 1991 (Musik aus den Jahren Ende der 60er)


Stil: Rock, Blues Rock, Psychedelic Rock


Trackliste:

1. Let Me Light Your Fire (2:41)
2. Highway Chile (3:32)
3. Hey Joe (3:27)
4. Voodoo Chile (5:16)
5. Purple Haze (2:50)
6. Long Hot Summer Night (3:29)
7. The Wind Cries Mary (3:19)
8. Foxy Lady (3:16)
9. Remember (2:46)
10. Gypsy Eyes (3:45)
11. All Along The Watchtower (4:01)
12. Burning Of The Midnight Lamp (3:38)
13. Stone Free (3:37)
14. Manic Depression (3:39)
15. Cross Town Traffic (2:21)
16. 51st Anniversary (3:15)

Gesamtspieldauer: 55:00




Da kann man zu Blues-Rock stehen wie man will, Jimi Hendrix ist auf jeden Fall ein musikalisches Erlebnis. Drei Studio-Alben nahm der gebürtige US-Amerikaner, der allerdings erst durch seinen Aufenthalt in England seinen Durchbruch schaffte, zu seinen Lebzeiten auf. Diese wurden in den Jahren 1967 und 1968 veröffentlicht. Unzählige Kompilationsalben wurden dann nach seinem Tod am 18. September 1970 veröffentlicht, was einmal mehr den Spruch „Death Sells“ unterstreicht.

Eine dieser Zusammenstellungen ist die im Jahr 1991 auf Universe veröffentlichte Platte „All The Hits“. Obwohl auch hier wieder festzuhalten ist, dass die Original-Alben einem einen wesentlich besseren Überblick über das Schaffen eines Künstlers beziehungsweise einer Band ermöglichen, so bekommt man mit solch einer Zusammenstellung doch immerhin eine grobe Richtung über die Musik des jeweiligen Musikers aufgezeigt. Nun und diese ist im Falle des Jimi Hendrix und „All The Hits“ sehr intensiv. Absolut kraftvoll und begeisternd klingt dessen Gitarrenspiel. Und hier von Blues Rock zu sprechen ist gar nicht mal so zutreffend. Sehr oft geht das Ganze dann doch auch in die Richtung Psychedelic Rock. Stellvertretend dafür steht die geniale Nummer „Voodoo Chile“, einfach mitreißend.

Natürlich sind auch alle „Hits“ des Jimi Hendrix enthalten. „Hey Joe“, „Purple Haze“, „The Wind Cries Mary“, „All Along The Watchtower“, „Manic Depression“ und wie sie alle heißen. Das Interessante dabei ist, dass man dieser Musik einfach nicht anhört, dass sie bereits bald fünfzig Jahre alt wird. Irgendwie klingt das Ganze auch heute noch frisch, kraftvoll und völlig auf der Höhe der Zeit. Dies kann man wahrlich nicht von jeder Musik behaupten und macht die Lieder des Jimi Hendrix darum umso wertvoller.

Fazit: Klar, als Rock Fan sollte man auch mal Jimi Hendrix gehört haben. Und das ist wahrlich ein Erlebnis, obwohl bei dieser Art der Musik nur wenig gleich beim ersten Mal des Hörens hängenbleiben möchte. Dafür klingt diese Musik vom ersten Takt an spannend und nistet sich dann im Laufe der Zeit ebenfalls im Musikzentrum der Hörerin beziehungsweise des Hörers ein. Wer auf gut gemachten Rock steht, dem Blues nicht ganz abgeneigt ist und auch diverse psychedelische Ausflüge zu schätzen weiß, der ist allgemein mit der Musik des Jimi Hendrix gut bedient und kann auch mit dieser Zusammenstellung so gut wie nichts falsch machen. Elf Punkte.

Anspieltipps: Voodoo Chile, Purple Haze, All Along The Watchtower



Sonntag, 17. Juli 2016

Kula Shaker – K




Kula Shaker – K


Besetzung:

Crispian Mills – singing, electric & acoustic guitars, tamboura
Alonza Bevan – bass, piano, tabla, backing vocals
Paul Winterhart – drums
Jay Darlington – organ, mellotron, piano


Gastmusiker:

Wajahat Kahn – sarod on "Sleeping Jiva" 
Himangsu Goswami – tabla on "Govinda" and "Jerry Was There"
Gauri – backing vocals on "Govinda"
The Kick Horns – horns on "Start All Over"


Label: Columbia Records


Erscheinungsdatum: 1996


Stil: Psychedelic Rock, Raga Rock


Trackliste:

1. Hey Dude (4:10)
2. Knight On The Town (3:25)
3. Temple Of Everlasting Light (2:33)
4. Govinda (4:57)
5. Smart Dogs (3:16)
6. Magic Theatre (2:38)
7. Into The Deep (3:49)
8. Sleeping Jiva (2:02)
9. Tattva (3:46)
10. Grateful When You're Dead/Jerry Was There (5:42)
11. 303 (3:08)
12. Start All Over (2:35)
13. Hollow Man (Parts 1 & 2)" (inklusive 0:12 Hidden Track nach 13:04 Minuten Stille) (6:10)

Gesamtspieldauer: 48:31




Nur ganz kurz mit „K“ betitelten die vier Briten von Kula Shaker ihr erstes Studioalbum, welches im Jahr 1996 auf dem Musiklabel Columbia Records veröffentlicht wurde. Und die vier Musiker betraten damit durchaus Neuland in der populären Musik. Noch nie hatte es eine Band gegeben, die britischen Pop und Rock so konsequent mit indischen Tönen in Verbindung brachte. Und das Schöne daran ist, das Ganze wirkt auch noch sehr überzeugend, klingt einfach gut, manchmal sogar richtiggehend mitreißend.

Ein paar Anläufe muss man der Musik von Kulka Shaker allerdings zugestehen. Nicht, dass diese Platte nicht gleich beim ersten Male des Hörens einen Eindruck hinterlassen würde, allerdings wächst sie mit jeder weiteren Umdrehung nochmals. Diese Verschmelzung ganz unterschiedlicher Musikstile wirkt hier nahezu perfekt. Und Pop ist das, was uns Kula Shaker hier präsentieren, auch nur am Rande. Die Umschreibung ist da mit „Rock“ schon deutlich genauer.

Die einzelnen Titel gehen alle ins Ohr, sind melodiös und man kommt gar nicht umhin, die Füße mitwippen zu lassen, wenn man denn auf gut gemachten Rock steht. Alle dreizehn Lieder auf „K“ wirken. Ausfälle gibt es keine auf diesem Album zu beklagen und diese Stille zum Schluss, die in den 90ern so viele Bands auf ihren Alben mit einbauten, um mehr oder weniger sinnfreie Hidden Tracks zu platzieren, die sei Kula Shaker an dieser Stelle auch verziehen. Dies war nun mal der damals vorherrschende Zeitgeist, um die Laufzeit einer Platte etwas aufzupumpen. Hörenswert ist diese zwölf Sekunden andauernde Soundkollage übrigens bei Kula Shaker ebenfalls nicht. Dies gilt jedoch nicht für den Rest der Scheibe, auf denen sich einige Titel befinden, die sich trefflich in das Musikzentrum der Hörerin beziehungsweise des Hörers einzubrennen verstehen. Sehr gelungene Beispiele wären hierfür „Temple Of Everlasting Light“, „Govinda“, „Magic Theatre“, „Tattva“, „Grateful When You're Dead/Jerry Was There“ und und und. Im Grunde genommen hätte ich hier auch die anderen Nummern aufzählen können. Die Musik von Kula  Shaker auf „K“ wirkt.

Fazit: Ein sehr überzeugendes Debut Album ist Kula Shaker mit „K“ gelungen. Die Musik auf dem Album ist sicherlich kein BritPop, mit dem Kula Shaker auch immer wieder in Verbindung gebracht werden. Hier hört man Rock Musik, die eng mit indischen Klängen verwoben wurde und manchmal bis in den Bereich des Psychedelic Rock hineinreicht. Die einzelnen Titel gehen schnell ins Ohr und werden nach dem mehrmaligen Hören immer intensiver. „K“ von Kula Shaker lohnt sich – auch oder vielleicht sogar gerade, weil Kula Shaker anders klingt, als andere Bands. Elf Punkte.

Anspieltipps: Govinda, Magic Theatre



Samstag, 16. Juli 2016

Peter Baumann – Machines Of Desire




Peter Baumann – Machines Of Desire


Besetzung:

Peter Baumann – synthesizer


Gastmusiker:

Keine weiteren Angaben


Label: Bureau B


Erscheinungsdatum: 2016


Stil: Elektronische Musik, Instrumentalmusik


Trackliste:

1. The Blue Dream (5:53)
2. Searching In Vain (5:36)
3. Valley Of The Gods (4:12)
4. Echoes In The Cave (3:55)
5. Ordinary Wonder (6:00)
6. Crossing The Abyss (5:57)
7. Dancing In The Dark (4:57)
8. Dust To Dust (6:24)

Gesamtspieldauer: 42:57




„Machines Of Desire“ heißt das fünfte Studio-Album des ehemaligen Tangerine Dreams Mitglieds Peter Baumann und ist gleichzeitig seine erste neue Studio-Veröffentlichung seit 33 Jahren. Veröffentlicht wurde die Scheibe im Mai 2016 auf dem Label Bureau B. Ursprünglich war das Comeback des Peter Baumann wohl als Zusammenarbeit mit dem ehemaligen Tangerine Dream Kollegen Edgar Froese geplant, nach dessen Tod im Januar 2015 zerschlug sind natürlich dieser Plan und so wurde „Machines Of Desire“ nun also ein reines Solo-Album.

Das, was man auf „Machines Of Desire“ zu hören bekommt, weiß dabei durchaus zu überzeugen und stellt eine kurzweilige, elektronische Klangreise dar. Es sind allerdings nicht mehr diese langen und breiten Synthesizer-Teppiche, die der gebürtige Berliner hier seinen Hörerinnen und Hörern serviert, jedoch befinden sich auf der Scheibe acht sehr abwechslungsreiche und durchaus auch melodische Titel, die zu überzeugen wissen. Die Musik hat dabei nicht mehr so sehr viel mit seinen Beteiligungen bei Tangerine Dream zu tun, wirkt auf „Machines Of Desire“ jedoch sogar etwas abwechslungsreicher zum Teil auch ein wenig „aufgeregter“.

Die Abwechslung auf der Scheibe rührt auch daher, dass die Lieder für reine elektronische Titel ziemlich kurz geraten sind. Anstatt hier ein Thema auszuwalzen, wird ein neues Thema in Form eines weiteren Liedes nachgeschoben. Immer wieder gibt es etwas zu entdecken, die atmosphärischen Stimmungen reichen dabei von fast schon mystisch über düster, bis hin zu fröhlich. Auch verwendet Peter Baumann häufig Sprachfetzen, die elektronisch verfremdet in die einzelnen Titel eingebunden werden. Nur beim letzten Titel, „Dust To Dust“, stimmt das dann nicht so ganz. Ein biblisches Zitat wird mittels Synthesizer-Musik und Rhythmik in Verbindung mit an gregorianische Choräle erinnernden Gesang umgesetzt – dieses Mal jedoch nicht verfremdet und auch das klingt in meinen Ohren gut.

Fazit: Eine interessante Platte ist „Machines Of Desire“ geworden, angefüllt mit elektronischer Musik, die nicht nur mit stimmungsvollen Atmosphären, sondern auch mit Melodien punkten kann. Besorgt man sich die Vinylausgabe der Scheibe, bekommt man hier die CD gleich mitgeliefert. Sehr kurzweilig das Ganze. Neun Punkte.

Anspieltipps: The Blue Dream, Searching In Vain, Dust To Dust



Freitag, 15. Juli 2016

Oasis – Standing On The Shoulder Of Giants




Oasis – Standing On The Shoulder Of Giants


Besetzung:

Liam Gallagher – lead vocals, tambourine
Noel Gallagher – lead guitar, rhythm guitar, acoustic guitar, backing vocals, lead vocals on "Where Did It All Go Wrong?" and "Sunday Morning Call", additional vocals on "Put Yer Money Where Yer Mouth Is", bass, keyboards
Alan White – drums, percussion


Gastmusiker:

Paul Stacey – keyboards, additional lead guitar on "Fuckin' In The Bushes", backwards guitar on "Who Feels Love?", bass on "Who Feels Love?", "Gas Panic!", "I Can See A Liar" and "Roll It Over", additional acoustic guitar on "Where Did It All Go Wrong?", guitar solo on "Roll It Over"
P. P. Arnold – backing vocals on "Fuckin' in the Bushes", "Put Yer Money Where Yer Mouth Is" and "Roll It Over"
Linda Lewis – backing vocals on "Fuckin' in the Bushes", "Put Yer Money Where Yer Mouth Is" and "Roll It Over"
Mark Coyle – electric sitar on "Put Yer Money Where Yer Mouth Is", twelve-string acoustic guitar on "Little James"
Mark Feltham – harmonica on "Gas Panic!"
Tony Donaldson – Minimoog & Mellotron on "Gas Panic!"
Charlotte Glasson – flute on "Gas Panic!"


Label: Sony Music


Erscheinungsdatum: 2000


Stil: Alternative Rock, BritPop


Trackliste:

1. Fuckin' In The Bushes (3:18)
2. Go Let It Out (4:3()
3. Who Feels Love? (5:44)
4. Put Yer Money Where Yer Mouth Is (4:27)
5. Little James (4:15)
6. Gas Panic! (6:08)
7. Where Did It All Go Wrong? (4:26)
8. Sunday Morning Call (5:12)
9. I Can See A Liar (3:1")
10. Roll It Over (6:31)

Gesamtspieldauer: 47:56




„Standing On The Shoulder Of Giants“ heißt das vierte Studio-Album der englischen Alternative Rock und BritPop-Band Oasis, welches im Jahr 2000 auf dem Label Sony Music veröffentlicht wurde. Ihre vorherige Plattenfirma Creation Records hatte Konkurs anmelden müssen und war in diesem Zuge an Sony Music verkauft worden. Aber dies war nicht die einzige Veränderung bei Oasis. Mit Paul "Bonehead" Arthurs sowie Paul McGuigan hatten zwei der Gründungsmitglieder die Band verlassen. Dazu kamen die dauernden Streitereien der Brüder Liam und Noel, deren Drogenverbrauch sowie ein erneuter Stilwechsel. Zwar steht, wie bereits beim Vorgängeralbum, nicht mehr der BritPop im Vordergrund, für den Oasis zunächst standen. Allerdings ist die Scheibe auch deutlich weniger Rock-lastig als das Album zuvor. „Standing On The Shoulder Of Giants“ klingt elektronischer, mitunter sogar ein wenig psychedelisch, was an Soundkollagen und asiatischen Einflüssen in der Musik liegt. Und schließlich steuerte Liam Gallagher erstmals mit „Little James“ auch ein Lied zur Platte bei. Was davon dazu beitrug, dass „Standing On The Shoulder Of Giants“ weit weniger erfolgreich war, als noch das Vorgängeralbum „Be Here Now“, kann ich nicht beurteilen, es überrascht allerdings schon etwas, denn musikalisch kann diese Scheibe doch sogar etwas mehr überzeugen, als eben jenes Vorgängeralbum.

Die Musik auf „Standing On The Shoulder Of Giants“ ist abwechslungsreicher geworden. Da gibt es Klangkollagen, indisch angehauchte Titel, eingängige Pop Songs und auch rockigere Stücke. Auf der Scheibe sind wieder deutlich mehr Melodien zu entdecken, die sofort zünden und in die Richtung „Ohrwurm“ driften. Man benötigt nicht allzu viele Durchläufe der Platte, um hier etwas für sich zu finden. Auch der von Liam Gallagher geschriebene Titel „Little James“ fügt sich in die Reihe der zehn überzeugenden Titel ein, von denen keiner einen Ausfall darstellt.

Die Höhepunkte der Scheibe befinden sich auf der hinteren Hälfte des Albums. „Where Did It All Go Wrong?“ funktioniert sofort beim ersten Hören und es besteht auch nicht die Gefahr, sich daran zu überhören. Werden hier noch rockigere Töne angeschlagen, so ist der nächste Titel „Sunday Morning Call“ dann fast schon wieder im BritPop angesiedelt. Am eindrucksvollsten allerdings klingt das letzte Stück der Scheibe „Roll It Over“. Hier wechselt die Band zwischen poppigen und rockigen Abschnitten hin und her und immer wieder scheinen die Beatles und dann sogar auch Pink Floyd hier ihren Einfluss geltend machen zu wollen. 

Fazit: „Standing On The Shoulder Of Giants“ ist ein sehr abwechslungsreiches Album geworden. Anders als seine Vorgänger gibt es auf dieser Platte diverse musikalische Stile zu erhören, die alle auch durchaus gut umgesetzt wurden und zu gefallen wissen. Dieser dieses Mal etwas breitere Fächer in der Musik der Band passt und sitzt. Zwar fehlt dem Album ein Hit, der wohl für einen besseren kommerziellen Erfolg gesorgt hätte, doch dafür punktet die Scheibe in ihrer Gesamtheit. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Little James, Roll It Over



Donnerstag, 14. Juli 2016

Big Country – The Crossing




Big Country – The Crossing


Besetzung:

Stuart Adamson – vocals, guitar, piano, e-bow
Bruce Watson – guitar, mandolin, sitar, vocals, e-bow
Tony Butler – bass, vocals
Mark Brzezicki – drums, percussion, vocals


Label: Mercury Records


Erscheinungsdatum: 1983


Stil: Alternative Rock, New Wave


Trackliste:

1. In A Big Country (4:43)
2. Inwards (4:36)
3. Chance (4:26)
4. 1000 Stars (3:52)
5. The Storm (6:21)
6. Harvest Home (4:20)
7. Lost Patrol (4:51)
8. Close Action (4:14)
9. Fields Of Fire (400 Miles) (3:31)
10. Porrohman (7:51)
11. Angle Park (4:07)
12. All Of Us (4:09)
13. The Crossing (7:08)
14. Heart & Soul (4:33)

Gesamtspieldauer: 1:08:49




„The Crossing“ heißt das erste Studio-Album der schottischen Rock-Band Big Country und wurde im Juli 1983 auf dem Plattenlabel Mercury Records veröffentlicht. „The Crossing“ ist die mit Abstand erfolgreichste Veröffentlichung der Band und erreichte in Großbritannien wie in Kanada Platin Status. Zu hören gibt es darauf eine irgendwie geartete Mischung aus Alternative Rock und New Wave.

Die Musik der Band ist nicht unbedingt spektakulär und erfindet auch kein neues musikalisches Genre – muss sie allerdings natürlich auch nicht. Das, was man Big Country jedoch wahrlich nicht absprechen kann ist, dass sie mit „The Crossing“ ein Album veröffentlicht haben, welches angefüllt ist mit leichten und größtenteils fröhlichen Titeln, die allesamt wirken und ins Ohr gehen. Ursprünglich waren das zehn Nummern, im Rahmen der remasterten Wiederveröffentlichung wurden dem Album die letzten vier Titel, von denen zwei („Angel Park“ und „Heart & Soul“) bereits auf der ursprünglichen Kassetten-Ausgabe des Albums im Jahr 1983 vorhanden waren, noch hinzugefügt.

Ein Höhepunkt der Scheibe ist das packende „The Storm“, bei dem man auch sehr gut die schottischen musikalischen Wurzeln der Band heraushören kann. Das Lied wirkt bereits beim ersten Mal des Hörens und weiß sich auch festzusetzen. Ebenfalls sehr gelungen ist „Lost Patrol“. Ein treibender Rhythmus und ein Refrain zum Mitgrölen bedingen den Wiedererkennungswert des Stücks. Und schließlich ist da auch noch der ursprünglich letzte Titel der Scheibe „Porrohman“. Nach zweieinhalb Minuten setzt hier erst der Gesang ein, der dann allerdings wieder schnell von einem längeren Instrumentalpart abgelöst wird. Es folgen ganz neue Parts und machen das Lied zu einer sehr abwechslungsreichen musikalischen Reise, die sich lohnt angetreten zu werden.

Fazit: „The Crossing“ ist das erste Album der schottischen Band Big Country und gleich ein überzeugendes geworden Die Stimmung auf der Scheibe ist eine fröhliche. Viele der Lieder gehen ins Ohr, auch wenn ein oder gar mehrere Ohrwürmer nicht auf der Platte vertreten sind. Trotzdem lässt sich das alles gut anhören und macht auch Spaß. Kein Meilenstein der Musik, jedoch ein Album, mit dem man nicht viel falsch machen kann, wenn man auf die Musik der 80er Jahre steht, die nicht ganz im Synthesizer-Wahn des New Wave der damaligen Zeit ertrinkt. Acht Punkte.

Anspieltipps: The Storm, Lost Patrol, Porrohman



Mittwoch, 13. Juli 2016

Cursive – I Am Gemini




Cursive – I Am Gemini


Besetzung:

Tim Kasher – vocals, guitars, keyboards, piano
Matt Maginn – bass, keyboards
Tod Stevens – guitars, vocals, keyboards
Cully Symington – drums, percussion


Gastmusiker:

Patrick Newbery – keyboards, piano
Matt bayles – keyboards, guitar
Erin Rubin – vocals
Nouela Johnston – vocals
Naum Hoffman – vocals


Label: Saddle Creek Records


Erscheinungsdatum: 2012


Stil: Independent Rock


Trackliste:

1. This House Alive (4:12)
2. Warmer, Warmer (3:55)
3. The Sun And Moon (3:57)
4. Drunken Birds (2:33)
5. Lullaby For No Name (1:23)
6. Double Dead (2:46)
7. Gemini (2:28)
8. Twin Dragon / Hello Skeleton (5:56)
9. Wowowow (3:08)
10. This House A Lie (1:30)
11. The Cat And Mouse (2:39)
12. A Birthday Bash (4:24)
13. Eulogy For No Name (4:12)

Gesamtspieldauer: 43:09




„I Am Gemini“ ist das siebte Studioalbum der Independent Rock Band Cursive aus Omaha, Nebraska. Veröffentlicht wurde die Scheibe im Februar 2012 auf dem Label Saddle Creek Records. Das Konzept-Album hält dabei sehr eingängigen und trotzdem nicht anbiedernden Rock für die Hörerinnen und Hörer parat, der schnell ins Ohr geht und bereits beim ersten Mal des Hörens zu überzeugen weiß.

Die Musik auf „I Am Gemini“ ist überaus abwechslungsreich. Von „zart“ bis „hart“ wird hier ein breites musikalisches Spektrum geboten, wobei die jeweiligen „Pole“ nicht überstrapaziert werden. Spannend klingt das Ganze, da immer wieder neue Ideen kreiert, die dann auch trefflich musikalisch umgesetzt werden. Melodiös hört sich das immer an, ganz gleich, ob die Musik mal lauter und fordernder wird oder sich eher etwas sanfter gibt.

Die Höhepunkte der Platte befinden sich am Ende der Scheibe mit den Liedern „The Cat And Mouse“, „A Birthday Bash“ und „Eulogy For No Name“. Hier gibt es auch mal den ein oder anderen „schrägen“ Ton zu hören, der die Musik von Cursive allerdings durchaus noch zusätzlich bereichert. Rockig sind sie auch, diese Titel und gleichzeitig wird sehr viel mit Stimmungen gespielt. Hier gibt es die atmosphärischen Wechsel dann dicht gedrängt in den Liedern geliefert.

Fazit: Ein schönes und spannendes Album ist „I Am Gemini“ von Cursive geworden. Die Musik klingt und geht ins Ohr. Mal ist das Ganze härter aufgezogen, dann wieder wird die Musik langsamer und nachdenklicher. Die Lieder auf der Scheibe sind durch die Bank weg melodiös und gehen sehr schnell ins Ohr. Für Freunde des gut gemachten Independent Rock sehr zu empfehlen. Neun Punkte.

Anspieltipps: Warmer Warmer, A Birthday Bash, Eulogy For No Name



Dienstag, 12. Juli 2016

Patti LaBelle – Live! One Night Only




Patti LaBelle – Live! One Night Only


Besetzung:

Patti LaBelle – vocals



Gastmusiker:

Abe Appleman – violin
John Beal – bass (acoustic)
John Blackwell – drums
Charles Buie – vocals (background)
Mariah Carey – vocals
Robert Chausow – violin
Karen Dreyfus – viola
John R. Faith – string arrangements
Larry Farrell – trombone
George Flynn – trombone (bass)
Ann Leathers – violin
Jeanne LeBlanc – cello
Eddie Levert – vocals
Gerald Levert – vocals
Charles Libove – concert master, violin
Emily Mitchell – harp
Joel Pitchon – violin
Richard Rood – violin
Jose Rossy – percussion
Mark Orrin Shuman – cello
James Herb Smith – guitar
Lew Soloff – trumpet
John Stanley – keyboards, piano, vocals (background)
Gary Topper – saxophone (tenor)
Luther Vandross – vocals
Nathanial Wilkie – leyboards
Anthony Williams – vocals (background)
Eric Wyrick – violin
Manuel Yanes – bass


Label: MCA Records


Erscheinungsdatum: 1998


Stil: Rhythm and Blues


Trackliste:

CD1:

1. I Believe (3:55)
2. When You Talk About Love (4:59)
3. Flame (4:28)
4. He Doesn't Love You (3:01)
5. New Attitude (2:23)
6. If You Asked Me To (3:13)
7. If Only You Knew (7:13)
8. You Are My Friend (5:21)
9. Lord's Side (6:12)


CD2:

1. The Bells (3:17)
2. Is It Still Good to You (4:41)
3. Don't Make Me Over (3:13)
4. If You Love Me (6:35)
5. On My Own (5:14)
6. Sparkle (1:05)
7. Got to Be Real (3:24)
8. Lady Marmalade (5:08)
9. Patti Talk (3:09)
10. A Change Is Gonna Come (4:04)
11. Hold On (4:55)
12. Over the Rainbow (5:12)
13. I Believe I Can Fly (2:51)

Gesamtspieldauer CD1 (40:49) und CD2 (52:55): 1:33:44




Die US-amerikanische Rhythm & Blues-Sängerin Patti LaBelle hat in der Zeit zwischen 1977 und 2008 achtzehn Studio-Alben und drei Live-Alben veröffentlicht. „Live! One Night Only“ ist dabei ihr zweites Live-Album, aufgenommen in New York und veröffentlicht im September 1998 auf dem Label MCA Records in Form einer Doppel-CD. Nun, ganz schnell komme ich hier jetzt an meine Grenzen. An meine Grenzen der Erträglichkeit und auch an jene, die mich ein Album beurteilen lassen.

Im Grunde genommen kann ich das nicht bei Patti LaBelle. Für mich ist dieser Rhythm And Blues ein absolut unmelodiöses Gejammere und Gejaule und Gekreische, welches kaum in Worte zu fassen ist. Anderen gefällt das aber wohl, denn die Scheibe erklomm Position 182 der US-amerikanischen Billboard Charts und Nummer 51 der Top R&B Album-Charts. Für mich absolut unfassbar, dass sich jemand so etwas freiwillig antut.

Und da sind wir wieder an dem Punkt angelangt, dass alles was ich hier schreibe absolut subjektiv ist. Ich bin Rock-Fan, kann mir nicht vorstellen, dass dieses Gejaule einem Menschen gefällt, der nur annähernd meinen Musikgeschmack teilt. Hier finde ich absolut überhaupt nichts Interessantes oder Schönes. „Live! One Night Only“ ist absolute Qual, die weh tut und kaum auszuhalten ist.

Fazit: Rhythm and Blues-Fans könnte das gefallen. Jedoch Vorsicht, dies hier ist die Hardcore-Ausgabe dieses musikalischen Genres. Hier wird gesungen, dass sich die Stimme immer wieder überschlägt, alles wirkt süßlich und klebrig. Es wird gejault, sich irgendwie selbst gefeiert. Verschiedene Gastsängerinnen und Gastsänger kommen zu Wort, darunter Mariah Carey, was alles nur noch grausamer werden lässt. Obwohl, das geht kaum. Und selbstverständlich gebe ich auch gerne zu, dass ich diese Musik überhaupt nicht zu schätzen weiß und hier völlig überfordert bin. Ein Punkt.

Anspieltipps: Alles



Montag, 11. Juli 2016

Massive Attack – 100th Window




Massive Attack – 100th Window


Besetzung:

Robert "3D" Del Naja – synthesizers, vocals


Gastmusiker:

Neil Davidge – synthesizers
Horace Andy – vocals
Sinéad O'Connor – vocals
Damon "2D" Albarn – vocals
Alex Swift – additional programming and keyboards
Angelo Bruschini – guitars
Jon Harris – bass
Damon Reece – drums
Stuart Gordon – violin
Skaila Hanka – harp
Craig Pruess – string conduction


Label: Virgin Records


Erscheinungsdatum: 2003


Stil: TripHop, Electronica


Trackliste:

1. Future Proof (5:38)
2. What Your Soul Sings (6:38)
3. Everywhen (7:39)
4. Special Cases (5:09)
5. Butterfly Caught (7:34)
6. A Prayer For England (5:48)
7. Small Time Shot Away (7:59)
8. Name Taken (7:49)
9. Antistar (inklusive Hidden Track) (19:38)

Gesamtspieldauer: 1:13:56




Es hatte sich einiges getan bei Massive Attack nach dem Album „Mezzanine“. Andrew Vowles verließ die Band kurz nach der Fertigstellung von „Mezzanine“ und schließlich sagte auch Grant Marshall seine Beteiligung am vierten Massive Attack Album mit dem Titel „100th Window“ ab. Dieses wurde im Februar 2003 auf dem Label Virgin Records veröffentlicht und der verbliebene Robert Del Naja zeichnete sich nun hauptsächlich für die Kompositionen aus. Unterstützung erhielt er dabei von Neil Davidge. Bei den Titeln „What Your Soul Sings“, „Special Cases“ und „A Prayer For England“ hört man zudem nicht nur den Gesang der Sinéad O'Connor, sie war sogar am Entstehungsprozess dieser Lieder beteiligt.

Es ist die Stimmung, die Atmosphäre, die „100th Window“ ausmacht. Diese ist eher zurückhaltend bis traurig, dunkel bis schwermütig und wirkt an vielen Stellen sogar irgendwie mystisch. Auf Samples haben Massive Attack hier zum ersten Mal vollständig verzichtet und auch die Ausflüge in den Jazz sind nicht mehr vorhanden. Somit hört man auf dem vierten Studioalbum der englischen Band sehr elektronische und intensive Musik, die einen durchaus zu packen versteht. Alles auf „100th Window“ klingt dabei auf seine Art geheimnisvoll und hintergründig. Häufig scheint man hier auch orientalischere Töne wahrzunehmen, die einen in ganz andere musikalische Welten zu entführen verstehen. Der TripHop lebt auf dieser Scheibe durchaus und erfordert die ganze Aufmerksamkeit der Hörerin beziehungsweise des Hörers, um seine Magie ganz und vollständig entfalten zu können.

Ein Lied auf diesem Album besonders herauszuheben, ist wahrlich schwierig, da alles seine Qualität besitzt. Andererseits ist genau dies allerdings auch das kleine Manko der Scheibe, so richtig sticht nämlich kein Titel heraus, sodass auch nach mehrmaligem Hören nicht allzu viel von der Platte hängenbleibt. Fast scheint es so, als sei diese Musik nur für den Moment des Hörens erschaffen worden, für diesen kurzen Augenblick, in dem man in diese Lieder eintauchen kann, um danach sofort wieder in die Realität entlassen zu werden, ohne irgendwelche Spuren mit sich herumtragen zu müssen.

Fazit: Auch ohne besondere Höhepunkte wirkt diese Platte. Es ist die Atmosphäre, die Stimmung auf „100th Window“, die einen ganz einhüllt und einen tiefen Eindruck hinterlasst. Diese Stimmung ist auf ihre Art geheimnisvoll geartet, niemals fröhlich, eher dann doch melancholisch bis traurig. Durchaus ein intensives Hörerlebnis, welches sich lohnt mit Aufmerksamkeit genossen zu werden. Neun Punkte.

Anspieltipps: A Prayer For England, Antistar



Sonntag, 10. Juli 2016

The Sisters Of Mercy – Floodland




The Sisters Of Mercy – Floodland


Besetzung:

Andrew Eldritch – vocals, keyboards, synthesizers, guitar, bass guitar, programming
Patricia Morrison – bass guitar, vocals
Doktor Avalanche – drums


Label: Warner Music


Erscheinungsdatum: 1987


Stil: Gothic Rock, Dark Wave


Trackliste:

1. Dominion / Mother Russia (7:01)
2. Flood I (6:22)
3. Lucretia My Reflection (4:56)
4. 1959 (4:10)
5. This Corrosion (10:55)
6. Flood II (6:46)
7. Driven Like The Snow (6:27)
8. Never Land (A Fragment) (2:56)

Bonus Tracks der remasterten Wiederveröffentlichung:

9. Torch (3:49)
10. Colours (7:18)

Gesamtspieldauer: 1:00:45




„Floodland“ heißt das zweite, bekannteste und erfolgreichste Album der englischen Gothic Rock Band The Sisters Of Mercy, die sich mit dieser Scheibe allerdings endgültig zu einer Art Ein-Mann-Unternehmung des Andrew Eldritch entwickelt hatte. Andrew Eldritch zeichnet sich auf „Floodland“ für alle Kompositionen verantwotlich und spielte auch den allergrößten Teil der Instrumente selbst ein. Seit der letzten Veröffentlichung der Sisters Of Mercy hatte Andrew Eldritch zwischenzeitlich mit der Band Sisterhood ein Album veröffentlicht, was jedoch bei Kritikern und Fans floppte. So entschied er sich The Sisters Of Mercy wiederzubeleben und nahm einen Titel, „This Corrosion“, der eigentlich für das zweite Sisterhood Album gedacht war, als Grundlage für die neue The Sisters Of Mercy Platte.

Auf „Floodland hört man sehr Synthesizer-lastigen Gothic Rock, der praktisch immer und an jeder Stelle dunkel und düster klingt. Allerdings gehen die einzelnen Titel der Scheibe auch durchaus gut ins Ohr. Lieder wie „Dominion / Mother Russia“ und natürlich „This Corrosion“ zünden sofort beim ersten Mal des Hörens und setzen sich fest. „This Corrosion“ entwickelte sich vor allen Dingen in England und Deutschland zum Hit und wurde dort in den entsprechenden Clubs rauf- und runtergespielt. Die Nummer beginnt ziemlich untypisch mit vielen „Aaahs“ und „Ooohs“ weiblicher wie männlicher Chorstimmen. Dann setzen Rhythmus und Instrumente ein und das Lied groovt, immer wieder ergänzt durch diese Chorstimmen. Trotz seiner knapp zwölfminütigen Spieldauer passiert in dem Lied nicht allzu viel. Klar, die Nummer geht ins Ohr, sehr schnell sogar, durch die vielen Wiederholungen ist es allerdings auch eine Art meditativer Ansatz, der dieses Stück zu etwas Besonderem werden lässt.

Auch der Rest auf „Floodland“ kann sich hören lassen, wobei hier das Lied „1959“ noch ein wenig vor den anderen hervorsticht. Nur Piano und Gesang sind hier zu hören, erneut sehr eingängig komponiert und arrangiert, umschmeicheln hier die weichen Töne das Ohr von Hörerin und Hörer. Dabei kommt natürlich der sehr intensive Gesang des Andrew Eldritch besonders gut zum Tragen, der hier seine Worte fast schon beschwörerisch ins Mikro hineinhaucht.

Fazit: Ein schönes und abwechslungsreiches Album ist „Floodland“ von den Sisters Of Mercy geworden. Im Alleingang komponiert und fast im Alleingang eingespielt, hat Andrew Eldritch auf dieser Scheibe so ziemlich alles richtig gemacht. Einige Höhepunkte hält die Platte für die Hörerinnen und Hörer parat und wird dann überzeugen, wenn man düsteren Gothic Rock zu schätzen weiß. Zudem klingt einem hier einmal mehr der Sound der 80er Jahre entgegen. Wer die Musik dieser Zeit mag, wird auch „Floodland“ mögen. Elf Punkte.

Anspieltipps: 1959, This Corrosion